?Was zur H?lle machst du da?“, fragte er.
?Ich wollte euch besuchen“, sagte Etienne l?chelnd.
?So?“, fragte Gilgian knurrend nach. Dann schickte er seine Leute zurück auf ihren Posten. Kurz überlegte er sich, dieses Balg wegzuschicken, doch dann dachte er an das Gespr?ch mit Meta und dachte, dass sie sich vielleicht freuen würde, sie zu sehen. Er ging zurück in sein Zimmer und spürte, wie Etienne ihm folgte. Meta sa? auf einem Stuhl und sah verwirrt zu ihnen hinauf, ?Etienne?“
?Hallo Meta! Wie geht es dir?“
?G-gut“, antwortete sie überrascht. Nachdem Gilgian sich am Morgen zu einem Treffen mit den Anderen geschleppt hatte, um über die Ereignisse der gestrigen Nacht in der Stadt zu sprechen, hatte er den ganzen Abend damit verbracht, sich mit Meta zu unterhalten. Gilgian war aufgefallen, dass es das erste Mal seit langem war. Eine ausnahmsweise gute Auswirkung von der gestrigen Wahnsinnstat der verrückten Neuen.
?Was willst du?“, fragte er dann.
?Nur meine Klassenkameraden besuchen“, sagte Etienne strahlend, ?Ist daran etwas verkehrt?“
?Das wundert mich irgendwie nicht“, sagte Etienne und riss ihn aus seinen Gedanken, ?ihr seid alle nicht sonderlich hilfsbereit einander gegenüber.“
Soll sie nur schauen
?Offensichtlich sind wir alle keine Freunde“, erwiderte er.Unauthorized use: this story is on Amazon without permission from the author. Report any sightings.
Sie schnaubte l?chelnd, ?Das habe ich gemerkt. Heute ist ein Halil in der Klasse aufgetaucht.“
Gilgian spürte, wie ein wütendes Gefühl sich in seiner Brust ausbreitete. Er war so sehr mit den anderen Problemen besch?ftigt, dass er vergessen hatte, dass es auch noch diesen ?rger gab, welcher immer unterschwellig in der Schule lauerte.
?Oh nein“, h?re er Meta besorgt sagen, ?Wurde Anaki verletzt?“
Das fragte er sich auch. Er mochte Anaki nicht unbedingt, aber er wertsch?tzte ihn. Er war ein ruhiges Gleichgewicht in dieser nervenaufreibenden Klasse. Und er gab ihm nie das Gefühl, dass er ihn hinterrücks angreifen würde.
Gilgian knurrte, ?Halil ist ein hinterh?ltiger Spinner. Er hat wahrscheinlich mitbekommen, dass keiner von uns da war. Wie ist Anaki so glimpflich davon gekommen?“
Sie hob die Hand und zog einen schwarzen Umschlag unter den Papieren hervor. Kurz sprang Gilgian der Gedanke durch den Kopf, wie dreist sie war. Bevor er das sagen konnte, ergriff sie jedoch das Wort, ?Ich hab ihn mit Catjill erschreckt. Und dann sind Anaki und ich zur Krankenstation.“
Gilgian sagte für einen Moment nichts. Er blickte kurz zu Meta, welche mit einem schockierten Gesichtsausdruck zu Etienne sah. Sie war blass geworden und er konnte es verstehen. Dennoch, er selbst fing zu l?cheln an.
?Du hast dich mit Halil angelegt?“, fragte Gilgian und Genugtuung breitete sich in ihm aus, ?Ich glaube, ich kann dir nun den gestrigen Tag verzeihen.“
Etienne sah zu ihm und strahlte ihn dann an, ?Darf ich das haben? Ich mag die Muster und sammle neuerdings besondere Umschl?ge.“
Sie hob den Umschlag und er konnte sich nicht weniger um ihn kümmern.
?Nur zu“, sagte er grinsend.
Sie steckte ihn schnell in ihren Rucksack und antwortete, ?Wie kommt es, dass du dir bei Anaki Sorgen machst, w?hrend du dir bei mir regelrecht zu freuen scheinst?“
Gilgian widmete sich wieder dem Essen zu, ?Du wei?t wieso.“
?Etienne, du hast so viele Wunden von gestern mitgenommen. Selbst dein Bein scheint es abbekommen zu haben. Es ist eine furchtbare Idee, mit Halil zu k?mpfen“, sagte Meta und ihre besorgte Stimme trübte Gilgians Freude. S?uerlich blickte er zu ihr und entdeckte die Sorge auf ihrem Gesicht.
Er sah wieder zu Etienne, welche zum Fenster ging. Es stimmte, sie hatte tats?chlich eine Bandage mehr gehabt, als am Vorabend. Ihr Bein war unten verbunden und er fragte sich, wieso ihm das nicht aufgefallen war.
?Oh, bitte sprich mich nicht auf meine Wunden an“, sagte sie seufzend, ?Ich würde Tatinnes Behandlung gerne wieder vergessen.“
Sofort wanderten seine Gedanken wieder zu dieser alten Schachtel zurück. Es schauderte ihm.
Etienne ?ffnete die Vorh?nge und sah hinaus. Nach einem kurzen Moment rief sie aus, ?Wie cool! Von deinem Zimmer aus kann man zum Eingang des Hauses sehen. Und direkt nebenan ist der kleine Turm. Ich hab ihn von drau?en gesehen. Die Aussicht muss fantastisch sein.“
?Nicht n?tig“, sagte Etienne, ?Das w?re aktuell für mich nicht tragbar.“
Gilgian sah Metas entt?uschtes Gesicht. Die Sorge war ihr noch immer anzusehen.
Sie drehte sich mit einem entschuldigendem L?cheln zu ihnen um, ?Ich habe gestern Abend noch mal einen kurzen Abstecher zu dem Haus gemacht.“