Kapitel 80
Emma sagte: ?Diese Wohnung hat meine Mutter geschenkt bekommen. Du hast kein Recht, sie
zurückzunehmen!“ Als sie dies sagte, war sie dabei auch ziemlich nerv?s.
Sie hatte die Wohnung n?mlich schon verkauft, weil sie damals etwas Geld gebraucht hatte, um Caleb
n?her zu kommen.
Wie konnte sie Alina diese also jetzt noch zurückgeben?
Alinachte sarkastisch: ?Du willst sie also einfach behalten? Ich ekele mich vor dir!“
Emmas Gesicht wirkte nun extrem ss.
Schlie?lich ging sie doch.
Nachdem Emma gegangen war, lie? Alina Lucy alle ihre Sachen wegwerfen. Das h?tte Lucy auch
getan,
wenn sie es ihr nicht gesagt h?tte.
Immerhin fand sie Emma auch eklig.
?Naja, Fr?ulein Alina, sei nicht b?se, sie hat diesmal schon das bekommen, was sie verdient hat.“ Lucy
hatte das alles gesehen.
Also dachte sie, selbst Gott würde sich einmischen, wenn Menschen schlechte Dinge taten.
Alina sagte: ?Ich bin nicht b?se.“
Sie ng etwas mürrisch.
Lucy seufzte: ?Ich verstehe.“
Es stimmte schon. Alina war nicht b?se, sondern traurig.
Es war so weit gekommen, und sie… hatte immer noch keine Reue gezeigt. Also wer war denn schuld
daran?
Sie hatte an einer so guten Universit?t studiert und h?tte eigentlich eine gute Zukunft haben sollen. Bis
jetzt verstand Alina ihre Entscheidung immer noch nicht.
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Warum musste Emma denn diesen Weg gehen?
Das Handy vibrierte. Alina schaute auf die Nummer, es war die vom Herrenhaus Collins. Sie
antwortete:
?Hallo.“
?Alina, komm heute Abend zum Essen zurück, Mama hat es gesagt.“
Alina reagierte nicht gleich.
Zum Herrenhaus Collins?
Seit dem Tod von Gro?vater Max ging sie nicht mehr so gern zum Herrenhaus Collins, aber sie dachte
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an die Rolle von Frau Collins bei dieser Veranstaltung in Oklens.
Schlie?lich stimmte sie zu: ?Okay.“
Bis heute verstand Alina immer noch nicht, was für eine Einstellung Vanessa zu ihr hatte.
Sie mochte Alina offensichtlich nicht!
Sogar Julia konnte das spüren. Doch trotzdem half sie ihr bei allem.
Nachdem sie aufgelegt hatte, erhielt Alina einen Anruf von Brandon, der Andres Idee erl?uterte.
Dann sagte er: ?Du solltest dich also so schnell wie m?glich vorbereiten.“
?Ja, ich verstehe.“
Sie war jetzt richtig berühmt!
Aber sie hatte nur wenige Werke. Und Brandon meinte, dass sie so schnell wie m?glich eine Reihe von
Werken herausbringen sollte.
Bei der ersten Serie ging es also nicht um die Anzahl, sondern um die Qualit?t!
Obwohl Alina erst in den letzten Jahren berühmt geworden war, hatte sie sich eigentlich schon als
Teenager darauf vorbereitet.
Sie galt also schon als erfahren.
Abends.
Im Herrenhaus Collins.
Auf dem Tisch standen vor allem Alinas Lieblingsgerichte. Das Dienstm?dchen servierte Alina eine
Portion Suppe: ?Frau Alina, Frau Collins l?sst mich dies für dich kochen. Du hast in letzter Zeit hart
gearbeitet, du brauchst etwas Nahrhaftes.“
Dabei warf Alina unbewusst einen Blick auf Vanessa.
Vanessa a? einfach in aller Ruhe. Dies war ihr üblicher Gesichtsausdruck. Man konnte nicht erkennen,
ob
sie glücklich war oder nicht.
Alina sagte auch nichts.
Sie sah sich die Suppe an.
Es war eine Rindfleischsuppe, die sie nicht mochte. Warum kochte die ?ltere Generation so gerne
diese
Suppe, wenn jemand etwas Nahrhaftes brauchen sollte!
So hatte Oma Megan damals in Schirling auch gerne diese Suppe gekocht, und so war es auch mit
ihrer
baldigen Ex-Schwiegermutter.
?Danke.“ Alina mochte die Suppe zwar nicht besonders, aber Vanessa hatte es gut gemeint und sie
trank
diese also brav aus.
Es schmeckte wie immer ziemlich fade.
Die Atmosph?re im Speisesaal war bis zum Ende des Essens nicht besonders angenehm, als Julia
pl?tzlich etwas einfiel. Sie sah Alina also an.
?Alina, eine Freundin von mir heiratet bald. Sie will gern ein von dir entworfenes Hochzeitskleid.
?Hm?“
?Ich habe ihr gesagt, dass du meine Schw?gerin bist, also…“ Julia war zu nerv?s, um den Rest ihres
Satzes fortzusetzen.
Vanessa schaute sie ernst an: ?Es ist im Moment nicht Alinas Schwerpunkt, lehn sie ab.“
Julia schaute Alina sofort bittend an.
Alina sah aber unbewusst zu Vanessa.
Sie musste zugeben, dass diese Ex-Schwiegermutter… doch ziemlich viel vom Gesch?ft kannte! Alina
entwarf zwar schon für Privatkunde, aber…!
?Sie zahlt viel, Alina.“
?OK.“ Alina nickte. Der Preis war immerhin ein Schlüsselpunkt.
Julia l?chelte sofort.
Nach dem Essen wollte Alina eigentlich direkt nach Hause fahren, aber Vanessa lud sie auf eine Tasse
Tee ein.
Am Teetisch.
Vanessa sagte: ?Das ist Früchtetee, er ist nicht erfrischend, trink ruhig!“
?Ja.“
Alina hatte am Abend keinen Tee trinken wollen, insbesondere weil sie nun frei hatte und sich
ausscfen wollte.
Immerhin würde es nicht mehrnge dauern, bis sie wieder besch?ftigt sein würde.
Als Alina ihre Tasse hob, sagte Vanessa pl?tzlich: ?Ich habe geh?rt, diese Isabel Sharp wird dich bei
der
Scheidung unterstützen?“
Bevor Alina reagieren konnte, verschluckte sie sich fast am Tee.
Alina sah Vanessa an und wusste einen Momentng nicht, was sie sagen sollte.
Vanessa sagte weiter: ?Du hast Recht mit deiner kaputten Ehe. Du bist zielbewusst und entschlossen.“
War das ein Kompliment oder wollte sie sie gleich demütigen?
Und danach!
Vanessa übergab Alina ein Dokument.
Alina fragte: ?Das ist…?“
?Schau dich das an.“
Alina sagte nichts weiter.
Sie nahm das Dokument, ?fe es und warf einen ersten Blick darauf! Doch je mehr sie ess, desto
mehr schlug ihr das Herz bis zum Hals.
Gro?vater Max hatte ihr zuvor eine Menge Geld hintessen.
Und doch h?tte man nie erwartet…!
?Aktien der Firma?“ Es war viel mehr als die, die Gro?vater Max ihr zuvor gegeben hatte.
Zuvor hatte Gro?vater Max ihr fast seinen gesamten pers?nlichen Besitz geschenkt. Und jetzt gab er
ihr
auch noch seine Anteile an der Gruppe?
Das hier…!
?Als Caleb AIG gegründet hat, wurde das Anfangskapital von Max investiert. Er hat einen gro?en Anteil
an der Firma gehabt, und jetzt sind all diese Anteile auf deinen Namen übertragen worden.“
Alina schluckte unbewusst.
Sie wusste schon, dass die Familie Collins alle ihr eigenes Gesch?ft hatte.
Ihr Schwiegervater und ihre zwei Schwager beherrschten alle ihren eigenen Bereich.
Und als Gro?vater Max in Caleb investiert hatte, war es nicht viel Geld gewesen! Aber sie hatten alle
nicht erwartet, dass Caleb die Firma so gut entwickeln würde.
Und jetzt…!
Die Investitionen, die er damals get?tigt hatte, hatten sich offensichtlich sehr gut bezahlt gemacht.
?Hm, ich…“
?Willst du nicht, dass er nach der Scheidung mittellos dasteht? Jetzt bist du die gr??te Aktion?rin der
Firma, mit mehr Aktien als er.“
Alina war sprachlos. Ihr Kopf schwirrte ein wenig!
Die Nachricht kam so pl?tzlich, dass sie einen Momentng noch etwas verwirrt war.
Sie hatte sich damals nicht getraut, den Besitz vom Gro?vater Max zu nehmen. Und nun schenkte er
ihr
einen so gro?en Anteil.
Ihr Gehirn war sogar kurz davor zu explodieren, also hatte sie das Gefühl.
?Nein, Frau Collins, das ist…“ Was Alina noch mehr verwirrte, war Vanessas Verhalten.
Behandelte sie ihren eigenen Sohn so? Warum hatte sie das Gefühl, dass sie Caleb das Leben schwer
machen wollte?