《Calisteo - Stadt der Geister [German/Deutsch]》 Prolog: Tatinnes Vorhersehung Wenn die erbrachten Opfer eines anderen Menschen, einen selbst schmerzen, sind es dann auch eigen erbrachte Opfer? Und wenn die erbrachten Leiden eine neue Welt sch?pfen, ist man dann ein Leidtragender oder ein Sch?pfer? Tatinne, auch genannt die Spinne, die inoffizielle Herrscherin des neutralen Stadtteils von Calisteo, sa? noch immer am K¨¹chentisch ihrer K¨¹che und wunderte sich aufs Neue. Die dunkle Marmoroberfl?che der Tischplatte spiegelte das durch das Fenster einfallende Mondlicht wider. Und ihre gr¨¹nen Augen, welche gelangweilt zur¨¹ckstarrten, ein Ausdruck, der schon lange nicht von ihrem Gesicht wich. Tatinne fuhr mit dem Finger ¨¹ber die kalte, glatte Oberfl?che, versuchte ihre Augen wegzuwischen, aber es gelang ihr nicht. Sie nippte dann an ihrem Kaffee, ein Luxus, den sich nahezu niemand leisten konnte und den sie nicht mehr w¨¹rdigte. Dabei hatte sie die schokoladige Note einst geliebt. Die Zeit nahm jegliche Freude. Und die n?chsten Generationen m¨¹ssen die Freude noch fr¨¹her abgeben. Eine Ahnung regte sich in ihr, wie eine Vorwarnung, welche sie zum Handeln dr?ngte. Ein Besucher kam. Ein Schauer ging ihr den R¨¹cken hinunter und sie verzog das Gesicht, denn sie wusste, worauf das hinauslief. Es konnte sich nur um einen von den Dreien handeln, welche es sich erlauben konnten, ohne Vorwarnung bei ihr aufzutauchen. Einer von den jungen Herrschern. Ein schwerer Seufzer verlie? ihren mit rotem Lippenstift perfekt verzierten Mund. Tatinne kippte den Kaffee ins Sp¨¹lbecken. Dann sah sie noch einmal auf die Fotographie von ihr und ihrer Nichte, legte eine Hand auf ihr Herz und versuchte den schmerzenden Stich auszuatmen. Der h?lzerne Bilderrahmen f¨¹hlte sich kalt auf ihren brennenden Fingern an. Ihr war nicht aufgefallen, dass sie sich an der Tasse verbrannt hatte. Weder sie noch das kleine M?dchen l?chelten in die Kamera. Sie sahen reich und m?chtig aus und Tatinne presste die Lippen zusammen, als sie an ihre glorreiche Familie dachte. Mit einem Klacken lag der Bilderrahmen wieder am Tisch. Tatinne ging hinunter, bereit, ihn unten abzufangen. Sie ?ffnete die schwere T¨¹r zu ihrem dramatisch dekorierten Empfangszimmer. Der Raum war eine Mischung aus roten M?beln mit dunklem Ebenholz und vergoldeten Verzierungen. Es war kein echtes Gold, das war zu wertvoll, selbst f¨¹r sie. Messing tat sein Bestes. Die W?nde waren schwarz und doch sorgten die im Raum verteilten kleinen Lampen f¨¹r angenehmes Licht. Es war eine Theaterb¨¹hne, ausgestattet mit allem, was n?tig war, um die Besucher zu beeindrucken. Oder um sie einzusch¨¹chtern, wie auch dieses Kind es vor einem Jahr gewesen war, als es verloren und verunsichert an ihrer T¨¹rschwelle gestanden hatte. Leidtragender oder Sch?pfer? Oder Anstifter eines weiteren Kampfes?, fragte sie sich, als ihre Abneigung ihm gegen¨¹ber in ihr hochstieg. Von allen drei Herrschern der drei Provinzen von Calisteo, war er der mit Abstand nervigste. Und obwohl sie ihn unausstehlich fand, gab es diesen leisen Funken von Anerkennung und Respekt in ihr. Es war sonderbar gewesen, eines Morgens aufzuwachsen und festzustellen, dass die zweite der drei Provinzen der Stadt Calisteo in die H?nde eines siebzehnj?hrigen Kindes gefallen war. Das hatte sie damals nicht vorhergesehen. Und dieses Kind hatte sich seit ¨¹ber einem Jahr bew?hrt und war nicht gestorben, als andere versucht haben, ihm seine Macht zu stehlen. Leidtragender oder Sch?pfer? Und wieso musste sie den Preis tragen? ?Was ist passiert¡°, fragte er lachend, als er die T¨¹r ?ffnete und sie entdeckte, ?dass ausgerechnet du freiwillig hier herunterkommst? Bin ich kurz vor Ende wichtig genug geworden, um von dir empfangen zu werden?¡° Raffael fuhr sich mit der Hand ¨¹ber die leicht nassen, langen Haarstr?hnen, wischte sie von seinem Gesicht und zeigte ihr sein freches Grinsen. Ein Schauspiel, welches er in den letzten Monaten verinnerlicht hat. Tatinne konnte dabei nur die Augen verdrehen, denn sie sah zu deutlich, wie die Nervosit?t in seinen Augen sich verriet. Tatinne zog ihre Pfeife hervor und setzte sich hin. Ihr schweres Kleid sch¨¹tzte sie vor dem Schwall frischer, nasser Herbstluft, welche ihn bei seinem Eintreten begleitet hatte. Der Geruch vom frischen Laub und Regen vermischte sich mit der herben Note ihres Tabaks, welchen sie selbst gemischt hatte. ?Was willst du hier? War das Gespr?ch vor einem Tag nicht genug?¡° Sie hatte alle drei Kinder aushalten m¨¹ssen. Jeden der drei Provinzherrscher, welche im letzten Jahr durch ihre jeweiligen sonderbaren Umst?nde an die Macht gekommen waren. Ein Geschehen, welches einer Kettenreaktion glich, nachdem der erste von ihnen seinen Onkel get?tet hat. Doch es hatte sich nicht viel ge?ndert. Es gab durchaus den einen oder anderen Tyrannen weniger, aber weiterhin Streit und Misstrauen zwischen den Mitgliedern der Provinzen. F¨¹r sie war das alles gleich geblieben und wie die Herrscher in ihren Provinzen regierten, war ihr egal, solange die vereinbarten Verpflichtungen an Calisteo erf¨¹llt wurden. Jede Provinz hatte ihre eigene Aufgabe. Und sie nicht zu erf¨¹llen, glich einer Kriegserkl?rung an die anderen Provinzen. Raffael zog seine vom Regen gl?nzende Jacke aus und es st?rte sie. Er sollte sie anbehalten, um gleich wieder zu verschwinden. ?Ich habe ¨¹ber das nachgedacht, was du uns gestern erz?hlt hast. Und ich habe ein paar Fragen¡°, sagte er. ?Dann los¡°, forderte sie gelangweilt, folgte der uralten Abmachung, welche sie vor ¨¹ber einem Jahrzehnt mit den alten Herrschern der Provinzen ausgemacht hatte. Tatinne die Spinne, die Person, welche ¨¹ber nahezu alles Bescheid wusste, ausgestattet mit der Gabe der Vorhersehung, w¨¹rde ihnen allen dabei helfen, sich zu informieren und ihr Wissen mit ihnen zu teilen. Sie w¨¹rde sie beraten und f¨¹r Gleichgewicht sorgen. Vorausgesetzt, sie lie?en sie in ihrem Haus in Ruhe. Wie gut es war, dass Wissen kein materielles Gut war. Keiner von ihnen wusste, was sie wusste. Keiner konnte ihr vorwerfen, nicht ehrlich gewesen zu sein. ?Ab wann genau soll der neue Herrscher ¨¹ber Calisteo regieren?¡°, fing Raffael an. Sie zuckte mit den Schultern, ?Er k?nnte innerhalb weniger Wochen an die Macht kommen oder erst in ein paar Jahren. Manche Machtwechsel erfolgen schnell, andere eher schleichend.¡° ?Danke f¨¹r die Nichtantwort¡°, sagte Raffael trocken und sie musste l?cheln. Damals war er immer einige Tage sp?ter wieder aufgetaucht, um vorsichtig noch mal nachzufragen. Heute traute er sich direkt, ihre Antworten zu hinterfragen. This story has been taken without authorization. Report any sightings. Unter seiner unbeschwerten Fassade musste es brodeln. Ein Machtwechsel war nie mit Frieden verbunden. Und die Vorhersehung sprach ganz klar davon, dass es bald nur noch einen Herrscher geben w¨¹rde. Einen ¨¹ber eine ganze Stadt und nicht drei ¨¹ber drei Teile der Stadt. Somit w¨¹rden drei Herrscher verschwinden m¨¹ssen. ?Wie genau wird er die Provinzen einen?¡°, fragte Raffael weiter und nun hob sie verwirrt die Braue. Diese Fragen hatten sie am Vortag schon behandelt. ?Hast du mir gestern zugeh?rt?¡°, fragte sie. ?Wenn ich mich richtig erinnere, dann hast du daf¨¹r gestern keine Antwort gehabt.¡° ?Weil ich nur wei?, dass die Zeit gekommen ist, an dem ein Machtwechsel stattfinden wird. Ich kann dir nicht dabei helfen .herauszufinden, wie und wo und wann und wer daf¨¹r sterben wird. Das ist es doch, was dich besonders interessiert, nicht wahr?¡° Er wippte ungl¨¹cklich vor und zur¨¹ck. Sie konnte sehen, wie es in seinem kleinen Kopf ratterte. Und erneut war sie ¨¹berrascht davon, dass er, so jung, in seiner Rolle noch am Leben war. ?Musst du morgen nicht in die Schule?¡°, fragte sie hinterher, konnte es nicht vermeiden, ihn damit aufzuziehen. Er war so ungl¨¹cklich damit, dass seine engsten Berater, diejenigen, die ihn unterst¨¹tzen und besch¨¹tzen, ihn dazu brachten, das stolze Haus des neutralen Stadtteils aufzusuchen. Calisteo war bekannt daf¨¹r, kompetente Menschen hervorzubringen. Sie waren begehrt in anderen St?dten. Eine Ressource, welche viel Zeit und Energie zum Gedeihen ben?tigte. Raffael runzelte die Stirn, ¨¹berrascht von ihrer Frage, und dann verschwand diese Regung unter dem freundlichen L?cheln. ?Langsam glaube ich, dass es diesen Herrscher gar nicht gibt¡°, sagte er ihr, ?Auf die Frage hin, wer das ist, wo die Person herkommt, welche Vorstellung sie vom gemeinsamen Leben, welche Werte sie hat¡­ auf all das hast du nie eine Antwort.¡° Normalerweise w¨¹rde sie sich darin sonnen, ihm dabei zuzusehen, wie er sie hinterfragte, nur um dann von der Realit?t eingeholt zu werden. Nur um ihm sagen zu k?nnen, dass sie ihn doch gewarnt hatte. Doch nun, kurz vor dem Ende von allem, entschloss sich etwas in ihr, sehr ungl¨¹cklich zu werden. Wie ein Schalter legte sich etwas um, was ihr die Augen ?ffnete und die Welt noch grauer erscheinen lie?. ?Der Mann wird ab heute in drei Tagen im Chateau de la Fortune auftauchen. Danach wird er hierherkommen. Finde selbst die Antworten auf diese Fragen. Und nun verschwinde doch bitte aus meinem Haus¡°, sagte sie und f¨¹hlte sich auf einen Schlag so m¨¹de. Der Stoff ihres Kleides raschelte, als sie aufstand und zur¨¹ck in die obere Etage ging. Zun?chst h?rte sie nichts von ihm. Doch dann folgten seine Schritte ihr die Treppe hinauf und sie seufzte erneut. Das Gespr?ch war scheinbar noch nicht vorbei und sie wunderte sich, wann sie ihn herauswerfen w¨¹rde. Er konnte zwar kommen, wann er wollte und es stand ihm zu, dass sie ihm zuh?rte. Aber das bedeutete nicht, dass sie sich alles bieten lassen w¨¹rde, erst recht nicht, weil er immer wieder versuchte, zu schn¨¹ffeln. ?Was will er im Chateau? Dieses Geb?ude ist am ?u?ersten Rand des Gebietes, es dauert Stunden, dorthin zu kommen und da war schon seit Jahrzehnten keiner mehr.¡° ?Das stimmt nicht ganz¡°, erwiderte sie ihm. Ein fr¨¹herer Herrscher war dort. Um etwas abzugeben und verwahren zu lassen. ?Ist das deine Verwandte?¡°, fragte er und ihre roten Locken wirbelten, als ihr Kopf zu dem Bild zuckte, welches er hochhob. Sie schloss die Augen. Vielleicht w¨¹rde sie dem kommenden Herrscher einen Gefallen tun und diese Plage sofort beseitigen. Sie hatte das Bild erst vor wenigen Tagen beim Aufr?umen ihrer Kisten entdeckt. Es war ganz sch?n alt. ?Halt dich aus meinen Familienangelegenheiten raus¡°, sagte sie und nahm es ihm weg. Er wehrte sich nicht und seine Augen wanderten weiter durch das Zimmer, auf der Suche nach neuen Dingen, die er herausfinden konnte. Das tat er immer. Deswegen warf sie ihn auch immer raus. ?Wie wird er sein?¡°, fragte Raffael dann und sie bemerkte, wie diese nervige kleine Plage sich an ihren K¨¹chentresen zur¨¹cklehnte und mit dem Finger gegen die Einrichtung tippte. Er konnte noch so sehr unbeschwert tun, aber in diesem jungen kleinen Bengel steckte einiges an Nervosit?t. Er nahm seine Arbeit als Provinzherrscher sehr ernst, auch wenn er aktuell weniger tat als sein engster Berater, welcher lange vor ihm die zweite Provinz verwaltet hat. Ein alter, mutiger Mann, welcher trotz der f¨¹rchterlichen Bedingungen, welche der alte Herrscher hervorgebracht hatte, alles M?gliche getan hat, um den Menschen in der zweiten Provinz das Leben zu erm?glichen. ?Finde es selbst heraus¡°, sagte sie, ?Du k?nntest das Chateau besuchen gehen.¡° ?Solltest du nicht etwas entgegenkommender sein? Die Vorhersehung trifft auch dich, oder habe ich da was falsch verstanden?¡° Tatinne zuckte mit den Schultern, ?Wer auch immer die Provinzen regiert, mir kann das herzlichst egal sein. Im Gegenteil, wenn eine nervige kleine Plage wie du nicht mehr in meinem Hab und Gut herumschn¨¹ffeln w¨¹rde, dann w?re ich sehr froh dar¨¹ber.¡° Er verschr?nkte die Arme vor der Brust und grinste sie an, ?Ganz sch?n nachl?ssig von jemandem, der so besitzergreifend von seinem Zuhause ist, welches sich auch schon bald nicht mehr in deinem Besitz befinden k?nnte. Vielleicht hast du ja mehr Angst, als du zugeben magst?¡° Tatinne verdrehte beinahe die Augen bei diesem schwachen Versuch, sie aus der Reserve zu locken. Und dann bemerkte sie, dass sein Finger noch immer am Tippen war. ?Da ist jemand ganz sch?n nerv?s¡°, sagte sie und lehnte sich l?chelnd ¨¹ber den Tisch, dessen Schultern sich angespannt hoben. Er war viel zu jung, um sich mit ihr anzulegen. Sie war schon ¨¹ber f¨¹nfzig, ihre Haut noch so rein und glatt wie vor zwanzig Jahren. Und sie hatte sich in ihrem langen Leben mit deutlich Schlimmerem abgeben m¨¹ssen, als mit einem zu neugierigen Kind, welches die Situation bei Weitem nicht so sehr im Griff hatte, wie es das gerne vorgab. ?Also¡°, meinte Tatinne, ?Deine Frage war, wie er so sein sollte. Lass mich ¨¹berlegen. Chaos wird ihm folgen, wo auch immer er hingeht. Die Menschen werden ihm egal sein, denn er kennt keinen von ihnen. Er hat nicht dieselbe Bindung zu der Stadt wie du, wieso sollte er sich also um sie k¨¹mmern, wie du es tust? Es wird egal sein, wie viele Menschen hinter dir stehen. Im Gegenteil, das k?nnte zum Problem werden. Denn er wird regieren. Und alle, die sich dagegen stellen, werden verlieren. Und du wirst viel Arbeit leisten m¨¹ssen, wenn du die Kontrolle behalten willst. Nein, eher noch schlimmer. Du wirst gar keine Kontrolle haben. Aber viel Gl¨¹ck beim Versuch. Hoffentlich wird er nicht so grausam wie Nexim. W?re wirklich schade, wenn du nach all deinen Opfern den Platz r?umen musst, f¨¹r jemanden, der genauso grausam war wie er.¡° ?Meinst du das ernst?¡°, fragte er und runzelte bei ihren Worten die Stirn. Er lie? sich nicht so leicht ¨¹bers Ohr hauen, aber sie wusste, dass sie ihn dennoch verunsichern w¨¹rde. Und allein dass sie Nexim angesprochen hatte, w¨¹rde ausreichen, um ihn aus der Bahn zu werfen. Der ehemalige Herrscher der zweiten Provinz w¨¹rde f¨¹r immer in seinem Schatten sitzen und darauf lauern, ihn anzuspringen. Ob Raffael Albtr?ume von ihm hatte? Von den Geschehnissen seiner Macht¨¹bernahme? ?Wer wei?. Ich habe das nicht in der Vorhersehung gesehen. Aber ich habe da so ein Gef¨¹hl. Und du wei?t, wie das mit meinen Gef¨¹hlen ist. Sie k?nnten etwas bedeuten. Oder auch nicht.¡° Zufrieden beobachtete sie, wie sein so zuversichtlicher Blick dem ?rger wisch. Er w¨¹rde ihr nicht glauben, aber der Zweifel w¨¹rde ihn in den Wahnsinn treiben. Das Chateau de la Fortune: Etienne und Catjill Drei Tage sp?ter¡­ Keiner wusste so genau, was f¨¹r ein Geb?ude das Chateau de la Fortune einst gewesen war. Oder wie es dazu kam, dass ausgerechnet dieses Fleckchen der neuen Welt ein aufgebl¨¹htes Paradies sonderbarer Flora und Fauna geworden ist. Durch dieses f¨¹hrte ein kleiner Pfad direkt zum Chateau. Es w?re nicht die erste Gegend der neuen Welt, welche in den letzten Jahrzehnten die skurrilsten Wesen hervorgebracht hatte. Aber zu Etiennes Missmut war diese Gegend auch noch nicht so gut dokumentiert. Ihre Recherche hatte ihr nicht dabei geholfen die Gefahren einzusch?tzen, die hier auf sie warten w¨¹rden. Und dass es welche geben w¨¹rde, stand genauso fest wie das Vorhaben ihrer Wanderung. Noch war ihr nichts anderes in diesem Wald begegnet als sonderbare Pflanzen und Insekten, von denen sie jedoch nicht wusste, welche giftig waren und welche nicht. Sie n?herten sich ihr nicht, mieden den Fremdk?rper, der sie war. Obwohl sie gemieden wurde, hatte sich recht schnell ein Gef¨¹hl in ihrem Nacken festgesetzt, als w¨¹rden viele Augen auf ihren R¨¹cken gerichtet werden. Deren Besitzer waren sich nur noch unschl¨¹ssig dar¨¹ber, ob sie Etienne weiter nur neugierig betrachten oder ob sie n?her herantreten wollten. Etienne konnte trotz sorgsamen Umschauens nichts entdecken au?er dem Schatten, welcher ihr seit Monaten folgte und sie aus immer der gleichen Entfernung beobachtete. In der W¨¹ste au?erhalb des kleinen, dichten Waldes, hatte sie seine Silhouette manchmal am Horizont erblicken k?nnen. Normalerweise stand er immer still am Horizont und starrte sie mit seinen gro?en wei?en Augen an. Nun lehnte er sich manchmal hinter den B?umen hervor. Etienne hatte noch nicht herausgefunden, was es war, aber der Djinn hatte ihr versichert, dass er nur eine Gefahr darstellen w¨¹rde, wenn sie es zulie?. Sie wanderte bereits mehr als einen ganzen Tag diesen steinigen Weg hier hoch. Die dichten B?ume mit den hellgr¨¹nen Bl?ttern sch¨¹tzten sie vor der Sonne, welche sie an den Vortagen geplagt hatte. Die Luft war dennoch ges?ttigt mit einer warmen Feuchtigkeit und das trotz des kalten, sp?ten Herbstes. Ihre Ausdauer litt daran und ihre Kleidung klebte an ihr. Die ganze Zeit war sie dabei diesem Pfad gefolgt, bei welchem ihre Familie sie gewarnt hatte, dass sie ihn unter solch sonderbaren Umst?nden niemals verlassen durfte. Der Djinn hingegen meinte, dass es kein Problem darstellen sollte. Etienne glaubte ihm, aber sie vertraute ihm nicht, denn er war ein Djinn und nur darauf aus, sie reinzulegen. ?Kann ich das ¨¹berleben?¡°, fragte sie ihren Djinn zum zweiten Mal, als sie erneut zu dem d¨¹steren Schloss blickte und dem Zweig auswich, welcher sich so frei in ihren Weg dr?ngte. ?Was genau? Das Universum? Das Leben? Mich? Nichts davon.¡° Sie seufzte. ?So weit brauchst du nicht auszuholen. Ich meine dieses kleine Abenteuer hier.¡° ?Mach dir nichts ins Hemd, Etienne¡°, meinte der Djinn lachend. Seine Gestalt war die eines Katers. Die sonderbare Magie, die ihn wie das schwere Parf¨¹m eines alten Familienangeh?rigens umh¨¹llte, gab ihn jedoch als etwas Anderes preis. Die schwarzen Augen mit den wei?en, kreuzf?rmigen Pupillen richteten sich auf sie, ?Aber keine Sorge. Selbst wenn du stirbst, werde ich gl¨¹cklich und zufrieden weiterleben.¡° Etiennes L?cheln verrutschte. ?Ich verstehe schon, f¨¹r dich bin ich nur eine fl¨¹chtige Existenz.¡° Sie trat um die Pf¨¹tze herum, in welchem eine exotische Libelle sa? und sich nicht um sie scherte. Sie hatte nur zwei Fl¨¹gel, welche unter den gr¨¹nlichen Sonnenstrahlen in bunten Farben leuchteten. Der Wald um sie herum war in solch einem ungew?hnlich ges?ttigten Gr¨¹n getaucht, dass sie eine Weile f¨¹r die Eingew?hnung ihrer Augen gebraucht hatte. Im Gegensatz zu der W¨¹ste, aus der sie kam, sah der Wald weich und einladend aus. Das helle Moos war best¨¹ckt mit bunten Blumen und schien sie einzuladen, sich auszuruhen. Ein Grund mehr, weshalb sie sich nie getraut hatte, den Pfad zu verlassen. Immer wieder h?rte sie flie?endes Wasser, als w¨¹rde irgendwo hinter den ganzen Pflanzen ein Bach verlaufen. Sie konnte ihn aber nie ausmachen.Unauthorized duplication: this narrative has been taken without consent. Report sightings. Der wuschelige Schwanz des dunkelblauen Katers zuckte und er schwebte auf ihre Schulter. ?Du hast dich vor drei Wochen zu einer lausigen Exorzistin ernannt, also benimm dich gef?lligst wie diese furchtlosen, m?chtigen, planlos umherirrenden Idioten.¡° Etiennes Augen wanderten wieder zu dem Schloss, in dessen Schatten sie nun langsam hineintrat. Innerhalb dieses Flecks aus dem hellsten Gr¨¹n ragte es bedrohlich ¨¹ber ihr empor. Im unteren Teil waren die Pflanzen hinauf gewachsen, als w¨¹rden sie versuchen ein weiteres St¨¹ck der alten Zivilisation sich zu eigen zu machen. Sie haben jedoch nie das Tor erreicht, genauso wenig die Fenster. Und die T¨¹rme, welche emporragten, waren frei von jeglicher Natur. Das Gestein war dunkel, verf?rbt von der Zeit und den Naturgewalten. Die Spitzen waren verziert mit alter Kunst, welche nach und nach von den Menschen der heutigen Zeit wiederbelebt wurde. Dort oben m¨¹ssten die W?chter herrschen, welche ihr Eigentum besch¨¹tzten, sei es von der Natur oder von den Menschen oder von den anderen Gesch?pfen, von denen sicherlich noch einige nicht dokumentiert waren. Und wie viele von diesen wohl in dem Chateau herumlungerten und ihr den Weg zu den Sch?tzen verwehrten, nach denen sie suchte? Sie seufzte schwer. Es sah gro? aus und Etienne hatte kaum Wissen ¨¹ber diesen Ort. Sie hatte sich in einer Bibliothek in einer anderen Stadt heimlich alte Pl?ne von dem Schloss angeschaut. Es gab auch neue Aufzeichnung, da bereits Menschen diesen Ort aufgesucht hatten. Aber nichts davon hatte ihr viele Informationen gegeben. Sie wusste nur aus weit entfernten Erz?hlungen, wieso dies ein besonderer Ort war und was dort wahrscheinlich auf sie warten w¨¹rde. Das Gute war, dass sie ihren Djinn hatte. Mit ihm allein sollte das machbar sein. Aber dies w?re das erste gro?e Abenteuer mit ihm und sie wusste noch nicht, wie gut sie sich auf ihn verlassen konnte. Djinns warten nur darauf, dich hereinzulegen. Ihnen zu vertrauen, ist wie dem Feuer zu vertrauen, dass es dich nicht verbrennt, wenn du die Hand hineinh?ltst. ?Ich bin nur am ¨¹berlegen, ob ich nicht zuerst die anderen Steine holen soll. Du meintest, hier sei nur einer? Dieses Unterfangen w¨¹rde sich deutlich mehr lohnen, wenn es mehrere w?ren.¡° Die Krallen des Katers bohrten sich in ihre Jacke, welche sie trotz der warmen, feuchten Luft des Waldes nicht ausziehen wollte, und Etienne sah warnend zu ihm. Sofort h?rte er auf, nahm es sich aber nicht, weiter in seiner schroffen Stimme zu sprechen: ?Jedes Artefakt hat seinen Preis. Arbeite, wenn du es haben willst.¡° ?Arbeite...¡°, wiederholte sie leise und genervt, als w?re sie nicht gerade mehrere Stunden hier hoch gewandert, an diesen Fleck der alten Welt, umgeben von nichts als sonderbarer Natur, welche sie langsam auslaugte. Alles, f¨¹r diese verfluchten Steine von Expulsio. Komme was wolle, Etienne musste sie erlangen. Ihr Bruder brauchte sie. Und das war der Grund, wieso sie tief durchatmete und sich innerlich in ihren gut einge¨¹bten Handlungszustand versetzte. Kontrollierte ihre Waffen, ein Messer und weiteres f¨¹r alle F?lle. Keine Schusswaffen, diese waren zu laut. Ihre Ampullen waren sicher verstaut. Etiennes angeborene Magie war sonderbar. Ohne die Ampullen wirkte sie nicht. Und ¨¹ber die erschaffene Magie an ihrem K?rper musste sie sich keine Gedanken machen. Die Male hielten seit Jahren. Segen und Fl¨¹che, welche jeweils ihren Zweck erf¨¹llten. Etienne zahlte stetig den Preis. Kein Mensch w¨¹rde hier sein. Das hatte verschiedene Gr¨¹nde. Trotz dessen, dass hier sicherlich Reicht¨¹mer versteckt waren, war dieses Schloss sehr weit abgelegen. Es befand sich inoffiziell im gro?en, neutralen Gebiet der kleinen Stadt Calisteo und auch wenn diese Stadt keine Gefahr f¨¹r die anderen St?dte darstellen w¨¹rde, in den heutigen Zeiten war sie auch nicht wichtig genug, um sich den ?rger anzutun. Es fing zu nieseln an. Ein kleiner Regen, der immer wieder spontan auftauchte und wieder verschwand. Die N?sse stresste sie mittlerweile mehr als ihr bevorstehendes Abenteuer im Schloss. Ihre Socken waren feucht, genauso wie ihr Shirt, ihre Unterw?sche. ?Wunderbar¡°, meinte sie trocken, ?Nass und gegen Monster antreten.¡° Sie liefen gemeinsam zum Eingang. Etienne wechselte den Blick in die zweite Ebene. Mittlerweile waren ihre Augen an den Wechsel zu den furchtbar bunten Farben der zweiten Welt gew?hnt. Goldene Schleier der Magie umgaben den Eingangsbereich. Etienne kannte diese Schutzzauber. Sie w¨¹rden sie nicht davon abhalten k?nnen, einzutreten. Und ihren Djinn erst recht nicht. Das Chateau de la Fortune: Raffaels Sorge ?Und das, meine lieben Freunde, ist der Grund, weshalb ich heute hier stehe¡°, sagte Raffael mit einem breiten Grinsen im Gesicht, nachdem er seinen Freunden ¨¹ber die Konfrontation mit Tatinne erz?hlt hatte. Er wusste, dass diese alte Frau ihm unter die Haut fahren wollte. Und sie hatte es geschafft. Drei lange Tage hatte er sich nachts im Bett gew?lzt und sich Gedanken gemacht. Nun war er hier, vor den Toren des Chateaus, welches weit au?erhalb der Stadt Calisteo und erst recht nicht in seiner Zust?ndigkeit lag. Und das nur um denjenigen zu sehen, welcher die Vorhersehung erf¨¹llen sollte. Seine Cousine Scarlett sah nicht gl¨¹cklich aus, als sie zu dem d¨¹steren Geb?ude hinaufblickte. ?Ich fasse es nicht, dass ich dich hierher begleitet habe.¡° Sie wirkte noch immer leicht desorientiert von dem Sprung, aber langsam kehrte Klarheit in ihre Augen zur¨¹ck. Es war immer ein Genuss zu sehen, wie sie mit all ihrem vorlauten Sein auf einmal wie ein braves Kind ihm auf Schritt und Tritt folgte. Links und rechts, oben und unten, vorne und hinten. Das alles verschwamm f¨¹r sie, sobald sie ihre angeborenen F?higkeiten nutzte und von einem Ort zum anderen sprang. Sein Freund Crom zog ebenfalls seine Schusswaffe. ?Wenn ich sterbe, such ich dich heim.¡° ?Lass es uns hinter uns bringen. Anjelika wird sich freuen, wenn wir es heute noch schaffen sollten vorbeizukommen, anstatt unsere Zeit hier zu verschwenden¡°, meinte seine Cousine. Sie war die ganze Zeit ¨¹ber nicht zufrieden mit dem Ausflug gewesen. Ein ganz bestimmter Lehrer an ihrer Schule w¨¹rde sie das n?chste Mal f¨¹r das heutige Fehlen ausschimpfen und Scarlett w¨¹rde diejenige sein, welche das Meiste abbekommen wird. Raffael konnte sich immer auf seine Cousine verlassen. Sie war immer f¨¹r ihn da, egal ob es war, um ihn zu nerven oder f¨¹r ihn ins Fadenkreuz zu rennen. Also entschloss er sich, das Ganze schnell ¨¹ber die B¨¹hne zu bringen. Doch seine Cousine hielt ihn pl?tzlich zur¨¹ck. ?Warte. Hier.¡° Raffael nahm die Visitenkarte entgegen. ?Was soll ich damit?¡° ?Keine Ahnung", antwortete Scarlett, ?Eine liebenswerte Frau hat es mir in Calisteo in die Hand gedr¨¹ckt, nachdem sie ihre Kleider abgeholt hat. Da dachte ich mir, ich schenke dir ein sch?nes Erlebnis.¡° Raffael schnaubte, wusste selber nicht, ob vor Belustigung oder dem Genervtsein. ?Die ist f¨¹r ein Frauensalon, Scarlett. Die werden mich herauswerfen.¡° ?Wirklich?¡°, sie sah ¨¹ber seine Schulter, ?Tats?chlich.¡° ?Wieso schiebst du deinen M¨¹ll immer zu mir?¡°, fragte Raffael sie. ?Weil du ihn immer annimmst¡°, antwortete sie k¨¹hl. Und das stimmte. Raffael seufzte und steckte die Karte ein. Er w¨¹rde sie an einem anderen Ort wegwerfen. Und nicht dort, wo wom?glich irgendeine Bestie auf sie aufmerksam wird und diesen armen Frauenladen dann aufsucht. Nicht, dass die Biester schlau genug dazu w?ren. Aber er wollte es trotzdem nicht riskieren. ?Genug ihr zwei. K?nnen wir endlich los¡°, jammerte Crom, ?Euer Gezanke k?nnt ihr auf sp?ter verschieben. Zu eurer Information. Wir laufen schon seit einer halben Stunde im Regen und ich bin bis auf die Knochen nass.¡° Raffael antwortete ihm nicht und sie setzten sich in Bewegung. Voller Vorfreude betrat er das Chateau. Und als er ¨¹ber die Schwelle ging, f¨¹hlte er sich sofort anders. Er war bereit f¨¹r einen Kampf. Raffael hatte alles ganz genau geplant. Sie w¨¹rden nur so weit gehen, bis sie ihn gefunden haben. Er w¨¹rde ihn kennenlernen, sich einen ersten Eindruck verschaffen. Einfach sicher gehen, dass es sich nicht um einen Wahnsinnigen handelte. Es war nicht so, dass Raffael unbedingt gegen ihn k?mpfen wollte. Wenn das Schicksal diesen Ablauf der Geschichte wollte, dann sollte es so sein. Aber es war erst ein Jahr her, seit sie einen Tyrannen losgeworden waren und seiner Provinz ging es mittlerweile um so vieles besser. Ein Ergebnis der Arbeit all der Menschen, die sich so bem¨¹ht hatten, ihr Zuhause zu einem besseren Ort zu machen. Er konnte das nicht in unw¨¹rdige H?nde abgeben. ?Zieht die Ringe an¡°, sagte er zu ihnen und sie gehorchten ihm. ?Bekomme ich noch einen Antrag?¡°, fragte Crom und Raffael schnaubte belustigt. Auch er zog einen Ring an. Einer der Gr¨¹nde, weshalb die niederen Wesen dieses Gebietes ihnen nichts anhaben konnten. Raffael w¨¹rde nicht zulassen, dass er jemanden verlieren w¨¹rde. F¨¹r Sicherheit war so gut es ging gesorgt. Als sie den dunklen gro?en Saal betraten, war es bedr¨¹ckend und still. Nicht einmal die Ger?usche des Regens drangen zu ihnen durch. Raffael wusste, dass dieser Raum zum ersten Turm geh?rte. Er hatte die letzten drei Tage damit verbracht, sich ausgiebig mit dem Chateau zu besch?ftigen. Er wusste ¨¹ber alle dokumentierten G?nge Bescheid, ¨¹ber alle Geheimg?nge und ¨¹ber alle Zimmer, welche je gebaut wurden. Die G?nge der oberen Stockwerke waren so verwirrend, dass er darauf achten musste, keinen seiner Begleiter zu verlieren. Nur ungern w¨¹rde er sie in diesem Schloss suchen m¨¹ssen. Scarlett w¨¹rde allein zurecht kommen. Sie k?nnte sich einfach raus bewegen. Anders als bei Crom. Er hatte keine angeborenen F?higkeiten, die ihm helfen w¨¹rden. Und das Handwerk der Magie beherrschte er auch nicht. Raffael musste besonders auf ihn achten. Gespannt warteten sie kurz, ob sich etwas regen w¨¹rde. Doch es tat sich nichts. Raffael sah hin¨¹ber zu seinen Begleitern, welche mit gro?en Augen und vollkommen angespannt die Umgebung beobachteten. Sie waren konzentriert, das war gut. Er drehte sich wieder weg und ging langsam und wachsam zu der Treppe, wunderte sich mit jedem Schritt, was dieser Mann hier wollte. Und dann kam ihm ein Gedanke. ?Also¡°, meinte er zu seinen Begleitern, ?Was w¨¹rdet ihr an solch einem Ort verstecken?¡° Crom verstand es nicht auf Anhieb, aber Scarlett schon. Kein Wunder, schlie?lich waren sie beide miteinander aufgewachsen. Sie verstanden sich ohne Worte.This novel''s true home is a different platform. Support the author by finding it there. ?Du meinst also, dass die Person, auf die du es abgesehen hast, auf der Suche nach etwas ist, was die W?chter bewachen?¡° ?Das denke ich.¡° ?Wahrscheinlich ganz oben. Und etwas sehr Wertvolles. Ich w¨¹rde auf magisch tippen¡°, f¨¹hrte Scarlett weiter aus. ?Und nat¨¹rlich etwas Gef?hrliches, denn es wird ja nicht umsonst an solch einem Ort versteckt¡°, f¨¹gte Raffael ihrer ¨¹berlegung hinzu. ?Ihr Beltrans seid eine Plage¡°, beschwerte sich Crom. Scarlett lachte, ?War das zu schnell f¨¹r dein kleines Hirn.¡° ?Ich bin nicht dumm¡°, erwiderte Crom beinahe schon energetisch. Sie zog ihn zu oft damit auf. Aber er genoss ihre Aufmerksamkeit. Zu oft hatte Raffael ihn dabei beobachtet, wie er sich freiwillig in genau diese Position begab, nur damit sie ihn ?rgerte. Aber f¨¹r den Moment war das kein guter Zeitpunkt. ?H?rt auf euch zu necken. Ihr k?nnt eure Liebesschw¨¹re auf sp?ter verschieben.¡° ?Wie bitte?¡°, rief Scarlett aus und automatisch duckten sich alle drei. Kurz warteten sie, ob sich etwas zeigen w¨¹rde, doch die Sekunden verflogen und kein Monster kam in Sicht, was ihm sehr sonderbar vorkam. Scarlett steckte ihren spitzen Fingernagel in Croms Wange, ?Als ob ich mit diesem Idioten was anfangen w¨¹rde.¡° ?Reg dich ab¡°, sagte Raffael warnend. ?Nimm deine N?gel aus meinem Gesicht!¡° Crom und schob ihre Hand weg. Sie rafften sich wachsam wieder zusammen und gingen die Treppe hinauf. Raffael musste die Stirn runzeln, als am Treppenende noch immer nichts zu sehen war. Es war seltsam. Nicht, dass er unbedingt einen Kampf wollte. Aber diese Gesch?pfe waren nicht daf¨¹r bekannt, sich schweigend zur¨¹ckzuhalten. Sie waren territorial, besch¨¹tzen ihren Grund und Boden und einander in einer unnachgiebigen, brutalen Weise. Raffael w¨¹nschte sich, die Menschen w?ren auch so loyal zueinander. Als sie weiter empor stiegen, machte er eine Beobachtung, welche ihm etwas mehr Einblick in ein m?gliches Geschehen gab. Anscheinend gab es hier einen Kampf. Es gab aber keine Leichen. Das erinnerte ihn an das Abenteuer von vor f¨¹nf Jahren, als er und Scarlett und einige ihrer Freunde eine H?hle neben dem Meer aufgesucht hatten. Gott, war das ein Desaster gewesen. Er war mit vierzehn viel zu jung f¨¹r diese Sorte der Abenteuer gewesen und einer von ihnen war bis heute verschwunden. Es war feucht. Die einst roten Tapeten wiesen Schimmel auf. Ebenso wie die umgeworfenen M?bel. Hier und da lag Glas. Mit Bedacht stieg er dr¨¹ber, versuchte nicht drauf zu treten. Sie gingen leise weiter, diesmal mit mehr Erfahrung, als damals. Weiterhin passierte nichts. Sie wurden nicht angegriffen. Doch sie bemerkten etwas Interessantes. Ein Glimmer in der Luft, in bunten Farben leuchtend und so surreal, dass ihm schlecht vom Anblick wurde. Es war ein Zeichen f¨¹r h?here Magie. Er hatte so etwas noch nie gesehen. ?Das bedeutet, jemand hat den Raum gewechselt. Oder?¡° ?Ja¡°, sagte Scarlett. Auch sie war mittlerweile viel konzentrierter. Raffael verstand den Sinn dieser Beobachtung nicht. Die Welt der Geister war nicht immer leicht zu erreichen und es barg immer ein Risiko, in dieser verlorenzugehen. Der zweite Raum lag genau ¨¹ber der Welt der Menschen. Manche behaupteten, es w?re eine Kopie der echten Welt, welche entstanden ist, nachdem die Realit?t der alten Welt zusammengebrochen war und zu der dunkelsten Stunde der Geschichte der Menschen gef¨¹hrt hatte. Keiner wusste aber so genau, wie der zweite Raum entstanden war. Vielleicht war er schon immer da, aber keiner hatte hineinschauen k?nnen. ?Wahrscheinlich hat er gedacht, dass er die Monster so abh?ngen w¨¹rde¡°, ¨¹berlegte Raffael. ?Ist doch eigentlich eine gute Idee?¡°, erwiderte Crom fragend. Scarlett sch¨¹ttelte den Kopf. ?Nein. Die Monster im Chateau sind sowohl Lebewesen als auch Geister. Sie werden der Person ¨¹berall hin folgen k?nnen.¡° Immerhin erkl?rte diese Entdeckung, wo sie alle hin waren. Der Besucher vor ihnen, wahrscheinlich der Mann, von dem Tatinne gesprochen hatte, hatte all die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Umso besser f¨¹r Raffael. Vielleicht konnte er das Ganze f¨¹r ein paar Momente aus der Ferne beobachten und dabei vielleicht eine erste Einsch?tzung ¨¹ber ihn f?llen. War nur die Frage, wie er ihn im anderen Raum ausmachen konnte. Sie traten gemeinsam durch die T¨¹r zur weiteren Treppe, welche in einem weiten, spiralf?rmigen Bogen nach oben f¨¹hrte. Die Dunkelheit f¨¹hlte sich bedrohlich an und die Kurven des Ganges lie?en seine Anspannung steigen. Man wusste nie, ob etwas in den Ecken oder hinter den Abbiegungen lauern w¨¹rde. Die Eing?nge zu den G?ngen zwischen den T¨¹rmen fingen an, sich zu h?ufen. Sie blieben jedoch alle an der Wand und folgten der Treppe hinauf, stetig weiter. Die Luft war feucht, genauso wie die Wand unter seinen Fingern. Manchmal erwischte er schleimiges Moos und es erinnerte ihn an den See, in welchem er fr¨¹her immer geschwommen war. Pl?tzlich h?rte Raffael etwas. Er konnte dieses Ger?usch nicht genau identifizieren. Er sah zur¨¹ck, zu einem der G?nge. Sie waren circa elf Schritte davon entfernt. Die anderen wurden wachsamer, als das Ger?usch n?her kam. Es dauerte einen Moment, aber dann d?mmerte es ihm, dass es sich um einen Schrei handelte. Sein Finger wanderte zum Ring, bereit sich und die anderen zu sch¨¹tzen. Eine Person schoss aus dem Gang hervor. Sie lief in einem Moment an ihnen vorbei und glatt durch Scarlett hindurch, welche sich erschrocken versteifte. Die Gestalt zu sehen, l?ste in ihm einen Schrecken aus und verursachte eine tief sitzende ¨¹belkeit, welche er in seinen Knochen sp¨¹rte. Es f¨¹hlte sich surreal an, nicht normal. Raffael sah ihr unter Anstrengung hinterher, kniff die Augen zusammen, versuchte durch das Flimmern zu blicken, welches die Gestalt umgab. Es war, als w¨¹rde er versuchen, im Traum ein Gesicht zu erahnen, nur um daran zu scheitern. Aber eine Sache sah er ganz deutlich, n?mlich eine weitere seltsame Gestalt mit Krallen an der Jacke h?ngen, welche sich in unordentlichen langen Haaren zu verheddern schien. Doch als pl?tzlich die Umgebung leicht bebte, sah er wieder zur¨¹ck und entdeckte eine Menge sonderbarer Kreaturen aus dem Gang hervorschie?en. Er konnte durch die Gestalten hindurchsehen, als h?tten sie keinen K?rper. Ihre Farben flimmerten, die Umrisse verschwammen, nur um anschlie?end eine klare Form anzunehmen. Wahr gewordene Gef¨¹hle, getr?nkt von unz?hligen Menschen der vergangenen Jahrzehnte, welche das Chateau aufgesucht hatten. Eine wahr gewordene Fantasie, welche Gestalt, Sinn und Willen erlangt hatte. Deswegen waren es Geister und Lebewesen zugleich. Die einzigen Kreaturen, welche sowohl im ersten als auch im zweiten Raum residieren konnten. In Calisteo wurden sie Idrazeels genannt. Er fluchte, ?Wir rennen auch." Den Spuren nach, war sie lange vor ihnen im Chateau gewesen. Wie war diese Person hinter sie gekommen? So hatte er sich das nicht vorgestellt. Das Chateau de la Fortune: Die W?chter ?Catjill! Du hast es nur schlimmer gemacht! Korrigiere das wieder!¡°, rief Etienne w¨¹tend aus. Die Luft schmeckte seltsam. Eine Mischung aus trockenem Staub und prickelnder Magie. Sie h?tte von Anfang an in den zweiten Raum wechseln sollen, in die Welt der Geister. Catjill hatte darauf beharrt, im Raum der Lebenden zu verweilen. Er meinte, dass es die bessere Option w?re und sie h?tte bei ihm nachfragen sollen, inwiefern und f¨¹r wen. Denn es war keine gute Option f¨¹r sie gewesen. Verfluchte Djinns. Und nun versuchte er sie mit seiner Magie dazu zu zwingen, zur¨¹ckzuwechseln, w?hrend sie versuchte, sich weiter hier zu verstecken. Sie war nicht sonderlich erfolgreich darin und im Verstecken auch nicht. Zum ersten Mal in ihrem Leben verweilte sie genau in der Mitte der zwei R?umen und es f¨¹hlte sich furchtbar an. Der Kater kletterte auf ihre Schulter und Etienne sp¨¹rte seine Krallen. Wehe er hatte L?cher in ihre wertvolle Jacke gebohrt. ?Was soll ich denn bitte machen? Es sind keine Menschen. Au?erdem bist du in der Lage, dich selbst zu verteidigen.¡° Etienne packte den Kater am Fell, blieb stehen, drehte sich um und warf ihn den Monstern entgegen. Catjill gab ein lautes Fauchen von sich. Kurz explodierte es in heller, blauer Magie, welche die sonderbaren Farben der zweiten Ebene aufwirbelte. Ihr w¨¹rde schwindlig werden, wenn sie das nicht schon ?fters beobachtet h?tte. Durch die R?ume zu wandern war nicht kompliziert. Es war nur Training und stetige Wiederholung notwendig, bis der K?rper sich daran gewohnt hatte. Nun konnte sie es genauso nat¨¹rlich, wie etwas schreiben. Eine einfache Handlung, welche es nicht zu hinterfragen galt. Dann schellte ihr kleiner Djinn aus der Magiewolke hervor. Die Biester kamen nicht direkt hinterher, aber sie brauchten auch nicht lange. ?Das hilft mir nicht gerade¡°, meinte Etienne, drehte sich wieder um und lief weiter. Das Ziel war ganz oben. Auf dem Weg w¨¹rde ihr schon etwas einfallen. ?Undankbares G?r! Das wirst du bereuen!¡°, rief ihr der Kater zu, als er aufholte. ?Spiel dich nicht so auf¡°, sagte sie zu ihm. Er war unsterblich. Sie h?tten ihm nichts tun k?nnen. ?Nur weil ich unsterblich bin, hei?t es nicht, dass ich keine Schmerzen empfinden kann. Sie h?tten mich zerfetzt!¡° ?Ah, h?r doch auf¡°, meinte Etienne und verdrehte die Augen. Catjill beende kurz den Streit und sagte, ?Du bist gleich an der T¨¹r zum vierten Stockwerk.¡° Etienne wechselte den Raum. Die Welt wurde auf einen Schlag weniger bunt. Sie konnte wieder die vermoderten Tapeten riechen und der sonderbare Geschmack verschwand. Catjill beschwerte sich sofort, doch sie ignorierte ihn. Das war eine bescheuerte Idee gewesen, egal was er sagte. Sie h?tte niemals den Raum wechseln d¨¹rfen. Sie nutzte ihre Geschwindigkeit, um die T¨¹r aufzutreten. Zu ihrer ¨¹berraschung lie? sich das leicht durchf¨¹hren. Sie drehte sich um und wollte sie schnell verriegeln, als sie pl?tzlich drei weitere Personen entdeckte, die dies bereits f¨¹r sie erledigten. Alarmiert wich Etienne mehrere Schritte zur¨¹ck und versicherte sich, dass ihr Messer in Reichweite war. Hier sollte es keine Menschen geben. Die T¨¹r fiel ins Schloss. Es gab ein lautes Krachen und kurz hatte Etienne Sorge, dass sie aus den Angeln gerissen werden w¨¹rde. Drei Menschen, scheinbar in ihrem Alter. Die Frau mit braunen und der Mann mit dem schwarzen Haar atmeten schwer und beachteten sie nicht. Stattdessen blickten sie achtsam zur geschlossenen T¨¹r, welche gef?hrlich laut ?chzte. Ihr dritter Begleiter schien auch au?er Atem, doch anstatt besorgt die T¨¹r anzustarren, musterte er Etienne von oben bis unten. Ihm schien nicht zu gefallen, was er sah und das irritierte sie. Die Fremden waren in der ¨¹berzahl und bewaffnet. Die Situation war auf ein mal deutlich schlimmer, als zuvor. ?Geh?ren sie zu denen?¡°, fragte Etienne den Djinn. Wenn ja, dann w?re dies gut. Der Kater seufzte schwer, ?Es sind Menschen, Etienne.¡° ?Sicher? Die sehen mir aus, als w¨¹rden sie sich gleich verwandeln.¡° Bitte keine Menschen, dachte sie. Der braunhaarige brach in Gel?chter aus, ?Nein, ich versichere dir, wir sind Menschen. Wobei ich bei meiner Cousine manchmal Bedenken habe.¡° Dann grinste er sie an und es machte sie nerv?s. Die Frau hatte einen Degen dabei. Einer von ihnen hatte eine Pistole in seiner Hand und unter seiner Jacke sah Etienne den Griff einer weiteren Waffe, wahrscheinlich ein Messer. Seine Jacke war gro?, Etienne w¨¹rde vorerst nichts weiter ausmachen k?nnen. Schwerer fiel es ihr, den braunhaarigen einzusch?tzen. Im Gegensatz zu den anderen sah er aus, als w¨¹rde er Urlaub machen. Er hatte eine einfache Jeans und ein Pullover in Beige an. Einfache Turnschuhe. ¨¹berhaupt nicht so gekleidet, wie es eine Expedition an diesen Ort verlangen w¨¹rde. ?Das ¨¹berzeugt mich nicht¡°, meinte sie zu Catjill nach ihrer Musterung. Die braunen Augen der Frau wanderten zu ihr, ?Bist du ein Idiot?¡° ?Ich glaube nicht.¡° ?Das ist Antwort genug¡°, murmelte sie und sah wieder zur T¨¹r. ?Was macht ein so h¨¹bsches M?dchen wie du, an solch einem Ort?¡°, fragte sie pl?tzlich der braunhaarige. ?Ich suche etwas¡°, antwortete Etienne und zwang sich, nicht noch weiter zur¨¹ckzutreten. ?Sicher, dass du dich nicht ¨¹bernommen hast?¡°, meinte der andere. ?Ich glaube nicht¡°, erwiderte Etienne. Er schnaubte und lachte dann, ?Ah komm. Es ist doch offensichtlich.¡° ?Ich bin allein genauso weit gekommen wie ihr zu dritt.¡° ?Da hat sie recht¡°, sagte der braunhaarige zu seinem Kameraden und dann an sie gewandt, ?Ich bin Raffael. Das ist meine Cousine Scarlett und unser Freund Crom. Und du bist?¡° Etienne schwieg. Dann sagte sie, ?Ich wei? nicht, ob ich mich m?glichen Monstern vorstellen m?chte.¡°Find this and other great novels on the author''s preferred platform. Support original creators! Ihr Djinn seufzte, ?Beharrst du immer noch darauf?¡° Etienne sp¨¹rte seine Aufregung. Sie haben nicht viele Menschen bisher gesehen. Und er war viel zu neugierig. Sie mochte es nicht. ?Selbstverst?ndlich. Halt dich fern von ihnen, sie k?nnten dich essen.¡° ?Bitte? Meinst du das ernst?¡°, fragte Scarlett und Etienne vermied es, noch weiter zur¨¹ckzutreten, ?Was st?ren dich eigentlich drei Menschen, wenn du mit einem Monster unterwegs bist?¡° Etienne setzte zu einer Antwort an, doch Catjill kam ihr zuvor, ?Ich bin kein Monster. Ich bin ein Djinn.¡° Etienne schloss kurz die Augen. Das hat er gerade nicht gemacht. Wieso plapperte er immer alles aus? Wieso musste er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Als sie die Augen wieder ?ffnete, begegnete sie einem wachsamen Blick und ihr Herz fing von dem neuen Stress zu pochen an. Wenn diese Menschen w¨¹ssten, was ein Djinn wert war, dann w¨¹rden sie vielleicht Versuchen, ihn ihr wegzunehmen. Sie musste die Aufmerksamkeit von ihm lenken. ?Du kommst mir bekannt vor. Sicher, dass wir uns nicht schon einmal begegnet sind?¡° ¨¹berrascht blinzelte sie. Haben sie ihn vielleicht nicht verstanden? Oder sie wussten nicht, was ein Djinn sein soll? Oder seine Magie war stark genug, dass sie dieser Aussage ¨¹ber ihn nicht genug Aufmerksamkeit schenkten. Was auch immer es war, sie musste daf¨¹r sorgen, dass diese Menschen kein Interesse an ihm entwickelten. Doch bevor sie erneut zum Sprechen kam, sp¨¹rte sie, wie Catjills Gewicht von ihrer Schulter verschwand. Sie taumelte beinahe. ?Viel Erfolg¡°, sagte er, ?Ich k¨¹mmere mich um den Rest.¡° Sie blinzelte ihm kurz hinterher. Dann sp¨¹rte sie G?nsehaut ihren linken Arm hinauf wandern. Sie wich ruckartig zur¨¹ck, schnell genug, dass etwas Gro?es nur knapp an ihr vorbeizog. Zu knapp f¨¹r ihr Wohlempfinden. Dann verschwand es, was sie als eine Klinge identifizierte und tauchte ¨¹ber ihr auf. Etienne sprang zur¨¹ck und es krachte auf den Boden, zerst?rte die glatte, schwarze Marmoroberfl?che, welche die Kronleuchter ¨¹ber ihnen widerspiegelte. In den zweiten Raum schauen, ermahnte sie sich. Es nutzte diesen, um sie zu verwirren. Um zu verschwinden, obwohl es noch da war. Ein Wechsel, dann ein zweiter, hin und her, bis sie den ¨¹berblick verlieren sollte. Etienne kannte das schon. Das Wesen verschwand wieder. Doch ihr Blick in den zweiten Raum erm?glichte ihr, es zu sehen. Sie musste nur genauso oft wechseln, denn auch aus dem zweiten Raum konnte man nicht in den ersten Blicken. Es hatte eine schwarze Maske auf und war geh¨¹llt in einen zerrissenen schwarzen Umhang, welcher nicht die d¨¹rren, grauen Beine verborgen hatte. Im zweiten Raum konnte sie dunklen Dunst unter seinem Umhang hervorkriechen sehen. Die d¨¹rren Beine sprinteten los und kurz bevor er vor ihr auftauchte, wechselte er den Raum und schwang die Klinge. Etienne folgte seinem Wechsel, wich aus, ging auf Abstand. Das musste ein W?chter sein. Ein kurzer Blick zu den anderen Dreien und die M?glichkeit, dass sie Monster waren, musste nun endg¨¹ltig begaben werden. Auch sie hatten gerade eine schwere Zeit mit einem von diesen Wesen. Eine Kreatur, welche einem humanoiden Bullen ?hnelte. Er schien nicht den Raum zu wechseln. Und wo war der Dritte? Etienne blickte vom Instinkt geleitet hinauf und sah eine sch?ne, geisterhafte Gestalt auf die Lage hinunterschauen. Sie war durchsichtig, ihr K?rper war schwer zu erahnen. Immer wieder verschwand ein Teil, nur um kurz darauf wieder aufzutauchen. Manchmal intensiver auszumachen, manchmal kaum zu erblicken. Wie schillerndes Organza, welches vom Wind sanft hin und her geweht wurde. Etienne hob die H?nde, ?Ich komme in Frieden.¡° Der W?chter lachte und schwang elegant den Finger. Dann verschwand sie und Etienne konnte sie selbst im zweiten Raum nicht ausmachen. Das Wesen mit der Maske bewegte sich langsam auf sie zu. Sein Mantel war befleckt und dreckig und Etienne versp¨¹rte keine Lust genauer herauszufinden, womit. Er ging auf sie los und aufgrund der Anwesenheit der anderen Menschen, blieb Etienne nichts ¨¹brig, als zur¨¹ckzuweichen. Sie brachten alles durcheinander und Etienne war noch unentschlossen, wie sie damit umgehen sollte. Sie bemerkte, wie etwas gegen die andere Seite des Raumes krachte. M?bel, welche vorher schon nicht so gut aussahen, brachen nun vollkommen in sich zusammen. Schwarze Haare tauchten aus dem Schutt auf und die Person richtete sich schnell wieder auf. Dann wurde ihr Blick auf ihn blockiert und Etienne schlug die Arme sch¨¹tzend vor sich, als ein gezielter Schlag sie erwischte. Ihre Arme schmerzten, doch ihre geliebte Jacke sch¨¹tzte sie. Der Schlag nahm ihr das Gleichgewicht und Etienne stolperte gegen die Wand, von welcher sie sich anschlie?end wieder abstie?, bevor der n?chste Schlag sie erwischen konnte. Sie landete auf dem Boden und sp¨¹rte den Putz der Wand auf sie fallen. Wenn nur die anderen Menschen nicht hier w?ren, dachte sie sich. Wenn nur das der Fall w?re, dann w¨¹rde sie jetzt nicht so eine schwere Zeit haben. Etwas angeborene Magie, wenn auch mit schwerem Herzen, und sie w¨¹rde die Lage im Griff haben. Ihr Messer brauchte sie gar nicht erst zu ziehen, das w¨¹rde ihr gegen diesen nicht helfen. Sie kroch zur¨¹ck, als sich das Wesen langsam wieder aufrichtete und seine milchigen Augen zu ihr sahen. Dann griff sie in ihre Tasche. Gewollt oder nicht, ohne etwas Hilfe von ihren magischen F?higkeiten w¨¹rde sie nicht viel ausrichten k?nnen. Dies vor Fremden zu tun st?rt sie ungemein. Das Wesen trat n?her zu ihr und stolperte dann zur¨¹ck, als ein Schuss es traf und Magie um ihn herum aufwirbelte. Der Zauber nahm seine Aufmerksamkeit in Anspruch, schwirrte um ihn herum, wie Fliegen um einen toten K?rper. Sie blickte zu dem Braunhaarigen, Raffael, welcher wachsam zu dem Wesen sah und dann zu seinen Freunden, welche gegen das andere Wesen k?mpften. An seiner Waffe musste handwerkliche Magie angebracht sein. Etienne musste die Muster sehen, um den Zauber einordnen zu k?nnen. Angeborene F?higkeiten waren dies sicherlich nicht. ?Hilf lieber ihnen, ich komme klar¡°, sagte sie und w¨¹nschte sich, er w¨¹rde sich mit anderen Sachen besch?ftigen. Er sah kurz mit gehobenen Brauen zu ihr und dann wieder zu dem Monster, ?Ich wage das aktuell zu bezweifeln. Aber gib dein Bestes.¡° Er drehte sich wieder halb zu seinen Freunden. Und Etienne merkte, wie er erneut einen Schuss abgab und das Monster dabei st?rte, einen erfolgreichen Angriff auf seine Begleiter auszu¨¹ben. Er besch¨¹tzte sie, ohne sich richtig einzumischen. Wenn sie nur dieselbe Hilfe von ihrem Djinn bekommen w¨¹rde. Etienne rappelte sich wieder auf und sah zu dem Wesen vor sich, welches wahrscheinlich langsam wieder zur Besinnung kam. Sie vermutete, sie wusste, um welchen Zauber es sich bei Raffaels Waffe handelte. Etwas, was den Magiefluss st?rte. Jeder Mensch besa? Magie, egal ob er sie nutzen konnte oder nicht. Diese Waffe wirkte wie eine Bet?ubung, brachte den Kreislauf durcheinander und lie? die Person verwirrt zur¨¹ck. Bei solch einem Gesch?pf, welches nahezu rein aus Magie bestand, musste es furchtbare Sch?den zur¨¹cklassen. Sie holte ihre kleine Tasche hervor und so lange keiner schaute, nahm sie schnell die vierte der zehn Ampullen und trank die wenigen Tropfen der roten Fl¨¹ssigkeit, die sich da drin befand. Magie durchstr?mte ihren K?rper, l?ste G?nsehaut an jeder Stelle ihrer Haut aus. Sie sp¨¹rte wie die Magie in ihr erwachte, sp¨¹rte sie bis in die Fingerspitzen durch ihre Adern flie?en. Auf eine andere Weise, als die letzte, die sie genutzt hatte. Sie f¨¹hlte sich leicht, als k?nnte sie selbst zu schweben anfangen. Die W?chter waren alt und f¨¹hlten sich an, wie zur Form materialisierter Staub im Wind. Ein Echo aus Gef¨¹hlen und alten Ideen, welche Substanz brauchten, um zu existieren. Sie waren etwas anders, als die zum Sein erwachten Wesen, welche hinter der T¨¹r ausgesperrt waren. Aber beide Gesch?pfe brauchten etwas aus dem ersten Raum, um in diesem existieren zu k?nnen. Ihrer Vermutung nach sollte Windmagie am ehesten helfen, um die wenige Substanz auseinander zu treiben. Die Geister selbst w¨¹rden eine Weile brauchen, um die Materie zur¨¹ck zu formen und zum Angriff zu nutzen. Als der W?chter auf sie zuging, hob Etienne die Hand und erinnerte sich an das, was ihr erz?hlt wurde. Sie sollte sich vorstellen, was sie erreichen wollte. Dann es in ihrer Hand sammeln und loslassen. Sie stellte sich Wind vor, so stark, dass es einen Baum entwurzeln k?nnte. Und dann lie? sie es auf den W?chter los. Er flog auf die andere Seite des Raumes und schlug gegen die Wand auf. Staub wirbelte auf und Wandst¨¹cke sprangen in alle Richtungen davon. Etienne stolperte zur¨¹ck und fiel wieder hin, ¨¹berrascht von dem R¨¹cksto?, von welchem ihr nun die Schulter wehtat. Doch dann wurde ihre ¨¹berraschung von Triumph abgel?st. Sie hatte diesen Zauber bisher noch nie genutzt. Er funktionierte besser, als sie gedacht hatte. ?Das war beeindruckend¡°, h?rte sie und blickte sich nach der Stimme um, welche zu Raffael geh?rte, ?Was hast du da getrunken?¡° Etienne verzog das Gesicht und entschloss sich, ihn zu ignorieren. Sie verstaute ihre kleine Tasche wieder sicher an ihrem G¨¹rtel. Sie war was Besonderes, darauf ausgelegt, den Inhalt zu sch¨¹tzen. Dieser war so wertvoll, dass Etienne sich wunderte, wie sie den Verlust einer Ampulle in den n?chsten Monaten ausgleichen sollte. Doch dieses Problem w¨¹rde sie auf einen sp?teren Zeitpunkt verschieben. Das Wesen w¨¹rde sich irgendwann im Laufe der Zeit wieder zusammensetzen. Etienne musste zusehen, dass sie bis dahin auf und davon war. Das Chateau de la Fortune: Das gr??ere 眉bel Die Sonnenstrahlen lie?en die aufgewirbelten Staubpartikel aufleuchten. Etienne sp¨¹rte sie unangenehm in ihrem Mund, als sie durchatmete. Ihr Blick fiel auf ihren Djinn, der sich auf die andere Seite gestohlen hatte. Er konnte durch seine einzigartige Magie unentdeckt durch die Reihen der Wesen laufen. Eine besondere Eigenschaft, welche den besonders jungen Djinns zukam, um sie vor Feinden zu sch¨¹tzen. Er suchte den Stein, wie sie erfreut feststellte. Wenn einer das Relikt der Austreibung finden w¨¹rde, dann war es er. Und sobald er es hatte, konnten sie verschwinden. Sie h?rte, wie erneut etwas an der Seite krachte, dann Sch¨¹sse, gefolgt von einem markanten Gef¨¹hl der Magie, welche sich so heftig im Raum ausbreitete, dass es ihr ¨¹belkeit verursachte. Und als sie sich umblickte, sah sie einen W?chter zu Staub zerfallen, wahrscheinlich f¨¹r immer. Die vermeintliche Menschenfrau stand ¨¹ber ihm und atmete schwer. Sie blutete aus ihrem rechten Arm. Der vermeintliche Menschenmann mit dunklen Haaren sah nun deutlich mitgenommener aus. Er eilte zu ihr, mit seiner Waffe in der Hand. Er war derjenige, der geschossen hatte. ?Gut gemacht¡°, sagte der Braunhaarige, der besorgt zu ihnen her¨¹berblickte. Er h?tte auch geschossen haben k?nnen. Etienne war sich nicht so ganz sicher. ¨¹ber seine Rolle in dieser Gruppe war sie sich auch nicht sicher. Er schien sich passiv zu halten, mischte sich dennoch in den Kampf ein. Etienne stellte fest, dass er sich so im Raum positioniert hatte, dass er alles im Blick hatte. Das gefiel ihr nicht. ?Raffael, ich bin der Meinung, wir sollten langsam nach Hause gehen¡°, meinte derjenige, welcher ohne sich um seine Wunden zu scheren all seine Aufmerksamkeit der Menschenfrau schenkte. ?Das ist eine fantastische Idee¡°, meinte Etienne strahlend. Desto schneller sie weg waren, desto eher k?nnte sie ihren Job ohne Publikum und Probleme erledigen. ?Du scheinst uns wirklich loswerden zu wollen¡°, meinte einer von ihnen l?chelnd, ?Sollte man sich nicht ¨¹ber die Menschen freuen, welche einem Beistand entgegen solch schreckliche Kreaturen bieten?¡° ?Ich bin sehr sch¨¹chtern¡°, erwiderte sie nach einem Moment trocken und er lachte. Sie beobachtete aus dem Augenwinkel, wie er fragend zu seinen Kameraden schaute und der junge Mann bei der Frau ihm ermunternd zunickte. Etienne kannte sie nicht gut genug, um diese Interaktion interpretieren zu k?nnen. Ihre Augen suchten nach Catjill und sie sah ihn weiterhin durch die Sch?tze der Menschen laufen, welche vor Ewigkeiten diese hier versteckt hatten, gesch¨¹tzt von den Wesen, die sie wahrscheinlich selbst gerufen haben. Oder vielleicht wurden sie selbst zu den W?chtern, deren Seelen getrieben waren von dem Bed¨¹rfnis, auf dieser Welt zu verweilen und den Besitz zu sch¨¹tzen, der ihnen in ihren Lebenszeiten zu eigen war. Es gab noch einen weiteren W?chter, welcher sich bisher verborgen gehalten hatte, und die geisterhafte Gestalt ¨¹ber ihr. Sie schwebte ¨¹ber ihren K?pfen, wachsam und wissend, wie ein Raubtier auf Lauer. Sie verursachte Etienne G?nsehaut, denn obwohl sie sich sicher war, sich gegen sie bew?hren zu k?nnen, war sie sich genauso sicher, dass dieses Wesen sie in einem unachtsamen Moment zerrei?en w¨¹rde. Sie sah zu ihr hinauf, ?Mein Kater und ich wollen wirklich nichts B?ses.¡° ?Kater!¡°, h?rte sie Catjill beleidigt fluchen. Er h?rte mit seiner Suche jedoch nicht auf. Das Wesen betrachtete ihn nicht, genauso wenig, wie die Menschen. Etienne w¨¹nschte sich dennoch, er w¨¹rde trotz seines Zaubers nicht so leichtsinnig die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das Wesen sah zu Etienne, verschwand kurz und tauchte etwas n?her bei ihr auf. ?Das behaupten Menschen immer¡°, sagte sie l?chelnd, mit einer verzerrten, aber wundersch?nen Stimme, ?Und nun schau dir an, was mit meinem Geliebten passiert ist.¡° Diese Verzerrung passierte manchmal, wenn ein Wesen aus dem anderen Raum sprach. Etienne war sich sicher, dass vor allem dieses hier haupts?chlich im zweiten Raum residierte. Sie w?re dieser Kreatur ungern dort begegnet. Dieses Wesen anzuschauen f¨¹hlte sich an, als w¨¹rde man auf die ruhige Oberfl?che von einem See blicken, von dem man wusste, dass er sehr, sehr tief und dunkel war. ?Ich wars nicht¡°, sagte Etienne und zeigte mit dem Finger auf die Menschen, ?Und mit denen da habe ich nichts zu tun.¡° Sie sp¨¹rte Blicke auf sich, aber sie ignorierte diese und sprach weiter, ?Ich bin nur hier wegen dem Stein. Ich werde ihn auch zur¨¹ckbringen, wenn ich mit ihm fertig bin.¡° ?Das ist eine L¨¹ge¡°, erwiderte das Wesen ohne jeglichen Vorwurf in ihrer Stimme. Etienne z?gerte l?chelnd. Vielleicht w¨¹rde sie anders mit dem Wesen sprechen, ihr die Situation erkl?ren, wenn nicht die anderen Menschen dort w?ren. Ihr Misstrauen war ihnen gegen¨¹ber gr??er, als den Monstern. Die Monster k?nnten diesen Ort nicht verlassen. Die Menschen hingegen schon. Und sie k?nnten anderen Menschen von ihrer Konfrontation erz?hlen. Dieses Wesen hingegen w¨¹rde sie wahrscheinlich schon bald wieder vergessen haben. Etienne verwarf ihre Pl?ne. Urspr¨¹nglich war sie bereit, sich gegen die Wesen zu bew?hren und sich auf einen Kampf einzulassen. Sie wollte sie nicht ausl?schen, ihr Bruder hatte sie gebeten, dies nicht zu tun. Doch nun hatte sie beschlossen, die Flucht zu ergreifen, sobald sie den Stein hatte. Alternativ k?nnte sie auch jetzt die Flucht ergreifen und sp?ter wiederkommen, wenn sie alleine w?re, aber diese Idee verwarf sie wieder. Wenn die W?chter sie erwarten w¨¹rden, w¨¹rde sie es schwerer haben. Sie blickte einsch?tzend zu Catjill und sah, wie er sein Ziel erreicht hatte. Er w¨¹hlte kurz unter den alten M¨¹nzen und zog dann eine kleine Schatulle hervor. Er blickte zu ihr und nickte ihr zu. Etienne sah wieder zu dem Wesen ¨¹ber ihr, ?Du hast mich ¨¹berzeugt, ich werde gehen.¡° Sie h?rte einen von den Menschen schnauben, ?Alles, was es dazu brauchte, war es, einer L¨¹ge bezichtigt zu werden.¡° Etienne verspannte sich und blickte genervt zum Sprecher, wusste aber nicht, wer es war. ?Halt dich raus.¡° Er hatte ihren Djinn wahrscheinlich nicht gesehen. Das konnte sie ihm nicht ver¨¹beln. Der Djinn war so geschaffen. Das Wesen schwebte wieder etwas weiter nach oben, l?chelte sie weiterhin wachsam an. Etienne verstand nicht, wieso sie nichts tat. Sie schien zu warten und Etienne wollte nicht herausfinden, worauf. Sie trat langsam einige Schritte zur¨¹ck und beobachtete, ohne allzu offensichtlich hinzuschauen, wie ihr Djinn sich zu einem Fenster auf der anderen Seite schlich. Sie w¨¹rden sich wieder unten treffen. ?Wohin genau willst du gehen? Durch die T¨¹r?¡°, fragte die geisterhafte Frau, ?Was wirst du mit den Wesen auf der anderen Seite tun?¡° Etienne blieb wieder stehen. Sie hatte diese ausgeblendet gehabt. Im Gegensatz zu den Menschen und den W?chtern waren diese nicht so gef?hrlich. Dennoch wollte sie nicht durch die Menge durchrennen m¨¹ssen.Unauthorized usage: this narrative is on Amazon without the author''s consent. Report any sightings. ?Ich denke, ich nehme das Fenster¡°, sagte sie dann. ?Was sollen wir machen?¡°, fragte der eine Mann den anderen. Etienne sah schnell zu ihnen und bemerkte einen abwartenden Ausdruck im Gesicht der Menschenfrau, w?hrend einer der M?nner ein Signal zum Abwarten gab. Nicht zu wissen, was sie vorhatten, machte Etienne noch nerv?ser. Schnell sah sie wieder zu dem Wesen ¨¹ber ihnen und sagte, ?Ihr k?nnt auch das Fenster nehmen. Oder ihr k¨¹mmert euch um das, weswegen ihr hier seid. Ich bin auf alle F?lle raus.¡° Der Braunhaarige l?chelte sie an, ?Das, weswegen wir hier sind, plant zum Fenster rauszugehen.¡° Etienne runzelte die Stirn und blickte zu ihm, ?Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Aussage mag.¡° Das war gelogen. Sie war sich sehr sicher, dass sie diese furchtbar fand. Entweder wollten sie was von ihr oder von ihrem Djinn. Nichts davon war eine gute Option. Sie hatte keine Zeit sich mit anderen Menschen abzugeben. Catjill war bei einem Fenster angekommen. Er sah sie erwartungsvoll an. Etienne lief langsam, mit erhobenen H?nden zu einem Fenster in ihrer N?he, ?Wie auch immer ich aber dazu stehe. Ich will mit niemandem hier noch was zu tun haben.¡° Sie sah, wie der Sprecher misstrauisch zwischen dem W?chter und ihr blickte. Sie verstand sein Misstrauen, denn ihr ging es genauso. Die Anspannung tat ihr in den Muskeln weh und sie wusste, dass das Wesen etwas plante. Umso besser, schnell hier raus zu sein. ?Bist du sicher, dass es eine gute Idee ist, den Fluchtweg zu nehmen, von welchem dieses Wesen dich nicht abh?lt?¡°, fragte er sie. Der W?chter lachte und Etienne schauderte es. Der Gedanke war ihr auch gekommen, aber sie musste es nur zu ihrem Djinn schaffen. Was auch immer da auf sie zukommen sollte, sie w¨¹rde die kurze Zeit, in der es sie brauchte zu ihm zu kommen, aushalten. ?So wie ich das sehe, habe ich die Wahl zwischen dem Fenster, von dem ich nicht wei?, was mich dort erwartet", meinte zu ihm, ?und euch, von denen ich nicht wei?, was sie von mir wollen. Ich nehme das Fenster.¡° ?Ich kann dir versichern, dass wir nicht vorhaben, dich zu verletzen¡°, sagte er weiter, sein Blick noch immer auf den W?chter gerichtet. Sie trat an die Wand neben dem Fenster und blickte kurz hinaus, eher sie ihren Blick wieder in den Raum zu dem W?chter und Menschen wand. Nur der gro?e Turm, der letzte dieses kleinen Schlosses, ragte dort empor. Sie hatte noch ihre Windmagie in sich. Diese w¨¹rde ihr bei einem Fall behilflich sein. Vielleicht k?nnte sie diese auch nutzen, um zum Djinn zu kommen. Das Wesen kicherte und Etienne verharrte kurz, diesmal wirklich unsicher, ob das der richtige Weg w?re. Weiterhin mit dem R¨¹cken zur Wand ?ffnete sie vorsichtig das Fenster mit ihrer Hand, ohne den Blick von den weiteren Anwesenden im Raum zu wenden. Sie achtete darauf, noch nicht vor das Fenster zu treten, als sie es mit der Hand aufstie?. Es passierte nichts. Sie sah kurz wieder besorgt zum W?chter, welcher sie anl?chelte. ?Ich glaube wirklich nicht, dass das eine gute Idee ist¡°, sprach er noch einmal. Etienne stimmte ihm zu. Dann blickte sie zum Fenster auf der anderen Seite des Raumes. Im Gegensatz zu diesem hier, sah sie drau?en nur den weiten Wald. ?Ich k?nnte auch dort raus.¡° Sie sah wieder zu dem Wesen, welches langsam zu l?cheln aufh?rte. Sie schnippte mit den Fingern und verschwand. Dann h?rte Etienne ihren Djinn schreien, ?Etienne, runter!¡° Sie warf sich auf den Boden und die Wand ¨¹ber ihr sprang auf, als etwas Schnelles hindurchschoss. Ein Schrei erklang von der anderen Seite des Raumes, als etwas M?chtiges auf dem Boden aufschlug und Staub aufgewirbelt wurde und die Ersch¨¹tterung lie? sie stolpern. Keine Zeit, sich um die Menschen zu k¨¹mmern, sprang Etienne zur Seite und betrachtete das Loch in der Wand, versuchte sich dabei auf den Beinen zu halten. Sie sah durch diesen den vierten Turm emporragen und dort, an der Spitze, sah sie ein offenes Fenster, von welchem ein weiterer W?chter auf sie schoss. Wenn sie da rausgegangen w?re, h?tte er freies Sichtfeld auf sie gehabt. ?Catjill, komm zu mir!¡°, rief sie ihm zu und hoffte, dass er ihren Befehl durch den Krach h?ren konnte. Die W?chter w¨¹rden sie nicht gehen lassen. Es k?nnte Rache sein, f¨¹r die anderen zwei oder einfach nur der Zwang, ihre Aufgabe zu erf¨¹llen. Einer von diesen war aber an den anderen Turm gebunden. Der andere war hier mit ihnen und griff sie an, ohne dass sie es kommen sahen. Normalerweise k?nnten dies gute Aussichten f¨¹r sie sein, wenn nicht eine dritte, f¨¹r sie kaum m?glich einzusch?tzende Gruppe, gegenw?rtig w?re. Etwas Unsichtbares schlug gegen ihre F¨¹?e und sie fiel auf den Boden. Sie h?rte einen Schuss und anschlie?end ein Br¨¹llen, welches nicht zu h?ren war, aber zu f¨¹hlen, tief in ihrer Brust, in ihren Knochen. Aber es war nicht ihre Empfindung. Bevor sie sich aufrappeln konnte, sp¨¹rte sie, wie ihr Fu? gepackt und sie weggeschleudert wurde. Sie prallte an einem der Menschen und gemeinsam flogen sie gegen eine weitere Wand. Zu ihrer ¨¹berraschung war der Aufprall aber nicht so stark wie die Wucht, mit der sie gegen einen von ihnen geschmettert wurde. Als Wandbrocken auf sie fielen, zersprangen sie, bevor sie sie erreichten. ?Alles gut?¡°, vernahm sie eine hustende Stimme und sie blickte zu dem braunhaarigen Sprecher. Er hatte seine Hand gehoben, die Pistole weg von ihr gerichtet. Die Waffe machte sie auf die Entfernung dennoch nerv?s, vor allem wenn sie den Zauber bedachte, mit welchem sie wahrscheinlich versehen war. Sie lag auf seinem Bauch und als sie versuchte sich aufzurichten, w?hrend Schreck sie ¨¹berfiel, hielt er sie mit der anderen Hand zur¨¹ck, ?Tut mir leid, der Radius davon ist nicht so gro?.¡° Er zeigte ihr den Ring auf seinem Finger, mit einem kleinen blauen Stein, welcher auf die Innenseite seiner Hand gedreht war, und sie verstand, dass er einen Schutz aktiviert hatte. Dies erkl?rte ihre vergleichsweise weiche Landung und dem Abprallen der Gegenst?nde an einer unsichtbaren Barriere. Schutzreliquien waren viel wert und sehr selten. Handwerkszauber, welche nur mit M¨¹he geschmiedet werden konnten. ?Wo hast du das her?¡°, fragte sie ihn neugierig, verga? all die Sorgen, welche sie davor bewahrten, von Menschen reingelegt zu werden. ?So wird das nicht funktionieren. Antwort gegen Antwort¡°, verlangte er l?chelnd. Sie verzog das Gesicht. Nat¨¹rlich. ?Das ist ein furchtbarer Zeitpunkt f¨¹r Verhandlungen. Und ich passe.¡° Etienne weigerte sich, ihm auch nur eine Frage zu beantworten. Er lachte und half ihr vorsichtig in die Hocke, legte seine Hand auf ihren Kopf und hielt sie davon ab, gegen die Barriere zu sto?en, die sie nicht sehen konnte. ?Hier ist meine Idee¡°, sagte er, ?Ich kann die Reliquie so aktivieren, dass sie hier drin gefangen w?re. Schaffst du es, sie an einem Ort zu halten? Und danach k?nnten wir uns in Ruhe unterhalten.¡° ?Auf gar keinen Fall¡°, schoss es aus ihr hervor. Dann sch¨¹ttelte sie den Kopf und lenkte das Gespr?ch wieder auf das tobende Problem vor ihnen, ?Vergiss es. Was willst du gegen das Ding anstellen?¡° Erneut schlug etwas Starkes gegen die Barriere und sie beide zuckten ¨¹berrascht zusammen. Etienne hatte Sorge, in die andere Welt zu blicken. Die gewaltigen Wellen der Macht um sie herum machten jeden Atemzug zu einer Arbeit. Noch war sie nicht schwer, aber es war eindeutig an der Zeit, sich zur¨¹ckzuziehen. ?Antwort gegen Antwort¡°, wiederholte er nur, seine Stirn gerunzelt und ihr kam die Sorge, dass er selbst keine Ahnung hatte, was sie tun konnten. Doch diesmal akzeptierte Etienne dies nicht, ?Ich werde mich nicht auf einen Plan einlassen, von dem ich nicht wei?, wie der funktionieren soll.¡° ?Wenn du einen besseren hast, schie? los¡°, erwiderte er. Etienne hatte einen. Den w¨¹rde sie aber nicht vor Fremden durchf¨¹hren. Sie seufzte, ?Gut. Aber sobald es nicht so l?uft, wie du es vorgeschlagen hast, bin ich hier raus.¡° Er l?chelte breiter und meinte im Hinblick auf den Schutz, ?Soll ich es wieder aufheben.¡° Das Chateau de la Fortune: Der Anfang ?Gib mir einen Moment¡°, sagte sie. Etienne rief sich ins Ged?chtnis, wie die Anweisungen f¨¹r die Windmagie waren. Ihr Bruder hatte ihr immer gesagt, dass nichts die Macht der Vorstellungen ¨¹bersteigen w¨¹rde. Er hatte alles machen k?nnen, sei es ein Tornado beschw?ren oder sein Anwesen fliegen lassen. Er vermochte Dinge zu machen, die Etienne nie f¨¹r m?glich gehalten hatte. Ihr Bruder, wenn es ihm gut ging, war eine Naturgewalt. Und er hatte ihr erkl?rt, wie sie den Wind kontrollieren konnte. Er verga? jedoch, dass ihre Kreativit?t nicht so gro? war wie seine. Oh, sie w¨¹nschte sich so sehr, er w?re hier. Dann k?nnte er die nervigen Gespr?che f¨¹hren und sie k?nnte im Hintergrund verschwinden. Etienne nickte dem Braunhaarigen zu und beobachtete, wie er den Stein des Ringes mit seinem Daumen ber¨¹hrte und sogleich sp¨¹rte sie wieder Staub auf sie hinabrieseln. Sie sprang weg von ihm und blickte sich kurz nach Catjill um. Dieser versteckte sich unter einem eingest¨¹rzten Tisch. Sie hatte sein Alter nicht bedacht, als sie ihm die Anweisung gegeben hatte, zu ihr zu kommen. Wahrscheinlich hat er versucht, direkt durch den Raum zu ihr zu gelangen, in welchem das Wesen w¨¹tete. Dann atmete sie tief durch und hob beide H?nde. Sie hatte ihren Bruder das schon mal machen sehen. Sie wusste, was sie sich vorstellen sollte und es war den Versuch wert zu testen, ob sie diese fragile Gestalt von einem W?chter gefangen bekommen k?nnte. Die Luft im Raum fing an sich zu bewegen. Etienne fing ganz au?en an und lie? die Kugel aus sich bewegender Luft enger und enger werden. Schon bald erkannte sie die Gestalt des W?chters, welcher auszubrechen versuchte, aber immer wieder vom Luftstrom mitgerissen wurde. Etienne hatte Mitleid mit ihr, denn das hatte ihr Bruder mit ihr auch mal gemacht. Irgendwann hatte sich die einst riesige Kugel bewegender Luft auf eine Gr??e zusammengezogen, die kaum gr??er, als der gefangene W?chter war. Der Wind zerrte an kleinen Gegenst?nden, zog sie empor und tr¨¹bte die Kugel mit Staub, M¨¹nzen und Steinchen, welche wild im Kreis flogen. Dennoch konnte Etienne noch sehr gut erkennen, wie der W?chter sie w¨¹tend aus dieser heraus anfunkelte. Etienne hatte nicht das Bed¨¹rfnis, ihre Magie aufzuheben. Sie hatte das Gef¨¹hl, dass der W?chter sich insbesondere an ihr daf¨¹r r?chen w¨¹rde. Was Etienne ihr nicht ver¨¹beln konnte, denn sie hatte sich auch bei ihrem Bruder daf¨¹r ger?cht. ?Bitte sehr¡°, sagte sie unzufrieden zu dem Mann neben ihr und bedachte ihn misstrauisch aus dem Augenwinkel. Er zog seinen Ring aus und warf ihn zu der Gestalt rein. Der Ring wurde mitgerissen und rotierte mit der Luft um das Wesen herum, welches versuchte nicht vom Luftstrom mitgerissen zu werden. Sie wunderte sich, wie er vorhatte, ihn zu aktivieren. Die Idee schien wohl zu sein, die Schutzreliquie zu nutzen, um den W?chter an Ort und Stelle gefangen zu halten? Etienne schielte wieder zu ihm und sah, wie er eine Kette unter seinem Pullover hervorzog und den Stein ber¨¹hrte, welcher dieselbe Farbe hatte, wie der am Ring. Als er Etiennes Blick sah, blinzelte er ihr verspielt zu, w?hrend er mit seinen Daumen die Magie nutzte und Etienne blickte wieder zu der gefangenen Gestalt. Der Ring leuchtete im blauen Licht auf und kurze Zeit sp?ter erblickte Etienne ein Glitzern um ihre Luftkugel, welches auf die aktivierte Reliquie deutete. Sie lie? ihre Magie los und der Wind verschwand. Zur¨¹ck blieb der Geist, an Ort und Stelle. ?Raffael, bist du verr¨¹ckt?¡°, h?rte sie die Menschenfrau ausrufen. Seine Begleiter liefen zu ihm und Etienne bemerkte, wie sie einen Ring auszog und ihm zudr¨¹ckte. Crom hielt sie jedoch davon ab und gab ihm stattdessen seinen. Etienne lief zu ihrem Djinn, der mit seinen Pfoten unten den Brocken versuchte einen Weg hinaus und zu ihr zu finden. Es war Zeit, von hier zu verschwinden. ?Wo ist der Stein?¡°, fragte sie die Katergestalt, w?hrend sie einige umgest¨¹rzte Bruchst¨¹cke der M?bel zur Seite schob. Der kalte Stein war nass und sie sp¨¹rte Moos an ihren Fingern. ?Danke der Nachfrage. Mir geht''s gut. Wie nett, dass du dir Sorgen machst¡°, meinte er sarkastisch und hustete dann. Etienne bemerkte, wie er sanft zitterte. Das Abenteuer war vielleicht etwas zu viel f¨¹r ihn gewesen. ?Mach dir keine Sorgen, es wird schon wieder¡°, erwiderte Etienne zuversichtlich und streichelte beruhigend seinen R¨¹cken. Er streckte sich ihrer Ber¨¹hrung entgegen und lie? sich tr?sten. ?Meinst du das hier?¡°, h?rte sie den Menschen hinter sich pl?tzlich fragen. Sie blickte zu ihm und sah, wie sein verwunderter Begleiter ihm die Schatulle ¨¹bergab. Er ?ffnete diese und blickte hinein. ?Das solltest du nicht machen¡°, sagte Etienne warnend und vermerkte sich, dass diese Menschen scheinbar keine Ahnung von Reliquien aus der ersten Stunde der neuen Welt hatten. Dann versuchte sie ihr bestes L?cheln, ?Und ich w?re dir wirklich dankbar, wenn du mir das ¨¹bergeben w¨¹rdest.¡° ?Ah ja? Nun, wie sieht es denn mit einer Unterhaltung aus?¡°This story has been unlawfully obtained without the author''s consent. Report any appearances on Amazon. Sie sp¨¹rte, wie ihr L?cheln verrutschte. Es dauerte einige Momente, aber sie wusste nicht, was sie ihm antworten sollte. ?In¡­ ein paar Stunden?¡°, presste sie dann unzufrieden heraus und sah es ihm an, dass er ihr leeres Versprechen mit genau demselben Gef¨¹hl erwiderte, welches sie empfand. Unglaube. Er schnaubte und l?chelte dann wieder, ?Verstehe. Nun denn. Wie dankbar w?rst du denn?¡° Ein Schauder stieg ihr den Nacken hinauf, w?hrend sich in ihrem Hinterkopf eine unangenehme Ahnung regte. Deswegen mochte sie keine Menschen. Sie tauchten einfach auf und wollten etwas. Und wenn Etienne nicht nachgab, dann suchten sie nach einem Weg, sie zu zwingen. ?Was willst du haben?¡° Sie hatte genug K?mpfe f¨¹r einen Tag. Und da drau?en gab es immer noch einen W?chter, welcher nur darauf wartete, einen Blick auf sie zu erhaschen. Sie w¨¹rde ungern einen weiteren Kampf provozieren. Er sah nachdenklich zu ihr und dann wieder zu dem Stein. Er schloss die Schatulle und sagte, ?Nach K?mpfen liegt es mir gerade nicht. Aber ich werde das dennoch an mich nehmen.¡° Er ¨¹bergab die Schatulle an seinen Begleiter und nickte der Frau zu, die daraufhin die Augen schloss. ?Ich mache dir ein faires Angebot. Du kommst in meine Stadt und dann unterhalten wir uns unter zivilisierten Umst?nden ¨¹ber den Stein und dar¨¹ber, wie viel wir k¨¹nftig miteinander zu tun haben werden¡°, sagte er und f¨¹gte dann hinzu, ?Wenn du jedoch versuchst ihn zu stehlen, dann werde ich ihn vernichten lassen.¡° Er warf ein St¨¹ck Papier auf den Boden und sein Blick hatte etwas Triumphierendes. Etienne strahlte ihn an und ¨¹berlegte sich, ob sie nicht doch noch einen Kampf wagen sollte, nur um ihn schlagen zu d¨¹rfen, ?Da war kein Angebot f¨¹r den Stein in deiner Aussage drin.¡° Die Luft um sie herum fing zu flimmern an. Etienne wusste, worum es sich handelte. Sie hatte schon ?fters Menschen mit dieser F?higkeit gesehen und wenn die Wut ¨¹ber die Situation nicht von ihr Besitz ergriffen h?tte, dann w¨¹rde sie sich wundern, wieso sie diesen Springer nicht kannte. Und Etienne kannte viele von ihnen. Wie die meisten anderen Menschen auch, denn Personen mit diesen F?higkeiten waren selten und meistens unterstanden sie den M?chtigen. Er lachte, ?Das bekommst du, wenn du da bist.¡° Und dann verschwanden sie und es war still. Der Wind wehte durch die L¨¹cken im Dach, welche nach dem Kampf noch gr??er waren, als zuvor. Etienne h?rte die Monster auf der anderen Seite der T¨¹r wieder ganz deutlich gegen diese einschlagen. Sie hielt aber, best?rkt durch die uralte Magie, welche hier irgendwann, lange vor ihrer Zeit gewirkt wurde. Etienne starrte vor sich hin. Ihr Kopf war leer. ?Soll ich ihn einfach umbringen?¡°, fragte sie dann Catjill. Der Kater richtete sich auf und nach einem Strecken fing er an seine Pfote zu lecken, ?¨¹bertreibe nicht. Das sind die ersten Menschen, denen wir seit Monaten begegnen. Aber f¨¹r einen guten Preis, kann ich das sicherlich f¨¹r dich einrichten.¡° ?Das ist furchtbar!¡°, rief sie dann aus und zwang sich kurz darauf, wieder ruhig zu werden. Nach so vielen Strapatzen war sie zum ersten Mal kurz davor gewesen, den ersten Stein zu erlangen. Sie hatte sogar eine wertvolle Ampulle daf¨¹r hergegeben. Der Verlust dieser wog besonders schwer daf¨¹r, dass sie ihr Ziel nicht erreicht hatte. Der Kater seufzte nur und fing an sich mit der Pfote ¨¹ber den Kopf zu wischen. Etienne warf die H?nde in die Luft, ?Verdammt seist du, wer auch immer da oben in den Wolken sitzt!¡° Sie trat zu der am Boden liegenden Karte und hob sie hoch. ?Aufschlussreich. Wie soll ich den finden? Ein Frauensalon? Oh, das ist ja in Calisteo!¡° Catjill sprang auf ihre Schulter und be?ugte die Karte neugierig, ?Diese kleine, neutrale Stadt?¡° Etienne nickte und l?chelte dann strahlend, ?Was f¨¹r eine wundervolle Gelegenheit meiner Tante einen Besuch abzustatten. Sie wird sich bestimmt freuen.¡° Der Kater sah sie verwirrt an, ?Du hast eine Tante?¡° Etienne nickte. Dann steckte sie die Karte ein. Sie blickte zu dem W?chter, welcher noch immer in der Schutzbarriere gefangen war. Etienne wusste einiges ¨¹ber diese, w?re selbst aber nie auf die Idee gekommen, sie so zu verwenden. Der W?chter funkelte sie w¨¹tend an. Etienne l?chelte zu ihr, ?Ich mache dir ein Angebot.¡° Der erste Tag in Calisteo: Die Sonnenvilla der zweiten Provinz Es war ein sonniger Tag, als Raffael sich aus seinem Bett w?lzte und die Kopfschmerzen zu ignorieren versuchte. Er hat zu wenig geschlafen, mal wieder. Und Eldan, sein engster Berater und Mentor, war am Abend zuvor so unzufrieden mit Raffaels unangek¨¹ndigtem Ausflug, dass er ihn zus?tzliche Arbeit hat machen lassen. Er hatte es sich sp?ter dennoch nicht nehmen lassen, mit seinen Freunden etwas zu feiern. Sie waren selten au?erhalb der Stadt gewesen. M¨¹de und seltsamerweise gut gelaunt stand er auf und ging unter die Dusche. Er verbrachte zehn Minuten nur mit Stehen und sp¨¹rte, wie die Kopfschmerzen verflogen. Dann wusch er sich und stieg nach weiteren f¨¹nfzehn Minuten wieder raus. Raffael liebte es, morgens zu duschen. Als er zur¨¹ck in sein Zimmer trat, stellte er fest, dass Scarlett und Crom es sich bei ihm auf dem Bett gem¨¹tlich gemacht hatten. Raffael l?chelte, als er sah, wie die beiden sich im Schlaf bewegten und sich n?her aneinander kuschelten. Er wusste schon seit ¨¹ber einem halben Jahr, dass sein Freund und seine Cousine Gef¨¹hle f¨¹reinander hatten. Er unterdr¨¹ckte ein Lachen ¨¹ber die damit verbundene Sturheit der beiden. Zeitgleich unterdr¨¹ckte er Neid. An einem bestimmten Tag, weit in der Zukunft, w¨¹rde auch er eine Frau finden, mit der er den Rest seines Lebens verbringen w¨¹rde. Es nervte ihn nur, dass Scarlett ihm scheinbar zuvorgekommen ist. Er trat an seinen Kleiderschrank und zog sich an. Scarletts Sweatshirt, dass sie ihm irgendwann mal geschenkt hatte, grinste ihm unangenehm entgegen und seufzend entschloss er sich, dieses anzuziehen. Es war nicht sein Stil, aber ihr zuliebe zog er es immer wieder mal an und das letzte Mal war schon eine Weile her. Er trat hinaus aus dem Zimmer und ging den sch?nen Gang entlang in das Esszimmer. Als Herrscher der zweiten Provinz lebte Raffael reich. Er hatte ein sch?nes gro?es Haus, welches der Stolz der zweiten Provinz war: Die Sonnenvilla. Hier bekam er alles von seinen Bediensteten erledigt. Es war jedoch nicht seins und er hasste es. Die Obermagd gr¨¹?te ihn mit einem Kuss auf die Wange. Sie war alt, arbeitete aber schon ihr Leben lang f¨¹r die Herrscher der zweiten Provinz. Nexim war ein grausamer Mann gewesen. Deswegen liebten all seine Bediensteten Raffael. Und sie waren ihm dankbar, dass sie weiterhin im selben Haus arbeiten durften. Raffael hatte nach seiner Macht¨¹bernahme vorgehabt, es demolieren und umbauen zu lassen, doch sie hatten ihn angebettelt, es nicht zu tun und er hat es nicht ¨¹bers Herz gebracht, als all diese Menschen vor ihm gestanden hatten. Nun setzten sie ihre Hoffnung in ihn, dass er irgendwann, wenn er alles Notwendige zum Herrschen gemeistert hatte, ihnen eine sichere Zukunft geben w¨¹rde. Und das hatte er vorgehabt, bis Tatinne mit ihrer Vorhersehung ankam.The story has been illicitly taken; should you find it on Amazon, report the infringement. Er a? schnell sein Fr¨¹hst¨¹ck und las die Zeitung durch. Nichts Spannendes. Und das machte ihm Sorgen. Immer wieder f¨¹hlte sich die Ruhe an, als w¨¹rde sie einem Sturm vorausgehen. Die Frau von gestern kam ihm wieder in den Sinn. Raffael konnte sich nicht vorstellen, dass sie diejenige sein sollte, die ¨¹ber alle Provinzen herrschen sollte. Aber wenigstens war schon mal das R?tsel mit dem Geschlecht gel?st. Das verstorbene Orakel vor der Spinne Tatinne hatte von einem ''Ihm'' gesprochen, der die Provinzen unter sich vereinen w¨¹rde, so wurde es ihm zumindest erz?hlt. Diese Frau hatte einen m?nnlichen Vornamen. Vielleicht war es ja das? Aber er w¨¹rde Tatinne heute noch einmal genauer danach ausfragen. Nicht nur nach den Fragen ¨¹ber den weiteren Verlauf dieser Geschichte, sondern auch ganz konkret ¨¹ber diese Frau. Raffael war sich ganz sicher, dass er sie schon einmal irgendwo gesehen hatte. Wahrscheinlich ganz fl¨¹chtig, denn es war nicht m?glich, dass sie in n?heren Kontakt zueinander getreten waren. Nein, das konnte es nicht sein, denn er h?tte sich erinnert. Er muss sie von Weitem gesehen haben und nur ganz kurz, denn ansonsten h?tte er sie angesprochen. Sie war eine h¨¹bsche junge Frau mit sonderbaren F?higkeiten. Sehr misstrauisch, aber das machte nichts. Er war gut darin, sich mit Menschen anzufreunden. Dann stockte er, als er feststellte, dass er Schwierigkeiten hatte, sich konkret an ihr Gesicht zu erinnern. Das war sonderbar f¨¹r ihn, denn er konnte sich an nahezu alle Gesichter erinnern, die er je gesehen hatte. Und dieses hier hatte er erst gestern kennengelernt. Desto mehr er nachdachte, desto mehr schien es zur¨¹ckzukommen. Dennoch war er verwirrt davon, dass er nicht benennen konnte, ob ihre Augen blau oder gr¨¹n waren. Frustriert belie? er es zun?chst dabei. Er w¨¹rde wahrscheinlich sowieso bald auf sie treffen. Raffael betrachtete die Berichte, welche seine Untergebenen ihm jeden Tag bereitstellten. Sobald er an die Macht gekommen war, hatte er sich darum gek¨¹mmert, eine vern¨¹nftige Verwaltung in die zweite Provinz zu bringen. Nexim hat sich nur von Kriminellen umgeben lassen. Raffael hatte als Erstes daf¨¹r gesorgt, dass diese Menschen niemanden mehr terrorisieren konnten. Keine hohen Steuerabgaben mehr, keine Schutzgelder, keine Ausbeutung, keine Drohungen und Schikanen oder das Vorenthalten von Essen und Wasser. Raffael war die meisten von ihnen losgeworden, wenn auch noch nicht alle. Und Eldan war derjenige, der ihm dabei half, sich zu einem guten Herrscher zu entwickeln. Raffael hatte ihm aber noch nicht erz?hlt, dass sich das wahrscheinlich bald ?ndern w¨¹rde. Er wollte ihn nicht entt?uschen. Dann stand Raffael auf und schnappte sich seine warme, braune Jacke. Dazu versteckte er schnell eine Browning mm 9 Halbautomatik in der Innentasche und dazu Munition zum Nachladen, welche er mit einem Zauber versehen speziell hat anfertigen lassen. Er packte noch ein Taschenmesser ein und ging dann hinaus. Der erste Tag in Calisteo: Das Herz des neutralen Stadtteils Raffael nahm einen Ring hervor und drehte ihn. Als der Stein kurz aufleuchtete, ging er los. Die Luft war frisch und kalt. Der sp?te Herbst setzte ein. Ein sonderbares Empfinden entfaltete sich in ihm, denn er war erst gestern in einem Gebiet, welches sich so unertr?glich warm und nass angef¨¹hlt hatte, dass er das Gef¨¹hl hatte, es w?re Sommer gewesen. Es herrschte relativer Waffenstillstand zwischen den Provinzen, aber das bedeutete nicht, dass er nicht bei Gelegenheit doch angegriffen werden k?nnte. Vor allem, wenn er allein unterwegs war. Innerhalb der Provinzen gab es vereinzelnde Banden, welche sich nicht an die neuen Regeln halten wollten. Teilweise waren es noch Anh?nger der alten Herrscher, welche sich als rechtm??ige Erben der Macht sahen. Es gab immer wieder Situationen, welche am schwachen Waffenstillstand zerrten. Bisher haben Raffael und Gilgian es jedoch geschafft, nicht in einen offenen Kampf zu schlittern. Das war teilweise Tatinne und ihrer Macht zu verdanken. Und den ganzen Menschen, die sich so sehr darum bem¨¹hten, die Ordnung und die Sicherheit wiederherzustellen. Er schlug den alten, verhassten Weg zum neutralen Stadtteil ein. Er ging ihn beinahe jeden Morgen, wenn er seine Schule aufsuchte oder wenn Tatinne meinte, sie mal wieder einbestellen zu m¨¹ssen. Als w?ren die Provinzherrscher ihre Untergebenen und nicht gleichberechtigte Parteien auf Augenh?he. Raffael hatte schon immer unterschwellig das Gef¨¹hl gehabt, dass sie auf eine subtile und vorsichtige Art und Weise ihnen zu verstehen gab, dass sie weit ¨¹ber ihnen stand. Sie hat aber nie etwas verlauten lassen, um sie darauf festnageln zu k?nnen. Nachdem er vor einem Jahr die Macht ¨¹bernommen hatte, hatte er diesen protzigen Weg gehasst. Zun?chst, weil es sich immer noch anf¨¹hlte, wie Nexims Stra?e, die er vor der Macht¨¹bernahme immer leidig eingeschlagen hatte. Jede Kurve und jeder Stein des Pflasterweges erinnerte ihn nur zu gut an das Gef¨¹hl der Machtlosigkeit. Er hasste es auch, dass Scarlett jeden Tag diesen Weg gehen musste. F¨¹r sie m¨¹sste es noch schlimmer sein, als f¨¹r ihn. Zum anderen, weil er es hasste, dass Eldan ihn dazu gedr?ngt hatte, die letzten Schuljahre fertig zu machen. Lieber h?tte Raffael die Zeit damit verbracht, sich von Eldan das Notwendige beibringen zu lassen, um schnell die Rolle ausf¨¹llen zu k?nnen, in die er sich ungewollt eingekleidet hatte. Doch dieser alte Mann hat einfach darauf beharrt. Und weil Raffael seine Meinung sch?tzte, hat er sich dem gef¨¹gt. Und obwohl er es noch immer als nicht notwendig ansah, freute er sich dennoch ¨¹ber die kleinen Momente seiner alten Realit?t. Es war eine gro?e, sch?ne, wohlhabende und anspruchsvolle Schule. Sie war der Stolz Calisteos. Er war in diese eingetreten, bevor er zum Herrscher wurde und genauso war es bei Elias und Gilgian gewesen. Und noch immer suchten sie alle diesen Ort auf, wenn auch jeder mit einem anderen Ziel. Auf seinem Weg zum neutralem Gebiet gr¨¹?te er einige Menschen und erkundigte sich nach deren Wohlbefinden. Dank des Ringes merkten sie ihn erst, wenn er das Wort erhob und freuten sich immer, ihn zu sehen. Teilweise waren dies Menschen, die er seit seiner Kindheit kannte. Ein Mann, der ihm immer auf die Schulter schlug und jedes Mal erstaunt von sich gab, wie gro? er geworden war. Weiter vorne gab es eine ?ltere Dame, die ihm und Scarlett fr¨¹her immer S¨¹?igkeiten gegeben hat und ihm nun immer m¨¹tterlich die Wange t?tschelte. Ihre Kinder waren inzwischen gr??er geworden, aber fr¨¹her hatte Raffael auf sie aufgepasst und war mit ihnen auf seinen Schultern durch die Stadt gelaufen. If you spot this tale on Amazon, know that it has been stolen. Report the violation. Im neutralen Stadtteil dauerte es kaum eine halbe Stunde, bis er bei Tatinnes kleinem, aber beeindruckendem Haus ankam. Diese kleine, viktorianische Villa in Wei?, umgeben von dem wenigen Gr¨¹n in der dicht besiedelten Stadt, wurde das Herz Calisteos genannt. Raffael lie? sich von dem m?chtigen Aussehen nicht beeindrucken. Trotz der Tatsache, dass sie klein war, war sie unglaublich sch?n. Die Farben zogen sich durch alle Stockwerke und bildeten eine ungew?hnliche Symmetrie aus Braun, Wei? und Schwarz. Insgesamt gab es drei Stockwerke, mit wenigen Zimmern. Rund um das Erdgeschoss ragten mehrere S?ulen empor und zeichneten somit die Veranda. Sie waren mit verschiedenen Wesen verziert, die Raffael nicht alle kannte. Es hatte Jahre gedauert, diese zu mei?eln. Es nervte ihn, denn das Geld, dass damals dort eingeflossen ist, w¨¹rden sie heute gebrauchen k?nnen. Aber das war noch vor Tatinnes Zeit. Und lange vor seiner. Calisteos j?hrlichen St¨¹rme hatten dem Haus nichts anhaben k?nnen. Es sah aus, als w?re es gerade erst gefertigt worden und nicht schon vor fast siebzig Jahren, als Tribut an die Stadtgr¨¹nder. Jedes Bisschen alter Kunst diente dazu, sie zu w¨¹rdigen. Sicherlich hatten sich diese nicht vorgestellt, dass Calisteo nun aus drei zerstrittenen Provinzen bestehen w¨¹rde. Raffael betrat die Veranda und ging sogleich durch die T¨¹r. Die Decke war nicht sonderlich hoch. Wenn er mit ausgestreckter Hand springen w¨¹rde, k?nnte er sie ber¨¹hren. Dieses einzelne Zimmer war das gr??te im ganzen Haus. Es war das Empfangszimmer f¨¹r alle G?ste. Es gab zwei T¨¹ren. Die eine f¨¹hrte in einen weiteren Raum, der wesentlich kleiner war und die andere T¨¹r zu einer Marmortreppe, die in die privaten Gem?cher von Tatinne f¨¹hrte. Was im dritten Stockwerk war, konnte Raffael nicht sagen, denn er ist leider noch nie so weit gekommen. Tatinne hatte ihn immer herausgeworfen, als er es versucht hatte. Und als Raffael das erste Mal diesen Ort betreten hatte, war er stark beeindruckt gewesen. Heute ist er es noch immer, nur hatte er nicht das starke Bed¨¹rfnis wie ein Vollidiot stehenzubleiben und alles zu begaffen. Er musste l?cheln, als er sich daran erinnerte, wie eingesch¨¹chtert er damals von Tatinne und ihrem Schauspiel war. Er steuerte die T¨¹r zu der Treppe an und folgte dieser hinauf. Oben kam er in der K¨¹che heraus. Eine hochmoderne K¨¹che, mit allen ben?tigten Elektroger?ten, ein Luxus, den sich bei weitem nicht jeder leisten konnte. Das Wei? der Schr?nke harmonierte mit einem Holzstreifen, der sich durch H?nge- und Unterschr?nke zog. Ein schwarzer, langer Tisch stand in der Mitte des Raumes. Alles war sauber, wie von Tatinne erwartet. Und diesmal gab es keine im Raum verteilten Bilder, die er sich anschauen konnte. Raffael legte den Kopf schief. Eigentlich h?tte sie ihn erwarten m¨¹ssen, schlie?lich hatte sie die Gabe der Vorhersehung. Er seufzte und blickte in das Wohnzimmer. Ein weiterer, geschmackvoll eingerichteter Raum ohne jegliche pers?nlichen Gegenst?nde, welche Einblick in ihr Leben geben k?nnten. Trotz der Tatsache, dass sein Haus zwei Stockwerke mehr hatte und mindestens dreimal so gro? war wie ihres, beneidete er Tatinne um ihr Zuhause. Es geh?rte ihr. Seines geh?rt Nexim. Das w¨¹rde es immer tun. Raffael mochte es dort nicht sonderlich, aber es weiterhin als Mittelpunkt der zweiten Provinz zu behalten hatte viele Vorteile gehabt, also hatte er sich dem gef¨¹gt. Er seufzte erneut und ging zur¨¹ck in die K¨¹che, wo er sich auf einen Tisch setzte. Anscheinend war sie nicht da. Entweder sie hatte ihn nicht erwartet oder sie wollte ihn schmoren lassen. Die zweite M?glichkeit war am wahrscheinlichsten. Er hatte sich beim letzten Treffen wahrscheinlich zu neugierig gezeigt. Raffael sah sich in der K¨¹che um. Vielleicht sollte er sich einen Kr?utertee machen, solange sie weg war. Aber er wusste nicht, wo er die Sachen dazu finden sollte. Dieser Raum hatte verdammt viele Schr?nke und Schubladen. Hunger hatte er keinen, weswegen er den f¨¹nf mal drei Meter gro?en K¨¹hlschrank gar nicht erst beachtete. Wozu brauchte eine einzelne Frau ¨¹berhaupt so einen? Er seufzte und blickte zu der T¨¹r, die ins dritte Stockwerk f¨¹hrte. Grinsend ¨¹berlegte er sich, ob er etwas schn¨¹ffeln sollte und somit nochmal eine Grenze ¨¹bertreten sollte. Es war zwar unh?flich, aber die alte Frau h?tte es besser wissen sollen, als ihn allein in ihrer kleinen Villa zu lassen. Er war gerade dabei aufzustehen, als er feststellte, dass ihn etwas aus dem Fenstersims beobachtete. Er drehte den Kopf und blickte in schwarze Augen mit kreuzf?rmigen wei?en Pupillen. Der erste Tag in Calisteo: Die Vorhut Der blaue Kater r¨¹hrte sich nicht, als er zur¨¹ckblickte. Mitten in der Bewegung hatte er innegehalten, eine Pfote erhoben. Raffael erkannte ihn sofort als den ¡­. wie hatte sie ihn noch mal genannt? Djinn? Der Djinn von gestern? Irritation stieg in ihm auf, als er das nicht konkret benennen konnte. Er bedachte das Wesen vor ihm. Wahrscheinlich war dieser gerade durch das Fenster in den Raum gekommen und hatte ihn nicht erwartete. Er zumindest hatte ihn auf keinen Fall erwartete, nicht jetzt. Es war viel zu fr¨¹h. Sie blickten sich einige Sekunden lang an, bis Raffael eine Braue hob und sich entschloss, das Wort zu erheben, ?So schnell seit ihr also hergekommen? Oder bist du nur die Vorhut?¡° Hatte der Kater ihm aufgelauert? Schlagartig wurde Raffael bewusst, dass er nahezu nichts ¨¹ber dieses Wesen wusste. Was zum Teufel soll ein Djinn sein? Und wieso sah es so sonderbar aus? War er in Tatinnes Haus ¨¹berhaupt sicher, wie sonst? Oder w¨¹rden sich die Fremden nicht an die Abkommen innerhalb Calisteos halten? Der blaue Schwanz des Katers zuckte. Doch dann setzte er sich hin und fing an sich die Pfote zu lecken, ?Genau genommen hat es uns nur wenige Stunden gekostet. Etienne ist gerast wie eine Verr¨¹ckte.¡° ?Gerast?¡° Die Kater schien mit den Schultern zu zucken und die Bewegung irritierte Raffael, ?Sie hat ein Motorrad. Meiner Meinung nach ist sie keine gute Fahrerin.¡° Ein Motorrad? Er fand, dass es nicht zu ihr passte. Aber irgendwie musste sie auch an den Wald zum Schloss gekommen sein. Es gab keine Zugleitungen nach dorthin und es w¨¹rde definitiv kein Bauer oder sonstiger Mensch mit Bezug zu Pferden jemanden dorthin bringen. Zu viele d¨¹stere Geschichten kursierten um den Ort und die Menschen f¨¹rchteten sich davor. Au?erdem war es nicht so, dass es andere Fortbewegungsm?glichkeiten au?erhalb der Stadt gab. Dennoch, die Nachricht, dass sie jetzt schon da waren, traf ihn unvorbereitet. Er hatte erwartete, dass es ein, zwei Tage dauern w¨¹rde. Vor dem Chateau hatten er und seine Begleiter keine Maschinen ausmachen k?nnen. Er hatte daraufhin vermutet, dass sie zu Fu? unterwegs war. Er l?chelte, ?Wo ist sie denn?¡° Der Schwanz des Katers zuckte, ?Wahrscheinlich schl?ft sie noch. Sie ist ein Langschl?fer.¡° ?Ist das so¡°, meinte Raffael, ?Wo genau schl?ft sie denn? Vielleicht sollte ich ihr ein Besuch abstatten.¡° Es gab nicht sehr viele Hotels oder Motels in Calisteo. Die Stadt wurde selten besucht. Eigentlich hatte er vermutet, dass sie nicht sonderlich wohlhabend war. Die Kleidung schien es einfach nicht herzugeben. Aber ein Motorrad war nicht gerade leicht zu bekommen. Hatte sie es geklaut? Hinzu kam, dass er Elias und Gilgian zuvorkommen musste. Eigentlich wollte er die Zeit nutzen, um mit Eldan das Thema zu besprechen und sich einen Plan zurechtzulegen, wie sie mit Etienne umgehen sollten. Gilgian war dabei weniger das Problem. Elias hingegen schon. Er hat sicherlich schon alles seiner Familie erz?hlt. Und wie Raffael sie kannte, war Etienne schon l?ngst eine Zielscheibe. Sie w¨¹rden sich wie Hy?nen auf sie st¨¹rzen, sobald sie die Chance bekommen sollten.Help support creative writers by finding and reading their stories on the original site. Der Kater sprang von dem Sims auf die K¨¹chenzeile und pl?tzlich fragte sich Raffael, was dieser bei Tatinne der Spinne verloren hatte. ?Sie ist nicht sonderlich weit weg. Aber sie wird gerne zum Monster, wenn man sie weckt. Zu deiner eigenen Sicherheit solltest du warten, bis sie aufwacht.¡° Raffael lachte, als er sie sich w¨¹tend vorstellte. Sie war nicht sehr gro?, kleiner als Scarlett. Kurz spielte er in seinem Kopf die Situation durch. W¨¹rde sie ihn anschreien? Er wusste schon wie es war, von w¨¹tenden Frauen angeschrien zu werden, das w¨¹rde er aushalten. Aber er wollte sich ihr nicht direkt schon aufdr?ngen. Sie w¨¹rde sich ¨¹berrumpelt, wahrscheinlich sogar schon bedroht f¨¹hlen. Das war nicht sein Ziel. ?Was machst du eigentlich hier?¡°, fragte er den Djinn. Der Schwanz des Katers zuckte und als er den Kopf zu ihm drehte, hatte Raffael das Gef¨¹hl er w¨¹rde ihn angrinsen, ?Wer wei??¡° Mit einem unangenehmen Gef¨¹hl im Magen runzelte er die Stirn. Pl?tzlich erinnerte er sich wieder daran, dass es sich hier um einen Djinn handelte, der ihm absolut keine Rechenschaft schuldig war. Selbst die Bewohner der anderen Provinzen wagten es nicht ihm eine Antwort zu verweigern und wenn, dann waren es die, die besonderen Kontakt zu Gilgian und Elias hatten. Aber was konnte er dem Djinn anhaben? Dunkel erinnerte er sich an den Namen, wusste aber nicht woher. Er m¨¹sste heute herausfinden, was es damit auf sich hat. Sein Herz fing schneller zu schlagen an, als ihm d?mmerte, dass an dieser Situation irgendetwas gar nicht stimmte. Und sein Instinkt sagte ihm, dass es mit diesem Kater zusammenhing. Er sollte ihn etwas fragen. Ihm kam aber nicht in den Sinn, was. Pl?tzlich ging eine T¨¹r auf und Raffael blickte beinahe erleichtert in der Erwartung Tatinne zu entdecken zur Seite. Doch es war nicht Tatinne, die da verschlafen in einem Pyjama an der verbotenen T¨¹r stand. Es war Etienne und das brachte ihn tats?chlich dazu, ¨¹berrascht zu blinzeln. Er verga? den Djinn. Sie schloss die T¨¹r, die eigentlich f¨¹r ihn zu betreten verboten war und Raffael wurde umso vorsichtiger und aufmerksamer. Welchen Kontakt hatte sie zu Tatinne? Ihre schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab. Ihre stechenden gr¨¹nen Augen waren verschlafen, als sie ihn erblickten. Sie war barfu?. Bei diesem Anblick musste er l?cheln. Es war sehr ?hnlich dem Bild, welches er sich vorhin erst vorgestellt hatte. Und diesmal vermerkte er in seinem Kopf, dass die Augen gr¨¹n waren. Dennoch war das bei weitem keine gute Situation f¨¹r ihn. Er hatte sich noch nicht entschieden, wie er vorgehen sollte. Ihre Augen betrachten ihn von oben bis unten. Raffael grinste ihr entgegen. Dann seufzte sie genervt und setzte sich in Bewegung. Ohne weiter auf ihn zu achten, ?ffnete sie ein paar Schubladen, machte den schwarzen Wasserkocher an und hatte nach wenigen Sekunden eine dampfende Tasse Tee vor sich. Der Geruch nach Kr?utern erf¨¹llte das Zimmer. Raffael liebte diesen Geruch. Es waren Bergkr?uter und Blumenbl¨¹ten, welche hinter seiner Provinz wuchsen. Damals hatten er und Scarlett h?ufig den Tee von seiner Mutter bekommen. Der Gedanke an sie lie? wieder ein schmerzendes Pochen in seiner Brust entstehen. Dar¨¹ber durfte er jetzt nicht denken. Er nutzte den zun?chst ruhigen Moment und lie? seinen Gedanken freien Lauf. Nach wenigen Momenten hatte er sich einen groben Plan zurechtgelegt. Als Erstes w¨¹rde er herausfinden, welchen Kontakt sie zu Tatinne pflegte. Dann ging es darum zu kl?ren, wie genau sie mit der Vorhersehung zusammenhing. Und anschlie?end w¨¹rde er sich ¨¹berlegen, wie er am besten daf¨¹r sorgen konnte, dass die Stadt nicht in Chaos endete, sollte sie wirklich die Macht an sich rei?en. Vor allem die letzte Frage machte ihm zu schaffen. Niemals w¨¹rde sie von allen Bewohnern Calisteos einfach so akzeptiert werden. Sie setzte sich ihm gegen¨¹ber und rieb sich mit dem Handr¨¹cken den Schlaf aus den Augen, ?Was machst du hier?¡° ¡°Ich habe auf dich gewartet¡°, erwiderte er, immer noch leicht ¨¹berrumpelt. Er wollte ihr nicht zeigen, dass sie ihn ¨¹berrascht hatte. ¡°Hat er das?¡°, fragte sie und ihr Blick wanderte zu dem Kater. Raffael vermied es, das Gesicht zu verziehen. ¡°Nein¡°, sagte der Kater. Ein triumphierender Blick wanderte zu ihm zur¨¹ck und er spannte sich genervt an. Nur ein kleiner Fehler seinerseits. ¡°Gibt mir den Stein wieder¡°, sagte sie zu ihm. Der erste Tag in Calisteo: Die Verhandlung Er war gerade dabei aufzustehen, als er feststellte, dass ihn etwas aus dem Fenstersims beobachtete. Er drehte den Kopf und blickte in schwarze Augen mit kreuzf?rmigen wei?en Pupillen. Der blaue Kater r¨¹hrte sich nicht, als er zur¨¹ckblickte. Mitten in der Bewegung hatte er innegehalten, eine Pfote erhoben. Raffael erkannte ihn sofort als den ¡­. wie hatte sie ihn noch mal genannt? Djinn? Der Djinn von gestern? Irritation stieg in ihm auf, als er das nicht konkret benennen konnte. Er bedachte das Wesen vor ihm. Wahrscheinlich war dieser gerade durch das Fenster in den Raum gekommen und hatte ihn nicht erwartete. Er zumindest hatte ihn auf keinen Fall erwartete, nicht jetzt. Es war viel zu fr¨¹h. Sie blickten sich einige Sekunden lang an, bis Raffael eine Braue hob und sich entschloss, das Wort zu erheben, ?So schnell seit ihr also hergekommen? Oder bist du nur die Vorhut?¡° Hatte der Kater ihm aufgelauert? Schlagartig wurde Raffael bewusst, dass er nahezu nichts ¨¹ber dieses Wesen wusste. Was zum Teufel soll ein Djinn sein? Und wieso sah es so sonderbar aus? War er in Tatinnes Haus ¨¹berhaupt sicher, wie sonst? Oder w¨¹rden sich die Fremden nicht an die Abkommen innerhalb Calisteos halten? Der blaue Schwanz des Katers zuckte. Doch dann setzte er sich hin und fing an sich die Pfote zu lecken, ?Genau genommen hat es uns nur wenige Stunden gekostet. Etienne ist gerast wie eine Verr¨¹ckte.¡° ?Gerast?¡° Die Kater schien mit den Schultern zu zucken und die Bewegung irritierte Raffael, ?Sie hat ein Motorrad. Meiner Meinung nach ist sie keine gute Fahrerin.¡° Ein Motorrad? Er fand, dass es nicht zu ihr passte. Aber irgendwie musste sie auch an den Wald zum Schloss gekommen sein. Es gab keine Zugleitungen nach dorthin und es w¨¹rde definitiv kein Bauer oder sonstiger Mensch mit Bezug zu Pferden jemanden dorthin bringen. Zu viele d¨¹stere Geschichten kursierten um den Ort und die Menschen f¨¹rchteten sich davor. Au?erdem war es nicht so, dass es andere Fortbewegungsm?glichkeiten au?erhalb der Stadt gab. Dennoch, die Nachricht, dass sie jetzt schon da waren, traf ihn unvorbereitet. Er hatte erwartete, dass es ein, zwei Tage dauern w¨¹rde. Vor dem Chateau hatten er und seine Begleiter keine Maschinen ausmachen k?nnen. Er hatte daraufhin vermutet, dass sie zu Fu? unterwegs war. Er l?chelte, ?Wo ist sie denn?¡° Der Schwanz des Katers zuckte, ?Wahrscheinlich schl?ft sie noch. Sie ist ein Langschl?fer.¡° ?Ist das so¡°, meinte Raffael, ?Wo genau schl?ft sie denn? Vielleicht sollte ich ihr ein Besuch abstatten.¡° Es gab nicht sehr viele Hotels oder Motels in Calisteo. Die Stadt wurde selten besucht. Eigentlich hatte er vermutet, dass sie nicht sonderlich wohlhabend war. Die Kleidung schien es einfach nicht herzugeben. Aber ein Motorrad war nicht gerade leicht zu bekommen. Hatte sie es geklaut? Hinzu kam, dass er Elias und Gilgian zuvorkommen musste. Eigentlich wollte er die Zeit nutzen, um mit Eldan das Thema zu besprechen und sich einen Plan zurechtzulegen, wie sie mit Etienne umgehen sollten. Gilgian war dabei weniger das Problem. Elias hingegen schon. Er hat sicherlich schon alles seiner Familie erz?hlt. Und wie Raffael sie kannte, war Etienne schon l?ngst eine Zielscheibe. Sie w¨¹rden sich wie Hy?nen auf sie st¨¹rzen, sobald sie die Chance bekommen sollten.Support creative writers by reading their stories on Royal Road, not stolen versions. Der Kater sprang von dem Sims auf die K¨¹chenzeile und pl?tzlich fragte sich Raffael, was dieser bei Tatinne der Spinne verloren hatte. ?Sie ist nicht sonderlich weit weg. Aber sie wird gerne zum Monster, wenn man sie weckt. Zu deiner eigenen Sicherheit solltest du warten, bis sie aufwacht.¡° Raffael lachte, als er sie sich w¨¹tend vorstellte. Sie war nicht sehr gro?, kleiner als Scarlett. Kurz spielte er in seinem Kopf die Situation durch. W¨¹rde sie ihn anschreien? Er wusste schon wie es war, von w¨¹tenden Frauen angeschrien zu werden, das w¨¹rde er aushalten. Aber er wollte sich ihr nicht direkt schon aufdr?ngen. Sie w¨¹rde sich ¨¹berrumpelt, wahrscheinlich sogar schon bedroht f¨¹hlen. Das war nicht sein Ziel. ?Was machst du eigentlich hier?¡°, fragte er den Djinn. Der Schwanz des Katers zuckte und als er den Kopf zu ihm drehte, hatte Raffael das Gef¨¹hl er w¨¹rde ihn angrinsen, ?Wer wei??¡° Mit einem unangenehmen Gef¨¹hl im Magen runzelte er die Stirn. Pl?tzlich erinnerte er sich wieder daran, dass es sich hier um einen Djinn handelte, der ihm absolut keine Rechenschaft schuldig war. Selbst die Bewohner der anderen Provinzen wagten es nicht ihm eine Antwort zu verweigern und wenn, dann waren es die, die besonderen Kontakt zu Gilgian und Elias hatten. Aber was konnte er dem Djinn anhaben? Dunkel erinnerte er sich an den Namen, wusste aber nicht woher. Er m¨¹sste heute herausfinden, was es damit auf sich hat. Sein Herz fing schneller zu schlagen an, als ihm d?mmerte, dass an dieser Situation irgendetwas gar nicht stimmte. Und sein Instinkt sagte ihm, dass es mit diesem Kater zusammenhing. Er sollte ihn etwas fragen. Ihm kam aber nicht in den Sinn, was. Pl?tzlich ging eine T¨¹r auf und Raffael blickte beinahe erleichtert in der Erwartung Tatinne zu entdecken zur Seite. Doch es war nicht Tatinne, die da verschlafen in einem Pyjama an der verbotenen T¨¹r stand. Es war Etienne und das brachte ihn tats?chlich dazu, ¨¹berrascht zu blinzeln. Er verga? den Djinn. Sie schloss die T¨¹r, die eigentlich f¨¹r ihn zu betreten verboten war und Raffael wurde umso vorsichtiger und aufmerksamer. Welchen Kontakt hatte sie zu Tatinne? Ihre schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab. Ihre stechenden gr¨¹nen Augen waren verschlafen, als sie ihn erblickten. Sie war barfu?. Bei diesem Anblick musste er l?cheln. Es war sehr ?hnlich dem Bild, welches er sich vorhin erst vorgestellt hatte. Und diesmal vermerkte er in seinem Kopf, dass die Augen gr¨¹n waren. Dennoch war das bei weitem keine gute Situation f¨¹r ihn. Er hatte sich noch nicht entschieden, wie er vorgehen sollte. Ihre Augen betrachten ihn von oben bis unten. Raffael grinste ihr entgegen. Dann seufzte sie genervt und setzte sich in Bewegung. Ohne weiter auf ihn zu achten, ?ffnete sie ein paar Schubladen, machte den schwarzen Wasserkocher an und hatte nach wenigen Sekunden eine dampfende Tasse Tee vor sich. Der Geruch nach Kr?utern erf¨¹llte das Zimmer. Raffael liebte diesen Geruch. Es waren Bergkr?uter und Blumenbl¨¹ten, welche hinter seiner Provinz wuchsen. Damals hatten er und Scarlett h?ufig den Tee von seiner Mutter bekommen. Der Gedanke an sie lie? wieder ein schmerzendes Pochen in seiner Brust entstehen. Dar¨¹ber durfte er jetzt nicht denken. Er nutzte den zun?chst ruhigen Moment und lie? seinen Gedanken freien Lauf. Nach wenigen Momenten hatte er sich einen groben Plan zurechtgelegt. Als Erstes w¨¹rde er herausfinden, welchen Kontakt sie zu Tatinne pflegte. Dann ging es darum zu kl?ren, wie genau sie mit der Vorhersehung zusammenhing. Und anschlie?end w¨¹rde er sich ¨¹berlegen, wie er am besten daf¨¹r sorgen konnte, dass die Stadt nicht in Chaos endete, sollte sie wirklich die Macht an sich rei?en. Vor allem die letzte Frage machte ihm zu schaffen. Niemals w¨¹rde sie von allen Bewohnern Calisteos einfach so akzeptiert werden. Sie setzte sich ihm gegen¨¹ber und rieb sich mit dem Handr¨¹cken den Schlaf aus den Augen, ?Was machst du hier?¡° ¡°Ich habe auf dich gewartet¡°, erwiderte er, immer noch leicht ¨¹berrumpelt. Er wollte ihr nicht zeigen, dass sie ihn ¨¹berrascht hatte. ¡°Hat er das?¡°, fragte sie und ihr Blick wanderte zu dem Kater. Raffael vermied es, das Gesicht zu verziehen. ¡°Nein¡°, sagte der Kater. Ein triumphierender Blick wanderte zu ihm zur¨¹ck und er spannte sich genervt an. Nur ein kleiner Fehler seinerseits. ¡°Gibt mir den Stein wieder¡°, sagte sie zu ihm. Der erste Tag in Calisteo: Ein neuer Plan ?Was geht hier vor sich?¡°, h?rte sie Tatinne fragen, welche in das Zimmer kam. Beide zuckten zusammen. Sie hatten sie nicht h?ren kommen. Das verwunderte Etienne nicht, Tatinne war sehr leise, wenn sie es wollte. ?Diese junge Dame bedroht mich auf deinem neutralen Gebiet¡°, sagte Raffael beschwerend und Etienne sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an. Er blinzelte ihr daraufhin ¨¹berheblich l?chelnd zu. Ihr Blut kochte. Tatinne antwortete, ?So, wie ich meine Nichte kenne, wird sie einen sehr guten Grund gehabt haben. Und so wie ich dich kenne, bist du wahrscheinlich selbst schuld.¡° Etienne sp¨¹rte, wie der Djinn auf ihre Schulter kletterte. Seine Krallen bohrten sich in ihre Haut. Er schmiegte sich vorsichtig an ihre Wange und sie streichelte beruhigend seinen Kopf. Er m¨¹sste ihre Wut gesp¨¹rt und die Situation als bedrohlich aufgefasst haben. Etienne erinnerte sich nicht, ob sie in seiner Anwesenheit schon mal w¨¹tend gewesen war. Sie waren noch nicht lange zusammen. Erst ein paar Monate. ?Dennoch sollte ich hier nicht bedroht werden?¡°, sagte Raffael belustigt. Tatinne seufzte, ?Du kannst ihm hier nicht drohen, Etienne. Und du l?sst meine Nichte in Ruhe oder ich verbiete dir in mein Haus zu kommen.¡° "Deine Nichte also¡°, meinte Raffael mit einem leichten Schnauben. Sie ging in die K¨¹che und beachtete die beiden nicht. Der Djinn flog neugierig zu ihr und betrachtete die T¨¹ten, welche sie mitgebracht hatte. Sie machte sich daran, die Eink?ufe auszupacken und schob den Kater immer wieder mit der Hand weg. Etienne vermerkte sich im Hinterkopf, dass sie den Djinn nicht allzu oft allein lassen sollte. Er war zu neugierig. Es war aber wahrscheinlich auch das erste Mal, dass er an einem zivilisierten und modernen Ort war. Etienne hatte auf ihrer Reise die St?dte gemieden und sie bezweifelte es, dass er vor seinem Treffen mit ihr, je den Wald verlassen hat, in dem er von seinen Eltern versteckt wurde. ?Willst du uns nicht etwas mehr vorstellen?¡°, fragte Raffael. Etienne wollte erwidern, dass das nicht n?tig w?re, aber Tatinne fing, ohne sich umzudrehen, mit einer gelangweilten Stimme zu sprechen an, ?Das ist Etienne. Etienne, das ist Raffael.¡° Raffael verdrehte hinter ihrem R¨¹cken die Augen, ?So weit waren wir gestern schon.¡° ?Wenn du mehr wissen willst, finde es selbst heraus. Meine privaten Angelegenheiten gehen dich nichts an. Und Etienne ist meine private Angelegenheit¡°, sagte Tatinne. ?Das wage ich anzuzweifeln¡°, erwiderte Raffael, ?erst recht, nachdem es deine Nichte ist, welche Teil der Vorhersehung ist.¡° Tatinne ?ffnete den K¨¹hlschrank und fing an, die Sachen darin zu verstauen, ?Du wei?t, wie es l?uft. Setze eine begr¨¹ndete Beschwerde an und ich ¨¹berlege es mir.¡° Etienne l?chelte zu ihm her¨¹ber, ?Wie schade.¡° Seine Augen wanderten wieder zu ihr, nun nicht mehr l?chelnd. Doch es kehrte schnell wieder zur¨¹ck und sie wusste, dass es daran lag, dass sie, nicht wie Tatinne, bei ihrem Gespr?ch mit ihm komplett versagt hatte. Immerhin steckte er es ihr nicht, denn sonst w¨¹rde sie ihn aus dem Fenster werfen. Zu wissen, dass er ihr in einem echten Kampf komplett unterlegen w?re, lie? ihr etwas Ruhe und sie erwiderte sein Grinsen herausfordernd. ?Gib mir den Stein¡°, verlangte sie noch einmal. ?Nein¡°, erwiderte er. ?Dann kannst du ja wieder gehen.¡° Etienne hatte kein Interesse das Gespr?ch weiter aufrechtzuerhalten, nicht so lange sie vorher nicht mit Tatinne gesprochen hatte. Er blickte wieder zu Tatinne, die mit dem R¨¹cken zu ihnen stand und sagte dann, ?Ich bin hier, weil ich mit der Spinne sprechen will. So viel steht mir zu.¡° Tatinne lachte, ?Oh, ich hab schon eine gute Vorstellung, wor¨¹ber du reden willst. Nur zu schade, dass ich heute keine Zeit habe. Denn wie du siehst, ist meine Nichte heute da, welche ich sonst selten zu Gesicht bekomme. Komm morgen wieder.¡° Sein L?cheln verschwand und Etienne versp¨¹rte Genugtuung. Tatinne lie? sich von niemandem herumschubsen. ?Wie lange hast du vor zu bleiben, Etienne?¡°, fragte Tatinne sie. Nicht lange, dachte sie. ?Ich habe die Hoffnung, bald wieder gehen zu k?nnen.¡° Als Raffael zu lachen anfing, funkelte sie ihn w¨¹tend an und er hob beschwichtigen die H?nde, ?Du kannst nat¨¹rlich auf den Stein verzichten. Oder wir setzen den Vertrag auf.¡°Stolen novel; please report. Sie kniff die Augen zusammen. Er hatte wirklich nicht vor, ihr den Stein zu ¨¹bergeben. Blieb herauszufinden, was er dann wollte. F¨¹r den Moment schien es Zeit zu sein, anders konnte sie sich dieses Gespr?ch nicht erkl?ren. ?Du wirst keinen Vertrag mit ihm aufsetzen¡°, sagte Tatinne und sah nun wachsam zwischen ihnen. ?Das hatte ich nicht vor¡°, sagte Etienne verteidigend. Jetzt hatte er sogar daf¨¹r gesorgt, dass sie inkompetent vor Tatinne dastand. Etienne hatte sowieso die Vermutung, dass, selbst wenn sie darauf eingehen w¨¹rde, er versuchen w¨¹rde, sie an einen nicht limitierten Zeitraum zu binden. Ihr fielen auch weitere Sachen ein, die er machen konnte, um es f¨¹r sie so sehr zum Nachteil auszulegen, wie nur m?glich. Und sie traute sich nicht zu, all die kleinen Fallen zu entdecken. Etienne war einfach nicht f¨¹r Verhandlungen geschaffen. Was auch immer er von ihr wollte, er hatte zun?chst daf¨¹r gesorgt, dass sie in der Stadt blieb. Tatinne blickte weiter zwischen ihnen, ?Wie kam es ¨¹berhaupt zu dem Gespr?ch ¨¹ber dieses Thema?¡° Etienne wollte es ihr nicht sagen. Doch sie seufzte und sagte es ihr, konnte selbst nicht verhindern, dass sie sich wie ein jammerndes Kind anh?rte, ?Er hat mir den Stein der Austreibung weggenommen.¡° Tatinne sah sie kurz verwirrt an und dann sah Etienne Verst?ndnis in ihrem Gesicht aufleuchten, ?Ah.¡° Sie blickte wieder zu Raffael, welcher ihren Blick erwiderte, ?H?tte ich gewusst, dass du so eine Plage bist, h?tte ich es dir anders erz?hlt.¡° Er verschr?nkte die Arme vor der Brust, ?Ich sehe das Problem nicht. Bisher l?uft alles, was du vorhergesagt hast, genau so ab.¡° Tatinne l?chelte und diesmal beobachtete Etienne, wie er sich anspannte, w?hrend er versuchte einen unbeschwerten Blick beizubehalten. Nun war es an ihr, ihn genau zu betrachten und sie entdeckte eine nerv?se Geste. Er rieb sich mit dem Zeigefinger die Nagelhaut am Daumen. Dann blickte Tatinne l?chelnd zu Etienne, ?Ein Aufenthalt auf unbestimmte Zeit also. Wie w?re es, wenn ich dich auf die Schule anmelde, auf welche diese kleine Plage geht.¡° Etienne verzog das Gesicht, ?Was soll ich denn da?¡° ?Das ist eine fabelhafte Idee¡°, sagte Raffael auf einmal strahlend. Etienne blickte wachsam zu Tatinne. Das h?rte sich nicht danach an, als k?nnte sie bald wieder verschwinden. Eher nach dem Gegenteil und das wollte sie vermeiden. Tatinne l?chelte ihn lauernd an, ?Das wirst du nicht lange denken.¡° Dann sah sie wieder zu Etienne, ?Ich biete dir nur eine M?glichkeit. Ob du sie nutzt, liegt an dir. Mal abgesehen davon, wenn das ein l?ngerer Aufenthalt werden sollte, will ich dich nicht die ganze Zeit in meinem Haus haben.¡° Etienne schnaubte l?chelnd, ?Oh, das tut mir aber leid. Mir war nicht bewusst, dass wenn ich dich mal besuche, ich dir so zur Last falle.¡° Ganz fl¨¹chtig gefror Tatinnes L?cheln und Etienne bereute ihre Worte. Doch der Moment verflog so schnell, wie er gekommen war und Tatinne zuckte mit den Schultern, ?Mein Haus, meine Regeln.¡° ?Das h?rt sich aber jetzt nicht mehr so an, als h?tte ich eine Wahl¡°, sagte Etienne. ?Wenn du es in meine Klasse schaffst¡°, sagte Raffael, ?k?nnte ich mich dazu verleiten lassen, die Bedingungen etwas zu ?ndern.¡° Sie sah wieder zu ihm, ?Steck dir das sonst wohin.¡° Etienne wusste es nun besser. Das w¨¹rde bei ihm alles M?gliche bedeuten und am Ende h?tte sie nichts gewonnen. Auf eine Lockung mit einem leeren Versprechen w¨¹rde sie nicht eingehen. ?Ich k?nnte dich den Test heute machen lassen¡°, sagte Tatinne, ?Merlian schuldet mir noch was.¡° Etienne seufzte, ?Wie soll mir das helfen?¡° Tatinne erwiderte l?chelnd ihren Blick, ?Vertrau mir Etienne Schatz, es ist genau die Klasse und der Ort, an welchem du jetzt sein willst.¡° ?H?rt sich nach einer Vorhersage an¡°, sagte Raffael. ?Nein¡°, erwiderte Tatinne l?chelnd, ?das ist keine. Nur ein Ratschlag.¡° ?Was f¨¹r ein Test?¡°, fragte Etienne seufzend, ?Muss ich jemanden umbringen?¡° Raffael hob mit einem ¨¹berraschten Lachen die Augenbrauen, ?Wof¨¹r h?ltst du diese Schule?¡° Tatinne widmete sich wieder ihrer K¨¹che zu und erkl?rte ihr, ?Ein Test um dein K?nnen in verschiedenen F?chern einzusch?tzen. Die Klassen sind geordnet, um alle Sch¨¹ler auf ihren Ebenen zu f?rdern. Je besser du abschneidest, in desto mehr f?rdernde Klassen kommst du.¡° ?Beeindruckend¡°, meinte Etienne trocken. Raffael stand auf und Etienne entdeckte verschiedene Waffen unter seiner Jacke, ?Ich gehe davon aus, dass ich dich morgen wiedersehen werde¡°, sagte er an sie gewandt und Etienne l?chelte genervt. Es schien ihn nicht zu k¨¹mmern. Stattdessen wandte er sich der T¨¹r zu und sagte weiter, ?Das Gespr?ch w¨¹rde ich noch einmal aufgreifen, Tatinne. Ich werde dir demn?chst schreiben.¡° ?Lass dir Zeit¡°, sagte Tatinne trocken. Sein Blick fiel auf den Djinn, welcher in eine Papiert¨¹te gekrabbelt war und sie alle von dort aus beobachtete. Etienne spannte sich an, als Raffael ihn wachsam betrachtete. Doch sein Blick wanderte dann weiter zu ihr, ?Bis morgen. Es war mir eine Freude.¡° Sie sagte nichts dazu und beobachtete ihn dabei, wie er den Raum verlie?. Als sie unten die T¨¹r zufallen h?rten, wandte sich Tatinne seufzend an Etienne, ?Wie genau verlief das Gespr?ch?¡° Etienne erz?hlte ihr alle Einzelheiten. ?Deswegen werfe ich ihn immer raus¡°, sagte Tatinne, noch einmal schwer seufzend, ?Damit ich mir genau diesen Schwachsinn nicht von ihm antun muss. Er ist sehr aufmerksam. Und schaut ganz genau hin. Eine Plage durch und durch.¡° ?Das war mir gar nicht aufgefallen¡°, meinte Etienne trocken. Sie mochte es nicht, welches Licht die Situation auf sie warf. Etienne gab sich vor ihren Familienmitgliedern ungern die Bl??e. ?Mach dir nichts draus¡°, sagte Tatinne, ?Du wirst viele M?glichkeiten bekommen, das wieder hinzubiegen. Mal abgesehen davon denke ich aber, dass du wirklich viel Spa? an der Schule haben k?nntest. So etwas hast du noch nicht erlebt. Ziehe dich an, wir werden ein paar Besorgungen f¨¹r dich erledigen. Und auf dem Weg erz?hle ich dir alles, was du wissen musst.¡° Der erste Tag in Calisteo: Die bunten Steine Die Stadt war genauso prachtvoll, wie vor zwei Jahren, als Etienne sie zuletzt besucht hatte. Damals hatte sie nat¨¹rlich von den Herrschern der Provinzen gewusst, sich aber nicht f¨¹r sie interessiert. Und wenn sie sich recht erinnerte, waren das eh andere gewesen. Es war damals nur ein kleiner Aufenthalt von drei Tagen, in denen sie Tatinne wegen pers?nlichen Erledigungen besucht hatte. Nachdem diese erledigt waren, war sie auch wieder verschwunden. Die Stadt hatte sie nicht wirklich interessiert. Doch heute starrte Etienne die skurrilen bunten Steine der Hauptstra?e unter ihren F¨¹?en an. Sie hatten alle eine andere Farbe und Etienne fragte sich, welchen Zweck das hatte. Sie konnte keine kleinen Zauber entdecken, welche sich in der Kreide versteckten. Sie konnte auch keinen Zauber im Gesamtbild sehen. ?Etienne, geh mir nicht verloren!¡°, rief ihre Tante. Etienne sah sich in der Menge um und entdeckte sie etwas weiter entfernt. Ihre Tante hatte sich in einem blauen Mantel geh¨¹llt und verbarg ihr Aussehen. Sie hasste es, wenn die ?ffentlichkeit sie sehen konnte. Etienne hatte vor mehreren Jahren Vermutungen angestellt, wieso dies so war, doch es irgendwann aufgegeben, das herausfinden zu versuchen. Es war nicht wichtig. Geschickt lief sie durch die Menge und war schon bald an Tatinnes Seite. Es roch nach Wasser. An der Stra?e entlang verlief ein Kanal, in welchem ein Boot entlang floss und mehrere F?sser mit einem ihr unbekanntem Inhalt transportierte. Der Kanal war sauber und gepflegt, viele bunte Blumen k¨¹rten die Wege und die schon geschnitzten Holzz?une. Sie hoben sich von dem intensiven aquamarinblauen Wasser ab, dessen sanften Wellen unter der Sonne glitzerten. Es gab viele Menschen, welche ihren Angelegenheiten nachgingen. Zum Gl¨¹ck schien sich keiner f¨¹r sie zu interessieren. Es war so lange her, seit sie unter Menschen gewesen war. Es gab viele Menschen, welche ihren Angelegenheiten nachgingen. Zum Gl¨¹ck schien sich keiner f¨¹r sie zu interessieren. Es war so lange her, seit sie unter Menschen gewesen war. Die Menge machte sie nerv?ser, als der Schatten, welcher nun deutlich weiter weg war, als am Vortag. Zum Geruch des frischen Wassers mischte sich der vom frischen Geb?ck. Die Menschen mussten eine gute Ernte gehabt haben, wenn sie so viel noch machen konnten. Das verwunderte Etienne aber nicht. Wenn sie sich recht erinnerte, wurde Calisteo auf sehr fruchtbaren Boden errichtet. Au?erhalb der ersten Mauer, haupts?chlich in der zweiten Provinz, hatten die Menschen viel Acker angelegt. Die dritte Provinz hingegen hatte viele verschiedene Tiere, um die sich die Menschen k¨¹mmerten. Die Stadt konnte sich haupts?chlich selbst versorgen. Wenn es um Verpflegung ging, dann sollte es den Menschen an kaum etwas mangeln. Au?er, aus Meinungsverschiedenheiten wurden K?mpfe, weil die M?chtigen anfingen, wichtige Ressourcen den anderen Provinzen vorzuenthalten. ?Also wirklich, Kind, ich hab kein Bed¨¹rfnis dich suchen zu m¨¹ssen¡°, schimpfte Tatinne mit ihr. Etienne lachte, ?Ich werde den Weg nach Hause zu Not schon alleine finden.¡° Der Djinn lag ¨¹ber ihren Schultern, r¨¹hrte sich leicht im Schlaf. ?Daran zweifle ich nicht, aber ich kann dir keine Kleidung besorgen, solange ich deine Gr??e nicht kenne.¡° Etienne seufzte, ?Muss ich sie unbedingt anprobieren?¡° Sie hatte ihrer Tante die Gr??e nicht nennen k?nnen, weil sie diese selbst nicht wusste. Und die Zahlen, die Tatinne ihr genannt hatte, sagten ihr nichts. ?Ja.¡° Etienne verdrehte die Augen. Ihr Kleiderschrank war nie sonderlich voll gewesen. Meistens musste sie sich keine Gedanken darum machen. Sie zog das an, was da war. Au?erdem mochte sie es nicht, beim Schneider zu stehen. Es war ihr unangenehm, wie sie an ihr herumfummelten, w?hrend sie m?glichst still dastand. Sie k?nnten Etienne jederzeit mit einer Nadel piksen und sie w¨¹rde nichts dagegen tun k?nnen, da es ja nur ein Versehen war.Unauthorized usage: this tale is on Amazon without the author''s consent. Report any sightings. ?Hier rein¡°, sagte Tatinne und Etienne folgte ihr durch eine schwer aussehende Holzt¨¹r, ¨¹ber welcher ein Metallmuster hing. Es stellte eine N?hmaschine dar. Es roch nach Stoff und Blumen, dessen Duft sich auf die Blumenstr?u?e zur¨¹ckverfolgen lie?, welche mehrere Vasen f¨¹llten, welche ¨¹berall im Eingangsbereich verteilt waren. In der N?he des Eingangs gab es einen h?lzernen Schalter, hinter welchem ein ?lterer Mann mit runder Brille stand. Er hatte ein Ma?band um seine Schultern h?ngen und Etienne erblickte den Griff einer Schere in der oberen Tasche seiner grau karierten Weste. Der Mann trat zu ihnen vor, verbeugte sich vor Tatinne und k¨¹sste ihren Handr¨¹cken, ?Ehrenwerte.¡° Das L?cheln erreichte sein einziges blaues Auge nicht. ?Alberto¡°, gr¨¹?te sie zur¨¹ck und ging anschlie?end schnell zur Sache, ?Ich will eine passende Uniform f¨¹r meine Nichte. F¨¹r die obere Klasse. Du hast schon hunderte Uniformen f¨¹r die kleine graue Maus machen m¨¹ssen. Etienne hat eine ?hnliche Gr??e, das sollte also in einem Tag machbar sein. Nicht?¡° Der Mann hatte sich wieder aufgerichtet und schaute Etienne von oben bis unten an. Sie trat unangenehm von einem Fu? auf den Anderen. Schon wieder ein zu intensiver Blick, diesmal von einem Fachmann, der nur seine Arbeit machen wollte. Der Mann hatte sich wieder aufgerichtet und schaute Etienne von oben bis unten an. Sie trat unangenehm von einem Fu? auf den Anderen. Schon wieder ein zu intensiver Blick, diesmal von einem Fachmann, der nur seine Arbeit machen wollte. ?Das stimmt. Vier Stunden, wenn es dieselbe Gr??e sein sollte. Ich hab genug vorgeschnittenen Stoff, weil diese kleine, graue Maus sowieso alle zwei Wochen auftaucht¡°, sagte er mit Missbilligung in seiner Stimme, ?Ich werde vorher aber die Ma?e kontrollieren m¨¹ssen.¡° Tatinne holte ihr Portmonee heraus und legte ihm mehrere Scheine auf den Tresen, ?Das sollte reichen. Ich komme bald wieder und wir werden es heute Abend abholen. Du wirst uns doch sicher heute in deinen Terminkalender einschieben k?nnen? Nat¨¹rlich wirst du das. Benimm dich, Etienne.¡° Er nickte ihr zu und sah dann absch?tzend zu Etienne, ?Folgen Sie mir.¡° Der erste Tag in Calisteo: Der Schneider Alberto Etienne blickte kurz zu ihrer Tante, welche ohne sich umzudrehen den Laden verlie?. Dann legte sie den Djinn auf einen der Sitztische und folgte dem Mann in den kleinen Raum. Dort gab es ein kleines Podest, bei dessen Anblick sich ihr der Magen zusammenzog. Sie atmete kurz durch und stellte sich ihrem Schicksal. Er deutete ihr, darauf zu steigen und Etienne befolgte m¨¹rrisch seinen Anweisungen. Sie versuchte wirklich stillzuhalten, w?hrend er seine Arbeit verrichtete. Als es vorbei war, unterdr¨¹ckte sie ein erleichtertes Seufzen. ?Das wird nicht lange dauern¡°, informierte er sie, ?Sie k?nnen gerne im Vorzimmer warten. Kann ich Ihnen was zu trinken anbieten?¡° Etienne verneinte. Er drehte sich dann um und ging an einen Tisch im Arbeitsraum. Sie sah ihm dabei zu, wie er gezielt verschiedene Schr?nke ?ffnete und Stoff herauszog, welches ordentlich an B¨¹geln hing. Er legte einige auseinander und legte sie auf seinen Tisch. Es raschelte, als er etwas anderes hervorholte. Etienne vermutete, dass es sich um Papier handelte, konnte es aber nicht klar benennen. Dann lie? er die Sachen liegen und ging zu einem anderen Schrank, holte erneut irgendwelche Sachen hervor. Etienne stand kurz an der T¨¹rschwelle, entschied sich anschlie?end dagegen, sich zu setzen und zu warten. Das w¨¹rde sie nur langweilen. ?Ich bin Etienne¡°, sagte sie anschlie?end zu ihm, im Versuch ein Gespr?ch anzufangen. ?Nett sie kennenzulernen, Etienne¡°, sagte er trocken. Er zeigte keinerlei Interesse. Gelangweilt sah sich Etienne im Raum um. Es gab sehr viel Stoff in verschiedenen Farben. Und dann noch Ger?te, von denen sie keine Ahnung hatte oder schlicht und einfach vergessen hatte, was sie taten. Sie lief langsam durch das Zimmer, schaute sich ein paar Bilder an der Wand an, versuchte aus den Skizzen etwas herauszulesen. Sie fand einen weiteren Arbeitsplatz, welcher jedoch nicht besetzt, aber unordentlich war. Wahrscheinlich ein Mitarbeiter, welcher gerade au?er Haus war. Dann trat sie zu Alberto. Sie schaute ¨¹ber seine Schulter und musste unzufrieden staunen. Seine H?nde bewegten sich schnell, schienen zu messen und anschlie?end zu schneiden. Seine Bewegungen zeigten kein Z?gern, die H?nde schienen ¨¹ber den Stoff zu fliegen. Sie sahen surreal aus, gaben ihr das Gef¨¹hl, als w¨¹rde er den Stoff kaum ber¨¹hren, obwohl er es sehr wohl tat. ?Sie machen das sehr oft?¡°, fragte sie, in einem weiteren Versuch, ein Gespr?ch zu starten. Er zuckte zusammen, die Schere schnitt laut durch den Stoff und blieb dann liegen, eher er den Blick zu ihr emporhob, ?Mon Dieu! Erschrecken Sie mich nicht!¡° Etienne richtete sich l?chelnd wieder auf, die H?nde hinter dem R¨¹cken verschr?nkt, ?Tut mir leid.¡° Mit gerunzelter Stirn sah er wieder zu dem Stoff, betrachtete unzufrieden den Schnitt, den er gesetzt hatte, ?Junge Dame, das war nicht in Ordnung. Ich h?tte mich verletzen k?nnen. Mir fehlt schon ein Auge, es gibt kein Grund, einen Finger zu verlieren.¡° ?Das kommt nicht wieder vor¡°, sagte sie ernst und bevor er sich wieder abwenden konnte, f¨¹gte sie schnell hinzu, ?Ich m?chte Ihnen bei der Arbeit zuschauen. Darf ich?¡° Er be?ugte sie misstrauisch. Etienne registrierte eine Distanz in seinen Augen, gemischt mit Missmut, ?rger und Misstrauen. ?Ich bin wirklich neugierig¡°, f¨¹gte sie hinzu. ?Holen Sie sich einen Stuhl. Und kein Herumschleichen mehr.¡° Ein rauer abweisender Ton, aber kein abweisender Ausdruck in den Augen. Missmut wich langsam der Vorsicht und der Neugierde. Dieser ?ltere Mann erinnerte sie an einen alten, grauen Hund, gegen welchen zu oft die Hand erhoben wurde. Ein Mensch, der besch¨¹tzt werden musste. Etienne gehorchte ihm und sah ihm schweigend bei der Arbeit zu. Nach knapp einer Stunde war er fertig und sie hatte unweigerlich gro?e Augen. Er hatte innerhalb kurzer Zeit eine Uniform geschaffen. Haupts?chlich war sie schwarz, hatte hier und da ein paar wei?e Striche, goldene Kn?pfe und ein goldenes Emblem ¨¹ber der linken Brust. Die schwarze Farbe gefiel Etienne. Aber es gab keine Hose. Er hatte keine magischen Reliquien genutzt. Oder handwerkliche Symbole, welche seit einigen Jahrzehnten popul?re Werkzeuge in nahezu allen handwerklichen Berufen waren. ?Das haben Sie aber schnell hinbekommen. Ist sie schon fertig?¡° Er zuckte mit den Schultern und Etienne bemerkte die R?te an seinen Ohren, ?Ich habe vorgefertigten Stoffschnitt, da h?ufiger Sch¨¹ler bei mir bestellen. Ich musste so einige Uniformen dieser Art machen. Probiere sie an. Und nein, ich habe noch einiges zu tun. Deswegen auch erst heute Abend wieder abholen.¡° Alberto ging zu einem anderen Schrank und holte eine Bluse hervor. Betrachtete sie einige Moment und holte dann eine andere heraus, welche er ihr gab.The narrative has been taken without authorization; if you see it on Amazon, report the incident. Etienne tat es ungern, aber er gab ihr den Freiraum, sich schnell umzuziehen. Die Luft im Raum f¨¹hlte sich kalt an ihren Zehen an. Aber der Stoff lag daf¨¹r angenehm auf ihrer Haut. Etienne konnte ihre Arme strecken, ohne dass es unangenehme Einschnitte in ihren Achseln gab oder dass es um ihren R¨¹cken spannte. ?Es passt sehr gut¡°, sagte sie anerkennend. Sie mochte immer noch keine Schneider. Aber er war der Erste, dem sie begegnet ist, der keinerlei magischen Utensilien f¨¹r seine Arbeit nutzte. Sie bewunderte es, fragte sich aber zeitgleich, inwiefern das produktiv war. ?Lassen Sie mich mal schauen¡°, sagte er und trat zu ihr. Sie hasste es, als er anfing ihr Befehle zu erteilen und an verschiedenen Stellen am Stoff zupfte und es kontrollierend betrachtete. ?Sie m¨¹ssen lange gelernt haben, um das so gut zu k?nnen¡°, sagte sie, in einem weiteren Versuch, ein Gespr?ch zu starten. Er brummte zustimmend und ein stolzes L?cheln schlich sich auf sein Gesicht. Aber er sagte immer noch nicht viel. Nach einigen Momenten nickte er zufrieden und sie sah den Stolz in seinen Augen, ?Ziehen Sie sie wieder aus. Ich muss noch den Namen dran sticken. Und hier und da noch etwas n?hen. Und B¨¹geln.¡° Etienne zog sich wieder um und gab ihm l?chelnd die Uniform wieder, ?Mein Vorname reicht.¡° Er blinzelte einige Male und sah sie stirnrunzelnd an, schien protestieren zu wollen, lie? es aber. Sein Auge starte kurz in die Leere. Dann nickte er langsam und sagte nach einigen Sekunden Stille, ?Nun gut.¡° Alberto drehte sich zu seinem Arbeitsplatz zur¨¹ck und holte eine Nadel und F?den hervor. Er holte ein Stift und Papier hervor und forderte sie auf, ihren Namen zu buchstabieren. Sie tat es und er nickte zufrieden, bevor er sie wieder aus dem Raum f¨¹hrte. Sie beide verlie?en den Raum und Etienne sah zu ihrer Tante, welche gerade durch die T¨¹r trat. Tatinnes innere Uhr war immer auf die Sekunde perfekt eingestellt. ?Vielen Dank f¨¹r ihre Arbeit¡°, sagte sie zu Alberto. Dieser nickte ihr still zu. Sein Blick war etwas weicher. Anscheinend mochte er es, wenn seine Arbeit Anerkennung erhielt. Und Etienne freute sich, ihm diese geben zu k?nnen. Sie mochte immer noch keine Schneider. Aber bei Alberto w¨¹rde sie eine kleine Ausnahme machen. Der Djinn kam zu ihr und setzte sich auf ihre Schulter. Erneut suchte er sich eine gem¨¹tliche Postion und schien anschlie?end schnell wieder eingeschlafen zu sein. Alberto trat hinter den Tresen und fing an, etwas in seine Unterlagen zu schreiben. ?Hat alles funktioniert?¡°, erkundigte sich Tatinne, ?Wann sollen wir wiederkommen?¡° ?In zwei Stunden¡°, sagte er. Tatinne schnalzte mit der Zunge, ?Mache daraus sieben. Wir kommen vor Ladenschluss kurz vorbei. Lege es einfach in die Tasche.¡° Alberto nickte und Tatinne deutete Etienne, wieder hinauszugehen. Sie bedankte sich noch mal bei dem alten Schneider und folgte ihrer Tante hinaus. Sie wich zwei Menschen aus, welche darauf warteten, dass sie hinausgingen. Hinter einem jungen Mann war ein junges M?dchen mit bleichen Haaren und blutroten Lippen. Ihre stahlgrauen Augen, versteckt hinter einer Brille und auf den Boden gerichtet, stachen von ihrer hellen Haut hervor. Etienne war ¨¹berrascht von ihrem ungew?hnlichen Aussehen. Es war sehr markant und zog die Blicke auf sich. Sie erinnerte Etienne beinahe an einen Geist, welcher einem tief in die Seele blicken konnte. ?Um Himmels willen, nicht schon wieder¡°, meinte Alberto, sobald er sie erblickte. Sie schien zusammen zu zucken. Etienne folgte schweigsam ihrer Tante, bis sie merkte, wie Catjill sich aufrichtete und zur¨¹ckblickte. ?Was ist los?¡°, fragte sie ihn. ?Was w¨¹rdest du ohne mich nur machen?¡°, fragte er in einem herablassenden Ton, ?Du w¨¹rdest immer noch verloren durch die W¨¹ste wandern. Wahrscheinlich immer im Kreis, bis die Aasgeier genug von dir haben und sich dich vornehmen.¡° ?Lass den Schwachsinn und sag mir, was los ist.¡° ?Sie hat eine Verbindung zum n?chsten Stein¡°, sagte er m¨¹rrisch und suchte eine gem¨¹tliche Position auf ihrer Schulter. Etienne sah noch mal ihr. Sie holte eine Uniform aus der Tasche hervor, die Wangen waren stark ger?tet, w?hrend Alberto zu schimpfen anfing. Dann fiel die T¨¹r ins Schloss. ?Sah aus wie die meine, oder?¡°, fragte sie Catjill leise. Dieser legte sich wieder hin und antwortete, ?Ich bin mir sehr sicher, wir werden ihr morgen ¨¹ber den Weg laufen. Vergraule sie nicht.¡° Etienne streichelte ihn hinter dem Ohr und merkte, wie er ihrer Ber¨¹hrung entgegenkam. Er sehnte sich h?ufig nach Zuneigung, auch wenn er das nicht zeigte. Das verwunderte sie nicht, wenn sie bedachte, wo sie ihn gefunden hatte. ?Normalerweise vergraule ich niemanden¡°, erwiderte sie nachdenklich. ?Du vergraulst jeden. Nimm dir an Raffaels Ausstrahlung ein Beispiel. Dann w¨¹rdest du vielleicht auch von mehr Menschen umgeben sein, als von einem Geist und... ah ja, noch mehr Geistern. Herzlichen Gl¨¹ckwunsch, was f¨¹r eine bunte Mischung.¡° Etienne verzog das Gesicht und h?rte auf, ihn zu streicheln. Verfluchter Djinn. Dass er sie ausgerechnet mit dieser Nervens?ge vergleichen musste. Der erste Tag in Calisteo: Der B眉cherturm ?Wohin gehen wir jetzt?¡°, fragte sie unzufrieden ihre Tante. ?Wir besorgen dir die B¨¹cher. Und ich habe dir ein Termin f¨¹r einen Test organisiert. Der Direktor wird dich beaufsichtigen, sobald wir da sind. Das wird das Ganze etwas beschleunigen. Ich werde ihn vielleicht etwas bedrohen m¨¹ssen, aber er wird dich schon morgen hereinlassen.¡° Etienne seufzte, ?Du steckst viel M¨¹he rein, mich in diese Schule zu bekommen. Was, wenn ich komplett versage?¡° Sie sah wie Tatinne unter ihrer Kapuze grinste, ?Raffael ist in der obersten Klasse. Ich bin sicher, desto n?her du ihm bist, desto n?her bist du deinem Ziel. Dementsprechend, solltest du sehr gut abschneiden, damit du auch dorthin kommst, nicht?¡° Sie entgegne ihr Grinsen, ?Das w?re nicht notwendig. Ich k?nnte auch einbrechen und herausfinden, wo er den Stein versteckt.¡° ?Das wird sich als nicht so einfach herausstellen¡°, wandte Tatinne ein, ¡°Immerhin bist du gestern Nacht vor meiner T¨¹r aufgetaucht, eben weil genau das nicht funktioniert hat.¡° Etienne ignorierte den Einwand, ?Meine Pl?ne haben sich sowieso soeben etwas ge?ndert. Und keine Sorge, ich wei? wie viel dir Prestige bedeutet. F¨¹r dich werde ich die beste Punktzahl herausholen.¡° Tatinnes L?cheln verpuffte und sie erwiderte, ?Es geht mir hier nicht um Prestige.¡° Etienne bedachte sie vorsichtig. Worum ging es ihr dann? Sie zweifelte es an, dass Tatinne solch ein Unterfangen anstellen w¨¹rde, nur um ihr mit dem Stein zu helfen. Da gab es andere M?glichkeiten ran zu kommen. Sie betraten nach mehreren Stra?en ein sehr hohes Geb?ude. Es war ein B¨¹cherladen. Er war vom Umfang her klein, jedoch ragte er so weit nach oben, dass Etienne sich sicher war, es m¨¹sste mal ein Aussichtsturm gewesen sein. Es war erst einige Jahrzehnte her, seit die Papierindustrie neu aufgebaut wurde und der Buchdruck in Gang kam. Damals gab es noch keinen Grund, B¨¹chereien zu bauen. Also wurden alte, ungenutzte Geb?ude umgestaltet. Etienne konnte die Menge an Stockwerken nicht absch?tzen, bewunderte aber die Menge an Regalen, welche voll gef¨¹llt waren. Calisteo schien hier aufgestockt zu haben. Zu ihrer Rechten verlief direkt eine Treppe zur n?chsten Ebene, welche um die Ecke in einer n?chsten Treppe m¨¹ndete, welche in die n?chste Ebene f¨¹hrte und so verlief es bis nach ganz oben. ?Das ist dein Regal¡°, sagte Tatinne. Etienne blickte zu ihrer Tante und entdeckte sie neben einem Regal voller Schulb¨¹cher. Als sie genauer hinblickte, stellte sie fest, dass das ganze erste Stockwerk allein, Schulb¨¹chern gewidmet war. Sie verzog das Gesicht, ?Ist das nicht eine ziemliche Papierverschwendung?¡° ?Erik!¡°, rief Tatinne in den Laden hinein. Ein junger Mann mit Brille und viel zu gro?er Kleidung stolperte zu ihnen her¨¹ber. Die Brille rutschte ihm die Nase herunter, ?Tatinne! Wie sch?n, dich wiederzusehen! Bestimmt bist du hier wegen der neuen B¨¹cher, welche wir aus Vheruna neu eingeliefert bekommen haben. Eins ist dabei, welches erst k¨¹rzlich aus einer Stadt der alten Welt erbeutet wurde und mittlerweile gehen viele Kopien herum. Nicht zuletzt, konnte ich mir eine besorgen. Ich habe sie extra f¨¹r dich noch nicht zum Verkauf ausgestellt. Willst du es dir anschauen?¡° ?Normalerweise jederzeit, Erik. Aber heute leider nicht. Ich bin wegen meiner Nichte hier. Ich brauche B¨¹cher. F¨¹r unsere herzallerliebste gehobene Schule. Alle, die das Kind hier braucht.¡° Die warmen Augen hinter den leicht getr¨¹bten, alten Gl?sern wanderten ¨¹berrascht zu ihr. Dann strahlte er sie an, ?Was gibt es Erf¨¹llenderes, als mit jedem Buch eine neue kleine Welt, voller K?nnen zu offenbaren? Selbstverst?ndlich, so viele du willst! Soll ich sie dir nach Hause zuschicken?¡° ?Nicht n?tig, wir nehmen sie direkt mit.¡° Erik sah mit erhobenen Augenbrauen zu den zwei Frauen, ?Das wird schwer. Aber das wundert mich nicht, du wolltest dir noch nie B¨¹cher zuschicken lassen.¡°Enjoying the story? Show your support by reading it on the official site. Dann fing er an, die B¨¹cher zusammenzutragen und Etienne blinzelte verwirrt ¨¹ber die Menge. ?Du machst Witze¡°, meinte sie zu Tatinne, ?Erwartest du von mir wirklich, dass ich all das trage?¡° Tatinne sah auf den Stapel und hob die Braue, ?Ich w¨¹sste nicht, wo das Problem liegt. Wenn du das alles in deinem Kopf h?ttest, w?re es sicherlich leichter zu tragen.¡° Etienne verdrehte die Augen, ?Ich dachte, es ginge dir darum, mir ein gutes Schulerlebnis zu bescheren.¡° ?Das wirst du haben, wenn du dich anstrengst.¡° Etienne unterdr¨¹ckte ein Seufzen und ¨¹berlegte sich, ob sie die kommende Scharade einer braven Sch¨¹lerin wirklich in Angriff nehmen wollte. Catjill lenkte sie von ihren Gedanken jedoch ab, als er sich ungeschickt auf ihrer Schulter bewegte. ?Vorsicht mit den Krallen¡°, murmelte sie warnend, als sie erneut sp¨¹rte, wie er diese in ihre Jacke stach. Sie liebte ihre Jacke. Sie war ein Zeichen von Etiennes harter Arbeit und Unabh?ngigkeit und bot ihr ein Gef¨¹hl von Sicherheit und Geborgenheit. Und seit sie ihren Djinn erhalten hatte, schien dieser stetig ihre Jacke zu bedrohen. Dann nahm er jedoch ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch, als sie feststellte, dass er sehr gezielt um sich sah, bis sein Blick sich auf die Eingangst¨¹r fokussierte. Etienne h?rte Menschen drau?en reden, einige Stimmen stachen besonders heraus, wahrscheinlich weil sie sich genau vor der T¨¹r befanden. Catjills Ohren zuckten, w?hrend er sich zu konzentrieren schien und Etienne merkte, wie er eine Spur aufnahm. Sein Schwanz zuckte und dann sagte er anschlie?end, ?Die haben auch eine Verbindung zu einem Stein. Aber¡­ nicht so eindeutig wie dieser wandernde Geist von vorhin.¡° Die Menschen betraten den Raum und Etienne be?ugte sie kurz. Sie trat zur Seite, um sie nach vorne durchzulassen, wo Tatinne am Tresen noch die B¨¹cher durchschaute. Es handelte sich um zwei junge M?nner und eine junge Frau. Sie waren alle vornehm gekleidet, hatten Blazer, schicke Hosen und Schuhe an. Die junge Frau war gekleidet in einer langen schwarzen Stoffhose, welche in einer schwarzen Bluse endete. Ihre kurzen Haare waren ebenfalls schwarz und verliehen ihr mit einem kurzen Schnitt eine sanfte Eleganz, welche nicht zu aufdringlich aber unterschwellig zu sp¨¹ren war. Doch mit Ausnahme der kalten Atmosph?re, welche sie mit sich in den warmen B¨¹cherladen hineinbrachten, schienen sie kaum andere Gef¨¹hle auszustrahlen. Au?er dem junge Mann in deren Mitte. Sie unterhielten sich weiterhin leise und einer von ihnen sah sich Etienne kurz von oben bis unten an. Sie l?chelte seinem wachsamen Blick entgegen und er drehte sich dann um. Wahrscheinlich hat er sie als ungef?hrlich eingestuft. Sie sahen sich auch Tatinne an, jedoch schienen bei der Beobachtung das Gespr?ch kurz innezuhalten. Etienne beobachtete sie, wie sie ein paar Worte austauschten und kam zur Schlussfolgerung, dass sie Tatinne als die Person erkannten, die sie war. Tatinne sah kurz zu ihnen, gr¨¹?te sie mit einem Nicken und sah dann zu Etienne, ?Nimm sie alle mit und folge mir.¡° Etienne beeilte sich, unter den erneut wachsamen Blicken der drei Menschen, die B¨¹cher zu nehmen und ging hinaus. Sie w¨¹rde sp?ter herausfinden, wer sie waren. Unabh?ngig Tatinnes M¨¹hen sie heute in die Schule zu bringen, hatte sie zumindest zwei sehr gute Hinweise auf die restlichen zwei Steine bekommen. Raffael w¨¹rde sie sich als letztes vornehmen und bis dahin w¨¹rde sie daran arbeiten, sich Bedingungen f¨¹r eine M?glichkeit zu schaffen, ihn zu bekommen. Etienne war hocherfreut ¨¹ber den Djinn. Es hatte etwas gedauert, bis er ihr den Hinweis auf den ersten Stein gegeben hatte. Doch nun schien das Gl¨¹ck auf ihrer Seite zu sein. Durch ihren Vertrag war er dazu verpflichtet, sie zu den Steinen zu f¨¹hren. Er musste nur eine Spur finden und seine Magie erlaubte ihm genau das. Es lag an ihr, die Indizien zusammenzutragen. Sein gro?spuriges Versprechen, schnell an die Austreibungsreliquien heranzukommen, schien er zu halten. ?So, wir haben alles besorgt, bis auf die Schuhe. Um diese kann ich mich sp?ter k¨¹mmern¡°, sagte Tatinne. Sie schien mehr zu sich selbst zu sprechen, als zu Etienne, als w¨¹rde sie gedanklich eine Liste abhaken. Etienne hob den Kopf und versuchte ¨¹ber den Rand der B¨¹cher zu blicken. Sie war nicht sonderlich erfolgreich, ?Wohin gehen wir?¡° Sie stolperte und wurde angerempelt, wof¨¹r sich der nette Mann gleich wieder entschuldigte. Etienne nickte ihm freundlich zu und sah sich nach ihrer Tante um. ?Tatinne?¡° Sie hielt inne und bemerkte entsetzt, dass sie diese nicht mehr sah. Stattdessen kreuzte eine Menge Menschen ihren Weg, wichen ihr mit einem genervten Blick aus und versperrten ihr die Sicht. ?Oh, so ein Mist¡°, murmelte sie. Sie ging zu einem der H?user und legte die B¨¹cher auf eine kleine Treppe. Dann streckte sie sich und blickte sich noch einmal um, in der Hoffnung Tatinne noch zu erblicken. Der Djinn seufzte, ?Genauso verloren, wie im Chateau.¡° ?Du hast mich in den Gang hineingeschickt¡°, erinnerte sie ihn. ?Du bist falsch abgebogen¡°, sagte er und machte ihr dann ein Angebot, ?Soll ich dir dabei helfen, sie wiederzufinden? Es wird nur ein kleiner Preis sein.¡° Sie streichelte ihn hinter dem Ohr. Er war m¨¹de, erst recht nach dem letzten Tag. Catjill war noch jung. Es bereitete ihm keine Probleme, seine Magie einzusetzen, aber er ¨¹bertrieb es und war danach meistens wieder ersch?pft. ?Leg dich wieder schlafen¡°, sagte sie zu ihm, ?Ich brauche dich morgen mit voller Energie.¡° Er brummte unzufrieden. Tat dann, wie sie ihm gesagt hatte. Der erste Tag in Calisteo: Eine freundliche Seele Etienne sah sich die Menschen an, die vorbeiliefen. Sicherlich w¨¹rde ihr jemand erkl?ren, wie sie zur Schule kommen w¨¹rde. Sie m¨¹sste nur jemanden finden, der nicht hastig an ihr vorbeiging. Doch es schien, als w¨¹rde sie f¨¹r die Meisten nicht existieren. Sie sahen alle nur vor sich hin, keiner erwiderte ihren fragenden Blick. Und als sie versuchte jemanden anzusprechen, wurde sie mit einer abweisenden Handgeste zum Schweigen gebracht, bevor sie die Chance hatte, sich nach dem Weg zu erkundigen. Vielleicht sollte sie jemanden anrempelt? Aus Versehen nat¨¹rlich. Sicherlich w¨¹rden sie dadurch kurz innehalten und Etienne w¨¹rde sie schnell fragen k?nnen. Bevor sie dazu kam, entdeckte sie einen jungen Mann aus dem Gesch?ft ihr gegen¨¹ber treten. Er hatte eine bunte Sch¨¹rze an und seine schwarzen Haare waren zu einem kleinen Zopf gebunden. M¨¹de fuhr er sich mit der Hand ¨¹ber das Gesicht und nippte an einem Becher, welcher wahrscheinlich aus dem Laden hinter ihm kam, bei welchem es sich um ein Teehaus handelte. Er erblickte sie und hob fragend die Augenbrauen, als sich ihre Blicke kreuzten. Gl¨¹cklich, dass jemand sie anerkannte, ging sie schnell zu ihm her¨¹ber, ?K?nnten Sie mir vielleicht weiterhelfen?¡° ?Sie?¡°, fragte er am¨¹siert ¨¹ber ihre Anrede an ihn. Er musterte sie von oben bis unten, dann blickte er zu den B¨¹chern, welche sie auf der Treppe gelassen hatte. Sie bemerkte wie sein Blick l?nger an diesen verweilte und dann langsam zu ihr wanderte und er vorsichtig fragend feststellte, ?Neu in der Stadt?¡° ?Woher wei?t du das?¡°, fragte sie ¨¹berrascht. ?Ich hab dein Gesicht noch nie zuvor gesehen¡°, antwortete er ihr. Etienne l?chelte, ?Du willst mir sagen, du hast dir jedes Gesicht in dieser Stadt gemerkt?¡° ?Nein, aber ich habe dieselben B¨¹cher, wie die hier¡°, sagte er lachend und deutete auf ihren Stapel, ?und die Menge an Menschen, die sie hat, ist nicht sonderlich gro?.¡° ?Der Schlussfolgerung kann ich nichts entgegenstellen¡°, sagte sie l?chelnd, ?Ich bin Etienne. Und ich bin neu in der Stadt, auf bestimmte und unbestimmte Zeit. Wobei sich die Zeit verk¨¹rzen k?nnte, wenn ich nicht meine Tante wiederfinde. Du gehst hier auf die Schule?¡° Er nickte und nippte an seinem Becher, ?Hat deine Tante wiederzufinden mit deinem Hilfegesuch zu tun?¡° ?Ja,¡° meinte Etienne, ?Genau genommen w¨¹rde ich mich freuen, wenn mir jemand den Weg zur Schule beschreiben w¨¹rde. Du bist die erste Person, die mich ¨¹berhaupt gesehen hat.¡° Er blickte auf die Stra?e und l?chelte verst?ndnisvoll, ?Die meisten Gesch?fte haben um diese Uhrzeit Mittagspause oder Schichtwechsel. Die Leute beeilen sich die kurze Zeit zu nutzen¡°, er sah wieder zu ihr, ?oder zur Arbeit zu kommen.¡° ?Dann lass mich dich nicht zu lange aufhalten. Es reicht, wenn du mir kurz beschreibst, wie ich hinkomme.¡° Seine Augen musterten die B¨¹cher und dann wanderte sein Blick wieder zu ihr, ?Gib mir ein Moment.¡° Er ging wieder hinein. Sie sah, wie er drinnen mit einem Mann sprach und anschlie?end ohne seine Sch¨¹rze wieder herauskam. Als sie ihn ohne Sch¨¹rze erblickte, stellte sie schnell fest, dass im Vergleich zu den Menschen, die sie bisher gesehen hatte, seine Kleidung ziemlich abgetragen aussah. Auch seine Schuhe schienen alt zu sein, an einer Stelle sah es so aus, als w?re ein Riss geflickt worden. Er trat hinaus und sagte, ?Es ist nicht allzu weit weg von hier. Ich kann dich hinbegleiten.¡° ?Ich will dir nicht deine Mittagspause nehmen¡°, erwiderte Etienne. ?Das ist kein Problem¡°, sagte er und nahm die H?lfte des Stapels, ?Mal abgesehen davon habe ich so die Chance, mit einem k¨¹nftigen Klassenkameraden Bekanntschaft zu machen.¡° Etienne nahm die restlichen B¨¹cher und sah ihn dankend an, ?Das ist sehr nett von dir.¡° Es war so ungewohnt. Die meisten Interaktionen mit fremden Menschen waren mit Problemen verkn¨¹pft. Raffaels nerviges Gesicht tauchte vor ihrem Auge auf. Und auch wenn er nicht der Schlimmste war, mit dem sie sich auseinandersetzen musste, machte die Konfrontation am Morgen sie dennoch furchtbar w¨¹tend. Er war eindeutig der nervigste. Dieser hier hingegen schien absolut harmlos. Etienne sp¨¹rte von ihm keine Bedrohung ausgehen, keine Feindseligkeit oder Hinterlistigkeit. ?Ich bin Anaki¡°, sagte er zu ihr, ?Ich gehe in die dritte obere Klasse unserer Schule. Wenn du zu uns wechselst, dann wirst du wohl auch in dieser Klasse sein. Wir haben noch ein paar Pl?tze frei.¡° ?Ist es eine gute Schule?¡°, fragte Etienne im Versuch etwas mehr ¨¹ber diese herauszufinden. Er grinste sie an, ?Unserer Stadt wird manchmal die Produktion von kompetenten K?pfen vorgeworfen. Wer auch immer hier seinen Abschluss macht, der kann in nahezu jeder anderen Stadt arbeiten.¡° ?Wirklich?¡°, Etienne lachte, ?Da schickt mich meine Tante aber wohin.¡° ?Keine Sorge, so geht es den meisten Sch¨¹lern hier. Die Eltern entscheiden, wo es hingeht. Oder eher die Erziehungspersonen¡°, sagte er trocken. Etienne merkte die Missbilligung in seiner Stimme, doch dieser Ton verschwand, als er weiterredete, ?Nicht aber, dass es nur an diesen liegt. Den meisten in der Stadt ist bewusst, welche Zukunftsaussichten ein Titel hier hat.¡° ?Ist wahrscheinlich mit viel Arbeit verbunden?¡°, fragte Etienne. Er schnaubte, ?Die Erwartungen sind sehr hoch. Vor allem was das selbstst?ndige Lernen angeht. Aber wir haben auch mal unsere Freizeit. Was mich zur Frage f¨¹hrt, was du heute in der Schule vorhast? Heute ist kein Unterricht.¡° ?Meine Tante hat einen Test f¨¹r mich organisiert. Den muss ich noch machen.¡° Anaki blickte leicht erschrocken zu ihr und dann zu den B¨¹chern. Ihre Aussage schien ihn vorm Kopf zu sto?en, ?Du musst ihn noch machen? Etienne, du wei?t also nicht gar nicht, wie du eingestuft wirst?¡° ?Nein, ich habe keine Ahnung¡°, sagte sie lachend, ?Aber wenn meine Tante das so sieht, dann wird das schon so kommen.¡° Anaki sagte f¨¹r ein paar Momente nichts und seufzte dann, ?Lass es dir nicht zu nahe gehen, wenn es nicht klappt. Es gibt so viele Sch¨¹ler, dessen Eltern dasselbe gemacht haben. Manche sind komplett zusammengebrochen, weil sie den Erwartungen nicht gerecht wurden.¡° ?Das tut mir leid f¨¹r sie¡°, meinte Etienne, ?Aber ich werde sowieso nicht allzu lange hier bleiben. Ehrlich gesagt, wenn es nicht f¨¹r meine Tante w?re, dann w¨¹rde ich mir nicht sonderlich viel M¨¹he damit geben.¡° Oder wenn es nicht f¨¹r ihre neu gefundenen Spuren w?re. Anaki l?chelte, ?Was man nicht alles f¨¹r Familie tut. Wir haben ein paar solcher Leute bei uns in der Klasse.¡° ?Bist du auch wegen deinen Eltern dort?¡°, fragte Etienne. ?Nein¡°, sagte Anaki, ?Mir k?nnten meine ¡­ Erziehungspersonen herzlichst egal sein. Aber daf¨¹r, dass ich in der oberen Klasse bin und vern¨¹nftige Noten hervorbringe, bekomme ich F?rderung von der Schule. Das ist aktuell die beste Weise f¨¹r mich, um ¨¹ber die Runden zu kommen. Au?erdem ist meine Klasse besonders witzig.¡° Etienne blickte neugierig zu ihm. Sie waren mittlerweile eine Weile gelaufen und Etienne konnte Dachspitzen eines gro?en Geb?udes ausmachen, welches ¨¹ber alle anderen emporzuragen schien. Sie steuerten durch die Stra?en darauf zu und Etienne wurde sich sicher, dass das ihr Ziel war. ?Wieso ist sie besonders witzig?¡°, fragte sie bei ihm nach. ?Wir haben alle Provinzherrscher in einem Raum. Es ist zwar neutrales Gebiet und sie werden keinen Kampf anfangen, aber sie sind meistens sehr nahe dran¡°, sagte er l?chelnd.Find this and other great novels on the author''s preferred platform. Support original creators! ?Wie sind sie alle in eine Klasse gekommen?¡°, fragte sie. Nun hatte sie weniger Interesse, in diese Klasse zu kommen. Raffael war schon anstrengend genug. Tatinne hatte auch keinen positiven Ton genutzt, als sie ihr ein paar grundlegende Sachen ¨¹ber ihn erz?hlt hatte. Dennoch hatte sie Etienne sachlich ¨¹ber das N?tigste ¨¹ber ihn informiert. Sie hatte ihr jedoch noch nichts ¨¹ber die anderen zwei Herrscher erz?hlt. Wenn diese auch dort sitzen, dann w¨¹rde dies es ihr nicht leicht machen, an die Steine zu kommen. Dann erinnerte sie sich an Catjills Aussage, dass sie wom?glich schon morgen zumindest an eine Person sto?en k?nnte, welche sie n?her an den Stein bringen w¨¹rde. In eine h?her gestufte Klasse zu kommen, k?nnt ihr auch die M?glichkeiten geben, zu den Personen zu sto?en, welche sie f¨¹r ihre Ziele ben?tigte. Wenn sie stattdessen in eine tiefere Stufe kommen sollte und ihre Ziele in einer h?heren w?ren, w¨¹rde sie Etienne dann anh?ren oder abweisen? W¨¹rde Hierarchie eine Rolle spielen? ?Sie waren zuvor schon alle in derselben Klasse¡°, meinte Anaki, ?Es ist seit der Stadtgr¨¹ndung eine ungebrochene Regel, dass in der neutralen Provinz alle Kinder dieselben Chancen auf Bildung bekommen sollen, unabh?ngig ihre Provinzzugeh?rigkeit. Also finden sich hier alle Kinder, aus allen m?glichen Familien zusammen. Gilgian wurde als erster zum Herrscher. Er ist aber eigentlich viel sp?ter an die Schule gekommen, als Raffael und Elias. Und die letzten beiden haben erst in den letzten Jahren ihre Position bekommen. Wobei es bei Elias noch so eine undefinierte Sache ist.¡° ?Sollten sie sich nicht besser um ihre Provinzen k¨¹mmern?¡°, fragte sie. Anaki antwortete ihr nicht direkt auf die Frage. Sie traten langsam durch das Schultor und Anaki wurde von jemanden, der aussah wie ein Wachmann, gegr¨¹?t. Er betrachtete Etienne mit einem kurzen Blick, hielt sie aber weder auf noch sprach er sie an. ?Ich wei? was Raffael macht. Bei Elias ist das Ganze komplizierter. Und Gilgian scheint es nicht so ganz zu interessieren. Ich glaube, er l?sst die Untergebenen des alten Vorgesetzten ihre Arbeit machen. Diese waren es sowieso schon gewohnt, ohne den Provinzherrscher zu arbeiten. Gilgian bel?sst es scheinbar dabei.¡° ?Und die anderen beiden?¡°, fragte Etienne nach. Anaki be?ugte sie wachsam und meinte dann l?chelnd, ?¨¹ber Elias kann ich dir nicht viel sagen. Bei ihm ist das so eine Familiensache. Raffael hat hingegen viele Menschen eingestellt. Er hat seine Menschenkenntnis ganz gut nutzen k?nnen. Diese kam ihm ¡­ meistens zugute.¡° Sie betraten das Geb?ude und Anaki wechselte das Thema, ?Ich sch?tze, du musst zum Direktor?¡° Etienne nickte, ?Wahrscheinlich wird meine Tante schon da sein. Ich denke, das w¨¹rde sie am ehesten tun, als nach mir zu suchen. Sie hat wahrscheinlich eine gute Weile nicht mal gemerkt, dass ich weg war.¡° Tatinne war aufmerksam, bis sie sich in einem Gedanken verlor. Das passierte selten, aber wenn es vorkam, war sie nicht zu halten, bis sie diesen Gedanken ausgef¨¹hrt hatte. ?Dann auf zum Direktor¡°, sagte er und sie folgte ihm durch die gro?e Halle zu den Treppen, die sie dann emporstiegen. Die Decke spiegelte sich in dem wei?en Marmorboden und Etienne bewunderte die sch?nen Muster des Marmors. Die Eingangshalle war riesig. Sie gingen die mittlere Treppe hinauf, aber es gab noch weitere Treppen, welche alle zu einer h?heren Ebene f¨¹hrten, von welcher auf die Halle hinab geschaut werden konnte. Von dort gingen viele G?nge in unterschiedliche Richtungen und weitere Treppen f¨¹hrten in die n?chsten Stockwerke. Anstatt jedoch die vielen Treppen weiter hochzusteigen, gingen sie durch einen Gang und folgten diesem hindurch. Etienne hatte an den Schildern lesen k?nnen, dass sich in der Richtung die B¨¹ror?ume des Direktors, der Sekret?re und weiterer Mitarbeiter der Schule befanden. Schon bald h?rte Etienne hinter einer der Ecken, auf die sie zusteuerten, eine ihr bekannte Stimme. Und sobald sie um die Ecke gingen, erblickte sie ihre Tante. ?Tatinne!¡°, rief Etienne l?chelnd. Der Kopf der Frau fuhr zu ihr herum und die roten Locken, nun nicht mehr unter einer Kapuze, schwangen mit der abrupten Bewegung, ?Da bist du ja! Ich habe dir gesagt, du sollst bei mir bleiben. Wie hast du es geschafft zu verschwinden?¡° Anaki sah zu Etienne, ?Wenn deine Tante das sieht, dann wird es schon so kommen also¡°, rezitierte er ihre Worte, welche sie zuvor an ihn gerichtet hatte ?bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn es sich um die Spinne handelt.¡° Etienne l?chelte ihn an, verwundert dar¨¹ber, dass er sich an ihre Worte noch erinnern konnte, ?Ehrlich gesagt, war es gar nicht so gemeint, wie es jetzt den Anschein macht.¡° Als sie bei den zwei Personen ankamen, l?chelte Etienne und legte die B¨¹cher auf den breiten Fenstersims und streckte sich, ?Meine G¨¹te, sind die schwer!¡° Auch Anaki stellte den Stapel zu den anderen und nickte Tatinne und dem Mann, mit dem sie sprach, freundlich zu. Tatinne seufzte, ?Wieso bist du immer so unvorsichtig?¡° ?Ich bin nicht unvorsichtig. Du h?ttest mir ruhig helfen k?nnen, dann h?tte ich vielleicht noch was sehen k?nnen, w?hrend ich versucht habe dir hinterherzulaufen.¡° Tatinne schnaubte, ?Stell dich nicht so an, das w?re f¨¹r dich absolut machbar gewesen.¡° Anaki meldete sich kurz zum Wort, ?Ich verabschiede mich. Wir sehen uns wahrscheinlich morgen. Du kannst dich gerne an mich halten am Anfang, nur so zur Orientierung. Wir haben hier sonderbare Regeln. Viel Erfolg.¡° Etienne wollte ihm Danken, doch dies ¨¹bernahm Tatinne f¨¹r sie, ?Danke Anaki. Ich bin sicher, das wird ihr am Anfang gut helfen.¡° Anaki ging zur¨¹ck und Etienne hoffte, dass sie ihm nicht zu viel von seiner Pause genommen hatte. Bei seinem schnellen Schritt glaubte sie jedoch, dass das Gegenteil der Fall war. Sie wandte sich von ihm ab und blickte zu dem Mann. Er war schick in einem Anzug gekleidet, die Haare gepflegt, wie ein Gesch?ftsmann. Sie waren lang und schwarz, mit grauen Str?hnen, welche sich durch sie zogen. Sie streckte ihm die Hand entgegen, ?Hallo, ich bin Etienne.¡° Der Mann sch¨¹ttelte ihre Hand und sagte, ?Mein Name lautet Matteo Merlian. Ich bin der Direktor dieser Schule.¡° ?Fast wie Merlin¡°, sagte Etienne staunend. Ihre Tante seufzte. Er blickte zu den B¨¹chern und runzelte die Stirn, ?Tatinne, ich werde Ihnen nicht den Gefallen in der Form erf¨¹llen, dass ich Ihre Nichte einfach durchkommen lasse.¡° Tatinne verdrehte die Augen, ?Danach habe ich auch nicht gefragt.¡° Merlian fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht und blickte zu Etienne. Er sah aus, als w?re er kurz vor einem Nervenzusammenbruch und Etienne gab ihrer Tante einen fragenden Blick, welche diesen mit einem ratlosen Schulterzucken erwiderte. ?Folgen Sie mir, junge Dame.¡° Er betrat sein B¨¹ro und Etienne folgte ihm, nachdem sie den Djinn an Tatinne ¨¹bergeben hat, ?Pass gut auf ihn auf¡°. ?Beeile dich¡°, rief Tatinne ihr hinterher. ?Ist es schwer?¡°, fragte Etienne den Direktor, als die T¨¹r ins Schloss fiel. ?Es hat unterschiedliche Kategorien. Mit jeder Kategorie wird er schwerer.¡° ?Haben sie den Test auch mal gemacht?¡° Er blinzelte sie verwirrt an, ?Weshalb sollte ich?¡° ?Wieso nicht?¡°, fragte Etienne zur¨¹ck. Irgendjemand musste sie machen. Der Mann atmete tief durch und holte dann einen gro?en Umschlag und einen Stift hervor. Er legte beides auf den Tisch und deutete Etienne sich ihm gegen¨¹berzusetzen. Er schien genervt, ob das jedoch an ihren Fragen lag, konnte sie nicht sagen. Es h?tte genauso gut das Gespr?ch mit Tatinne sein k?nnen. ?Viel Spa?.¡° Nach drei Stunden trat sie wieder aus dem Raum. Ihre Tante erwartete sie gelangweilt, hatte aber diesmal eine T¨¹te in den H?nden. Etienne gab ihr einen Umschlag, ?Das wird meine neue Klasse sein.¡° Tatinne nickte und ?ffnete diesen, ?Sehr sch?n. Gut, dass wir die Sachen nicht umsonst gekauft haben.¡° ?Willst du mir diesmal mit den B¨¹chern helfen?¡°, fragte sie ihre Tante, w?hrend sie zu dem Stapel ging. Tatinne seufzte und nahm sich die obersten zwei B¨¹cher, ?Gehen wir.¡° Etienne verdrehte die Augen und legte den Stapel, den Anaki neben ihren hingelegt hatte, auf den ihren. Dann nahm sie die B¨¹cher und lief ihr hinterher, ?Verliere diesmal nicht deine geliebte Nichte.¡° Der Stolz Calisteos: Die alte Schule Etienne folgte der netten Sekret?rin, Miss Arvon. Sie war in einem Anzug gekleidet und hatte ein Klemmbrett, auf das sie immer wieder schaute, wenn sie Etienne etwas erz?hlte oder wenn sie Halt machten. Als sie durch den leeren Schulhof ging, verschwand ihre M¨¹digkeit und sie war beeindruckt von dem pr?chtigen Geb?ude. Sie wurde eine Stunde vor Schulbeginn beim Sekretariat erwartet. Als sie am Morgen an der Schule angekommen war, hatte sie nur wenige Sch¨¹ler gesehen. Doch danach verbrachte sie fast zwei volle Stunden damit, durch die Schule zu laufen. Etienne wurde die Bibliothek gezeigt und der botanische Garten. Sie wurde durch mehrere Sporthallen im hinteren Bereich der Schule gef¨¹hrt und ihr wurden zwei weiteren Bibliotheken gezeigt. Sie kam an einigen Sch¨¹lern vorbei, welche sie neugierig musterten und Etienne konnte nach kurzem Mustern auch erkennen, dass sie alle eine andere Uniform trugen. Etienne vermutete, dass deren Aufmerksamkeit durch ihre Kleidung und der Anwesenheit von Miss Arvon insbesondere geweckt wurde. Auch Miss Arvon, hatte das Tuscheln bemerkt und sie daraufhin nach ganz unten in den Keller gef¨¹hrt und ihr diesen gezeigt. So waren sie nicht mehr unter den Blicken der Sch¨¹ler gewesen und Etienne wurde erkl?rt, dass sie den Keller als Lagerstelle f¨¹r alle m?glichen Dinge nutzten. Auch Sch¨¹ler, welche einer AG angeh?rten, durften sich dort einen Platz f¨¹r ihre Gegenst?nde mieten. Um etwas Zeit zu vertreiben, hatte ihr die Sekret?rin ein B¨¹hnenbild gezeigt, an welchem aktuell gearbeitet wurde, f¨¹r ein Theaterst¨¹ck, welches von Sch¨¹lern geschrieben wurde und vorgetragen werden sollte und das scheinbar schon sehr bald. Etienne hatte Schwierigkeiten so zu tun, als w¨¹rde sie das Ganze interessieren. Als sie wieder hochkamen, waren schon alle in ihren Klassen. Etienne hatte die Ehre gehabt, sp?ter zum Unterricht antreten zu d¨¹rfen. ?Normalerweise wird am Anfang des Schuljahres die Schule den Sch¨¹lern durch andere Sch¨¹ler gezeigt. Da du aber mitten im Schuljahr kommst, werde ich dir alles zeigen¡°, hatte ihr die Sekret?rin gesagt. Nichtsdestotrotz, bemerkte sie viele neugierige Blicke aus den Fenstern. Wahrscheinlich hatte sich schon herumgesprochen, dass es einen Neuank?mmling gab. Etienne hoffte, dass die neugierigen Blicke nicht allzu lange andauern w¨¹rden. ?Hier haben wir den Club der alten K¨¹nste. Im Moment wird hier haupts?chlich Karate gemacht¡°, f¨¹hrte die Sekret?rin weiter aus, als sie an den Sporthallen vorbeigingen ?Unsere Clubmitglieder haben schon den siebten Sieg in Folge bei der Stadtmeisterschaft gewonnen und insgesamt dreimal landesweit den zweiten und viermal den dritten Platz belegt, gleich nach den Vertretern von Vheruna und den Mandragonrys. Und da die ersteren sowieso kaum einer besiegen kann, z?hlen wir den zweiten als den ersten Platz¡°, sie lachte und Etienne l?chelte h?flich, als sie den Ausf¨¹hrungen der Frau lauschte. In jeder Stadt gab es ¨¹ber Generationen hinweg eine Menge an au?ergew?hnlichen Menschen. Jeder wurde von klein auf mit allem ausgestattet, was ihm das ¨¹berleben erleichtern w¨¹rde. Und seit den letzten zwei Generationen, wurde langsam dazu ¨¹bergeleitet, wieder die Menschen f¨¹r die Gesellschaft zu produzieren, welche sie am Laufen halten konnten. Viele der alten, ¨¹berlebenswichtigen F?higkeiten wurden dennoch weiterhin vermittelt. Es war gut so, denn ansonsten h?tten sich die St?dte im Laufe der letzten Jahrzehnte niemals zu dem entwickeln k?nnen, was sie heute waren. Nach langer Zeit, standen die Menschen wieder an der Spitze der Nahrungskette, wenn auch immer noch unter starker Konkurrenz. ?Es ist Pflicht eines jeden Sch¨¹lers, einem Club beizutreten, mit Ausnahme der obersten drei Klassen. Diese sind viel zu besch?ftigt mit dem Lernen des normalen Stoffes, sodass sie sich auf Clubaktivit?ten nicht einlassen sollen. Aber nat¨¹rlich darfst du einem Club beitreten, wenn du es willst. Ich habe mitbekommen, du hast eine recht gute Punktzahl bei dem Test erreicht, das sollte f¨¹r dich also kein Problem darstellen¡°, sie lachte erneut, ?Empfehlen w¨¹rde ich es dennoch nicht, du wirst neben dem Schulstoff in andere Aktivit?ten eingebunden, welche du verpflichtet sein wirst, durchzuf¨¹hren. Aber davon k?nnen dir deine Klassenkameraden mehr erz?hlen.¡° Etienne l?chelte weiterhin h?flich, vermerkte aber, dass sie einen Weg finden sollte, das Ganze schnell ¨¹ber die B¨¹hne zu bringen. Sie w¨¹rde sich diese Schule nicht l?nger als n?tig freiwillig antun. Sie hatte kein Interesse an dem Wissen, welches die Schule ihr bieten w¨¹rde. Die meisten F?cher waren darauf ausgelegt, der Stadt zu dienen. Hierf¨¹r brachten sie den Sch¨¹lern alte Wissenschaften bei, wie Physik und Chemie. Auch alte Geschichte wurde gelehrt, jedoch nicht so intensiv wie die neue Geschichte. Die alte Welt hatte kaum noch Einfluss auf das Leben der Menschen. Um Kultur jedoch zu bewahren und alte Wurzeln aufzudecken, wurde auch hier in geringem Ma?e gef?rdert. Viel interessanter schienen die F?cher f¨¹r die Administration und Politik zu sein. Doch auch damit konnte Etienne nichts anfangen. Neugierig war sie jedoch auf die Klasse der neuen Gesch?pfe. The narrative has been taken without authorization; if you see it on Amazon, report the incident. Seit dem Untergang der alten Welt, sind viele Wesen emporgestiegen, welche den Menschen Konkurrenz gemacht hatten. Das Basiswissen hatte Etienne bereits zu Gen¨¹ge geh?rt, wunderte sich aber, was die Schule hier zu bieten hatte. Vielleicht w¨¹rde sie auch die Bibliotheken durchsuchen. Die Frau blickte mit strahlenden blauen Augen zu ihr her¨¹ber und zupfte an einer Locke, welche aus der strengen Hochsteckfrisur locker an ihrem Hals herunterhing. Es lie? ihr noch den Anschein der jungen Frau, die sie war, ?Wir haben dich in unsere j¨¹ngste Klassenzusammensetzung untergebracht. Du wirst dich da sicher wohlf¨¹hlen. Da du neu in der Stadt bist, will ich dich warnen, dich unn?tig mit den anderen anzulegen. Du scheinst mir zwar nicht, wie eine Kriminelle, aber die gibt es im ¨¹berfluss an unserer Schule, und drei sitzen leider in deiner Klasse. Ah, wenn nur alle so vern¨¹nftig und nett wie Raffael und Elias w?ren. Leider nicht.¡° ?Ich komm in ihre Klasse?¡°, fragte Etienne. Die Frau gab ihr l?chelnd ihre Zustimmung und f¨¹gte hinzu, ?Du solltest dir ¨¹berlegen, eine gute Beziehung zu ihnen aufzubauen. Schlaue K?pfe werden immer bei den Provinzen ben?tigt. Du h?ttest gute Chancen, durch den Kontakt zu ihnen, an einen gut bezahlte und sichere Arbeit zu kommen. Ansonsten, wenn du besonders gut in der Schule abschneidest, k?nntest du auch in der neutralen Provinz arbeiten. Wir haben einen Mangel an Arbeitskr?ften in administrativen Bereichen. Viele tendieren nach Vheruna zu gehen, wenn sie die Chance haben. Auch wurden uns schon einige schlaue K?pfe von den herrschenden Familien der anderen St?dte abgeworben. Und die meisten Sch¨¹ler tendieren viel eher dazu, in die Sicherheitseinheit zu gehen. Das macht es nicht einfach, die Balance zwischen den Provinzen zu halten.¡° Etienne streichelte den Djinn, der an ihrer Schulter schlief und sein Schwanz zuckte leicht hin und her. Die Frau hatte ihm keine Beachtung geschenkt und Etienne hatte sich gefragt, ob ihr gutes Abschneiden im Test damit zu tun hatte, dass diese Frau nicht einmal bereit war den Kater an ihren Schultern zu hinterfragen. Wahrscheinlich lag es aber eher an seiner Magie. ?Die Nachricht einer neuen Sch¨¹lerin hatte sich in Windeseile verbreitet. Es sind schon alle so neugierig! Selbst die Lehrer¡°, sie lachte erneut, ?und dein Klassenlehrer, Herr Cruz, schw?rmt wahrscheinlich gerade deine neue Klasse voll, so wie ich ihn kenne. Er ist immer von den ganz Schlauen begeistert. Wenn du gut lernst und keinen ?rger machst, dann wird er dich immer unterst¨¹tzen. Lass dich aber nicht auf eine Diskussion mit ihm ein, er tendiert dazu, nie mit dem Gespr?ch aufzuh?ren.¡° Etienne versuchte etwas einzuwerfen, doch das Thema wechselte schnell. ?Hier habe ich deinen Stundenplan, schau ihn dir genau an¡°, sie nahm einen Zettel aus dem Klemmbrett und gab ihn Etienne. Etienne betrachtete diesen und war ¨¹ber die F?cher nicht ¨¹berrascht. Genau das, was sie sich vorgestellt hat. Was sie sich nicht vorgestellt hat, war die Menge der Stunden pro Tag, ?Ich soll jeden Tag zehn Stunden haben?¡° Die Sekret?rin blinzelte verwirrt und blickte sie noch einmal musternd an, ?Ist das etwa ein Problem?¡° Etienne l?chelte wieder, ?Nein, nein. Ich war nur kurz¡­ ¨¹berrascht¡°, unter diesen Umst?nden w¨¹rde sie immer nur sp?t Abends aus der Klasse kommen. Sie m¨¹sste, um nicht zu fr¨¹h aus der Schule zu fliegen, herausfinden, wie sie das mit ihrer Suche nach den Steinen vereinbaren sollte. Unter Umst?nden sollte sie mal genauer nachschauen, wie oft sie es sich leisten konnte zu fehlen. Sie musste die Scharade nur so lange mitmachen, wie sie auf der Spur der n?chsten zwei Steine kommen w¨¹rde. Bei der Situation mit Raffael w¨¹rde sie nicht an der Schule bleiben m¨¹ssen. Die Frau lachte nach einem kurzen Z?gern und Etienne folgte ihr dann die vielen, so vielen, Treppenstufen hinauf. Es ¨¹berraschte Etienne, dass Miss Arvon nicht aus dem Atem kam. Anscheinend musste sie mehrmals am Tag laufen. Der Stolz Calisteos: Neue Klasse Tumult brach aus, als eine T¨¹r zu ihrer Rechten aufgesto?en wurde und drei Sch¨¹ler herausfielen. Beinahe h?tte einer von ihnen Etienne in seinem Fall mitgerissen, doch sie schaffte es, ihm auszuweichen. Als er mit dem Gesicht auf dem Boden landete, sp¨¹rte sie das schlechte Gewissen. Sie h?tte ihm helfen sollen, doch ihr erster Impuls war es, zur¨¹ckzuweichen. Als er den Kopf hob und sie erschrocken anblickte, l?chelte Etienne ihn an, ?Alles in Ordnung?¡° Er err?tete und sah aus, als w¨¹rde er am liebsten im Boden versinken. Die anderen beiden beeilten sich, ihm aufzuhelfen. Miss Arvon trat an sie heran und Etienne konnte trotz des L?chelns der Frau sehen, wie der Zorn in ihren Augen aufleuchtete, ?Sind wir schon wieder am Schw?nzen, Keyen, Walo und Quinn?¡° Die Jungen sprangen in verschiedene Richtungen davon. Sie drehten sich nicht mal um. Etienne blinzelte verwirrt ¨¹ber die schlagartige Flucht. Die Sekret?rin schob w¨¹tend ihre Brille zurecht und atmete tief durch, ?Verzeih diese St?rung. Das ist leider ?fters der Fall als es sein sollte. Nur kommen sie damit durch, weil ihre Noten passen. Auch wenn Keyen sehr knapp an der Grenze ist.¡° Etienne l?chelte verunsichert und folgte der Dame weiter durch die Flure, w?hrend diese sich ¨¹ber die Sch¨¹ler auslie?. Sie vermerkte in ihrem Kopf, wie vieles von den Noten abhing. Sie w¨¹rde sich sicherlich das eine oder andere erlauben k?nnen, zumindest f¨¹r die Dauer ihres Aufenthalts. ?Voila!¡°, sagte Miss Arvon nach einer Weile, wieder gl¨¹cklich und am Strahlen. Sie klopfte an die T¨¹r, ?Deine Klasse.¡° Damit verlie? sie Etienne, die ihr nachdenklich hinterherschaute. An einer Abzweigung des Ganges sah Etienne ehrf¨¹rchtig zu, wie die Hand der Frau zur Seite schellte und kr?ftig einen Jungen an seinem Ohr hinter der Wand hervorholte und ihn dann unbarmherzig mit sich zog. Es war einer von vorhin. Die schlagartige Flucht ergab auf einmal Sinn. Die T¨¹r wurde aufgerissen und Etienne wurde von einer kr?ftigen Hand hineingezogen. Sie verlor vor ¨¹berraschung das Gleichgewicht, wurde jedoch von einem kr?ftigen Griff oben gehalten. Die gro?e Person zog sie ins Zimmer. Neue Gesichter blickten ihr entgegen und zwei davon grinsten. Scarlett sa? hinter Raffael und sah Etienne mit gro?en Augen an, welche anschlie?en, vor Erkenntnis noch gr??er wurden. Neben Raffael sa? einer der Jungen, der ihr in der Halle vor die F¨¹?e gefallen war und Etienne fragte sich, ob das die Vorhut zum Aussp?hen war. Zu ihrer Freude waren ihr auch andere bekannt. Die Klasse war in vier Teile aufgeteilt. Etienne entdeckte schnell die zierliche, geisterhafte junge Frau, welche sie am Vortag in der Schneiderei gesehen hatte. Auch sie musterte Etienne neugierig, doch sobald sie ihren Blick bemerkte, senkte sie den ihren und duckte sich regelrecht hinter einem Riesen. Anders wusste Etienne ihn nicht zu beschreiben. Es f¨¹hlte sich an, als w¨¹rde allein seine Pr?senz den ganzen Raum erf¨¹llen und das lag zum einen an seiner Gr??e, zum anderen an der Menge seiner Muskeln, welche durch seine Kleidung deutlich zu sehen waren. Er schien genervt zu sein, w?hrend er sie gelangweilt von oben bis unten musterte und dann den Blick abwandte. Etienne war sich sicher, er k?nnte L?cher in W?nde schlagen. Sie sa?en in der N?he des Lehrerpultes im vorderen Teil der Klasse, nah an den Fenstern. Eine in sich geschlossene kleine Gruppe. Von diesen gab es noch zwei weitere und Anaki, der allein ganz hinten bei den Fenstern sa?. Dieser Platz geh?rte wohl den Neutralen, von denen keine Gefahr ausging und welche wahrscheinlich auch keine Gefahren zu f¨¹rchten hatten. If you discover this tale on Amazon, be aware that it has been stolen. Please report the violation. Ebenfalls hinten, neben einer zweiten T¨¹r, welche in das Klassenzimmer f¨¹hrte, sa?en zwei der drei Menschen, die Etienne in der Buchhandlung gesehen hatte. Die junge Frau, mit den kurzen schwarzen Haaren und der junge Mann, welcher hinter ihnen an der Wand sa?. Neben ihnen waren zwei weitere Sch¨¹ler, die Etienne nicht bekannt vorkamen. Sie w¨¹rde sp?ter herausfinden, wer von ihnen den Kontakt zum n?chsten Stein hatte. Dass sie zwei von den drei potenziellen Menschen, die eine Verbindung zum Austreibungsrelikt haben k?nnten, in einer Klasse hatte, erleichterte ihr die Suche schon mal ungemein. Langsam stieg in ihr jedoch die Vermutung auf, das Tatinne dies bereits gewusst hatte. Und dann war noch der Lehrer. Von all den Eindr¨¹cken, welche sie in der kurzen Zeit gesammelt hatte, verlangte er die gr??te Aufmerksamkeit von ihr. Er schlug ein wie eine Bombe, indem er zu reden anfing und Etienne diese kurze Zeit in einem schnellen und lautem Wortschwall verbracht hat, dass ihr die Ohren zu schmerzen anfingen. Selbst Catjill, der bisher friedlich an ihrer Schulter geschlafen hatte, war aufgewacht und sah mit angelegten Ohren unverwandt zu ihm. Am Ende der Rede, die sie beinahe zwanghaft ignoriert hatte, schlug ihr der Lehrer mit der flachen Hand auf den R¨¹cken und sagte schallend lachend, ?Stell dich vor!¡° Etienne stolperte beinahe nach vorne, ¨¹berrascht von der Kraft, die sie nicht erwartet hatte. Er war gro?, hatte kurzes schwarzes Haar, sehr muskul?s gebaut, auch wenn nicht so, wie der Riese im Raum. Dennoch sp¨¹rte sie das Brennen seines Schlages noch immer zwischen den Schulterbl?ttern. Er grinste sie mit seinen perfekten Z?hnen an und ¨¹berkreuzte die gebr?unten Arme vor der Brust. Sein gelbes Shirt war zerknittert und seine Shorts war strahlend gr¨¹n. Zu ihrer noch gr??eren Verwirrung war er barfu?. Etienne l?chelte zur¨¹ck und versp¨¹rte zum ersten Mal das Bed¨¹rfnis, zur¨¹ckzuschlagen. Dann wischte sie alle Gef¨¹hle beiseite und l?chelte ihr bestes L?cheln, ?Mein Name ist Etienne. Ich bin siebzehn Jahre alt. Ich habe keine Hobbys. Aber als Nebenjob betreibe ich Exorzismus. Nett euch kennenzulernen!¡° ?Willkommen! Anscheinend haben wir ein neues j¨¹ngstes K¨¹ken¡°, sagte Cruz lachend, ?Herzlichen Gl¨¹ckwunsch Elias, du wurdest abgel?st.¡° Der junge Mann aus der Buchhandlung l?chelte seinem Lehrer kurz zu. Etienne erkannte den Namen, als den des stellvertretenden Herrschers der ersten Provinz. ?Etienne also¡°, meinte ein anderer Junge bei Gilgian. Sie bemerkte einen wachsamen Blick von Raffael in deren Richtung. Das M?dchen neben Elias fl¨¹sterte ihm irgendetwas zu. Etienne sp¨¹rte eine Spannung im Zimmer, die ihre eigene wiederspiegelte. Alle schienen etwas zu wissen, sie selbst konnte es jedoch nur erahnen. Etienne vermerkte weiter in ihrer imagin?ren Liste, dass sie ihre Tante sp?ter ausfragen sollte, was genau sie den jeweiligen Herrschern ¨¹ber ihre Vorhersehung gesagt hatte. Wenn sie, wie Raffael, Etienne als Gegenstand der Vorhersagung betrachten w¨¹rde, k?nnte das ihren Zugang zu den Steinen einschr?nken. Ihre Tante hatte ihr nur oberfl?chlich davon erz?hlt und Etienne nahm dies nicht allzu ernst. Es konnte sich nicht um sie handeln. Sie musste nur noch Raffael und die Anderen davon ¨¹berzeugen. Oder sich die Steine besorgen und verschwinden, dann konnte sie das mit dem ¨¹berzeugen ¨¹berspringen, was ihr als die deutlich attraktivere L?sung vorkam. Pl?tzlich wurde die T¨¹r aufgerissen. Der Direktor stand tobend im Raum, br¨¹llte sie alle an und gestikulierte wild mit den Armen. Etienne vernahm einige w¨¹tende Worte Richtung Elias und Raffael, anschlie?end wurden Papiere auf den Tisch des Lehrers geworfen. Cruz lachte und seine Hand ber¨¹hrte ihren R¨¹cken. Er deute ihr, sich einen Platz herauszusuchen und schob sie Richtung Klasseninnenraum, w?hrend der Direktor weiter br¨¹llte, irgendwas davon erz?hlte, dass die Schule ihm geh?rte, dass sie sich im letzten Jahr zu viel bei ihm herausgenommen hatten. Doch die gespielt-ernsten Ausdr¨¹cke in den Gesichtern der Sch¨¹ler zeigten ihr, dass sie nicht viel auf seine Worte gaben. Etienne kam der Gedanke, dass wenn sie sich auf die gute Seite des Direktors stellte, er sich sicherlich hier und da als eine gute Ressource gegen Raffael darstellen k?nnte. Sie ging an ihnen vorbei, zu dem leeren Platz neben Anaki. Etienne hatte die Sitzordnung bereits vermutet und sich fest vorgenommen, die neutrale Seite des Raumes zu besetzen. Schnurstracks ging sie zu Anaki und setzte sich neben ihn, w?hlte die Fensterseite. ?Vielen Dank f¨¹r gestern¡°, fl¨¹sterte sie ihm zu, hoffte, dass er ihre leise Stimme durch das Toben des Direktors h?ren w¨¹rde. Er nickte ihr l?chelnd zu, ?Willkommen. Das wird wahrscheinlich eine Weile dauern, also nimm es als Anlass, dich an das Chaos zu gew?hnen.¡° Etienne sah wieder nach vorne zur Klasse. Mittlerweile hatte Cruz die Zettel in die Hand genommen und sah sie durch. Einige schienen Briefe zu sein. Nach einigen Minuten wurde die T¨¹r zugeworfen und es gab einige Momente Stille, welche sich im Vergleich zum Gebr¨¹ll von vorhin, als viel zu ruhig anf¨¹hlte. Cruz fing an, lachend die Namen vorzulesen, welche auf den Briefen oder den Zetteln standen. Etienne verstand nicht ganz, was vor sich ging. Sie besah sich die anderen Sch¨¹ler an, im Versuch an deren Ausdr¨¹cken etwas ¨¹ber die Situation zu erfahren, und entdeckte einen wachsamen Blick von Raffael. Seine Wange in die Hand gest¨¹tzt blickten seine Augen kalkulierend zu ihr und Etienne f¨¹hlte sich schlagartig bedroht. Doch dann verflog dieser Gesichtsausdruck, als er ihren Blick bemerkte, und er blinzelte ihr grinsend zu. Von diesem gespielten Ausdruck w¨¹rde sie sich jedoch nicht mehr t?uschen lassen. Im Chateau hatte sie gedacht, er w?re ein zu leichtsinniger Abenteurer gewesen, welcher mit seinen Kameraden keine wirkliche Ahnung davon hatte, wo sie gelandet waren. Raffael wandte sich dem Lehrer zu, der ihm einen Brief entgegenhielt. Er ?ffnete ihn und las ihn durch. Pl?tzlich lachte er schallend auf und blickte zu Elias, ?Du willst einen Krieg erkl?ren?¡° Elias lehnte sich mit verschr?nkten Armen zur¨¹ck und hob eine Braue, ?Wie kommst du darauf?¡° ?Was? Kneifst du jetzt?¡°, erwiderte Raffael. Er kn¨¹llte das Blatt zusammen und warf es nach Elias. Der Sch¨¹ler, eine Reihe vor Elias, der eine gro?e, runde Brille hatte, fing das zerkn¨¹llte Blatt ab. Cruz lachte, ?Wollt ihr euch wieder die K?pfe einschlagen?¡° ?Lass sie doch, haben wir zwei inkompetente Plagen weniger¡°, meinte Gilgian. ?Ich bin kompetenter als du und das in jeglicher Hinsicht¡°, sagte Raffael zu ihm. Anaki lachte und fl¨¹sterte Etienne zu, ?So l?uft es jeden Tag ab.¡° ?Ah¡°, meinte Etienne, die solch eine Unordnung und Desorganisiertheit, gebunden mit mangelnder Disziplin, in einer Bildungseinrichtung gar nicht gewohnt war. Der Stolz Calisteos: Meta (1) Als es eine Weile sp?ter zur Pause klingelte, schossen die Meisten aus dem Raum. Unter ihnen waren es die Gruppen von Elias und Gilgian. Meta folgte ihm mit gesenktem Blick und Abstand zu allen anderen Klassenkameraden. Etienne blinzelte und lehnte sich zur¨¹ck, ?Das war eine Zeitverschwendung.¡° Anaki lachte, ?So ist es. Du musst dir alles selbst erarbeiten. Zumindest bei Cruz.¡° Etienne seufzte und holte eine Packung S¨¹?igkeiten heraus. ?Wie zum Henker hast du es so schnell hierher geschafft?¡°, fragte Scarlett w?hrend sie langsam zu ihr her¨¹berkam, ?Es waren was? Zwei Tage?¡° Etienne l?chelte und hielt ihr die Packung hin, ?Willst du auch was?¡° ?Nein, danke¡°, sagte sie. Ihre langen Haare fielen ihr diesmal glatt ¨¹ber den R¨¹cken und mit ihren vollen Lippen, welche einen braunen Lippenstift trugen, und den markanten Gesichtsz¨¹gen sah sie aus, wie eine aus Marmor geschlagene Statue. ?Ich w¨¹rde etwas nehmen¡°, meinte Raffael, welcher ihr gefolgt war. Sie stellte fest, dass sie ?hnlichkeiten miteinander hatten und es nervte sie. Raffael nahm sich einen Stuhl und setzte sich auf die andere Seite von Anakis und Etiennes Tisch. ?Ich tausche die Packung f¨¹r den Stein.¡° ?Nein.¡° ?Dann brauchst du gar nicht erst anzukommen¡°, erwiderte Etienne und gab Anaki die Packung, als er ihr fragend die Hand entgegenstreckte. Er verfolgte still die Konversation, sein Blick schoss wachsam zwischen seinen Mitsch¨¹lern. Raffael sah kritisch zu Anaki, ?Und er kriegt was ohne Gegenleistung?¡° ?Das ist ein Dank daf¨¹r, dass er so hilfsbereit zu mir war¡°, sagte Etienne und fragte sich, wie die Beziehung zwischen den beiden war. Anaki schien Raffael gegen¨¹ber nicht wachsam oder vorsichtig zu sein, stattdessen lachte er und bot Raffael die Packung an, welcher diese jedoch ablehnte. So sehr schien er also gar nicht daran interessiert zu sein. ?Wie habt ihr euch kennengelernt?¡°, fragte Scarlett, welche sich gegen den Fenstersims lehnte. ?Wir haben uns gestern zuf?llig in der Stadt getroffen¡°, antwortete Anaki und a? die kleinen Bonbons, von welchen Etienne sich sicher war, dass sie mit Honig ¨¹berzogen waren. ?Die sind richtig gut¡°, sagte er. ?Kommt ja auch aus meiner Provinz¡°, sagte Raffael. ?Du kannst sie behalten¡°, sagte Etienne und entschloss sich, diese nicht mehr zu kaufen, ?Genau genommen habe ich dir ein paar mehr geholt. Ich hoffe, du hast es gestern p¨¹nktlich zur¨¹ckgeschafft.¡° Sie packte die anderen zwei Packungen aus ihrer Tasche und er lachte, ?Das ist nicht n?tig, Etienne. Und ja, der Weg ist nicht sehr lang.¡° ?Warst du gestern wieder arbeiten?¡°, fragte Scarlett, ?Ich dachte du hattest was mit deinen Geschwistern vor.¡° Etienne holte noch eine Packung heraus. ?Wie viele von denen hast du?¡°, fragte Raffael. ?Leider nicht genug, um dir was abzugeben¡°, erwiderte sie und stand auf, ?Ich w¨¹nsche den meisten von euch eine sch?ne Pause.¡° ?Sie scheint dir gegen¨¹ber ja richtig nett eingestellt zu sein¡°, h?rte sie Scarlett sarkastisch sagen, ?Was hast du angestellt?¡° Sie beeilte sich aus dem Raum zu kommen und war erleichtert, keine Blicke mehr in ihrem R¨¹cken zu sp¨¹ren. Sie stupste Catjill mit ihren Fingern an und fragte ihn, ?Wo soll ich hingehen?¡°This tale has been pilfered from Royal Road. If found on Amazon, kindly file a report. Der Djinn r¨¹hrte sich und spitzte dann die Ohren. Er schwieg f¨¹r einen Moment und Etienne folgte dem Gang entlang zu den Treppen. In diesem Stockwerk gab es niemanden mehr, au?er ihr. Von der Treppe drangen dumpfe Stimmen zu ihr empor. Der Djinn g?hnte und sagte schlie?lich, ?Gehe zu der ersten Bibliothek, welche diese dauernd plappernde Frau dir gezeigt hat.¡° ?Vielen Dank¡°, sagte Etienne. Etienne folgte den G?ngen und ignorierte die neugierigen Blicke der Jugendlichen. Catjill sah sich gelangweilt um und knurrte ab und zu unzufrieden ¨¹ber die Ersch¨¹tterungen, als sie die Treppen hinunterlief. Etienne ging zielstrebig den Weg entlang, den sie sich gemerkt hatte, bis sie durch die T¨¹ren der Bibliothek treten konnte. Seltsamerweise befand sich hier niemand. Der Geruch nach B¨¹chern und Papier ¨¹berstr?mte sie und Etienne atmete tief durch. Es war angenehm still hier, eine beinahe beruhigende Stille im Kontrast zu den Ger?uschen der fremden Menschenmengen, an denen sie vorbeigelaufen war und dessen neugierigen Blicke sich in sie gebohrt hatten. Sie ging tiefer in die Bibliothek und bemerkte schnell doch noch jemanden. Das blasse M?dchen aus ihrer Klasse. Sie wurde von Cruz mit dem Namen Meta angesprochen. Sie ging zu ihr her¨¹ber und betrachtete ¨¹ber ihre Schulter das Buch, das sie las. ?Lernst du eine alte Sprache?¡°, fragte Etienne dann l?chelnd. Meta schrie auf und wirbelte im Stuhl zu ihr herum. Etienne l?chelte entschuldigend und trat mit vers?hnlich erhobenen H?nden zur¨¹ck, ?Tut mir Leid.¡° Sie sah Etienne mit ihren gro?en grauen Augen erschrocken an und sagte atemlos, ?E-es tut mir leid. Ich wollte nicht schreien.¡° ?Nein, nein, ich muss mich entschuldigen. Ich h?tte mich nicht so anschleichen sollen.¡° In der Bibliothek herrschte eine solch ruhige Atmosph?re, dass Etienne das Bed¨¹rfnis versp¨¹rt hatte, ebenfalls ruhig zu sein. Es war aber nicht ihr Ziel gewesen, Meta zu erschrecken. So hatte sie sich ihren ersten Eindruck nicht vorgestellt. Meta sah wieder zu ihrem Buch. Sie hatte ihre Hand gegen ihre Brust gepresst und Etienne war verwundert ¨¹ber diese Schreckhaftigkeit. Das konnte doch nicht nur an ihr liegen? ?Ist wirklich alles in Ordnung?¡°, fragte Etienne besorgt. Sie wollte ihr beim ersten Treffen keinen Herzinfarkt bescheren. Dies w¨¹rde ihr beim Erreichen ihres Zieles wirklich nicht helfen und das arme M?dchen sollte auch nicht so fr¨¹h ableben m¨¹ssen. Immerhin hatte sie aber einen ersten kleinen Eindruck von ihr gewinnen k?nnen. Sie war still und ruhig, schien aufmerksam im Unterricht gewesen zu sein. Sie schien aber auch schreckhaft und unsicher. Leicht einzusch¨¹chtern. ?Das ist Sanskrit, nicht wahr?¡° Etienne deutete auf ihr Buch. Meta blickte verwirrt zu diesem und dann wieder zu Etienne. Sie antwortete ihr nicht direkt, sondern sah sie weiterhin erschrocken an. Dann wanderten ihre Augen zu Catjill und Etienne hielt die Luft an. Sie starrte ihn an, als w¨¹rde sie nicht verstehen, was ihr da entgegenblickte. Auch Catjill fing nach einem Moment nerv?s mit seinem Schwanz zu zucken. Dann packte Meta das Buch, stand auf und sagte mit bebender Stimme, ?Es tut mir leid, aber ich muss los.¡° Sie rannte davon. Ungl?ubig blickte Etienne ihr hinterher. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Catjill schnaubte lachend an ihrer Schulter und sie wusste, er lachte sie aus. ?Ich habe gewonnen¡°, sagte er selbstzufrieden. ?Das Wettstarren?¡°, fragte sie ihn und lief ihr nach. Sie entdeckte Meta einige G?nge weiter. Sie hockte vor einer Wand, und hielt in der einen Hand ihre Tasche dicht an die Brust gedr¨¹ckt. Mit der anderen Hand st¨¹tzte sie sich gegen die Wand ab. Etienne wusste nicht so recht, wie sie diese junge Frau ansprechen sollte. Kurz fragte sie sich, ob sie Catjill vorschicken sollte. Ein kuscheliger Kater w¨¹rde sie doch sicherlich beruhigen k?nnen. Und vielleicht w?re es auch eine gute Idee gewesen, wenn es nicht diese Reaktion gegeben h?tte. Wie hatte Meta ihn ¨¹berhaupt so deutlich wahrgenommen? Und wieso lief sie vor Etienne weg? Sie verstand immer noch nicht so ganz, was sie falsch gemacht hatte. Etienne wusste aber, dass wenn sie jetzt zu ihr treten w¨¹rde, sie wahrscheinlich wirklich an einem Schrecken sterben w¨¹rde. Mit einem Blick auf die Uhr, welche das langsame Ende der Pause ank¨¹ndigte, zwang sie sich dazu, die letzten Minuten zu nutzen. Doch Catjill hielt sie davon ab, ?Warte ab.¡° Aus einem anderen Gang waren lachende Stimmen zu vernehmen. Etienne sah, wie sich Meta versteifte und dann aufrichtete. Es kamen vier Sch¨¹ler um die Ecke. Einen von ihnen erkannte Etienne als Crom, Raffaels Begleiter im Chateau de la Fortune. Er war mit drei weiteren, wie Etienne vermutete, Klassenkameraden unterwegs, welche alle die Uniform in denselben Mustern trugen, welche anders waren, als die von Meta und ihr. Tiefere Klassen, dachte Etienne. ?Oh Gott, ein Geist!¡°, rief einer von ihnen aus und deutete auf Meta, welche einen Schritt zur¨¹cktrat. Die anderen lachten. Crom verdrehte die Augen, ?K?nnen wir nicht einfach weitergehen?¡° ?Gleich, warte einen Moment¡°, erwiderte ein Dritter. Crom seufzte und lehnte sich etwas Abseits an die Wand, ?Ich will damit echt nichts zu tun haben. Lasst uns einfach gehen¡°, sagte er, machte jedoch keine Anstalt seine Klassenkameraden zum Weitergehen zu bewegen. Einer seiner drei Klassenkameraden blieb bei ihm stehen, die anderen beiden traten zu Meta. Meta trat ein Paar weitere Schritte zur¨¹ck. Die zwei Jungen lachten. Dann sprang einer von ihnen nach vorne und zog an einer ihrer hellblonden Str?hnen, ?Bleichst du dir mit Absicht das Haar, um noch mehr einem Geist zu gleichen?¡° Etienne d?mmerte es. Das war also das Problem gewesen. Wahrscheinlich auch der Grund, weshalb sie so schreckhaft war. Trotz der Bel?stigung ihrer Schulkameraden, schwieg sie. Sie wehrte sich kaum und blickte ihnen auch nicht in die Augen und das, obwohl ihr Kopf von seinem Griff geneigt war und das Ziehen Schmerzenstr?nen in ihre Augen trieb. Einer der beiden riss Meta das Buch weg und bl?tterte es durch, ?Was ist das schon wieder f¨¹r ein Schwachsinn?¡° ?Du solltest aufpassen, dass sie nicht nach Wegen sucht, dich zu verfluchen¡°, meinte der Junge, der neben Crom stand und das ganze ebenfalls aus der Ferne beobachtete. Etienne musste beinahe lachen. Um jemanden zu verfluchen, war deutlich mehr n?tig, als eine alte Sprache. Diese Menschen hatten keine Ahnung. Genau so, wie sie es von einem Bewohner von Calisteo erwartet hatte. ?Bitte gibt das wieder her¡°, sagte Meta leise und versuchte nach dem Buch zu greifen. Sie war aber um so vieles kleiner als die beiden. ?Was h?ltst du davon, die beiden zu erschrecken?¡°, fragte Catjill mit voller Tatendrang in seiner Stimme. ?Du machst gar nichts¡°, ermahnte sie ihn warnend. Er w¨¹rde wahrscheinlich tief in die Zauberkiste greifen, um seinen Worten Taten folgen zu lassen und es gab keinen Grund, noch mehr Menschen auf ihn aufmerksam zu machen. Mal abgesehen davon f¨¹rchtete sie sich vor dem Chaos, das er ausl?sen k?nnte. Sie w¨¹rde das selbst machen. Der Stolz Calisteos: Meta (2) Etienne trat von hinten zu ihnen und riss ihm das Buch aus der Hand. Er fuhr erschrocken zu ihr herum, seine schwarzen Haare, welche zu einem Zopf gebunden waren, schlugen ihr beinahe ins Gesicht. ?Von wo zur H?lle kommst du her?¡° ?Aus diesem Gang dort hinter mir¡°, sagt sie. Dann wandte sie sich an Meta, ?Ich habe dich schon gesucht. Ich hatte gehofft, wir k?nnten gemeinsam wieder hochgehen?¡° Als sie den schmerzerf¨¹llten Ausdruck in ihrem Gesicht sah, versp¨¹rte sie schlagartig das Bed¨¹rfnis, es zur¨¹ckzuzahlen. Ihr Vater hatte ihr beigebracht, dass es immer ihre Pflicht war, die Schwachen zu besch¨¹tzen. Es war eine kompromisslose Regel. Und dann setzte das schlechte Gewissen ein. Wenn sie vorher zu ihr getreten w?re, dann w?re sie jetzt nicht in dieser Situation. Etienne lehnte sich zu Meta und fl¨¹sterte laut, ?Vielleicht m¨¹ssen wir uns dann nicht mit diesen Versagern abgeben?¡° ?Und wer zum Teufel bist du, um so mit mir zu reden?¡°, rief derjenige, der Meta am Haar hielt. Meta schlug seine Hand weg, doch er schien es nicht mal zu bemerken, als er sich an Etienne wandte. Einzelne Haare wurden zwischen seinen Fingern mitgezogen und fielen zu Boden. ?Ich bin Etienne¡°, antwortete sie ihm. Er hatte kein so langes Haar, wie der andere. Aber vielleicht konnte sie auch ein paar herausrei?en? Und dann kam ihr eine bessere Idee. Vielleicht k?nnte sie einen Fluch weben, welcher ihn nach und nach die Haare verlieren lassen w¨¹rde? Sie m¨¹sste vorher nur kalkulieren m¨¹ssen, inwieweit sie sich das leisten konnte. Fluchfarbe war nicht g¨¹nstig. ?Du schon wieder?¡°, rief Crom aus und trat zu ihnen nach vorne. Froh ¨¹ber ein weiteres Opfer, schnappte Etienne theatralisch nach Luft, ?Oh nein! Der n?chste Versager tritt dazu.¡° ?Was wird das jetzt?¡°, rief Crom beleidigt aus. ?Ich spreche dich nur so an, wie du es verdient hast¡°, sagte Etienne lachend, ?Wer h?tte gedacht, dass Raffaels kleiner Freund sich zur Seite stellt, wenn eine junge Frau in Bedr?ngnis ger?t. Vielleicht hast du es ja von ihm gelernt? Was sagt das nur ¨¹ber ihn aus?¡° Crom bekam gro?e Augen, ?Er hat damit nichts zu tun. Und ich hab nichts gemacht!¡° ?Du hast ein schutzloses M?dchen zwei Jungen ausgeliefert. Das nennst du nichts?¡°, fragte sie. Crom verzog das Gesicht, ?Was k¨¹mmert die dich ¨¹berhaupt?¡° Etienne lie? ein strahlendes L?cheln raus, ?Sie ist meine neue Klassenkameradin.¡° Die Blicke wanderten zu ihrer Uniform. Es war kurz still, dann sprangen die drei Jungen vor sie, ?Du bist die neue Sch¨¹lerin?¡° Etienne nickte. Die Aufregung schien sie zu ¨¹bermannen und die zuvor angespannte Situation war vergessen. Sie bemerkte, wie Meta sich vorsichtig und leise hinter sie stellte und Etienne versp¨¹rte bei dem pl?tzlichen Interesse ebenfalls das Bed¨¹rfnis, etwas zwischen sich und die drei zu bringen. ?Wie hast du den Test geschafft?¡°, fragte einer von diesen aufgeregt. ?Wie hei?t du?¡°, fragte der N?chste, bevor Etienne auf die erste Frage antworten konnte. Crom stie? alle Drei beiseite, ?Das ist nicht m?glich, dass du schlauer bist als ich! Wie zur H?lle hat ein Idiot wie du es in die h?here Klasse geschafft?¡° ?Scheint, als w?re ich sehr viel schlauer als du¡°, erwiderte sie. Crom verzog das Gesicht, ?Das ist ein Witz.¡° Raffaels Lachen erklang hinter ihnen, ?Das dachte ich auch! War gerade auf der Suche nach dir, um die Neuigkeiten zu ¨¹berbringen.¡° Crom sah ihn aus gro?en Augen an. Die anderen Drei standen still hinter ihm. Einer blickte schuldbewusst zur Seite, die anderen zwei waren sichtlich gl¨¹cklich, ihn zu sehen. Auch Etienne versp¨¹rte eine stille Erleichterung dar¨¹ber, nicht mehr Fokus der Aufmerksamkeit zu sein. ?Was geht hier vor?¡°, fragte Raffael dann interessiert. ?Du hast sehr gemeine Freunde, Raffael. Du entt?uschst mich¡°, sagte Etienne, in voller Absicht ihm das Ganze in die Schuhe zu schieben. Crom wirbelte erschrocken zu ihr herum, ebenso wie einige seiner Klassenkameraden. Etienne w¨¹rde sich davon nicht ablenken lassen. Das war nun ihre M?glichkeit, einige Sachen wieder geradezubiegen. Anstatt nun sorgsam darauf zu achten, ihm fair zuzuh?ren, um vern¨¹nftige Gespr?che zu f¨¹hren, w¨¹rde sie stattdessen auf Angriff gehen. Er sah l?chelnd zu ihr, ?Wieso ich?¡° ?Weil es deine Freunde sind. Bist du auch ein M?dchenschl?ger? Oder schaust du dem gerne zu? Und dann auch noch der dreiste Diebstahl des Buches. Ah, ich sehe, daher auch der Diebstahl an mir.¡° ?Etienne, lass es¡°, h?rte sie Meta hinter sich kaum zu vernehmen sagen. ?Davon ist ¨¹berhaupt nichts der Fall!¡°, rief Crom aus.If you come across this story on Amazon, it''s taken without permission from the author. Report it. Raffael blinzelte sie verwirrt an und sagte ernst, ?Ich hab noch nie jemand wehrlosen geschlagen. Ich schaue auch nicht dabei zu. Und ich stehle auch nicht.¡° ?Und ein gemeiner L¨¹gner auch noch? Entt?uschend, wirklich entt?uschend.¡° ?Ich l¨¹ge nicht¡°, verteidigte er sich und grinste sie dann an, ?Oder kannst du es beweisen?¡° Anstatt es ihm zu erlauben, sie in die Verteidigungsposition zu bringen, lie? sie ihrer Kreativit?t freien Lauf, ?Du hast meinen Stein gestohlen, also hast du gestohlen und somit bist du ein Dieb, so ist auch die Behauptung du w¨¹rdest nicht stehlen eine L¨¹ge, weswegen du auch ein L¨¹gner bist.¡° ?Ich dachte wir sind uns einig geworden, dass ich den Stein ganz ehrlich erlangt habe?¡°, erwiderte er. Etienne schnippte mit den Fingern, ?Ich hab meine Meinung ge?ndert.¡° Sie hatte nach dem gestrigen Tag festgestellt, dass sie sich nur auf sein Spiel einlassen w¨¹rde, wenn sie versuchte f¨¹r Ordnung zu sorgen. Also hatte sie sich dazu entschlossen, das Chaos ¨¹bernehmen zu lassen. Er k?nnte sie nicht an Vertr?ge oder Versprechen binden, wenn sie ihm zeigte, dass er sich in diesen F?llen nicht auf sie verlassen konnte. Es war zwar in den heutigen Zeiten keine gute Taktik, sich als ein nicht zuverl?ssigen Partner zu etablieren. Aber das machte bei ihr keinen Unterschied mehr. Mal abgesehen davon, war sie kein Provinzherrscher. Er schon. Er musste zeigen, dass sein Wort galt. Sie nicht. Raffael verzog das Gesicht, ?So einfach funktioniert das nicht.¡° ?Nat¨¹rlich. Ich habe gr¨¹ndlich dar¨¹ber nachgedacht und das ist die einzig m?gliche Schlussfolgerung.¡° Catjill lachte. Einer der Jungen schrie auf, ?Der Kater lebt?¡° Etienne kraulte den Djinn hinter dem Ohr, ?Ja. Und er kann reden.¡° Raffael seufzte, als Etienne lachte, ?Los Meta. Gehen wir zur¨¹ck in die Klasse.¡° Damit drehte sie sich um und Meta folgte ihr, wobei sie sich hinter Etienne zu ducken schien. ?Was zur H?lle macht die hier?¡°, fragte Crom Raffael aufgebracht. Etienne konnte noch vernehmen, wie die anderen Sch¨¹ler sich bei ihm entschuldigten und anfingen, die Situation zu erkl?ren, bis sie um die Ecke gegangen waren und die Stimmen kaum noch vernehmen konnte. ?Ah, diese Schule ist ganz sch?n gef?hrlich¡°, meinte Etienne lachend zu Meta. ?Ich¡­danke¡°, sagte Meta leise. Etienne drehte sich zu ihr und lief r¨¹ckw?rts, ?Keine Ursache. Du kannst also Sanskrit lesen?¡° ?N-Nein. Ich versuche es zu lernen¡°, sagte sie scheu, ?Ich hatte das Buch heute zum ersten Mal in der Hand.¡° Etienne grinste und entschloss sich, ihr Wissen mit Meta zu teilen, ?Oh da liegt aber ein langer Weg vor dir. Sanskrit ist sehr, sehr tot. Daf¨¹r, dass es eine Sprache der alten Welt ist, und ich meine die wirklich alte Welt, hat sie sich aber als erstaunlich hilfreich in der Neuen entpuppt.¡° ?Kannst du Sanskrit?¡°, Etienne stellte fest, dass es sie anscheinend viel Mut gekostet hatte, diese Frage zu stellen. Sie be?ugte Meta wachsam und diese blickte wie ein scheues Reh zu ihr. Etienne machte es ihr leichter und lie? etwas Raum, eher sie Antwortete, ?Vielleicht ein bisschen? Meine Familie benutzt sie gerne, weswegen ich wohl hier und da ein Sonderfall bin, der etwas kann. Gibt es hier in der Schule M?glichkeiten, sie zu lernen?¡° ?Wir haben eine au?erschulische Gruppe, welche diese Sprache lernt. Sie sind wirklich beeindruckend. Ich w¨¹nschte, ich k?nnte mit ihnen lernen. Sie machen das so einwandfrei¡°, sagte Meta l?chelnd und Etienne freute sich, dass sie so sehr von dieser Sache gebannt war, dass sie ihre Angst langsam zu vergessen schien. ?Sicher, dass sie das so einwandfrei k?nnen? Habt ihr einen anerkannten Sanskrit¨¹bersetzer hier?¡°, fragte Etienne. Meta schien zu z?gern und antwortete dann, ?Nein. Zumindest niemanden, der von allen St?dten anerkannt wurde. Aber wir haben einige Lehrer hier, welche auf dem Weg sind, die Anerkennung zu bekommen.¡° ?Ich bin gespannt, diese Lehrer mal kennenzulernen¡°, sagte Etienne, ?Ich habe ein wirklich gro?es Interesse an den verschiedenen Sprachen.¡° Meta l?chelte sie sch¨¹chtern an, ?Ich auch. Vor allem die alten Sprachen.¡° Etienne l?chelte zur¨¹ck, ¨¹berrascht von dem neu erkannten, gemeinsamen Interesse. Vielleicht k?nnte sie sich mit ihr austauschen? Au?erhalb ihrer ganzen anderen Planungen. Die Klingel l?utete. Sie betrat ihre neue Klasse. Pl?tzlich krachte eine gro?e Faust neben ihrem Kopf in den T¨¹rrahmen und sie sah eingesch¨¹chtert in zwei argw?hnische goldene Augen. ?Was zur H?lle hast du bei meiner Schwester verloren?¡°, fragte Gilgian sie. ?Gilgian-¡°, begann Meta, welche sich noch schnell mit der Hand ¨¹ber die Haare strich, welche zuvor so grob gepackt worden sind. Getrieben von ihrem Instinkt strahlte Etienne ihn mit ihrem breitesten L?cheln an und versuchte ihre Nervosit?t zu ¨¹berdecken, ?Sie ist meine neue Freundin! Ich w¨¹rde mich auch so sehr freuen, wenn wir das auch sein k?nnten.¡° ?Was?¡°, fragte er stirnrunzelnd. Meta err?tete leicht. Sie sah ¨¹berrascht zu Etienne, hatte etwas hoffnungsvolles und verletzliches in ihrem Ausdruck. ?Auf die Pl?tze!¡°, schrie pl?tzlich eine Frauenstimme. Etienne entdeckte am Pult eine sehr streng aussehende ?ltere Dame. Ihre scharfen Augen schienen Funken zu spr¨¹hen, als sie Etienne betrachtete, ?Die Neue, nehme ich an? Etienne. Richtig?¡° ?Wow¡°, meinte Raffael, als er hinter ihr in die Klasse trat und Gilgians Hand neben Etiennes Kopf entdeckte. Die Lehrerin betrachtete sie streng, ?Auf die Pl?tze.¡° Raffael grinste sie an, ?Ganz ruhig.¡° Etienne setzte sich neben Anaki, welcher sie besorgt betrachtete. Die streng aussehende Frau lie? sich ¨¹ber Raffael aus. W?hrend dem Unterricht ¨¹berlegte sie sich, was ihre beste Vorgehensweise im Hinblick auf Meta und den Stein sein sollte. Sie entschloss sich, nicht zu lange mit dem Handeln zu warten. Der Djinn hatte ihr eine Gelegenheit geboten, eine gute Beziehung zu Meta aufzubauen. Da Gilgian ihr gegen¨¹ber misstrauisch war, sollte sie besser schnell agieren. Sie glaubte n?mlich nicht, dass sie in kurzer Zeit Gilgian auf ihre Seite ziehen k?nnte. Sie blickte zu Meta und beobachtete sie dabei, wie sie aufmerksam der Lehrerin zuh?rte und flei?ig mitschrieb. Ob sie auch das Interesse hatte in die Administration zu gehen? Oder vielleicht in eine andere Stadt? Sie hatte noch nicht genug herausgefunden, um sich einen Plan zurechtzulegen, wie sie Meta davon ¨¹berzeugen sollte, ihr zu helfen. Sollte sie also etwas mehr Zeit mit ihr verbringen, bevor sie sie fragen w¨¹rde? Gilgian k?nnte ihr da jedoch in den Weg kommen. Als sie einen Blick auf sich sp¨¹rte, blickte sie zu Raffael und sah ihm direkt in die Augen. Er sah sie wachsam an und dann wanderte sein Blick zu Meta, verweilte dort kurz, eher er wieder fragend zu ihr zur¨¹ckkehrte. Sie verstand nun sehr gut, weshalb Tatinne ihn eine Plage nannte. Etienne sah nach vorne an die Tafel und hoffte, dass dieser qualvolle Unterricht bald vorbeigehen w¨¹rde. Es f¨¹hlte sich wie eine Zeitverschwendung an. Immerhin hatte sie sich aber dazu entschlossen, noch direkt an diesem Tag zu handeln. Es war ein Problem, wenn sie Gilgian nicht ¨¹berzeugen k?nnte, ihr gegen¨¹ber nicht so wachsam zu sein. Damit w¨¹rde sie zurechtkommen. Was ihr jedoch ihr Vorhaben sprengen k?nnte, w?re es Raffael genug Zeit daf¨¹r zu geben, genau dies zu tun. Die Geister der McClaines: Erstes Kennenlernen Als Etiennes erster Schultag endete, war sie leicht deprimiert. Madamme O''Donnel war eine sehr strenge Lehrerin. Ihr Fach schien ihr Stolz zu sein und wenn dies nicht so von der Sch¨¹lerseite erwidert wurde, dann nahm sie es pers?nlich. Und obwohl ihre Stunden eine Weile zur¨¹cklagen, sa? das furchtbare Gef¨¹hl, der Wut dieser Frau ausgesetzt zu sein, tief unter der Haut. ?Sie hasst mich¡°, stellte Etienne fest. Anaki wusste sofort, worum es ging und lachte, ?Wieso schl?fst du auch in ihrem Unterricht? Das war dein erster Schultag und die ersten Stunden bei ihr. Einen noch schlechteren Eindruck h?ttest du nicht machen k?nnen.¡° ?Ich habe nicht geschlafen¡°, verteidigte sich Etienne, ?Ich habe mich beim Zuh?ren nur auf die Arme gelegt.¡° Anaki verdrehte die Augen. ?Wir haben sie mindestens zwei Stunden am Tag¡°, sagte Scarlett fr?hlich und schloss mit Raffael, Crom und Keyen zu ihnen auf. Eindeutig zu viele Menschen, die zu einer eigenen geschlossenen Gruppe geh?rten. Crom hatte vor dem Klassenzimmer auf sie gewartet. Etienne hatte bemerkt, wie er mit warmen Augen zu Scarlett geblickt hatte und sich diese Beobachtung im Hinterkopf vermerkt. Etienne seufzte, ?Na, zum Gl¨¹ck muss ich hier nicht meinen Abschluss machen.¡° Raffael lachte, ?Vielleicht sollte ich mein Angebot ?ndern auf: hier einen Abschluss machen.¡° ?Welches Angebot?¡°, fragte Crom. ?Wir brauchen uns dar¨¹ber nicht weiter zu unterhalten¡°, sagte Etienne an Raffael gewandt, ?Mal abgesehen davon, bin ich jetzt verabredet.¡° Sie trennte sich hastig von ihnen und ging einige G?nge weiter. In einem einsamen Gang blickte sie sich um. Ihr war niemand gefolgt, also weckte sie ihren Djinn. ?Ich will Meta allein treffen. Verschaffe mir eine M?glichkeit.¡° Etienne hoffte darauf, dass sie noch au?erschulische Aktivit?ten hatte, von denen Miss Arvon gesprochen hatte. Meta und Gilgian mussten die Schule noch nicht verlassen haben. Zumindest hatte sie diese nicht auf dem Weg nach drau?en gesehen. Der Djinn schwebte ¨¹ber ihr und dann auf den Boden, ?Wird das einer der W¨¹nsche?¡° Etienne l?chelte ihn an, ?Nein. Sie ist der schnellste Weg zum n?chsten Stein und so lange ich nicht alle drei in meiner Hand habe, wirst du mir dabei helfen. Egal auf welchem Wege. So haben wir es ausgemacht.¡° Sein Schwanz zuckte und er blickte sie weiterhin an. Etienne merkte, wie er versuchte, sich dem zu widersetzen. Doch es funktionierte nicht. Sie hatte sich, bevor sie den Djinn aufgesucht hatte, ganz genau ¨¹berlegt, wie sie am effektivsten einen Vertrag mit ihm eingehen w¨¹rde. Sein Schwanz zuckte noch ein mal genervt und er sagte, ?Was w¨¹rdest nur ohne mich machen, du Idiot Etienne.¡° Er nahm es ihr noch immer ¨¹bel, wie sie ihn an sich gebunden hatte. ?Ich w¨¹rde verzweifeln¡°, sagte Etienne, um ihn zu beschwichtigen. Er richtete sich wieder stolz auf und meinte dann, ?Sie m¨¹sste wieder in der Bibliothek sein.¡° Etienne nickte ihm dankend zu und machte sich auf den Weg. ?Was ist mit Gilgian?¡°, fragte sie ihn. Er flog neben ihr her, als sie durch die nun leeren G?nge ging. ?Er ist in der Turnhalle¡°, sagte Catjill ihr. Etienne nickte nachdenklich. Als sie die Bibliothek erreichte, waren nun mehr Sch¨¹ler dort. Viele sa?en in Gruppen oder allein an den angereihten Tischen und schrieben sich Notizen oder lasen B¨¹cher. Diesmal entdeckte Etienne auch eine freundlich aussehende Bibliothekarin, welche ihr freundlich zunickte und ihre Uniform musterte. Dann sagte sie ihr leise, ?Willkommen an unserer stolzen Schule. Du darfst in den hinteren R?umen lernen. Soll ich dich dahin f¨¹hren?¡° Etienne z?gerte kurz und nickte dann l?chelnd. Sie be?ugte das Namensschild der Frau, ?Vielen Dank, Miss Roth.¡° Die Dame lachte leise und sagte dann, ?Ah, du bist ein Schatz. Eine Miss bin ich schon lange nicht mehr. Die Sch¨¹ler k?nnen mich Adelle nennen und das trifft selbstverst?ndlich auch auf dich zu.¡° Etienne folgte ihr durch die B¨¹cherregale bis nach ganz hinten zu einer T¨¹r. Die Sch¨¹ler beachteten sie diesmal nicht, alle waren fokussiert auf ihre Arbeit. Adelle verwies auf die T¨¹r und sagte, ?Hier sind wir Schatz. Ich w¨¹nsche dir einen produktiven Aufenthalt. Wenn du Hilfe brauchst, kannst du dich jederzeit bei mir melden.¡° Etienne bedankte sich und wartete, bis Adelle gegangen war. Dann ging sie einige Regale durch und betrachtete deren Inhalt. Erstaunlicherweise konnte sie einige B¨¹cher ersp?hen, welche ihr Interesse weckten. Sie nahm einige heraus und ging dann zur¨¹ck zu der T¨¹r. Sie atmete kurz durch und trat durch diese hindurch. Zu ihrer Freude erblickte sie Meta, welche in einer hinteren Ecke im Raum, umgeben von B¨¹chern still dasa? und las. Als Etienne hineintrat, hob sie den Kopf und erblickte sie. Ihre Augen blickten noch immer misstrauisch, doch anstatt sich zu ducken und den Blick zu senken, l?chelte sie Etienne z?gerlich an. Etienne l?chelte zur¨¹ck, ?Meta! Darf ich mich zu dir setzen?¡°The author''s tale has been misappropriated; report any instances of this story on Amazon. Meta blickte kurz zu der T¨¹r, welche ins Schloss fiel und meinte dann, ?Das kannst du. Khalas wird jedoch bald zur¨¹ckkehren und ich will nicht, dass es zu Missverst?ndnissen kommt.¡° ?Missverst?ndnisse?¡°, fragte sie, als sie einen Stuhl zur¨¹ckzog und sich ihr gegen¨¹ber setzte. Meta sah sie kurz verwirrt an und dann fragte sie, ?Wie lange bist du schon in der Stadt ... wenn ich fragen darf?¡° ?Das ist mein dritter Tag. Oh, aber ich kannte Calisteo schon eine Weile. Ich hab die Stadt einige Male besucht.¡° Meta nickte, ?Dann kannst du nat¨¹rlich ¨¹ber die genauen Einzelheiten nicht aufgekl?rt sein. Ich bin ein Anh?nger der dritten Provinz und eine Verwandte des Provinzherrschers. Khalas passt nach der Schule auf mich auf.¡° Etienne legte das Buch ab und ?ffnete es, ?Bedeutet das, dass du und ich nichts miteinander zu tun haben d¨¹rfen?¡° Sie schielte zu Meta, w?hrend sie in einigen Seiten herumbl?tterte. Meta schien jedoch einen Moment nachzudenken, ?Ich glaube nicht, dass wir nichts miteinander zu tun haben d¨¹rfen. Aber du hast meine Situation heute erlebt. Khalas k?nnte auf falsche Schlussfolgerungen kommen.¡° Etienne l?chelte sie an, ?Dann k?nnen wir es ihm sicherlich erkl?ren. Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, dass hier jemand an der Schule ist, der auch Interesse an alten Sprachen hat. Und so bin ich nicht allein in dieser Bibliothek. Darf ich so lange bei dir sitzen, wie ich noch kann?¡° Meta l?chelte sch¨¹chtern, ?Das kannst du machen, aber ich habe dich vorgewarnt.¡° Etienne l?chelte zufrieden und widmete sich wieder ihrem Buch. Sie sah, wie Meta neugierig her¨¹berschielte, ?Das hat nichts mit unseren F?chern zu tun, oder?¡° Etienne sah wieder zu ihr, ?Das ist eine Dokumentation einiger magischer Relikte, welche in den ersten Jahrzehnten nach der Entstehung der neuen Welt bestimmt werden konnten. Ich hatte gehofft etwas ¨¹ber die Austreibungsreliquien zu finden. Sie werden auch die Steine von Expulsio genannt.¡° Meta sah sie fragend an, ?Austreibungsreliquien? Du hast gesagt, du bist Exorzistin, oder? War das ernst gemeint?¡° Etienne nickte, ?Ich hab ein paar sehr wichtige Sachen vor mir. Es w?re wirklich sch?n, wenn ich die Steine zeitig finden k?nnte. Bisher hat sich das aber als sehr schwierig erwiesen. Nachdem ich den ersten gefunden hatte und sehr m¨¹hselig versucht habe ihn zu erlangen, wurde er mir einfach vor der Nase weggeschnappt¡°, sie seufzte, ?Und nun wird meine dringliche Notwendigkeit, die Steine zu erlangen, auch noch gegen mich verwendet.¡° Verst?ndnis leuchtete in Metas Gesicht auf, ?War es das, worum es vorhin im Gespr?ch mit Raffael ging?¡° Etienne nickte, ?Er hat ihn mir einfach gestohlen.¡° Meta sah sie mitleidend an, ?Er kann sehr hinterlistig sein, wenn er es will. Lass dich nicht auf vage ausformulierte Versprechen ein, die wird er drehen, wie er will.¡° Lachend erwiderte Etienne, ?Danke f¨¹r die Warnung. Das habe ich auch schon mitbekommen. Nun denn, sei es zun?chst drum. Ich habe ein paar Gr¨¹nde zu vermuten, dass ich die anderen Steine hier in der Stadt finden k?nnte. Also habe ich mir gedacht, ich lese mir ein paar B¨¹cher dazu durch.¡° ?Wir haben eine ganze Abteilung dazu in der Bibliothek im zweiten Stock. Da w¨¹rdest du sicherlich noch sehr viel finden k?nnen¡°, informierte Meta sie. Etienne bedachte ihre B¨¹cher und fragte, ?Was liest du da eigentlich? Wieder Sanskrit?¡° ?Nein. Ich mache ein Selbststudium. Ich will sp?ter Gilgian dabei helfen k?nnen, die Provinz besser zu verwalten. Von allen Provinzen geht es unserer am schlechtesten¡°, sie be?ugte Etienne vorsichtig und z?gerte, eher sie die n?chsten Worte sprach, ?Wenn ich mich hier gut anstelle, k?nnte ich vielleicht einigen Menschen helfen. Bastian Hartmann hatte einst gesagt, dass wenn nur jeder Mensch versuchen w¨¹rde, einem anderen ein Bisschen zu helfen, dann w¨¹rden wir in einer deutlich besseren Welt leben. Bisher hatte ich das nicht in die Tat umsetzen k?nnen. Aber ich habe es fest vor.¡° Etienne war ¨¹berrascht, dass von allen ¨¹berlebenden der alten Welt, Meta ausgerechnet ihn zitierte. Es gab viele m?chtige Pers?nlichkeiten und Etienne kannte ihn. Er konnte jedoch nur in Zusammenarbeit mit den anderen, deutlich m?chtigeren, ¨¹berlebenden seinen Worten Taten folgen lassen. Das hatte zur Folge gehabt, dass andere Menschen viel leisten mussten, um seinen Anforderungen gerecht zu werden. Etienne hielt nicht viel von ihm. Meta err?tete nach ihren Worten und blickte lachend weg, ?Ich entschuldige mich. Ich wei? gar nicht, wo das alles herkommt, ich kann ja nicht mal mir selbst helfen. Normalerweise rede ich auch nicht ¨¹ber so etwas mit Fremden.¡° Etienne l?chelte sie an, ?Mach dir nichts draus, mir wurde schon ?fters gesagt, dass ich so eine Art habe, dass Menschen mir einfach alles anvertrauen. ¡° Meta lachte, ?Wirklich? Vielleicht solltest du Therapeutin werden.¡° Etienne lachte, ?Ich bin nicht sehr gut darin, vern¨¹nftige Ratschl?ge zu geben.¡° Meta l?chelte sie an und Etienne stellte vorsichtig die erste pers?nliche Frage, ?Du und Gilgian, seid ihr wirklich Geschwister?¡° Sie hatten Gemeinsamkeiten, waren zeitgleich aber so unterschiedlich, dass Etienne sich dar¨¹ber wunderte. Meta blickte sie verwundert an, ?Nein. Streng genommen bin ich seine Cousine. Aber wir lebten schon zusammen, seit wir klein waren.¡° Sie fing an, mit ihrer Hand ¨¹ber ihren Arm zu fahren. Die Augen wanderte kurz weit weg, doch dann fing sie sich schnell wieder und sah wieder zu Etienne. Die Augen mit der stechenden Augenfarbe blickten freundlich und sch¨¹chtern. Anders als Etiennes. ?Ich sch?tze, irgendwann haben wir uns einfach so genannt.¡° ?Es muss wirklich sch?n sein, jemandem so nahe stehen zu k?nnen.¡° Meta biss sich auf die Unterlippe, w?hrend sie Etienne nun wieder vorsichtig musterte. Dann sagte sie, ?Uns haben unsere Lebensumst?nde n?her aneinander gebracht. Aber ich habe eher das Gef¨¹hl, dass ich ihm h?ufiger in Weg stehe, als dass ich eine Hilfe bin.¡° Etienne lachte und meine ermunternd, ?Das Problem haben wahrscheinlich alle, dessen Angeh?rige in ihren h?heren Positionen sitzen. Lass dich davon nicht unterkriegen.¡° Meta entgegnete ihr strahlendes L?cheln mit einem verwirrten Blick, ?Ich sch?tze, dass das so ist? Aber Scarlett ist zum Beispiel eine viel gr??ere Hilfe an Raffael, als ich an Gilgian. Und Meng hilft Elias auch viel mehr. Ich w¨¹nschte mir, ich k?nnte auch so hilfreich sein.¡° Doch dann l?chelte sie wieder zuversichtlich und hob das Buch hoch, dass vor ihr lag, ?Deswegen ganz viel lernen. Ich habe fest vor, ihm irgendwann jede Hilfe zur¨¹ckzuzahlen, die ich von ihm bekommen habe.¡° Die Geister der McClaines: Ein Hilfegesuch Etienne verarbeitete still die ersten Informationen, tat so, als w¨¹rde sie in ihrem ausgeliehenen Buch weiterlesen. Doch das Buch hatte sich schnell als nicht sonderlich hilfreich herausgestellt. Sie kannte es bereits, es hatte nur einen anderen Einband. Dann bemerkte sie einen sch¨¹chternen Blick von Meta. ?Was ist?¡°, fragte sie diese. Meta legte ihr H?nde in den Scho? und blickte nach unten. Dann schaute sie wieder zu Etienne und fragte, ?Von wo bist du auf die Schule gewechselt?¡° Etienne blinzelte verwirrt, ¨¹berrascht von der Frage. Meta schien sich gleich zur¨¹ckzuziehen und hob abwehrend die H?nde, w?hrend sie wie ein Wasserfall zu reden anfing, ?Das fragen sich alle an der Schule. Es passiert ?u?erst selten, dass jemand die Schulen wechselt. In Calisteo ist die Struktur klar geregelt. Au?er, wenn du von au?erhalb kommst, was nat¨¹rlich¡­ nat¨¹rlich sehr beeindruckend w?re. Ich sch?tze, ich habe mich bisher als erste getraut zu fragen?¡° Sie merkte, wie Metas Wangen sich r?teten, peinlich ber¨¹hrt dar¨¹ber, eine Frage gestellt zu haben, die Etienne vielleicht zu nahe gehen k?nnte. Noch immer verwirrt dar¨¹ber, dass Meta diese Frage ¨¹berhaupt gestellt hat, l?chelte sie dann und entschloss sich, ihr etwas Einblick zu gew?hren, ?Eigentlich, hab ich die Schule bis vor ein paar Jahren abgebrochen. Es gibt da etwas Wichtiges f¨¹r mich zu tun. Leider musste ich wieder anfangen¡°, sie lachte, ?Das ist alles Raffaels Schuld, wie du schon mitbekommen hast. Die Steine von Expulsio zu finden, ist meine gr??te Priorit?t¡°, dann seufzte sie schwer, ?Ich k?nnte wirklich jede Hilfe gebrauchen, die ich bekommen k?nnte, stattdessen werde ich sabotiert. Mein Djinn kann mir auch nur begrenzt Unterst¨¹tzung leisten. Was denkst du, werde ich in der Schule was zu den Steinen finden k?nnen?¡° Meta blickte zur Seite, als w¨¹rde sie nachdenken, dann fing sie wieder an, an ihrer Unterlippe zu knabbern, ?Es kann sein, dass ich von den Austreibungsreliquien schon mal was geh?rt habe.¡° ?Ah ja?¡°, fragte Etienne nach. Sie sah, wie Meta sich nun auf die Oberlippe biss, w?hrend sie weiter zur Seite blickte. Dann atmete sie tief durch und blickte wieder vorsichtig zu Etienne, ?Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich das in der Schule aufgeschnappt habe oder ¡­ oder woanders.¡° Sie rieb sich mit der Hand den Nacken und sah aus, als w¨¹rde sie sich unwohl f¨¹hlen. Etienne griff nach vorne und nahm ihre H?nde in die ihren, ?Wei?t du zuf?llig etwas, was mir weiterhelfen k?nnte?¡° Meta versteifte sich, als Etienne sie ber¨¹hrte. Sie sah erschrocken zu ihr und Etienne f¨¹llte die Pause, indem sie weiter sprach, ?Entschuldige, dass ich so aufdringlich bin. Nach all der Zeit und dem R¨¹ckschlag mit dem ersten Stein und dieser andauernden Auseinandersetzung mit diesen Monstern, habe ich gerade einen kleinen Lichtblick gesehen. Du k?nntest mir wirklich so sehr helfen.¡° Sie lie? ihre H?nde los und sah sie entschuldigend an, versuchte freundlich weiter zu l?cheln und sich die Anspannung nicht anmerken zu lassen. ?Ist es so schlimm?¡°, fragte Meta. Etienne seufzte schwer und nickte, ?Das Chateau de la Fortune war furchterregend gewesen.¡° Sie sah, wie Metas Blick sich wieder senkte und sie die Haut an ihren Fingern?geln kratzte. Dann sah sie wieder zu Etienne, ?Nun, vielleicht gibt es in dem alten Haus meines Vaters einige Aufzeichnungen.¡° Etiennes Herz setzte einen Schlag aus. Dies h?rte sich nach einer Spur an, die sie direkt angehen konnte, ?Wirklich?¡° Meta zog wieder entschuldigend die Schultern hoch, ?Ich darf es aber nicht betreten. Niemand darf das.¡° Das w¨¹rde kein Problem f¨¹r Etienne darstellen. Sie k?nnte sicherlich w?hrend der Schulzeit sich einschleichen. Bis dahin, w¨¹rde sie sich mehr Informationen beschaffen. ?Wieso?¡°, fragte sie bei Meta nach. ?Gilgian meint, es sei gef?hrlich. Wei?t du, mein Vater war sehr speziell, wenn es um sein Eigentum ging. Er lie? niemanden an die Gegenst?nde ran und ¡­ es gibt genug Geschichten von verschwundenen Dienern. Und so wie er war, vermute ich, dass er auch nach seinem Tod sein Schatz vor Anderen zu sch¨¹tzen versucht hat¡°, sie zuckte mit den Schultern, ?Ich glaube, Gilgian hat recht, wenn er den Zutritt verbietet. Es ist gef?hrlich.¡° Etienne wischte ihre Aussage mit einer Hand weg, ?Kein Problem. Damit komm ich klar. Als Exorzist komme ich an so manch gef?hrliche Orte. Meinst du, es w?re in Ordnung f¨¹r dich, wenn ich mich dort mal umsehe?¡° Meta z?gerte, sichtbar irritiert von Etiennes Aussage, ?Nein. Das ist wirklich keine gute Idee. Mal abgesehen davon, glaube ich nicht, dass du es betreten k?nntest.¡° Etienne sah sie fragend an und Meta z?gerte wieder. Dann atmete sie frustriert aus und sagte, ?Wie gesagt, mein Vater war speziell. Nur Familienmitglieder k?nnen das Anwesen betreten. In seinen letzten Jahren ¡­ es ist schwer zu erkl?ren.¡° ?Meinst du, er hat einen Irrezauber wirken lassen? Oder ihn selbst gewirkt?¡°, fragte Etienne.This tale has been pilfered from Royal Road. If found on Amazon, kindly file a report. ?Nennt man das so?¡°, fragte Meta misstrauisch. Etienne nickte, ?Ich bin Exorzistin. Ich kenne mich damit aus. Das, was du beschreibst, passt am besten in diese Kategorie. So ist es auch mit den Wesen aus dem Chateau de la Fortune gewesen.¡° Von diesen gab es verschiedene Sorten. Eines davon war sehr subtil. Wenn man als normaler Mensch nicht darauf achtete, dann ging man an Dingen einfach so vorbei, ohne ihnen Beachtung zu schenken. Nicht, weil jemand unaufmerksam war, sondern weil der Zauber einen einfach davon abhielt. Und dann gab es welche, welche die Menschen davon abhielt, einen bestimmten Weg einzuschlagen. Beispielsweise den Weg zu einem Anwesen. Meta betrachtete sie zweifelnd, ?Wei? man das wirklich als Exorzist? Ich dachte, diese w?ren auf menschengemachte Fl¨¹che spezialisiert?¡° Etienne nickte, ?Damit habe ich mich auch sehr viel besch?ftigt. Aber es lohnt sich immer, sein Wissen zu erweitern. Was meinst du, k?nntest du mich vielleicht hereinbringen?¡° Meta k?nnte ihr die T¨¹r ?ffnen. Mehr brauchte Etienne nicht. Das w?re die leichtest Art und Weise hineinzukommen. Meta sch¨¹ttelte den Kopf, ?Das ist eine furchtbare Idee, Etienne! Ich wei? nicht, was mein Vater alles an Sicherheitsma?nahmen eingesetzt hat. Es war schon zu seinen Lebenszeiten schlimm. Ich bin mir sicher, nach seinem Tod ist es nicht besser. Au?erdem hat Gilgian verboten, den Ort zu betreten.¡° ?Das ist die einzige Spur, die ich gerade habe. Was, wenn ich sonst nichts finde?¡°, fragte Etienne. Meta zog die Schultern hoch, ?Ich ¡­ vielleicht ist einfach keine gute Idee nach ihnen zu suchen? Du hast selbst gemeint, dir gef?llt das nicht.¡° ?Ich k?nnte jemandem wirklich sehr helfen, wenn ich die Steine auftreibe¡°, sagte Etienne, ?Sie sind besonders stark, wenn es gegen Fl¨¹che geht. Wenn ich sie nicht finde, dann wird jemandem etwas wirklich F¨¹rchterliches passieren.¡° Sie betrachtete Meta Gesicht. In diesem mischten sich verschiedene Gef¨¹hle zusammen. Etienne konnte Angst ausmachen, aber auch Mitleid und Sorge. ?Du hast selbst gesagt, dass wenn die Menschen mehr einander helfen w¨¹rden, wir insgesamt an einem besseren Ort w?ren. Du k?nntest mir helfen. Und ich ihm. W?re es wirklich so unm?glich, mich dahin zu begleiten und mir die T¨¹r zu ?ffnen? Das ist alles, worum ich dich bitte.¡° Etienne sah, wie Meta erschlagen den Blick senkte. Sie schwieg einige Momente. Etienne sp¨¹rte, wie Catjill seine Magie verwendete und vernahm nach einem weiteren Moment, wie drau?en etwas rumpelte. Ihr Herz schlug schneller, als ihr in den Sinn kam, dass es sich um einen Khalas handeln k?nnte, welcher sich vielleicht auf den R¨¹ckweg zu Meta machte. Meta schien nichts davon mitbekommen zu haben. Sie schwieg noch immer und Etienne lie? ihr die Zeit zum Denken. Daf¨¹r, dass sie so hilflos schien, hinterfragte sie gar nicht mal so wenig und Etienne wollte sie nicht unn?tig dr?ngen. Hoffentlich war das die richtige Entscheidung. Nach einer gef¨¹hlten Ewigkeit, in welcher Etienne besorgniserregend die besorgten Stimmen von au?erhalb der T¨¹r vernahm, seufzte Meta und lie? die Schultern sinken, ?Ich begleite dich nur bis zur T¨¹r.¡° ?Wirklich?¡°, fragte Etienne und Meta erwiderte geschlagen ihren Blick, ?Nur bis zur T¨¹r.¡° Etienne strahlte sie mit dem besten L?cheln an, dass sie zustande bringen konnte, ?Ich werde dir das nicht vergessen. Wann immer du meine Hilfe brauchst, sag es mir.¡° Meta sch¨¹ttelte den Kopf, ?Ich brauche keine Gegenleistung. Au?erdem ¡­ hast du mich auch nicht gefragt, als du mir in der Pause geholfen hast.¡° Etienne lachte, ?Vielleicht sind wir uns in dieser Einstellung ja ?hnlich.¡° Meta l?chelte leicht und dann sackte das L?cheln in sich zusammen. ?Ich muss mir ¨¹berlegen, was ich meinem Bruder sage¡°, fl¨¹sterte sie und sah aus, als w¨¹rde sie ihre Zusage jetzt schon bereuen. ?Schreib ihm eine Nachricht. Wir k?nnen uns morgen fr¨¹h treffen und du k?nntest ihm schreiben, dass du dir einen Tag zum Ausgehen nimmst.¡° Meta sah sie ausdruckslos an und seufzte dann erneut, ?Desto mehr du redest, desto schwerer machst du es mir gerade.¡° Etienne schlug ihr Buch zu und stand auf, ?Ich helfe, wo ich nur kann. Aber wenn das so ist, sollte ich besser schweigen und mich zu Hause vorbereiten.¡° Meta l?chelte wieder z?gerlich, ?Morgen um f¨¹nf, an dem kleinen Wald. Er hei?t am Drachentor und es ist in meiner Provinz.¡° Etienne nickte ihr zu, ?Ich werde da sein. Vielen Dank. Ohne deine Hilfe w?re ich wirklich aufgeschmissen.¡° Sie ging hinaus und beeilte sich von der T¨¹r zu kommen, bevor sie von Khalas entdeckt werden konnte. Sie sah ihn vor einem Haufen B¨¹cher stehen, welche am Boden lagen. Adelle stand schimpfend neben ihm. ?Du bist ja ganz sch?n hinterlistig¡°, meinte Catjill an ihrer Schulter, ?Etienne die Hinterlistige. Ich mag das.¡° Etienne seufzte und schlug den Weg durch einzelne Regale nach Drau?en an. Mitleid war nahezu immer der beste Ankn¨¹pfungspunkt, um Menschen zu einer kleinen Tat zu bewegen. Und wenn Meta nicht so sehr das Bed¨¹rfnis h?tte, anderen zu helfen, dann w¨¹rde Etienne nicht solch ein schlechtes Gewissen haben, es gegen sie zu nutzen. Aber sie wollte nicht noch einen R¨¹ckschlag in Kauf nehmen, erst recht nicht bei einem Menschen, bei dem es so gut funktionierte. ?So schlimm ist es nicht¡°, antwortete sie dem Djinn, ?Sie bringt mich nur rein. Es ist nicht so, als h?tte ich ihre Seele verlangt.¡° Als sie hinaus in den Hof trat, konnte sie ihr Gl¨¹ck mit Meta kaum fassen. Sie war so gutherzig und hilfsbereit, dass es beinahe schon zu gut war, um wahr zu sein. Bei Raffael hat das Mitleid nicht funktioniert. Er hatte es ihr keinen Moment abgekauft. Sie musste herausfinden, was sie gegen ihn nutzen konnte. Und entgegen Metas Behauptung, dass Scarlett ihm eine solch gro?e Hilfe war, dachte Etienne eher, dass es sich lohnen w¨¹rde herauszufinden, ob sie seine Schw?che sein k?nnte. Das w¨¹rde sie nach ihrem Ausflug am n?chsten Morgen herausfinden. Dann schoss ihr Tatinnes w¨¹tendes Gesicht in den Kopf. Etienne sp¨¹rte den n?chsten Seufzer sich anbahnen. Ihre Tante w¨¹rde nicht gl¨¹cklich mit ihr sein. Oder vielleicht doch? Weil Etienne so zielstrebig sich an ihr Ziel klammerte und es verfolgte? Oder nicht, weil sie morgen nicht in der Schule auftauchen w¨¹rde? Etienne wusste noch immer nicht, was ihre Tante mit dem Schulbesuch anstreben wollte und das machte es ihr nicht leicht, ihre Reaktion zu erahnen. Die Geister der McClaines: Metas Abenteuer Noch bevor der Wecker richtig klingelte, schlug Metas Hand sanft aber schnell gegen das kalte Metall und brachte es zum Verstummen. Wie von Strom ber¨¹hrt hatte sie sich aufgerichtete und wartete wenige Minuten unbewegt, ob etwas zu h?ren war. Sie lebte in einem gro?en Haus. Es lebten hier zwar nur Gilgian und sie, jedoch waren hier auch hier viele andere Menschen untergebracht. Und vermutlich waren gerade mehrere Bedienstete unterwegs. Ihr Bruder schlief im Zimmer gegen¨¹ber. Sie lauschte angestrengt, konnte aber nichts h?ren. Also stand sie auf Zehenspitzen auf und schlich zu den Kleidern, die sie sich am Abend zuvor bereitgelegt hatte. Sie legte mit pochendem Herzen ihre Schlafkleidung ab. Zog langsam die andere Kleidung an. Jedes Rascheln f¨¹hlte sich viel zu laut an. Jeder Atemzug f¨¹hlte sich viel zu laut an. Ihr Bruder hatte ein verdammt gutes Geh?r und sie wusste das nur zu gut. Umso mehr war jeder Moment, in welchem zu viele Ger?usche hervorkamen, quittiert mit einem Moment des Wartens und einem verstohlenen Blick zur T¨¹r. Dann sch?pfte sie mit ihren H?nden etwas Wasser aus der Sch¨¹ssel, welche sie sich, wie die Kleidung, am Abend zuvor bereitgestellt hatte. Desto weniger sie herumhantieren musste, desto leiser war sie, so zumindest ihre Theorie am Vortag. Aber jetzt f¨¹hlte sich das alles nicht so sicher an. Nachdem sie fertig war, nahm sie sich ihre Schuhe und schlich zu der T¨¹r, die sie einen Spalt offen gelassen hatte. So musste sie keine Ger?usche des Schlosses f¨¹rchten. Sie sah zu dem Brief, den sie f¨¹r Gilgian am Tisch gelassen hatte. Sie wusste nicht mehr, wann es das letzte Mal war, dass sie einen f¨¹r ihn geschrieben hatte. Als Kinder hatten sie das ?fters getan. Sich Nachrichten zugeschickt, diese an geheimen Orten versteckt und so miteinander gesprochen. Alles unentdeckt von den scharfen Augen ihres Vaters. Und es schmerzte sie diese kindliche Tradition von ihnen nutzte, um ihm gegen¨¹ber unehrlich zu sein. Sie schlich auf den Flur und war froh ¨¹ber die weichen Teppiche, welche ihre Schritte d?mpften. Die dicken Socken taten ihr restliches. Meta beeilte sich und fragte sich, wieso ihr Bruder nicht durch ihr rasendes Herz geweckt wurde. Als sie die Treppe erreicht hatte, sah sie sich erst einmal um, ob irgendwer auf dem Gang war. Dann beeilte sie sich hinunter. Ein Paar weitere G?nge und Treppen folgten und Meta nahm sich vor, demn?chst in ein Zimmer etwas n?her am Haupteingang zu ziehen. Aber nur, sollten noch einmal solch eine Aktion vorhaben. Meta fragte sich zum tausendsten Male, wieso sie ¨¹berhaupt mitmachte. Sie hatte sich fest vorgenommen diese verfluchte Villa niemals wieder zu betreten. Ihr Vater war grausam gewesen. W?re Gilgian damals nicht f¨¹r sie da gewesen, dann w?re sie kaputtgegangen. Es waren fast zwei Jahre vergangen, aber sie konnte sich noch sehr gut an die Ereignisse von damals erinnern. Nicht zuletzt, weil die Menschen aus Calisteo sie immer daran erinnerten. Manche nur mit ihren Blicken, andere mit ihren Taten. Sie zeigten ihr, wer sie war. Die seltsame, verfluchte Tochter eines verstorbenen Herrschers, welche mit ihrer Anwesenheit die Menschen immer daran erinnerte, wie viele Opfer die Herrschaft ihres Vaters den Menschen gebracht hat. Sie zog die Schuhe an und schlich durch die T¨¹r, sobald sie sich vergewissert hatte, dass da niemand war. Dann grub sie ihre mickrigen Schauspieltalente aus und ging aufrecht und langsam, wie jeden morgen, aus der Villa. Meta w¨¹nschte sich, sie h?tte etwas von Scarletts Schauspieltalenten. K¨¹hle Morgenluft schlug ihr entgegen, ebenso wie das Gezwitscher von V?geln. Sie wusste, sie w¨¹rde bei den vielen Menschen in der Villa nicht unbemerkt durch den Garten kommen. Es gab wenige B?ume und es musste nur aus dem Fenster geschaut werden, um sie zu sehen. Es w¨¹rde wahrscheinlich viel Verwirrung und Misstrauen geben, wenn man sie in geduckter Haltung rennen sah. Und dann w¨¹rden sie wahrscheinlich schnell Gilgian wecken und er w¨¹rde sie finden. So aber sah es einfach nach einem fr¨¹hen Sparziergang aus. Es war auch gar nicht so selten, dass sie es mal tat. Vor allem fr¨¹h im Sommer, wenn die Morgenluft nach einem warmen Tag roch, ging sie gerne durch die G?rten. Im Winter eher weniger. Es w¨¹rde sie hoffentlich also keiner beachten, wie sonst normalerweise auch immer.Unlawfully taken from Royal Road, this story should be reported if seen on Amazon. Meta ging durch die Stadt, beobachtete die wenigen Menschen, die aus ihren Apartments heraus kam und sich auf den Weg zur Arbeit machten. Es waren nicht viele unterwegs, daf¨¹r war es noch zu fr¨¹her. Aber in einer Stunde, w¨¹rden die Stra?en voller werden. Die H?user in ihrer Provinz waren ?u?erlich nicht so sauber, wie die von Elias¡¯ Provinz. Aber daf¨¹r waren sie innerlich gut ausgestattet, gut isoliert und die Menschen konnten sich auf eine sichere Unterkunft verlassen. Anders war es bei Raffael, dessen Provinz vom alten Herrscher regelrecht ausgebeutet wurde. Doch nach dem, was sie im letzten Jahr mitbekommen hatte, k¨¹mmerte er sich bereits darum. Als B¨¹rger der zweiten Provinz kannte er sich sicherlich sehr gut mit den Problemen der Bewohner aus. Als Meta die vertrauten Stra?en entlang ging, entdeckte sie ein neues Zeichen an der Wand eines Hauses. Sie blieb stehen und betrachtete es nachdenklich. Sie hatte es noch nicht so h?ufig gesehen, aber sie wusste, dass es sich um eine neue Bande handelte. Die Gruppe war wahrscheinlich noch sehr klein, hatte nicht viele Anh?nger, oder es handelte sich um Kinder, welche Sp??e trieben, was sehr gef?hrlich werden konnte. Das konnte immer ausufern, vor allem, wenn andere Banden auf sie aufmerksam werden w¨¹rden. Sie hoffte inst?ndig, dass sich die Beziehungen zwischen den Provinzen bessern w¨¹rde, denn keiner profitierte mehr von den K?mpfen, als diese ganzen Banden, die versuchten ihre Macht auszubauen. Sie schaffte es rechtzeitig zu dem Eingang des Waldes. Von hier aus, waren es nur wenige Minuten bis zu der alten Villa ihres Vaters, welche an der inneren Mauer von Calisteo gebaut worden war. Genauso war es auch mit den anderen H?usern der Provinzherrscher. Damals hatten die Gr¨¹nder der Stadt es so gewollt, dass deren Herrscher die Menschen als Erstes vor Feinden sch¨¹tzen sollten. Daraus ist nicht viel geworden. Meta blickte auf die teure Uhr an ihrem Handgelenk. Diese hatte sie von ihrem Bruder, vor kapp zwei Monaten, zum Geburtstag geschenkt bekommen. Sie war bis heute heil geblieben, aber es w¨¹rde eh keiner wagen, ihren Sachen, die beinahe alle von Gilgian kamen, etwas anzutun. Ihr Bruder w¨¹rde die Namen der Schuldigen aus ihr herausquetschen und denjenigen dann verpr¨¹geln. Meta wollte das nicht, auch wenn sie diese ganzen H?nseleien wirklich hasste. Sie fragte sich, wieso Etienne ihr geholfen hatte. Es m¨¹sste teilweise daran liegen, dass Etienne neu in der Stadt war. Sie kannte die ganzen Probleme nicht. Oder vielleicht sah sie in Meta ein leichtes Ziel. Sie war es auch. Das wusste sie selbst, dennoch hatte sie es nicht geschafft Nein zu sagen, als Etienne sie um Hilfe gebeten hatte. ?Oh, so eine ?hnliche habe ich auch¡°, sagte Etienne, als sie pl?tzlich mit einem strahlenden L?cheln vor ihr auftauchte. Meta sprang mit einem Aufschrei zur¨¹ck, ?Etienne!¡° Etienne zeigte ihr Handgelenk und an diesem war eine schwarze Armbanduhr zu sehen. Meta konnte diese jedoch nicht beachten. ?Bitte h?r auf damit¡°, sagte sie schimpfen, ohne zu wissen, woher dieser Mut gerade herkam, ?das ist das zweite Mal.¡° Etienne senkte ihre Hand und grinste sie weiterhin an. Im Gegensatz zu Meta, hatte sie eine robuste dunkelgr¨¹ne Jacke an und Jeans, welche in dicken Schuhen m¨¹ndeten. Der Kater schlief auf ihrer Schulter. Meta w¨¹rde gerne erfahren, woher Etienne ihn hatte. Sie waren selten. Sie erf¨¹llten aber keine W¨¹nsche, wie in den alten Geschichten von Aladdin. Genau genommen wusste niemand, was sie taten. Au?er vielleicht die gro?en Familien, wie die Cerreas oder die Petyrer. Aber sie teilten ihre Geheimnisse nicht. Mit niemandem und wenn, dann nur f¨¹r einen hohen Preis. Die Petyrer gingen sogar so weit, dass sie niemanden in ihre St?dte lie?en, genauso wie es die Mandragonrys nie taten. Das hatte Metas Vater wahnsinnig gemacht, denn er hatte nie etwas von ihnen bekommen k?nnen, weder Informationen noch Wissen noch Artefakte. Es gab nur einmal eine Einladung zu dem Shukriyaa-Fest, von welchem er vollkommen ver?ndert wiedergekommen war. All diese gro?en Familien konnten auf erste ¨¹berlebende der neuen Welt zur¨¹ckgef¨¹hrt werden. Sie gaben sich gr??te M¨¹he, ihr Blut rein zu halten und ihre Geheimnisse nicht nach Au?en dringen zu lassen. ?hnlich war es bei den Cerreas der Fall, diese waren jedoch offener und diplomatischer. Was auch immer ihr Vater mit ihnen Erlebt hatte, es war der Wendepunkt ihres allen Lebens, welcher zu seinem Tod gef¨¹hrt hat. Etienne t?nzelte um sie herum, ?Wohin gehen wir?¡° Meta wunderte sich ¨¹ber ihre Neugier und ihren Eifer. Sie atmete tief durch, denn es war das erste Mal, dass sie etwas Verbotenes tat. Und das f¨¹r ein M?dchen, dass sie erst seit gestern kannte ¡­ Sie war verr¨¹ckt geworden. Die Geister der McClaines: Der Weg zur Villa Etienne hatte wirklich M¨¹he, so fr¨¹h aufzustehen. Sie hatte die Nacht zuvor mit Planen verbracht. Und damit, sich vor Tatinne zu rechtfertigen, nachdem Catjill ihr ¨¹ber Etiennes kleine Verst??e in der Schule unterrichtet hat. Daf¨¹r hat er von ihr eine Packung S¨¹?igkeiten bekommen, welche er gen¨¹sslich verschlungen hat, w?hrend Etienne s?uerlich den ?rger ¨¹ber sich hat ergehen lassen. Doch auf ihrem Weg zu der verabredeten Stelle, war sie durch den sch?nen Morgen munterer geworden und war hocherfreut gewesen, Meta an der verabredeten Stelle vorzufinden. Wenn sie nicht aufgetaucht w?re, dann h?tte sie sich alleine auf den Weg gemacht. ?Hier entlang¡°, sagte diese und folgte dem gepflegten Weg durch den kleinen Wald, dessen B?ume in perfekten Reihen nebeneinander standen. Sie warfen Schatten auf den Kieselweg. H?lzerne Balken waren an diesem aufgestellt und manchmal waren sie mit Seilen verbunden, welche in regelm??igen Abst?nden rote Markierungen hatten. ?fters lagen diese Seile aber auch am Boden und es schien sich eine Weile niemand um sie gek¨¹mmert zu haben. Manchmal sah sie hinter den B?umen vereinzelte eckige Geb?ude, welche wahrscheinlich aus mehreren Wohnungen bestanden. Sie sahen ?u?erlich sch?big aus und Etienne fragte sich, ob es innerlich genauso aussah. Sie befanden sich in Gilgians Provinz. Meta war gekleidet in einem dicken Pullover und einer einfachen Jeans. ¨¹ber ihrem linken Oberarm hatte sie ein rotes, schickes Tuch. Wie Etienne von Tatinne gestern erfahren hatte, hatte jedes Provinzmitglied ein Zeichen der Provinz an sich. Ein Zeichen der Zugeh?rigkeit, welches sie bisher nicht nur an Meta entdeckt hatte. Um den Oberarm, Bein, Hals, immer in einem dunklen Rot. Das war vielleicht das Zeichen von Gilgians Menschen. ?Meta?¡° Die grauen Augen huschten zu ihr. ?Ist das rote Tuch das Zeichen eurer Provinz?¡° Meta sah zum Tuch an ihrem Oberarm, ?Ja.¡° ?Ist es nicht leicht, nachzuahmen? Habt ihr keine Angst, dass sich jemand als Mitglied eurer Provinz ausgibt?¡° Meta l?chelte, ?Nein. Die Strafen sind sehr hoch und es gibt eine einvernehmliche Zustimmung unter den Provinzen, dass wenn jemand das macht, er keine Hilfe von seiner Provinz zu erwarten hat. Wenn du damit erwischt wirst, wird es gef?hrlich.¡° ?Das h?rt sich furchtbar an¡°, sagte Etienne und merkte sich die Information. Es w¨¹rde sich lohnen, zu wissen, wer zu wem geh?rt. Vor allem bei Menschen, die ihr fremd sind. ?Gibt es Zeichen von Elias'' und Raffaels Provinzen?¡° Meta nickte, ?Ja. Elias'' Provinzmitglieder haben eine Brosche mit einer Welle. Raffael h?tte seines gerne ge?ndert. Nexim hat den Menschen vorgegeben, sich t?towieren zu lassen. Es ist ein Birnenzweig mit zwei Bl¨¹ten. Er hat es schon vor Jahrzehnten eingef¨¹hrt und die Kinder wurden als erstes mit diesem Zeichen markiert. Dann irgendwann nach und nach die Erwachsenen, nach einer gr¨¹ndlichen Pr¨¹fung. Raffael hat es abgeschafft und wechselt langsam zu einer Brosche ¨¹ber. Aber er l?sst das alte Zeichen weiterhin gelten. Ist nicht so, als k?nnten die Leute was dagegen machen.¡° ?War T?towieren nicht unpraktisch?¡° ?Ich kann dir nicht sagen, wie er damals dazu kam. Da war ich noch nicht geboren¡°, meinte sie mit einem entschuldigendem L?cheln und f¨¹hrte dann weiter aus, ?Mein Lehrer meinte aber, dass Nexim furchtbar misstrauisch war. Auf diese Weise wollte er seine Menschen markieren und ging davon aus, dass das keiner leicht nachmachen konnte. Die Einigung zwischen den Provinzen war sehr eindeutig. Es wurde in den anderen Provinzen also nicht angeboten, sich zu t?towieren. Mal abgesehen davon, ist es nicht leicht, die Farbe zu produzieren und Nexims Provinz hat alleine deswegen ein Teil ihrer Ausgaben in Gesteine Mineralien aus anderen St?dten eingesetzt. Das wollten die anderen Provinzen nicht. Und Nexim hat akribisch Buchf¨¹hrung f¨¹hrend lassen und Lizenzen daf¨¹r wurden selten ausgegeben. Und wurdest du dabei erwischt, dass du es ohne eine Lizenz t?towiert hast, dann war er nicht wirklich gn?dig. Das war eine Art von ihm, Kontrolle ¨¹ber seine Menschen auszu¨¹ben. So die Erkl?rung von meinem Lehrer.¡° ?Ist das so?¡°, fragte Etienne und dachte ¨¹ber das Gesagte nach, ?Ein Lehrer aus der Schule?¡° ?Nein¡°, meinte Meta, ?Das war noch, bevor ich an die Schule kam. Ich wurde zu Hause unterrichtet.¡° Sie liefen eine Weile weiter und bogen in einen kleinen Pfad ein, welcher zu seiner Linken und Rechten in unregelm??igen Abst?nden mit verschiedenen Statuen versehen war. Die Wohnbl?cke hatten sie schon vor einer Weile hinter sich gelassen. Hier gab es auch sehr wenige Menschen, die ihnen begegneten. Einmal sah sie eine Gruppe von Jugendlichen, welche rauchten und welche sie beide misstrauisch betrachteten. Einer von ihnen warf seinen Stummel in ihre Richtung. Etienne wunderte sich, ob der Tabak importiert war oder ob sie in Raffaels Provinz etwas davon anpflanzten. Denn so wie Tatinne ihr erz?hlt hatte, war vor allem seine Provinz diejenige, welche viel zur Verpflegung der Menschen Calisteos anbauten.Stolen content warning: this tale belongs on Royal Road. Report any occurrences elsewhere. ?Muss ich mir Sorgen machen, dass die uns angreifen?¡°, fragte Etienne. Meta blickte zu den jungen Menschen und sch¨¹ttelte den Kopf, ?Nicht, solange du mit mir hier bist. In unserer Provinz wagt es niemand in meine N?he zu kommen. Die anderen Provinzen sind meistens eher das Problem. Wobei vor allem die Menschen des neutralen Stadtteils sich viel erlauben k?nnen. Sie gelten als unser Gleichgewicht. Es wagt nie jemand, ihnen etwas zu tun. Gilgian sollte sie niemals angreifen. Er w¨¹rde es aber tun, wenn er jemals Wind von den ganzen Sticheleien bekommt. Und wenn auf der n?chsten Titelseite steht, dass der so ungeliebte Herrscher der dritten Provinz, gegen¨¹ber denen der neutralen gewaltt?tig war, dann wird es uns nur ?rger bescheren. Das kann ich nicht zulassen.¡° ?Ist das der Grund, weshalb Crom abseits stand?¡°, fragte Etienne. Meta l?chelte sie an, ?Er ist so nah an Raffael, er kann es sich nicht leisten mich anzugreifen. Das w¨¹rde Gilgian nicht durchgehen lassen und das Problem w?re dann auf einmal nicht mehr zwischenmenschlich, sondern zwischen Provinzen. Die anderen hingegen¡°, sie seufzte schwer, ?Ich sollte mich mehr wehren.¡° ?Soll ich dir zeigen, wo man als kleiner Mensch zuschl?gt?¡°, fragte Etienne und blickte sich weiter um, mittlerweile wachsam. Ein Schaudern ging ihr durch den K?rper und es f¨¹hlte sich k?lter an als sonst. ?Um Himmels willen, ich w¨¹rde mir die H?nde brechen¡°, erwiderte Meta lachend. Etienne sch?tzte sie auch nicht als K?mpfer ein. Sie liefen weiter am Pfad entlang, gro?e B?ume zu ihrer rechten und Wiese zu ihrer linken. Die Schatten, welche die B?ume auf sie warfen, beunruhigten Etienne. Es f¨¹hlte sich genauso furchteinfl??end an, wie die ersten Minuten, die sie im Chateau de la Fortune verbracht hatte. Sie hatte in die Schatten geblickt und es hatte sich angef¨¹hlt, als w¨¹rden sie zur¨¹ckschauen. Bis dann wirklich etwas zur¨¹ckgeschaut hat und die Situation schnell durcheinander wurde. Ihr Djinn hatte ihr geraten, nicht den Raum zu wechseln und sie damit beinahe den Monstern ausgesetzt, welche im Raum der Lebenden residiert hatten. ?Sag, Meta, kommt es mir nur so vor oder wird es wirklich angsteinfl??end hier?¡° ?Hm?¡°, Meta sah sie verwirrt an, dann blickte sie sich um, ?Stimmt. Ich lebte einst hier, deswegen bemerke ich es kaum. Das liegt an einem Zauber meines Vaters. Es dient zur Abschreckung, meistens hat es geklappt.¡° ?Nur meistens?¡° Meta l?chelte sie an, ?Nun, ich will nicht gemein sein, aber dann gab es noch Leute wie dich, die es nicht erwarten konnten, dahin zu kommen.¡° Etienne lachte, ?Das trifft ganz gut auf mich zu. Was hat er mit diesen Menschen gemacht?¡° Meta presste die Lippen zusammen, ?Ich wei? es nicht. Ich habe sie nie wieder gesehen und Vater meinte, er habe sie eine Strafe absitzen lassen. Aber auf einmal gab es viele Ger¨¹chte in unserer Provinz, dass mein Vater sie dorthin gelockt und dann verschwinden lassen lie?. Ich glaube nicht an sie. Aber sie sind hartn?ckig geblieben. Und heute glauben noch immer Menschen daran.¡° ?Wenn sie keine Beweise haben und du nachweisen kannst, dass dein Vater nichts damit zu tun hatte, dann k?nnte das die Ger¨¹chte entkr?ften¡°, meinte Etienne. Manchmal lohnte es sich, gegen Ger¨¹chte zu k?mpfen. Etienne selbst sah jedoch nicht ein, wieso sie ihre Kraft verschwenden sollte. Sie empfand diese sowieso eher als l?stig, als belastend. ?Ich denke nicht, dass ich sie vom Gegenteil ¨¹berzeugen kann, also lasse ich es einfach.¡° Nach knapp zwei Minuten kamen sie an einem gro?en Tor mit einem endlos aussehenden Zaun an. Sie waren weit gelaufen. Es hatte allein schon lange gedauert, von Tatinnes Haus zu dem kleinen Wald zu kommen, welcher tief in Gilgians Provinz lag. Und nun war sie ein gutes St¨¹ck mit Meta unterwegs gewesen und die Stadtmauer war n?her und n?her gekommen. Das Geb?ude war Teil der Mauer, sah aus, als w?re es aus dieser in das Innere der Stadt herauswachsen. Die Ziegel hatten eine ?hnliche Farbe, so auch die T¨¹rme, welche an der Mauer empor wuchsen und ¨¹ber sie hinaus als Ausguck herausragten. Es war ein dunkles Braun, welches aufgrund des langen Schattens der Mauer noch dunkler aussah. Aber es war der Vorgarten, welcher Etiennes Aufmerksamkeit am meisten in Anspruch nahm. Die Erde hinter dem Tor war in tiefstem Schwarz und sie war sich ziemlich sicher, es lag nicht am Schatten der Mauer. Es gab keine Blumen, Gras oder gesunde B?ume. Die goldenen und roten Farben des Herbstes gab es hier nicht. Stattdessen war alles dunkel und das auf einen Schlag, direkt hinter dem Tor. Meta l?chelte nerv?s, ?Daran kann ich mich aber nicht erinnern.¡° ?Wie kommen wir ¨¹ber das Tor?¡°, fragte Etienne. Meta sah zum Schloss, ?Gilgian hat die Schl¨¹ssel. Ich wollte ihn nicht nach ihnen fragen, um das Gespr?ch hier¨¹ber zu vermeiden. Ich dachte mir, du wirst sicherlich schon eine Idee haben?¡° Etienne streichelte dem Kater den Kopf, ?Aufwachen Catjill. Wir sind da.¡° Der Kater gab ein Ger?usch von sich und hob den Kopf. Er sprang von Etiennes Schulter und streckte sich dann. Dann bedachte er mit seinen sonderbaren Augen die Umgebung. ?Wieso muss ich eigentlich immer mit?¡°, fragte er und Etienne h?rte den Missmut in seiner Stimme. ?Weil du mir helfen musst.¡° Die Geister der McClaines: Das Eindringen Meta sah sich den Djinn an. Wenn nicht die ungew?hnliche Fellfarbe und die Augen, dann w¨¹rde sie ihn mit einem richtigen Kater verwechseln. Sie w¨¹rde ihm so gerne ein paar Fragen stellen. Wo er herkam und wie er normalerweise lebte. Aber sie traute sich nicht. ?Dort vorne ist die Eingangst¨¹r¡°, sagte Meta und zeigte durch die Gitter zu der mit Gold verzierten schweren T¨¹r der Villa, ?Ich kann dich bis nach dahin begleiten und dabei sein, wenn du sie ?ffnest. Der Zauber von meinem Vater sollte so lange aussetzen, immerhin bin ich seine direkte Verwandte. Danach musst du mich wieder auf die andere Seite des Zaunes bringen.¡° Etienne nickte, ?Das h?rt sich machbar an. Sicher, dass man nicht den Schl¨¹ssel haben muss?¡° Meta sch¨¹ttelte den Kopf, ?Wir hatten so viele Bedienstete zu der Zeit, welche ihm in seiner Anwesenheit Dinge gebracht hatten, welche er n?her untersuchen wollte. Es w?re sehr unpraktisch f¨¹r ihn, wenn nur seine Blutsverwandten das Anwesen ?ffnen k?nnten.¡° ?Dann probieren wir das aus¡°, sagte Etienne. ?Wie kommen wir ¨¹ber den Zaun?¡°, fragte Meta. ?Wir springen¡°, sagte Etienne schlicht. Meta sah sie m¨¹rrisch an, ?Du machst dich ¨¹ber mich lustig. Das schaffe ich niemals. Wahrscheinlich w¨¹rde ich mir bei dem Versuch was brechen. Oder von den Spitzen aufgespie?t werden.¡° Etienne sah sie absch?tzend an und dann blickte sie zum Zaun. Meta z?gerte, als Etienne Catjill auffordernd zunickte. Misstrauisch bedachte sie den Djinn, welcher seine ungew?hnlichen Augen schloss. Dann verlor sie den Boden unter ihren F¨¹?en. Sie schrie ¨¹berrascht auf, als sich weiter und weiter von ihm entfernte und fing panisch an, mit den Beinen zu strampeln. ?Bleib ruhig¡°, rief Etienne ihr von unten zu, ?Einfach still bleiben, du f?llst nicht.¡° Meta versuchte die Panik zu unterdr¨¹cken, doch sie hielt ihr Herz fest umklammert. Es f¨¹hlte sich furchtbar an, nicht die Kontrolle ¨¹ber ihren K?rper zu haben, keinen Halt von der Umwelt zu bekommen. Sie hatte Angst, sie w¨¹rde nach hinten umfallen. Als die Stacheln n?her kamen, wollte sie sich ganz klein machen, aus Angst, dass diese sie aufspie?en w¨¹rden. Ihr Herz schlug so hart, dass es ihr fast schon weh tat. Dann kam der Boden immer n?her und als sie ihre F¨¹?e ihn ber¨¹hren konnten, war sie erleichtert. Zeitgleich wurde ihr schlecht. Der Kater schwebte ¨¹ber den Zaun zu ihr und legte sich auf ihren Kopf, was sie beruhigte und verunsicherte. Sie wusste nicht, wie sie mit ihm umgehen sollte. Was, wenn sie ihn irgendwie beleidigte und er sie verzauberte? ?Du schuldest mir was daf¨¹r¡°, sagte der Djinn und Meta sah wieder zu Etienne, welche noch immer auf der anderen Seite des Zauns war. Sie w¨¹nschte sich, Etienne w?re mit ihr hier dr¨¹ben. Meta wollte nicht alleine in ihrem alten Zuhause sein. Etienne ging einige Schritte zur¨¹ck, w?hrend ihre Augen ¨¹ber die Metallst?be des Zaunes wanderten, ?Wie w?re es, mit etwas zu Essen? Ich besorge dir etwas auf dem R¨¹ckweg. Du darfst aussuchen, aber nur ein Gericht.¡° Sie zog dunkle Handschuhe an und streckte sich. Meta sp¨¹rte, wie der wuschelige Schwanz des Katers hin und her schwang und ¨¹ber ihren Nacken fuhr. Er f¨¹hlte sich furchtbar weich an und sie wollte ihn mit ihren H?nden ber¨¹hren. Sie hatte bisher nur einmal eine Katze in ihrem Leben gesehen und diese nur kurz, weil ihr Vater sie weiterverkauft hat. ?Das ist ganz sch?n wenig f¨¹r meine Magie.¡° ?So viel hast du jetzt auch nicht gemacht¡°, rief Etienne ihm zu, ?Ich kenne den Wert, Catjll. Und mein Angebot ist sehr gro?z¨¹gig.¡° Meta verstand nicht, wor¨¹ber sie redeten. Es war offensichtlich, dass sie einen Preis verhandelten, aber sie fragte sich, ob Etienne nicht sowieso schon einen Vertrag mit dem Djinn geschlossen haben musste. Fiel seine Hilfe nicht dort rein? Etienne lief los und sprang. Sie hielt sich mit beiden H?nden an den Stangen fest und nutzte ihre Beine, um h?her zu klettern. Meta hielt die Luft an. Das sah so gef?hrlich aus. Dann schwang sie sich ¨¹ber die Stacheln und ihre H?nde lie?en diese kurz los und griffen sie dann von der anderen Seite. Das laute Ger?usch, als ihre F¨¹?e gegen sie wieder aufprallten, sp¨¹rte Meta bis in die Knochen. ?Oh mein Gott!¡°, rief Meta aus und Etienne blickte ¨¹ber die Schulter zu ihr. Ein Bild huschte Meta durch den Kopf, wie Etienne den Griff nicht wieder bekommen h?tte und mit dem Gesicht in den Stacheln gelandet w?re. ?Alles in Ordnung?¡°, fragte Etienne, w?hrend sie etwas runterrutschte und dann auf den Boden sprang. Meta schnappte nach Luft, ihr Herz schlug heftig gegen ihre Brust, ?Das h?ttest du besser auch mit deinem Kater machen sollen. Was, wenn du dich an den Spitzen verletzt h?ttest?¡° ?Catjill¡°, sagte der Djinn, ?Wie w?re es mit einer Danksagung an meine Wenigkeit? Du bist nicht gerade leicht.¡° ?Niemand ist f¨¹r dich leicht. Und mutig von dir, das zu sagen, nachdem ich dich jeden Tag herumtrage¡°, sagte Etienne lachend und sah sich dann in der Umgebung um, ?Gruselig hier.¡° Meta atmete tief durch und sah auf die Uhr. Ihr Bruder m¨¹sste schon wach und unterwegs zur Schule sein. Hoffte sie. Wahrscheinlich war er m¨¹de. Seine Mitarbeiter hatten gestern viel von ihm verlangt. Er war so w¨¹tend gewesen, dass sie Angst gehabt hatte, er w¨¹rde explodieren. Aber wie immer, hatte er es nicht getan.Enjoying the story? Show your support by reading it on the official site. ?Los gehts!¡°, rief Etienne und machte sich dann auf den Weg zum Haus. ?Musst du immer so durch die Gegend schreien?¡°, fragte der Djinn. ?Ich hab nicht geschrien. Au?erdem versuche ich motivierend zu sein.¡° ?Du bist nicht motivierend. Nichteinmal deine Stimme ist motivierend.¡° ?Catjill¡°, meinte Etienne beleidigt und dann an Meta gewandt, ?Schau dir diesen Djinn an. Er hat nichts als b?se Worte f¨¹r mich ¨¹brig!¡° Meta l?chelte ¨¹ber deren Streit. Ihre Worte beruhigten sie etwas, lenkten sie von dem Ort ab, an dem sie aufgewachsen war und welcher nun so schrecklich schien. Sie h?rte, wie es im vertrockneten Geb¨¹sch raschelte und sah sich um. ?Ich nehme dein Preis an¡°, sagte Catjill. Etienne nickte ihm zu. Sie durchquerten schnell den Hof. Fr¨¹her f¨¹hrten viele geschwungene Wege durch diesen hindurch und es gab einzelne gr¨¹ne Grasinseln, welche dekoriert waren mit Statuen und h¨¹bsch beschnittenen B?umen und Blumenstr?uchern. Die Statuen, an denen sie vorbeigingen, waren mit toten Ranken bedeckt. Die B?ume waren nur noch d¨¹rres Holz. Meta konnte nicht einmal Insekten ausmachen, welche in diesen leben k?nnten. ?Ich verstehe nicht, wieso alles so tot aussieht. Selbst wenn sich keiner in den letzten Jahren um den Ort gek¨¹mmert hat, wir haben hier sehr freundliches Klima f¨¹r Pflanzen¡°, sagte Meta. Sie ging etwas n?her zu Etienne, welche sich gr¨¹ndlich umsah. Metas Finger waren kalt und sie versuchte sie aufzuw?rmen, doch als sie diese mehrmals schloss und ?ffnete, schmerzten ihr nur die Gelenke von. ?Um diese Frage zu l?sen, m¨¹ssten wir zur Quelle des Problems vorsto?en. Diese wird wahrscheinlich im Haus sein.¡° Es erstreckte sich vor ihnen, hinter diesem die gro?e Mauer, welche sich m?chtig und ewig anf¨¹hlte. Das Geb?ude war in drei Teile aufgeteilt. Mit dem Hauptteil in der Mitte waren ¨¹ber Durchg?nge jeweils links und rechts zwei weitere, kleinere Teile verbunden. Die Durchg?nge wurden von runden S?ulen gehalten, welche oben und unten mit Mustern verziert waren. Der Blick von dort oben auf den Garten war sehr sch?n gewesen. Auch der Blick nach oben war sch?n gewesen, vor allem im Sommer, wenn das Licht der Sonne durch die Fensterscheiben fiel und alles erhellt hatte. Ihr Vater hat so viel investiert und seine Menschen furchtbar viel daf¨¹r arbeiten lassen. Er wollte es moderner machen, mehr an die alte Welt ann?hern. Die Fensterfront war nun mit wei?en Vorh?ngen bedeckt, welche sich sanft bewegten. Meta vermutete, dass dort Fenster ge?ffnet sein mussten, was jedoch keinen Sinn ergab, da Gilgian alles verschlossen haben musste. Meta f¨¹hlte ein Schaudern durch ihren K?rper gehen, ?ich muss nicht zur Quelle des Problems. Das Geheimnis will ich nicht herausfinden.¡° Etienne lachte, so unglaublich unbeschwert, dass Meta sich wunderte, ob sie es nur tat, um Meta ein Gef¨¹hl von Sicherheit zu geben. ?Wie du magst. Aber das war mal dein Zuhause. Bist du sicher?¡° Meta nickte, auch wenn etwas Zweifel in ihr aufstieg. Die schlechten Erinnerungen ¨¹berwogen eindeutig. Aber es gab auch sch?ne. Ihr Gro?vater, welcher ihr immer die Geschichte ¨¹ber die Stadtgr¨¹nder erz?hlt hatte, war immer mit sch?nen Erinnerungen verbunden. Als ganz kleines Kind hatte er sie noch kennengelernt. Sie kamen an den Hauseingangstreppen an, von denen Meta h?tte schw?ren k?nnen, dass der Granit fr¨¹her viel heller war. In einem Halbkreis, welcher immer enger wurde, f¨¹hrten sie zu der mit Gold verzierten schweren T¨¹r. Das Gold leuchtete ihnen bedrohlich entgegen. Damals war es ihr nicht bewusst gewesen, doch nun wunderte sie sich, woher ihr Vater das ganze Gold herhatte. Und wieso hatte er es an diese l?cherliche T¨¹r verschwendet? Das h?tte man in der Elektrotechnik nutzen k?nnen, in ¡­ in Halbleitern oder so? Khalas kannte sich da besser aus. Meta sah fragend zu Etienne. ?Was?¡°, meinte diese. ?Du musst die T¨¹r ?ffnen, ich habe keine Schl¨¹ssel¡°, erinnerte Meta sie. ?Nat¨¹rlich¡°, sagte Etienne, ?Ich war so in Gedanken ¨¹ber diesen Ort, dass ich es beinahe schon vergessen hatte.¡° Etienne hob die Hand und zog den Griff herunter. Mit einem Klacken ?ffnete sich die T¨¹r und als Etienne an ihr dr¨¹ckte, war ein langgezogenes Quietschen zu h?ren, als sie sich langsam ?ffnete und die Dunkelheit im Innenbereich enth¨¹llte. ?Das war erstaunlich einfach¡°, sagte Etienne. Meta blickte mit gro?en Augen zu der T¨¹r, ?Ich bin mir sehr sicher, Gilgian h?tte sie nicht offen gelassen.¡° ?Offensichtlich war sie aber nicht abgeschlossen¡°, meinte Catjill. Sein Fell richtete sich etwas auf und er sprang von Meta herunter und kletterte an Etiennes Jacke hoch auf ihre Schulter, betrachtete mit einem nerv?sen Blick den Eingang. Meta bemerkte, wie er sich hinter Etienne duckte und war verwirrt von dem Anblick. Djinns galten als m?chtig. Wenn er so viel Angst hatte, dann musste da drin etwas Furchtbares auf sie warten. ?Ich w¨¹rde sagen, ihr schickt mich wieder zur¨¹ck¡°, sagte Meta. Etienne und Catjill sahen wieder zu ihr und Meta entdeckte dieselbe Beunruhigung und Angst in Catjills Augen, welche die ihre widerspiegelte. ?Kann ich mit ihr gehen?¡°, fragte Catjill. Etienne lachte, ?Auf keinen Fall. Du kommst mit mir.¡° M¨¹rrisch sprang er von Meta herunter zu Etienne, welche in den Raum blickte. ?Was denkst du, wo ich was finden k?nnte?¡° Meta zuckte mit den Schultern, ?Ich sch?tze mal im Arbeitszimmer im zweiten Stock? Im Rechten Teil des Hauses.¡° ?Im zweiten Stock¡°, wiederholte Etienne, dann seufzte sie, ?Nun gut, lass uns dich hier herausbringen.¡° ?Vielleicht sollten wir etwas vor die T¨¹r legen, damit sie nicht zuf?llt¡°, meinte Catjill. ?Das ist eine gute Idee¡°, sagte Etienne und blickte l?chelnd zu Meta, ?Sonst m¨¹ssten wir dich gleich wieder hereinholen.¡° Sie gingen zur¨¹ck zum Hof und Meta beobachte Etienne dabei, wie sie einen Ziegelstein, welcher die fr¨¹here Grasfl?che von dem Weg trennte, heraus grub. Sie blickte sich immer wieder um und Meta tat es ihr nach. Desto l?nger sie hier war, desto mehr bekam sie das Gef¨¹hl, dass ein innerer Frust sie in seinen Griff nahm. Etienne stand mit dem Stein in den H?nden auf. ?Die sind ganz sch?n schwer.¡° Meta h?rt schon wieder ein Rascheln und verspannte sich. Es war windstill und es sah nicht so aus, als w?ren hier Tiere. Keine Erkl?rung f¨¹r diese Ger?usche zu finden machten sie wahnsinnig. Etienne drehte sich zu ihr und sie schien so unbeschwert, dass sich Meta fragte, ob sie sich die Sachen einfach nur einbildete. Etienne ging zur T¨¹r, als sie ein Knurren h?rten, welches sie erstarren lie?. Catjills Fell str?ubte sich auf und Meta fing flach zu atmen an, als sie hinter Etienne blickte und dort gelbe Augen aus dem trockenen Geb¨¹sch sie fixierten. Die Gestalt lie? sich nur schwer erahnen. ?Oh mein Gott, Etienne¡°, wimmerte Meta leise. Etienne sah hinter sich und Meta wartete angespannt, als sie das Wesen betrachtete. Catjill sprang von ihr zu Meta, welche weiter weg von dem Monster war. Die Geister der McClaines: Die Flucht nach vorne ?Wir gehen langsam rein¡°, sagte Etienne ruhig. Sie griff den Backstein in eine Hand und trat vorsichtig zur¨¹ck. Meta riss die Augen von dem Wesen und sah hinter sich. Die T¨¹r stand weit offen, wie eine Einladung zum Eintreten. ?Soll das ein Witz sein?¡°, fragte sie panisch. ?Aktuell sehe ich keine M?glichkeit, sich woanders zur¨¹ckzuziehen¡°, sagte Etienne, ?Und ich wei? noch nicht, ob das ein Hund ist oder ein Geist.¡° Metas Herz schlug erneut gegen ihre Brust und sie zwang sich, ihre Beine zu bewegen, welche sich nun schwer anf¨¹hlten. Es kostete sie so viel Kraft. Sie trat vorsichtig zur¨¹ck. ?Catjill¡°, sagte Etienne, ?Check den Innenbereich.¡° Der Kater knurrte, tat dann aber, wie sie ihm befohlen hatte. Seine tr?stliche W?rme an ihren Schultern verschwand und Meta sp¨¹rte, wie eine kalte Brise ¨¹ber sie hin¨¹berschwappte. ?Da ist nichts drin¡°, sagte er. ?Dann langsam rein¡°, sagte Etienne. Meta wimmerte, folgte dann widerstrebend dem Djinn, welcher sich bereits an der T¨¹rschwelle befand. Dann z?gerte sie jedoch und blickte wieder zum Tor, ?Ist das wirklich nicht m?glich?¡° Die Gestalt trat aus dem Geb¨¹sch. Ein d¨¹rrer, knochiger Hund mit scharfen Z?hnen, welche in ihre Richtung gefletscht wurden. ?Gehe rein, Meta¡°, sagte Etienne. Der Hund sprang auf sie zu und Meta zuckte mit einem Schrei zusammen. Etienne holte aus und warf den Backstein in sein Gesicht. Es jaulte auf und dann verschwand er in einem Schatten, welcher sich kurze Zeit sp?ter wieder zu seiner alten Form formte. Etienne drehte sich auf dem Absatz um und lief auf Meta zu, welche sie dann an der Hand packte und mit hineinzog. Meta lief ihr hinterher und versuchte dabei nicht ¨¹ber ihre eigenen F¨¹?e zu stolpern. Sie sah, wie die T¨¹r n?her kam, dann fand sie sich auf einem Schlag im Dunkeln wieder. Sie h?rte keine Ger?usche mehr von Au?en. Kein Knurren oder Jaulen. Nur ihren lauten Herzschlag, welcher ihr zu verstehen gab, dass sie einen furchtbaren Fehler begangen hatte, hierher zur¨¹ckzukommen. Etienne zog im Dunkeln ihre alte Halskette heraus, welche sie einst bei einem Turnier gewonnen hatte, als sie noch j¨¹nger war. Sie stellte sich vor, was sie wollte und lie? den Wunsch auf die Kette ¨¹berspringen, welche sodann in einem wei?en Licht den Raum hell erleuchtete. ?Schon viel besser, nicht wahr?¡° Sie blickte sich nach Meta um, welche zitternd neben ihr stand und ihre Hand so fest umklammert hielt, dass Etienne Sorge hatte, Metas Hand w¨¹rde vor Krampf nie wieder aufgehen. Sie antwortete ihr nicht. ?Catjill?¡°, fragte Etienne und der Kater kletterte auf ihre Schulter. Erneut war sie froh dar¨¹ber, sich die Jacke besorgt zu haben. Sie war ihr Stolz und ihre Sicherheit und nun sch¨¹tzte sie Etienne vor Catjills scharfen Krallen, von denen Etienne sich sicher war, dass er sie mit Absicht so scharf machte. Etienne trat zu Meta und sah ihr in die Augen, ?Ist alles in Ordnung bei dir?¡° Meta sah sie aus ihren gro?en grauen Augen an, ?Ich will hier raus.¡° Etienne nickte verstehend, ?Das kann ich mir vorstellen. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob wir da jetzt rausgehen sollten.¡° Metas Atem beschleunigte sich und Etienne strich ihr beruhigend ¨¹ber die Schultern, wie sie es bei einem alten Freund beobachtet hatte, welcher jemand anderen getr?stet hatte. ?Es ist alles in Ordnung, Meta. Solange ich hier bin, wird dir nichts passieren.¡° Etienne krammte in ihrem Kopf nach anderen tr?stlichen Worten oder Taten, welche sie bei ihm gesehen hatte. Stirn an Stirn, tief in die Augen schauen. Solche Sachen, die scheinbar geholfen hatten. W¨¹rde das bei Meta funktionieren? ?Was war das f¨¹r ein Wesen?¡°, fragte Meta. Etienne l?chelte sie an, ?Ich bin mir noch nicht ganz sicher.¡° Sie hatte eine Vermutung, doch diese w¨¹rde sie zun?chst f¨¹r sich behalten. Es war besser, ihr nicht noch mehr Angst zu machen. Etienne musste verhindern, dass Meta in Panik verfiel, denn sonst war sie sich nicht sicher, ob sie f¨¹r ihre Sicherheit sorgen konnte. Notfalls m¨¹sste sie den Djinn bei ihr lassen und sich selbst auf die Suche machen. Kurz verfluchte sie sich selbst und Raffael und die Tatsache, dass sie viel zu ¨¹bereilt gehandelt hatte. Sie h?tte sich noch einen Tag nehmen sollen und wenigstens alleine diesen Ort etwas aussp?hen sollen. Wenn sie alleine war, dann konnte sie sich in solche Situationen hineinst¨¹rzen. Mit Meta hier, war dies jedoch ein gro?es Problem. Etienne war so selten unter Menschen gewesen, dass sie manchmal verga?, wie fragil einige von ihnen waren. ?Was sollen wir machen?¡°, fragte Meta weiter. Etienne war froh dar¨¹ber. Ihr war es lieber, wenn sie Fragen stellte, anstatt in einer Schockstarre zu verharren. Sie w?gte ihre Worte kurz ab, ¨¹berlegte sich, ob sie Meta t?uschen sollte, um ihr die Angst zu ersparen. Entschied sich dann jedoch dagegen, ?Ich gehe in solchen Situationen tiefer hinein, um nach der Ursache des Problems zu suchen. Und ich bin mir sicher, wir finden eine.¡° Meta atmete tief durch und rieb sich mit der Hand die Stirn, ?Das kann nicht dein Ernst sein. Woher willst du so sicher sein?¡° Etienne lachte, ?Tut mir Leid. Aber ich bin Exorzist, so handhaben wir das. So einfach, wie wir in dieses Haus reingekommen sind, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir nicht so einfach rauskommen.¡° Meta ging in die Hocke und vergrub ihr Gesicht in ihren H?nden. ?Das kann nicht dein Ernst sein¡°, wiederholte sie leise, mehr zu sich, als zu ihr. Etienne gab ihr etwas Zeit, sich zu beruhigen und sah sich w?hrenddessen im Zimmer um, welches in ihr kaltes wei?es Licht getaucht wurde. Sie entdeckte viele, mit Staub bedeckte, M?bel. Es standen Vasen auf Tischen, welche verwelkte Blumen hielten. Die schweren Vorh?nge waren vor die Fenster geschoben, sodass kein warmes Sonnenlicht eindringen konnte. Etienne war sich sicher, dass heute das Wetter gut sein sollte. Die Atmosph?re im Vorgarten ergab f¨¹r sie keinen Sinn. Es hatte regnerisch ausgehen. Sie sah wieder zu Meta und ?nderte die Farbe des Lichtes von wei? zu einem w?rmeren Farbton. Nun leuchtete es um sie herum in Gelb. Ihr war der kalte Farbton lieber, so konnte sie mehr sehen. Aber vielleicht w¨¹rde die warme Farbe Meta etwas dabei helfen, sich zu beruhigen. ?Komm schon Meta¡°, sagte sie und zog sie hoch, ?Ich brauche dich konzentriert und gefasst.¡° Meta lie? sich hochziehen und atmete noch ein mal tief durch, ?Ok.¡° Sie sah zu ihrer Kette, welche Etienne in der Hand hielt, die Schnur um ihre Hand gewickelt. ?Was ist das?¡°, fragte sie in einer zittrigen Stimme.Taken from Royal Road, this narrative should be reported if found on Amazon. Etienne antwortete ihr ausf¨¹hrlich, um sie etwas abzulenken, ?Es ist ein gew?hnliches Artefakt. Nichts Besonderes. Es kann die Farbe ?ndern und hell leuchten. Und es kann die Farbe von Gegenst?nden ?ndern, wenn ich etwas damit ber¨¹hre.¡° Sie hielt den Stein an ihre Jacke, welche auf einen Schlag wei? wurde. Meta blinzelte verwirrt, ?Das h?rt sich aber nicht nach etwas Gew?hnlichem an.¡° ?Oh, das ist es. Eigentlich ist es ziemlich nutzlos. Au?er es als Lichtquelle zu benutzen, kann ich es kaum f¨¹r etwas gebrauchen. Was nat¨¹rlich nicht bedeutet, dass es leicht herzustellen ist.¡° Sie ?nderte die Farbe der Jacke zur¨¹ck. Meta nickte. Sie schwieg und schloss dann kurz die Augen. Dann blickte sie nach einem leisen Durchatmen wieder zu Etienne und sagt mit d¨¹nner Stimme, ?Vielleicht sollten wir ins Arbeitszimmer meines Vaters gehen. Er hat auch ein Schatzzimmer, in welchem er die ganzen Sachen gesammelt hat. Vielleicht hat er irgendwas in seinen letzten Tagen reingebracht, was das Ganze hier verursacht.¡° Etienne nickte l?chelnd, ?Dann machen wir das. Laufe hinter mir und beschreibe mir den Weg. Catjill, du h?ltst deine Sinne offen und sagst mir, wenn sich etwas in unserer N?he befindet.¡° ?Ich hasse es, dass du mich aus meinem Wald geholt hast¡°, sagte er. Etienne lachte, ?Das ist eine L¨¹ge. Und tue nicht so, als w?re es dort besser gewesen.¡° Sie drehte sich zu der Treppe, welche auf der anderen Seite des Raumes war und setzte sich in Bewegung. Ihre Schritte wurden durch den einst roten Teppich ged?mpft. Sie gingen hinauf und Etienne sah sich wachsam um. Nichts r¨¹hrte sich. ?Nach rechts. Dann durch die T¨¹r den langen Gang entlang. So kommen wir im Arbeitsbereich meines Vaters an¡° Die Stimme war schwach und zittrig. Etienne machte sich Sorgen, dass sie erneut die Fassung verlieren w¨¹rde. Sie w¨¹rde daf¨¹r sorgen, dass Meta nichts geschah. Zeitgleich vermerkte sie sich aber, dass Meta ihr mehr eine Last, als eine Hilfe sein w¨¹rde. Wenn sie in Panik verfallen w¨¹rde, m¨¹sste sie sich etwas ¨¹berlegen, um Metas und ihre eigene Sicherheit zu garantieren. So ein Mist, dachte sie. Es war wirklich nicht der Plan gewesen, sie mit ins Haus zu schleppen. Aus ihrem Augenwinkel sah sie Catjill, welcher an das Gel?nder ging und es sogleich bereute, als Staub an seinen Pfoten h?ngen blieb. ?Komm zu mir¡°, sagte Etienne zu ihm. Sie mochte es nicht, dass er so viele Spuren hinterlie?. Er befolgte nur zu bereitwillig ihre Anweisung und Etienne unterdr¨¹ckte ein Seufzen. Sie hatte zwei furchtbar ?ngstliche Wesen bei sich, um welche sie sich k¨¹mmern musste. Das w¨¹rde ein anstrengender Ausflug werden. Sie trat an eine T¨¹r heran, ?Ist es hier?¡° Meta sagte nichts und Etienne blickte zu ihr. Dann sch¨¹ttelte Meta den Kopf, ?Entschuldige, ich habe genickt. Ja, das ist hier.¡° Etienne l?chelte und ?ffnete die T¨¹r. Vor ihr erstreckte sich ein langer Gang, an dessen beiden Seiten wei?e Vorh?nge still hinunterhingen. Sie vermutete hier die Fenster, welche sie von Au?en erblickt hatte. So viel Stoff l?ste in ihr ein Gef¨¹hl der Bedrohung aus. Er hing jedoch nicht bis an den Boden. Es w¨¹rde sich niemand dahinter verstecken k?nnen, so viel war sicher. Dennoch mochte sie es nicht, wie schwer es ihr fiel den ¨¹berblick ¨¹ber den dunklen Gang zu bekommen. ?Gibt es ein Problem?¡°, fragte Catjill ungeduldig. Etienne versuchte mehr vom Gang zu erahnen, ihr Licht reichte jedoch nicht so weit. Sie sch¨¹ttelte den Kopf und ging vorsichtig vor. Nach einigen Schritten sp¨¹rte sie einen leichten Luftzug, welcher sie erschaudern lie?. Sie sah sich um, entdeckte aber nichts. Die Vorh?nge hingen weiter ruhig hinunter, an der ge?ffneten T¨¹r war niemand. War das Magie oder Wind?, fragte sie sich. Sie war sehr magieempfindlich. Das Licht beleuchtete nun auch das andere Ende des Ganges. Es gab weiterhin nichts zu sehen, also gingen sie weiter. Als sie fast an der anderen Seite angekommen waren, sp¨¹rte sie ein Schaudern ihren Nacken hinauf wandern. Sie sah sich wieder um. Meta wimmerte leise hinter ihr, ?Ich bin mir wirklich unsicher. Vielleicht sollten wir wieder zur¨¹ckgehen? Vielleicht ist das Tier nicht mehr da und du kannst mich schnell ¨¹ber den Zaun schaffen?¡° Sie hielt Etiennes Hand so fest, dass es schon weh tat. Etienne sp¨¹rte ihre Fingern?gel durch die Handschuhe und war froh, diese anzuhaben. Sie drehte sich zu Meta um und wollte sie erneut beruhigen, ihr versichern, dass so lange sie bei ihr blieb, ihr nichts passieren w¨¹rde. Sie hielt jedoch inne, als sie merkte, wie sich hinter Meta etwas regte. Ein Vorhang wehte sanft hin und her. Meta spannte sich an, als sie ihren Blick entdeckte und dann sah sie sich um. Auch sie entdeckte den Vorhang und die Fingern?gel gruben sich tiefer in Etiennes Hand. ?Was ist...? War¡­?¡°, fragte sie. Ihre Stimme zitterte und brach. Etienne atmete durch, ?Nein, ich bin mir sehr sicher, dass kein Fenster ge?ffnet ist.¡° ?Wirklich?¡°, fragte Catjill, ? ¡° ? ¡°, erwiderte sie. Er gab ein beleidigtes Ger?usch von sich, ?Nat¨¹rlich ist hier nichts! Ich hab das ordentlich durchgeschaut, uns sollte nichts in den Weg kommen. Zumindest noch nicht.¡° Etienne blickte hinter ihre Schulter, wo ein weiterer dunkler Gang sich erstreckte. Dann sah sie wieder zum wehenden Vorhang, an welchem sie wieder vorbeim¨¹ssten, wenn sie Meta herausschaffen wollte. ?Lass uns weiter.¡° ?Etienne ¡­¡°, meinte Meta widersprechend. Dann schwang der Vorhang sehr stark nach oben und fiel sanft wieder hinunter. Meta schwieg, sah mit gro?en Augen in den Gang. Etienne zog an ihrem Arm und sagte eindringlich, ?Ich glaube wir gehen jetzt.¡° Meta lie? sich mitziehen. Stolperte ¨¹ber ihre F¨¹?e, als sie versuchte hinter Etienne zu kommen. Dann schwang der Vorhang wieder hinauf und hinab und sie h?rten ein Wimmern. Der Vorhang senkte sich diesmal nicht direkt und fiel ¨¹ber eine Form, welche Etienne physisch nicht ausmachen konnte, und das versetzte sie in Unruhe. Etienne fragte alarmierend, ?Catjill. Was ist das? Ein Geist?¡° Pl?tzlich rannte Meta los und Etienne lief ihr sofort hinterher. Sie beeilte sich, sie einzuholen, versuchte ihren Arm zu erwischen, damit sie nicht von ihr getrennt werden w¨¹rde. Verflucht, dachte sie. Sie w?re um so viel besser dran, wenn sie sich nicht um Andere k¨¹mmern m¨¹sste. Aber etwas sagte ihr, dass Meta in diesem Haus sehr erw¨¹nscht war. Die Geister der McClaines: Gilgian und Raffael Als Gilgian in der Schule ankam, war er noch verwirrter als am Morgen. Metas Brief lie? ihn ratlos zur¨¹ck. Irgendwie widersprach er sich. Wahrscheinlich hatte das neue Balg damit zu tun. Taucht einfach auf und macht, was es will. Genauso wie die zwei Idioten, die er beinahe jeden Tag ertragen musste. Wieso starben sie nicht einfach einen langen, qualvollen Tod, um niemanden weiter zu nerven? War das zu viel verlangt? Dann unterdr¨¹ckte er ein Seufzen, wie ein Verlierer, welcher sein Leben nicht auf der Reihe bekam. Gilgian wollte wirklich dem Balg die Schuld geben. Aber er konnte nicht, denn es war nicht erst seit gestern so, dass er und Meta kaum miteinander sprachen. Wann hatten sie das letzte Mal ein richtiges Gespr?ch miteinander gef¨¹hrt? Und nun solch eine kryptische Entfernung. Vielleicht h?tte er vor ein paar Tagen doch nachfragen sollen. Aber er hatte gekniffen ¡­ wie ein Verlierer. Die geh?ssigen Worte seiner Kindheit kreisten ihm im Kopf herum. Er fuhr sich mit der Hand ¨¹bers Gesicht und machte die T¨¹r auf. Wie immer war Gilgian einer der ersten in der Klasse. Man sah es ihm vielleicht nicht an, aber er wollte eine gute Bildung haben. Er wollte zu dem werden, was sein Vater gewesen war. Nur nervten die Lehrer ihn. Und zwar st?ndig. F¨¹nf Lehrer, die er fast jeden Tag sah und nicht einer von denen konnte einfach normal sein. Er seufzte und warf seine Tasche neben seinen Tisch. Khalas war bereits da. Mit seiner Brille und den zu gro?en Streberkleidern sah er wie ein unschuldiger Junge aus. Er hatte nichts an sich, was einen fantastischen Boxer vermuten lie?. Gilgian hatte einmal gegen ihn gek?mpft und nur mit viel M¨¹he gewonnen. Deswegen hatte Gilgian ihn bei sich. Einen sehr guten K?mpfer, der ihm zur Not beistehen w¨¹rde. Aber er sollte nicht Gilgian, sondern seine Schwester besch¨¹tzen. Nicht, dass Gilgian nicht selbst dazu in der Lage gewesen w?re. Er wollte aber, dass sie in sicheren H?nden war, falls es einen direkten Angriff auf ihn geben sollte. Und Khalas war gut genug dazu. Und wenn nicht, w¨¹rde Gilgian ihm alle Knochen brechen. ?Wo ist Meta?¡°, fragte dieser. ?Nicht hier¡°, knurrte Gilgian. Und damit war das Gespr?ch beendet. Ein weiterer Grund, weshalb Gilgian ihn gew?hlt hatte. Eine Antwort reichte ihm, er brauchte nicht nachzuhaken, so hielt er danach immer den Mund und nervte ihn nicht unn?tig. Nicht so wie diese nervigen Arbeiter, die wie Fliegen um ihn herumschwirrten und ihm erz?hlen wollten, was er noch alles f¨¹r die Provinz machen sollte. Du musst die Vertr?ge durchlesen, ?ffte er sie in seinem Kopf nach, Du musst eine Entscheidung zum Budget treffen. Er hasste sie. Und er hasste diese Arbeit. Und es war nur Raffaels Schuld, dass er sie noch einige Jahre machen musste. Langsam tr?delten alle in die Klasse. Scarlett, die Kuh, kam ebenfalls als eine der Ersten. Dann die ganze, hinterh?ltige Eliastruppe. Obwohl Gilgian Scarlett absolut nicht mochte, war es beachtenswert, dass sie immer ganz allein in einer Klasse voller Feinde war, ohne auch nur die Spur von Angst zu zeigen. Raffael und sein treuer, kleiner K?mpfer kamen immer als Letztes, meistens auch zu sp?t. Heute kamen sie jedoch tats?chlich sogar etwas fr¨¹her. Nicht gleich zu Unterrichtsbeginn, knapp vor dem Lehrer, sondern tats?chlich ganze f¨¹nf Minuten fr¨¹her. Gilgian beobachtete, wie Raffaels verdammtes, l?chelndes Gesicht, in das er am liebsten stundenlang einschlagen w¨¹rde, leicht verwirrt zuckte, als er den Platz dieses nervigen Balgs leer entdeckte. Auch jetzt fiel es Gilgian auf, dass sie nicht da war und das machte ihn w¨¹tend. Nicht nur schlafen, sondern auch schw?nzen. Was zur H?lle wollte sie in der Schule, wenn nicht lernen? Es war eine sinnlose Frage, denn Gilgian kannte die Antwort bereits von Tatinne. Nat¨¹rlich war wieder der Idiot schuld. Wieso konnte er dem bl?den M?dchen nicht einfach den Stein ¨¹berlassen, damit sie verschwand und nicht alles durcheinander brachte? Er hatte bereits vermutet, dass Raffael versuchen w¨¹rde Einfluss auf die Person der Vorhersehung auszu¨¹ben. Er verstand noch nicht genau, was sein Plan war, denn momentan sah es eher danach aus, als w¨¹rde er sie gegen sich aufbringen. Gilgian selbst war es herzlichst egal, ob er als Herrscher abgel?st wird oder nicht. Er hatte sowieso nicht vor, lange in dieser verfluchten Stadt zu bleiben und er z?hlte jede Sekunde ab, welche ihn n?her an seinen Abschied brachte. Interessanter w?re es jedoch herauszufinden, was Elias und seine Familie planen w¨¹rden. Diese w¨¹rden niemals die Macht abgeben. Raffael w¨¹rde einiges vor sich haben, wenn er sich aktiv auf Etiennes Seite stellen w¨¹rde. Oder wollte er sich gegen sie stellen? Gilgian war immer noch in seinen Gedanken, als er dann pl?tzlich bemerkte, wie Raffaels Blick auf den leeren Platz von Meta fiel. Er sah ihn einen Moment ruhig an, hob dann ¨¹berrascht die Augenbrauen und Verst?ndnis huschte ¨¹ber sein Gesicht. Und wenn Gilgian eines in diesen vergangenen H?llenjahren, die er mit Raffael und Elias verbringen durfte, gelernt hatte, dann war es, diesen Blick niemals zu untersch?tzen. O''Donnel, die D?mliche, kam in das Zimmer, bereit f¨¹r den n?chsten Kampf mit dieser Klasse. Gilgians Faust knallte auf den Tisch, als er langsam dahinter kam. Die Gespr?che verstummten, als das Holz unter seiner Hand zersprang. Er sprang auf, schnappte Raffael an seinem Kragen und zog ihn mit hinaus. ?Bleib da¡°, meinte er noch zu Khalas. Und nachdem das geh?rt wurde, blieben auch alle anderen sitzen. Er sp¨¹rte die Unruhe, die er mit seiner Handlung verursacht hatte, die angespannte Stille, die schwer im Klassenzimmer wog. Dennoch, es w¨¹rde sich keiner einmischen. Raffael grinste ihn im Flur an und meinte, ?Bitte nicht die Kleider runterrei?en. Ich wei?, ich bin anziehend und ich bin f¨¹r Experimente zu haben, aber in der Schule?¡° ?Was?¡°, meinte Gilgian verwirrt und dann fiel ihm wieder ein, dass es Raffael war. Immer dumme Spr¨¹che, um von den wichtigen Angelegenheiten abzulenken. Es hatte Gilgian etwas Zeit gekostet herauszufinden, dass Raffael es insbesondere immer dann tat, wenn er ihn damit auf die Palme bringen konnte. Dadurch behielt er eine Kontrolle, der Gilgian nichts entgegenbringen konnte. Denn sobald Gilgian der Wut die ¨¹berhand gab, verlor er jegliche Kontrolle an Raffael. Und die Wut kehrte schlagartig zur¨¹ck, ?Was zur H?lle hat deine kleine, neue Kuh mit meiner Schwester gemacht?¡° Raffael hob eine Braue, ?Woher soll ich das wissen? Ich wei? nicht einmal, ob sie zu zweit unterwegs sind.¡° ?L¨¹g mich nicht an¡°, sagte Gilgian drohend, ?Du vermutest etwas, nicht?¡° Raffael lachte und machte sich von seinem Griff los, ?Wie kommst du darauf?¡° ?Weil ich dein verdammtes Gesicht leider viel zu gut kenne. Was wei?t du? Zwing mich nicht, es aus dir heraus zu pr¨¹geln.¡° Raffaels Miene wurde belehrend und Gilgian hasste es, wenn er das tat, ?Das w¨¹rde aber gegen die Vereinbarung versto?en.¡° ?Das ist mir egal. Glaub mir, wenn Meta etwas passiert, werde ich einen Weg finden, um es dir anzuh?ngen. Und ich wei? jetzt genug, um zu vermuten, dass du zumindest daf¨¹r verantwortlich bist, dass dieses G?r ¨¹berhaupt die Chance hatte, mit Meta in Kontakt zu treten. Du hast sie hergeholt.¡° Raffael zuckte seiner drohenden Stimme mit den Schultern entgegen, ?Ich kann nichts f¨¹r das, was sie hier tut.¡° ?Wohin sind sie gegangen?¡°, knurrte Gilgian zwischen zusammengebissenen Z?hnen hervor. Raffael seufzte, blickte kurz aus dem Fenster. Die Morgensonne leuchtete unangenehm in die Hallen hinein. Dann sah Raffael wieder zu Gilgian und sagte, ?Sie ist auf der Suche nach den Steinen der Austreibung.¡°Reading on Amazon or a pirate site? This novel is from Royal Road. Support the author by reading it there. ?Den du ihr geklaut hast¡°, meinte Gilgian. Das hat Tatinne ihm erz?hlt. Er hatte sie vor zwei Tagen im Gang zum Direktor neben einem Stapel B¨¹cher vorgefunden und sie hatte ihm von Alleine alles erz?hlt. Gilgian vermutete, dass Raffael sie genug auf die Palme gebracht hatte, dass ihre bereitwillige Erz?hlung dazu gedient hatte, Gilgian gegen Raffael aufzubringen. Und wenn sie gewusst hatte, dass Meta in dem Ganzen zusammenhing, dann war sie auf gutem Weg dahin, Erfolg zu haben. Hinterlistige alte Frau. Er hasste es, dass er immer nach ihrer Pfeife tanzte. Raffael lachte erneut und Gilgian wollte verdammt sein, aber es schien wirklich, als h?tte der Mistkerl Spa? an der Sache. Gilgian hatte es noch nie geschafft, ihn wirklich w¨¹tend zu sehen. ?Hat deine Schwester irgendwas mit den Steinen von Expulsio zu tun?¡°, fragte er dann. Gilgian runzelte die Stirn, ?M?glich. Wieso?¡° ?Das ist dann ein Ja¡°, sagte er und Gilgian hasste ihn noch etwas mehr, ?Wo k?nnten sie hingegangen sein? Wahrscheinlich dahin wo der Stein aufzufinden ist. Was mich eher interessiert ist, wie Etienne es geschafft hat deine Cousine zu ¨¹berzeugen da mitzumachen?¡° ?Schwester¡°, korrigierte Gilgian knurrend. F¨¹r ihn war sie immer seine Schwester. Er hatte eine gute Vorstellung davon, wohin sie gegangen sind. Es w?re genau der Ort, an dem sie durch furchtbare Erfahrungen zu Geschwistern geworden sind. Sein Onkel war schon immer eine gerissene kleine Ratte gewesen. Meta war ganz anders als er. Sie war aufrichtig, wollte niemandem etwas zuleide tun. Sein Onkel hingegen hat nur zu gerne mit den Hoffnungen der Menschen gespielt. Sie hereingelegt und dann ¨¹ber ihr Leiden gelacht. Gilgians Kiefer verspannte sich, als ihm klar wurde, wohin er gehen musste. Und was dort auf ihn warten w¨¹rde. Meta und dieses G?r hatten keine Ahnung, in was sie da hineinliefen. Auf einen Schlag setzte Reue ein. Er hatte Meta nie davon erz?hlt. Gilgian wollte nie alte Wunden aufrei?en. Und das war wahrscheinlich ein weiterer Grund, weshalb sie beide sich so weit voneinander entfernt hatten. Sein kleines Geheimnis und die Angst vor ihrer Reaktion. ?Gut, du kommst mit¡°, sagte er an Raffael gewandt. ?Was?¡°, meinte Raffael ¨¹berrascht, ?Wieso sollte ich das?¡° Es war nicht das erste Mal, dass Gilgian ihn ¨¹berrascht erlebt hatte. Damals hatte er jedoch beinahe schon Mitleid mit ihm gehabt. ?Weil es deine verdammte Schuld ist, dass dieses Balg hier aufgetaucht ist. Also wirst du mir dabei helfen, sie aus meinen Angelegenheiten herauszuhalten.¡° Raffael schnaubte grinsend, ?Sie war von Anfang an hinter den Steinen her. Also w?re sie so oder so in dieser Stadt aufgetaucht.¡° ?Aber sie w?re nicht dieser Schule beigetreten.¡° Raffael lachte erneut, ?Vielleicht, wir werden es nicht herausfinden. Ich werde dieses Abenteuer aber aussitzen.¡° Gilgian z?gerte kurz, sah ihn pr¨¹fend an. Das war eine f¨¹r Raffael un¨¹bliche Reaktion. Gilgian war nicht einfallsreich genug, um herauszufinden, wieso er die Chance nicht nutze. Offensichtlich hatte er mit dem Balg was vor, sei es ihr dabei zu helfen, Calisteo zu Einen oder sie auszuschalten, damit sie ihm nicht die Macht nahm. Eine Chance wie diese k?nnte f¨¹r beide M?glichkeiten von Vorteil sein. Doch Gilgian konnte sich auf sein Instinkt verlassen und nach den letzten Jahren, in denen er Raffael kennengelernt hat, wusste er, dass letzteres unwahrscheinlich war. Raffael liebte diese Stadt. So sehr, dass er vor Gilgian auf die Knie gefallen und ihn angebettelt hatte, nur f¨¹r die Chance eines kleinen Waffenstillstandes. ?Gut¡°, sagte er l?chelnd. Zufrieden bemerkte er das Misstrauen in Raffaels Gesicht, als dieser bei seiner Antwort stutzig wurde. Gilgian drehte sich um und ging, dann h?rte er Raffael hinter sich sagen, ?Du hast aber erstaunlich locker nachgelassen.¡° Gilgian sp¨¹rte sein Grinsen breiter werden. Sie kannten sich schon l?nger. Raffael w¨¹rde wissen, dass Gilgian ihn aus einem bestimmten Grund gefragt hatte. Als k?mpferischen Beistand h?tte er jeden anderen seiner Untergebenen mitnehmen k?nnen. Raffael war aber schlau. Und das brauchte er auf die Schnelle mehr. ?Ich habe mir zun?chst ¨¹berlegt, dass ich die beiden sicher aus der Lage herausholen w¨¹rde. Aber da du scheinbar nicht helfen magst, habe ich beschlossen diesem Balg alle Knochen zu brechen und sie dann meinem Onkel vorzuwerfen.¡° Er drehte sich zu Raffael um, ?Wenn du dich in den Lauf der Dinge einmischst, werde ich es auch machen. Wahrscheinlich wird sie ¨¹berleben. Nicht aber, ohne von diesem Erlebnis ein paar Traumata mitzunehmen. Und daf¨¹r ist das Haus perfekt geeignet.¡° Er wartete kurz, was Raffael dazu sagen w¨¹rde. Er sah seinen pr¨¹fenden Blick und gab ihm Zeit abzusch?tzen, wie Ernst es Gilgian meinte. Ob dieser Weg oder ein anderer, Gilgian war es gleich. Gilgian w¨¹rde sich nicht die M¨¹he machen, beide sicher von dort herauszuholen. Meta war ihm genug, sie war die Einzige, der er sich verpflichtet f¨¹hlte. Und entweder w¨¹rde Raffael sich um das G?r k¨¹mmern oder Gilgian w¨¹rde sie als Opfer nutzen. Ob dieser Weg oder ein anderer, ihm war es gleich. ?Dir ist schon bewusst, dass wenn sie an die Macht kommt, du endlich deinen Posten abgeben kannst. Es hat keinen Sinn, sie gegen sich aufzubringen.¡° Gilgian sp¨¹rte, wie sein Gesicht ihm entgleiste. Das w¨¹rde er sich nicht von Raffael sagen lassen. ?Nur als Erinnerung. Du hast mich damals auf Knien angebettelt, weiter an der Macht zu bleiben. Und ich habe es gemacht, weil ich dir noch etwas f¨¹r damals schuldete. Es ist deine Schuld, dass ich das hier noch weiter aushalten muss. Also wag dich nicht, mir zu sagen, mit wem ich mich gut stellen soll. Und erst recht nicht, nachdem du mir hier nicht helfen willst.¡° Er sah, wie Raffaels Blick sich verd¨¹sterte. Er schwieg f¨¹r einige Momente und sagte dann, ?Ohne eine Gegenleistung kann ich dir nicht helfen.¡° Gilgian lachte, ?Ah, nat¨¹rlich.¡° Er w¨¹rde schlecht vor den Provinzmitgliedern dastehen, wenn er einfach so einem Feind half. Dasselbe galt f¨¹r Gilgian, aber ihm war es egal. Er w¨¹rde sowieso nicht mehr lange in der Stadt leben. Er ¨¹berlegte sich kurz, ob es das wert war und entschied sich dann, darauf einzugehen. Auch wenn er seinen Verpflichtungen nicht mehr lange nachgehen m¨¹sste, er m¨¹sste auch nicht daf¨¹r sorgen, dass die Situation in der Stadt schlimmer wurde. Nicht nachdem er sich so viel M¨¹he gegeben hatte, diesen Vollidioten so lange bei Tatinne auszuhalten, bis sie endlich einen relativen Waffenstillstand auf den Tisch gebracht haben. Der Grund weswegen Raffael bei ihm gebettelt hatte. ?Keine Unterwerfung¡°, sagte er an Raffael gewandt, ?ich werde nicht f¨¹r dich t?ten oder f¨¹r dich k?mpfen. Und ich werde nicht in deine Provinz gehen. Ich werde auch nicht ?ffentlich etwas machen, worum du mich bittest. Egal was es sein wird, es wird diskret und nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Und du wirst diesen Gefallen nicht missbrauchen, um mir zu schaden.¡° Raffael sah ihn einen Moment ausdruckslos an, dann l?chelte er wieder und Gilgians Genugtuung wich dem Misstrauen. ?Einverstanden¡°, sagte er und ging zu ihm. Gilgian drehte sich um und machte sich auf den Weg zum Haus seines Onkels. Er sah, wie Raffael seine Waffen checkte und sagte, ?Erz?hl mir etwas ¨¹ber deinen Onkel.¡° ?Wieso sollte ich?¡°, fragte er genervt. ?Ich kann am besten helfen, wenn ich mehr ¨¹ber die Situation wei?. Mal abgesehen davon¡°, f¨¹hrte er weiter aus, ?werde ich nicht in ein Haus hinein spazieren, wenn es offensichtlich eine Gefahr gibt, von der ich kaum etwas wei?.¡° Gilgian schwieg. Es nervte ihn, sein Wissen ¨¹ber diesen Ort mit Raffael zu teilen. Dann seufzte er und entschied sich, ihn nur ¨¹ber seinen Onkel zu informieren. Die Geister der McClaines: Spielzeuge alter und neuer Welt Meta lief in den ersten Raum, den sie finden konnte. Bevor sie Etienne die T¨¹r ins Gesicht schlagen konnte, hielt Etienne ihren Fu? davor und ging schnell hinein. Meta verschloss sie dann und lie? sich an der Wand hinabsinken. Sie atmete schnell und hielt sich die Seiten. Etienne sah die T¨¹r stirnrunzelnd an, ?Wenn das ein Geist ist, m¨¹sste er nicht durch die T¨¹r schweben k?nnen?¡° ?Halt die Klappe!¡°, rief Meta beinahe weinend aus, ?Mach es nicht schlimmer, indem du es schwarzmalst!¡° Etienne l?chelte und ermahnte sich, solche Spr¨¹che zu lassen. Meta hatte es nicht verdient in dieser Situation ge?rgert zu werden. Sie probierte den Lichtschalter aus. Die eine H?lfte des Raumes erleuchtete in schwachem Licht. An der Decke hing ein Ger¨¹st aus drei Lampen, welche in alle Richtungen des Raumes ausgerichtet waren. Eine von ihnen leuchtete nicht, sodass die hintere Ecke des Raumes weiterhin in Dunkelheit geh¨¹llt war. Die dritte Lampe flackerte in unregelm??igen Abst?nden. ?Oh Gott, wieso hast du den Schalter bet?tigt¡°, wimmerte Meta und versenkte ihr Gesicht in ihren H?nden. Etienne stie? beinahe ein anerkennendes Pfeifen aus, als sie den Inhalt des Raumes sah. ?Was ist das hier alles?¡°, fragte sie Meta. Der Raum war gef¨¹llt mit hunderten von Spielzeugen und Puppen. Vor allem die Puppen erregten Etiennes Aufmerksamkeit insbesondere. Sie war sich sicher, dass manche von ihnen etwas Magisches an sich hatten. ?Das ist das Spielzimmer meines Vaters¡°, jammerte Meta, ?Oh, lass uns wieder gehen, ich habe schon immer dieses Zimmer gehasst.¡° Etienne sah kurz zu Meta. Sie sah aus, als w¨¹rde sie gleich wieder panisch werden und losrennen. Also entschied sie sich, eine etwas l?ngere Pause einzulegen und sagte, ?Nimm dir einen Moment, um durchzuatmen. Ein Spielzimmer also? Und wer hat hier gespielt?¡° Der Raum war mehrere Schritte lang. In der Mitte gab es eine Couch und einen Tisch. Zwei Sessel waren drumherum angeordnet. Sie sahen weich und einladend aus und Etienne w¨¹rde den Teufel tun, sich auf sie zu setzen. Sie sp¨¹rte den Fluch schon von mehreren Schritten Entfernung auf ihnen lasten. Ein gro?er, flauschiger Teppich f¨¹llte den Boden des Raumes aus. Die W?nde waren voll von Regalen, an denen verschiedene Puppen und Spielzeuge aufgereiht waren. Die Puppen waren handgemacht, mit bunten Haaren und ihre Kleider waren in einem sehr alten Kleiderstil gestaltet. Manche von ihnen waren etwas dreckig und sahen aus, als h?tte man versucht sie wieder zu reparieren, sich dann aber dagegen entschieden, um noch mehr Schaden zu vermeiden. Etienne kam die Vermutung, dass einige von ihnen noch aus der alten Welt stammen. ?Ich meistens. Mein Vater hat hier alles eingeschleppt, was er finden konnte¡°, sagte Meta und dr¨¹ckte sich an die T¨¹r. Sie atmete langsam und kontrolliert. Etienne war froh dar¨¹ber. Meta tat, was man ihr sagte. Wenn Etienne sich darauf verlassen konnte, dass sie weiterhin auf sie h?rte, w¨¹rde es deutlich leichter sein, f¨¹r ihre Sicherheit zu sorgen. ?Ich will mir die Sachen nur mal kurz anschauen¡°, sagte sie und trat von Regal zu Regal, ?Er muss ja aus allen m?glichen Jahren was gesammelt haben. Die hier sieht aus, als w?re sie aus der alten Welt.¡° Sie lehnte sich nach vorne zu den kleinen Spielzeugen aus Plastik. Eines sah aus wie eine Rakete. Das letzte Mal hatte sie eine vor Jahren in einem Buch gesehen. ?Bist du ein Puppenfan?¡°, fragte Meta und f¨¹gte dann hinzu, ?Frag mich bitte nicht, was das f¨¹r seltsame Ger?te sind. Ich bin sicher, mein Vater hat es mir erkl?rt, aber es ist Jahre her.¡° Etienne strahlte zu ihr her¨¹ber, ?Das ist eine Rakete.¡° Meta sah sie verst?ndnislos an, ?Was?¡° Etienne deutet mit dem Finger nach oben, ?Sie fliegt ins Weltraum und zum Mond und zu anderen Planeten.¡°Stolen content warning: this tale belongs on Royal Road. Report any occurrences elsewhere. Als Meta sie stirnrunzelnd ansah und sich scheinbar ¨¹berlegte, ob Etienne es ernst meinte oder nicht, nahm Etienne sich dies zum Anlass, das Thema zu wechseln und ihre andere Frage zu beantworten, ?Nein, kein Puppenfan. Aber diese Sammlung ist beeindruckend. Oh schaue, diese Puppe hier ist sogar verflucht.¡° Sie wechselte den Blick in die zweite Ebene. Die Farben der Magie wirbelten durch das Zimmer, s?ttigten es, dass es sich beinahe schon schwer zu atmen anf¨¹hlte. Die Farben waren dunkel. Ein tiefes violett und blau, dunkle T?ne mit schwachen goldenen Linien, welche sich aufwirbeln lie?en, als Etienne durch sie hindurchlief. Doch ihre Aufmerksamkeit erlangte ein dunkler, langer Schatten, welcher von au?erhalb des Raumes seinen Ursprung zu haben schien und sich um die Puppen legte. Das war kein Fluch. Etienne hatte aber keine Idee, was es sein sollte. Meta blickte mit gro?en Augen zu der Puppe, auf die Etienne gezeigt hatte, ?Woher wei?t du das.¡° ?Ich hab da so ein Gesp¨¹r f¨¹r¡°, sagte Etienne und lie? ihre Sicht wieder in ihre Welt zur¨¹ckkehren. Was ist dieser Schatten? Sie ging dann weiter durch den Raum, ?Hast du die Puppen je gesehen?¡° Sie sah kurz zu Meta und Meta blickte zu der Couch und dem Tisch, bei dessen n?heren Betrachtung Etienne nun ein Set aus h¨¹bschen zueinanderpassenden Tassen und Tellern vorfand. ?Vater hat mich fr¨¹her immer mit ihnen spielen lassen¡°, sagte sie dann. Sie blickte auf ihre Hand und dann wieder zu den Spielzeugen und etwas in ihrer Stimme schien zu brechen, ?Sind sie wirklich verflucht?¡° ?Nicht alle¡°, versicherte Etienne ihr, ?Die meisten sind normal. Aber hier und da gibt es welche, die sich seltsam anf¨¹hlen. Wobei¡­¡° Diese hier ist nicht gerade harmlos, dachte sie. Sie sah wieder zu Meta, welche sie ausdruckslos anschaute. Etienne fragte sie, ?Ist dir nie etwas Komisches aufgefallen?¡° Meta l?chelte sie traurig an, ?Nat¨¹rlich. Ich dachte aber immer, dass diese Dinger einfach nur gruselig sind. Ich mochte nie wirklich Puppen und Vater schleppte immer welche an, die er mir dann gab. Manchmal hatte ich Albtr?ume und das so lange, bis er das Ding wieder aus meinem Zimmer geholt hat. Und manchmal haben sie sich sehr seltsam in meinen H?nden angef¨¹hlt.¡° Etienne nickte, ?Manche von denen erkenne ich aus den Verschriftlichungen wieder. ¡° ?Oh wunderbar¡°, sagte Meta und seufzte m¨¹de. ?Bist du wieder zu Atem gekommen?¡°, fragte Etienne sie. Sie musterte Meta vorsichtig aus dem Augenwinkel. Sie sah aus, als w¨¹rde sie gleich in Tr?nen ausbrechen und Etienne f¨¹hlte sich furchtbar. Raffael war ihr so unter die Haut gegangen, dass sie sich dazu hat verleiten lassen, voreilig zu handeln. Nach diesem Abenteuer schuldete sie Meta eine riesige Entschuldigung. Meta sah grau im Gesicht aus. Ihr Beine zitterten noch etwas, w?hrend sie nun an der T¨¹r lehnte. Seit Etienne sie nach den Puppen gefragt hatte, rieb sie sich andauernd die Handfl?chen. ?Tut dir etwas weh?¡°, fragte Etienne. Kurz ¨¹berlegte sie sich, ob sie nicht doch den Weg nach drau?en einschlagen sollten, doch sie verwarf die Idee wieder. Meta hatte dies zweimal vorgeschlagen und beide Male ist etwas passiert, was sie tiefer in das Haus getrieben hatte. Wenn sie es noch einmal versuchten, dann w¨¹rden wahrscheinlich noch mehr Hindernisse auf sie zutreffen. W?re es besser, den Weg zun?chst ohne Probleme weiter nach vorne einzuschlagen und sich dann durch alles zur¨¹ckzuk?mpfen? F¨¹r Etienne bestimmt. Sie hatte mit diesen Dingen hier keine gro?en Probleme. Meta hingegen ¡­ das war ein Problem. Etiennes Augen suchten die von Catjill und deutete mit ihrem Kopf in Metas Richtung. Sie w¨¹rde mit ihm sp?ter den Preis f¨¹r Metas Schutz aushandeln. ?Ich hab mir nur was gesto?en¡°, erwiderte sie. Catjill schwebte zu ihr und schmiegte sich an ihren Hals. Etienne musste ¨¹ber seinen Trost l?cheln. Sie war sich nicht sicher, ob das seine Djinnf?higkeit oder ob er einfach nur sehr empathisch war. Aber sie wusste, dass wenn es drauf ankam, er seine raue Art ablegte und tr?stend da war. Am Anfang war er vorsichtig, fast schon schreckhaft, bereit davon zu laufen. Doch als Meta sich seufzend an ihn zur¨¹ck schmiegte, wurde er mutiger und schien fast schon erfreut, dass seine Hilfe angenommen wurde. Er hatte das noch nicht oft erlebt, dessen war Etienne sich sicher. Genau genommen, war sie sich nicht einmal sicher, ob er es je erlebt hatte. Sie hatte ihn im Wald aufgesucht, welcher verflucht und verlassen war. Es war das perfekte Versteck f¨¹r einen jungen Djinn gewesen und ein wirklich furchtbarer Ort f¨¹r einen Menschen. Die Geister der McClaines: Der Schattenwalz Das Licht schien auf Meta, welche ihre zitternden H?nde in Catjills blaues Fell vergrub. Sie atmete langsamer, hielt die Augen geschlossen. Etienne r¨¹hrte sich nicht, wollte ihr diesen friedlichen Moment nicht nehmen, in welchem sie scheinbar langsam wieder zur Ruhe kam. Als ihre grauen Augen sich wieder ?ffneten und zu ihr wanderten, sah sie wieder die vorsichtige Fassung, mit welcher sie auch die letzten Tage alles um sich herum betrachtet hat. Dann wanderten ihre Augen hinter Etienne und die Fassung verschwand. Etienne blinzelte verwirrt und drehte sich dann wieder um, nur um sich Auge um Auge mit den strahlend blauen Kn?pfen einer Puppe wiederzufinden. Sie schrie erschrocken auf und sprang zur¨¹ck. Schatten huschten durch das Zimmer, die Lampe knisterte und ging aus, die Letzte flackerte weiterhin ¨¹ber ihr. Weitere Puppen schwebten empor, kicherten und sprachen, sagten etwas in einer alten Sprache, welche Etienne nicht kannte. Eine fing zu singen an, tanzte im Kreis ¨¹ber ihrem Kopf um Etienne herum. Weitere schlossen sich ihr an, w?hrend sie lachend um Etienne schwebten. Sie trat langsam zur¨¹ck und durchforstete beunruhigt in ihrem Kopf nach Wissen, welches das erkl?ren konnte. Etienne traute sich nicht, den Blick in die andere Ebene zu wechseln, zu sehr war die Sorge pr?sent, davon verwirrt zu werden und den ¨¹berblick ¨¹ber das Geschehen zu verlieren. Eine der Puppen schoss auf Etienne zu. Etienne fing sie auf, eher sie in ihrem Gesicht landen konnte. Sie sah verwirrt zu ihr hinunter, hatte ihre roten Stoffhaare in ihrer Hand. Als ihre Hand zu brennen anfing, sto? Etienne sie von sich und trat noch einen Schritt zur¨¹ck, hielt jedoch an, als ihr bewusst wurde, dass sie nun n?her an Meta war. ?Meta. Raus hier¡°, befahl sie ihr. Etienne schrie auf und duckte sich, als ein weiterer Schwall Puppen mit Gel?chter auf sie zuflog. Weitere Spielzeuge erwachten zum Leben. Kleine Autos, welche die Polizei darstellten, von der Etienne wusste, dass es sie in Calisteo unter diesen Namen nicht mehr gab, fuhren ihr ¨¹ber die F¨¹?e und trafen mit Vollgas gegen ihre Schienbeine. Fliegende Maschinen flogen mit voller Geschwindigkeit gegen sie, gefolgt von den Puppen, welche Etienne unter allen Umst?nden vermeiden wollte, denn in diesem Chaos konnte sie nicht ausmachen, welche verflucht waren und ihr schaden konnten und welche einfach nur von den verfluchten Puppen missbraucht wurden. Sie stolperte zur¨¹ck und ein Auto schaffte es unter ihren Fu? zu kommen. Dann fuhr es mit Vollgas nach vorne, sodass sie mit dem R¨¹cken zu Boden fiel. Der Aufprall dr¨¹ckte ihr die Luft aus der Lunge. Nach Luft schnappend rollte sie sich herum und beeilte sich auf die Beine zu kommen, bevor die Menge an Spielzeugen sie erdr¨¹cken konnte. Die Maschinen flogen gegen ihre Arme und Beine, versuchten sie wieder herunterzurei?en. Die Puppenmenge st¨¹rzte sich auf sie, versuchte sie unter sich zu begraben. ?Catjill!¡°, schrie sie verzweifelt, griff nach ihren Ampullen und z?gerte, weil sie diese noch immer nicht nutzen wollte. Catjills Zauber schlug in einer Welle gegen die Spielzeuge, welche gegen die Regale gewirbelt wurden. Entt?uschte Rufe und Beschwerden erf¨¹llten den Raum. Etienne nutzte die Chance und sprang auf. Eine Puppe flog auf sie zu, sie packte sie und schmetterte sie gegen die Wand, w?hrend sie aus dem Zimmer rannte und die T¨¹r zuknallte. Meta und Catjill pressten sich panisch an die Wand gegen¨¹ber. Etienne sa? mit dem R¨¹cken an die T¨¹r gelehnt, hielt sie verschlossen. Sie atmete schwer und unterdr¨¹ckte ein Schauder bei dem Ger¨¹mpel auf der anderen Seite, als die Spielzeuge gegen die T¨¹r krachten und gegen sie h?mmerten. ?Ein bisschen mehr Hilfe, w?re nicht zu viel verlangt¡°, meinte sie an Catjill gewandt. ?Bist du verr¨¹ckt?¡°, fragte dieser panisch, ?Hast du diese Dinger gesehen? Hast du sie gesehen? Ihr Menschen seid verr¨¹ckt! Wer baut sowas?¡° Meta lie? sich an der Wand hinuntersinken, ?Ich will nach Hause.¡° ?Versiegle die verdammte T¨¹r!¡°, rief Etienne aus. ?Schrei mich nicht an!¡°, erwiderte Catjill, setzte sich aber in Bewegung und ber¨¹hrte mit seiner Stirn die T¨¹r. Daraufhin sprang Etienne zur Seite und war bereit, Meta zu schnappen und wegzulaufen. Aber die kleinen Biester kamen nicht durch. Sie h?rte nur noch beschwerendes Weinen.This book was originally published on Royal Road. Check it out there for the real experience. Schwer atmend und mit gro?en Augen wechselte sie den Blick in die zweite Ebene. Hinter Catjills goldener Magie, welche die T¨¹r verschlossen hielt, sah sie dunkle Schleier eines Schattens, welcher sich wand und zuckte und versuchte durch die T¨¹r durchzubrechen. Derselbe Schatten, den sie vorhin hat ausmachen k?nnen. Er war dichter und m?chtiger geworden und Etienne fragte sich, ob er etwas mit dem st¨¹rmischen Angriff auf sie zu tun hatte. Und dass es ein Angriff gegen sie war, war eindeutig, denn keines der Spielzeuge war Meta und Catjill nach drau?en gefolgt. Schwer atmend fasste sie an ihren Hals, sp¨¹rte das unangenehme Ziehen des Schmerzes. Sie packte Catjill und drehte ihn zu sich, ?Siehe dir die Kratzer an. Bin ich verflucht? Haben sie mich verflucht?¡° Seine gro?en Augen blickten panisch in ihr Gesicht. Etienne sp¨¹rte das Ziehen an ihrer alten Narbe, weiteren Schmerz an der anderen Seite ihrer Wange. Sie war so froh um ihre dicke Jacke. ?Nein¡°, sagte der Kater, ?Ich bin mir sicher, du bist nicht verflucht.¡° ?Ah ja?¡°, meinte Etienne, leicht w¨¹tend, ?Wie sicher bist du dir? So sicher wie du meintest, dass niemand im Haus sei?¡° Sein Fell richtete sich auf, ?Ich bin mir sehr sicher! Und da war niemand!¡° Etienne seufzte und atmete kurz durch. Sie war so sehr von den kleinen Monstern ¨¹berw?ltigt worden, dass sie ihre Wut an Catjill auslie?. ?Tut mir leid¡°, sagte sie, ?Ich glaube dir und ich hab das nicht so gemeint.¡° Er riss sich aus ihrem Griff los und kuschelte sich an ihren Hals. Sie h?tte ihn nicht anschreien d¨¹rfen. Beruhigend strich sie ihm durch das Fell, als er Trost bei ihr suchte, obwohl sie diejenige war, die ihn angefahren hatte. Sie wandte sich an Meta, ?Wo ist das Arbeitszimmer deines Vaters?¡° Diese z?gerte, doch dann erreichten die Worte ihren Verstand, ?Ich bin immer noch der Meinung, dass wir von hier verschwinden sollten.¡° Catjill hob den Kopf und sah sie an, ?Du glaubst doch nicht wirklich, dass sie uns einfach wieder heraus spazieren lassen?¡° Meta fing zu stottern an, ?W-Wie meinst du das?¡° ?Naja,¡°, meinte Etienne und zeigte mit dem Daumen hinter sich zu der geschlossenen T¨¹r, ?Die haben versucht mich umzubringen und wir haben sie eingesperrt.¡° ?Ich glaube, dass es da auch Geister gab¡°, sagte Catjill, ?Nicht alle waren verflucht.¡° ?Ah, wie sch?n¡°, erwiderte Meta sarkastisch. ?Nicht wirklich¡°, erwiderte Catjill, welcher den Unterton nicht verstanden hatte, ?Geister sind nie freundlich. Au?erdem sind sie gierig. Die lassen uns nicht raus.¡° ?Also bist du auch gierig?¡°, fragte Etienne. ?Nein, du dummes M?dchen, ich bin ein Djinn. Meine Sorte ist nicht gierig, denn das hat sie nicht n?tig. Wir erobern nicht, wir besitzen.¡° ?Das ist doch nicht dein Ernst?¡°, erwiderte Etienne sp?ttisch. ?Das ist jetzt nicht das Thema!¡°, schrie Meta dazwischen, ihre Stimme einige Oktaven h?her, ?Sind wir hier eingesperrt?¡° Etienne l?chelte sie an, ?Das waren wir vorher auch schon.¡° Meta atmete schwer, ?Wie kannst du bei so einer Situation lachen?¡° Etienne half ihr auf, ?Es gib weitaus schlimmeres als gruselige H?user mit mordlustigen Geistern, die nach deinem Blut trachten, um es nach deinem qualvollen Tod zu trinken und anschlie?end deinen K?rper zu verspeisen.¡° Meta sah sie schockiert mit gro?en Augen an, ?Ist das dein Ernst?¡° Catjill lachte. Etienne zwinkerte ihr l?chelnd zu, hoffte, dass ihr morbider Humor Meta genauso beruhigen w¨¹rde, wie er sie beruhigte. Dann schlug sie ihr auf die Schulter und sagte, ?Los. Bring mich zum Arbeitszimmer deines Vaters! Und ich k¨¹mmerte mich um den Rest.¡° Die Geister der McClaines: Hass und Anerkennung ?Das ist ja wie im Horrorfilm. Naja, die gutaussehenden ¨¹berleben meistens¡°, sagte Raffael unbesorgt. Er zog seine Schuljacke aus und h?ngte sie zwischen den Eisenstangen des Zaunes. Gilgian verdrehte die Augen und murmelte, ?Was f¨¹r ein Idiot.¡° ?Sei dankbar, dass ich mitkomme¡°, erwiderte Raffael. ?Wann hast du ¨¹berhaupt einen Horrorfilm gesehen?¡° ?Nexim hatte ein paar¡°, sagte er. ?Muss sch?n sein, wenn man bedenkt, was du alles von ihm ¨¹bernehmen konntest.¡° Raffael funkelte ihn w¨¹tend an, sagte aber nichts dazu. Alle wussten, dass er seine Rolle als Provinzherrscher nicht wegen Nexims Reichtum an sich genommen hatte. Als Gilgian ihn und Scarlett kennengelernt hatte, haben die beiden gemeinsam mit Raffaels Mutter in ?rmlichen Verh?ltnissen gelebt, wie nahezu alle Mitglieder der zweiten Provinz. Sie sind erst mit zehn Jahren an Calisteos stolze Schule gekommen, davor haben sie ein b¨¹rgerliches Lernhaus in ihrer Provinz aufgesucht. Aber ihre Leistungen waren so bemerkenswert, dass sie, wie Anaki, aufgenommen wurden. Kleidung und B¨¹cher wurden ihnen von der Schule bezahlt und dies war immer an gute Leistungen gebunden, auf welche sie regelm??ig ¨¹berpr¨¹ft wurden. Aber keiner von den beiden schien damit ein gro?es Problem gehabt zu haben. Die Schule gab ihnen zus?tzlich etwas mehr Geld, nicht genug um ¨¹ber die Runden zu kommen, aber genug, dass es ihnen damals sicherlich eine Erleichterung war. Raffaels Mutter hatte beide Kinder alleine erzogen. Das wusste nun beinahe die ganze Stadt. Nachdem er an die Macht gekommen war, haben sich alle Zeitungen auf ihn gest¨¹rzt. Das war zwei Jahre nach Gilgians Macht¨¹bernahme und ¨¹ber ihn waren die Leute zu Lesen m¨¹de geworden. Und Raffaels Geschichte hatte ihnen viel geboten. Sie haben gekramt und gesucht und ihn verfolgt, Scarlett bel?stigt, seine Mutter belagert, bis Eldan dem einen Riegel vorgeschoben hatte. Zumindest in seiner Provinz, in welcher er als Held gefeiert wurde, welcher die Menschen von einem grausamen Herrscher befreit hatte. Sie schrieben immer noch gerne ¨¹ber ihn, aber lauerten nicht mehr von seinem Haus darauf, ihn in Person zu treffen. Anders war es in den anderen Provinzen. Vor allem in Elias¡¯ Provinz gingen die Ger¨¹chte rund, dass Raffael nur deswegen die Macht an sich gerissen hat, um an Reichtum zu kommen. Sie zerfetzten ihn regelm??ig und Gilgian wusste ganz genau, wer daf¨¹r zust?ndig war, diese L¨¹gen im Umlauf zu halten. Das er ein gieriger, niederer Mensch war, der sich als guter, weiser Mann posierte, in Wahrheit jedoch nur den Reichtum Nexims genoss. Und auch wenn es nicht stimmte, w¨¹rde Gilgian Raffael dennoch Habgier vorwerfen. Einfach nur, weil es ihn nervte. ?Wie sollen wir reinkommen? Hast du einen Schl¨¹ssel?¡°, fragte dieser ihn. Seine wachsamen Augen inspizierten das Anwesen. Gilgian hat auch schon einen Blick auf den Garten geworfen. Hier und da hat er eindeutige Fu?spuren im Schlamm sehen k?nnen. Es war eindeutig, dass hier jemand gewesen war. Blieb nur zu hoffen, dass es sich um Meta handelte und sie nicht woanders hin verschleppt wurde. Zeitgleich w¨¹nschte er sich, dass sie es nicht war. Er wollte ihr diesen Schmerz ersparen, welcher zwangsl?ufig kommen w¨¹rde, wenn sie ihren Vater wiedersah. Und daran war dieses Balg schuld, welches Raffael von irgendwoher angeschleppt hatte. Die Wut setzte wieder ein. Gilgian beantwortete Raffaels Frage, ?Nein.¡° ?Wie kommen wir r¨¹ber?¡°, fragte dieser dann, mit dem Blick auf den Zaun. Ohne Raffael etwas N?heres zu sagen, nahm er ihn am Kragen seines Hemdes. Raffael blickte ihn warnend an, ?Wag dich.¡° ?Mach ich¡°, sagte Gilgian l?chelnd. Dann hob er ihn hoch und warf ihn ¨¹ber den Zaun. Gott, wie leicht er war. Genauso leicht, wie all die anderen Menschen und Gilgian hatte in seiner blinden Wut viele von sich gesto?en. Verflucht sei sein Onkel, der Mistkerl, der seinen K?rper so ver?ndert hatte. Immerhin hatte Gilgian nun langsam seine Emotionen genug unter Kontrolle, dass er niemandem im Wahn verletzen w¨¹rde. Und es war lange her, seit er das letzte mal im Wahn war. Raffael schrie nicht einmal auf, sondern rollte sich geschickt auf der anderen Seite ab und lachte. Und wenn es nicht Raffael w?re, dann w¨¹rde Gilgian erleichtert sein, denn es gab keine Menschen, welche diese Behandlung von ihm aushalten w¨¹rden. Er musste sich immer zur¨¹ckhalten, immer unter Kontrolle. Kurz die Kontrolle fallen zu lassen, war erleichternd, obwohl er sich sehr gew¨¹nscht h?tte, der Mistkerl w?re mit seinem verfluchten Gesicht im Dreck gelandet. Er betastete seine Jacke und meinte, ?Oh schau mal, ich hab doch einen Schl¨¹ssel.¡° Raffaels Augen wanderten zu ihm und Gilgian holte den Bund hervor, von welchem er einen alten, mit Verzierungen geschm¨¹ckten Schl¨¹ssel hervorholte. Sein Onkel war immer so protzig gewesen.This book was originally published on Royal Road. Check it out there for the real experience. ?Wei?t du¡°, meinte Raffael, w?hrend er sich den Dreck von der Bluse schlug, ?Wenn du vorhast daraus einen Kampf zu machen und ich mich nicht darauf verlassen kann, dass du mir nicht in den R¨¹cken f?llst, nur um mir eins auszuwischen, dann werde ich vielleicht doch nach Hause gehen.¡° ?Stell dich nicht so an¡°, murmelte Gilgian und ?ffnete das Tor, ?Keine Sorge, sobald wir drin sind, werde ich schonender mit dir umgehen. Auch wenn du eine Pr¨¹gel verdient hast.¡° Raffael schob seine H?nde in seine Hosentaschentaschen und betrachtete die Umgebung. Sie atmeten wei?e W?lkchen. Es war kalt geworden, k?lter, als in der Stadt. ?Ah, sie waren definitiv hier¡°, sagte Raffael grinsend und deutete auf die Fu?spuren. Wobei die einen so schwer zu entdecken waren, dass Gilgian sie beinahe ¨¹bersehen h?tte. ?Ich werde dem Balg das Fell ¨¹ber die Ohren ziehen¡°, knurrte Gilgian. ?Ich bin noch nicht mit ihr fertig¡°, widersprach Raffael. ?Willst du deinen Gefallen einl?sen?¡° Raffael lachte, ?Nein, noch nicht.¡° ?Dann viel Erfolg dabei, mich aufzuhalten.¡° ?Ich sch?tze wirklich an dir, dass du so direkt bist. Hab ich das schon mal gesagt?¡°, fragte er. Gilgian ignorierte ihn und ging weiter. Raffael pfiff leise hinter ihm und sagte, ?Das sieht wirklich sehr verflucht aus. Erinnert mich beinahe schon an unser kleines Abenteuer damals, beim Traum der Meere. Wie alt waren wir da? Dreizehn? Wie auch immer, ist das hier wirklich auf deinen Onkel zur¨¹ckzuf¨¹hren?¡° Auch Gilgian sah sich um, ?Ich war mir sehr sicher, dass ich mich gut um ihn gek¨¹mmert hatte. Ich sch?tze, er war doch sehr stur.¡° Sein Onkel hatte schon vor langer Zeit den Verstand verloren. Er war wie besessen von seinen Artefakten, von seiner Sammlung an Gegenst?nden aus der alten Welt. Wahrscheinlich hatte er nicht vor, loszulassen. Und wahrscheinlich w¨¹rde er auch nicht von seinem Plan loslassen, welchen er in seiner Lebenszeit langsam entwickelt hat und von welchem Gilgian ihn abgehalten hat, ihn durchzuf¨¹hren. Ihm grauste es, als ihm klar wurde, dass er sich nun erneut darum k¨¹mmern musste. Sein Onkel w¨¹rde sich sehr dar¨¹ber freuen, ihn hier zu haben. Und wenn er Meta daf¨¹r nutzen musste, um ihn anzulocken, dann w¨¹rde er das tun. Verflucht sei dieses Balg. Sie hatte keine Ahnung, in welche Gefahren sie Meta gebracht hatte. Und verflucht sei er, dass Meta sich scheinbar nicht auf ihn verlassen konnte und ihm nichts davon erz?hlt hatte. Das war seine Schuld. ?Wohin gehen wir?¡°, fragte Raffael, als er ihm in den dunklen Raum folgte. Gilgian bemerkte, wie er einen weiteren Ring anzog und seine Waffe zog, die Munition ¨¹berpr¨¹fte. ?Denkst du, dass eine Schusswaffe etwas gegen die Monster hier ausrichten kann?¡°, fragte Gilgian beinahe schon am¨¹siert. ?Meine kann das. Also, wohin?¡° ?Keine Ahnung. Wir suchen sie einfach. Fangen wir unten an und gehen dann hoch.¡° Raffael seufzte und Gilgian wollte ihn daf¨¹r schlagen. ?Wir k?nnen nicht einfach so im Haus herumspazieren. Nicht nachdem, was du mir erz?hlt hast.¡° ?Und wieso nicht?¡° ?Weil es zu gef?hrlich ist. Ah komm schon, du kannst noch so stark sein, einen Geist kannst du nicht schlagen. Mal abgesehen davon wei?t du nicht einmal, was dein Onkel hier alles angeschleppt hat.¡° Gilgian knurrte. Er w¨¹rde ihn umso lieber schlagen. ?Und was sollen wir deiner Meinung nach machen?¡° ?Wie w?re es mit einem Anhaltspunkt? Wo k?nnte sie den Stein finden? Oder Informationen dazu, oder irgendeinen Raum, der etwas mit diesem Ding zu tun haben k?nnte.¡° Gilgian seufzte, denn er mochte es nicht Raffael dahin zu bringen, ?Das Arbeitszimmer meines Onkels. Da m¨¹sste alles zu finden sein.¡° ?Na dann gehen wir dahin¡°, sagte Raffael und deutete ihm, vorzugehen, ?Nach dir.¡° Doch sie kamen nicht weit, als dann auch pl?tzlich ein Knurren hinter ihnen zu vernehmen war. Sie drehten sich um und entdeckten einen Schatten, welcher bedrohlich zu ihnen kam. ?Ah¡°, meinte Raffael genervt und seltsamerweise konnte Gilgian ihm zustimmen. ?Ich hoffe f¨¹r dich, dass du dich dagegen wehren kannst¡°, meinte Gilgian und deutete ihm l?chelnd den Vortritt an. Die Geister der McClaines: Das Studienzimmer Sie gingen eine weitere Treppe hinauf. Seit den Puppen war ihnen nichts mehr entgegengekommen. Eine aus dunklem Holz und mit feinen Mustern verzierte T¨¹r, tat sich vor ihnen auf. ?Ist es das?", fragte Etienne und sah zu Meta, welche ihr nerv?s zunickte. ?Na dann los." Sie trat an die T¨¹r heran und zog vorsichtig am Griff, froh ¨¹ber ihre Handschuhe, weil es nach den Spielzeugen nicht wirklich etwas gab, was sie noch mit ihrer Haut anfassen wollte. ?Ich muss schon sagen, das ist ein furchtbares Zuhause", meinte Etienne, als sie langsam in den gro?en Raum trat, ?wie hast du es nur geschafft hier zu leben?", fragte Etienne. ?Als ob es fr¨¹her so gef?hrlich gewesen w?re!", erwiderte Meta. Etienne belie? es, ihr darauf eine Antwort zu geben. Wenn Metas Vater ¨¹ber Jahre hinweg diese ganzen Dinge gesammelt hatte, dann war es wahrscheinlich sehr wohl sehr gef?hrlich gewesen. Meta hatte es nur nicht richtig wahrgenommen, wahrscheinlich, weil sie zu jung gewesen war. Der Raum, in dem sie nun stand, war gro?. Ein tickendes Ger?usch sorgte daf¨¹r, dass sie die sch?n verzierte Standuhr neben der T¨¹r als Erstes wahrnahm. Sie zeigte die falsche Uhrzeit an. Oder vielleicht doch die Richtige? Es w?re nicht das erste Mal, dass Etienne an einem verfluchten Ort sich nicht auf ihr Zeitgef¨¹hl verlassen konnte. Und wenn die Uhr richtig lief, dann war es deutlich sp?ter, als es sein sollte. An den W?nden konnte sie viele B¨¹cher ausmachen, einige lagen vor einem Regal am Boden verstreut. Sie entdeckte einen, wahrscheinlich blutigen, Handabdruck an dem Regal, als h?tte sich jemand an diesem festgehalten. Zu ihrer Rechten tat sich ein riesiger Kamin auf, vor welchem ein mit Papier bedeckter Tisch stand. Etienne bedachte die Feder in der schwarzen Tinte misstrauisch. Als sich diese nicht r¨¹hrte, sah sich weiter um und entdeckte einige Schr?nke, welche wahrscheinlich mit weiteren Unterlagen vollgestopft waren. Sie wusste gar nicht, wo sie anfangen sollte, nach Informationen zu suchen. Eine kleine Treppe f¨¹hrte etwas weiter hoch, wo sie noch mehr B¨¹cher ausmachen konnte. Eine Wand im oberen Bereich war durch eine riesige Karte bedeckt, welche das Land von Calisteo bis zu Vheruna und noch nach viel weiter darstellte. Viele Gebiete waren noch mit Fragezeichen oder Kreuzen versehen. Es waren Orte, an welche sich die Menschen noch nicht wieder getraut hatten. Etienne entdeckte eine Mine in der N?he von Calisteo, welche als gef?hrliches Gebiet markiert wurde und verzog das Gesicht. Insbesondere Minen, alte St?dte und einige Berge waren eine lange Zeit Verbotszonen gewesen, da sie nur so von Kreaturen wimmelten, welche weiterhin eine Gefahr f¨¹r die Menschen darstellten. Aber die Karte war nicht mehr aktuell. Eine Mine in der N?he von Vheruna wurde k¨¹rzlich zur¨¹ckerlangt und von allen m?glichen Wesen, welche dort gehaust hatten, befreit. Die S?uberung dieser hatte h?chste Priorit?t gehabt, nachdem vor einigen Jahren einige Kinder und Erwachsene nach und nach verschwunden waren. Es hatte etwas gedauert, aber scheinbar hatten die Menschen schnell festgestellt, dass die Wesen der Mine daf¨¹r verantwortlich waren. Eine beunruhigende Entwicklung, da in den letzten Jahrzehnten diese Wesen nie von sich aus angefangen haben, die Menschen anzugreifen. Nur, wenn sich jemand in die Minen getraut hat. Es ist auch an zwei anderen Orten vorgekommen. Die Sorge, dass es nun ?fters passieren k?nnte, war gerade ein hei? diskutiertes Thema in den gro?en St?dten. Und die S?uberung hatte Vherunas K?nig mehr als gut geholfen, seine Macht als kompetenter Herrscher zu sichern. ?Wo soll ich anfangen?", fragte Etienne Meta. Sie trat an den Tisch und entdeckte dunkle, durchsichtige Schatten an diesem herumschweben, wie kleine Staubwolken, welche durch einen Luftzug bewegt wurden. Nur war sie sich sicher, dass das kein Staub war. Sie hob die Hand und ber¨¹hrte sie. Schnell verschwanden sie in alle Richtungen. Als sie sich weiter umblickte, entdeckte sie noch mehr solcher Schattenknoten, welche geschwind ihrem Licht auswichen. Auf der anderen Seite des Raumes, ¨¹ber dem Eingang, durch welchen sie eingetreten waren, entdeckte sie eine riesige Sternenkarte. Definitiv nichts, was sie interessierte. Fragend sah Etienne zu Meta, welche einfach nerv?s an der T¨¹r stand. Sie starrte mit einem leeren Blick in den Raum hinein. ?Siehst du das auch?", fragte Etienne. Meta sah sich um und blickte dann mit gerunzelter Stirn zu ihr, ?Nein? Was genau soll ich sehen?" ?Den Weg zum Stein", sagte Etienne l?chelnd. Es war offensichtlich, dass Meta diese Schatten nicht sah. Sie w¨¹rde ihr keine Angst machen, indem sie ihr von diesen erz?hlte. Dennoch verwunderte die fehlende Wahrnehmung Metas Etienne. Sie waren so offensichtlich ¨¹berall verteilt, kleine Magieb¨¹schel, welche ein eigenes Leben zu haben schienen. Es erschloss sich ihr nicht, wie man sie nicht sehen konnte. ?Ich...", Meta z?gerte, eher sie tief durchatmete und weiter sprach, ?Ich wei? es nicht. Wahrscheinlich gibt es hier irgendwo irgendwas, aber ich kann mich an nichts erinnern, was dir weiterhelfen k?nnte. Es tut mir leid." Etienne seufzte, ?Catjill?" Der Kater schnaubte zufrieden, ?Du kriegst echt nichts alleine auf die Reihe." ?Mach deine Arbeit", erwiderte Etienne l?chelnd. W?hrend er anfing durch den Raum zu fliegen, ging Etienne zu einem der Schr?nke, wedelte die kleinen Schatten weg und zog die Schublade auf, welche mit einem quietschenden Ger?usch gehorchte. Auf einen Blick konnte sie sehen, dass die Schubladenschienen verrostet waren. Mehrere Akten sprangen ihr entgegen. Sie sah sie kurz durch, entdecke verschiedene Orte. Das war f¨¹r sie nicht von Interesse, also schloss sie diese und ?ffnete einen Schrank nebendran. Verschiedene Menschennamen. ?Was macht er?", fragte Meta, als Catjill durch den Raum flog und sein langer, wuscheliger Schwanz alles ber¨¹hrte. Etienne sah die Namen durch und eine besonderes dicke Akte sprang ihr ins Auge. Ensure your favorite authors get the support they deserve. Read this novel on the original website. Gilgian. ?Er sucht nach etwas, was mit dem Stein von Expulsio zu tun haben k?nnte", beantwortete Etienne ihre Frage und zog die Akte raus. Der fr¨¹hste Eintrag lag mehrere Jahre zur¨¹ck, da musste Gilgian noch sehr jung gewesen sein. Dort gab es noch vereinzeltes Gekritzel zu seiner Person, doch seit er acht Jahre alt war, gab es w?chentliche Eintr?ge und ab dem elften beinahe t?gliche. Etienne konnte auf die Schnelle nur einige Worte aufgreifen. Sie kannte nicht alle von ihnen. Manche erkannte sie jedoch als Fl¨¹che, dennoch gab es keinen Anlass zu glauben, dass sich Metas Vater intensiv mit Fluchweben auseinandergesetzt hat. Eher mit verfluchten Gegenst?nden. In einem Eintrag zu seinem vierzehnten Lebensjahr entdeckte sie eine Abfolge von Zeichen, welche ihr sehr bekannt vorkamen. Zu wenig aber, um sich zusammenzureimen, was genau an ihm ausprobiert wurde. Sie legte die Akte wieder zur¨¹ck und sah sich die andere an, die mindestens genauso dick war. Meta. Alle paar Monate gab es einen neuen Eintrag, welcher akribisch beschriftet war. Und dann gab es einige Wochen nichts Neues, bis es von vorne losging. Meta hatte sehr viel Kontakt zu allen m?glichen verfluchten Gegenst?nden gehabt. Das war beunruhigend. Etienne kannte nicht viele Menschen, welche allein eine Konfrontation ¨¹berlebt haben. Erst recht nicht ¨¹ber einen l?ngeren Zeitraum hinweg. Doch die Eintr?ge nach ihrem dreizehnten Lebensjahr haben alle immer nur dasselbe gezeigt: Keine Ver?nderungen. ?Meta", richtete Etienne das Wort an sie, ?Hast du eigentlich den seltsam wedelnden Vorhang im Gang gesehen?" Sie hob ihren Blick zu ihr und betrachtete sie eingehend. Verwirrung zeichnete sich in Metas Gesicht ab, dann Angst und Unsicherheit. ?Ich denke schon?", sagte Meta fragend. ?Der sich so hoch gehoben hat? Als w?re ein Fenster offen, nicht wahr?", hakte Etienne weiter nach. ?Ich...", Meta bis sich auf die Unterlippe und Etienne wartete geduldig ab. Etienne vermutete, dass die Antwort nein sein sollte, aber Meta war so leicht zu verunsichern, dass sie scheinbar lieber an das glaubte, was Etienne meinte gesehen zu haben, als dass sie sich auf ihre eigenen Wahrnehmungen verlie?. ?Ist schon in Ordnung, du musst mir nicht antworten. Ich dachte, ich h?tte etwas gesehen, aber ich glaube, da war nichts", sagte Etienne, versuchte es ihr leichter zu machen, es zuzugeben. Meta atmete tief durch, ?Du hast so intensiv in diesen Gang gestarrt, dass ich mir nicht sicher war, worauf ich achten sollte. Ich glaube, ich habe etwas gesehen, aber ich bin mir unsicher." Etienne legte Metas Akte wieder in den Schrank. Die letzten Eintr?ge waren alle gleich. Keine Ver?nderungen also. Meta hatte scheinbar keine Reaktion auf verfluchte Gegenst?nde gehabt, egal, mit welchen sie konfrontiert wurde. W¨¹rde sie auch keine Reaktion auf Magie zeigen? Oder auf gewobene Fl¨¹che, welche direkt gegen sie gerichtet waren? W¨¹rden Segen auch nicht bei ihr funktionieren? Was war mit angeborenen F?higkeiten einzelner Individuen. Etienne wollte all das ¨¹berpr¨¹fen. Doch dieser Beobachtung w¨¹rde sie sich sp?ter widmen. ?Vielleicht hat Catjill etwas gefunden", sagte Meta leise. Mit einem letzten Blick auf andere Namen, welche fordernd zu ihr hinaufblickten, verschloss sie die Schublade. ?Hier ist was", meinte Catjill. Es war bei diesem riesigen Kamin. ?Oh, etwa ein Geheimgang?", fragte Etienne aufgeregt und klatschte in die H?nde. Catjill flog zu Meta und setzte sich auf ihren Kopf. Meta lachte leise. Etienne meinte, da etwas Verzweiflung herauszuh?ren. Sie trat zu dem Kamin und betrachtete diesen. Das alte Holz lag in einem Gitter, dahinter die kleinen Schatten, welche von der dunklen Kohle kaum zu unterscheiden waren. Etienne packte es und stellte es zur Seite. Das schwarze Kohlepulver wirbelte auf und sie achtete darauf, es nicht einzuatmen. Dann lie? sie ihren Stein leuchten und hellte den Kamin auf. Die kleinen Schatten verschwanden in alle Richtungen davon. Die Spinnennetze waren im Inneren ¨¹berall verteilt und als sie diese zur Seite wischte, bewegten sich die kleinen Spinnen schnell weg. Die Weben klebten an ihren Handschuhen und sie schlug sie weg. Nachdem sie im Innerem nichts erkennen konnte, betrachtete sie den dunklen Kaminmantel. Die Oberfl?che war glatt, es gab keine Muster oder Schmuck an ihm. Als sie die Seiten genauer betrachtete und mit dem Finger vorsichtig dr¨¹berwischte, merkte sie, wie sie ¨¹ber etwas Raues strich. Es war kaum merklich, nur eine kleine Ver?nderung, welche vom Staub abwich. Sie lie? das kalte Licht ihres Talismans leuchten und betrachtete die Stelle gr¨¹ndlich. Sie konnte das Muster nicht genau ausmachen, aber es erinnerte sie an einen Handabdruck in dunkler Farbe. Ob das Blut war? Sie war sich nicht sicher, aber jemand hat hierhin gegriffen. Sie sah sich die Stelle etwas genauer an. Der Kaminmantel stand ab und in der Innenseite schien es nach Innen abzuknicken, sodass sie ihre Fingerspitzen in die Innenseite dr¨¹cken konnte. Sie war sich nicht sicher, ob sie das tun wollte. Vorsichtig betastete sie die Stelle, bis sie eine Unebenheit entdeckte. Etienne atmete tief durch. Hoffentlich w¨¹rde sie nicht ihre Finger verlieren. Sie dr¨¹ckte gegen die Unebenheit und es war ein Klacken zu h?ren. Dann ?ffnete sich die Innenseite des Kamins und riss die letzten Spinnennetze auseinander. Ihre Finger blieben dran. Triumphierend sah sie zu Meta und Catjill. ?Willst du ein Lob?", fragte Catjill genervt. Meta seufzte leise und blickte in den kleinen Durchgang. Sie sah nicht aus, als h?tte sie Lust, da hereinzugehen. Etienne konnte es ihr nicht ver¨¹beln. ?Schau, es sind nur ein paar Schritte!", sagte Etienne und blickte dann zu Meta, ?Gehen wir?" Die Geister der McClaines: Von Statuen zu Edelsteinen Meta nickte im stillen Einverst?ndnis. Sie schien sich nicht mehr zu str?uben. Catjill schwebte zu Meta und schmiegte sich beruhigend an ihre Wange. Meta griff mit ihrer Hand in sein weiches Fell. Etienne wandte sich von ihnen ab und betrachtete den Eingang vor ihr. Eine kleine Leiter f¨¹hrte einige Schritte nach unten. Sie konnte verstaubtes Marmor sehen, in welchem sich das Licht ihres Talismans spiegelte. ?Ich werde vorgehen. Wenn ich dir sage, dass es sicher ist, kannst du nachkommen¡°, sagte Etienne und sprang hinunter. Etienne w¨¹nschte sich, sie k?nnte die ganzen Spinnennetze ignorieren, aber die kleinen Spinnen schwirrten durch die L¨¹fte auf ihren unsichtbaren F?den, dass sie nicht anders konnte, als angewidert das Gesicht zu verziehen. Und dann stellte Etienne etwas Unerwartetes fest, als eine von den kleinen Monstern an ihr vorbei schwirrten. Das waren gar keine echten Spinnen. Sie trat vorsichtig zu einer von ihnen, welche an den Weben in einer Ecke des Raumes neben der Leiter sa?. Sie waren dunkel und aus der Entfernung schwer zu erkennen, denn Etienne traute sich nicht n?her heran, aus Sorge, sie w¨¹rde sie verschrecken. Dennoch war sie sich sicher, dass ihre Oberfl?che zu eben war. Keine H?rchen, welche die Beine zierten, keine anderen Farben, als nur dunkles Schwarz. Diese kleinen Spinnen waren auch Schatten. In diesem Haus schien alles aus Schatten zu bestehen. Etienne atmete tief durch und drehte sich um. Meta und Catjill blickten durch den Kamineingang zu ihr herunter. Sie nickte ihnen aufmunternd zu und machte sich dann auf, den restlichen Gang zu erkunden, an dessen Ende eine dunkle T¨¹r auszumachen war. Etienne versuchte die Weben wegzuschlagen, w?hrend sie zu dieser ging, und trat um die dunklen Spuren am Boden herum. Neben der T¨¹r lag ein in sich zusammengesacktes Skelett, welches sie vorsichtig durch die zweite Ebene musterte. Nach kurzem Betrachten stufte sie es als ungef?hrlich ein, zumindest vorerst. Etienne ?ffnete die T¨¹r und trat in einen gro?en, dunklen Raum hinein. ?Ihr k?nnt hineinkommen¡°, rief sie den anderen beiden zu. Sie sollten nicht zu weit weg von ihr sein. Sie h?rte, wie Meta eher ungeschickt hinuntersprang und dann nach einem dumpfen Knall einen leisen Schmerzenslaut von sich gab. Als Etienne sich nach ihr umblickte, sah sie, wie sie sich langsam wieder aufrichtete und sich das Knie rieb. Catjills Ohr zuckte, als eine der Weben es streifte und dort h?ngen blieb. Panisch fing er an, sich mit der Pfote das Ohr zu reiben und schmiegte sich dann n?her zu Meta, versuchte den anderen Weben auszuweichen. Als Meta mit Catjill zu ihr trat, ging Etienne langsam durch die T¨¹r und lie? ihren Stein heller leuchten. ?Kennst du diesen Raum¡°, fragte sie Meta. ?Nein¡°, sagte sie kleinlaut. Sie kamen in einer beachtlich gro?en Halle heraus, welche prall gef¨¹llt war mit den unterschiedlichsten Gegenst?nden. Es gab Gold und Edelsteine, welche unter Etiennes Licht funkelten, und ganz viele alte S?rge, alte Mosaike und Gegenst?nde, f¨¹r die Magier und Hexen t?ten w¨¹rden. Etienne entdeckte Artefakte wieder, von denen sie sich nicht sicher war, ob sie echt waren. Wenn doch, dann vermerkte sie sich in ihrem Kopf, dass es sich lohnen k?nnte, nach hierhin noch ein Mal zur¨¹ckzukehren und sich vielleicht das eine oder andre noch mal genauer anzuschauen. Ein paar Stauen aus Stein und Marmor schienen aus der alten Welt zu stammen. Sie waren teilweise besch?digt, sahen aber aus, als h?tte jemand versucht sie zu restaurieren. Andere sahen aus, als h?tte man versucht, sie nachzubauen und dabei sehr erfolgreich gewesen, wenn sie denn nicht teilweise kaputt w?ren. Etienne blickte wachsam durch die Halle, sah einige Regale, in welchen noch mehr Gegenst?nde zu finden waren. Sie war sich nicht so ganz sicher, wo sie anfangen sollte. Sie trat langsam in den Raum und versuchte die ganzen Gegenst?nde auf dem Boden zu meiden. Wenige Schritte weiter entdeckte sie eine weitere Statue aus Stein am Boden liegen. Sie trat vorsichtig an ihr vorbei und meinte zu Meta und Catjill, ?Bleibt hier hinten. Ich schaue mich um. Catjill, ist hier etwas, worum ich mir Sorgen machen muss.¡° ?Ich glaube nicht, dass du dir Sorgen zu machen brauchst¡°, sagte er. Etienne blieb kurz stehen und dachte ¨¹ber seine Aussage nach. Dann fragte sie noch mal, ?Ist hier eine andere Pr?senz im Raum, als wir drei?¡° ?Ja¡°, sagte er. Sie sah kurz stirnrunzelnd zu ihm. ?Was?¡°, meinte er, ?Ich beantworte nur deine Fragen.¡° ?Was ist es?¡°, fragte sie Catjill. ?Ein Geist¡°, antwortete er. ?Wo ist dieser Geist?¡°, fragte Etienne weiter, leicht genervt, da er immer zu den seltsamsten Momenten entschied, nicht mehr so viel zu quatschen. Catjills kreuzf?rmige Augen wanderten durch den Raum und kamen in der Ecke zu ihrer Rechten zur Ruhe. Etienne blickte auch dorthin, entdeckte aber nichts. Entweder war es kein starker Geist und er konnte wahrscheinlich nur in der ersten Ebene existieren oder er hat sich aus irgendeinem Grund noch nicht dazu entschieden, sich ihnen zu zeigen. Falls er schwach war, k?nnte Etienne schnell nach dem Stein suchen und hoffen, dass die verfluchten Gegenst?nde nicht erwachen w¨¹rden, um sie zu bel?stigen. Sie blickte in den zweiten Raum. Die Sicht verschwamm etwas und nach kurzer Zeit konnte sie in der Ecke einen alten Mann stehen sehen. Seine grau leuchtenden Augen starrten in die ihren. Etienne konnte Wut drin sehen. Dunkle Schleier legten sich um seine Gestalt, wanderten um ihn herum und Pfade schienen von ihm aus in andere Bereiche des Raumes zu verlaufen. Etienne folgte diesen mit den Augen und entdeckte ein altes Schwert, welches von dem Nebel umh¨¹llt wurde. Ein weiterer Schatten schlang sich um ein Buch und einer endete in einem der S?rge. Weitere verschwanden in der Decke. Etienne hatte die Vermutung, dass der Hund, dem sie drau?en begegnet waren, und die verfluchten Puppen ebenfalls davon umschlungen waren. Sie konnte nicht einsch?tzen, ob er gef?hrlich war, aber er sah auf jeden Fall nicht freundlich aus. Sie lie? die Sicht in den zweiten Raum fallen und sah zu Meta und Catjill. Catjill erwiderte ihren Blick, ?Ich glaube, du solltest dich beeilen. Die linke, hintere Ecke. Irgendwo dort. Such selbst.¡°Support the creativity of authors by visiting Royal Road for this novel and more. Etienne drehte sich dem Bereich zu, den er genannt hatte und lief hin. Sie w¨¹rde den Stein finden. Solange es nicht n?tig war, w¨¹rde sie mit dem Geist nicht interagieren. Dann w¨¹rde sie Meta packen und einen Weg nach drau?en suchen. Sie k?nnten zum Dach gehen und Etienne w¨¹rde Catjill nutzen, um Meta in Sicherheit bringen zu lassen. Oder sie k?nnten sich ¨¹berlegen, an welchen Gegenstand der Geist gebunden war. Geister konnten auch ohne eine Verbindung zum ersten Raum existieren, aber dann w?ren sie nicht in der Lage, in diesen zu wandern. Seine Schatten lie?en Etienne jedoch vermuten, dass er das durchaus konnte, also m¨¹sste es etwas geben, was ihn mit dem ersten Raum verband. Daf¨¹r m¨¹sste sie mehr ¨¹ber den Geist in Erfahrung bringen und ihre einzige Quelle war Meta. Alles andere w?re zu zeitaufwendig und daf¨¹r war die Umgebung nicht sicher genug, zumindest nicht mit jemandem, den sie stetig sch¨¹tzen musste. Etienne blickte die Regale durch. Desto mehr sie sah, desto weniger konnte sie fassen, dass ein einzelner Mann so viel gesammelt hatte. Wenn die gro?en Familien davon w¨¹ssten, dann w¨¹rde Calisteo wahrscheinlich zum Zentrum eines Machtkampfes werden. Vielleicht war das der Grund, weshalb Gilgian das Haus verschlossen gehalten hatte? Verstand er das Ausma? dessen, was sich hier angesammelt hat? Meta schien es nicht zu verstehen. Sie ging verwirrt an der T¨¹r auf und ab, sah zwischendurch die Gegenst?nde an, aber haupts?chlich blickte sie zu den Edelsteinen und den M¨¹nzen, welche verteilt im Raum lagen oder in die Ecke, in welcher der Geist sein sollte. Dabei ging sie an weiteren, unscheinbaren Gegenst?nden vorbei und schenkte diesen keine Beachtung, obwohl Etienne Menschen kannte, welche f¨¹r diese t?ten w¨¹rden. In einem der Regale erblickte Etienne ein r?tliches Schimmern. Sie schob die Gegenst?nde beiseite, und betrachtete dieses. ?Hast du es?¡°, meinte Meta von der anderen Seite des Raumes. ?Nein¡°, sagte Etienne, ?Wobei ich das auch gerne mitnehmen w¨¹rde.¡° ?Was ist das?¡°, fragte Meta und Etienne ging auf das Gespr?ch ein, da sie vermutete, dass es Meta die Anspannung nehmen w¨¹rde, ?Ein Relikt von Rosemary Dupont. Sie hatte es genutzt, um die Magie von Gegenst?nden auszuschalten. So konnte sie beispielsweise in Orte eindringen, welche von Magie gesch¨¹tzt wurden. Sie ist damit ¨¹berall reingekommen.¡° ?Rosemary Dupont¡°, wiederholte Meta, ?Ich h?tte nie gedacht, dass Vater von solchen Pers?nlichkeiten etwas hat.¡° Rosemary Dupont war nach dem Zusammenbruch der alten Welt noch ein Kind gewesen, dennoch, zusammen mit ihrem Bruder unter der F¨¹hrung von Blue Moon, hat sie mitunter daf¨¹r gesorgt, dass die Menschen den Kampf gegen die Bestien, welche sie ¨¹berrannt hatten, gewonnen haben. Sie haben die Welt stabilisiert, welche so menschenunfreundlich geworden war. Die Geschichten wurden in allen Schulen gelehrt. Etienne sah wieder zum Geist und blickte in den zweiten Raum. Er war diesmal n?her an Meta. Betrachtete sie von oben bis unten. Sie strahlte in vielen bunten Farben. Haupts?chlich jedoch in Blau, was ihrer Angst zur Schulde war. Etienne spannte sich an und nickte Catjill zu. Er w¨¹rde sie besch¨¹tzen, wenn es dazu kommen sollte. Sie w¨¹rde mit ihm den Preis daf¨¹r sp?ter aushandeln. Auch das war ein Teil ihres Vertrages. Sie blickte weiter die Regale durch und fand ein K?stchen, welches ihr bekannt vorkam. Es sah ?hnlich dem, welches Raffael an sich genommen hatte. Sie packte es und betrachtete die Verzierungen, welche diese schm¨¹ckten. Nachdem sie sich versichert hatte, dass dort nichts gef?hrlich dran war, ?ffnete sie das K?stchen und sah zufrieden, dass der zweite Stein von Expulsio dort drin verstaut war. Sie packte das K?stchen in ihre kleine Tasche, in welche gerade mal genug Platz f¨¹r dieses und ihre kleine Tasche mit den Ampullen war. Sie hatte ein oder zwei, welche ihr gegen Geister helfen k?nnten. Wenn es hart auf hart kommen sollte, w¨¹rde sie ihnen einen weiteren Tod bescheren. Doch sie w¨¹rde das lieber vermeiden. Etienne sah nach dem Geist. Erschrocken musste sie feststellen, dass er in ihre N?he gekommen war. Er blickte sie weiterhin w¨¹tend an. Etienne konnte nun einen besseren Blick auf ihn erhaschen. Er war hochgewachsen und d¨¹rr. Die H?lfte seines Gesichtes war in einem dicken Bart geh¨¹llt, welcher sie an einen dichten Busch erinnerte. Oder an das Dickicht, welches im Garten gew¨¹tet hatte. Sie l?chelte ihm verunsichert entgegen. Er knurrte sie an. Wahrscheinlich hatte er schon festgestellt, dass so lange Catjill in Metas N?he war, er ihr nichts tun konnte. Also war sie das n?chste Ziel. Die dunklen Schleier zogen sich in ihre Richtung, versuchten, sie zu umkreisen. Sie trat um ihn herum, zur¨¹ck zu Catjill und Meta. Meta sah sie erwartungsvoll an, ?Wie sollen wir nun hier rauskommen?¡° Etienne z?gerte kurz, als sie beobachtete, wie der Blick des Geistes zu ihr wanderte. Er knurrte erneut, w¨¹tend. Etienne h?rte ein Ger?usch hinter sich. Es h?rte sich nach einem Klappern an, gefolgt von einem unangenehmen Knirschen. Hinter ihnen erhob sich das Skelett, welches nun von dunklen Schatten umgeben war. Es schien sein Gleichgewicht nicht halten zu k?nnen, k?mpfte damit, nicht wieder auf den Boden zu fallen. Etienne sah wieder schnell zum Geist. Die Wut verzerrte sein Gesicht. ?Oh mein Gott¡°, wimmerte Meta, sie ging n?her zu Etienne. ?Catjill¡°, meinte Etienne zu ihm, ?Kannst du die Verbindung zwischen ihnen brechen?¡° Der Kater sprang von Metas Schulter hinunter und sprang durch die Schatten, welche den Geist mit dem Toten verband. Das Skelett fiel in sich zusammen. Etienne h?rte erneut ein Knurren. Sie blickte zum Geist und sah noch, wie sein Gesicht sich verzog und er einen markanten Schrei ausstie?. Meta schrie auf und hielt sich die Ohren zu. Etienne bemerkte, wie die Raumgrenze auseinander gerissen wurde, als er versuchte sich gewaltsam in der ersten Ebene zu manifestieren. Es gelang ihm, wenn auch nicht sehr erfolgreich. Staub und Luft bewegte sich um seine geistige Gestalt, lie?en Konturen erkennen, die einst zu seinem Aussehen geh?rt haben. Sie f¨¹llten L¨¹cken und Stellen, welche er selbst durch seine Magie nicht rekonstruieren konnte. Eine alte, b?rtige Gestalt stand nun vor ihnen. Seine Form war noch nicht richtig gefasst. Dies war ein Zeichen daf¨¹r, dass er seine Macht nicht richtig unter Kontrolle hatte. Das konnte kein alter Geist sein. Erst einige Jahre. ?Nun haben wir ihn wirklich w¨¹tend gemacht¡°, meinte Catjill, der sich wieder zu Meta stahl. ?Bleib bei ihr¡°, befahl ihm Etienne. Sie w¨¹rde schauen, ob sie mit dem Geist eine Abmachung eingehen k?nnte. Wenn er sich gezeigt hat, w¨¹rde er sicherlich mit ihnen sprechen wollen. Ansonsten w¨¹rde er weiterhin aus dem zweiten Raum heraus sie angreifen. Nun, wo sie jedoch wusste, was die Quelle verfluchten Gegenst?nde war, w¨¹rde er es schwerer haben. Catjill k?nnte alles auf dem Weg unsch?dlich machen, indem er die Verbindung zum Geist l?ste. Somit w¨¹rde er nichts mehr aktivieren k?nnen. Der Geist schien es aufgegeben zu haben, seine Gestalt zu stabilisieren und hatte stattdessen nur sein Gesicht klar identifizierbar manifestiert. Meta schnappte hinter Etienne nach Luft und Etienne blickte kurz zu ihr. Mit gro?en Augen blickte sie zu der Gestalt. ?Oh. Oh Gott Etienne, das ist mein Vater¡°, sagte sie leise zu ihr. Etienne sah wieder zu der Gestalt. Es war keine ¨¹berraschende Erkenntnis. Blieb nur herauszufinden, was sie mit ihm machen sollte. Die Geister der McClaines: Um etwas zu verzaubern Seit dem Zusammenbruch der alten Welt, gab es zwei M?glichkeiten, einen Ort zu verzaubern. Beide hingen mit dem Sch?pfungsgeist des Menschen zusammen. Haben die Menschen fr¨¹her ihren Geist genutzt, um anschlie?end zusammen mit ihrem K?rper ihre Umwelt zu ver?ndern, hatte nun ihr Geist die Macht erlangt, ganz allein auf die Umwelt Einfluss zu nehmen. Insbesondere in den ersten Jahren des Zusammenbruchs, war er die Triebkraft, welche die alten Zivilisationen ausgel?scht hat. Es hat Jahre gedauert, bis die Menschen gelernt haben ihre Macht zu kontrollieren und noch einmal zwei Jahrzehnte, bis durch Blue Moon die Welt und die Sch?pfungsf?higkeit des Geistes stabilisiert und eingeschr?nkt werden konnten. Seit dem gab es keine pl?tzliche Erschaffung von Monstern, weil Kinder von diesen getr?umt haben, keine real gewordenen Plagen oder Pandemien, weil die Angst vor diesen die ¨¹berhand genommen hatte, keine pl?tzlich fliegenden Menschen, Geb?ude oder Landst¨¹cke, weil ein Mensch sich dies vorgestellt hatte. Somit auch kein Chaos und kaum noch unkontrollierte Magie. Der K?rper war wieder notwendig geworden, um Zauber zu wirken, welche mehr und mehr zum Werkzeug wurden, welche die Menschen f¨¹r sich entdeckten, indem sie Gegenst?nde herstellten, welche ihnen beim Handwerk halfen oder Segen sprachen, um zu Sch¨¹tzen und zu Pflegen oder Fl¨¹che webten, welche Gegenstand und Menschen in das alte Chaos treiben konnten, welcher in den ersten Jahren des Zusammenbruches geherrscht hat. Dies war die erste M?glichkeit, um einen Ort zu verzaubern. Einen Fluch zu weben und ihn ¨¹ber eine lange Zeit hinweg unversiegelt w¨¹ten lassen, sodass er genug Energie gesammelt hat und mit der Psyche der Menschen zu spielen, ihre ?ngste gegen sie einsetzten, um dem Ort ein immerw?hrendes Bild zu geben, welches durch viele Geister geteilt und so gefestigt wurde, bis die Identit?t des Ortes unangefochten war. Das Geisterhaus der McClaines und deren verfluchte Familie, dachte Etienne. Das war auf dem besten Weg dorthin, die Identit?t dieses Ortes zu werden, denn die Ger¨¹chte, die sie ¨¹ber Meta und Gilgian und Metas Vater geh?rt hatte, waren bereits voll und ganz dabei, sich immerw?hrend in den K?pfen der Menschen einzuspeichern. Sie w¨¹rden die Geschichten weitergeben an ihre Kinder, an die n?chsten Generationen, welche es als Erz?hlung behalten w¨¹rden und so die Identit?t n?hren und festigen. Aber auch die zweite M?glichkeit, einen Ort zu verzaubern, schien hier nicht ganz unbeteiligt zu sein. Nur ein Mensch mit einer besonders starken Bindung zu einem Punkt w¨¹rde an diesen gebunden werden. Dieser Punkt k?nnte ein Raum sein, ein Haus, eine Mine, ein Wald. Die Bindung kann zu Lebenszeiten geschehen, aber viel wahrscheinlicher erst nach ihrem Tod, wenn ihre Gef¨¹hle zur¨¹ckblieben und ihr Echo, welches in allem widerhallte, mit dem sie zu tun hatten. Dies entschied auch, wie genau sie gebunden waren. Die W?chter im Chateau de la Fortune waren wahrscheinlich einst Menschen gewesen, getrieben von einer Aufgabe. Nun konnten sie die Wesen kontrollieren, welche das Chateau f¨¹r sie besch¨¹tzen. Was genau deren Aufgabe sein k?nnte, wusste Etienne nicht und es interessierte sie auch nicht, denn sie w¨¹rde dorthin nicht zur¨¹ckkehren. Anders jedoch bei diesem Haus, in welchem sie sich noch befand. Metas Vater schien so besessen von seiner Sammlung gewesen zu sein, dass bereits zu seinen Lebenszeiten sich viele seiner Gef¨¹hle und Obsessionen magisch manifestiert hatten. Seit dem Zusammenbruch der alten Welt war dies bei Weitem kein Einzellfall. Es gab viele Ph?nomene, welche sich auf die starken Gef¨¹hle der Menschen zur¨¹ckf¨¹hren lie?en, welche ihr Geist aufgegriffen und gelebt hat. Etienne hob ihre H?nde und sagte an den Geist gewandt, ?Sicherlich k?nnen wir eine friedliche L?sung finden?¡° Der Geist sah mit seinen leeren Augen zu ihr. Sie sp¨¹rte seine Wut, seinen Hass, seine Obsession. Es verschlug ihr den Atem. Nichts davon ging jedoch von der Gestalt aus. Es waren Gef¨¹hle, welche durch den kurzen Bruch der Grenzen allgegenw?rtig waren.This book was originally published on Royal Road. Check it out there for the real experience. Er sprach zu ihr, in einer abgehackten Stimme. Es war offensichtlich, dass er Schwierigkeiten hatte, sie zu kontrollieren. Das, und seine Probleme, seine Erscheinung unter Kontrolle zu halten, deuteten darauf, dass er noch kein alter Geist sein konnte. Wahrscheinlich hatte er noch nie richtig in die erste Ebene gewechselt. Das macht die Sache schon mal leichter, als bei den W?chtern, dachte sie. ?Du hast keine Erlaubnis, hier zu sein.¡° ?Ich stimme dir voll und ganz zu¡°, sagte Etienne, ?Deswegen werden wir jetzt gehen.¡° ?Du hast mir etwas weggenommen¡°, sagte er. ?Ich kann dir als Gegenleistung etwas anderes anbieten.¡° Sie holte ihren Talisman hervor. Es w¨¹rde sie schmerzen, ihn zu verlieren, aber sie w?re bereit, ihn herzugeben. ?Ich habe hier einen Gegenstand, der alles in Gold verwandeln kann, was er ber¨¹hrt¡°, log sie. Sie ber¨¹hrte eine alte Statue eines Mannes, welcher mit einem mit Verzweiflung verzerrten Gesicht auf den Knien sa? und die H?nde abwehrend vor sich gehoben hatte. Die blasse graue Farbe des Steines verwandelte sich in ein leuchtendes Gold. Es fiel Etienne nicht schwer, sich Gold vorzustellen. Sie hatte genug Referenzen im Raum. Er sah zu ihrem Talisman, sie sp¨¹rte seine Aufmerksamkeit an ihren Fingern. Etienne hoffte, dass er ihr Gespr?ch mit Meta ¨¹ber den Stein nicht allzu intensiv gelauscht hatte. Er schien zu wissen, dass Meta das Haus hatte verlassen wollen und Etienne vermutete, dass die Angriffe aus dem Grund gestartet hatten. Aber so schlecht wie er sich in der ersten Ebene manifestierte, vermutete Etienne auch, dass er nicht so gut in ihre Welt reinlauschen konnte. Es musste genug sein, dass er sich zusammengereimt hatte, dass Meta gehen wollte, aber hoffentlich nicht genug, um all ihre Gespr?che vern¨¹nftig rekonstruieren zu k?nnen. Seine Augen wanderten zu der Statue. Etienne sp¨¹rte die Gier ihre Haut hinaufkriechen und bekam selbst das Verlangen, alles zu behalten, was in diesem Zimmer zu finden war. Aber vor allem ihren Talisman. Was sie ihm pr?sentiert hatte, war ein seltenes Artefakt, welches schon allein deswegen f¨¹r einen Sammler wie ihn interessant w?re. Dazu kam die F?higkeit, ¨¹ber die Etienne gelogen hatte. Wenn sie aber so aus dem Haus herauskommen k?nnten, w¨¹rde sie das in Kauf nehmen. Sie w¨¹rde sich jedoch eine andere Lichtquelle f¨¹r k¨¹nftige Ausfl¨¹ge besorgen m¨¹ssen. Die zwei dunklen L?cher seiner Augen wanderten zu ihr. Er schob seine Brille zurecht, eine skurrile Geste, welche nicht zum Bild passte. Sie sp¨¹rte seine Aufmerksamkeit und dann wanderte sie davon. ?Mein kleines M?dchen¡°, h?rte sie ihn einen Moment sp?ter sagen, ?Du siehst mehr und mehr aus, wie deine Mutter. Ich bin so froh, dass du so sehr nach ihr kommst. So gl¨¹cklich.¡° Etienne trat vor Meta und r?usperte sich laut. Seine Aufmerksamkeit wanderte erneut zu ihr und sie sagte laut, ?Ich bin mir sicher, wir wissen beide, dass du mir nicht viel anhaben kannst. Ein Angebot wie dieses kommt nicht noch einmal.¡° Seine Worte gegen¨¹ber Meta gefielen Etienne nicht. Seine Aufmerksamkeit war ¨¹berall. Auf ihr, auf Meta, auf den Gegenst?nden um sie herum. Sie musste daf¨¹r sorgen, dass sie nicht weiter auf Meta landete. Er l?chelte, ?Ich w?re bereit es f¨¹r den Stein zu tauschen. Dieses alte Ding hat mir nichts als ?rger bereitet, seit ich es zusammen mit den anderen erhalten hatte.¡° ?Und f¨¹r einen sicheren Ausgang aus der Villa¡°, f¨¹gte Etienne hinzu und merkte sich, dass er derjenige war, der die Steine von Expulsion in diese Stadt geholt hatte. ?Das ist mir zu teuer¡°, erwiderte er langgezogen. Erneut verschwand seine Aufmerksamkeit. Nostalgie ber¨¹hrte sie. Das machte Etienne nerv?s. Er war eindeutig possessiv ¨¹ber seine Sammlung. War aber bereit, den Stein durch einen anderen auszutauschen. Wahrscheinlich h?tte er sie auf dem R¨¹ckweg angegriffen, um beides behalten zu k?nnen, so h?tte er seine Abmachung nicht gebrochen. Das war nichts, was sie nicht erwartet hatte. Sie h?tte nur weiter versuchen sollen ihn davon zu ¨¹berzeugen, dass ihr Talisman es wert war. Doch sein stetiger Blick zu Meta gab ihr das Gef¨¹hl, dass er nicht durch einen einfachen Vertrag mit ihr bereit w?re. Er schien etwas anderes zu wollen. Vielleicht war einfach froh, seine Tochter wiederzusehen, doch Etienne zweifelte daran. ?Ich kann dir versichern, dass es nicht zu teuer ist¡°, sagte sie zu ihm und lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf sich, ?Es hat einen sentimentalen Wert f¨¹r mich. Mich davon loszul?sen ist so, so schmerzhaft.¡° ?Wieso sollte mich deine Gef¨¹hle interessieren?¡° ?Ich habe hart f¨¹r diesen Talisman gek?mpft¡°, sagte sie zu ihm, ?Sein Wert ist auch durch meine M¨¹he bestimmt, ihn zu erlangen. Ich habe ihn als Belohnung bekommen und mich gegen alle Anderen durchgesetzt. Diese Geschichte wirst du mit ihm bekommen.¡° Er sah wieder zu dem hell leuchtenden Ball in ihrer Hand. Geschichten hatten immer eine anziehende Wirkung auf Geister. Sie waren gebunden an einen Ort und sehnten sich nach Geschichten, weil sie nicht mehr viel erleben konnten. Und dieser hier war wahrscheinlich ¨¹ber eine lange Zeit isoliert gewesen. Er w¨¹rde danach brennen, Geschichten zu h?ren. Er musste es. F¨¹r Geister war sentimentaler Wert auch ein Wert. Mit einem unangenehmen Gef¨¹hl im Magen r¨¹hrte sie sich nicht, als sein Geist durch seine Neugierde getrieben sie von oben bis unten antastete, sie musterte und einzusch?tzen versuchte. Dann sp¨¹rte sie ihn erneut in ihrer Hand, ihren geliebten Talisman mustern, den einzigen wahrhaftigen Besitz, den sie neben ihrer geliebten Jacke hatte, und Etienne sp¨¹rte wieder die Gier. Er z?gerte immer noch, sah sie z?gernd an, ?Ich werde dich mit dem Stein gehen lassen.¡° Etiennes Herz pochte, ?Wir sind zu zweit. Du musst uns beide hier herauslassen.¡° ?Der Schatten meiner Frau wird bei mir bleiben¡°, sagte er dann und Etienne sp¨¹rte ihr Herz hinunterrutschen. Sie fragte sich, ob sie mit Catjills Hilfe sicher rauskommen k?nnten. Vielleicht w?re dies machbar. Die Puppen hatten nur sie angegriffen, nicht Meta. Dies k?nnte sich aber vielleicht ?ndern, wenn Meta versuchen w¨¹rde, das Haus zu verlassen. W¨¹rde er es riskieren, sie zu verletzen? Sie verwarf den Gedanken. Es gab genug M?glichkeiten jemandem zu schaden, ohne ihn zu verletzen. ?Das geht nicht¡°, sagte Etienne. Sie hatte Meta unnachgiebig hier reingezogen, sie w¨¹rde sie nicht hier drin sitzen lassen. Tatendrang, Geh?ssigkeit und Gier schwappten ¨¹ber ihren K?rper. ?Dann scheint es, als w¨¹rden wir keine Abmachung bekommen.¡° ?Bist du sicher, dass das zu deinen Gunsten verlaufen wird?¡°, fragte Etienne, ?Ich wei?, wie ich deinen Zugriff auf die verfluchten Gegenst?nde unterbinden kann. Wenn wir hier herauskommen, was wir werden, dann wirst du mit nichts dastehen. Keinem Stein, keinem Talisman und keiner Geschichte.¡° Ein tiefes Knurren entfaltete sich in ihrer Brust und sie wusste, es kam nicht von ihr. Etienne fragte sich, ob Meta es auch sp¨¹rte. Oder ob ihre Resistenz gegen¨¹ber Magie sogar so weit ging, dass ihr das Ganze hier gar nichts anhaben konnte. Vielleicht konnten sie es nutzen, um von hier zu verschwinden. Etienne biss sich auf die Lippe. Besser w?re es jedoch, ihn zu vernichten. Es schien erst einige Jahre her zu sein, dass er hier spukte. Weitere Jahre und er w¨¹rde st?rker werden, erst recht, wenn halbstarke Jugendliche sich hierhin verlaufen w¨¹rden und ihre Erlebnisse nach Au?en tragen w¨¹rden. Die Geschichte um das Haus w¨¹rde noch mehr gen?hrt werden und ihm so noch mehr Macht zukommen. ?Wollen wir dann mal schauen, wie weit du kommst?¡°, h?rte sie den Hauch seiner Gedanken und unterdr¨¹ckte einen frustrierten Seufzer. Mit Ausnahme ihres Djinns, hatte sie es wirklich noch nie geschafften, jemanden in einer Verhandlung zu ¨¹berzeugen. Die Geister der McClaines: Die 眉berreste der dunklen Zeit Etienne trat zur¨¹ck, als er seine Magie in einer gewaltigen Welle freilie?. Sie fiel fast auf den Boden, als der Boden unter ihren F¨¹?en bebte. Sie h?rte, wie dies Meta passierte, welche erneut aufschrie. Staub rieselte auf sie hinunter, einige Regale fielen hin, die Gegenst?nde schepperten auf den Boden. Ihr Magen drehte sich um, als sie all seine Gef¨¹hle auf einmal sp¨¹rte und nicht benennen konnte, um welche genau es sich handelte. ?Catjill, hilf ihr raus¡°, befahl sie ihm. Sie h?rte, wie er sie anfeuerte loszugehen. Dann schrie Meta auf und als Etienne sich umsah, sah sie das Skelett wieder aufrecht stehen. Sie blickte schnell in den zweiten Raum und bereute es, dass sie das nicht vorher getan hatte. Er schien seine Schatten wieder verbunden zu haben und diesmal sah Etienne mehr von ihnen. Sie erstickten die Luft, nahmen ihr die klare Sicht auf das Zimmer. Sofort lie? sie ihren Blick fallen und zog ihre Waffe hervor, kontrollierte die sauber gezogenen schwarzen Linien auf Kontinuit?t, welche sie vor Wochen erneuert hatte. Etienne f¨¹hrte ihre Hand zur Tasche, am Z?gern, ob sie eine der Ampullen nehmen sollte oder nicht. Sie entschied sich dagegen. Er war nicht stabil genug, konnte seine Macht nicht gut genug kontrollieren, als dass er ihr eine Gefahr werden w¨¹rde. Sie musste sich vielleicht nur etwas mehr anstrengen. Kein Grund, einen wertvollen Gegenstand abzugeben. Ein Schuss und der Sch?del zerbrach in viele Splitter. Und als noch mehr Sch¨¹sse folgten, zerbrachen seine Knochen und er fiel in sich zusammen. Der Geist schrie w¨¹tend auf. Etienne sah wieder kurz in den anderen Raum. Seine Schatten lag noch immer um die Knochen, aber nun musste er sorgsamer darin werden, sie aneinander zu legen und zu kontrollieren. Bunte Farben leuchteten hinter dem Skelett und Etienne sah hinter das Skelett. Gilgian sprintete in das Zimmer, ging sofort zu Meta. Raffael war hinter ihm, seine Waffe gez¨¹ckt. ?Schei?e¡°, fl¨¹sterte sie frustriert. Noch mehr Leute zu besch¨¹tzen. In der zweiten Ebene leuchteten sie, wie Meta, in bunten Farben. Etienne war ¨¹berrascht davon, dass Herrscher von Provinzen es anscheinend als nicht notwendig sahen, dies zu unterdr¨¹cken. ?Falsche Richtung¡°, rief sie ihnen zu, w?hrend sie weiter beobachtete, wie seine Schatten sich um ihn sammelten, sich bewegten und in Gegenst?nden verschwanden. Etienne war sich nicht sicher, auf welches von diesen sie zuerst losgehen sollte. Wenn sie eines angriff, dann k?nnte er ein anderes aktivieren. W¨¹rde sie schnell genug reagieren k?nnen? Es f¨¹hlte sich an, wie ein Ratespiel mit hohem Preis. ?Ihr m¨¹sst hier raus, wieder nach oben¡°, rief sie ihnen zu. Sie merkte, wie Gilgian ein paar Worte mit Meta wechselte und sein Blick bedrohlich auf Catjill fiel. Dies sprang von ihrer Schulter hinunter und machte Anstalt zu Etienne zu kommen, sie hielt ihn jedoch ab, ?Bleib bei ihr, du kannst sie am besten besch¨¹tzen.¡° Sie h?rte Gilgians bedrohliches Lachen hinter sich, ?Du kleines G?r. Ich werde sie sehr gut besch¨¹tzen. Am besten gesch¨¹tzt w?re sie aber, nachdem meine Faust in deinem Gesicht gelandet ist.¡° Sie verzog das Gesicht als sie sich erinnerte, welches Loch er am Vortag in der Schule hinterlassen hatte. Sie hatte aus genau dem Grund vermeiden wollten, dass er irgendwas davon merkte. Ein weiterer Blick hinter sich und sie sah, wie Catjill z?gerlich vor ihnen hin und her schlich und anschlie?end unter Gilgians drohendem Blick an Metas Seite zur¨¹ckkehrte. ?Er ist ein Djinn¡°, sagte Etienne zu ihm, ?Er ist das mit Abstand sicherste Wesen in diesem Haus.¡°A case of literary theft: this tale is not rightfully on Amazon; if you see it, report the violation. Ihr Blick fiel auf Raffael, welcher wachsam den Ort betrachtete. Sicherlich hatte er etwas mit dem Auftauchen von Gilgian zu tun. Es gab keinen Grund, wieso ausgerechnet er mit ihm hier sein sollte. Meta redete auf Gilgian ein und als ihr Blick zu ihnen zur¨¹ck wanderte, sah sie Metas Hand in Catjills Fell, welches sich aufgerichtet hatte. Er f¨¹hlte sich von Gilgian bedroht und sie konnte es ihm nicht ver¨¹beln. Doch nun hatte sie eine neue Sorge, und zwar, dass Gilgian von Catjill verzaubert werden w¨¹rde. Der Geist lachte, ?Gilgian? Oh Gilgian.¡° Etienne blickte wieder zu ihm. Sein Gesicht war wieder sichtbar, eine Mischung aus Magie und Staub. Etienne sp¨¹rte Zorn und Gier. So viel Gier, als all seien Aufmerksamkeit auf Gilgian fiel. Und das erf¨¹llte sie mit Sorge. Etienne h?rte ein lautes Sto?en. Ihre Augen huschten zur Quelle des Ger?usches und sie entdeckte einen der S?rge, welche sie zuvor ausgemacht hatte. Es gab noch mal ein Sto?en, dann frustriertes, kehliges Klackern und Kratzen von scharfen Klauen auf Holz. Etienne trat zur¨¹ck, sp¨¹rte wie ihr schlagartig kalt wurde, als sie das Ger?usch erkannte. ?Geht jetzt raus!¡°, sagte sie dr?ngend und trat zur¨¹ck. Auf einen Schlag f¨¹hlte sich die Situation au?er Kontrolle an. Sie merkte, wie Meta von Gilgian hochgezogen wurde und trat ebenfalls einige Schritte zur¨¹ck, bereit zur¨¹ckzulaufen oder einen Angriff abzuwehren. Der Sarg ?ffnete sich mit einem Knall und eine dunkle Gestalt schoss mit einem markersch¨¹tterndem Schrei empor. Etienne fasste ihr Messer fester in die Hand, im festen Vorhaben es auf keinen Fall zu verlieren, als sie die schemenhafte Kreatur erkannte, welche sie nur zu gut kannte. Ein J?ger der dunklen Zeit, ein Grund, wieso die Menschen lange Zeit an der Nahrungskette nicht mehr an der Spitze standen. Eine Kreatur, welche aus Angst vor Dunkelheit entstanden ist, aus Angst vor dem Gejagtwerden, dem Verfolgtwerden und dem Wissen, dass man nur eine kleine Beute eines gef?hrlicheren Wesens war. Der Geist erz?hlte irgendetwas ¨¹ber dieses Wesen, doch er w¨¹rde Etienne nichts Neues hierzu erz?hlen k?nnen, denn sie kannte es bereits zu gut. All ihre Sinne waren auf es gerichtet, Metas Stimme, die leise etwas sagte, Raffaels Ruf, sie sollten sich zur¨¹ckbewegen, all das r¨¹ckte in den Hintergrund. Es hatte lange Schwingen und einen humanoiden K?rper, aber keine Augen. Lange Ohren und einen Hautlappen ¨¹ber dem Ort, welcher die Nase war. Vollkommen in Schwarz, war es in der dunklen Ecke des Zimmers nicht zu sehen. Als w¨¹rde es alles an Licht verschlingen, was auf es fiel und teil der Dunkelheit werden. Etienne verstand nur zu gut, wieso die Menschen solch eine Angst davor hatten. Sie r¨¹hrte sich nicht, atmete leise und kontrolliert, w?hrend sie ihre Augen nicht von ihm lie?. Durch den Blick in die zweite Ebene konnte sie die goldenen Linien seines Lebens ausmachen. Einer der wenigen Gr¨¹nde, wieso die Menschen die Oberhand ¨¹ber diese Spezies erlangt hatten und so erkannt haben, dass sie die zweite Ebene zu ihrem Vorteil nutzen konnten. Es hob den Kopf in die Luft und Etienne sah angespannt, wie der Hauptlappen nach hinten gezogen wurde und es die Luft in die Nase einsog. Etienne war sich sicher, dass Meta am Knie geblutet hatte. Mindestens hatte sie einige Kratzer von ihrem ganzen Stolpern mitgenommen. Und wie erwartet, drehte sich der Kopf ruckartig zu ihr. Dann kreischte es auf und sprang auf sie zu. Etienne hob ihren Dolch, bereit es abzuwehren. Hinter ihr erklang ein Schuss und das Wesen sprang zur¨¹ck, flog an die Decke, haftete an dieser und beobachtete sie wachsam, verschwand langsam wieder in der Dunkelheit. Etienne trat weiter zur¨¹ck, behielt es im Auge. Sie sah kurz hinter sich, Raffael war an der Leiter, zielte in den Raum. Gilgian zog Meta hinter sich. ?Kommt sofort zur¨¹ck! Meta! Gilgian! Ihr werdet mich nicht noch mal hier zur¨¹cklassen!¡° Die Geister der McClaines: Graue Augen Meta zuckte zusammen, als sie lautes Poltern vernahm. Sie hob den Kopf sah erneut auf das sonderbare Bild, welches sich aus vermoderten Holzst¨¹cken, goldenen M¨¹nzen und feinem Staub zusammensetzte, welche wie von Geisterhand herumwirbelten und der Gestalt ihre Form gaben. Die Silhouette ihres Vaters war deutlich zu erahnen. Der gro?e Bart sowie die d¨¹rre K?rperform, auch wenn es eher schien, als h?tte ein Kind versucht etwas nachzubauen, von dem es nicht mehr so ganz wusste, wie es einst ausgesehen hatte. Gilgian hatte ihr nie erz?hlt, was in der Nacht passiert war, als sie notgedrungen bei einer Freundin ¨¹bernachtet hatte. Der einzigen, die sie jemals gehabt hatte. Meta hatte ihn aber auch nur ein mal gefragt und danach nie wieder. Ihr Vater hatte sich nie f¨¹r sie interessiert, erst als sie ?lter geworden war, hatte er immer angemerkt, wie ?hnlich sie ihrer verstorbenen Mutter aussehen w¨¹rde. Es hatte sie damals mit Gl¨¹ck erf¨¹llt, da es endlich so schien, als w¨¹rde er sie wieder beachten und das nicht nur wegen Gilgian. Bis er diesen f¨¹rchterlichen Vorschlag gemacht hatte. Ihr letztes Gespr?ch war ein Streit, der erste den Meta je hatte. Gilgian hatte sich dann eingemischt und sie am n?chsten Tag weggeschickt. Seit dem hatte sie nie wieder was von ihrem Vater geh?rt und sich auch nicht nach ihm erkundigt. Sie h?tte es nicht ertragen k?nnen, wenn Gilgian ihr gesagt h?tte, er h?tte ihm etwas angetan. Wenn sie nur etwas von mehr Nutzen gewesen w?re, dann h?tte Gilgian nicht zu diesen Mitteln greifen m¨¹ssen, von denen sie nur vermuten konnte, um welche es sich handelte. Weil sie ein Feigling war, welcher sich nicht traute, den Mund aufzumachen, um etwas zu fragen. Meta verstand, dass hier etwas Sonderbares passierte. Aber sie wusste nicht konkret zu benennen was. Es flimmerte um sie herum. Als w?re es ein besonders hei?er Sommer und knapp ¨¹ber dem hei?en Boden w¨¹rde die Luft sich wellen. Sie vernahm ein Gespr?ch, aber keine weiteren Stimmen au?er die von Etienne und Gilgian. Sie konnte nur erahnen, worum es ging und nicht zu verstehen, was noch gesagt wurde, beunruhigte sie. Die Angst und Sorge und die Unwissenheit, was sie tun sollte, l?hmten sie. Gilgian zog sie hoch und dr¨¹ckte sie Richtung Ausgang. Jeder Schritt f¨¹hlte sich an, als m¨¹sste sie ihre Beine wecken und zum Bewegen zwingen. Meta wollte protestieren, war sich unsicher, ob sie denn Etienne wirklich mit nichts weiter, als einem Messer zur¨¹cklassen sollten. Sie sollte wenigstens Catjill wieder zur¨¹cknehmen, welcher noch immer dicht an ihren Beinen blieb. Als sie mit Gilgian den Eingang des Tunnels erreichte, vernahm sie ein Gef¨¹hl, welches sie nicht zu beschreiben vermochte. Als w¨¹rden all ihre Muskeln sich zusammenziehen, als w¨¹rde ihr Magen zu Stein werden. Ein Schauer ging ihr den R¨¹cken hinauf und kalter Schwei? sammelte sich unter ihrer Kleidung. Die Luft wirbelte um sie herum, wehte ihr die blonden Haare ins Gesicht. Meta sah sich um. Sah, wie das seltsame Konstrukt etwas hob, was die Hand sein sollte. Etwas Rotes schoss aus einer Ecke des Raumes hervor, umkreiste das Wesen. Meta konnte jedoch nicht ausmachen, was es war. Dann wackelte der Boden unter ihnen. Sie schrie auf, als Gilgian sie zur¨¹ckzog und sich sch¨¹tzend ¨¹ber sie warf. Er fluchte ausgiebig. Es war auch schon eine Weile her, seit sie das von ihm geh?rt hatte. Es musste furchtbar f¨¹r ihn sein, wieder hier zu sein. Krach ¨¹bert?nte ihr laut schlagendes Herz. Staub wurde aufgewirbelt, drang in ihre Augen und nahm ihr die Sicht. Meta schnappte nach Luft, atmete etwas davon ein und hustete es wieder unter Anstrengung heraus. Etwas Schweres krachte neben ihr auf den Boden, die lauten Ger?usche brachten ihre Ohren zu klingeln. Sie versuchte sich den Staub aus den Augen zu reiben, welcher ihr stechend Tr?nen in die Augen trieb. Gilgian richtete sich wieder auf. Der Tunnel hinter ihnen war gr??tenteils eingest¨¹rzt. Es gab einzelne L¨¹cken oben an der Decke und sie entdeckte, wie sich dort etwas bewegte. ?Lebt ihr noch?¡°, h?rte sie Raffael zu ihnen her¨¹berrufen. Meta blickte wieder in den Raum, w?hrend ihr Bruder ihm antwortete. ¨¹ber dem, was ihr Vater sein sollte, war ein langer Riss in der Decke, welcher in die andere Etage f¨¹hrte. Es stand mit ausgestreckten Armen da, das, was der Kopf sein sollte, nach hinten geneigt. Sie wusste, was es bedeuten sollte. Er genoss die Macht, die er nutzte. Er war schon immer s¨¹chtig danach, die Gegenst?nde zu verwenden, die er gesammelt hatte. Nichts hatte ihm eine gr??ere Befriedigung verschafft. Es konnte nur ihr Vater sein. Es musste er sein. Aber wieso h?rte sie ihn nicht? Sie verstand nicht, was hier los war. Sie verstand nicht, wie sie hineingeschlittert war. Meta suchte den Raum nach Etienne ab. Diese richtete sich gerade wieder auf. Auch sie rieb sich den Staub aus den Augen und Meta war so gl¨¹cklich, dass ihr nichts passiert war. Wenn sie wegen ihres Vaters zu Schaden kommen w¨¹rde, dann w¨¹rde Meta nicht wissen, wie sie damit umgehen sollte. Ihr Vater hatte bereits so vielen etwas angetan und Meta f¨¹hlte die Schuld in ihrem Herzen sitzen, als w?re sie diejenige, welche an seiner Stelle stand. Und als seine Tochter h?tte sie doch bestimmt etwas tun k?nnen, um das zu verhindern. Irgendwas.This book''s true home is on another platform. Check it out there for the real experience. Sie sch?mte sich f¨¹r ihn. Sie musste sich bei Etienne entschuldigen. Wenn sie gewusst h?tte, dass ihr Vater noch hier in diesem Haus war, dann h?tte sie nie zugelassen, dass Etienne sich in solch eine Gefahr begab. Kaum dass Etienne sich aufgerichtet hatte, fiel sie nach hinten um. Meta wollte zu ihr und ihr hoch helfen, war sich aber nicht sicher, ob sie eine Hilfe sein w¨¹rde. Dann wurde Etienne pl?tzlich weggezogen und Meta schrie erschrocken auf, als Etiennes Licht zun?chst in die Mitte des Raumes und anschlie?end nach oben flog. Nur um danach zu verschwinden und sie in der Dunkelheit zur¨¹ckzulassen. ?Gilgian!¡°, rief sie ihrem Bruder zu, zog an seiner Hand, sodass er sich wieder auf das Geschehen vor ihnen konzentrierte. Ihr Bruder fluchte schon wieder. Meta bemerkte, wie die Krallen des Katers sich in ihre Schultern bohrten. Der Schmerz half ihr nicht dabei, sich zu beruhigen. ?Hilf ihr¡°, sagte sie zu Catjill, welcher sich nicht vom Fleck r¨¹hrte. ?Sie sagte, ich soll bei dir bleiben¡°, erwiderte er mit einer ihr etwas zu unbeschwerten Stimme. ?Catjill, bitte¡°, flehte sie ihn an. ?Ihr m¨¹sst mir sagen, was bei euch los ist!¡°, rief Raffael zu ihnen hindurch. Gilgian ignorierte ihn und trat vor Meta. Sie wusste nicht mal, was er vorhatte zu tun oder ob er ¨¹berhaupt etwas tun konnte. Wogegen? Steine und Staub? Sagte dieses Wesen wieder etwas? Schwieg es? Hatte es die Stimme ihres Vaters? ?Etienne wurde nach oben gezogen!¡°, rief sie Raffael zu, ?Die Decke ist aufgerissen. Ich glaube, es war dieses schwarze Ding.¡° Es war still, aber es f¨¹hlte sich nicht still an. Die Luft bewegte sich sanft, ein Wind, von dem es keinen Sinn ergab, von wo er herkam. Dann h?rte sie Gilgian erneut fluchen. ?Dein Vater erz?hlt gerade, dass es ein Carwling ist¡°, fl¨¹sterte Catjill ihr verschw?rerisch zu, ?Mach dir aber keine Sorgen, er ist noch klein.¡° ?Was?¡° Meta versuchte ihn anzusehen aber ohne Etiennes helles Licht war es furchtbar dunkel im Zimmer. Dunkel und einengend und so hoffnungslos. Meta erinnerte sich an den Unterricht von Cruz. Sie hatten die Geburtsstunde der neuen Welt besprochen. Es gab immer noch offene Fragen, Unklarheiten, wieso Dinge so ihren Lauf genommen haben, wie sie es haben. Aber es waren sich alle einig, dass es sich hierbei um die dunkelste Stunde der Menschheit gehandelt hat. Es musste sich sicherlich genauso angef¨¹hlt haben, wie sich Meta gerade in diesem Moment f¨¹hlte. Wie sollte sie irgendwie irgendjemandem helfen k?nnen, wenn sie selbst nichts konnte. Wenn sie nicht einmal die Stimme ihres Vaters h?ren konnte. ?Wir finden einen anderen Weg zu euch¡°, h?rte sie Raffael ihnen zurufen, ?Haltet durch, bis Etienne und ich wieder bei euch sind.¡° Sie sah wieder zur¨¹ck und konnte durch die L¨¹cken des Gesteins ausmachen, wie er sich bewegte. Dann war er weg. Metas Herz sank. Es f¨¹hlte sich furchtbar an. Was, wenn sie nicht zur¨¹ckkommen w¨¹rden? Es war Raffael. Er hatte keinen Grund f¨¹r sie beide hier zu bleiben. Aber sie wollte dennoch nicht, dass er sie alleine lie?. ?Gilgian¡°, sagte sie leise, schnappte nach Luft, von welcher sie nicht genug bekam, ?wir sollten-¡° ?Halt einfach deinen Mund¡°, h?rte sie Gilgian nach einem Moment genervt sagen. Ihr Herz sank noch tiefer. ?Oh keine Sorge, er meint nicht dich¡°, sagte Catjill, ?Dein Vater meinte nur gerade, dass er die Familienzusammenf¨¹hrung sehr sch?tzt.¡° Gilgian und ihr Vater f¨¹hrten ein Gespr?ch, an dem sie nicht teilhaben konnte. Schon wieder, nur dass sie diesmal nicht von ihrem Vater weggeschickt wurde, sondern die Welt sich entschieden hatte, sie endg¨¹ltig auszuschlie?en. ?Was soll ich tun?¡°, fragte sie an Catjill gerichtet. Sie w¨¹rde ihren Bruder nicht ablenken, w?hrend er sich dem Geist ihres Vaters widmete. Sollte sie versuchen wegzulaufen, dass ihr Bruder keine R¨¹cksicht auf sie nehmen musste? Es w?re f¨¹r alle Beteiligte um so viel einfacher, wenn sie nicht einen Ballast wie sie bei sich h?tten. ?Bleib an Ort und Stelle¡°, h?rte sie Gilgian ihre Frage beantworten. Meta wollte losheulen. Sie konnte nichts tun, als weiter hinter ihm zu sitzen, an Ort und Stelle, mit nichts weiter, als eingest¨¹rzten Steinen um sie herum, vor denen er sie auch besch¨¹tzt hatte. ?Nicht genug, wie es scheint¡°, sagte Gilgian dann, ?Ich finde, du k?nntest noch einige Jahre hier drin weiter rotten.¡° Wieder Stille und ihre anhaltende Unsicherheit. Er redete nicht mit ihr. Aber irgendwie f¨¹hlte es sich beinahe schon so an. ?Bitte Catjill, ich flehe dich an. Ich gebe dir alles, was du willst, wenn du uns hilfst¡°, fl¨¹sterte sie dann zum Kater, w?hrend Gilgians Stimme ihre ¨¹berlagerte und sich an ihren Vater wandte. ?Ich nehme keine Vertr?ge an, solange ich einen mit Etienne habe¡°, sagte er zu ihr und sie hasste seine Antwort. ?Wieso nicht? K?nne Djinns nicht mehrere Vertr?ge halten, solange diese sich nicht ¨¹berschneiden? Etienne hat dir gesagt, dass du mir helfen sollst¡°, erwiderte sie. ?Nein, sie hat gesagt, ich soll dich besch¨¹tzen. Wie, obliegt mir.¡° Sie sp¨¹rte, wie sein Schwanz hin und her zuckte, dabei mehrmals ihren Arm streifte. Bedeutete dies nicht, dass Katzen nerv?s waren? Sie war sich nicht sicher. Meta hatte ¨¹ber diese bisher nur in B¨¹chern etwas gelesen. Und dann, ganz pl?tzlich, fielen die ganzen Gegenst?nde hinunter. Die M¨¹nzen klimperten laut auf den Boden, schnitten durch alle anderen Ger?usche im Zimmer. Meta hielt die Luft an, starr vor ?ngstlicher Erwartung ¨¹ber den pl?tzlichen Zusammenbruch der Gestalt. Dann zuckte Gilgians ganzer K?rper. Er stie? einen kehligen rauen Wutschrei hervor, w?hrend sein schemenhafter K?rper sich nach unten beugte. ?Gilgian?¡°, fragte sie besorgt, atemlos. Dann wanderten zwei sehr hell leuchtende graue Augen zu ihr. Es war ihre Augenfarbe, diejenige, welche sie mit ihrem Vater teilte. Und zum ersten Mal seit sich diese Gestalt manifestiert hatte, hatte Meta wirklich das Gef¨¹hl, ihm gegen¨¹berzustehen. ?Keine Sorge¡°, sagte Catjill unbeschwert, ?Er kommt auch nicht mit einem menschlichen K?rper zu dir durch.¡° ?Was?¡°, fragte sie, benommen von der Implikation, welche Catjill ihr so unbeschwert entgegenwarf. Dann zuckte Gilgians K?rper erneut. Er beugte sich nach vorne und w¨¹rgte. Lange. Meta packte das Fell des Katers, als Gilgian zu lachen anfing, ?Ich wusste schon immer, dass du ein schwacher Mann bist¡°, sagte er, seine Augen wieder in dem dunklem Blau, ?Glaubst du wirklich, ich h?tte nie was von deinen Pl?nen mitbekommen, meinen K?rper zu ¨¹bernehmen?¡° Die M¨¹nzen und der Schrott stiegen erneut empor. Diesmal langsamer, bedrohlicher, als w?ren sie selbst w¨¹tend, erneut in Bewegung gesetzt zu werden. ?Catjill¡°, setzte Meta noch einmal an, wollte ihn um etwas bitten, aber sie wusste nicht, um was. ?Keine Sorge¡°, sagte er unbeschwert, ?Das wird schon. Schau, dieser Bulle macht das gar nicht so schlecht.¡° Die Geister der McClaines: Der Crawling Etienne schrie erschrocken auf, als sie durch Schuttgestein und Goldm¨¹nzen gezogen wurde. Dann setzte ein seltsames Gef¨¹hl in ihrem Magen ein, als ihr R¨¹cken den Boden verlie? und Etienne sich durch die Luft bewegte. Die Umgebung verschwamm und sie packte ihr Messer fester. Konzentrierte sich auf das schwarze Wesen, welches sie in ein anderes Stockwerk hinauf zog, w?hrend es immer wieder bedrohliche Ger?usche tief aus seiner Kehle stie?. Dann wurde sie durch die Luft geschleudert und schlug auf eine harte Oberfl?che auf, welche unter ihr nachgab. Sie biss sich auf die Lippe und ignorierte den Schmerz zwischen ihren Schulterbl?ttern. Das Wesen st¨¹rzte sich auf sie und sie nutzte ihren Arm und ihre Beine, um es von sich fernzuhalten, w?hrend es nach ihrem Hals schnappte, in einem f¨¹r es typischen Angriff auf seine Beute. Mit der anderen Hand griff sie ihr Messer fester und versenkte es in der ?ffnung seines langen Ohrs. Es kreischte auf. Etienne zog das Messer schnell wieder heraus und trat das Monster von sich. Es stolperte von ihr Weg, wand sich unter dem Schmerz und gab ihr genug Zeit zu reagieren. Etienne sprang auf und ging auf Abstand, w?hrend ihr Blick zwischen dem Wesen und dem Raum hin und her sprang. Sie entdeckte ein gro?es Bett, eine Couch. Einen Schrank, der offen stand. Ein Loch im Boden. Die T¨¹r war bei dem Wesen. Hinter ihr war ein Fenster. Ein Tisch mit einem gro?en Spiegel neben der T¨¹r. Etienne packte einen Stein neben dem Loch und warf es so stark sie konnte in den Spiegel. Die Gestalt kreischte auf und sprang dorthin, nahm die M?bel auseinander, welche dort standen. Etienne packte das Messer fester und sprang auf seinen R¨¹cken. Bereit es schnell zu beenden, zielte sie auf seinen Nacken, doch seine abrupten Bewegung sorgten daf¨¹r, dass sie abrutschte und seine Schulter traf. Es kreischte wieder auf und wirbelte herum. Etienne verlor durch den Schwung den Griff und wurde gegen den Schrank geschleudert. Ihre Wange schlug stark an der Seite auf und sie biss sich auf die Lippe. Durch Adrenalin getrieben sprang sie wieder auf die F¨¹?e und wich dem Wesen aus, welches in den Schrank krachte, an der Stelle, wo sie zuvor noch gewesen war. Schnell fing es sich wieder und griff nach ihr. Etienne schnitt ihm durch die Hand und es kreischte erneut auf und setzte seinen Angriff fort. Etienne duckte sich unter seinem Griff und versenkte ihr Messer tief in seinem Bein, zog es wieder heraus und stahl sich hinter es, w?hrend es weiter nach ihr schlug. Etienne stach ihm in den Kn?chel desselben Beines, durchtrennte die Stelle, in der sie die Sehne vermutete. Dann sprang sie wieder auf Abstand, als es herumwirbelte und kreischend nach ihr Schlug. Es suchte blind nach ihr, und Etienne trat leise weiter weg, beobachtete es und stellte fest, dass es desorientierter war als vorher. Die Ohren und die Nase gaben ihm die Informationen, die es zum Jagen brauchte. Es war sicherlich f¨¹rchterlich, wenn es in der dunklen Nacht auf Lauer lag. Es war so dunkel, dass es in Etiennes schwachem Licht kaum zu sehen war. Sie ¨¹berlegte sich, wie sie am besten ihren letzten Schlag ausf¨¹hren sollte. Es schien sein Gewicht nicht mehr auf sein besch?digtes Bein verlagern zu k?nnen und wenn sie sein Ohr betrachtete, schien dieses sich auch nicht zu regenerieren. Etienne packte ihr Messer anders und hielt still, als es pl?tzlich ruhiger wurde. Sie gab kein Ger?usch von sich, blieb still und ruhig. Dann sog es wieder Luft durch die Nase und Etienne packte ein kaputtes Brett in die Hand und warf es ihm entgegen, bevor es sie durch ihren Geruch lokalisieren sollte. Sie vermutete, dass ihre Reaktion darauf zu langsam war, als es sich auf sie st¨¹rzte, das Brett ignorierte, welches an seiner Schulter aufschlug, und sie am Hals packte. Etienne stach ihm in sein Handgelenk und es zog die Hand zur¨¹ck, packte sie dann jedoch an der Jacke und lie? diesmal nicht los. Sie trat ihm in die Wunde am Bein und als es in die Knie ging, setzte Etienne mit einem Stich in die Nase ein. Es kreischte erneut auf und warf sie hin und her. Etienne wehrte sich nicht gegen den Griff, versuchte bei seinen Bewegungen mitzugehen und als es sie wieder zu sich zog, stach sie ihm in den Hals, dann packte sie mit der freien Hand sein anderes Ohr, zog seinen Kopf zur¨¹ck und stach erneut zu. Sie sp¨¹rte wie es tr?ge wurde, seine Klagelaute wurde leiser. Es stolperte zur¨¹ck, hielt sie noch immer am Kragen ihrer Jacke feste. Etienne dr¨¹ckte es weiter zur¨¹ck. Hinter ihm war das Loch im Boden, durch welches es sie in den Raum gezogen hatte. Es gab keinen besseren Ort ihn loszuwerden. Sie wollte es nicht neben sich sterben lassen. Sie hatte ihrem Bruder versprochen, keine Gewalt f¨¹r ihre Ziele einzusetzen, aber niemals h?tte sie gedacht eines von diesen Dingern inmitten dieser vergleichsweise kleinen Stadt zu finden. Sicherlich w¨¹rde er ihr verzeihen, immerhin handelte es sich hier um ein Monster, welches die neue Welt in ihren Anf?ngen terrorisiert hatte. Es stolperte weiter zur¨¹ck, seine Klaue lie? ihre Jacke los. Etienne hielt es weiter wachsam fest. Als sie das Gef¨¹hl hatte, dass es sie nicht weiter angreifen w¨¹rde, zog sie ihr Messer wieder heraus. Doch der Schmerz lie? es noch einmal aufkreischen und es packte sie erneut am Kragen der Jacke und zog sie mit, als es hinunterfiel. Etienne fluchte, als sie vom Gewicht mitgezogen wurde, versucht sich zu drehen, um dem Griff zu entkommen, wollte etwas im Zimmer greifen, fiel dann jedoch r¨¹ckwerts hinunter. Sie stach mit dem Messer in die Wand, versuchte sich mit ihren Beinen und dem Arm sich an dem Gestein festzuhalten. Das Messer verhakte sich in dem kaputten Stein. Sie sp¨¹rte das Gewicht des Wesens stark an ihr ziehen, als sie ihren Fall verhinderte, dann lie? es sie los und sie f¨¹hlte sich auf ein Mal leichter. Doch dann setzte die Anstrengung in ihren Gliedern ein, als sie versuchte ihre K?rperspannung aufrechtzuerhalten und nicht einzusacken. Sie dachte panisch nach, wie sie wieder nach oben kommen sollte. Sie hatte Angst loszulassen und sich auf ihr Messer zu verlassen, welches tief in den ¨¹berresten der Wand steckte. Sie konnte nicht einsch?tzen, ob dies einzelne Wand nicht unter ihrem Gewicht nachgeben w¨¹rde. Schwei? sammelte sich auf ihrer Stirn und floss ihr ins Auge. Sie ignorierte es und ¨¹berlegte sich, ob sie den Fall in Kauf nehmen sollte. Sie k?nnte auch Catjill rufen, vermutete jedoch, dass die anderen seinen Schutz jetzt wirklich brauchen w¨¹rden, erst recht, wenn noch mehr von diesen Wesen in den anderen S?rgen sein sollten. Sie h?rte, wie die T¨¹r zu ihrer Rechten aufging, konnte jedoch nicht ¨¹ber die Kante des Lochs sehen. Ihr Herz hatte sowieso schon schnell vor Anstrengung geschlagen, nun hatte sie Angst, dass es aussetzen w¨¹rde. Kurz h?rte sie nichts Weiteres, als das schwere Atmen einer Person und versuchte ebenfalls so ruhig zu sein, wie es nur ging. Dann vernahm sie eine bekannte Stimme, ?Etienne?¡° Sie atmete fast erleichtert durch, ?Ja, hier.¡° Sie h?rte schnelle Schritte, dann sah sie Raffael besorgt zu ihr hinunterblicken. ?Sch?n dich hier zu sehen¡°, presste sie unter Anstrengung hervor. ?Gib mir einen Moment¡°, sagte er und sie merkte, wie er verschwand, etwas in dem Raum tat. ?Wo ist das Wesen?¡°, h?rte sie ihn fragen. ?Keine Sorge darum¡°, presste sie hervor. Dann tauchte er wieder auf, beugte seinen Oberk?rper zu ihr und packte sie mit einem Arm unter der Taille. Sie f¨¹hlte Erleichterung in ihren Gliedma?en, als er ihr so einen Teil der Kraft abnahm, mit der sie sich halten musste. Sein anderer Arm war noch immer aus dem Sichtfeld, wahrscheinlich hatte er eine M?glichkeit gefunden, sich festzuhalten. ?Alles gut?¡°, fragte er besorgt, w?hrend er sie festhielt. ?Ja¡°, sagte sie und atmete tief durch. Er sah ihr pr¨¹fend ins Gesicht und sagte dann, ?Leg deinen Arm um mich, ich kann dich hochziehen. Aber bitte versuche nicht, mich hier runterzuziehen¡° Zu sehr von der Anstrengung gepackt, ignorierte sie seinen Zusatz und tat, wie er sagte, ¨¹berwand die Angst loszulassen und griff mit ihrem freien Arm schnell um seine Schulter, packte seine Jacke und hielt sich fest. Der Geruch von einfacher Seife drang zu ihr und alte Erinnerungen flitzten durch ihren Kopf, als sie damals mit ihrem Vater Berge bestiegen hatte. Auch damals hatten sie einfache Seife ohne irgendwelche Duftstoffe verwendet, ein Geruch, den sie immer mit diesen sch?nen Erinnerungen verband. Sie hatte damals auch gelernt, zu klettern, ihren K?rper genau zu kontrollieren, immer die Ruhe zu bewahren. Ihr Vater hatte sie so vieles gelehrt. Raffael zog sie hoch, strengte sich genauso sehr an wie sie. Etienne nutzte ihre Beine und spannte ihren ganzen K?rper an, um sich hochzuhieven. Ihre Bauchmuskeln brannten, ebenso wie ihre Oberschenkel und Oberarme. Und als sie sich endlich zur Seite rollen konnte, ¨¹berrannte sie die Erleichterung und Zufriedenheit, die Herausforderung gemeistert zu haben. Sie atmete schwer, als sie am Rand des Loches lag. Raffael richtete sich auf und sah sie an. Auch er atmete schwer. Nun, wo es ruhiger wurde und sie nicht mehr ihr Herz dr?hnen h?rte, bemerkte sie die Stimme des Geistes von unten zu ihnen hindurchdringen. Es rumpelte, als w¨¹rde ein Kampf unter ihr stattfinden, es f¨¹hlte sich jedoch weit weg an. ?Wieso bist du hier oben?¡°, fragte sie Raffael. Sie sah zu ihm und er blickte hinunter durch das Loch im Boden, ?Der Tunnel zum Kamin ist eingest¨¹rzt. Nicht komplett, aber es wird schwer sein, durchzukommen. Meta hat mir zugerufen, dass du sehns¨¹chtig auf meine Hilfe wartest. Mal abgesehen davon, dass ich den Tumult in diesem Zimmer einen ganzen Stockwerk weiter unten h?ren konnte. Ist alles in Ordnung?¡° Sie richtete sich auf und ihre Muskeln beschwerten sich, ?Sehns¨¹chtig bestimmt nicht. Ist auch halb so wild. Wir sollten uns ¨¹berlegen, wie wir die beiden da rausholen.¡° ?Sie werden sicherlich noch eine Weile durchhalten. Eine Idee, wie wir den Geist ausschalten k?nnen?¡° Etienne beugte sich ¨¹ber das Loch und packte ihr Messer, welches noch immer in der Wand steckte. Mit viel Kraft zog sie es wieder heraus. Sie bemerkte wie Raffaels Blick darauf fiel und dann wieder zu ihr zur¨¹ckkehrte. ?Was? Glaubst du, ich hab mich gegen das Ding mit F?usten gewehrt?¡°You might be reading a pirated copy. Look for the official release to support the author. ?Hab dich nicht als Messerschwingend eingesch?tzt¡°, sagte er. Etienne wischte es an dem Vorhang ab, der neben ihnen lag. Die Kordeln des Vorhanges hingen noch um Raffaels Arm. W?hrend sie es wegpackte, sagte sie, ?Eigentlich hatten wir vor, mit Catjill von hier zu verschwinden. Aber ich kann mich nicht noch um zwei zus?tzliche Leute k¨¹mmern.¡° Es war schon schlimm genug, dass sie f¨¹r Meta mit ihm Verhandlungen abschlie?en musste. ?Ist das ein Vorwurf?¡°, fragte er. Sie sah ihn l?cheln und antwortete, ?Ich stelle nur Tatsachen fest. Und wir m¨¹ssen etwas finden, was den Geist an die erste Ebene bindet. Wenn wir das zerst?ren, wird es zwar weiterhin spuken, kann uns aber nicht mehr gef?hrlich werden.¡° Er sah sie pr¨¹fend von oben bis unten an, sein Blick blieb an ihrer Wange haften. Seine Finger ber¨¹hrten etwas von der dunklen Fl¨¹ssigkeit, welche an ihrer Jacke war und er betastete diese pr¨¹fend. Etienne hoffte, dass die Jacke noch einigerma?en heile war. Es war die einzige die sie hatte und sie zu verlieren, w¨¹rde wirklich schmerzen. Nicht nur, weil sie teuer gewesen war, sondern weil sie ihr auch viel bedeutete. ?Was ist, wenn wir mit ihm einen Handel eingehen?¡°, fragte er. ?Das habe ich schon versucht¡°, sagte sie und betrachtete das neue Loch in ihren Schuhen. Es war nicht allzu schlimm, das k?nnte sie wieder hinbiegen. Raffael lachte und sie sah wieder zu ihm. ?Oh Gott. Was hast du ihm angeboten? Alles?¡° Etienne verengte die Augen und sah ihn warnend an, ?Beleidigst du mich gerade?¡° ?Nein, ich bin wirklich neugierig¡°, sagte er, sah sie erwartungsvoll an. Immer noch misstrauisch, aber aus einem Impuls heraus, sich zu beweisen, zeigte sie ihm ihren Talisman, ?Das kann alles in Gold verwandeln. Ich dachte mir, es w?re passend f¨¹r ein gierendes Wesen wie ihn.¡° Er hob ¨¹berrascht beide Braune und sah es eingehend an. Dann fragte er zweifelnd, ?Wirklich? Das hat er dir geglaubt?¡° Etienne packte ihren Talisman und versteckte ihn mit ihren H?nden vor seinen Augen. ?Und wieso sollte er das nicht glauben? Woher willst du ¨¹berhaupt wissen, ob es das kann oder nicht?¡° Er atmete leise durch, legte seinen Kopf auf seinen Handr¨¹cken, welcher auf seinem Knie lag. Sein Ausdruck war eine Mischung aus Belustigung und Mitleid. Dann hob er den Finger und zeigte auf eine abgewetzte Stelle am Leder ihres Schuhs, ?Das hier¡°, sein Finger wanderte weiter zu ihrer Hose und einem kleinen Loch in der Jeans, ?und das hier¡°, dann weiter zu ihrer geliebten Jacke, welche ihr ihn allen m?glichen Situationen Schutz geboten hatte, ?und die hier zeigen nicht gerade, dass du in Geld schwimmst.¡° ?Und? Die Jacke ist sehr teuer. Denkst du, ich habe sie geklaut?¡° Sie war so genervt davon, dass er ihr die L¨¹ge mit dem Talisman nicht glaubte. ?Nein¡°, sagte er lachend, ?Aber deine L¨¹ge ist nicht gerade glaubw¨¹rdig. Hat er das wirklich geglaubt? Oder dich beim L¨¹gen erwischt und euch dann angegriffen?¡° Etienne verzog das Gesicht und entschloss sich, nicht weiter auf ihren Talisman einzugehen, ?Er will, das Meta hier bleibt. Verhandlungen sind demnach sowieso nicht auf dem Tisch, nicht wenn die beiden hier auch raus sollen. Und Meta hier rauszuholen ist das n?chste, worum ich mich jetzt k¨¹mmere.¡° Er blickte wieder zu ihrer Wange, strich vorsichtig zwei Str?hnen weg, ?Du brauchst einen Verbandskasten und willst wieder reinspringen. Wieso erinnert mich das so sehr an Keyen?¡° ?Was ist da?¡°, fragte Etienne und ber¨¹hrte mit den Fingern die Stelle, die er angeblickte und zuckte zusammen, als ein brennender Schmerz ihr bis in die Knochen zog. ?Stocher da nicht rum¡°, sagte er w¨¹tend, packte ihre Hand und zog sie weg. ?Wie soll ich sonst einsch?tzen, ob das schlimm ist?¡°, fragte sie zur¨¹ck. Mal abgesehen von dem offenliegendem Fleisch schien ihre Wangenknochen nicht gebrochen zu sein. Schlimmer f¨¹hlte sich mittlerweile ihre Schulter an. Sie w¨¹rde mit einigen blauen Flecken nach Hause kommen. Tatinne w¨¹rde sehr ungl¨¹cklich mit ihr sein. Dritter Tag und sie w¨¹rde schon wieder schlecht vor ihr dastehen. ?Sieht so schlimm aus, dass du deine Finger nicht reinstecken solltest.¡° ?Ich bitte dich, das ist keine Stelle, die mir lange Sorgen bereiten wird. Das ist nur ein Kratzer.¡° Er seufzte schwer, vergrub sein Gesicht in seiner Hand und sagte leise, ?Um Himmels willen, du bist genauso wie Keyen.¡° Unwissend, was sie mit dieser Aussage anfangen sollte, sah sie ihn einfach still an. ?Ich verstehe nicht, was dein Problem ist¡°, platzte es dann aus ihr heraus. Seine Augen tauchten wieder von unter seiner Hand auf und sahen sie grimmig an. Dann wechselte er schlagartig das Thema, ?Gilgian hat mir erz?hlt, dass er seinen Onkel und seine Bedienstete versteinert hat.¡° Die Geister der McClaines: Wieder nach Unten Etienne blinzelte ¨¹berrascht, verarbeitete seine Worte und fragte sicherheitshalber nach, ?Meinst du das metaphorisch?¡° ?Nein¡°, sagte er l?chelnd und sah ihr in die Augen, erwiderte ihren Blick, ohne seinen abzuwenden, was sie irritierte. ?Wir wussten alle schon eine Weile, dass er Dinge in Stein verwandeln kann. Es ist ihm mal aus Versehen passiert, als seine F?higkeiten gerade erst erwacht waren. Er war da¡­ elf Jahre alt. Du h?ttest das sehen sollen. Er hat den Ball zur¨¹ckgeworfen und damit fast jemanden get?tet. Damals war er noch kein Provinzherrscher. Ich habe nur nicht gedacht, dass er seine Kraft auch an lebenden Wesen nutzen kann.¡° Etienne rief sich noch den Zustand des Schatzzimmers von Metas Vater auf. Gr??tenteils schien es eine Mischung aus Ordnung und Chaos gewesen zu sein. Sie konnte sich an einige Statuen erinnern. Einige von diesen waren eindeutig aus einer anderen Zeit. Aber es gab auch welche, die sie sich nicht so genau angeschaut und als einen Versuch der Rekonstruktion der alten Kunst im Hinterkopf vermerkt hatte. ?Sein versteinerter K?rper k?nnte nat¨¹rlich sehr gut geeignet sein als Verbindung zur ersten Ebene¡°, ¨¹berlegte sie, ?Erst recht, wenn er noch gr??tenteils intakt ist. Daf¨¹r m¨¹ssten wir dann wieder runter.¡° Es war die beste M?glichkeit, gegen seine ganzen Schatten anzukommen. Wenn er mit diesen nicht mehr in ihre Welt eindringen k?nnte, dann w¨¹rde er keine Fl¨¹che aktivieren k?nnen oder sie sonst anders bedrohen. Vielleicht w¨¹rde es hier und da einige Unannehmlichkeiten geben, aber nichts weiter, was ihnen Schwierigkeiten bereiten w¨¹rde. ?Willst du da wirklich wieder rein?¡°, fragte er sie. Etienne blickte in das Loch. Unter ihr tat sich noch ein Stockwerk auf, in dessen Boden ein gr??erer Spalt klaffte. Es war sehr dunkel, f¨¹hlte sich fast schon bedrohlich an. Und der Gedanke an die ganzen m?glicherweise verfluchten Gegenst?nde und noch mehr altert¨¹mlichen Wesen bereitete ihr leichte Bauchschmerzen. ?Ich glaube nicht, dass ich da wirklich eine Wahl habe. Wenn wir ihn gut genug ablenken, k?nnte Gilgian vielleicht den K?rper seines Onkels identifizieren und wir k?nnten ihn zerst?ren.¡° Sie k?nnte ihn zerschmettern. Das w¨¹rde die Pr?senz des Geistes deutlich mindern. Und wenn er ihnen gegen¨¹ber immer noch ein Problem darstellen w¨¹rde, w¨¹rde sie Catjill den Rest machen lassen. Das w¨¹rde aber seinen Preis haben, denn es handelte sich bei ihrem Gegner nicht um einen Menschen. ?Du k?nntest auch einfach gehen. Oder hast du deinen Stein noch nicht?¡° Sie blickte mit zusammengekniffenen Augen zu ihm und hielt ihre Hand davon ab, pr¨¹fend zu ihrer Tasche zu wandern und ihm zu zeigen, wo er war. ?Hast du vor mich wieder zu bestehlen?¡° Er sch¨¹ttelte den Kopf, ?Einer reicht mir.¡° Sie sah ihn schweigsam an, dachte ¨¹ber seine ersten Worte nach. Auch er blickte ihr pr¨¹fend ins Gesicht. ?Was soll diese Aussage dann?¡°, fragte Etienne. ?Ich wollte es nur als Option in den Raum werfen.¡° Etienne stand auf und verzog das Gesicht. Die Schulter tat deutlich mehr weh, als die Wange. ?Lass uns die Pause kurz halten¡°, sagte sie zu ihm und beendete das Thema, ?Ich werde da runtersteigen. Wenigstens Meta bin ich es schuldig.¡° Er seufzte und stand ebenfalls auf. Sie sah ihm dabei zu, wie er die Kordel von seinem Arm l?ste. Ihr Ende verlief zum Bettpfosten, welches in sch?nem, dunklen Holz emporragte. Er hatte ?rmel von seinem Hemd hochgezogen und sie konnte an seinem Unterarm die roten Abdr¨¹cke erkennen. ?Was hast du nun vor?¡°, fragte sie ihn. Er richtete sich auf und sah ins Loch, ?Ich sch?tze ich werde auch helfen. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich mich wirklich in eine Familienfehde einmischen will.¡° Dann seufzte er erneut, diesmal schwerer, verharrte kurz still, mit einem traurigen Blick in die Ferne. Enjoying this book? Seek out the original to ensure the author gets credit. ?Ich w?re wirklich ungl¨¹cklich, wenn Gilgian und Meta etwas passieren w¨¹rde¡°, sagte er und es h?rte sich wie ein Eingest?ndnis an sich selbst an, ?Bevor er und ich Herrscher wurden, waren wir gar nicht so schlecht aufeinander zu sprechen. Ich zumindest nicht auf ihn. Und Scarlett und Meta haben sich wirklich gut verstanden. Ich habe nicht gewusste, dass sie in solch schweren Verh?ltnissen steckten.¡° ?Vielleicht ist es eine gute Sache¡°, sagte sie, ?Dann w¨¹rdet ihr euch nicht mehr so sehr anfeinden.¡° Raffael sah sie mit einem Gesichtsausdruck an, den sie nicht deuten konnte. Er r¨¹hrte sich nicht und Etienne wunderte sich, ob sie etwas Falsches gesagt hatte. Das war der Grund, weshalb sie nicht wirklich gut mit Menschen war. Sie irritierten sie. ?Was ist?¡°, fragte sie bei ihm nach und es f¨¹hlte sich unwohl. Er atmete durch, ?Nichts. Mach dir keine Gedanken dar¨¹ber.¡° Das war so suspekt, dass sie sich nicht einfach abspeisen lassen wollte. Dann kam ihr ein Gedanke und sie fragte, ?Dachtest du gerade an Tatinnes Vorhersehung?¡° Raffael hob die Brauen, ?Hat sie dir davon erz?hlt?¡° ?Nat¨¹rlich¡°, sagte Etienne, ?Aber da brauchst du dir keine Gedanken drum zu machen. Es kann sich unm?glich um mich handeln.¡° ?Ah wirklich?¡°, fragte er ausdruckslos. ?Ein Grund, mir den Stein nicht weiter vorzuenthalten¡°, sagte sie. Er l?chelte ?Wir k?nnen das gerne wann anders besprechen. Was ist der Plan?¡° Etienne sah wieder runter, ?Wenn der Eingang durch die Tunnel gesperrt ist, k?nnen wir hier herunterklettern.¡° ?Ich habe dich da gerade herausgezogen¡°, warf er ein. Sie sah leicht genervt zu ihm, ?Das war ein unkontrollierter Fall. Wenn wir es schaffen uns unbemerkt wieder rein zu schleichen, dann k?nnten wir seinen K?rper ausmachen und zerbrechen. K?nntest du ihn ablenken, dass er mich nicht bemerkt?¡° ?Mir wird sicherlich was einfallen. Wir sollten aber vorher schauen, was genau da unten los ist. Bitte spring nicht einfach zu dem Geist rein.¡° ?Wie kommst du darauf, dass ich das einfach blind machen w¨¹rde?¡°, fragte sie aufgebracht. Sie war kein selbstmordgef?hrdeter Vollidiot. Er erwiderte ihren Blick und sagte trocken, ?Du bist mindestens blind in dieses Haus hereingest¨¹rmt. Oder willst du mir sagen, dass du innerhalb eines halben Tages herausgefunden hast, was hier auf euch treffen w¨¹rde?¡° Etienne entschied sich, das zu ignorieren. Sie ging in die Hocke und stieg dann vorsichtig durch die ?ffnung. Etienne pr¨¹fte einige Stellen, an denen sie sich festhalten konnte und als diese sicher schienen, hielt sie sich an diesen fest und hievte sich hinunter in die untere Etage. Sie landete leise neben dem gr??eren Spalt im Boden, der deutlich gr??er war, als der in die h?here Etage, und konnte die Kampfger?usche lauter h?ren. Im Zimmer entdeckte sie keine Gefahren, nur die dunklen Konturen der M?bel, welche unter ihrem matten Licht im Zimmer sichtbar wurden. Sie bedeckte ihren Talisman etwas mehr mit ihren H?nden, d?mmte es etwas mehr, damit kein Licht in die untere Etage drang und auf sie aufmerksam machte. Raffael kam ebenfalls leise hinunter. Er blickte sich kurz um, sah dann aber nach unten in das Geschehen. ?Du solltest dich aufmerksamer umschauen¡°, sagte sie zu ihm mahnend. Er belehrte sie ¨¹ber Vorsicht und machte es dann nicht besser. ?Du hast keinen Alarm geschlagen¡°, wandte er ein. Er sah hinunter in die Etage unter ihnen, das Schatzzimmer des Geistes. Etienne erf¨¹llte kurz das Gef¨¹hl des Stolzes. Sie hatte selten mit anderen Menschen zusammen gef?hrliche Situationen durchgestanden. Aber die Anerkennung f¨¹r ihre F?higkeiten zu bekommen, so viel, dass er ihr regelrecht zu vertrauen schien, dass keine Gefahren auf ihn warteten, ¨¹berraschte sie. Ihre Begegnungen waren bisher nicht sonderlich positiv gewesen. Sie sch¨¹ttelte das Gef¨¹hl ab und blickte ebenfalls hinunter. Etienne konnte die Umrisse des Crawling ausmachen, dessen reglose Gestalt am Boden lag. Sie war sich sicher, dass es tot war und nun kam die Sorge hinzu, dass Raffael oder Gilgian oder Meta etwas zu genau sich anschauen k?nnten, was Etienne mit ihm getan hatte. Dennoch, einer weniger war immer gut f¨¹r die Welt. Blieb nur zu hoffen, dass es keine weiteren gab. Die Tatsache, dass der Geist keine Fl¨¹che gegen Etienne und Raffael nutzte, gab ihr zu hoffen, dass er viel zu selbstsicher war, als dass er glauben w¨¹rde, sie k?nnten sich gegen einen Crawling behaupten. Vielleicht hatte er sie sogar schon l?ngst vergessen, w?hrend er sich mit Gilgian auseinandersetzte. Die Geister der McClaines: Die Kunst des Lichts Etienne lehnte sich vorsichtig ¨¹ber die Kante und kniff die Augen zusammen, im Versuch etwas in der Dunkelheit ausfindig zu machen. Aber mit Ausnahme der lachenden Stimme, konnte sie nicht viel von dort unten vernehmen. Manchmal huschte etwas durch die Dunkelheit. Etienne konnte ein Schwert erkennen. ?Lass mich zuerst rein¡°, fl¨¹sterte Raffael und beinahe h?tte sie ihn ¨¹berh?rt, als es unten laut krachte, ?Ich kann meinen Ring nutzen, mich wird nichts davon treffen. Zumindest so lange es physisch ist. Ich gebe dir dann ein Zeichen, wenn du nachkommen sollst. Und wenn er mich entdeckt, dann kann ich dir eine Chance geben, unbemerkt hereinzukommen.¡° Etienne rieb sich unsicher die Finger. Das letzte Mal, als sie mit fremden Menschen zusammenarbeiten musste, war es eine Katastrophe gewesen. Und sie wusste nicht genug ¨¹ber ihn, um einzusch?tzen, dass es diesmal nicht genauso werden w¨¹rde. Aber er war hier im Haus und ist mit ihr hier heruntergekommen und auch wenn sie davon Ausging, dass seine Absichten ehrlich waren, woher sollte sie wissen, dass er in der Lage war seinen Vorschlag wirklich umzusetzen? Was, wenn er einen Fehler machte oder irgendetwas im Alleingang anstellte, was ihr zum Verh?ngnis werden w¨¹rde? Wartend auf eine Best?tigung wanderten seine Augen wieder nach oben. Etienne bemerkte, wie sie an ihren H?nden h?ngen blieben und dann zu ihrem Gesicht. Fragend hob er die Brauen und Etienne presste unzufrieden die Lippen zusammen, weil sie nicht wusste, wie sie ihre Zur¨¹ckhaltung verbergen sollte. Nach einem Moment schnaubte er belustigt, ?Keine Sorge, ich werde dich nicht auflaufen lassen.¡° ?Das hab ich nicht gesagt¡°, erwiderte sie. Er lachte leise, ?Nein. Das brauchst du nicht.¡° Raffael stand auf und drehte den Ring um seinen Finger und Etienne konnte sich nur zu gut daran erinnern, wie er so einen ?hnlichen genutzt hatte, um den W?chter im Chateau de la Fortune zu fangen. Damals hatte Crom ihm direkt seinen als Ersatz gegeben. ?Was halten eigentlich deine Besch¨¹tzer davon, dass du ohne sie hier bist?¡°, fragte sie ihn. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Gilgian ihn sch¨¹tzen w¨¹rde, wenn es darauf ank?me. ?Wieso hast du deine F?higkeit noch nicht genutzt?¡°, fragte er zur¨¹ck. Sie blinzelte mehrmals ¨¹berrumpelt, ?Woher kommt diese Frage jetzt?¡° L?chelnd pr¨¹fte er seine Waffe, holte das Magazin kurz heraus und lie? es wieder einrasten und anschlie?end ber¨¹hrten seine Finger ein kleines, dreieckiges Symbol am Rand und ein Zauber wurde aktivierte. Die feine Magie, welche dabei kurz freigesetzt wurde, trieb ihr die G?nsehaut die Arme hinauf. Sie konnte noch nicht genau benennen, um welchen es sich hierbei handelte, aber sie w¨¹rde es herausfinden, bevor es die Chance bekommen w¨¹rde, es auf sie zu richten. ?Antwort gegen Antwort. Das hatten wir schon.¡° ?Gut¡°, sagte Etienne und unterdr¨¹ckte die Ern¨¹chterung, welche in ihr hochstieg. Sie w¨¹rde bei ihm nicht weiter kommen. Er lachte wieder leise und setzte sich hin, nahm ihr Hand und dr¨¹ckte ihr einen Ring rein, welchen er aus seiner der Innenseite seiner Jacke genommen hatte, ?Ich bin mehr als bereit, mit anderen zusammenzuarbeiten. Aber nur, solange ich es auch im selben Ma?e zur¨¹ckbekomme. Wenn du willst, dass ich dir Fragen beantworte, musst du das auch.¡° ?Nur damit das klar ist¡°, erwiderte Etienne und steckte den Ring ein, ?Du bist derjenige, der einfach auftaucht und mir Schwierigkeiten bereitet. Wenn es nach mir ginge, w¨¹rde ich euch alle gar nicht kennen.¡° Er zuckte mit den Schultern, ?Leider sind die Dinge nun so, wie sie sind. Zeit sich anzupassen. Muss ich auch.¡° Sie schnaubte und lie? das Thema dann fallen, als sie lautes Gel?chter unter sich vernahm, ?Gilgian ich muss schon sagen, es ist immer wieder am¨¹sant, dich beim K?mpfen zu betrachten. Ich kann es kaum erwarten, deine Kraft auszuprobieren.¡° Sie seufzte schwer und resignierte. Ohne gute Ablenkung, war die Gefahr zu hoch, dort unten entdeckt zu werden und sie wusste nicht, was in den anderen S?rgen drin war und ob der Geist es wecken konnte, wenn dort etwas drin war. Und sie w¨¹rde Licht brauchen, ohne dass es an ihrem Hals hing. Etienne akzeptierte, dass sie es alleine nicht angehen w¨¹rde und nahm ihre Kette und gab sie Raffael, ?Du musst meine Lichtquelle sein. Ich erwarte aber, dass du mir das wiedergibst.¡° Sie sah ihn ernst an, als er die Kette entgegennahm, das matte Licht noch immer schwach am leuchten, genug, dass sie ihre Gesichter sehen konnten, nicht genug, um zu hell zu sein. ?Versprochen. Wie nutze ich das?¡° Ihre Schultern sanken hinunter und sie atmete erleichtert aus. Er hatte es versprochen. Sie w¨¹rde es wiederbekommen. ?Dr¨¹cke sie leicht zwischen deinen Fingern und stell dir Licht vor. Aktiviere es genau so, wie du einen einfachen Handwerkszauber aktivieren w¨¹rdest. Wenn es nicht klappen sollte ¡­ nein. Es w?re schlecht, wenn es nicht klappen sollte. Versuche es bitte zu schaffen, selbst wenn es schwach ist. Sobald du es einmal geschafft hast, versuche dann darauf aufzubauen. Mach es aber nicht zu hell. Er soll die Regale nicht sehen k?nnen. Und ich muss die Statuen ausmachen k?nnen. Die meisten liegen am Eingangsbereich. Soweit m¨¹sste es reichen, also lass es etwas mehr in die L?nge leuchten, ja? Schaffst du es?¡° ?Noch eine bestimmte Farbe?¡°, fragte er mit einem Grinsen und sie war sich nicht sicher, was er so lustig fand. ?Nein. Ich muss nur etwas sehen k?nnen.¡° Er seufzte und nickte erneut, wickelte die Kette um seine Hand und legte den Talisman an seine Handfl?che. Wiederholte leise ihre Anweisungen. ?Sonst noch was?¡°, fragte er dann und sie sch¨¹ttelte den Kopf.This tale has been unlawfully obtained from Royal Road. If you discover it on Amazon, kindly report it. Dann beobachtete Etienne ihn dabei, wie er sich an dem Stein festhielt und sich dann langsam hinunterlie?. Sie f¨¹hlte sich entbl??t, als das matte Licht verschwand und sie in der Dunkelheit zur¨¹cklie?. Etienne entschloss sich herauszufinden, wie gut er im K?mpfen war. Es war offensichtlich, dass er nicht unf?hig war. Er lehnte sich nicht zur¨¹ck, w?hrend seine Untergebenen seine Arbeit erledigten, sondern packte selbst an und schien genug Vertrauen in seine eigenen F?higkeiten zu haben, dass er sich hier hineingetraut hatte. Aber er warf sich nicht ins Geschehen wie sie. Er war viel zu vorsichtig, beinahe schon z?gerlich und ein Bild von ihm, als vorsichtigen Planer, brannte sich in ihren Kopf. Ob er immer so war? Akribisch dabei seine Zeit zu verschwenden, jede Kleinigkeit durchzugehen? ?Ein starker Schlag kann dir keine Knochen brechen, aber sobald ein Messer angeflogen kommt, blutest du wie ein Schwein¡°, h?rte sie den Geist sagen. Er schien sehr besch?ftigt zu sein. Sie beobachtete Raffael weiter dabei, wie er hinuntersprang und auf den Fl¨¹geln des Monsters landete. Er gab keine Ger?usche von sich, sein Gesicht konzentriert in den Raum gerichtet und dann hob er einen Finger an den Mund und signalisierte leise zu sein. Etienne bemerkte, wie seine Augen durch den Raum huschten und nach einigen weiteren Sekunden sah er zu ihr hoch und deutete mit der Hand, ebenfalls hinunterzukommen W?hrend sie das tat, h?rte sie den Geist weiter sprechen, ?Ich muss aufpassen, dass ich dich nicht ausbluten lasse. Es w?re eine Schande, deinen K?rper zu ¨¹bernehmen, nur um in ihm zu sterben. Und ich w¨¹rde ungern noch mal sterben.¡° Raffael hob seine Arme, um sie aufzufangen und sie lie? sich darauf ein, da dies die Chancen senken w¨¹rde, dass sie auf etwas landete, was sie verriet. Sobald sie im Raum war, sah sie sich kurz um. Der Geist war mit Gilgian besch?ftigt, welcher sie beide sicherlich schon bemerkt hatte. Auch Meta blickte mit gro?en Augen zu ihr. Dies gab Etienne den Ansto?, sofort zu handeln. Sie stahl sich in die Dunkelheit, hinter die Regale. Wenn der Geist auf Meta aufmerksam werden w¨¹rde, w¨¹rde er nur noch Raffael entdecken. Ihre Augen wanderten durch das Zimmer und ihr K?rper hatte sich mittlerweile an die Menge der Magie gew?hnt, welche sich im Zimmer angestaut hatte. Es f¨¹hlte sich an, wie ein nasser Tag voller Feuchtigkeit in der Luft, welche die Kleidung an der Haut kleben lie?. Nur dass es nicht feucht war. Sie atmete tief durch und lie? ihre Magie unter ihre Haut sickern. Weit genug, dass der Geist es durch die zweite Ebene ihre Farben nicht sehen w¨¹rde, aber genug, um von der magiegetr?nkten Luft nicht beeinflusst zu werden. Das Gef¨¹hl der Schwere l?ste sich und sie konnte wieder leichter atmen. Ihre Augen suchten die Statuen. Im dunklen Licht fiel es ihr schwer sie genau auszumachen. Vor allem nach dem Einsturz von einzelnen Teilen der Decke sah sie viel Gestein herumliegen, welches die Suche noch weiter erschwerte. Hoffentlich war keine von ihnen bereits begraben. Das w¨¹rde die Suche ungemein erschweren. Unter Umst?nden sollte sie sich schon mal einen Plan B zurechtlegen. Meta als Erstes aus dem Haus zu bekommen, sollte das Hauptziel sein, denn danach k?nnte Etienne Catjill wieder zu sich nehmen. Als sie jedoch zu Gilgian blickte, war sie sich nicht mehr sicher, ob das der richtige Ansatz war. Er hielt sich seine Seite. Etienne hoffte, dass er nicht allzu schwer verletzt war, doch sie konnte es nicht deutlich erkennen. Etwas huschte durch den Raum auf ihn zu, Gilgian packte es am Griff und warf es direkt an die Wand zu seiner rechten, wo es stecken blieb. Das Schwert, in welchem zuvor dunkle Schatten geendet hatten. Sie wechselte kurz den Blick in die zweite Ebene und war ¨¹berrascht davon, wie erdr¨¹ckend sich die Schatten im Raum verteilt hatten. Sie lie? den Blick fallen. Dort war nicht klar zu sehen. Auf ein Mal leuchtete der Raum in warmen, gelben Licht auf und Etienne schloss reflexartig die Augen. Kurz darauf wurde das Licht etwas ged?mmt und Etienne sah erschrocken zu Raffael, welcher entschuldigend zu den anderen l?chelte, ?Entschuldigung. Das war das erste Mal, dass ich es nutze.¡° Immerhin hatte er nun die Aufmerksamkeit aller Personen auf sich, dachte sie mit einem pochenden Herzen. Sah vorsichtig zum Geist, aus Angst, er h?tte sie in dem Licht auch gesehen, aber er sah nur zu Raffael. Etienne wandte ihre Aufmerksamkeit auf die Statuen. Eine von ihnen stellte eine Person dar, welche auf allen Vieren auf den Sch?tzen kroch. Eine andere sah aus, als w¨¹rde jemand um Hilfe flehen. Die n?chste hatte die H?nde ¨¹ber den Kopf. Und sie sahen sich alle von der Konsistenz her ?hnlich. Sie w¨¹rde unter dem Licht nicht ausmachen k?nnen, welche von denen echt waren und welche ein versteinerter Mensch sein sollte. Also musste sie zu Gilgian und ihn fragen. Die Geister der McClaines: Einen Spuk zu unterbinden ?Wie hat es ein kleiner Junge wie du geschafft zu ¨¹berleben?¡°, fragte der Geist und der Hauch seiner Stimmt trieb in Etienne das Gef¨¹hl seiner ¨¹berraschung entgegen. ?Ich bin auch verwundert¡°, meinte Raffael mit fester Stimme und einem leichten, belustigten Unterton. Doch Etienne konnte sehen, wie sehr seine Hand ihren Talisman umklammerte und die Kn?chel wei? hervortraten. ?Aber mein Gl¨¹ck, dass dieses Ding unter mir so sehr besch?ftigt war, dass es mich nicht hat kommen sehen.¡° Etienne schlich sich langsam zu Gilgian. Unter dem Licht konnte sie nun erkennen, dass er zu bluten schien. Sein wei?es Hemd war an der Seite rot angelaufen. Doch er stand noch immer. Er atmete nicht einmal schwer und seine Augen waren fest auf die Gestalt gerichtet. Das gab Etienne zu denken, denn solange er auf ihn starrte, war er davon abgelenkt, sich damit zu besch?ftigen, welche Rolle sie in dem Ganzen hier spielte. Und sie wollte nicht, dass er sich dieser Frage widmete. Dann sah er kurz zu ihr, als sie sich leise auf den Weg zu ihm machte und wandte seine Augen dann ab, sah wieder zu dem Geschehen vor sich. Der Geist antwortete nicht direkt und Etienne sah wieder zu ihm, sah seine leuchtenden Augen, welche auf das Wesen unter Raffael fixiert waren. Raffael trat mit dem Fu? gegen einen Fl¨¹gel, was den Geist dazu verleitete, wieder zu ihm zu sehen. Sie sp¨¹rte eine neue Form von Anspannung in der Luft, gemischt mit Sorge und Anerkennung und dem Bed¨¹rfnis, sich zu r?chen. Der Geist hatte noch nicht entschieden, welchem Gef¨¹hl es folgen wollte und Etienne beeilte sich, den Abstand zu Gilgian zu ¨¹berwinden. ?Ich muss zugeben, ich bin ¨¹berrascht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du es besiegt haben solltest.¡° ?Das hat er auch nicht¡°, warf Catjill ein und Etienne sah erschrocken zu ihm. Wieso entschloss sich ihr kleiner Djinn, ausgerechnet jetzt ins Gespr?ch einzusteigen? ?Ich bin immer f¨¹r ¨¹berraschungen gut¡°, sagte Raffael langsam und auch seine Augen wanderten angespannt zum Djinn, ?Das hat schon jemand anderes auch erleben d¨¹rfen.¡° Seine Stimme war laut im Raum zu vernehmen, aber er schrie nicht. Etienne schlich weiter durch ihre dunkle Ecke. Ein umgest¨¹rztes Regal versperrte ihr den Weg und sie duckte sich unter diesem hindurch, ihre Hand umklammerte das kalte Metall einer Kette, welche drohte, laut gegen die Stange zu klimpern, sollte sie angesto?en werden. Es war nicht so schlimm, wie der dicht bewachsene Wald, in welchem sie Catjill gefunden hatte und es war bei weitem nicht so schwer hier unbemerkt hindurchzukommen, wie es gegen diese Hexe der Fall war, welche stetig nach ihr gesucht hatte. ?Du hast es nicht besiegt, aber dennoch liegt es tot zu deinen F¨¹?en? Wie soll das gehen?¡°, fragte er und dann fingen seine Augen an, wachsam durch den Raum zu blicken. Etienne stahl sich tiefer unter ein Regal und hielt die Luft an. Verfluchter Catjill. Er versuchte wirklich, sie umzubringen. Nutzte der Djinn endlich die M?glichkeit, sie loszuwerden und sich einen neuen Gebieter zu besseren Bedingungen zu erschleichen? Anders konnte sie sein Einmischen nicht erkl?ren. ?Nun¡°, sagte Raffael lauter, ?Nichts von dem, was ich oben angetroffen habe, war in einem sonderlich guten Zustand. Und so erschreckend die Szene war, es hat scheinbar auch wirklich nicht viel gebraucht, dass das hier¡°, er trat noch einmal dagegen, diesmal fester, dass ein Teil der Gestalt gegen einen weiteren Gegenstand stie?, welcher klimpernd davonsprang, ?nicht durch einen kleinen Fall endg¨¹ltig verenden konnte.¡° Etienne bemerkte, wie Metas Hand Catjills Fell umklammert, als er scheinbar erneut ansetzte, etwas zu sagen. Die Aufmerksamkeit des Geistes schlich durch das Zimmer. Etienne sp¨¹rte sie, als G?nsehaut ihre Arme hinaufstieg, als seine subtile Magie in ihre N?he kam und dann wieder zu Raffael glitt. ?Wieso bist du nicht aus dem Haus verschwunden?¡°, fragte der Geist ihn und sie atmete erleichtert aus, machte sich sofort wieder auf den Weg ?Ich h?tte es wahrscheinlich nicht einmal gemerkt, wie sich dein kleiner menschlicher K?rper aus meinem Heim geschlichen h?tte.¡°If you find this story on Amazon, be aware that it has been stolen. Please report the infringement. ?Oh nat¨¹rlich. Aber ich wollte den Mann kennenlernen, welcher es geschafft hatte solch ein Wesen unter seine F¨¹hrung zu bringen¡°, erwiderte Raffael. Etienne kam bei Gilgian an. Sie h?rte den Geist lachen und Raffael weitersprechen. Etienne stellte sich in die Dunkelheit hinter Gilgian und fand zum ersten Mal etwas Gutes an seiner riesigen Gestalt, als diese ihr Deckung bot. Als Raffaels laute Stimme erneut zu vernehmen war, fragte sie leise und hoffe, dass Gilgian sie verstand, ?Welche der Statuen ist sein K?rper?¡° Er antwortete ihr nicht direkt und sie sorgte sich, ob er sie verstanden hatte oder, schlimmer noch, dass er eine Erkl?rung verlangen w¨¹rde. Sie beobachtete von hinten, wie sein Kopf sich langsam drehte. Er blickte in den Eingangsbereich, zu den Statuen, welche verteilt im Raum waren. Dann sagte er leise, als der Geist Raffael antwortete, ?Der kriechende Mistkerl. Soll ich ihn zerschmettern?¡° ?Bleib hier und beweg dich nicht zu viel¡°, sagte sie ihm. Aus der N?he konnte sie sehen, dass seine Wunde deutlich schlimmer aussah, als sie es vermutet hatte. Sie dr¨¹ckte ihm den Ring in die Hand, welchen Raffael ihr gegeben hatte. Sollte er weitere Verletzungen vermeiden. Es w¨¹rde deutlich schwerer werden, ihn hier herauszubekommen, wenn er schlimmer zugerichtet w?re. Dann ging sie zur¨¹ck zwischen die Regale. Sah noch einmal mit einem Gef¨¹hl der Ehrfurcht zu den Gegenst?nden, welche im verstaubten Boden lagen anstelle in der Sicherheit von sch?nen Schmuckkisten, wo sie hingeh?rten. Doch besonders von Interesse war diesmal die schwere Stange, welche sicherlich einst dazu gedient hatte, die Decke ¨¹ber ihren K?pfen zu stabilisieren. Nun konnte Etienne sie f¨¹r sich nutzen, nachdem der Geist sie ihr, in einem Versuch sie unter dem Gestein zu versch¨¹tten, so freundlich zur Verf¨¹gung gestellt hatte. Sie packte das Gestein leise zur Seite und hob die Stange hoch, dessen Gewicht schwer in ihrer Hand lag. War das Stahl? Woher hatte diese kleine Stadt so viel Zugang zu Eisen, dass sie sich Stahl als Ger¨¹st leisten konnten? Dennoch war es genau das, was sie brauchte. Ein wertvoller Gegenstand, welcher seinen Zweck erf¨¹llen w¨¹rde. Ein gezielter Schlag und wenn er wirklich ¨¹ber seinen alten K?rper mit der ersten Ebene verbunden war, dann w¨¹rde es ihn genug st?ren, dass er sie zumindest nicht mehr mit verfluchten Gegenst?nden bel?stigen konnte. Seine Verbindung zur ersten Ebene zu kappen, war der sicherste Weg, ihn zu schw?chen. Sie h?rte Raffael im Hintergrund seine Stimme erheben, ebenfalls lachend. Die gute Laune, mit welcher er den Geist ansprach, schien seine Aufmerksamkeit komplett auf sich zu ziehen, ?Ich war schon lange nicht mehr wirklich so beeindruckt gewesen. Ich muss zugeben, ich kann Gilgian nicht wirklich gut leiden. Wenn du also wirklich seinen K?rper ¨¹bernehmen willst, dann w¨¹rde ich das begr¨¹?en.¡° Etienne sah zu ihm und dann zu Gilgian, welcher ihm zwischen zusammengepressten Lippen einen herausfordernden Blick zuwarf, ?Nur zu, Beltran. Ich kann es mit euch beiden aufnehmen.¡° ?Ich verstehe es nicht¡°, sagte Catjill leise zu Meta, dennoch dr?hnt seine Stimme durch die kurze Stille, ?Wollen sie jetzt wirklich k?mpfen?¡° ?Wei?t du, was ich mich schon lange gefragt habe?¡°, sagte Raffael mit einer festen Stimme, seine Augen diesmal auf Catjill gerichtet. Etienne meint, dass sein Gesicht genervt verzogen war, was er jedoch schnell durch ein strahlendes L?cheln maskierte, ?Ein Crawling zu sehen war schon beeindruckend genug, aber wie kommt eigentlich ein solch besonderes Gesch?pf wie du hierher?¡° Etiennes Herz fing zu pochen an, als Catjill sich nach einem z?gernden Moment stolz aufrichtete. Er w¨¹rde Raffael nicht die Frage beantworten, weil sie es ihm schon am Anfang ihrer Reise verboten hatte zu erz?hlen, wo er herkam. Aber allein dass es zum Thema wurde, bereitete in ihr eine unausstehliche Nervosit?t. Etienne schlich weiter durch die Schatten, auf die andere Seite des Raumes. Gilgian stand nicht in der N?he an dem K?rper, den er ihr genannt hatte, aber der Fokus war auf ihn gerichtet, als er erneut seine Stimmer erhob, ?Soweit ich wei?, kommt eine Kanalratte aus der Kanalisation.¡° Der Geist war zwischen ihnen, blickte von einem zum anderen, schien sich unsicher zu sein, wem er sich zuwenden sollte, als Catjill entr¨¹stet seinen Namen und seine Gattung hinausposaunte und Raffael lachend eine Theorie erz?hlte, welche Catjill noch stolzer werden lie?. Die meiste Aufmerksamkeit lag dennoch noch bei Raffael, welcher inmitten ihres Lichtes die ganze Mitte des Raumes einnahm. Etienne stellte fest, dass er es mit dem Licht genau so umgesetzt hatte, wie sie ihn darum gebeten hatte. Er ging dazu ¨¹ber, dem Geist zu schmeicheln, ihn zu fragen, ob nicht der Djinn seiner eher w¨¹rdig war, als ein Crawling, was Etienne wirklich nicht mochte. Sie ging nicht davon aus, dass die Menschen aus Calisteo genug ¨¹ber Djinns wussten, um sich dessen bewusst zu sein, dass sie ihn ihr konkurrieren konnten. Catjill hat es zu ihrer gro?en ¨¹berraschung auch nicht gewusst und es so zu behalten, war eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Etienne ging weiter, w?hrend Gilgian in Raffaels Richtung fluchte. Der Geist lachte, schien die Aufmerksamkeit zu genie?en. Etienne war sich sicher, dass er einige Jahre allein in diesem Haus verbracht hatte. Es verlangte ihn sicherlich nach Geselligkeit. Soziale Bed¨¹rfnisse konnte ein Mensch nicht ablegen, wenn er als Geist wieder erschien. Sie waren der N?hrboden f¨¹r ihre Existenz und ohne menschliche Interaktionen, w¨¹rde ihnen dieser N?hrboden fehlen. Sie brauchten Gesellschaft, Liebe, Streit, Diskussionen und alles andere, was Menschsein mit sich brachte. Seinen Schatz zu sch¨¹tzen, w¨¹rde ihn nicht erf¨¹llen, wenn er niemanden hatte, gegen wen er ihn sch¨¹tzen konnte und so verhielt es sich mit seinem Bed¨¹rfnis nach Rache und Anerkennung, je nachdem, was sie im Lebens insbesondere angetrieben hatte. Etienne stand nach einigen Schritten vor dem versteinerten K?rper. Aus der N?he konnte sie nun erkennen, dass er einen Bart hatte, welcher dem Geist glich. Auch seine Kleidung schien ?hnlich zu sein. Dennoch blieb ihr nur die Mutma?ung, denn der Geist hatte sich nicht sehr gut manifestiert und der K?rper war so verstaubt und das Gesicht in einem Moment der Angst verzogen, dass sie es nicht direkt mit dem Geist vergleichen konnte. Etienne hob die schwere Stange und schlug mit aller Kraft gegen den Kopf der Statue. Er zersprang in viele Einzelteile und zeitgleich schrie der Geist auf. Er verschwand jedoch nicht direkt. Etienne hob noch mal die Stange, doch diesmal flog das Schwert auf sie zu und Etienne nutzte sie, um es abzuwehren. Sie stolperte nach hinten, als das Schwert es traf, bekam Angst um ihre Finger, welche gef?hrlich nahe an der Klinge waren. Kaum hatte sie sich gefangen, folgten dem Schwert einige andere Gegenst?nde, welche sie nach hinten fallen lie?en. Einige Dinge fielen mitten im Flug hinunter, ein Zeichen daf¨¹r, dass er schw?cher geworden war. Seine Gestalt fing zu flackern an, verschwand kurz und tauchte wieder auf. ?Scheint zu funktionieren¡°, sagte Etienne in den Raum hinein und versuchte sich wieder aufzurichten. Der Geist schrie auf, ?Mein K?rper! Wie kannst du es wagen, du Fremdling?¡° Erneut erhoben sich Gegenst?nde in der Luft. Etienne entdeckte alles M?gliche. Von Steinbrocken, bis zu spitzen Waffen. Wahrscheinlich sah er sich nun genug bedroht, dass er sich nicht mehr zur¨¹ckhalten w¨¹rde. Oder er schlug einfach wild um sich. Etienne war sich nicht sicher, was sie gegen die Menge ausrichten sollte, der sie sich gegen¨¹berstand. Sie ¨¹berlegte sich, hinter die Regale zu springen, wollte jedoch nicht von diesen begraben werden, wenn sie umgesto?en werden sollten. Gilgian tauchte vor ihr auf. Als die Dinge auf sie zuflogen, prallten sie vor ihm ab. Der Ring, den Raffael ihr gegeben hatte, sch¨¹tzte ihn und er nutze diesen, damit sie nicht direkt getroffen werden w¨¹rde. Sie war nicht im Radius drin, so wie Raffael ihr dies vor einigen Tagen gezeigt hatte, war dieser nicht so gro?. Die Dinge prallten am Schutz ab und flogen in alle Richtungen davon oder zerbarsten. Etienne hob die H?nde sch¨¹tzend ¨¹ber ihren Kopf und versuchte es zu vermeiden, vom Schutt getroffen zu werden, w?hrend Gilgian weiterhin vor ihr stand. Gilgian lachte laut, ?Was ist los, alter Mann? Sieht so aus, als w¨¹rdest du jetzt keinen K?rper mehr bekommen.¡° Er trat langsam zu der versteinerten Gestalt und der Geist war nun auf ihn fokussiert. ?Ist es nicht lustig?¡°, fragte Gilgian, ?Bei all den Sch?tzen, die du gesammelt hast, bist du selbst zum wertlosesten Gegenstand von allen geworden.¡° Es hoben sich weitere Dinge, flogen auf ihn zu nur um dann kurz vor ihm abzuprallen. Das Gesicht des Geistes war eine Mischung aus Verwirrung und Wut. Dann setzte Verzweiflung ein, als Gilgian ¨¹ber seinem versteinerten K?rper stand, ?Geh da weg! Geh sofort zur¨¹ck!¡° Weitere Dinge flogen gegen ihn. Gilgian schenkte ihnen nicht mal mehr Beachtung. Der Geist sah zu Raffael, ?Halte ihn auf! Dann gebe ich dir alles, was du willst.¡° Raffael hob mit einem L?cheln entschuldigend die H?nde, ?F¨¹r so viele ¨¹berraschungen bin ich nun auch nicht gut.¡° Etienne sah Gilgians R¨¹cken. Seine H?nde waren zu F?usten geballt und es dauerte einen Moment, in welchem er scheinbar auf den K?rper starrte. Dann hob er die Faust und schlug auf diesen ein. Die Splitter flogen in alle Richtungen davon. Der Geist verschwand kurz, tauchte wieder auf und verschwand dann wieder. Gilgian zerschmetterte jedes St¨¹ckchen Stein, welches einst zum Geist geh?rt hatte und die lauten Ger?usche hallten durch das Zimmer. Die Geister der McClaines: Das erste Resultat Etienne seufzte erleichtert. Es war zwar erst vorbei, wenn sie wirklich hier raus waren, aber nun w¨¹rde der Weg nach Drau?en deutlich einfacher werden. Sie sa? an der Wand, lehnte sich tiefer in die K?lte hinein, welche den Schmerz in ihrer Schulter etwas linderte, und atmete tief durch. Dann noch einmal. Sie hatte nun ihren ersten Stein. Etienne konnte nicht anders, als zu grinsen, als sie endlich ihrem Ziel einen Schritt n?her gekommen war. Und diesmal w¨¹rde es ihr niemand wegnehmen. Mit einem kurzen Blick durch den Raum, sch?tzte sie die Situation schnell ein. Der Geist war eindeutig eingeschr?nkt, er m¨¹sste sie nicht mehr allzu sehr bel?stigen d¨¹rfen. Catjill war immer noch bei Meta, welche einfach nur traurig Gilgian dabei zusah, wie er den K?rper weiter zerschmetterte. Das bei?ende Gef¨¹hl der Schuld stach in Etiennes Brust. Sie h?tte geduldiger sein m¨¹ssen, etwas mehr Informationen sammeln und anschlie?end alleine mit Catjill gehen sollen. Ein leises Seufzen entschl¨¹pfte ihr und sie wechselte den Blick in die zweite Ebene, in welcher die Schatten tobten und ihr die Sicht erschwerten. Der Geist war immer noch an Ort und Stelle. Schrie Gilgian weiter an, er solle aufh?ren. Solle sich seiner Rolle als kleiner Zahnrad seines m?chtigen Lebens f¨¹gen und zur Seite treten. Eine interessante Aussage, von welcher sie sich nicht sicher war, was sie ¨¹ber diese denken sollte. Etienne lie? den Blick wieder fallen. Wie soll ich jetzt mit Gilgian umgehen? Seine F?uste stellten schon unglaublichen Krach mit den Steinen an, Etienne wollte sie nicht im Gesicht sp¨¹ren. Sie war der Meinung, dass es noch immer keinen Grund daf¨¹r gab, dass er und Raffael hier aufgetaucht waren. Selbst wenn sie Etienne mit Meta vermutet h?tten, hatten sie erstaunlich schnell zusammengez?hlt, dass sie mit ihr auf die Suche nach dem zweiten Stein von Expulsio sein w¨¹rde. Ihre Augen wanderten zu Raffael und entdeckte ihn dabei, wie er das Wesen unter sich betrachtete. Er hob seinen Kopf an einem Ohr an, runzelte die Stirn. Dann sah er seinen Nacken an, rieb die dunkle Fl¨¹ssigkeit zwischen den Fingern sah zu Etienne. Sie hatte sich gewehrt und um ihr Leben gek?mpft, dennoch f¨¹hlte sie sich ertappt, als w?re sie diejenige, welche das Monster ¨¹berfallen hatte und ihre dunkle Tat w?re ans Tageslicht gelangt. Die Tatsache, dass sie nicht wusste, ob das Beseitigen von diesem Wesen ein Bruch ihres Versprechens an ihren Bruder war oder nicht, stresste sie zus?tzlich. ?Du solltest aufpassen, dass es nicht wieder aufwacht¡°, sagte sie schlecht gelaunt und hoffte, ihn etwas zu erschrecken. Er lie? den Kopf fallen und sah stirnrunzelnd wieder zu dem Wesen, ?Kann es das?¡° ?Vielleicht¡°, sagte Etienne und hatte nicht das Gef¨¹hl, dass ihre schwachsinnige Warnung ihn gro? davon ablenken w¨¹rde, was sie mit dem Crawling gemacht hatte. Aber sie hatte nicht gelogen. Er m¨¹sste nur wenige Fragmente wieder in den Sarg legen, dann w¨¹rde dieses Wesen wahrscheinlich nach einigen Jahren wieder auferstehen. So hatte es wohl auch Metas Vater gemacht. Hatte ¨¹berreste gefunden, alte Knochen oder vertrocknete Haut, und diese dort hineingelegt. Die Frage war nur, woher er das Wissen hierzu hatte und woher er wusste, wie die S?rge zu verzaubern waren. Etienne war sich sicher, dass niemals ein kleiner unbekannter Herrscher von einer kleinen Provinz einer kleinen Stadt, welches sich maximal mit angeborener Magie auseinandersetzte, dieses Wissen besitzen w¨¹rde. Und erst recht nicht, in welcher Konstellation und Anordnung die Symbole dieser Fl¨¹che gesetzt werden musste, um einen Crawling wieder aufbl¨¹hen zu lassen. Er musste es von jemanden herausgefunden haben und Etienne wunderte sich, welches Individuum einer m?chtigen Familie geplappert hatte. Oder es war Tatinne?, fragte sie sich unruhig. Aber das war unwahrscheinlich. Diese alte Frau mochte in ihrem Leben viel Wissen durch ihre zwielichtigen Methoden angesammelt haben und wenn es eins gab, von dem Etienne sich sicher war, dann war es, dass es bei ihr nichts umsonst gab, nicht einmal f¨¹r ihre Nichte. Niemals hatte dieser komische Mann auch nur etwas, was Tatinne haben wollen w¨¹rde. Sie interessierte sich nicht f¨¹r solche Sachen. Raffael schlug sich die H?nde sauber. Gilgian hatte aufgeh?rt zu schlagen. Etienne konnte von der einstigen Statue nichts mehr erkennen au?er Staub und Stein, von dem sie nicht mehr ausmachen konnte, was einst dem K?rper zugestanden hatte. Dann wanderten zwei verstimmte Augenpaare zu ihr. Etienne rappelte sich schnell auf und l?chelte seinem d¨¹steren Blick entgegen, ?Fantastischer Zeitpunkt, von hier zu verschwinden, denkt ihr nicht?¡° ?Du h?ttest gar nicht erst hier auftauchen d¨¹rfen. Geschweige denn meine Schwester mitnehmen. Was nimmst du dir hier eigentlich heraus, du Fremdling?¡° ?Das war halb so wild, bis ihr hier aufgetaucht seid¡°, sagte sie, ?Catjill, komm zu mir.¡° Der Djinn flog von Metas Schulter und war schnell bei ihr. Er w¨¹rde sie gegen Gilgian sch¨¹tzen und so seinen Vertrag ihr gegen¨¹ber erf¨¹llen. Und das trotz dessen, dass er kurz zuvor noch versucht hatte, die Aufmerksamkeit des Geistes auf sie zu lenken. Und Etienne wollte sich hier nicht eingestehen, dass nachdem ein gemeinsamer Feind beseitigt wurde, sie selbst wahrscheinlich nun keine Verb¨¹ndete in diesem Zimmer mehr hatte. Sie trat n?her zu Meta, um nicht allzu weit weg zu sein, wenn doch etwas passieren sollte. Etienne mied jedoch ihren Blick. Sie mochte Meta und noch war sie nicht bereit, ihre Abneigung zu sehen. Niemals w¨¹rde Meta mit ihr noch etwas zu tun haben wollen. ?Halb so wild?¡°, fragte Gilgian mit leiser, drohender Stimme, ?Und nun siehe dir den Schaden an.¡° Etienne machte sich bereit, unter Umst?nden wegzulaufen. Sie w¨¹rde ihr Versprechen nicht brechen, wenn Gilgian sie nie in die Finger bekommen w¨¹rde. Auch wenn sie das lieber anders kl?ren w¨¹rde, so, dass er ihr nicht im Nacken sa?. ?Du solltest mich das ansehen lassen¡°, wechselte sie das Thema und deutete auf seine Wunde. Er sah sie warnend zur¨¹ck, ?Denkst du wirklich, ich w¨¹rde dich da ran lassen? Mit deinen dreckigen Fingern, welche mit sonst was in Kontakt waren?¡° Etienne zuckte mit den Schultern, vermied es, instinktiv ihre H?nde anzuschauen, auch wenn es sie beleidigte, wie er ¨¹ber sie sprach. ?Wie du willst. Aber es wird sicherlich niemandem helfen, wenn du hier verblutest.¡° ?Und der ganze Aufwand, euch beiden zu helfen, w?re umsonst¡°, warf Raffael ein und Etienne sp¨¹rte eine kleine Erleichterung. Er schien gut im Reden zu sein. Vielleicht k?nnte er Gilgian etwas beruhigen, immerhin schienen sie etwas Geschichte miteinander zu haben. Vorsichtig wandte Etienne sich halb zu Meta, w?hrend Gilgian seine Aufmerksamkeit Raffael zuwandte, ?Ist alles in Ordnung bei dir? Ist dir etwas passiert, seit ich weg war?¡° Meta sa? immer noch am Boden und Etienne gab sich einen Ruck und sah sie an. Sie sah m¨¹de aus. Ihre Augen waren ger?tet, auch wenn sie keine Tr?nen ausmachen konnte. Die Stirn war gekr?uselt, die blutroten Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Dann atmete sie durch und wisch sich mit den H?nden ¨¹ber das Gesicht. ?Ist mein Vater immer noch hier?¡°, fragte sie mit einer leisen, d¨¹nnen Stimme. Etienne sah noch mal in die zweite Ebene und entdeckte ihn schnell in der N?he von Gilgian, ihn w¨¹tend anschreien und verfluchen. Dann weiteten sich ihre Augen, als sie ihn dabei beobachtete, wie er versuchte in Gilgian einzutauchen, nur um durch ihn hindurchzuschweben. Versucht er seinen K?rper zu ¨¹bernehmen?, fragte sie sich ungl?ubig. Das war kein typisches Benehmen von einem Geist. Manchmal schafften sie es, sich an einen Menschen zu binden, aber den K?rper zu ¨¹bernehmen war unm?glich. Wenn Fl?chen und Formen miteinander wuchsen, dann ver?nderten sie sich gemeinsam. Was dachte er, was passieren, w¨¹rde, wenn die ¨¹berreste seiner Seele in eine vollkommen fremde Form eintauchten? Das war so uninstinktiv, dass selbst die letzten Reste eines Wesens es niemals versuchen w¨¹rden, den K?rper eines anderen Gesch?pfes zu ¨¹bernehmen. ?Ehm ... ja, aber er wird nichts mehr tun k?nnen¡°, sagte sie ehrlich, vermied es dar¨¹ber zu sprechen, was f¨¹r sonderbare Dinge dieser Trottel tat. ?Wirklich?¡°, fragte Gilgian, ?Was soll ich tun, damit er wahrhaftig verschwindet?¡° ?Dar¨¹ber k?nnen wir uns gerne Gedanken machen, wenn wir hier raus sind¡°, sagte Raffael. This tale has been unlawfully lifted from Royal Road; report any instances of this story if found elsewhere. ?Wir sollten uns wirklich deine Wunde ansehen¡°, f¨¹gte Etienne hinzu. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er den Weg nach oben schaffen w¨¹rde. Oder zu Tatinne? Etienne entschied sich, dass sie all diese Menschen als Erstes zu Tatinne bef?rdern w¨¹rde. ?In der oberen Etage ist ein Badezimmer. Da wird es ein Erste-Hilfe-Kasten geben¡°, sagte Meta. Gilgian knurrte unzufrieden. Meta sah ver?rgert zu ihm, ?H?r auf. Was soll ich tun, wenn du gleich umkippst?¡° ?Das werde ich nicht¡°, sagte er stur. Er und Meta sahen sich einige Momente in die Augen, dann seufzte er, ?Meinetwegen.¡° ?Ich hole den Kasten. Wo muss ich hin?¡°, fragte Etienne und ging zum Spalt an der Decke. Meta erkl?rte ihr den Weg, w?hrend sie aufstand und stolpernd zu Gilgian ging. ?Brauchst du Hilfe?¡°, fragte Raffael. Etienne nickte widerstrebend, ?Wenn du mich hochhieven kannst. Und du kannst das Licht zun?chst behalten.¡° Er lachte, ?Das sollte kein Problem sein. Bist du sicher, dass du das nicht brauchst?¡° ?Ich habe Catjill und ihr w¨¹rdet hier mit nichts bleiben, wenn ich es mitnehme.¡° Raffael nickte und suchte sich eine passende Stelle. Etienne sah noch mal zur Decke, ?Bist du sicher? Das ist ganz sch?n hoch.¡° Sie wollte nicht seinetwegen noch mehr blaue Flecken davontragen. Und sie wollte nicht vor all den Anwesenden auf ihrem Hintern landen. ?Wenn du Anlauf nimmst¡°, sagte er schulterzuckend, als w?re es allein ihre Verantwortung, nicht daran zu scheitern. Etienne blickte absch?tzend zur Decke, dann schickte sie Catjill vor, welcher schweigend nach oben flog. Sie nickte Raffael zu, welcher in die Knie ging und seine H?nde ineinander verschr?nkte. Sie lief los, ging mit einem Fu? in seine H?nde sprang mit seiner Hilfe so weit hoch, wie es nur ging. Etienne hielt sich am Gestein fest und nutzte den Schwung, um sich leichter hochzuziehen. Catjill wartete auf sie im Zimmer. ?Alles in Ordnung?¡°, fragte sie bei ihm nach und fragte sich, ob sie seinen Versuch, sie ins Verderben zu st¨¹rzen, ansprechen sollte. ?Hier ist alles gut¡°, sagte er und dann leuchtete er, ohne dass sie ihn fragen musste, in einem blauen Licht auf. ?Nein, ich meine, ob bei dir alles gut ist. Und was sollte das vorhin? Wieso mischst du dich in das Gespr?ch ein?¡° ?Was meinst du mit einmischen? Er hat dreist die Worte verdreht. Du hast einen Crawling besiegt, wieso sollte er den Ruhm an sich nehmen?¡° ?Was? Nein, Catjill-¡°, sie wusste nicht einmal, was sie dazu sagen sollte. ?Au?erdem ergeben Menschen keinen Sinn, Etienne. Ihr seid alle komisch.¡° Etienne betrachtete ihn von Hinten, als die T¨¹r durch seine Magie aufschwang und sie in den Korridor f¨¹hrte. Sie war genervt von seinen Aussagen. Meinte er das ernst oder versuchte er sie hereinzulegen? Djinns waren bekannt daf¨¹r, ihre Meister in eine Falle zu locken und anschlie?end zu vernichten. Vielleicht war er noch etwas zu jung und stellte sich ulkig in seinem Vorgehen an? Etienne z?gerte, leckte sich ¨¹ber ihre trockenen Lippen und wollte Ansetzen, etwas zu sagen, hielt sich dann doch zur¨¹ck. Sie w¨¹rde es sein lassen. Sollte er denken, sie h?tte es nicht gemerkt. ?Ich habe alles von Meta ferngehalten¡°, sagte er dann und hob ganz stolz seinen Kopf nach oben. Diese Gef¨¹hlsregung glaubte sie ihn nun eher. Dieser Djinn hier war gerne stolz. Er erz?hlte ihr, was passiert war, davon, wie das Gespr?ch zwischen Gilgian und dem Geist verlief und davon, wie der Geist versucht hatte, Gilgians K?rper zu ¨¹bernehmen und wie er daran gescheitert ist und anschlie?end dazu ¨¹bergegangen ist, ihn zu schw?chen. ?Wollte er Gilgians K?rper schon zu seinen Lebenszeiten ¨¹bernehmen?¡°, fragte Etienne irritiert. Vielleicht hatte der Geist es genau deswegen auch versucht? Ihr Urteil dar¨¹ber, dass er ein Trottel war, m¨¹sste sie so nun ¨¹berdenken. Wenn die emotionalen ¨¹berreste von Metas Vater so waren, dass er in seinen letzten Jahren dieses Ziel wahnhaft verfolgt hatte, dann w¨¹rde es sie nicht wundern, dass der Geist diesen unerf¨¹llten Zwang nun zu vervollst?ndigen versuchte. Sie kam schnell bei dem Badezimmer raus, welches Meta wahrscheinlich gemeint hatte. Ein gro?er Raum mit verstaubten Fliesen, welche im Licht ihres Djinns erleuchteten. Eine mit Schn?rkel verzierte Badewanne stand der einen H?lfte des Zimmers und ein langer Spiegel zierte die halbe Wand, reflektierte das Licht und blendete sie. Wo auch immer Metas Vater das ganze Geld her hatte, er hatte es f¨¹r wirklich nervige Dinge ausgegeben. Etienne sah mit der Hand ¨¹ber den Augen die Schr?nke durch und fand schnell einen rot leuchtenden Erste-Hilfe-Koffer. Etienne ?ffnete ihn und kontrollierte den Inhalt. Alles, was sie f¨¹rs Erste brauchen w¨¹rde, war da drin. Sie seufzte und schloss kurz die Augen. Atmete tief durch. Sie hatte den Stein und sie hatten einen Geist besiegt, aber irgendwie f¨¹hlt sich das nur teilweise nach einem guten Tag an. ?Was ist los, Etienne¡°, fragte sie der Djinn. Sie l?chelte ihn an, ?Alles in Ordnung, mach dir keine Sorgen. Du hast wirklich sehr gut durchgehalten heute.¡° Er richtete sich stolz auf, ?Das habe ich, nicht wahr? Aber es war nicht wirklich schwer. Hat sich eher angef¨¹hlt, wie ein unfallgef¨¹lltes Schauspiel, welches ich mir unfreiwillig angesehen habe. Mir hat nur etwas gutes Essen gefehlt.¡° Etienne holte das K?stchen mit dem Stein heraus und ?ffnete dieses, ?Du wei?t, was jetzt folgt? Du musst ihn versiegeln.¡° Er flog aufgeregt um sie herum, landete dann vor ihr auf dem Koffer, ?Ich w¨¹rde dir empfehlen, es gar nicht aus dem K?stchen zu nehmen. Das erledigt seine Arbeit schon ganz gut.¡° ?Welcher Stein ist es?¡° Er legte seinen Kopf an den Stein und sie schloss die Augen, als es kurz sehr hell wurde. Dann legte sich ein blauer Schleier um den Stein und als Etienne ihn hochhob, konnte sie in Catjills schwachem Licht ein blaues Schimmern um den Stein erkennen. ?Der zur Bereinigung von K?rper und Geist. Nicht der Gef?hrlichste der drei, aber du willst dennoch nicht, dass er dich aus Versehen von all deinen Zaubern bereinigt¡°, sagte er warnend und sie nickte. Etienne packte den Koffer und machte sich auf den R¨¹ckweg, ?Ich werde dir etwas wirklich Gutes zu Essen besorgen. Du darfst dir w¨¹nschen, was du willst. Und du kannst dich darauf freuen, denn ich werde deine F?higkeiten gleich noch mal brauchen.¡° ?Was soll ich machen?¡°, fragte er aufgeregt. Etienne bedachte ihn aus dem Augenwinkel, verwundert ¨¹ber seinen Ehrgeiz, ?Du bist ganz sch?n motiviert, wie kommt es dazu?¡° ?Du hast mich heute fast die ganze Zeit in den hinteren Reihen sitzen lassen. Nicht, dass ich meine Arbeit dabei schlecht gemacht habe, aber ein kleines Menschlein wie du sollte sich auf mich verlassen. Ich sollte an der Front k?mpfen, immerhin haben wir einen Vertrag.¡° Etienne l?chelte und wunderte sich, ob er nun vorhatte, sie zu vernichten oder zu beeindrucken. Es schien manchmal ein schmaler Grat zwischen den beiden Dingen zu sein. ?Gut¡°, sagte sie und streichelte ihn erneut, ?Ich muss Gilgian sicher zu meiner Tante bringen. Deine Aufgabe ist, daf¨¹r zu sorgen, dass ihn keiner sieht, wenn er mit uns beiden unterwegs ist. Bis ich dir sage, dass du von der Aufgabe befreit bist.¡° Der Kater wurde wachsam und fragte vorsichtig nach, ?Das wird jetzt keine Aufgabe bis ans Ende der Ewigkeit sein?¡° ?Nein¡°, sagte Etienne lachend, ?Nur f¨¹r heute oder f¨¹r morgen, je nachdem, wie viel Zeit vergangen ist. Ich hab da so ein Gef¨¹hl, dass wir deutlich l?nger hier sind, als wir sein sollten.¡° Er nickte, ?Gut, das kann ich machen. Einen sicheren Weg gew?hren, indem ich ihn von der Aufmerksamkeit anderer verborgen halte. Daf¨¹r will ich ein Erlebnis f¨¹r einen Tag.¡° Etienne atmete leise durch. Er verlangte immer so viel. Und Etienne hoffte so sehr, dass er dabei nicht nur den Weg zu Tatinne meinte, welchen sie vor der Beschreibung ihrer Aufgabe impliziert hatte. Denn wenn doch, dann hatte sie ihn erfolgreich hereingelegt, denn von einer Richtung war nicht die Rede gewesen. Sie hoffte aber, dass er es verstanden hatte, denn anders konnte sie sich den teuren Preis nicht erkl?ren. Ein ganzer Tag f¨¹r wenige Stunden ¡­ ?Du kannst dir etwas w¨¹nschen, vorausgesetzt es liegt in meinen F?higkeiten und nichts Gef?hrliches. Ich warne dich.¡° ?Ich will ans Meer¡°, sagte er. Etienne gab ein nachdenkliches Ger?usch von sich, ?Das ist einen halben Tag von hier entfernt. Lass mich sehen, wie ich meine n?chsten Wochen plane. Und dann gebe ich dir Bescheid. Ansonsten wird es sp?testens die ¨¹bern?chste. Einverstanden?¡° Er stie? aufgeregt seine Pfoten in ihre Schulter, ?Ja! Ich war noch nie am Meer. Darf ich dann auch f¨¹r ein paar Stunden dar¨¹ber fliegen gehen?¡° Etienne lachte, ?Das werde ich mir noch ¨¹berlegen. Ich will ja nicht meinen wunderbaren Djinn verlieren.¡° ?K?nnen wir Segelboot fahren?¡°, fragte er weiter aufgeregt nach. ?Sammel ein paar Ideen und ich werde dir sp?ter eine Antwort geben¡°, sagte sie. ?Das mach ich!¡°, sagte Catjill und Etienne musste ¨¹ber seinen Eifer l?cheln. Die Geister der McClaines: 眉berzeugungsarbeit Licht drang durch den Spalt in das Zimmer, bewegte sich langsam hin und her. Etienne sprang hinunter und hob l?chelnd den Koffer hoch, ?Habs gefunden.¡° Gilgian sah unver?ndert aus. Wenn Etienne nicht das ganze Blut gesehen h?tte, w¨¹rde sie nicht vermuten, dass es ihm schlecht ging. Raffael stand weiterhin in der Mitte des Raumes, war nicht zu den beiden getreten, stattdessen macht er ihr nun l?chelnd Platz, als sie vorbeiging und trat zu den Regalen. Etienne ging vorsichtig zu Gilgian, sah ihn wachsam an und sagte, ?Bitte versteinere mich nicht.¡° Er stie? ein lachendes Ger?usch aus, was jedoch genauso gut eine bedrohliche Ank¨¹ndigung sein k?nnte, dass er genau das mit ihr tun w¨¹rde. Sie setzte sich neben ihm, Meta fast schon zwischen ihnen beiden, und ?ffnete den Koffer, ?Zeig mal her.¡° Er z?gerte, sah sie noch mal aus wachsamen Augen an und Etienne bekam leicht Angst vor ihm. Es war, als w¨¹rde sie vor einem wartenden L?wen sitzen, welcher noch nicht entschieden hat, ob er sie mit einem gezielten Biss vernichten wollte oder ob er es langsamer angehen sollte. Er hob langsam sein Hemd und Etienne schluckte nerv?s, als sie unter dem ganzen Rot das Fleisch und Fettgewebe sah. Meta versteifte sich neben ihr und sie h?rte ein leises Keuchen. ?Gut¡°, meinte Etienne, ?Ich werde das f¨¹rs Erste etwas stopfen, aber Tatinne sollte den Rest erledigen.¡° ?Tatinne?¡°, knurrte er fragend. ?Besser sie, als wenn dich jemand so in deiner Provinz sehen sollte¡°, rief Raffael zu ihnen hin¨¹ber, ?Vor allem nach euren t?glichen Machtk?mpfen.¡° Etienne sah zu ihm und entdeckte ihn neben einem Regal einen Gegenstand hochheben. ?Oh nein, fasse das nicht an¡°, rief sie ihm zu. Er legte das Ding wieder hin und Etienne f¨¹gte hinzu, ?Fasse am besten gar nichts an.¡° Raffael sah wieder zu ihr, eindeutig nicht gl¨¹cklich mit der Situation, rieb seine H?nde sauber und sah dann pr¨¹fend zu diesen hinunter. ?Bin ich jetzt verflucht?¡° ?Ja¡°, sagte Etienne trocken. ?Nein¡°, lachte der Djinn, ?aber kann noch passieren. Du f¨¹hlst dich an, als w?rst du ein besonderer Magnet f¨¹r Fl¨¹che.¡° Raffael runzelte irritiert die Stirn. Etienne sah wieder zu Gilgian, ?Um beim Thema zu bleiben: Es w?re am besten f¨¹r euch. Tatinne ist sehr gut darin, Wunden zu versorgen. Und sie wird diskret sein.¡° Und sie w¨¹rde Etienne dabei helfen daf¨¹r zu sorgen, dass alle Beteiligte langsam zu vergessen anfangen w¨¹rden. W?hrend Gilgian nachzudenken schien, ?ffnete sie den Koffer. Alles, was sie brauchen w¨¹rde, schien da zu sein. Etienne nahm sich einen Moment, noch einmal den Blick zu wechseln. Der Raum war noch immer erf¨¹llt von dunklen Schatten, welche nun bedrohlich langsam durch das Zimmer flogen. Sie konnte Raffael durch diese nicht erkennen, aber Meta, Gilgian und sie sa?en zusammen in klarer Luft, wie im Auge eines Hurrikans. Der Geist sa? neben ihnen. Genauer genommen neben Meta. Sein Gesicht war dich an ihrem, seine Lippen an ihrem Ohr und er fl¨¹sterte fanatisch Worte, welche sie nicht h?ren konnte. Etienne lie? den Blick fallen, horchte daf¨¹r in den anderen Raum hinein, neugierig, was er sagte.This story originates from Royal Road. Ensure the author gets the support they deserve by reading it there. Bleib hier, bleib hier, bleib hier. Mein Herz. Meine Sonne, bleib hier mit mir. Er wiederholte sich, immer wieder und wieder. Seine Stimme nicht mehr, als ein unangenehmes, schnelles Fl¨¹stern. Lauschst du?, schrie er dann in ihr Ohr und Etienne zuckte zusammen, kappte den Kontakt und rieb ihr schmerzendes Ohr. Verfluchter Geist. Immerhin war er nun harmlos. Fragende Augenpaare sahen zu ihr, sie ignorierte diese jedoch und packte die Bandagen, machte sich dran, die Wunde zu betrachten. ?Kann ich das anfassen?¡°, fragte sie Gilgian. Er nickte, sichtlich unzufrieden. Etienne wollte nach Fremdk?rpern schauen, entschied sich jedoch dagegen, da die Wunde noch immer blutete und sie wahrscheinlich nicht so geschickt w?re, wie Tatinne. Sie packte die Kompressen, presste sie an und wies ihn an, ?Halt sie da fest.¡° Er machte, wie sie sagte und nun wurde langsam ersichtlich, dass er Schmerz hatte. Sie fixierte die Kompresse und umwickelte sie dann mit einer Mullbinde. ?Gut¡°, sagte sie dann, ?Das wird f¨¹rs erste reichen. Lasst uns das Haus verlassen.¡° Sie stand auf wischte sich die H?nde an einem Tuch ab, ?Catjill kann euch in die obere Etage fliegen.¡° ?Wieso hat er das vorhin nicht gemacht?¡°, fragte Raffael. ?Weil es keinen Anlass dazu gab¡°, erwiderte sie ausweichend. Wieso stellt er andauernd Fragen? Er schien zu registrieren, dass sie seiner Frage ausgewichen war, aber das war ihr egal. Um das zu erkl?ren, m¨¹sste sie ihm etwas zu dem Vertrag mit ihrem Djinn erz?hlen. Das w¨¹rde sie nicht, denn wenn das jemand ganz geschickt anstellte, dann k?nne ihr der Djinn konkurriert werden. ?Catjill wird auch daf¨¹r sorgen, dass keine Aufmerksamkeit auf euch f?llt¡°, f¨¹gte sie hinzu. Der Kater richtete sich auf, ?Das werde ich. Meine Pr?senz wird alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen.¡° Etienne sah ihn warnend an, ?Du wei?t, wie das L?uft.¡° ?Ja¡°, erwiderte er m¨¹rrisch, ?Keiner wird uns sehen, auch mich nicht." Pl?tzlich fiel ein Schatten auf sie, ausgel?st durch Gilgians energetischem Aufstehen. ?Ich brauche nicht die Hilfe einer Kanalratte.¡° Catjill stahl sich hinter Etienne, welche an Gilgian gerichtet warnend sagte, ?Vielleicht nicht um da hochzukommen, aber um unbemerkt zu Tatinne zu gelangen schon.¡° Er knurrte sie an und Etienne erwiderte seinen Blick, ?Es ist nur ein Angebot. Aber ein sehr gutes.¡° Akzeptiere endlich, dachte sie gestresst. ?Gilgian, genug¡°, sagte Meta dann. Ihre Stimme war ein m¨¹der Hauch. Erneut lieferten sie sich ein Wettstarren und Gilgian gab seufzend nach, ?Ich helfe euch hoch, dann kann dein Kater mir helfen.¡° ?Catjill¡°, sagte ihr Djinn korrigierend. Gilgians einsch¨¹chternder Blick fiel auf ihn und er duckte sich erneut hinter Etienne weg. ?Schick mich als erstes hoch, dann soll Meta folgen¡°, wies Etienne sie an. Er sah immer noch mit zusammengekniffenen Augen zu ihnen her¨¹ber, tat dann aber, wie sie gesagt hatte. Etienne sprang mit Gilgians Hilfe hoch und nutzte dann Catjill, um Meta zu helfen, damit sie nicht herumgeworfen werden w¨¹rde. Raffael folgte ihnen und anschlie?end tat Catjill dasselbe bei Gilgian, wie bei Meta. Gilgian schien nicht gl¨¹cklich damit zu sein. ?K?nnte eigentlich Spa? machen¡°, sagte Meta mit einem vers?hnenden L?cheln. Calisteo bei Nacht: Behandlung (1) ?H?r auf mich anzuschreien. Wieso kriege ich immer die Schuld?¡°, fragte Etienne ihre Tante aufgebracht. ?Weil du so verdammt leichtsinnig bist!¡°, erwiderte diese w¨¹tend. Meta betrachtete Raffael immer misstrauisch aus dem Augenwinkel und schien unschl¨¹ssig, ob er half, oder ob er gleich ihren Bruder endg¨¹ltig beseitigen w¨¹rde. Tatinne hat sich den Verwundeten noch nicht einmal angesehen. Stattdessen hatte sie sich sofort ¨¹ber Etienne hergemacht. Diese hatte sich das eine Weile angeh?rt, bevor sie scheinbar genug hatte. Meta versuchte etwas einzuwerfen, hatte aber keine M?glichkeit, Geh?r zu finden. Ihre d¨¹nne Stimme ging unter Tatinnes unter. Dann h?rte sie Raffael laut loslachen, was ihm sofort zwei w¨¹tende Blicke einbrachte. ?Was willst du ¨¹berhaupt noch hier?¡°, fragte Etienne. Sie wurde jedoch von Tatinne ¨¹bert?nt, welche drohend die Stimme senkte, ?Provoziere mich nicht, Beltran.¡° ?Ganz ruhig¡°, meinte Raffael und hob beschwichtigend die H?nde, ?Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass wir noch immer ein ernstes Problem hier sitzen haben.¡° ?Welches es nicht g?be, wenn ihr einfach drau?en geblieben w?rt¡°, fl¨¹sterte Etienne. ?Und welches ich nicht h?tte, wenn ihr keinen blutenden K?rper zu mir geschleppt h?ttet, nicht wahr, Etienne Schatz¡°, s?uselte Tatinne drohend. ?Bitte spuck jetzt kein Gift¡°, erwiderte Etienne trocken. Die Frau schnaubte und ging in ein Nebenzimmer, in welchem sie sich einige Sachen herausholte. Gilgian war mittlerweile grau im Gesicht. Er schien nicht mehr zu bluten, was immerhin eine gute Nachricht war. ?Macht euch keine Sorgen¡°, sagte Etienne und sah Meta dabei an. Meta kam nicht umhin zu bemerkten, dass Etienne auch nicht gerade heile davongekommen ist. Die Sorge um Gilgian hatte sie jedoch so ¨¹bermannt, dass sie nicht wirklich auf die anderen geachtet hatte. Bis ihr aufgefallen war, wie seltsam es war, dass ausgerechnet Raffael hier war und nicht Khalas. Wieso hatte Gilgian Raffael mitgenommen. Sie w¨¹rde ihn sp?ter fragen¡­ nachdem sie ihm freiwillig alles erz?hlen w¨¹rde, was geschehen war. Sie hatte da so ein Gef¨¹hl, dass er sie fragen w¨¹rde. Meta musste sich auch ¨¹berlegen, wie sie ein gutes Wort f¨¹r Etienne einlegen sollte. Wegen ihres Vaters hatte Etienne einiges durchzustehen und Meta wollte nicht, dass sie auch noch ?rger mit ihrem Bruder bekommen w¨¹rde. Und auch wenn es so viele Dinge gab, welche in ihrem Hinterkopf kreisten und sich wie eine drohende Wolke ¨¹ber sie legten, ihr gr??tes Problem schien das zu sein, dass Etienne einen furchtbar schlechten ersten Eindruck von der Stadt bekommen hat. Egal wie sehr Meta sich anstrengte, an die wichtigen Sachen zu denken, sobald sie Etienne sah, kehrten die Gedanken dorthin zur¨¹ck. Vielleicht war es aber gut so? Vielleicht sollte sie sich einige Momente nehmen, eher sie an die schlimmen Erinnerungen des Tages dachte. ?Hast du ein N?hset?¡°, fragte Etienne ihre Tante. ?Ja, hol es oben aus meinem Zimmer. Linker Schrank ganz oben.¡° Etienne sah kurz in die Runde, ?Ich gehe dann hoch. Falls ihr mich braucht, ruft mich. Und sagt mir Bescheid, wenn ihr geht, ich werde Catjill mitnehmen.¡° ?Hei?t das, ich bekomme noch einen Wunsch?¡°, fragte dieser aufgeregt. ?Nein¡°, erwiderte Etienne und verschwand schnell nach oben. Meta sah dem Kater hinterher, welcher sich beschwerend beeilte, Etienne zu folgen. ?Also wirklich, Kinder¡°, sagte Tatinne, ?Wieso legt ihr euch mit einem Geist an, f¨¹r welchen ihr eindeutig nicht vorbereitet wart?¡° Sie kam mit einer gro?en knisternden Decke heraus und breitete sie auf der Couch aus, nachdem sie Gilgian mit einem aufforderndem Kopfnicken zum Aufstehen gebracht hatte. Anschlie?end dr¨¹ckte sie ihn mit der Hand auf seiner Schulter wieder in die Sitze und Meta sah ehrf¨¹rchtig zu, wie er sich schweigend f¨¹gte. Tatinne war kleiner als Gilgian, aber sie schubste ihn herum und er lie? es sich gefallen.If you encounter this tale on Amazon, note that it''s taken without the author''s consent. Report it. ?Soweit ich wei?, war es deine Nichte, die meine Schwester da hineingezogen hat¡°, warf Gilgian ein. Seine raue Stimme deutete darauf, dass es ihm nicht gut ging und Meta hatte das Gef¨¹hl, ihr w¨¹rden die Schultern vor Anspannung brechen. Sie sah zu seinen Augen. Dieselbe Farbe, wie sonst auch. Kein Grau, welches zu ihr her¨¹ber starrte, ihr die Luft zu atmen nahm und ihr so kalt werden lie?, dass sie ihre Fingerkuppen nicht sp¨¹ren konnte. Hatte sie sich das im Haus eingebildet? Das konnte nicht sein, denn Catjills Worte hatten impliziert, dass ihr Vater versucht hat, Gilgians K?rper zu ¨¹bernehmen. War das sein Ziel gewesen? Wie lange schon? ?Es mag sein, dass Etienne die Situation vorher h?tte besser beobachten m¨¹ssen. Aber es ist euer Haus¡°, sagte Tatinne und betonte die letzten Worte so stark, dass es sich anf¨¹hlte, als w¨¹rde sie diese ihnen entgegenspucken, ?Und ich entschuldige mich nicht, wenn ich zu direkt bin, aber solltet ihr nicht immer wissen, was in eurem Haus vor sich geht?¡° Meta wollte etwas erwidern, hielt sich dann aber zur¨¹ck. Es war das erste Mal, dass sie Tatinne der Spinne so nahe war. Sie f¨¹hlte sich eingesch¨¹chtert von ihr und sie war auch eingesch¨¹chtert von der Art und Weise, wie sie mit ihnen schimpfte. Meta wusste nicht, wann es das letzte Mal der Fall war, dass jemand so mit ihr oder Gilgian gesprochen hat. ?Genau genommen ist es deines, kleine Tochter des urspr¨¹nglichen Herrschers¡°. Als Meta ihren Blick hob, begegnete sie Tatinne intensiven braunen Augen, ein so tiefes Braun, dass es fast schon r?tlich schimmerte. ?Deine Nichte¡­¡°, fing Gilgian an, doch Tatinne unterbrach ihn direkt, w?hrend sie die zwei Koffer unsanft auf den Tisch warf und ?ffnete, ?Ich bin noch nicht fertig. Also unterbrich mich nicht. Ihr solltet es als Gl¨¹cksfall betrachten, dass Etienne in ihrer typischen Manier da hineingest¨¹rmt ist. Ein Crawling hat da unten geschlafen. Ihr hattet Gl¨¹ck, dass er noch so klein war. Wenn er in einigen Jahren herangewachsen w?re, dann k?nnt ihr euch nicht einmal ausmalen, was er in dieser Stadt angerichtet h?tte. Hast du eine Ahnung wie sich das anf¨¹hlt, einen geborenen J?ger in einer eng besiedelten Stadt zu haben, welcher nur dazu geschaffen ist, auf Menschen Jagd zu machen? Das w?re an blutigem Chaos nicht zu ¨¹berbieten.¡° Ihre Stimme war nicht laut, aber sie donnerte dennoch durch das dunkle Zimmer, welches in Etienne Beklemmung und Nervosit?t ausl?ste. Das ganze Rot der W?nde mischte sich mit dem Rot von Gilgians Verletzung und l?ste in ihre Schwindel aus. ?Und er war in eurem Haus! Nicht in meinem oder in Etiennes. In eurem. Herrscher der dritten Provinz. Daf¨¹r, dass du als Herrscher alles genau im Blick haben solltest, war das ein f¨¹rchterlicher Patzer, den du dir nicht bieten solltest!¡° Gilgian knurrte und Tatinne warf ihm einen warnenden Blick zu, ?Wag dich so mit mir umzugehen du halber Meter!¡° Meta schluckte und sah kurz zu Raffael, welcher sich erstaunlich still an die andere Seite des Raumes geschlichen und seine Augen fest auf die Muster der Decke gerichtet hatte. Die Schuljacke von ihm und Gilgian hatte er um seine H?nde gelegt und sein Finger tippte nerv?s. ?Zieh das aus¡°, sagte Tatinne und deutete auf Gilgians Oberteil. Nachdem er ihrem Wort gefolgt war, schnaubte Tatinne, ?Oh siehe mal diese f¨¹rchterliche Arbeit an. Lass mich raten. Das sieht aus, als w?re Etienne am Werken.¡° Sie machte sich daran, die Verb?nde aufzuschneiden, ignorierte Gilgians ungl¨¹ckliches Knurren, und sah sich die Wunde an, ?Sieht wenigstens nicht nach der Tat eines Crawlings aus. Wer von euch Kindern hatte das Vergn¨¹gen sich mit diesem auseinanderzusetzen?¡° ?Etienne und Raffael¡°, sagte Meta kleinlaut, als keiner Antwortete. Tatinne schnaubte, ?Nat¨¹rlich hat Etienne nichts Besseres zu tun, als sich mit einem Crawling anzulegen. Aber besser sie, als ihr Kinder, welche nicht einmal wusstet, dass einer da war. Und ich kann es immer noch nicht fassen. Dass er es ¨¹berhaupt geschafft hat, die Magie richtig zu verwenden. H?tte nicht gedacht, dass dieser alte Irre ¨¹berhaupt noch genug Verstand dazu hatte. Auf der anderen Seite kann nicht von viel Verstand die Rede sein, wenn er dieses Monster in seinem Keller aufgezogen hat. Was f¨¹r ein Trottel.¡° Tatinnes Augen wanderten zu Raffael, welcher ihren pr¨¹fenden Blick mit einem neutralen L?cheln erwiderte, ?Hast du Wunden von ihm?¡° Er sch¨¹ttelte den Kopf. Sagte nichts. Nicht so, wie Meta ihn kannte. Tatinne seufzte und sah auffordernd zu Meta, ?Bring ihr einen Verbandskasten hoch, sie soll ¨¹berpr¨¹fen, ob sie von ihm etwas abbekommen hat. Dann soll sie mir sp?ter Bescheid geben.¡° Meta z?gerte. Sie wollte Gilgians Seite nicht verlassen. Sie hatte auch etwas Angst, Etienne unter die Augen zu treten. Sie wollte ihr wirklich helfen, als sie am Morgen mit ihr in das Anwesen ihres Vaters aufgebrochen ist. Nun hatte sie das Gef¨¹hl, dass sie alles um so vieles schlimmer gemacht hatte. Das war ein Grund, weshalb sie lieber ohne Freunde lebte. So konnte sie diese nicht entt?uschen. ?Auf!¡°, rief Tatinne ihr zu und Raffael trat dann vor und nahm den Koffer, ?Ich kann das erledigen.¡° Er sah Meta an und diese erwiderte ¨¹berrascht seinen Blick, welcher ihr verriet, dass er ihr Z?gern sehr gut wahrgenommen hatte. Und dann sah sie die Erleichterung in seinen Gesicht, als er schnell nach oben verschwand. Er hatte Gilgian und sie mit dieser Frau sitzen gelassen. ?Wenn du es wagst ihr irgendeinen Vertrag aufzutischen oder es gar nur zu versuchen, werde ich dich fertig machen¡°, rief Tatinne ihm hinterher und Gilgian knurrte, als sie etwas an der Wunde tat, was scheinbar f¨¹rchterlich weh tat. ?Stell dich nicht so an!¡°, fuhr sie Gilgian aufgebracht an. Sie nahm eine Flasche mit einer farblosen Fl¨¹ssigkeit. Dann tropfte sie etwas von dieser auf seine Wunde und er knurrte erneut leise, als dunkler Rauch empor stieg. Meta sah nicht, dass sich sonst etwas ?nderte, aber Tatinne gab ein zufriedenes Ger?usch von sich. ?Na siehst du. War gar nicht so schlimm. Sie ist direkt um die H?lfte kleiner geworden, siehst du? Was auch immer dich getroffen hat, war nur etwas verflucht. Das wird schnell heilen, erst recht bei einem K?rper wie deinem. Immerhin kannst du daf¨¹r diesem Irren danken.¡° Metas Augen wanderten irritiert von der Wunde, zu Tatinnes Hinterkopf, w?hrend diese weiter spracht, ?Lange jung, lange stark, keine Krankheiten. Was hat er sich da nur f¨¹r einen fabelhaften kleinen K?rper geschaffen. Immerhin musst du dir keine Sorgen mehr darum machen, dass er ihn ¨¹bernehmen k?nnte.¡° Fassungslosigkeit stieg in Meta hoch. Woher wusste Tatinne davon? Ihre Augen wanderten weiter zu Gilgians und er sah sie an, presste die Lippen zusammen und sah dann weg. Und auf einen Schlag wurde ihr klar, dass er ebenfalls etwas zu wissen schien. Tatinnes Aussage ¨¹berraschte ihn nicht. ?Was meinst du damit?¡°, fragte sie leise. Es f¨¹hlte sich alles noch immer, wie ein langer schlimmer Traum an. ?Wie bitte?¡°, fragte Tatinne ungl?ubig und sah zu ihr, ?Wo warst du die letzten Jahre? Bist du hinter einem Stein gro? geworden?¡° ?Lass es¡°, knurrte Gilgian. Tatinne sah wieder zu ihm, schwieg. Meta konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber das von Gilgian, welcher starr nach oben sah und nicht zu ihr schaute. ?Ah Herrje¡°, meinte Tatinne dann, ?sag mir nicht, wir haben hier eine graue Maus herumwandern, welche nicht die leiseste Ahnung von den K?mpfen hat, die in ihrem Haus stattgefunden haben.¡° ?Tatinne¡°, meinte Gilgian warnend und ein Gef¨¹hl von Verrat stieg in Meta empor. Sie unterdr¨¹ckte es jedoch. Meta hatte Gilgian nie gefragt, was passiert war und wieso ihr Vater verschwunden war. Sie hatte erst heute herausgefunden, dass er tot war und in ihrem alten Haus herumspukte. Dennoch¡­ Gilgian hatte sein Wissen nicht mit ihr geteilt. Sie hatte ihn nicht gefragt ¡­ w¨¹nschte sich aber, er h?tte es dennoch mit ihr geteilt. ?Sei still¡°, sagte Tatinne streng und drehte sich dann zu Meta. Sie bedachte sie mit einem langen, intensiven Blick. Meta konnte schw?ren, ihre Augen w¨¹rden gl¨¹hen, als sie Meta langsam von oben bis unten betrachtete. Sie blieben an ihrem Gesicht h?ngen und Meta war sich f¨¹r einen Moment nicht sicher, ob Tatinne sie noch ansah, bis ein dumpfer Knall und eine unklare, aber w¨¹tende Stimme Raffaels, sie zusammenzucken lie?. Auch Tatinne sah kurz zur Treppe, dann wieder zu Meta und ein leises L?cheln schlich sich auf ihr Gesicht, welches wieder verschwand, als sie sich Gilgians Wunde zuwandte. ?Seit Jahren hat dein Vater versucht Gilgians K?rper zu ¨¹bernehmen. Das war sein verzweifelter Versuch auf ein ewiges Leben. Ich sch?tze, der Tod von Petty hat ihn wirklich ersch¨¹ttert.¡° Meta zuckte zusammen, als sie den Namen ihrer Mutter h?rte, welche verstarb, als Meta erst f¨¹nf war. Sie erinnerte sich nicht sehr gut an sie. Aber der Name war ihr durch ihren Vater ins Ged?chtnis eingebrannt. Wie er nach ihr geweint hat, wie er sie vermisst und ihren Namen in die Nacht geschrien hat, selbst Jahre sp?ter noch, als Meta schon viel ?lter war. ?Auch wenn ich eher gedacht habe, dass er versuchen w¨¹rde, sie wiederzubeleben oder eine andere Form des Schwachsinns dieser Art umzusetzen. H?tte nicht gedacht, dass es ihm mehr um sich ging.¡° Meta versuchte kontrolliert zu atmen. Sagte nichts, schon wieder. Sie sollte Tatinne Fragen stellen, aber kein Wort schlich sich ¨¹ber ihre Lippen. Sie hatte nur einen Klotz im Hals, welcher ihr das Atmen erschwerte. ?Aber das Lustige an dieser ganzen Sache ist, dass ich mir ziemlich sicher bin, es war seine Intention, bevor er zu den Shurkiyaa-Spielen aufgebrochen ist. Aber nun gut, er w?re nicht der Erste, der seine Lebenseinstellung nach diesen ge?ndert hat.¡° ?Was soll das hei?en?¡°, fragte Meta atemlos, ihre Augen wanderten wieder zu Gilgian, welcher ebenfalls ¨¹berrascht zu Tatinne sah. Tatinne drehte sich wieder zu ihr um, hob mit ihren blutigen H?nden etwas aus dem Koffer, w?hrend sie unverwandt Meta ansah, ?Das soll hei?en, dass ihm jemand dort einen guten Tipp gegeben hat, seinen Fokus woanders hinzulegen.¡° ?Wer?¡°, fragte Meta verwirrt und Tatinne schnaubte. ?Wenn ich dir das verraten soll, dann wird es etwas kosten. Mehr, als du dir leisten kannst.¡° Calisteo bei Nacht: Behandlung (2) Etienne sprang die Treppen nach oben und ignorierte den Schmerz in ihren Gliedma?en. Sie wusste nicht, wo sie alles was abbekommen hatte, aber sie w¨¹rde sp?ter noch genug Zeit haben, sich darum zu k¨¹mmern. Catjill flog ihr w¨¹tend hinterher, ?Was soll das? Ich sollte noch einen Preis bekommen, wenn ich diesen r¨¹pelhaften Riesen unbemerkt in sein Zuhause begleiten soll!¡° Sie h?tte wissen m¨¹ssen, dass er es nicht verstanden hatte. ?Wir haben ausgemacht, dass so lange wir mit ihm unterwegs sind, du das machst¡°, erwiderte sie. ?Ja, wenn wir zu Tatinne gehen¡°, widersprach er ihr. ?Ich sagte, dass ich ihn zu Tatinne bringen muss. Und so lange wir mit ihm Unterwegs sind, h?ltst du ihn bedeckt. Und das f¨¹r heute und morgen. Das war die Abmachung, der du zugestimmt hast.¡° Sie ging in Tatinnes Zimmer und durchsuchte den Schrank, den sie ihr genannt hatte. Der Djinn sagte nichts und Etienne sah vorsichtig zu ihm. Er sa? mit weit ge?ffneten Augen am Tisch. Dann richtete sich sein ganzes Fell auf und er rief, ?Du bist so dumm, Etienne! Dumm, dumm, dumm!¡° Er flog in ihr gemeinsames Zimmer davon. Etienne seufzte und lehnte den Kopf gegen die Schrankt¨¹r. Sie w¨¹rde sich ¨¹berlegen m¨¹ssen, wie sie sich sp?ter mit ihm vertragen sollte. Aber sie konnte sich einfach nicht noch mehr W¨¹nsche von ihm leisten. Zwei standen noch ohne Gegenleistung aus. Diese w¨¹rde sie nicht verschwenden. Zus?tzlich konnte sie diverse kleine gegen Gegenleistung von ihm erbitten. Aber vor allem diese kleinen W¨¹nsche bargen immer die Gefahr, dass er irgendein Schlupfloch suchen k?nnte, um ihr die anderen zwei nicht zu erf¨¹llen. Das konnte sie nicht riskieren. Zus?tzlich wollte er allein f¨¹r einen Weg einen ganzen Tag haben. Sie konnte ihm einfach nicht noch mehr geben. Bewaffnet mit ihrem N?hset und einem schweren Herzen, versuchte sie dieses unangenehme Gef¨¹hl zu verbannen und sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Dann zog sie ihre Jacke aus und betrachtete diese. Etienne fluchte. Mal abgesehen davon, dass die dunkle Fl¨¹ssigkeit des Crawlings einige nicht auszuwaschende Flecken hinterlassen w¨¹rde, wies die Jacke einige L?cher auf, die eindeutig auf den Crawling zur¨¹ckzuf¨¹hren waren. Auch ihre Hose, wo es sie gepackt und hinter sich her geschleift hatte, hatte einige Risse in den N?hten. Beide Kleidungsst¨¹cke waren von robustem, hochwertigem Material und Etienne wusste nicht, wie sie das ersetzen sollte. Die Hose k?nnte sie so lassen. Sie hatte noch ein Paar Stiefel, welche sie ¨¹ber die L?cher tragen konnte. Somit w?ren ihre Beine weiterhin gesch¨¹tzt. Die Jacke hingegen¡­ Etienne h?rte Tatinnes w¨¹tende Stimme und war froh, nicht unten bleiben zu m¨¹ssen, wo sie ihr Geschimpfe aushalten musste. Tatinne konnte einen Menschen mit ihren Worten h?uten, wenn sie es wollte und sie bisher immer noch erstaunlich nett gewesen. Sie stand auf und ging zum Waschbecken. Warmes Wasser floss auf ihre Finger und Etienne schrubbte vorsichtig mit diesen alles ab, was freiwillig abzugehen bereit war. Den Rest w¨¹rde sie zun?chst nicht schrubben. Sie hatte Angst, dass die N?hte noch weiter aufgehen sollten. Stirnrunzelnd sah sie zu dem N?hset. W¨¹rde sie es schaffen, das zu n?hen? Vielleicht k?nnte Tatinne ihr einen Rat geben, wie sie das flicken konnte. Nur wenn es absolut nicht umg?nglich war, w¨¹rde sie Tatinne danach fragen, ihr eine neue Jacke zu besorgen. Tatinne hatte zwar in den letzten Tagen besonders viel Einsatz gezeigt, Etienne alle m?glichen Dinge zu besorgen, es waren aber nur die, welche sie aus ihrem begeisterten Impuls heraus gekauft hatte, weil sie Etienne auf die Schule schicken wollte. Mal abgesehen davon, hatten sie aber eine nicht so enge Beziehung zueinander. Es gab bestimmte Grenzen und Regeln. Sie einzukleiden geh?rt definitiv nicht zu den Dingen, die Etienne von ihr erwarten w¨¹rde. Die T¨¹r wurde ge?ffnet und Etienne sah sich um. Raffael kam in den Raum, das Gesicht ungl¨¹cklich verzogen. Mit einem letzten leidenden Blick nach unten, lie? er die T¨¹r ins Schloss fallen und rieb sich gequ?lt mit der Hand ¨¹ber die Stirn. ?Fl¨¹chtest du vor Tatinne?¡°, fragte sie ihn am¨¹siert und k¨¹mmerte sich dann wieder um ihre Jacke. Etienne konnte diesen Ausdruck bis in die Knochen sp¨¹ren, erst recht, da sie Tatinnes schimpfende Stimme noch von unten vernehmen konnte. ?So ungef?hr¡°, sagte er und sie h?rte ihn seufzen, ?Ich f¨¹hle mich wie in der sechsten Klasse, als O¡¯Donnel mir zum ersten Mal gegen¨¹ber stand.¡° ?Hat sie auch mit dir geschimpft?¡°, fragte Etienne. ?Sie hat mit jedem geschimpft¡°, antwortete er, ?Wir haben sie O¡¯Donner genannt, weil sie uns alle jeden Morgen mit ihren Worten verpr¨¹gelt hat.¡° ?Also ist diese Frau schon immer ¨¹ber unschuldige Sch¨¹ler hergefallen?¡° ?Unschuldig?¡°, fragte er lachen, ?Wir haben es selbstverst?ndlich verdient. Und du nebenbei auch.¡° Sie l?chelte. F¨¹r einen kurzen Moment war sie ihm gegen¨¹ber nicht mehr abgeneigt, sondern empfand tats?chlich ein Gef¨¹hl von Kameradschaft. ?Was machst du da?¡°, fragte er. ?Meine Jacke flicken¡°, erwiderte sie und sp¨¹rte die M¨¹digkeit. Sie w¨¹rde am liebsten ins Bett. Kurz h?rte sie nichts von ihm und hoffte, dass er sich wieder um seine Angelegenheiten k¨¹mmern w¨¹rde, doch dann sagte er in einer tiefen Stimme, welche sie alarmierte, ?Ist das dein Ernst? Du k¨¹mmerst dich um deine Jacke?¡° Sie sah wieder zu ihm und sah ihn nicht das gewohnte L?cheln. Stattdessen war sein Gesicht ausdruckslos. Etienne z?gerte verunsichert, ?Ja? Das ganze Zeug ist schon gr??tenteils getrocknet. Und die Risse sehen aus, als w?ren sie nicht wieder zusammenzubekommen. Ich kann froh sein, wenn ich ¨¹berhaupt etwas davon retten kann.¡° ?Setz dich hin¡°, sagte er ruhig. Sie h?rte jedoch die Wut in seiner Stimme, ?Wir schauen uns jetzt deine Wunden an. Tatinne hat mich sowieso darauf angesetzt.¡° Etienne schnaubte. Sie glaubte ihm kein Wort. Aber sie hatte jetzt keine Zeit, sich mit seinen L¨¹gen auseinanderzusetzen. ?Daf¨¹r habe ich jetzt keine Zeit. Die werden sp?ter schon noch verheilen. Die Jacke nicht.¡° Sie h?rte, wie etwas laut auf den Tisch knallte und sah sich wieder zu ihm um. Er hatte den Koffer, den Tatinne in ihrem Vorratszimmer lagerte, auf den Tisch geworfen und l?chelte sie nun an. Doch diesmal f¨¹hlte es sich bedrohlich an. Beinahe schon, als w¨¹rde er seine ganze Wut in dieses L?cheln legen, ?Setz dich hin.¡° Etienne drehte sich vollends zu ihm um und verschr?nkte die Arme. Sie sah ihn herausfordernd an, ?Du kannst mir gar nichts befehlen.¡° Auch sein Blick wechselte in den Kampfmodus, als w¨¹rde er ihre Herausforderung annehmen, die sie nie ausgesprochen hatte. ?Gut. Das kann ich nicht. Aber ich verspreche dir hiermit, dass wenn du dich jetzt nicht hinsetzt und wir uns deine Wunden anschauen, ich den Stein von Expulsio nehme und ihn auf den Grund des Meeres bef?rdern werde.¡° Etienne hob ihr Kinn, ?Na, wenn das mir nicht zugutekommt. Catjill wird ihn mir wieder herausholen k?nnen.¡° ?Wenn er das tun k?nnen w¨¹rde, dann h?tte er ihn dir aus dem Chateau geholt und aus dem Anwesen der McClaines. Da er beim ersten Mal erst dann angefangen hat zu agieren, als der Stein in deiner N?he war, und beim zweiten Mal nichts getan hat, kann ich davon ausgehen, dass er ihn dir nicht einfach so mal holen gehen kann. Was wahrscheinlich auch der Grund ist, wieso er ihn nicht einfach von mir geholt hat. Wie sieht¡¯s aus, Etienne. Willst du tauchen gehen?¡° Etienne sah ihm pr¨¹fend ins Gesicht, versuchte einzusch?tzen, wie ernst er seine Drohung meinte. Er legte nach einem kurzen Moment den Kopf schr?g und sagte, ?Ich meine das sehr ernst.¡° Und diese Antwort, basierend auf seiner vorsichtigen Beobachtung, erschreckte sie. Etienne atmete w¨¹tend durch, als sie aufgab, schloss den Wasserhahn und sagte vorwurfsvoll, ?Ich habe nur die eine.¡° Er zog den Stuhl zur¨¹ck und setzte sich hin. Mit einem Klacken ?ffnete sich der Koffer und mit einer ruckartigen Geste wurde er von ihm ge?ffnet. Ein Zeichen daf¨¹r, dass er noch immer w¨¹tend war. ?Ich hol dir eine neue.¡° ?Ich glaube nicht, dass du es dir leisten kannst¡°, sagte sie w¨¹tend und setzte sich auf den Stuhl hin, den er gedeutet hatte. Es war dem¨¹tigend. Als h?tte sie komplett versagt. Und schon wieder an diesem Tisch. Raffael lachte, diesmal wieder das Lachen, dass sie bereits von ihm kannte, ?Du redest hier mit einem Provinzherrscher. Was glaubst du, was ich mir hier nicht leisten kann?¡° Etienne verschr?nkte die Arme vor der Brust und sah ihm dabei zu, wie er verschiedene Dinge herausholte. ?Unabh?ngig davon, weigere ich mich, in deiner Schuld zu stehen.¡° ?Siehe es als Gegenleistung f¨¹r den Crawling¡°, erwiderte er, ?Keine Schuld.¡° Sie ¨¹berlegte sich, ob es das wert war. Dann dachte sie an all die Vorz¨¹ge der Jacke und daran, dass sie so umgehen konnte, Tatinne ihr eine neue besorgen zu lassen. ?Gut, aber das wird teuer¡°, sagte sie und sp¨¹rte den Verlust, als sie an ihre alte dachte. ?Keine Sorge. Und nachdem wir das nun gekl?rt haben: Ich kann es nicht glauben, dass deine erste Handlung die ist, sich um eine Jacke zu k¨¹mmern. Hast du dich mal im Spiegel gesehen?¡° ?Ich habe Tatinne nach einem N?hset gefragt. Was dachtest du denn, wof¨¹r ich es brauche?¡°, verteidigte sie sich. Sein Blick fiel auf ihre Wange und Etienne schnaubte, ?Ist das dein Ernst? Mit einem N?hset?¡°, fragte sie ihn ungl?ubig. Er verzog das Gesicht und seine Wangen f?rbten sich rot, ?Was wohl der Grund ist, weshalb sich diese Schlussfolgerung so komisch angef¨¹hlt hat. Was denkst du, liegt es an mir oder an dir, dass ich es im Zusammenhang mit dir tats?chlich als eine M?glichkeit in Betracht gezogen habe?¡° ?Du kennst mich doch gar nicht¡°, erwiderte sie. Das war beinahe schon am¨¹sant. ?Und dennoch traue ich es dir zu.¡° Verunsichert schwieg sie dazu. W¨¹rde sie es im Fall der F?lle machen? Sie war sich nicht sicher.Stolen story; please report. Er dreht sich zu ihr und sah ihre Wange an, ?Ist das von dem Crawling?¡° Etienne sch¨¹ttelte den Kopf, ?Nein, eher von einem Schrank. Ich hab keine Wunden vom Crawling.¡° ?Bist du sicher?¡°, fragte er. ?Ich werde sp?ter nachschauen¡°, sagt sie schlie?lich. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie haupts?chlich viele blaue Flecken davongetragen hatte. Es hatte sie jedoch am Bein gepackt und das w¨¹rde sie sich genauer anschauen m¨¹ssen. Er sah sie mit erhobener Augenbraue an und wartete auf eine weitere Erkl?rung. ?Ich werde mein Bein sp?ter anschauen¡°, konkretisierte sie genervt. Sein Blick fiel auf ihre Beine und schon bald entdeckte er die L?cher in ihrem unteren Hosenbein. Er nickte dann schlie?lich und sagte trocken, ?So lange du nicht vorhast, deine Hose zuerst zu behandeln.¡° Sie verdrehte die Augen, ?Deine Reaktion ist absolut ¨¹bertrieben.¡° ?Ah ja? Ich habe noch so einen bei mir sitzen, der genau denselben Mist von sich gibt. Und dann ist er beinahe an einer Entz¨¹ndung gestorben, weil er sich lieber um einen wertlosen Gegenstand k¨¹mmern wollte.¡° Sie konnte erneut die Wut aus seiner Stimme heraush?ren. Er nahm ein Tuch und tr?nkte es mit dem Desinfektionsmittel. Etienne sah zu der Verpackung und war froh dar¨¹ber, dass Tatinne nicht das aggressive Zeug eingekauft hatte. ?Das wird etwas weh tun¡°, sagte Raffael. ?Kein Problem¡°, erwiderte Etienne, ?Nichts, womit ich nicht klarkomme. Sprichst du von Keyen?¡° Er lehnte sich zu ihr und sie dreht ihren Kopf und wischte sich die Haare aus dem Gesicht. Als das Tuch ihre Wunde ber¨¹hrte unterdr¨¹ckte Etienne beim Brennen ein Zusammenzucken. Sie merkte, wie vorsichtig er war, dennoch sp¨¹rte sie den Schmerz bis in die Schultern hineinziehen. ?Ja. Sitzt in der Schule neben mir und tut so, als w?re er unantastbar. Und er ist so ¨¹berzeugt davon, dass ich es ihm schon fast glaube¡­ Hast du ?fters Abenteuer, nach welchen du das machen musst?¡°, fragte er dann pl?tzlich. ?Ich beantworte dir die Frage, wenn du mir den Stein gibst¡°, sagte sie. Etienne mochte es nicht, dass es auf einmal wieder um sie ging. Und mit Ausnahme ihrer letzten Frage war er bisher auch nicht sonderlich mitteilsam. Sie sah ihn an und sein Blick wanderte kurz zu ihren Augen und dann wieder zur¨¹ck zu dem, was er tat. Er schwieg und seufzte dann, ?So werden wir nicht weiter kommen.¡° Er lehnte sich wieder zur¨¹ck und meinte dann, ?Kannst du das mehr ins Licht drehen.¡° Sie tat, wie er anwies und er untersuchte die Wunde noch mal. ?Da ist etwas drin¡°, sagte er dann und Etienne unterdr¨¹ckte ein Seufzen. ?Ich frage mich langsam, ob du jemals etwas Gutes zu sagen hast¡°, sagte sie. Er lachte und nahm eine Pinzette aus dem Kasten. ?Ich bin mir sicher, dass ich gute Nachrichten hatte, als ich dich vor einem Fall bewahrt habe¡°, sagte er und machte sich dann daran, das aus ihrer Wunde herauszuholen, was auch immer er entdeckt hatte. Etienne biss die Z?hne zusammen und versuchte so stillzuhalten, wie es nur ging. ?Es ist gleich vorbei¡°, sagte er und sie bemerkte, wie er die Pinzette immer wieder an dem Tuch abwischte. Als er sie wieder weglegte und erneut die Wunde anschaute, war sie erleichtert, als er zufrieden nickte. Er wandte sich wieder dem Koffer zu und holte weitere Gegenst?nde heraus. Etienne blickte zu dem Tuch und entdeckte einige kleine Holzsplitter, wahrscheinlich von dem Schrank, in welchem sie gelandet war. ?Ich bin mir nicht sicher, ob das gen?ht werden soll¡°, sagte er. ?Gibt mir den Spiegel¡°, sagte Etienne. Die M¨¹digkeit erreichte sie nun umso mehr, da sie sa?. Er holte einen kleinen runden Spiegel aus dem Koffer heraus, ?Wieso ist da eigentlich ein Spiegel drin?¡° ?Tatinne macht sie rein, damit man sich selbst versorgen kann, wenn es n?tig ist¡°, sagte Etienne, ?Offensichtlich kann ich nicht alles sehen.¡° Sie nahm den Spiegel entgegen und sah zum ersten Mal richtig ihre Wange. Es war kein tiefer Schnitt, daf¨¹r aber kein sauberer. Viele kleine Sch¨¹rfwunden zierten ihren Wangenknochen. ?Ein paar Verschlussstreifen reichen¡°, sagte sie und legte den Spiegel wieder weg. Raffael nickte und holte die entsprechenden Gegenst?nde heraus, schien zwischendurch unsicher, was genau er brauchte. ?Da sollte noch eine B¨¹chse mit einer Creme drin sein. Gib sie mir¡°, sagte sie. Er hielt sie nach kurzem Durchsuchen hoch. Sie war h¨¹bsch geschm¨¹ckt und Etienne entdeckte Tatinnes Handschrift. ?Was ist das?¡°, fragte Raffael, w?hrend er es ihr reichte. ?Das hat Tatinne selbst gemacht. Ich kann dir nicht genau sagen was drin ist. Aber es wird helfen.¡° ?Selbst gemacht?¡°, fragte er und widmete sich wieder dem Koffer, w?hrend sie sich etwas von der Creme auf die Wange auftrug, ?Ich h?tte nicht gedacht, dass sie sich in so etwas gut auskennt.¡° Sobald etwas von der Creme ihre Wunde ber¨¹hrte, sp¨¹rte sie die Entspannung einsetzen, als der Schmerz ged?mpft wurde. Etienne h?rte Tatinne noch immer unten fluchen, daf¨¹r aber keinen Ton von Gilgian. So w¨¹tend wie sie war, w¨¹rde es Etienne nicht wundern, wenn sie nicht sonderlich sanft mit ihrem Patienten umgehen w¨¹rde. Umso beeindruckender, nichts von Gilgian mitzubekommen. ?Ich bekomme noch einen Ring von dir¡°, sagte er, als er sich ihr wieder zuwandte. ?Den hat Gilgian¡°, sagte sie, ?Ich werde ihn dir die Tage ¨¹ber geben. Wenn ich die Jacke bekomme.¡° Er grinste, ?Nat¨¹rlich. Wieso hast du ihn ihm ¨¹berhaupt gegeben?¡°, fragte er dann, ?Gilgian kann ziemlich viel einstecken. Von allen Leuten in dem Zimmer brauchte er ihn am wenigsten.¡° ?Daf¨¹r, dass er so viel einstecken kann, hat er gut was abbekommen.¡° ?Das stimmt. Ich sch?tze, er hat nicht richtig aufgepasst. Oder er hat sich entschlossen, gar nicht aufzupassen. Gilgian k?mpft sehr direkt. Er nimmt auch gerne mal einen direkten Schlag entgegen.¡° Er schien unsicher zu sein, wie genau er das mit den Pflastern machen sollte. Seine Bewegungen waren z?gerlich. Raffael schien das nicht so h?ufig zu machen und Etienne sp¨¹rte die Unsicherheit und Vorsicht in jeder seiner Bewegung. Er schien jedoch eine grobe Ahnung davon zu haben. Sie hielt still, w?hrend er sich an ihrer Wunde zu schaffen machte und entschloss sich, dies nicht anzusprechen. Zum Schluss holte er etwas Verband heraus, legte es zusammen und klebte es mit zwei Pflastern fest. ?Fertig¡°, sagte er. ?Nun sehe ich aus, als h?tte man mir eine reingehauen¡°, sagte sie, als sie wieder in den Spiegel blickte. ?Vielleicht solltest du nicht alleine in gruselige H?user gehen. Dann w¨¹rdest du auch nicht so wieder herauskommen.¡° Sie schnaubte, ?Oh entschuldige, wenn ich das so direkt sage, aber ich glaube nicht, dass dich das irgendwas angeht, wo ich hingehe.¡° ?Das stimmt¡°, sagte er und packte die Sachen wieder in den Koffer, ?Aber dann will ich auch keine Beschwerden ¨¹ber dein Aussehen h?ren.¡° Etienne zuckte mit den Schultern, ?Mich st?rt nur, dass es so offensichtlich ist.¡° Er lachte schnaubend, sagte aber nichts weiter zu. Vorsicht bedachte sie ihn und fragte dann, ?Was hattest du mit Gilgian dort ¨¹berhaupt zu suchen?¡° Calisteo bei Nacht: Abmachungen Er sah sie einsch?tzend an und Etienne war fest davon ¨¹berzeugt, dass er sich weigern w¨¹rde, ihr die Frage zu beantworten. Doch zu ihrer ¨¹berraschung tat er dies diesmal nicht. Er brach ihr Aufeinandertreten an einer Stelle und sie wusste nicht, ob sie das mochte. ?Ich sch?tze, Gilgian ist aufgefallen, dass du und Meta miteinander unterwegs wart.¡° ?Ah wirklich? Ihm ist das aufgefallen?¡°, fragte sie nach. ?Vielleicht ist es auch mir aufgefallen und er hat Wind davon bekommen¡°, meinte er leicht l?chelnd, legte den letzten Inhalt ordentlich in den Koffer. ?Und wie ist es dir aufgefallen?¡°, fragte sie weiter nach. Er schloss den Koffer und wandte sich ihr zu, ?Es war nicht schwer zu bemerken, dass du irgendwas ausgeheckt hast. Ich muss nur zugeben, ich bin sehr ¨¹berrascht, dass du schon am n?chsten Tag aufgebrochen bist. Wie hast du es ¨¹berhaupt geschafft, Meta dazu zu bewegen? Sie ist nicht gerade daf¨¹r bekannt, leicht zug?nglich zu sein.¡° Etienne z?gerte, mochte es nicht, wie sie zum Thema des Gespr?chs wurde. Und Etienne hatte noch immer das Bed¨¹rfnis, es ihm f¨¹r den Stein heimzuzahlen. Und f¨¹r die Art, wie er sie hereingelegt und vor Tatinne blo? gestellt hatte. Das nahm sie ihm besonders ¨¹bel. Raffael lehnte sich zu ihr vor, ?Komm schon. Ich m?chte nur ein normales Gespr?ch mit dir f¨¹hren.¡° ?Aber du hast damit angefangen. Mit allem.¡° ?Das habe ich und ich bin bereit mich zu entschuldigen. Und ich werde deine Fragen beantworten, ohne eine Gegenantwort abzuverlangen. Nicht alle, offensichtlich. W¨¹rde das als erste Vers?hnung reichen?¡° ?Wenn du eine Vers?hnung willst, dann wirst du mir den Stein geben m¨¹ssen¡°, sagte sie eindringlich. ?Deswegen spreche ich auch nur von der ersten¡°, sagte er l?chelnd und meinte dann weiter, ?Ich werde dir den Stein wiedergeben. Nur nicht jetzt.¡° ?Und wann? Und was wirst du daf¨¹r haben wollen?¡°, fragte sie. ?¨¹ber das Wann k?nnen wir gerne sprechen, wenn du den zweiten hast. Bis dahin wirst du sicher noch auf ihn verzichten k?nnen.¡° ?Ich ¨¹berlege es mir¡°, sagte sie unzufrieden. Solange sie wusste, wo der Stein war, konnte sie das Problem nach hinten verschieben. Er hatte recht damit. Sie w¨¹rde sich sowieso noch damit besch?ftigen m¨¹ssen, wie sie den dritten bekommt. Aber sie wollte ihm keine Zeit geben, sich etwas auszudenken, was ihr Probleme bereiten w¨¹rde. ?Ich k?nnte dir dabei helfen, ihn zu bekommen¡°, sagte er dann mit neuem Elan, stand auf und ging zum Waschbecken, in welchem noch immer ihre Jacke lag. Sie w?re beinahe aufgesprungen, als er diese hochhob und betrachtete. Wassertropfen fielen in die Pf¨¹tze am Becken und sah warnend seinen R¨¹cken an. ?Es gibt viele M?glichkeiten, f¨¹r mich n¨¹tzlich zu sein¡°, sagte er weiter. Etienne hob die Brauen. Sie glaubte ihm nicht, dass er ihr einfach so helfen w¨¹rde, ?W¨¹rdest du mir alles geben, worum ich verlange?¡° Er lachte, ?Auf keinen Fall. Wenn dein Vorgehen generell dem von heute gleicht, dann w¨¹rde ich dir wirklich gerne nahelegen, so etwas anders anzugehen.¡° ?Ich sehe nicht, wo das Problem liegt. Ich habe einem Geist den Zugang in diese Welt verwehrt, hab meinen Stein bekommen und es w?re niemand verletzt gewesen, wenn du und Gilgian nicht aufgetaucht w?rt.¡° ?Vielleicht w?re es anders gelaufen¡°, sagte er und sie sah ihm dabei zu, wie er die Jacke an einigen Stellen auswrang und dann ordentlich zusammenlegte, ?Aber ich glaube es ehrlich gesagt nicht.¡° ?Was hast du vor?¡°, fragte sie ihn alarmiert und deutete auf die Jacke, als er sie sich unter den Arm packte. ?Ich nehme sie als Referenz mit.¡° Etienne verzog das Gesicht und er lachte erneut, ?Ich kann wohl kaum etwas in Auftrag geben, wenn ich nichts habe, an dem sich die Leute orientieren k?nnen.¡° ?Wann bekomme ich sie wieder?¡°, fragte sie misstrauisch. Seine Augen wanderten zur Decke, als er ein nachdenkliches Ger?usch von sich gab. Dabei wippte er leicht vor und zur¨¹ck, bis er schlie?lich sagte, ?In zwei Tagen? Ja, ich denke, das sollte hinkommen.¡° Seine Augen wanderten wieder zu ihr und er meinte l?chelnd, ?Was h?ltst du davon, wenn ich dich am Abend abhole und wir uns anschauen, ob sie dir passt?¡° Misstrauisch starrte sie zur¨¹ck und fragte, ?Wieso nicht hier?¡° ?Weil ich nicht mit dieser wieder zur¨¹cklaufen werden, wenn sie doch nicht passt. Ich bin kein Laufbursche und ich habe deutlich wichtigere Sachen in meiner freien Zeit zu tun, als f¨¹r dich durch die Gegend zu rennen.¡° Die Vorstellung, mit ihm irgendwohin zu gehen, wo sie sich nicht auskannte, l?ste keine Freude aus. Er seufzte, ?Ich kann dir die Zur¨¹ckhaltung nicht ver¨¹beln. Aber vielleicht kann ich dich davon ¨¹berzeugen, dass nicht hinter all meinen Handlungen ein Hintergedanke steckt.¡° Etienne l?chelte schnaubend. Sie glaubte das nicht, denn er enthielt ihr noch immer den Stein. Fr¨¹her oder sp?ter w¨¹rde es darauf hinauslaufen, dass er etwas verlangen w¨¹rde. Sie entschloss sich jedoch, zun?chst die Vers?hnung anzunehmen und sie zu ihrem Vorteil auszunutzen. Wie er richtig festgestellt hatte, musste sie immer noch einen Stein finden. Eine Bedingung gab es aber. Die Situation von vorhin durfte sich nicht wiederholen. ?Wenn du mir den Stein nicht mehr auf dieselbe Art ¨¹ber den Kopf h?ltst, wie gerade eben, werde ich mich darauf einlassen.¡° Sein Finger fing zu tippen an und er schwieg, gab ihr nicht direkt eine Antwort. Das best?tigte Etienne in ihrer Vermutung. Er war nicht bereit die Kontrolle aufzugeben, die er in einem von ihr unachtsamen Moment an sich gerissen hatte. Und sie hatte die Vermutung, dass ihr seine Hilfe anzubieten, nur darauf hinauslaufen w¨¹rde, noch mehr Kontrolle ¨¹ber die Situation zu bekommen. Das spornte sie jedoch an, es ihm heimzuzahlen, dass er sie so untersch?tzte. Sie war vielleicht nicht sonderlich gut darin, mit anderen zu Verhandeln, aber sie weigerte sich, ein Fu?abtreter zu sein, den man nach Belieben herumschubsen konnte. ?Und¡°, f¨¹hrte sie dann weiter aus, ?du wirst mir sehr ausf¨¹hrlich erz?hlen, was du von mir willst.¡°A case of content theft: this narrative is not rightfully on Amazon; if you spot it, report the violation. Diesmal hob er ¨¹berrascht die Brauen, ?Und ich hab mich schon gewundert, wann diese Frage von dir kommt.¡° ?Ich hab sie dir bereits gestellt, aber als Antwort habe ich Schwachsinn erhalten¡°, sagte sie und musste wieder an ihr erstes richtiges Gespr?ch denken. Er grinste verschmitzt, ?Das stimmt. Da habe ich noch nicht entschieden, wie ich mit dir umgehen soll.¡° ?Und nun wei?t du es?¡°, fragte sie. Er zuckte mit den Schultern, ?Vielleicht. Aber ich akzeptiere deine Bedingungen. Ich werde den Stein nicht mehr gegen dich verwenden und ich werde dir erz?hlen, was ich von dir f¨¹r den Stein erwarte.¡° Sie sp¨¹rte, wie ihr Gesicht sich verd¨¹sterte. Er erwartete etwas. Wie er das so dreist und selbstverst?ndlich sagte, als w¨¹rde er ein Recht darauf haben, von ihr etwas zu erwarten. Raffael lachte, als er ihren Ausdruck sah und das machte sie noch w¨¹tender. Daraufhin hob er beschwichtigend die H?nde, ?Ich will mich nicht streiten. Aber wohl kaum betreibe ich den ganzen Aufwand, nur um dich zu ?rgern. Denkst du nicht?¡° ?Ich merke es mir¡°, sagte sie und stand dann auf. Sie musste sich noch vorbereiten, ?Ich muss mich umziehen. Vielleicht solltest du wieder nach unten gehen. Und lass mir meinen Talisman auf dem Tisch.¡° Er seufzte, ?Sei nicht sauer.¡° ?Bin ich nicht¡°, sagte sie und ging dann durch die T¨¹r nach oben. Sie war genervt, aber nicht sauer, daf¨¹r war sie zu m¨¹de. W?re nicht das erste Mal, dass jemand aus heiterem Himmel auftaucht und etwas verlangt, als w?re deren Leben der Mittelpunkt des Universums. Aber es war in Ordnung. Etienne w¨¹rde herausfinden, wie sie damit umgehen sollte. Doch zun?chst verlangten andere Dinge ihre Aufmerksamkeit. Eines davon war die Schuld, die sie gegen¨¹ber Meta empfand. Es hatte sich nur zu deutlich herauskristallisiert, dass sie nicht genug R¨¹cksicht auf sie genommen hat. Meta war kein starker Mensch. Sie geh?rte zu den Schwachen, zu denen, welche besch¨¹tzt werden mussten. Etienne schuldete ihr eine Wiedergutmachung und hatte keine Ahnung, wie diese aussehen sollte. Und dann war da noch Catjill, welcher unter ihrer Decke auf dem schmalen Bett lag. Darum m¨¹sste sie sich jetzt auch k¨¹mmern. Etienne ging durch den engen Weg zum breiten Schrank. Tatinne hatte ihr eine Schublade frei gemacht, in welcher sie noch ein paar gute Kleidungsst¨¹cke hatte. Diese waren nicht so gut, wie die Jacke oder die aktuelle Hose. Etienne hatte letztere erworben, als sie dringen robuste und sichere Kleidung f¨¹r ihre kleinen Abenteuer ben?tigt hatte und als die alte, welche sie nun in der Hand hielt, zu wenig Schutz geboten hatte, als dass sie damit in den verfluchten Wald gehen wollte, in welcher der Djinn versteckt war. Etienne zog sich aus und sah die blauen Flecken. Diese sahen f¨¹rchterlich aus. Sie hatte einige an ihren Oberschenkel und an der rechten Seite ihrer H¨¹fte. Auch ihr R¨¹cken sah nicht verschont aus. Etienne seufzte und sah dann zu ihrem Bein. Sie entdeckte einige Kratzer und L?cher rund um ihren Kn?chel. Allein von der Anordnung der Wunden her konnte sie erahnen, wo das Wesen sie gepackt hatte. Und allein die Tatsache, dass ihr nicht das halbe Bein fehlte, sprach f¨¹r den Schutz, den ihr ihre Hose geboten hatte. Sie wollte nicht auf sie verzichten, aber f¨¹r den Abend w¨¹rde ihr die alte ausreichen. Die alte Kleidung f¨¹hlte sich unsicher auf ihrer wunden Haut an. Etienne vermerkte sich, dass Tatinne ihr Bein anschauen musste. Dieser Gedanke lie? sie erschaudern. Wenigstens konnte sie das auf sp?ter verschieben und w?re somit nicht den Augen ihrer G?ste ausgesetzt. Die Bakterien des Crawlings wirkten langsam und die Wunden waren nicht so schlimm, als dass sie viele von diesen abbekommen haben sollte. Etienne trat zum Bett und atmete tief durch. Sie zog die Decke zur¨¹ck und begegnete zwei w¨¹tenden Augen eines flauschigen Balls. ?Also wirklich, als Djinn musst du das doch von Weitem kommen sehen¡°, meinte sie. Er fauchte sie an. So wie er gerade war, w¨¹rde sie ihn nicht anfassen wollen. Es w?re ein Leichtes ihm befehlen, sich zu benehmen, aber das w¨¹rde sie nur im Notfall tun. Als sie ihn kennengelernt hatte, hatte sie nicht vorgehabt, so zimperlich mit ihm umzugehen. Ihre Gedanken kehrten zu Raffael zur¨¹ck und sie seufzte. Sie konnte wohl nicht weiter w¨¹tend auf ihn sein, wenn sie mit ihrem Djinn genauso umging, wie er es mit ihr versuchte. Aber ein Djinn war etwas anderes. Sie waren von Natur aus darauf ausgelegt zu nutzen und genutzt zu werden. So hatten sie sich nach dem Zusammenbruch der alten Welt entwickelt. Catjill w¨¹rde sie ohne mit der Wimper zu zucken auflaufen lassen, wenn er geschickt genug daf¨¹r w?re. Aber er war noch jung und das war der einzige Vorteil, den sie ihm gegen¨¹ber hatte. Raffael hingegen war schwerer einzusch?tzen. Er war ein Mensch, der nach eigenen Regeln agierte. Die Art, wie sich zu Gilgian benahm, wie er ihre eine Jacke zugesichert hatte und danach handelte, schien zu zeigen, dass er sich aufrichtig an das hielt, was er sagte. Genau das machte ihn so gef?hrlich. Ein Mensch der Aufrichtigkeit ist ein Heuchler, h?rte sie ihren Vater sagen. Es w¨¹rde nur eine Frage der Zeit sein, bis Raffael sich gegen sein Wort zu handeln entschloss. Und er hatte das Potenzial, folgenlos damit durchzukommen. Catjill nicht. Etienne verwarf die Gedanken wieder. Sie war nicht sauer auf Raffael, weil er so mit ihr umging, sondern weil er gut genug dabei war, dass sie sich im Nachteil ihm gegen¨¹ber f¨¹hlte. Zu dem Djinn hingegen hatte sie sehr gemischte Gef¨¹hle. Als sie ihn im Wald aufgesucht hatte, war sie nach all den Strapazen bereit gewesen, so hart wie n?tig mit ihm umzugehen. Aber nach kurzer Zeit hat er sich nicht als das herausgestellt, was sie erwartet hatte, nicht wie das, wor¨¹ber sie gelesen und geforscht hatte. Er war tollpatschig und schien nicht konkret zu wissen, was er eigentlich tat. Und schon bald hatte Etienne die Vermutung gehabt, dass er mehr von ihr erwartete, als nur eine klar definierte Beziehung von Meister und Untergebener auf Zeit. Das verunsicherte sie, denn sie wusste nicht, wie sie mit ihm umgehen sollte. Er stellte ihr andauernd Fragen, wollte mehr von der Welt um sie herum entdecken und war so neugierig, dass sie stetig Angst hatte, ihn irgendwo zu verlieren. Es ¨¹berraschte sie auch, wie verraten er sich f¨¹hlte, wann immer sie ihn an ihre fest gesetzten Verh?ltnisse erinnerte. So wie eben. So handelte ein Djinn nicht und sie verstand, dass sie ihn verletzt haben musste, aber sie verstand nicht, wieso er so auf etwas reagierte, was normal sein sollte. ?Wie w?re es damit¡°, sagte sie und hockte sich auf Augenh?he zu ihm hin, hoffte, dass er nicht mit seiner Klaue nach ihrem Gesicht greifen w¨¹rde, ?Wir bringen die beiden gleich weg. Und nachdem ich eine kleine Erledigung erledigt habe, k?nnen wir uns eine Stelle irgendwo oben suchen und den Ausblick auf die Stadt und die Sterne genie?en. Dort oben k?nnten wir auch das Essen essen, welches ich dir f¨¹r deine gro?z¨¹gige Hilfe mit Meta schulde und ich werde dir einen Nachtisch besorgen.¡° Sein Schwanz schlug hin und her, ?Woher wei? ich, dass du das wirklich machst?¡° Ja, das ist die Frage bei uns allen, dachte sie. Er h?rte sich so misstrauisch an, aber sie konnte h?ren, wie sein Interesse geweckt wurde. Er wollte so sehr etwas erleben. So sehr, dass er immer wieder verga?, wie er und Etienne zusammenhingen. Und das verunsicherte Etienne im Umkehrschluss, denn sie war mit fester Absicht in dieses sonderbare Verh?ltnis reingegangen, sich nicht zur¨¹ckzuhalten, wenn es um den Umgang mit einem Djinn ging. Sie taumelte in ihrer Handlung und begab sich auf einen Umgang mit ihm, der sehr gef?hrlich war. ?Ich verspreche es dir, dass wir das heute machen¡°, sagte sie, ?Du wirst mir jedoch vertrauen m¨¹ssen, denn ich werde heute keine neue Abmachung mit dir eingehen. Ich habe keine Energie daf¨¹r.¡° ?Woher wei? ich, dass du dich daran h?ltst?¡° ?Ich halte immer ein Versprechen ein.¡° Er setzte sich langsam auf, dachte ¨¹ber das nach, was sie ihm gesagt hatte. Ihr Herz pochte schmerzhaft in ihrer Brust und kalter Schwei? trat an ihrem Gesicht aus. Sie hatte ihm soeben ein Angebot au?erhalb des verpflichtenden Verh?ltnisses von einem Angebot und Preis geboten. Sie hatte ihm etwas freiwillig angeboten. ?Ich bin immer noch sauer auf dich. Aber ich, als das gro?artige Gesch?pf, das ich bin, bin bereit so gn?dig zu sein und einem dummen Menschen wie dir zu verzeihen¡°, er richtete sich stolz auf und Etienne l?chelte m¨¹de. Sie hatte soeben ihre Beziehung auf eine Ebene gehoben, welche weit ¨¹ber das einfache, feste Verh?ltnis mit Regeln ging und er schien es nicht einmal zu merken. Sie strich ihn mit der Hand ¨¹ber den Kopf, sp¨¹rte das weiche Fell zwischen ihren Fingern und er streckte sich ihrer Bewegung entgegen, ?Das ist sehr gn?dig von dir. Ich werde dir das nicht vergessen.¡° Er flog wieder hoch und umkreiste sie, ?Wann gehen wir los?¡° Ihr K?rper beschwerte sich, als sie wieder aufstand. Heute w¨¹rde noch ein langer Abend werden. ?Lass uns schauen, wie weit sie da unten sind.¡° Calisteo bei Nacht: Ein ehrliches L?cheln Catjill flog durch den dunklen Gang der engen Treppe wieder nach unten und Etienne folgte ihm, bewunderte sein blaues Fell, welches in der Dunkelheit zu leuchten schien. Unten entdeckte sie Raffael, noch immer mit ihrer Jacke, am K¨¹chentisch sitzen, sein Gesicht in die Hand gest¨¹tzt. Auch er sah etwas ersch?pft aus, hatte die Augen geschlossen, bis sie hineingetreten waren. Tatinnes Stimme war in der Stille umso deutlicher zu vernehmen. Wahrscheinlich der Grund, weshalb er noch nicht nach unten gegangen war. Raffael sah zu ihr hinauf, seine Mundwinkel hoben sich leicht, ?Und? Gibt es noch mehr Wunden, um die wir uns k¨¹mmern m¨¹ssen?¡° ?Nichts, worum du dich k¨¹mmern k?nntest¡°, sagte sie ausweichend. Sie trat von einem Fu? auf den anderen, bedachte kurz Catjill, welcher um den Tisch herum schwebte. Er schien genauso unschl¨¹ssig, wie sie selbst. Etienne bezweifelte jedoch, dass ihm dasselbe zu schaffen machte, wie ihr. Als sie wieder zu Raffael sah, entdeckte sie seinen wartenden, auffordernden Blick und zwang dann verlegen heraus, ?Danke, f¨¹r das Andere.¡° Nach einem ¨¹berraschten Blinzeln l?chelte er ihr entgegen und sein Gesicht schien f¨¹r einen Moment regelrecht zu strahlen, erf¨¹llt von einer W?rme, die sie bei ihm noch nicht gesehen hatte. Sie war sich nicht sicher, ob sie diese ¨¹berhaupt je bei einem Menschen gesehen hatte. Etienne hatte zum ersten Mal das Gef¨¹hl, dass es ehrlich und aufrichtig war und das ¨¹berforderte sie. ?Gern geschehen¡°, sagte er und schien wirklich froh dar¨¹ber sein, dass sie sich bei ihm bedankt hatte. Das ist doch keine normale Reaktion? Sie versp¨¹rte das Bed¨¹rfnis zur¨¹ck zu l?cheln und stand wie versteinert da, hielt den Atem an, verwirrt und unwissend, was sie tun sollte. Ob sie weggehen sollte oder ob sie etwas sagen sollte. Catjill flog dann an ihr vorbei zu ihm auf den Tisch. An diesem lag ihr Talisman, wie sie es verlangt hatte. Catjills Aufregung war in seinem ganzen Auftreten zu sp¨¹ren, als er mit seinen Pfoten auf dem Tisch tippte. ?Raffael, wei?t du wo hier die Aussicht auf die Stadt am besten ist?¡° Raffaels Aufmerksamkeit wanderte zu dem Kater und Etienne f¨¹hlte sich, als w¨¹rde sie wieder aufatmen k?nnen. ?Die Aussicht? Was hast du denn vor?¡°, fragte er den Djinn und Etienne bemerkte, dass er ihm tats?chlich interessiert zuh?rte, w?hrend dieser ihm davon erz?hlte, was sie heute Abend vorhatten. Er plapperte es einfach aus, als w?re es nichts. Als Raffaels Aufmerksamkeit dann wieder auf sie fiel, sp¨¹rte sie erneut die Anspannung aufsteigen. ?Ich kenne einige Orte mit guter Aussicht¡°, sagte er. ?Catjill und ich sollten los. Wir kommen schon alleine klar¡°, sagte sie schnell und ging an ihm vorbei zu der Treppe. Sie h?rte, wie der Stuhl zur¨¹ckgeschoben wurde und er folgte. Catjill flog ¨¹ber ihrem Kopf an ihr vorbei in das gro?e Zimmer, steuerte direkt Meta an, welche sich vor ihm erschreckte, dann aber l?chelnd seine Gegenwart annahm. Gilgian sa? aufrecht an der Couch. Geschlossene Auge und die graue Haut zeigten Etienne ganz deutlich, dass es ihm nicht gut ging. Er sah schlimmer aus, als vor der Behandlung aber irgendwie auch besser. ?Sieht so aus, als k?nnten wir los¡°, meinte sie, vielleicht etwas zu hastig. Tatinne schnaubte, w?hrend sie ihre H?nde an einem Tuch abwischte, ?Bleib morgen zu Hause Gilgian. Sag deinen Beratern Bescheid, wenn es sein muss. Und siehe zu, dass keiner die Situation ausnutzt.¡° Etienne bedachte neugierig ihre Tante. Es war ¨¹berraschend, dass sie solche Ratschl?ge gab, da Etienne sie immer eher als wahrhaftig neutral eingesch?tzt hat. Deswegen lebte sie auch im neutralen Provinz. Welchen Gefahren Gilgian ausgesetzt sein sollte, k?nnte ihr egal sein. Aber das war nicht der Fall und so wie Etienne sich erinnerte, schien auch Raffael immer wieder Andeutungen von sich gegeben zu haben, welche auf die Sicherheit von Gilgian und Meta schlie?en lie?en. Meta hingegen schien misstrauisch. Etienne vermutete eine Dynamik, in welche sie und Meta nicht eingeweiht waren. ?Bist du in der Lage zu laufen?¡°, fragte sie an Gilgian gewandt. Er funkelte sie an, doch sie hatte das Gef¨¹hl, dass es mehr daran lag, dass er Schmerzen hatte, als dass er wirklich w¨¹tend auf sie war. ?Das sollte kein Problem sein¡°, antwortete Tatinne an seiner Stelle, ?Es war nicht so schlimm und er stellt sich deutlich zimperlicher an, als er sollte. Was ist mit dir, Etienne? Brauchst du noch irgendwas?¡° ?Ein Tee, wenn ich wiederkomme, sollte mir reichen¡°, sagte sie. Und trat zu den anderen. Gilgian stand auf. Mit Ausnahme von seinem grauen Gesicht, sah er nicht so aus, als h?tte er gerade eine anstrengende Behandlung hinter sich. Etienne nickte Catjill zu und sie gingen hinaus. ¡î ? ¡î Es war mittlerweile dunkel und die Lichter der Stra?enlaternen leuchteten in den einsamen Stra?en am Rand des neutralen Stadtteils. Etienne hatte festgestellt, dass diese mit Elektrizit?t bedient wurden, nicht mit Magie, wie es in den anderen St?dten der Fall war. Anstelle der schwebenden Energieb?lle, welche durch einen wiederregenerierenden Zauber, der sich stetig der Energie des Sonnenlichts bediente, hatten diese Laternen Leitungen, die sie mit Energie f¨¹tterten und noch dazu ein Glasgeh?use. Wenn sie sich recht erinnerte, hatten die Bewohner Calisteos vor vielen Jahrzehnten Wasser- und Windr?der gebaut, mit welchen sie ihre Stadt mit Strom versorgt hatten. Eine ungew?hnliche Vorgehensweise, da heutzutage alles durch alternative Energiefl¨¹sse versorgt werden konnte. Ein Kreis f¨¹r die Ewigkeit und ein Viereck f¨¹r einen Fluch und die richtige Kombination aus den befehlenden Worten und schon w?re der wiederregenerierende Zauber hergestellt. Nat¨¹rlich w¨¹rde ein Magori etwas von seiner Magie hergeben m¨¹ssen, bis sie irgendwann im fortgeschrittenen Alter ausgelaufen war, aber was war schon dieser Preis, wenn die Gesellschaft davon profitierte. Und wertvolles Metall musste nicht verbraucht werden, f¨¹r gro?e Ger?te, welche regelm??ig gewartet werden musste. Aber es f¨¹hlte sich frischer an. W?hrend in den anderen St?dten die Magie der Welt Etienne unter die Haut ging und ihr die Luft zum Atmen nahm, f¨¹hlte sich diese Stadt nach Sauberkeit an. Es f¨¹hlte sich wie reine Natur an. Nur die violett gl¨¹henden Kugeln, welche in gr??eren Abst?nden zueinander weit ¨¹ber den D?chern der Stadt ragten, str?mten etwas Magie aus, welche sie in einem leicht sauren Gef¨¹hl auf ihrer Haut sp¨¹ren konnte. Und die schwachen Wellen derer Energie, gaben ihr zu verstehen, dass die Menschen hier Fernsehen und Radio nutzen mussten. Ob sie auch die Kommunikation zu anderen St?dten hielten? Telefonierte gerade jemand mithilfe der aufgestellten Signale? Und hatten sie ebenfalls einen Magori in der Stadt, welcher die Signalkugeln wartete? Waren diese die einzigen Gegenst?nde, die durch Magie angetrieben wurden? Support the creativity of authors by visiting Royal Road for this novel and more. Etienne wollte hinaufklettern und die Muster an der Oberfl?che der Kugeln genauer untersuchen. Was w¨¹rde da stehen? Vielleicht ja Vheruna? Bestimmt sahen sich die Menschen in Calisteo Unterhaltungskan?le dieser Stadt an. Oder vielleicht auch Achare, ein Zauber, welcher f¨¹r Kommunikation der Telefone zust?ndig war? Und woraus bezogen die Kugeln ihre Energie? Sonnenlicht? Aber daf¨¹r, dass sie stetig funnktionieren mussten, w¨¹rde die Nacht zu viel Energie abverlangen. Diese Sph?ren musste st?ndig Energie zugef¨¹hrt werden, nicht so wie bei den gl¨¹henden kleinen Kugeln der magischen Laternen, welche tags¨¹ber Energie speichern und dann nachts nutzen konnten. Dann Wind? Sicherlich musste es Wind sein, denn so nah am Meer wehte dieser h?ufig ¨¹ber Calisteo hinweg. So wie auch jetzt, als die kalte Herbstluft durch die Stra?en fegte und Etienne traute umso mehr der Jacke hinterher, welche sich noch immer unter Raffaels Arm befand. Catjill sa? auf Metas Kopf. Keiner der Menschen, an denen sie vorbeigegangen waren, hatte auf sie geachtet. Nur Raffael wurde hier und da nett gegr¨¹?t. Manchmal h?rte Etienne auch Getuschel und unfreundliche Worte. Nicht immer hatten die Leute hinter seinem R¨¹cken was Nettes zu sagen. Er war der Einzige, auf den der Zauber sich nicht auswirkte. Der Djinn hatte entschlossen, besonders penetrant darauf zu achten, nur das zu erf¨¹llen, dem er zugestimmt hatte. Desto n?her sie an Gilgians Provinz kamen, desto ruhiger wurden die Stra?en. Etienne konnte das Rascheln der Bl?tter h?ren, welche leise bewegt wurden und jedes Mal schauderte es sie, da der Wind auch sie erreichte. Calisteo bei Nacht schien zumindest in diesem Gebiet sehr ruhig zu sein. Es gefiel ihr, wenn kaum jemand auf den Stra?en war, wenn sie durch die Dunkelheit der Laternen gehen konnte, welche durch die Elektrizit?t ihren eigenen Charme auf sie aus¨¹bten. Es gab ihr ein Gef¨¹hl von Ruhe und Sicherheit. Ganz anders war es im Herzen des neutralen Stadtteils. Dort waren die Stra?en erleuchtet von bunten Lichtern. Menschenmengen tummelten sich vor verschiedenen Schenken, welche mit dem heimischen Bier, Geb?ck und Fisch prahlten. St?nde waren aufgebaut gewesen und Etienne h?tte diese gerne aufgesucht, wenn sie allein gewesen w?re. Wie sie die Sterne mit Catjill jedoch betrachten wollte, erwies sich als eine schwer zu beantwortende Frage. Bei dem ganzen Licht, welches von der Stadt ausgestrahlt wurde, w¨¹rden sie nicht viel sehen k?nnen. Sollte sie mit ihm auf die erste Mauer hinaus wandern? Das w¨¹rde Stunden in Anspruch nehmen. Etienne lief hinter Meta und Gilgian, welche sich leise unterhielten. Sie konnte manchmal einzelne Gespr?chsfetzen heraush?ren, aber sie versuchte nicht allzu sehr auf den Inhalt zu achten. Diese beiden wollten sicherlich ihre Privatsph?re. Und wenn es wichtig war, w¨¹rde ihr Djinn sie dar¨¹ber schon informieren. Raffael holte zu ihr auf. Sie warf ihm aus dem Augenwinkel einen verstohlenen Blick zu, w?hrend er in buntes Papier, welches er irgendwo auf der Stra?e aufgetrieben hatte, etwas hinein kritzelte. Er hatte ihre Jacke noch immer unter seinem Arm geklemmt und Etienne blickte sehns¨¹chtig zu ihr. Sie wusste, er w¨¹rde es nicht von alleine merken, wenn sie ihn nicht darauf aufmerksam machen w¨¹rde. Aber zeitgleich wollte sie ihm nicht die Bl??e zeigen. ?Wir sind gleich in Gilgians Provinz. Ich werde mich am Eingang verabschieden¡°, sagte er. Sie hatte sich schon gewundert, wann er gehen w¨¹rde. ?Du solltest besser nicht mit mir reden. Die Menschen werden denken, dass du Selbstgespr?che f¨¹hrst¡°, sagte sie trocken, ?Der Herrscher der zweiten Provinz hat den Verstand verloren, werden sie sagen.¡° ?Es ist doch keiner mehr hier¡°, sagte er lachend. ?Du kannst nie wissen, wer gerade zuh?rt¡°, erwiderte sie. Er dr¨¹ckte ihr das Papier in die Hand. Es handelte sich um eine Karte von der Stadt. Sie war nicht sehr detailliert, haupts?chlich war nur der neutrale Stadtteil darin verzeichnet. Dieser Bereich der Stadt war schon immer die Hauptanlaufstelle f¨¹r Besucher aus anderen St?dten gewesen. Es gab sogar so etwas wie Tourismus, welcher jedoch nie sonderlich stark in all den Jahren gedeiht hatte. Calisteo war einfach eine zu weit entfernte Stadt und hatte zu wenig Relevanz, als dass sich die Menschen viel daf¨¹r interessiert hatten. Was gut war, wie Etienne fand. Ein Gleis, welcher direkt hierher f¨¹hrte, war eigentlich schon einer zu viel. ?Hier sind die Orte, die du meiden solltest¡°, sagte er und zeigte mit dem Finger auf einige eingekreiste Stellen, ?Und mit meiden meine ich wirklich, dass du da nicht alleine hingehen solltest. Egal, ob dein Djinn dich bedeckt halten kann oder nicht. Leg es nicht darauf an, in Gefahr zu kommen. F¨¹r heute sollten die Abenteuer reichen. Au?er, du willst auch die andere Seite deines Gesichts zu symmetrischen Zwecken verzieren.¡° Nachdem sie ihm einen b?sen Blick zugeworfen hatte, betrachtete Etienne die eingekreisten Orte und las still die Namen. Manche kannte sie bereits von Tatinne. Andere nicht. Er ?ffnete eine Seite der Karte und zeigte dann auf einige in Gr¨¹n markierten Kreise, ?Die beste Aussicht auf die Sterne gibt es wo anders, aber diese Orte sind gar nicht mal so schlecht, um die Stadt zu sehen. Die Stadtmauern w¨¹rde ich euch nicht empfehlen, die Wachen sind nicht sonderlich erfreut davon, wenn sich die Leute da hoch schleichen. Das k?nnte in einer Festnahme enden. Nicht lange jedoch. Wahrscheinlich nur ¨¹ber Nacht.¡° ?Du gibst erstaunlich viele Informationen f¨¹r jemanden, der bisher so sparsam war.¡° ?Ich meine das mit der Vers?hnung ernst¡°, sagte er und zeigte dann wieder auf die Karte, ?Und wenn du Hilfe brauchst, hier findest du mich, was du wahrscheinlich sowieso schon von Tatinne wei?t.¡° ?Kennst dich wohl gut aus¡°, meinte sie zu ihm. ?Ich bin hier geboren. Und ich war nie wirklich die Art von Person, welche sich brav in seiner Provinz befand. Daf¨¹r bin ich zu neugierig.¡° ?Das h?tte ich nie von dir gedacht¡°, erwiderte sie sarkastisch. ?Ich war nie der Einzige¡°, sagte er lachend, doch ein sonderbarer Unterton lie? sie zu ihm aufblicken. Sie konnte an seinem Gesicht jedoch nichts entdecken, nur die nervt?tende Feststellung, dass er sich nicht niederstarren lie?. Das war wirklich ungewohnt. Calisteo bei Nacht: Zwei Ratschl?ge Etienne bedachte wieder die verschiedenen Orte. Schnell entschied sie sich f¨¹r einen, welcher in der N?he am Stadtzentrum war. Es war eine Art kleiner Dom, welcher zu diesen Zeiten wahrscheinlich geschlossen war. Es war aber unwahrscheinlich, dass es ein Geb?ude der neuen Religion war. Gut f¨¹r sie, denn dann m¨¹sste sie sich nicht rechtfertigen, wieso sich eine Exorzistin nicht gemeldet hatte. Kein Mitglied der Ekklea w¨¹rde unangenehme Fragen stellen k?nnen, wenn sie sich nicht in der Stadt befanden, in welcher Etienne sich befand. Ein guter Ort, um sich mit ihrem Djinn in Ruhe dort hineinzuschleichen und einige Stunden auf dem Turm zu verbringen. Das sollte doch reichen, um ihn zufriedenzustellen? ?Du solltest nicht zu lange machen¡°, sagte Raffael, w?hrend sie sich langsam dem Torbogen n?herten, welcher den Eingang der Provinz markierte, ?Morgen wird O¡¯Donnel sicherlich einen Test machen. Ich hoffe, du bist fit genug daf¨¹r.¡° ?Woher wei?t du das?¡°, fragte Etienne und klappte die Karte wieder zusammen. Auf einmal vernahm sie hinter sich mehrere leise Schritte. Ein Blick zu den Fenstern, welche in der Dunkelheit die Stra?e spiegelten, lie? sie drei Gestalten ausmachen. ?Sie tut es immer, wenn jemand Neues in die Klasse kommt. Es ist zwar schon etwas her, seit wir das letzte Mal jemand neuen hatten, aber bisher war das Muster bei ihr immer zu beobachten. Ich glaube nicht, dass es diesmal anders sein wird.¡° ?Dann sollte ich morgen vielleicht einfach zu Hause bleiben¡°, meinte sie seufzend und wandte sich wieder der Karte zu. Er hatte ihr sogar markiert, welche Gesch?fte um diese Uhrzeit noch offen waren. ?Dann wird sie es einfach verschieben. Sie wird es sich nicht nehmen lassen, dich auf deine F?higkeiten zu pr¨¹fen. Wahrscheinlich hatte sie das heute schon vor. Nun, da du nicht da warst, bekommst du morgen was zu h?ren.¡° ?Sie scheint eine sehr strenge Frau zu sein¡°, meinte Etienne m¨¹rrisch. Bei all den Dingen, die sie zu tun hatte, war es, sich mit einer Lehrerin zu streiten, sicherlich nicht das, wof¨¹r sie Zeit und Energie verschwenden wollte. Wieso hat Tatinne sie nur in diese Schule gesteckt? ?Man gew?hnt sich dran. Wenn du gute Noten schreibst, kannst du dir bei ihr einiges leisten. Wenn nicht, dann solltest du dich darauf gefasst machen, dass sie dich runtersteigen lassen wird.¡° Etienne seufzte und ¨¹berlegte sich, ob es nicht wert w?re, genau das machen zu lassen. Aber sie hatte ihre n?chsten Ziele schon vor Augen und das war die Gruppe von Elias, welche in ihrer Klasse sa?. Es w?re gerade jetzt eine schlechte Idee, sich von ihnen zu entfernen. Im Gegenteil, sollte sie nach einer M?glichkeit suchen, mit ihnen in Kontakt zu treten. ?Was muss ich alles bestehen, damit sie mich in Ruhe l?sst?¡°, fragte sie Raffael. ?An sich reichen die Hauptpr¨¹fungen¡°, sagte er, ?Dir w¨¹rde ich aber empfehlen, auch bei ihren Pr¨¹fungsleistungen gut abzuschneiden. Sie l?sst nur die Provinzherrscher vom Haken, bei dir wird sie das nicht tun.¡° ?Ah ich sehe schon. Provinzherrscher m¨¹sste man sein, um mit allem durchzukommen¡°, sagte sie leicht lachend. ?Nicht wahr?¡°, stimmte er ihr zu und sie begegnete seinem wachsamen Blick, ?Vielleicht kommst du auch mal auf den Genuss. Die Zeiten ?ndern sich schnell.¡° Sie schnaubte belustigt, ?Oh, wenn ich eine Wahl habe, dann w¨¹rde ich solch einen Job nicht einmal mit Handschuhen anfassen.¡° ?Manchmal hat man nicht wirklich eine Wahl. In solchen Momenten ist besser, bestm?glich vorbereitet anzutreten.¡° ?Nat¨¹rlich hat man eine Wahl¡°, erwiderte Etienne, ?man kann sich einfach umdrehen und weggehen.¡° ?Das w¨¹rde nur zur Folge haben, dass irgendein Abschaum an die Macht gelangt.¡° ?Das w?re nicht mein Problem¡°, sagte sie trocken, ?Das Leben hat genug Herausforderungen anzubieten, wieso sollte ich freiwillig solch eine annehmen?¡° ?Um die Menschen zu sch¨¹tzen, die nichts f¨¹r das Ganze k?nnen¡°, erwiderte er, beinahe schon aufgebracht, ?Es sind immer die Schwachen, die bei solchen Machtk?mpfen zu Schaden kommen.¡° ?Ist das Grund genug f¨¹r dich? Es f¨¹r die Menschen zu machen?¡° Dass die Schwachen gesch¨¹tzt geh?ren, darin stimmte sie ihm zu. Sie selbst war sich ihrer St?rke bewusst. Aber sie war sich auch dessen bewusst, dass sie ihre Kr?fte gut einteilen musste, um denen zu helfen, denen sie helfen musste. Calisteo und ihre Bewohner geh?rten nicht dazu. Raffael antwortete ihr nicht direkt. Schwieg einen Moment. Dann nickte er. Etienne zuckte mit den Schultern, ?Dann sch?tze ich mal, dass du diese Stadt wirklich magst.¡° Ein erneuter Blick in die Fenster eines Schuhladens sagte ihr, dass die Gestalten noch immer hinter ihnen waren, aber im guten Abstand. Und weiter hinten entdeckte sie noch eine Gestalt. Die Schemen des Schattens. Er diesmal etwas weiter weg als sonst. Im Haus hatte sie ihn nicht gesehen, was sie im Nachhinein verwunderte. War der Abstand nicht erreicht gewesen? Etienne verstand noch nicht so ganz, nach welchen Regeln er agierte.This novel''s true home is a different platform. Support the author by finding it there. ?Ich liebe sie¡°, sagte Raffael ernst, diesmal mit dem Fehlen jeglicher Belustigung. Etienne l?chelte ihm entgegen, ?Wie sch?n das dann f¨¹r die Menschen sein muss, dich dazuhaben. Belassen wir es doch dabei, dass es so bleibt. Viel Erfolg weiterhin.¡° Schweigen. Zu H?ren gab es auch nichts mehr. Es war sehr wahrscheinlich der Fall, dass Raffael bald kein Provinzherrscher mehr sein w¨¹rde. Und Etienne konnte sich verschiedene Szenarien ausmalen, in denen er die Macht verlor. Keines davon war sonderlich friedlich. Das m¨¹sste er wahrscheinlich auch gedacht haben, als Tatinne ihm von der Vorhersehung berichtet hatte. Gut f¨¹r Etienne, dass sie wusste, dass es sich nicht um sie handeln w¨¹rde. Selbst wenn ihr die Macht auf einem Silbertablett pr?sentiert werden w¨¹rde, sie w¨¹rde nicht danach greifen. Denn im Gegensatz zu Raffael, hatte sie dieser Stadt nicht mehr entgegenzubringen, als Desinteresse und maximal die Anerkennung, dass der neutrale Stadtteil ganz h¨¹bsch aussah. ?In zwei Tagen¡°, sagte er dann leise und sie wurde etwas nerv?s, als sie seinem intensiven Blick begegnete, ?werden wir uns dar¨¹ber etwas deutlicher unterhalten. Aber ich kann dir versichern, dass wenn ich die Macht ¨¹ber meine Provinz verliere, das zu meinen Bedingungen passieren wird.¡° Sie seufzte. Etienne hat nicht beabsichtigt, ihn w¨¹tend zu machen. Aber sie konnte sehen, dass sie ihre Worte mit mehr Bedacht h?tte w?hlen k?nnen. ?Ich sehe nicht, was es da viel zu bereden gibt. Ich w¨¹rde definitiv nicht deinen Job ¨¹bernehmen wollen. Oder deren¡°, sie deutet auf Gilgian und Meta, ?Schieb das an jemand anderen ab.¡° Raffael lachte leicht, doch sein Ausdruck hatte noch immer etwas Ver?rgertes, ?Es gibt sehr viele Menschen hier, die genau das wollen. Siehst du die Gruppe da hinter uns¡°, fragte er und deutete an die Glasfenster zu ihrer Linken. ?Ja¡°, sagte Etienne, ?Ich will wetten, die werden es auf dich abgesehen haben.¡° Immerhin musste er sich keine Sorgen um den Schatten machen. Dieser war ihretwegen da. ?Unter normalen Umst?nden, w¨¹rden sie sich das nicht einfach so trauen. Aber um diese Uhrzeit, eine Person, die einem Provinzherrscher sehr ?hnlich sieht, allein in der Stadt¡­ Keine Chance, dass nicht irgendjemand aus seinem Loch gekrochen kommt und sein Gl¨¹ck versucht.¡° ?Dann solltest du dich auf den Heimweg machen¡°, sagte sie. Er holte ein Handy hervor und Etienne blinzelte ¨¹berrascht, ?Das hast du?¡° Er sah kurz l?chelnd zu ihr, w?hrend er es anschaltete und etwas eintippte, ?Du wei?, was das ist?¡° ?Gibt es Menschen, die das nicht wissen?¡°, fragte sie ausweichend und verfluchte sich f¨¹r ihr zu schnelles Mundwerk. Diese Menschen gab es nicht, aber die Meisten wussten nicht, wie eins aussah. Die Priorit?ten lagen einfach auf anderen Gegenst?nden und es war nicht so, als k?nnte man viele produzieren lassen. Und so, wie sie sich hier auf die Produktion von Elektrizit?t und anderen elektrischen Ger?ten fokussierten, wunderte es sie nicht, dass Handys, welche noch immer durch andere Mittel ersetzt werden konnten, eher weniger produziert waren. Wenn eine Sph?re f¨¹r Kommunikation in der Stadt angebracht war, dann gab es sicherlich auch Sph?ren, welche in den H?usern ihren festen Platz gefunden hatten. Ein Handy war eher ein Luxusgut, bereitgestellt f¨¹r die Wohlhabenden, welche die alte Zeit simulierten. Etienne fragte sich, ob dieses auch eine Kamera beinhaltete, oder ob Bilder und Videos auf diesem abgespielt werden konnten oder ob es nur zum Telefonieren diente. War es auch mit der Sph?re verbunden, als eine Mischung aus Technik und Magie? Offensichtlich, denn es w?re ihr neu, dass Calisteo es irgendwie geschafft haben sollte, einen Satelliten zu bauen und diesen in den Orbit aufsteigen zu lassen. Daran scheiterten selbst die Cerreaner und Vheruna war bisher auch nicht sehr erfolgreich darin gewesen. Raffael sah noch mal zu ihr, diesmal wieder mit diesem vorsichtig beobachtendem Blick, als w?re sie zu analysieren, bevor er angreifen w¨¹rde. Er w¨¹rde seine Schl¨¹sse aus ihrer Antwort ziehen. Noch immer funkelte leise Wut in seinen braunen Augen. ?Viel Erfolg heute Nacht. Ich hoffe ihr habt einen guten Ausblick. Ich w?re wirklich gerne mitgekommen, aber ich hoffe du kannst es mir verzeihen, dass ich nicht dabei sein kann¡°, sagte er mit guter Laune und sie blinzelte verwirrt. ?Ich hab dich nicht eingeladen¡°, erwiderte sie. Raffael blinzelte ihr wieder auf seine ¨¹bliche Art zu und ignorierte ihren Einwand, ?Ich werde mich f¨¹r diese Vernachl?ssigung meinerseits revanchieren. Du kannst dich auf das Treffen in zwei Tagen freuen.¡° Etienne konnte den ?rger noch immer in seiner Stimme h?ren. Nun, da sie ihn einmal geh?rt hatte, wusste sie, worauf zu achten war. Und nun wunderte sie sich, ob er das mit Absicht tat. Wollte er sie auch ver?rgern? Es nervte sie, dass es ihm gelang. ?Wir holen nur meine Jacke.¡° ?Nat¨¹rlich¡°, stimmte er ihr l?chelnd zu und sie glaubte ihm keinen Moment. Er hielt sie an, indem er ihren Ellenbogen packte, ?Eine Sache noch. Die Anderen haben mir erz?hlt, was in der Halle mit Meta passiert ist. War mein Fehler, dass ich nicht aufmerksamer war. Und so sehr ich es missbillige, was sie machen, will ich dir dennoch raten dich nicht in die Angelegenheiten zwischen Provinzmitgliedern einzumischen. Erst recht nicht, wenn du keine Ahnung ¨¹ber m?gliche Regeln hast. Wenn du dir unsicher bist, sag es mir und ich werde mich darum k¨¹mmern.¡° Etienne schnaubte, ?Nat¨¹rlich. Wenn ich sehe, dass jemand in der Ecke zusammengeschlagen wird, werde ich erst nach dir suchen.¡° Er sah sie herausfordernd an, ?Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass, selbst wenn du dich einmischst, du die Situation schlimmer machen wirst.¡° ?Ich sehe nicht, wo ich es bei Meta schlimmer gemacht habe¡°, verteidigte sie sich und erwiderte seine Herausforderung. Seine Stimme wurde etwas sanfter, ?Du hattest Gl¨¹ck, dass es sich hier um relativ ungef?hrliche Individuen gehandelt hat. Wir haben genug von denen in der Schule, die es nicht sind. Leg dich nicht unn?tig mit diesen an.¡° Unsicher, was sie antworten sollte, schwieg sie. Es war nicht so, als wollte sie sich unn?tig irgendwo einmischen. Und es war auch nicht so, als h?tte sie ein dringliches Bed¨¹rfnis danach, den Helden zu spielen. Sie sah sich selbst definitiv nicht als die Art von Mensch an, der jedem beliebigem zur Rettung eilte. Und seltsamerweise merkte sie, dass sie genau das machen w¨¹rde, nur weil er ihr gesagt hat, dass sie es nicht soll. Sollte sie das machen, solange sie in Calisteo war? Einfach nur, um ihn zu nerven. ?Bitte¡°, f¨¹gte er auf einmal hinzu, ?Der ?rger ist es nicht wert und ich kann helfen, die Situation ruhig zu entsch?rfen.¡° Das ¨¹berraschte sie mehr als sie erwartet h?tte. Diese Aussage schien ehrlich und ernst und ohne jegliche Belustigung. Seufzend gab sie nach, ?H?r bitte auf so zu tun, als w¨¹rde ich mir die Auseinandersetzungen suchen. Aber ich werde mein Bestes geben.¡° Seine Gesichtsz¨¹ge wurden sanfter und er lie? ihren Ellenbogen los, ?W¨¹rdest du es auch versprechen?¡° Sie musste zum ersten Mal lachen, ¨¹berrascht von dieser absurden Bitte, ?Auf keinen Fall. Ich glaube nicht, dass es je dazu kommen wird, dass du mein Versprechen f¨¹r ¨¹berhaupt irgendwas bekommst.¡° Er schien ¨¹berhaupt nicht beleidigt zu sein und sie war sich sicher, dass er sich dessen wohl bewusst war. ?Ich h?tte ja Gl¨¹ck haben k?nnen¡°, sagte er grinsend, ?Ich will dir in der n?chsten Zeit aber zeigen, dass man sich auf mich verlassen kann. Und es ist nur diese eine Sache, um die ich dich bitte.¡° ?Um die du mich heute bittest¡°, korrigierte sie, ?Aber ich habs verstanden. Ich werde mein Bestes geben.¡° Auf einmal war Scarlett da. Etiennes Kopf wirbelte zu ihr herum, als diese wundersch?ne Frau, gekleidet in Schwarz, neben ihnen auftauchte. Ihr Blick traf auf Raffael und Etienne blieb vor Schreck kurz die Luft weg, als sie die Wut und die Sorge in diesem erkannte, und zwar so deutlich, wie man den Mond am klaren Himmel sehen konnte, ?Bist du eigentlich verr¨¹ckt geworden?¡° Ihre Stimme war ruhig, aber diese Wut in der Ruhe lie? Etienne erschaudern. Es f¨¹hlte sich an, wie das Donnern eines weit entfernten Sturms von dem man ganz genau wusste, dass er bald auf einen Treffen w¨¹rde. Dennoch erkannte sie eine ?hnlichkeit zu Raffael. Genau so hatte er sich vorhin auch angeh?rt. Vielleicht war Scarlett ja der Schl¨¹ssel f¨¹r Etienne, ihn besser einsch?tzen zu k?nnen? Sie waren sich ?hnlich, sahen sich ?hnlich, hatten eine ?hnliche Mimik. Wenn Etienne Scarlett besser einsch?tzen k?nnte, dann k?nnte sie das sicherlich auch bei Raffael, egal wie gut er seine Absichten und Gef¨¹hle verbergen konnte. Sie entdeckte Etienne nicht. Oder es w?re besser zu sagen, dass sie Etienne sicherlich im Hinterkopf registrierte, ihr aber keine Beachtung schenkte. Das lag an Catjills Magie. Ein subtiler Weg, um unter den Menschen zu wandern. ?Lass uns nach Hause gehen¡°, sagte Raffael lachend, nachdem er sie kurz betrachtet hatte, und steckte das Handy wieder weg. Es schien ihm absolut nichts auszumachen, dass Scarlett so w¨¹tend war. ?Da kannst du drauf wetten¡°, sagte sie und schloss die Augen und dann waren sie verschwunden. Der Schatten zwischen den Laternen und die Ablenkung, welche Raffael mit seinem Verschwinden ausgel?st hat, waren genau die notwendigen Dinge, um aus dem Blickfeld der Gestalten zu verschwinden. Diese tuschelten aufgeregt ¨¹ber das Geschehen, Scarletts Name fiel und Etienne war sich sicher, ihre eigene Pr?sent war wahrscheinlich schon vergessen. Das Gespr?ch mit Raffael hatte es unm?glich gemacht, dass die subtile Magie ihres Djinns Etienne weiterhin vor Aufmerksamkeit sch¨¹tzen w¨¹rde. Also wartete sie ab, sah ihnen dabei zu, wie sie sich umsahen. Ihre Augen streiften sie, aber sie beachteten sie nicht. Die Magie ihres Djinns gewann wieder die ¨¹berhand. Wenn Etienne sich nicht zu sehr preisgab, dann w¨¹rden diese Menschen sie weiterhin ¨¹bersehen. Nach einigen weiteren Momenten beeilte sie sich Meta und Gilgian aufzuholen, blieb jedoch weiterhin im angemessenen Abstand. Sie betraten die Provinz und Etienne folgte ihnen schweigsam weiter. Etienne legte die Arme um sich, als sie fr?stelte. Gilgians Provinz war erstaunlich dunkel, auch wenn das Licht aus den Fenstern der Geb?ude zu der Stra?e drang. Calisteo bei Nacht: Sich zu entschuldigen Die Nachtluft wurde nicht w?rmer und wenn es etwas gab, was Etienne noch weniger mochte, als K?lte, dann war es K?lte, schmerzende Glieder und M¨¹digkeit. Sie wusste nicht, wie lange sie schon gelaufen waren, als Gilgian pl?tzlich stehen blieb und sich zu ihr umdrehte. Seine Augen bedachten sie von oben bis unten und dann seufzte er sehr, sehr schwer, ?Pass auf. Ich hatte vor dich auseinanderzunehmen, nachdem du Meta in dieses verfluchte Haus mitgeschleppt hast.¡° ?Gilgian!¡°, sagte Meta protestierend dazwischen. ?Aber ich werde darauf verzichten. Weil du mich auf ein Problem aufmerksam gemacht hast, welches ich angehen werde. Mach das aber nicht noch mal.¡° Etienne gab ihm ihr bestes L?cheln, ?Das ist sehr gro?z¨¹gig von dir.¡° Er schnaubte, ?Das wird nicht noch mal vorkommen. Weiterhin sehe ich es nicht ein, in deiner Schuld zu stehen. Was willst du?¡° ?Es gibt nichts, wof¨¹r du mir etwas schuldig w?rst. Ah, aber ich brauche den Ring wieder.¡° ?Was willst du f¨¹r die Begleitung zu Tatinne und zur¨¹ck¡°, sagte er knurrend, holte den Ring hervor und warf ihn ihr zu. Etiennes L?cheln fror ihr im Gesicht fest, als sie vorsichtig den Ring in die Hosentasche steckte. Sie stellte fest, dass sie wirklich leicht von ihm einzusch¨¹chtern war und vermutete, dass es an seiner K?rpergr??e war. Etwas an seiner ganzen Art schien unnat¨¹rlich und das machte es so bedrohlich. Noch dazu schien er leicht reizbar zu sein, wenn er nicht direkt eine Antwort bekam. ?Lasst uns einfach befreundet sein¡°, sprudelte es aus ihr heraus und sie hoffte, dass er das als so abstrus betrachten w¨¹rde, dass er sie damit in Ruhe lie?. Sie brauchte keinen Gefallen von ihm und sie verstand nicht, wieso das jetzt das Thema sein sollte. Er sollte einfach nach Hause gehen, damit sie ihren Abend endlich zu Ende bringen konnte. ?Versuchst du mich zu ver?ppeln?¡°, fragte er sie mit zusammengekniffenen Augen. Etienne erwiderte seinen Blick, ihr Kopf war jedoch wie leergefegt. Ihr fiel nichts ein, was sie erwidern sollte. Hilfesuchend sah sie zu Meta, welche den Kopf in den H?nden versteckt hatte. Etienne blickte wieder zu Gilgian, ?Gut, wie w?re es damit. Ich schulde Catjill ein ausgiebiges Essen. Kannst du eine Empfehlung aussprechen?¡° Sie unterdr¨¹ckte es, nerv?s von einem Fu? auf den anderen zu treten, als er angewidert zu ihr hinunterstarrte. Irgendwann wandte er den Blick auf, fuhr sich mit der Hand durch die kurz geschorenen Haare und seufzte wieder schwer. Aus der hinteren Hosentasche holte er ein Geldbeutel hervor und warf ihr einige Geldscheine entgegen. ?Ich brauche kein Geld, nur eine Empfehlung!¡°, sagte sie aufgebracht. Auch wenn sie in ihrer aktuellen Lebenssituation nicht sehr wohlhabend war, bedeutete das nicht, dass sie ihre Schulden nicht alleine begleichen konnte. ?Ich ¨¹bernehme seinen Preis¡°, sagte Gilgian und dr¨¹ckte ihr dann das Geld gegen die Brust, sodass ich nichts anders blieb, als es aufzufangen, wenn sie es nicht vom Boden aufheben wollte. ?Und der Weg bis nach hierhin reicht. Wir brauchen deine Begleitung nicht mehr. Und f¨¹r die Empfehlung, frag Meta.¡° Er drehte sich um und ging davon. ?W¨¹rdest du das bitte wieder zur¨¹cknehmen?¡°, fragte Etienne Meta. ?Nein¡°, sagte Meta und sah zu ihr wieder hoch, nur um dann von Etiennes genervten Blick zusammenzuzucken. Etienne setzte wieder ein L?cheln auf. Es lag nicht in ihrem Interesse, Meta noch mehr einzusch¨¹chtern. Sie war sicherlich froh, mit Etienne nichts mehr zu tun haben zu wollen. Und das konnte sie ihr nicht ver¨¹beln. So war ihr Leben. ¨¹berf¨¹llt mit riskanten und leichtsinnigen Abenteuern und doch war es etwas, was sie t?glich meisterte und von dem sie nicht vorhatte, dass es sich ?ndern w¨¹rde. Sie agierte am besten im Chaos, denn so hatte sie es gelernt. Meta atmete tief durch, sah auf den Boden und kickte einen Stein, welcher sich jedoch kaum r¨¹hrte. ?Ich bin dir auch dankbar f¨¹r deine Hilfe. Unsere Provinz ist nicht wirklich gl¨¹cklich mit Gilgian und mir und deine Begleitung hat uns den Heimweg sicherlich leichter gemacht.¡° ?Ein Danke reicht mir¡°, sagte Etienne, ?Mal abgesehen davon: Es ist das Mindeste was ich tun kann, nachdem was heute passiert ist.¡° War das der Moment, wo sie sich entschuldigen musste? Die Gedanken fingen auf einmal an, sich zu ¨¹berschlagen. Etienne hatte sich nicht h?ufig entschuldigt, aber sie hat geh?rt, dass es bestimmte Regeln gab. Sie sollte mit ihrem Bedauern anfangen und dann ihre Fehler aufz?hlen, wobei es genau einen gab, denn sie hat aus der Situation das Beste gemacht. Dann musste sie ihr erkl?ren, wie sie es k¨¹nftig besser machen w¨¹rde, doch ihr Gedanke stockte hier. Wie sollte sie es besser machen, wenn Meta h?chstwahrscheinlich nicht mehr an solchen Situation teilhaben w¨¹rde, sie selbst jedoch nicht das geringste Interesse darin hatte, ihr Vorgehen zu ?ndern? Vielleicht sollte sie eher eine Wiedergutmachung ansprechen? Etienne stellte fest, dass Meta sie schweigend ansah. Ihr Gesicht war eine unergr¨¹ndliche Maske, was ungewohnt war, denn Meta schien bisher nicht deutlich gut darin gewesen sein, ihre Gef¨¹hle zu verbergen. Did you know this text is from a different site? Read the official version to support the creator. Schritt f¨¹r Schritt, dachte Etienne und sp¨¹rte, wie ihr das Herz in der Brust pochte. Sie ?ffnete den Mund, um ihren ersten Punkt abzuhandeln, doch dann stockte sie, ?Ich...¡° Was Meta das nicht annehmen w¨¹rde? Etienne mochte Meta. Sie war ruhig und unkompliziert, nicht so schrill, wie Tatinne mit ihren ganzen Ideen und nicht griesgr?mig, wie Gilgian und sie sorgte nicht daf¨¹r, dass Etienne sich dauerhaft auf der Hut f¨¹hlen musste, wie bei ihrem Djinn und Raffael und Tatinne und wahrscheinlich noch einem Haufen anderer Menschen, die sie noch nicht kannte. Etienne wollte mehr Zeit mit ihr Verbringen, zumindest so lange sie noch in dieser Stadt war. Meta atmete dann tief durch, trat etwas n?her an Etienne und nahm ihre H?nde in die ihren. Metas H?nde waren kalt, nicht so warm, wie die von Raffael. ?Es tut mir wirklich leid, was mein Vater getan hat. Ich w¨¹nschte mir, ich k?nnte das ?ndern.¡° Etienne blinzelte mehrmals verwirrt, ¨¹berrascht und unschl¨¹ssig, was sie mit dieser Aussage anfangen sollte. Sie dr¨¹ckte ihre Hand zur¨¹ck und stotterte, ?Nein, warte-¡° Von allen Beteiligten hatte sie am wenigsten zur Situation beigetragen. Selbst wenn Meta nicht mitgekommen w?re, Etienne h?tte einen anderen Weg in die Villa gefunden. Es w?re vielleicht etwas schwerer gewesen, die ganzen Zauber zu umgehen, aber sie machte es nicht zum ersten Mal und hatte ihre eigenen Tricks, wie sie sich Einlass h?tte verschaffen k?nnen. Meta l?chelte ihr traurig entgegen und sprach hastig weiter, als versuchte sie ebenfalls schnell ihr Herz auszusch¨¹tten, nur dass es ihr gelang, ?Bitte tue mir nur den Gefallen und halte mich nicht f¨¹r meinen Vater. Ja? Ich bin nicht er. Wirklich nicht. Auch wenn es Menschen gibt, die das denken und ich kann es ihnen nicht ver¨¹beln, wir haben dasselbe Blut, ich bin ihm entsprungen ¡­ ich verstehe das. Ich bin aber nicht wie er.¡° Das Gespr?ch wandte sich in eine Richtung, welche Etienne nicht erwartet h?tte. Aber dazu lie? sich leichter etwas sagen, ?Offensichtlich bist du nicht wie er. Ich meine, schaut dich an, du sieht ganz anders aus und bist ganz anders und mal abgesehen davon sollte man sich eh nie mit einem Geist vergleichen. Sie sind nur vergangene Gef¨¹hle, meistens. Nicht immer, aber meistens, es gibt da noch andere Kategorien ¡­ das ist egal. Ich¡­¡° Etienne z?gerte wieder. Das war nicht das, wor¨¹ber sie reden wollte. Meta schien kaum zu reagieren bei ihren Worten. Nur ein m¨¹der Ausdruck war an ihr Gesicht getreten. Sie lie? Etiennes H?nde los und trat zur¨¹ck. Bevor sie sich jedoch verabschieden konnte beeilte Etienne sich schnell weiterzusprechen. ?Eigentlich will ich mich bei dir entschuldigen. Ich wei? nur nicht wie¡°, brach sie heraus und sp¨¹rte, wie ihre Wangen sich rot f?rbten, ?Ich glaube, ich sollte damit anfangen, dass ich das wiedergutmachen werde. Nein, dass es nicht wieder vorkommen wird. Also, ich entschuldige mich, dass das passiert ist. Dass ich dich in das Haus mitgenommen habe.¡° Als Metas Gesicht sich in einem Ausdruck des Schmerzes verzog, schwieg Etienne wieder. Dann sagte sie vorsichtig, ?Ich¡­ sehen wir uns in der Schule?¡° ?Wir sehen uns bald in der Schule¡°, best?tigte Meta leise. Danke f¨¹r die Begleitung und komme gut nach Hause. Und falls du meine Hilfe bei etwas ben?tigst, dann hoffe ich, dass es das n?chste Mal etwas ist, wo ich dir wirklich helfen kann.¡° Sie trat zur¨¹ck und packte Catjill von ihrem Kopf, welcher sie dann zu sich herumdrehte, ?Auch dir vielen Dank Catjill. Ohne dich w?re ich verzweifelt.¡° F¨¹r einen Moment r¨¹hrte Catjill sich nicht. Etienne war sich sicher, dass es die Art war, wie Meta mit ihm umging. Catjill riss sich dann von ihren H?nden los und flog zu Etienne, ?Du kannst mir deine Dankbarkeit gerne in Form einer Belohnung zeigen.¡° ?Nein¡°, unterband Etienne dies sofort. Sie sah dann wieder zu Meta und sah Gilgian hinter ihr an der Stra?enecke warten. Meta kicherte und sah zu ihm hinauf und Etienne merkte, wie sein Zauber nicht bei ihr wirkte. Es war die Art, wie sie ihn direkt ansah, ganz genau registrierte, was er war und dass er da war. Meta nickte ihr noch einmal zu und ging dann zu Gilgian, welcher nach einem kurzen Blick zu ihr, einen w¨¹tenden Blick zu Etienne warf. Ihr war nicht bewusst, was sie falsch gemacht hatte. ?Wir machen noch einen kurzen Zwischenstopp¡°, sagte Etienne an Catjill gewandt, ?dann gehen wir zur¨¹ck in den neutralen Stadtteil. Ich hab uns schon einen Ort rausgesucht. Ich hoffe, du hast die Augen offen gehalten nach etwas, was du essen willst.¡° Etienne w¨¹rde Meta sp?ter noch sehen. Bis dahin w¨¹rde sie sich mehr Zeit nehmen, sich genau zu ¨¹berlegen, was sie sagen w¨¹rde. Vielleicht w¨¹rde sie bei Tatinne nachfragen, wie sie vorgehen sollte. Doch sie verwarf den Gedanken so schnell, wie sie ihn bekommen hatte. Sich zu entschuldigen war ein Zeichen der Schw?che und Tatinne w¨¹rde es sie wissen lassen. Wen konnte sie sonst fragen? Anaki? Alberto? Auf keinen Fall Raffael. Und auf einen Schlag ¨¹berw?ltigte sie der Scham. Sie fuhr sich mit den H?nden ¨¹ber das Gesicht. Wie hatte sie nur so versagt? Die Pfoten zuckten aufgeregt an ihrer Schulter und er fuhr die Krallen ein und aus. Herausgerissen aus ihren Gedanken, musste sie bei seiner Freude l?cheln. ?Was m¨¹ssen wir erledigen?¡°, fragte er voller Tatendrang. Etienne lief an den Menschen vorbei, welche sie nicht beachteten. Zu einigen von denen geh?rten die M?nner, welche ihnen zuvor gefolgt waren. Etienne bedachte sie kurz und entdeckte, dass sie an ihren Armen unter den kurzen Westen Tattoos hatten, welche einander ?hnlich sahen. Diese Zeichen schienen jedoch nicht dieselben zu sein, welche die Zugeh?rigkeit zu den Provinzen markierten. Etienne wartete, bis sie an ihnen vorbeigegangen war. Sie w¨¹rden sie zwar dank der Magie ihres Djinns nicht wahrnehmen, aber sie wollte es nicht riskieren, dass sie dennoch auf sie aufmerksam wurden. Diese Magie wirkte subtil, genauso wie die, welche Etienne ohne ihren Djinn nutzte. Wenn Etienne es darauf anlegen w¨¹rde, bemerkt zu werden, dann w¨¹rden sie Etienne bemerken. Und sie kannte sich gut genug mit solcher Magie aus, um es gut einsch?tzen zu k?nnen. ?Du musst gar nichts erledigen¡°, sagte sie einige Schritte weiter, ?Warte einfach auf mich. Ich werde bald da sein.¡° Calisteo bei Nacht: Das besondere Abendessen Etienne stieg mit Catjill die Treppen des Turmes hinauf. Sie war durch ein Fenster hineingeklettert, welches offengestanden hatte. Anschlie?end war sie mit Catjill an den wenigen Menschen, welche dort scheinbar arbeiteten, vorbeigeschlichen. Die Treppen zu dem Turm waren schnell gefunden und nun lief sie seit einigen Minuten in der Dunkelheit hinauf. Mit einer Hand an der kalten, rauen Wand, welche hier und da etwas Moos zwischen den Steinen wachsen hatte, folgte sie dem Weg nach oben. Sie hatte Catjill nicht befohlen, Licht zu machen, da sie keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Ihre Gedanken waren schnell zum Talisman gewandert und sie fragte sich, was in sie gefahren war, diesen bei Tatinne liegen gelassen zu haben. Sie war sich sicher, dass Raffael es ihr auf den Tisch gelegt hatte, wie sie es verlangt hatte. Sie war jedoch zu hastig nach unten gegangen. Es war etwas her, seit sie das letzte Mal so aus der Ruhe gebracht wurde. Die verpackten T¨¹ten in ihren H?nden verstr?mten einen Geruch von hei?em Essen. Es bot einen Kontrast zu dem Geruch des feuchten Steins, welcher sich an diesem Ort festgesetzt hatte. Catjill flog vor ihr her, aufgeregt endlich nach Oben zu kommen. Sie hatte ihm nicht erlaubt, sich zu weit zu entfernen. Und so sp¨¹rte sie seine Aufregung, als er sie anspornte schneller hinaufzulaufen. ?Beweg deine menschlichen Beine, Etienne.¡° Etienne war zwar m¨¹de, aber ihn so aufgeregt zu sehen brachte sie zum L?cheln. Es war besser, als ihn w¨¹tend zu sehen. Als sie oben ankamen, war die T¨¹r verschlossen. Sie lie?en sich davon jedoch nicht aufhalten. Catjill lie? eifrig das Schloss aufschnappen und sie traten hinein. Die kalte Luft str?mte ihnen entgegen. Es gab keine Fenster, nur steinerne B?gen um sie herum. Etienne blickte durch diese hindurch. Sie konnten zwar keine Sterne sehen, aber um diese Uhrzeit erstrahlte die Stadt unter ihnen, als w?re sie ein eigener kleiner Sternenhimmel. Etienne liebte den Ausblick. Eine ihrer sch?nsten Erinnerungen war die, wie sie damals mit ihrem Vater einen Berg bestiegen hatte. Es war ein steiler, anstrengender Weg, doch als sie sich umgedreht hatte, hatte ihr die Aussicht mehr Luft geraubt, als der Aufstieg selbst. Sie waren so weit oben gewesen, dass die Luft so d¨¹nn war, dass sie Schwierigkeiten gehabt hatte zu atmen. Sie wurden von wilden Tieren bedroht und es gab Wesen, welche sie noch nicht gekannt hatten. Und doch war das die sch?nste Erfahrung, die sie je gehabt hatte. Es war traumhaft gewesen. Das waren die sch?nsten eineinhalb Jahre in ihrem Leben. W?hrend Catjill um den Turm herumflog, setzte Etienne sich hin und ?ffnete das Essen. Sie legte die Sachen aus und war doch froh ¨¹ber das Geld, das Gilgian ihr gegeben hatte. Catjill hat sich nicht zur¨¹ckgehalten. Etienne h?tte es sich zwar leisten k?nnen, aber ihr Budget war beschr?nkt und sie wollte nicht zu tief in die Taschen greifen. Vor allem nun, wo sie durch Tatinnes Unterk¨¹nfte und Eink?ufe etwas sparen konnte, waren unn?tige Ausgaben nur hinderlich f¨¹r sie. Selbstverst?ndlich k?nnte sie noch eine Aufgabe der Ekklea ¨¹bernehmen. Nicht umsonst nannte sie ihren Nebenjob Exorzismus. Aber es war auch nicht der Fall, dass sie viel Zeit zur Verf¨¹gung hatte. Sie musste sich schnell die Steine besorgen. Demnach bedeutete dies, dass sie sich ihre Abmachungen mit Catjill besser einteilen sollte. Sie sollte nach M?glichkeiten vermeiden, Gefallen f¨¹r andere Menschen einzul?sen. Das bedeutete, dass sie ihn nicht mehr dazu nutzen w¨¹rde, jemanden zu sch¨¹tzen oder anderw?rtig zu helfen. Nicht, dass sie es jemandem schuldig war. Es war manchmal nur die einfachste Art und Weise, f¨¹r m?glichst wenig Aufsehen zu sorgen. Wenn Meta etwas passiert w?re, w¨¹rde Gilgian sie nicht so einfach davonkommen lassen. Und wenn Gilgian etwas passiert w?re, k?nnte dies die Machtverh?ltnisse in der Stadt st?ren, was ihr unter Umst?nden mehr schaden, als helfen w¨¹rde. Wie Raffael gesagt hatte, es lohnte sich seine eigenen Bedingungen vor einer Ver?nderung zu etablieren. Dasselbe galt f¨¹r Etienne, wenn sie f¨¹r Chaos sorgen wollte, in welchem sie sich am leichtesten Bewegen konnte. Kurz huschte Raffaels Gesicht vor ihrem inneren Auge auf, wie er seine Liebe zu der Stadt bekundet hatte. Schlechtes Gewissen setzte ein. Vielleicht w¨¹rde sie sich doch M¨¹he geben, nicht zu allzu drastischen Ma?nahmen zu greifen. Sie w¨¹rde es jedoch nicht f¨¹r ihn tun. Immerhin ist er schuld, dass sie hier festsa?. Und ein Blick nach unten, auf die vielen Menschen, welche wie kleine Ameisen durch die belebten Nachtstra?en Calisteos herumschwirrten, zeigte ihr sehr deutlich, wieso sie nicht ¨¹bertreiben sollte. Sie seufzte schwer. Catjill flog zu dem Essen. Er setzte sich hin und wurde umh¨¹llt von blauem Rauch. Dann sa? ein kleiner Junge vor ihr, mit langen, blauen Haaren und hell leuchtenden Augen, mit kreuzf?rmigen Pupillen, welche nur so von Magie strotzten. Er packte das Essen und zog die Folie ab. Mit seinen H?nden schob er sich das hei?e Essen in den Mund. Etienne lachte. Er benahm sich genauso wie bei ihrem ersten Treffen, als er sich ¨¹ber ihre Vorr?te hergemacht hatte, weil er noch nie zuvor den Geschmack von menschlichem Essen genie?en konnte. ?Catjill, iss ordentlich. Es gibt Besteck.¡° ?Ich brauche kein Besteck¡°, rief er aus und seine gl¨¹cklich leuchtenden Augen blickten kurz zu ihr, nur um dann weiter zu schlingen. Etienne schaute ihm dabei zu. Er sah klein aus, aber sein Alter war nicht nach menschlichen Ma?st?ben zu messen, genauso wenig, wie seine geistige Reife. Wenn Tatinne von einem Herrscher gesprochen hatte, dann musste es sich um Catjill handeln. Diese Schlussfolgerung hatte Etienne direkt nach Tatinnes Erz?hlung geschlossen. Etienne konnte Raffael nicht erz?hlen, dass sein Fokus wahrscheinlich auf der falschen Person lag. Sie hatte sich so viel M¨¹he gegeben, die ganze Arbeit, einen Djinn zu erhalten. Und Raffael drohte ihr indirekt, ihn ihr wegzunehmen. Unter den Umst?nden musste sie seine Aufmerksamkeit entweder auf sich lenken oder auf jemand anderen. Noch hatte sie den Vertrag mit Catjill, doch es k?nnte M?glichkeiten geben, ihn ihr wegzunehmen. Er war nicht vollends davon abgehalten, Vertr?ge mit anderen zu schlie?en. Er glaubte es aber und Etienne belie? ihn gerne in den Glauben. Wenn er dahinter kommen sollte, dann m¨¹sste sie sich unter Umst?nden mit den Anderen um ihren Djinn pr¨¹geln. Auf lange Sicht bedeutete dies, dass sie jeden von ihrem Djinn ablenken musste. Was an sich vielleicht gar nicht so schwer zu meistern w?re, da der Djinn durch seine Magie sowieso vor zu neugierigen Blicken gesch¨¹tzt war. Die Menschen hinterfragten ihn nicht. Das w¨¹rde jedoch nicht ewig halten. Fr¨¹her oder sp?ter w¨¹rden sich die Leute wundern. Mit Ausnahme von einer Person, welche Etienne ¨¹berrascht hatte. ?Wei?t du, ob Meta immun ist gegen deine Magie?¡°, fragte Etienne ihn vorsichtig. Seine leuchtenden Augen blickten nicht mal zu ihr auf, als er sich ¨¹ber das zweite Gericht hermachte. Etienne ?ffnete auch ihr Essen. Es war das Erste, was sie heute hatte und ihr Magen knurrte unangenehm. ?Nur mentale Magie¡°, sagte er mit vollem Mund, ?ich habe das direkt bei ihr gesp¨¹rt. Du wirst sie mit Illusionen oder Beeinflussungen ihrer Gef¨¹hle nicht dran kriegen. Sie wird das direkt durchschauen. Auch wenn ich nicht glaube, dass sie es bewusst machen wird. Ich glaube ehrlich gesagt nicht mal, dass sie Magie wahrnimmt, au?er es fliegt direkt in ihr Gesicht.¡° Etienne nahm nachdenklich etwas Essen in den Mund und dachte ¨¹ber das Gesagte nach. Sie erinnerte sich daran, wie Meta ihr davon erz?hlt hatte, dass sie mit vielen verfluchten Gegenst?nden in Kontakt gekommen war. Sonderbar war jedoch, dass sie, wie Etienne, auf den Geist reagiert hatte, welchen Catjill als nicht Existent betitelt hat. ?Erinnerst du dich noch an den ersten Geist, dem wir im Gang begegnet sind?¡°, fragte Etienne bei ihm nach.Unauthorized use: this story is on Amazon without permission from the author. Report any sightings. Catjill lachte, ?Da war nichts Etienne. Es war kein Geist.¡° ?Was dann? Wenn der Fluch rein mentaler Natur w?re, dann h?tte Meta nichts sehen sollen.¡° ?Der war nicht rein mentaler Natur. Es haben sich nur die Gegenst?nde bewegt. Den Rest hast du dir eingebildet. Und dieses scheue Reh auch. Kein Wunder aber, es ist jedes Mal was passiert, wenn sie rauswollte.¡° Etienne a? weiter. Zu dem Schluss war sie auch schon gekommen. Immer wenn sie zu lange an einem Ort waren oder wenn Meta meinte, sie w¨¹rde wieder rausgehen wollen, war etwas aufgetaucht, was sie zum Weiterbewegen gezwungen hatte. ?Und wieso hat sie den Hund gesehen?¡° ?Dieser bestand aus manifestierter Magie. Er war so etwas wie ein Lebewesen und ein Geist zugleich, wie die Wesen im Chateau.¡° Etienne sortierte die Informationen in ihrem Kopf. Wenn etwas lange genug mit Magie getr?nkt wurde, dann nahm es nach und nach eine reale Gestalt an. Dieser Prozess passierte in den dunklen Jahren der neuen Welt schlagartig. Ein Kind konnte sich ein Monster vorstellen und schon war es als Entit?t da, welche zwischen den Welten wandern konnte. Mittlerweile passierte es viel langsamer, dank der harten Arbeit der ¨¹briggebliebenen Menschen der alten Welt. ?hnlich war es bei Zaubern, welche etwas Reales erzeugten. So konnte die Magie, welche einen Stein bewegte, Meta wahrscheinlich nichts tun, der Stein daf¨¹r umso eher. Oder Feuer, welches durch Magie erschaffen wurde, tobende Luft, St¨¹rme, ... ?Ich bezweifle aber, dass Meta die Schatten wahrgenommen hat. Daf¨¹r ist ihr Blick in die magische Welt zu abgestumpft¡°, f¨¹hrte Catjill weiter aus und hustete dann, als er sich am Essen verschluckte. Sie sp¨¹rte die M¨¹digkeit hinter ihren Augen einsetzen. Es war schon sp?te Nacht. Nachdem Catjill sein Essen verschlungen hatte, leckte er sich die Finger. Etienne war froh drum, sie hatte n?mlich kein Interesse, es f¨¹r ihn zu ¨¹bernehmen, sie sauberzumachen. ?Catjill¡°, sagte sie dann, ?Erinnerst du dich noch an unsere Regeln?¡° Sein wachsamer Blick traf den ihren. Sofort verwandelte er sich in einen Kater. Sie l?chelte, ?Es ist keiner hier. Mach dir keine Sorgen, ich wollte dich nicht bedr?ngen.¡° ?Wieso fragst du dann nach den Regeln nach?¡°, fragte er misstrauisch. ?Ich wollte nach dem heutigen Tag nur noch mal betonen, dass du in der N?he der Anderen niemals deine Gestalt wechseln solltest¡°, sagte sie sanft. ?Ich habe mich bisher immer an alle Regeln gehalten. Wieso sagst du das jetzt?¡°, fragte er und sie konnte einen beleidigten Unterton in seiner Stimme h?ren. Etienne seufzte und stellte das Essen wieder weg. Sie w¨¹rde sp?ter mehr essen. Sie hatte zwar keinen Hunger, aber sie wusste, sie brauchte die N?hrstoffe. ?Catjill, ich wollte diese Regel nur noch mal hervorheben. Nimm das nicht pers?nlich. Und genie?e deine Zeit hier oben. Wir m¨¹ssen bald zur¨¹ck.¡° Er blickte noch einige Momente zu ihr, sein Schwanz zuckte hin und her. Dann entschloss er sich, ihrem Ratschlag folge zu leisten und sich weiter umzuschauen. Etienne atmete leise durch, als er sich abzulenken schien. Sie wusste, dass er ihren Befehlen Folge leisten w¨¹rde. Sie wollte nur noch mal sichergehen, dass er das im Hinterkopf behielt. Immerhin war er manchmal viel zu eifrig und viel zu unachtsam in dem, was er sagte. Etiennes Gedanken wurden unterbrochen, als sie ein lautes Ger?usch und anschlie?end das ferne Schreien von Menschen h?rte. Mit vor Ersch?pfung zittrigen Beinen stand sie auf und trat zu Catjill an die steinernen Balken. Der Wind wehte durch die B?gen und sie h?rte um sich herum pfeifende Ger?usche, in welche sich die weit entfernten Schreie mischten. Ihr Haar, das viel zu lang geworden war, flog um sie herum und sie versuchte die Str?hnen aus dem Gesicht zu halten. Dicke Rauchschwaben stiegen weit entfernt empor. Es war in Gilgians Provinz. Unter ihnen versammelten sich die Menschen am Platz und schienen besorgt in Richtung des dunklen Rauchs zu schauen. ?Wir gehen zur¨¹ck¡°, sagte sie zu Catjill. Er kletterte auf ihre Schultern, als sie den ganzen M¨¹ll einsammelte und in eine T¨¹te stopfte. Sie sollten sich beeilen herauszukommen, bevor der Platz unter ihnen von Leuten nur so wimmeln w¨¹rde. Kontrahenten: Eine kleine Auseinandersetzung Etienne wusste nicht mehr, wie lange sie da an der T¨¹r stand. Sie hatte verschlafen und war zu sp?t gekommen. Zu ihrem Ungl¨¹ck, war in der ersten Stunde O¡¯Donnel ihr Lehrer gewesen, welche nach den letzten zwei Tagen sowieso nicht sonderlich gut auf Etienne zu sprechen war. Und heute hatte sie Etiennes Zusp?tkommen genutzt, um richtig ¨¹ber sie herzufallen. Raffaels O¡¯Donner ergab auf einmal Sinn. Etienne lie? es ¨¹ber sich ergehen, h?rte ihr mit einem halben Ohr zu, w?hrend sie versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass ihr der schrille Unterton in den Ohren weh tat. Selbst Catjill hatte die Ohren angelegt, schlief aber weiter unbek¨¹mmert, als w?re diese alte Frau nur eine l?stige Fliege. Die Klasse, die zun?chst sehr belustigt schien, war nun auch am Leiden, sehr zu Etiennes Befriedigung. Es gab keinen Grund, wieso sie das alleine aushalten musste. Etienne war aufgefallen, dass Gilgian und Meta fehlten, was sie schon erwartet hatte. Doch es fehlten auch Raffael, Keyen, Elias und Meng, was Etienne ¨¹berraschte. Sie wunderte sich, ob ihre Abwesenheit etwas mit dem Knall in der Nacht zu tun hatte. Ein Lineal knallte pl?tzlich gegen die T¨¹r hinter ihr. Hatte sie diesen gerade wirklich nach ihr geworfen? Etienne sah ungl?ubig zu der Frau vor sich. ?H?rst du mir ¨¹berhaupt zu?¡° Etienne antwortete ernst, ?Nat¨¹rlich, Madame.¡° Sie hatte sie beim ersten Kennenlernen Miss genannt und daraufhin die erste unfreundliche Ansage kassiert. Raffael hatte sie daraufhin ausgelacht und Anaki hat ihr die Anrede aufgeschrieben, die O¡¯Donnel erwartete. Madame. ?Was hab ich gerade gesagt?¡° Da sie die Frage nicht beantworten konnte, blieb Etienne nichts ¨¹brig, als ihr entgegenzul?cheln. Sie h?rte Scarlett seufzen. ?Setzt dich auf deinen Platz!¡° ?Ja¡°, meinte Etienne und versuchte nicht das Gesicht zu verziehen. Nun konnten ihre Augen endlich wieder voll und ganz in die Klasse blicken. Eine Mischung aus genervter und gelangweilter Stimmung schlug ihr entgegen. Es schien kalt und abweisend zu sein und etwas in diesem Zimmer l?ste erneut ein unangenehmes Gef¨¹hl vom tief sitzenden Unwohlsein in ihr aus. Es f¨¹hlte sich an, als w?re sie in einem Krankenzimmer, dessen Luft von Krankheiten verpestet war. Aber am Ende des Raumes schien die Luft etwas leichter zu werden. Anaki l?chelte ihr entgegen und diese freundliche Geste, lie? das erdr¨¹ckende Gef¨¹hl etwas leichter werden. Als sie sich setzte, meinte sie fl¨¹sternd zu ihm, ?Das hab ich doch ganz gut gemeistert, was meinst du?¡° Sein K?rper sch¨¹ttelte sich etwas, als er ein Lachen unterdr¨¹ckte. Schlie?lich sch¨¹ttelte er den Kopf und fl¨¹sterte, ?Unglaublich.¡° ?¨¹berraschungstest!¡°, sagte O¡¯Donnel mit einem w¨¹tenden Unterton in der Stimme. Etienne seufzte. Es war, wie Raffael es ihr gesagt hatte. Wahrscheinlich wussten es auch die anderen, denn keinen schien es zu wundern. Und da sie die einzige Person war, die davon ¨¹berrascht werden konnte, schien es keine ¨¹berraschung mehr zu sein. Anaki hob fragend die Augenbraue und Etienne fl¨¹sterte, ?Ich wei? ja noch nicht einmal was f¨¹r Unterrichtsstoff ihr durchgenommen habt.¡° ?Wenn du nicht geschlafen h?ttest, w¨¹rdest du es jetzt wissen¡°, erwiderte Anaki trocken. Etienne sah sich Zettel an, welche die Frau w¨¹tend vor sie auf den Tisch geknallt hatte. ?Lass schauen, ob hinter deiner Bequemlichkeit auch etwas Talent steckt¡°, sagte sie und sah sie bedrohlich an, ?Doch unabh?ngig davon, hoffe ich, dass du versagst.¡° Etienne l?chelte sie an. Das w¨¹rde sie f¨¹r ihre reizende Lehrerin einrichten. Dann seufzte sie wieder. Dieses Fach war langweilig. Mit der M¨¹digkeit vom Vortag gab es nichts, was ihr in diesem Moment sinnloser erschien, als eine Sch¨¹lerin schauspielern. Sie kritzelte die L?sung der ersten Aufgabe und musste dann g?hnen. Sie hatte nicht viel Schlaf bekommen. Nach wenigen Minuten hatte sie aufgegeben, um ihre Aufmerksamkeit zu k?mpfen und angefangen etwas zu kritzeln, w?hrend sie nerv?s zu den leeren Pl?tzen von Elias und Meng schielte. Wenn sie nicht da waren, dann gab es keinen Grund f¨¹r sie, ebenfalls hier zu sein. Sie schielte weiter zu Anaki, welcher hoch konzentriert das Blatt ausf¨¹llte. Dann wanderten ihre Augen weiter zu Scarlett, welche sich ebenfalls M¨¹he zu geben schien, und Keyen, welcher sich nur verwirrt den Kopf kratzte. Die Standpauke ging nach der halben Stunde wieder los. Anscheinend war der ¨¹berraschungstest doch nicht so witzig wie sie es gehofft hatte. Zu Mindestens nicht f¨¹r O¡¯Donnel. Ihr aber die M?glichkeit zu nehmen, nach ihren Regeln zu spielen, l?ste in Etienne ein befriedigendes Gef¨¹hl aus. Sie w¨¹rde sich nicht von dieser Frau herumschubsen lassen. Als es zur Pause klingelte, lie? sie sich erleichtert in den Stuhl fallen. Ihre Schulter tat noch immer furchtbar weh. Aber es war sch?n mal einen entspannten Gegner vor sich zu haben. O¡¯Donnel schien ¨¹berhaupt nicht kompliziert, nur etwas nervig. ?Diese Schule ist witzig, wie du es gesagt hast.¡° ?Witzig?¡°, fragte Anaki ungl?ubig, ?Du spinnst doch.¡° ?Wieso?¡°, fragte Etienne. Sie fand die Schule tats?chlich witzig. Sie hatte das Gef¨¹hl, dass sie nirgendwo sonst ohne Konsequenzen davonkommen konnte, wie hier. Vielleicht w¨¹rde der Test ein Nachspiel haben, aber viel zu sp?t, als dass es einen Unterschied machen sollte. Als Tatinne ihr in der Nacht noch ihr Bein behandelt hat, hatte Etienne sie gefragt, wie das mit den Abstufungen funktionieren w¨¹rde. Sie w¨¹rde das erst in Monaten erleben m¨¹ssen. So lange hatte sie nicht vor zu bleiben. ?Wer findet das witzig? Ganz bestimmt niemand der von O¡¯Donnel schon am ersten Tag und dann auch noch am dritten angeschrien wurde. Willst du wissen, wieso ich den zweiten Tag gerade ¨¹bersprungen habe? Ganz einfach, weil du geschw?nzt hast.¡° Etienne musterte Anaki, ?Es h?rt sich an, als w¨¹rdest du mit mir schimpfen.¡°If you encounter this tale on Amazon, note that it''s taken without the author''s consent. Report it. Er l?chelte nett, ?Scheint so. Aber es ist nicht meine Absicht. Du wurdest heute genug ausgeschimpft.¡° Etienne g?hnte und Anaki sprach weiter, ?Brauchst du Hilfe?¡° ?Wo?¡°, fragte sie. ?In Mathematik.¡° Etienne legte ihren Kopf in die Arme, ?Eigentlich brauche ich nur etwas Schlaf.¡° Ihr Djinn hatte es gut. Er schlief den ganzen Morgen schon auf ihren Schultern. Anaki lachte, ?Wie ich sehe, hast du nicht vor das ernst zu nehmen.¡° Etienne blinzelte und wollte Antworten, als dann die T¨¹r aufgesto?en wurde und sie sich unweigerlich auf die n?chste Katastrophe gefasst machte. Doch es war Anakis genervtes Seufzen, welches sie dazu verleitete ¨¹berrascht zu ihm zu blicken. Sein so freundliches Gesicht war ungl¨¹cklich verzogen und sie beobachtete ihn, wie er tief durchatmete. Er war nicht der einzige in der Klasse, welcher ein genervtes Gef¨¹hl zum Ausdruck brachte. Zwei Sch¨¹ler, welche immer bei Elias waren, Colin und Valtin, standen auf. Keyen stellte sich vor Scarlett, welche w¨¹tend zu der Person an der T¨¹r schaute. Ihr Blick wanderte dann besorgt zu Etienne und Anaki, was Etienne dazu verleitete sich anzuspannen. Sicherlich war die Person nicht ihretwegen hier. So lange war sie nicht da, um jemanden gegen sich aufzubringen. Mit Ausnahme von Gilgian vielleicht. Sie sah wieder zu der T¨¹r und entdeckte hellblonde Haare. Das Zweite, was ihr auffiel, war seine wei?e Kleidung. Ein Kampfanzug? ?Guten Morgen, liebe Klassenkameraden¡°, sagte er grinsend in die Runde. Die abweisenden Blicke schienen ihn nicht im Geringsten zu st?ren. ?Wer ist das?¡°, fragte Etienne. ?Eine Nervens?ge¡°, antwortete Scarlett, so laut wie sie nur konnte. Der Junge grinste sie an, ?Zickig wie eh und je. Aber eine Sch?nheit wie du scheint sich das leisten zu k?nnen.¡° Scarletts Blick verd¨¹sterte sich und sie funkelte ihn w¨¹tend an. ?Lass sie in Ruhe Halil¡°, sagte Keyen und Etienne stellte fest, dass es eine sehr sanfte Stimme hatte. Halil beachtete ihn nicht mal und sah sich langsam weiter um, als w¨¹rde er die Menschen allein mit seinen Augen zu bedrohen versuchen. Schnell entdeckte er Etienne, ?Ein neues Gesicht.¡° Etienne l?chelte ihn an und hob gr¨¹?end die Hand, ?Ich bin Etienne. Nett dich kennenzulernen.¡° Er legte den Kopf schief und sagte, ?Ebenfalls erfreut. Ich bin Halil, der Leiter des Karate Clubs unserer Schule.¡° Seine Stimme hatte etwas Beunruhigendes und Etienne entschloss sich nichts zu erwidern. Sie hatte Angst, dass sie an seine schlechte Seite geraten w¨¹rde. Daf¨¹r l?chelte sie etwas breiter und hoffte, dass welcher Grund auch immer es sein sollte, wegen des er hier war, sie damit nichts zu tun haben m¨¹sste. Catjill richtete sich auf. Sein Fell kitzelte in ihrem Ohr. Er betrachtete die Lage, schnaubte dann so leise, dass nur sie es h?ren konnte, und legte sich wieder schlafen. Halils gr¨¹ne Augen wanderten weiter, bis sie bei Anaki stehen blieben. Er senkte den Kopf und sie konnte die Feindseligkeit sehen, ?Wo ich nun wieder auf den Grund meines Erscheinens zur¨¹ckkomme¡°, er zeigte mit dem Finger auf Anaki und sagte ?Ich schulde dir noch Pr¨¹gel.¡° Scarlett stand auf, ?Verschwinde von hier. Was denkst du, wer du bist, in unsere Klasse zu kommen und hier einen Kampf anzufangen?¡° Valtin stimmte ihr zu, ?Es w?re besser, wenn du diesen Mist woanders machst.¡° Halil lachte, ?Und was wollt ihr tun? Es mir verbieten hier zu sein? Ah, das k?nnt ihr nicht, denn heute ist keiner von euren m?chtigen Meistern anwesend. Wie schade.¡° Etienne legte ihre H?nde flach auf den Tisch und war bereit aufzuspringen. Das Gef¨¹hl, dass die Situation eskalieren k?nnte, verst?rkte sich und sie sah schnell zu Anaki, welcher grau im Gesicht aussah. Er stand auf und sah trotzig zu Halil, ?Lass uns einfach herausgehen.¡° ?Wieso?¡°, fragte Halil, ?Hast du Angst blo?gestellt zu werden?¡° Er ging langsam auf sie zu und Etienne blickte zu Uhr. Die Pause w¨¹rde noch etwas dauern. Dann sah sie zu ihren Klassenkameraden und musste betr¨¹bt feststellen, dass keiner Anstalt machte, sich ihm in den Weg zu stellen. Sie blieben alle an Ort und Stelle und Etienne fragte sich, ob sie vorhatten ihren Provinzherrschern alles akribisch zu berichten. Und was sollte sie jetzt machen? Sollte sie zu Raffael in sein Heim rennen? Das hat er sich wirklich gut ¨¹berlegt, dachte sie frustriert. Es war, als h?tte sie zu lange geblinzelt, denn pl?tzlich war er vor ihrem Tisch. Etienne blickte verwundert zu ihm hinauf, ¨¹berrascht von dieser Geschwindigkeit, welche sie ihm nicht zugetraut hatte. Ihr K?rper spannte sich an, bereit zu reagieren und ihre Schulter fing durch die Anspannung erneut zu schmerzen an. Anaki wich einem gezieltem Faustschlag nur knapp aus, fiel auf den Boden und stand schnell wieder auf. Halils Hand krachte auf die Wand und hinterlie? Risse. Etienne blieb sitzen, als der Putz in ihre Richtung flog, und betrachtete den Schaden. Dieser war nicht so schlimm, wie der von Gilgian. Immerhin eine gute Nachricht. Kontrahenten: Magie der Angst ?Aber, aber, meine Kinder!¡°, rief pl?tzlich eine angenehme Frauenstimme in den mit schwerer Luft verpesteten Raum. Eine etwas kleine, daf¨¹r aber eine elegante Frau mit einer bunten Brille an der kleinen Nase und hellroten, kinnlangen Haaren stand am Eingang der T¨¹r. Sie klatschte in die H?nde, was Anaki zusammenzucken lie?. Etienne bedachte ihn besorgt und sah dann weiter wachsam zu Halil, welcher sich nach der kleinen Dame herumgedreht hatte. ?Wir wollen doch nicht zu Gewalt greifen.¡° ?Madame Warlen¡°, gr¨¹?te Scarlett und Etienne konnte die Anspannung in ihrer Stimme h?ren. ?Misch dich nicht ein, bl?de Kuh.¡° Sie lachte, ?Ah, Halil Schatz. Wie immer charmant. Wieso wundert es mich nicht, dass du heute hier bist, um ?rger zu machen? Du und unser liebster Anaki m¨¹sst darauf acht geben, dass kein ?rger passiert. Nicht den ?rger anstiften.¡° Etienne blickte zwischen den Beteiligten hin und her, unsicher, welche Regeln und Gegebenheiten daran beteiligt waren, dass Halil nicht auf eine Lehrerin h?rte und diese sich das auch noch gefallen lie?. Die graublauen Augen der Frau fielen auf sie, ?Du bist unsere neue Sch¨¹lerin. Willkommen! Ich hab mich schon gefreut, als ich von dir geh?rt habe. Lass uns eine sch?ne Zeit hier verbringen.¡° Etienne strahlte sie angespannt an, erfreut ¨¹ber die ganz andere Behandlung, als die, die sie von O¡¯Donnel bekommen hatte und verunsichert ¨¹ber den Zeitpunkt der Gr¨¹?e. ?Ich freue mich schon!¡° Ihre Stimme wurde ¨¹bert?nt von einem lauten Ger?usch, welches von Halil stammte. Er hatte mit dem Fu? aufgestampft. Die Frau l?chelte zufrieden Etienne zu und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder zu Halil und Anaki. Auch Etienne sah wieder zu Halil, bedachte den Schaden am Boden. War er von sich aus so stark oder hatte er verborgene F?higkeiten, die ihm das erlaubten, auf solch kurze Entfernung solch einen Schaden anzurichten? Sie sp¨¹rte kaum Magie von ihm ausstr?men. Wenn, dann war da nur ein sanfter Zug, welcher darauf vermuten lie?, dass sie in seinem K?rper floss, aber es schien nicht so zu sein, dass sie nach au?en Drang. War es vielleicht nichts Angeborenes? Nutzte er etwas, einen Gegenstand? Schummelte er sich durch? ?Also wirklich, wer soll das reparieren?¡°, schimpfte Warlen. Halil funkelte sie w¨¹tend an. Zeitgleich schien er jedoch die Situation einzusch?tzen, bedachte sie vorsichtig und grinste dann wieder, ?Soll der Versuch deine Anwesenheit zu pr?sentieren mich von irgendwas abhalten? Du geh?rst Raffaels Provinz an.¡° Dann drehte er sich wieder zu Anaki um, welcher die H?nde hob, ?Nur zu, ich werde mich nicht wehren.¡° Etienne sah besorgt zu ihm. Dass die Lehrerin nichts tat, um ihn aufzuhalten, irritierte sie. ?Nat¨¹rlich nicht, ansonsten m¨¹sstest du ja zugeben, dass du nie gegen mich gewinnen k?nntest.¡° ?Hast du mich nicht bereits besiegt?¡° Etienne atmete tief durch und sah noch mal zu der Uhr. W¨¹rde er nach der Pause wieder verschwinden? Er war immerhin erst in dieser aufgetaucht. ?Halil, ich finde, du solltest wieder in deine Klasse gehen¡°, sagte Warlen und Etienne beobachtete, wie er genervt die Augen verdrehte und wieder zu ihr sah. ?Und was willst du machen, wenn nicht? Willst du meinem Onkel davon erz?hlen? Oder meinem Vater? Ah nat¨¹rlich, w¨¹rde mich ¨¹berhaupt nicht wundern, wenn er seine Finger hier mit im Spiel hat. Oder in dir? Ah ja, wir wissen alle nur zu gut, dass er sich nicht von Frauen fernh?lt. Nicht wahr?¡° Er drehte sich bei der Frage wieder zu Anaki, sah ihn mit Verachtung und Wut an und Etienne stellte fest, dass sie nur Sekunden hatte zu entscheiden, was sie tun wollte. Es lag nicht in ihrem Interesse, sich in einen Kampf einzumischen. Anaki war aber der Erste, der wirklich nett zu ihr war. Er hatte ihr ohne Gegenleistungen zu verlangen seine Hilfe angeboten. Er war lieb, harmlos, hilfsbereit und es w¨¹rde sie in ihrer Ehre verletzen, wenn sie ihm nicht helfen w¨¹rde. Als er sich wieder vollends zu Anaki drehte und einen Schritt auf ihn zu ging, atmete Etienne tief durch, stand auf und trat mit erhobenen H?nden zwischen sie. Sie h?rte Scarlett fluchen und sah, wie sie aufstand. ?Was auch immer es ist, sicherlich k?nnen wir das friedlich kl?ren¡°, sagte sie l?chelnd. Sie bemerkte, wie der Djinn sich im Schlaf unruhig bewegte, als Halils bedrohlicher Blick auf sie fiel, ?Ich habe geh?rt, das ist dein dritter Tag. Willst du dir wirklich mich zum Feind machen?¡° ?Wir k?nnten auch Freunde werden¡°, warf sie ein. ?Wir werden keine Freunde, wenn du dich zwischen ihm und mir stellst¡°, sagte er und grinste sie boshaft an, ?Wobei. Ich w¨¹rde es mir ¨¹berlegen, wenn du mir einen Gefallen tust.¡° Sie wurde von Anaki zur Seite geschoben und nun fand sie sich auf einmal hinter ihm. ?Lass sie in Ruhe, Halil. Es gibt wirklich gar keinen Grund all diese Menschen hier hineinzuziehen. Lass uns einfach rausgehen.¡°Royal Road is the home of this novel. Visit there to read the original and support the author. Noch bevor er richtig zu Ende gesprochen hatte, ging er keuchend zu Boden, als Halil ihm die Faust in den Magen rammte. Halil l?chelte zufrieden zu ihm hinunter und sah dann wieder zu Etienne, ?Also, der Gefallen.¡° ?Verrenne dich nicht¡°, h?rte sie Scarlett sagen, ?Es gibt eine Grenze von dem, was du dir erlauben kannst.¡° Er lachte und drehte sich zu ihr um, was Keyen dazu verleitete, sich noch mehr vor sie zu stellen. Etienne ging in die Hocke und legte die Hand an Anakis R¨¹cken, w?hrend er weiter nach Luft schnappte. Sie konnte sein ger?tetes Gesicht ausmachen, welches vor Schmerz verzogen war, und Speichel floss sein Kinn hinunter. Sie strich mit der Hand beruhigend seinen R¨¹cken hinunter, hoffte, dass er bald wieder normal atmen konnte. Sie stupste Catjill an, welcher daraufhin aufwachte und leise an ihrer Schulter die Situation betrachtete, w?hrend Halil Scarlett auslachte, ?Ah, k¨¹mmere dich um deinen eigenen Kram. Hast du nicht noch alte M?nner zu verf¨¹hren?¡° Scarletts Gesicht r?tete sich und sie hob trotzig das Kinn. Etienne sah ihren verletzten Blick, welcher sodann wieder von Keyen verdeckt wurde, ?Es reicht Halil. Du machst das Ganze noch zu Raffaels Problem, wenn du so weiter machst.¡° ?Oh entschuldige, mir war nicht bewusst, dass Raffael eine Diktatur f¨¹hrt, in welcher wir armen Mitglieder der neutralen Provinz nichts sagen d¨¹rfen, was wir wollen. Wollen wir schauen was passiert, wenn er sich einmischt?¡° ?Du wei?t, dass ich das so nicht meine¡°, erwiderte Keyen aufgebracht. ?Kannst du stehen?¡°, fragte Etienne Anaki. Dieser nickte unter Schmerzen. ?Dann lass uns dich zur Krankenschwester bringen¡°, meinte sie. ?Was glaubst du, was du da tust?¡°, fragte Halil an sie gewandt. Etienne l?chelte ihn an, ?Genau das, was ich gesagt habe. War nett dich kennengelernt zu haben. Wir sehen uns sicher die Tage ¨¹ber.¡° ?Warte Etienne¡­¡°, fl¨¹sterte Anaki kaum merklich. Etienne musste sich keine Sorgen um Halil machen. Er war ein Mensch. Ihr Djinn besch¨¹tzte sie vor Menschen. Sie wusste nur noch nicht, wie. Die Abmachung hatte sie vor Monaten mit ihm geschlossen. Er hatte sich geweigert, sie im selben Ma?e gegen magische Wesen zu sch¨¹tzen. Aber Menschen waren kein Problem. Etienne hatte zwar nie verstanden, was dabei solch einen Unterschied f¨¹r ihn machte. Menschen waren nicht um so vieles harmloser, wie er es immer darstellte. ?Ist gut jetzt¡°, sagte sie lachend und zog ihn hoch. Dieses Zimmer f¨¹hlte sich noch mehr nach Krankheit an, als vorhin. Musste sie das nun jeden Tag durchstehen? Sie wusste nicht, wie sie die Situation gewaltlos l?sen sollte. Somit konnte sie ihrem Bruder gegen¨¹ber nicht ihr Versprechen einhalten. Sich auf ihren Djinn zu verlassen, war ihre beste M?glichkeit, diese Situation zu bew?ltigen, dabei ihre Neutralit?t m?glichst zu wahren und ihr Versprechen einzuhalten. ?Du denkst wirklich, du kommst damit durch?¡°, fragte Halil und trat zu ihr. Scarlett schob Keyen beiseite und schien zu ihnen treten zu wollen, wurde jedoch von Keyen abgehalten. ?Nur damit das klar ist¡°, rief sie Halil zu, ?Wenn du sie verletzt, wird das kein privates Problem unter Mitgliedern der gleichen Provinz mehr.¡° Etienne blickte zu ihr, leicht ¨¹berrascht von ihrem Versuch sie zu besch¨¹tzen. Halil schien kurz zu z?gern und Etienne dr¨¹ckte Anaki sanft, aber bestimmt, zur T¨¹r. Es war still, als sie zu dieser gingen. Halil wiederholte leise Scarletts Worte und sein Tonfall trieb ihr eine G?nsehaut den R¨¹cken hinauf. Anaki lief gekr¨¹mmt, schien kaum Kraft zu haben, sich gegen sie zu wehren. Etiennes Sinne waren auf Halil konzentriert, von welchem sie sich langsam entfernten. Sie sp¨¹rte die Blicke der anderen, welche die Situation genau beobachteten. ?Ah stimmt¡°, h?rte sie Halil dann sagen, ?Das interessiert mich bei weitem nicht so sehr, wie euch.¡° Sie h?rte schnelle Schritte, wollte sich aus ihrem Instinkt heraus herumdrehen und zuschlagen, eher er es konnte. G?nsehaut schoss ihr den Nacken hinunter und sie war bereit sich zu verteidigen, als Catjill ein lautes Br¨¹llen von sich stie?, w?hrend er von ihrer Schulter sprang und seine Gestalt sich vergr??erte. Er schnappte nach Halil mit seinen nun langen, scharfen Z?hnen. Sie Gestalt schien zu wachsen, sein blaues Fell wurde dunkel. Schwarzer Rauch umgab ihn, w?hrend er so tief knurrte, dass sie das Beben tief in ihrem Inneren sp¨¹rte. Schlagartig wurde es dunkel im Zimmer. Es war, als h?tte jemand in tiefster Nacht das einzige Licht ausgeschaltet, welches die Monster von einem fernhielt. Und genauso wie es gekommen war, war es auch wieder verschwunden. Halil stolperte zur¨¹ck und fiel hin. Etienne blickte mit gro?en Augen zu Catjill, welcher sich langsam wieder zur¨¹ck in seine kleine Katzengestalt begab. Zufrieden leckte er sich ¨¹ber die Pfote. Ein Gef¨¹hl kroch tief aus ihr empor und sie unterdr¨¹ckte es, indem sie ihren Atem kontrollierte und sich vor Augen f¨¹hrte, dass es seine Magie sein musste. Die Angst war jedoch scharf und lie? ihr kalten Schwei? den R¨¹cken herunterlaufen. Sie ist nicht echt, rief sie sich in Erinnerung, versuchte sich durch ihr Wissen zu beruhigen. Ein kurzer Blick in das Zimmer und sie entdeckte Scarlett und Keyen an der anderen Seite des Raumes neben Warlen kauern. Colin hatte seine Waffe gezogen, Valtin stand hinter dem Tisch, hielt dieses wie eine Barriere zwischen sich und Catjill. ?Wir gehen dann mal¡°, sagte Etienne leise, vertraute ihrer Stimme nicht, dass sie nicht zittern w¨¹rde. Dann dr¨¹ckte sie Anaki schnell Richtung T¨¹r. Sie musste ihren Djinn dringend aus den Augen der Leute schaffen. Kontrahenten: Ein Sprung in die Verwirrung Ihr Herz pochte. Die Krallen ihres Djinn schnitten ihr in die Schulter. Ganz hinten in ihrem Kopf meldete sich ihre vern¨¹nftige Stimme und sagte ihr, dass er wahrscheinlich furchtbar Stolz mit seiner Leistung war und deswegen ganz erfreut seine Krallen ein- und ausfuhr. Aber Etienne f¨¹rchtete sich. Die kalte Angst lie? sie in Schwei? ausbrechen. Dieselbe Angst war auch bei Anaki zu sehen, welcher immer wieder mit gro?en Augen zu Catjill sah, mehrmals verwirrt blinzelte und dann wieder wegsah. Nur um dann erneut alarmiert wieder zu ihm zu blicken. Magie, rief sie sich ins Ged?chtnis, wiederholte das Wort wie ein Mantra, versuchte sich wieder aus dem Bann zu ziehen. Catjill hatte den Menschen nicht unbedingt gezeigt, wie gef?hrlich er war, aber er lie? sie dennoch um ihr Leben zittern. Die meiste Zeit ¨¹ber war er still und ruhig gewesen. War von zu neugierigen Blicken und Fragen abgeschirmt, hatte daf¨¹r gesorgt, dass er nicht zu viel Aufmerksamkeit bekam. Was, wenn es zu viel gewesen war? Wenn es jetzt in ihren K?pfen zu rattern anfangen w¨¹rde, sich langsam ihre Gedanken durch die Magie k?mpften, dann k?nnten sie pl?tzlich zur Realisation kommen, dass es sich wahrhaftig um einen Djinn handelte. Sie w¨¹rden verstehen, was f¨¹r ein besonderes Wesen er war, anstatt sich einfach nur damit zufriedenzugeben, dass es sich um ein Anh?ngsel von Etienne handelte. ?Was zum Teufel,-¡°, spuckte Anaki atemlos aus. Er beendete den Satz nicht und sah dann zu dem Djinn an ihren Schultern, welcher weiterhin Stolz und Selbstzufriedenheit ausstrahlte. Neben der Angst setzte nun Panik bei Etienne ein. ?Was genau hat Halil gegen dich?¡°, fragte sie ihn schnell, versuchte seine Aufmerksamkeit von dem Djinn abzulenken, damit sein Zauber wieder subtil zu wirken anfing. ?Was?¡°, fragte er und sein panischer Blick wanderte wieder zu ihr, schien seine Schmerzen f¨¹r einen Moment vergessen zu haben. ?Ich h?tte nicht gedacht jemanden an dieser Schule zu treffen, der so schnell und agil scheint¡°, plapperte sie los, ?Und mit so jemandem hast du einen Streit? Und wieso hat die Lehrerin sich nicht eingemischt? Und wieso kam Halil heute zu dir?¡° Sie bombardierte ihn mit Fragen und merkte, wie er langsam sich mehr und mehr auf ihre Stimme konzentrierte. Sein Blick wurde wieder etwas klarer. Seine H?nde zitterten weniger, die Atmung beruhigte sich. Der k¨¹nstlich erzeugte Schleier der Angst, welcher sich um sie alle gelegt hatte, wurde langsam ersetzt durch den Schleier der unfreiwilligen Ignoranz und Ahnungslosigkeit. Sie w¨¹rden ihn bald vergessen. Und auf einen Schlag war sie so gl¨¹cklich dar¨¹ber, dass Raffael nicht anwesend war. Etienne war sich wirklich nicht sicher, ob er es wieder vergessen w¨¹rde, nicht bei seinen stetig pr¨¹fenden Blicken. Anaki st?hnte pl?tzlich schmerzerf¨¹llt auf, als sie die Treppenstufen hinunterstiegen. Etienne sah besorgt hinter sich, aber die Klassent¨¹r war noch geschlossen. Ihr Hirn fing wieder zu funktionieren an. Sie sollten schnell weg, bevor Halil ebenfalls zu sich kam. Schnell und besorgt, half sie Anaki hinunter. Auf dem Weg zur Krankenstation, von denen es, wie sie erfahren hatte, ganze vier gab, begegneten sie anderen Sch¨¹lern und neugierigen Blicken. Einer fragte Anaki sogar lachend, ob er sich wieder mit Halil angelegt hatte, woraufhin Anaki nur ein m¨¹des L?cheln zustande brachte. ?Scheinen ja alle zu wissen, worum es geht¡°, meinte Etienne dann. War das ein seltsames Spiel zwischen ihnen, von dem alle wussten und sich deswegen nicht einmischten? Ein schwaches Seufzen und dann eine leise Antwort, ?Ich hatte noch nie mit jemandem aus der Schule einen Streit. Aber als ich dann doch einen hatte, habe ich mir nat¨¹rlich den besten Gegner herausgesucht.¡° ?K?nnt ihr euch nicht einfach wieder vertragen?¡°, fragte Etienne. Ein Husten, noch mehr schmerzerf¨¹llte Blicke. Anaki hielt sich weiterhin die Seite, lief gekr¨¹mmt, ?Er will sich nicht vertragen.¡° Etienne blickte besorgt zu ihm und wechselte dann das Thema, indem sie auf die Stelle deutete, wo er ihn geschlagen hatte, ?Wie schlimm ist das?¡° Er antwortete ihr nicht. Dann sah er tadelnd zu ihr, ?Ich wei?, ich hab gesagt, mit dir wurde heute genug geschimpft, aber ich habe hierzu meine Meinung ge?ndert.¡° Sie h?rte die Glocke klingeln, welche das Ende der Pause ank¨¹ndigte. Etienne hoffte, dass wenn sie in die Klasse zur¨¹ckkehrte, dort keine weiteren unangenehmen ¨¹berraschungen auf sie warten w¨¹rden. Also war es an der Zeit, Anaki loszuwerden, erst recht, wenn er w¨¹tend sein wollte. ?Ich bin immer noch der Meinung, dass es genug war.¡° Er l?chelte leicht, ?Du bist in der neutralen Provinz, oder? ¨¹berlege dir vielleicht f¨¹r die Dauer deines Aufenthalts die Provinz zu wechseln. Halil wird dich nicht bel?stigen k?nnen, wenn du in einer anderen bist.¡° Etienne lachte, ?Das werde ich definitiv nicht tun. Sonst muss ich einem von denen noch Frage und Antwort stehen.¡° ?Besser, als von Halil zusammengeschlagen zu werden¡°, sagte Anaki. Etienne dachte nach. Dachte dann daran, wie es w?re, in Raffaels Provinz zu sein. Oh, er w¨¹rde sie sicher drangsalieren mit seinen besserwisserischen Vorstellungen von dem, was sie tun und lassen sollte. Ihr Herz fing schnell zu schlagen an, als ihr eine andere Sorge bewusst wurde. Raffael w¨¹rde w¨¹tend werden. ?Nein¡°, sagte sie, ?Das ist auf alle F?lle ein Nein.¡° ?Dann h?ttest du dich nicht einmischen d¨¹rfen! Wie die anderen auch.¡° Er ?chzte und legte sich die Finger an den Nasenr¨¹cken. Sie war sich nicht sicher, aber sie glaubte, diesmal lag es mehr an ihr, als an seinen Schmerzen. ?Nun ist es eh egal. Es ist schon passiert¡°, sagte Etienne, w?hrend sie langsam zu der T¨¹r des Krankenzimmers kamen. Er wird w¨¹tend werden, dachte sie erneut, Raffaels Gesicht vor ihren Augen. Sie hatte ihm zugesichert keinen ?rger zu machen. Und es hat nicht einmal einen Morgen gedauert. Sie l?chelte Anaki so breit an, wie es ging, ?Mal abgesehen davon, kann ich gut auf mich aufpassen.¡° Er seufzte schwer und verzog dann vor Schmerz das Gesicht. ?Gut, genug davon. Lass uns schnell reingehen¡°, sagte Etienne und ?ffnete dann die T¨¹r zu dem Krankenzimmer. Es roch nach Desinfektionsmittel und Brokkoli. Ein sehr nett aussehender Mann drehte sich vom Schreibtisch zu ihnen um, schluckte sein Essen hastig hinunter, w?hrend er seine Brille aufsetzte. Er erblickte zuerst zu Etienne, welche hineinging und inspizierte die blauen Flecken und Verb?nde, welche sie vom Vortag hatte. Dann wanderte sein Blick zu Anaki und Etienne konnte es ihm ansehen, dass er genau zu wissen schien, was vorgefallen war.Love what you''re reading? Discover and support the author on the platform they originally published on. ¡ã?¡ï?¡ã¡ß.?.¡ß¡ã?¡î?¡ã Etienne hatte Catjill zur¨¹ck zu Tatinne geschickt und war wieder vorsichtig in die Klasse gegangen. Die Gedanken um Raffaels Wut, dessen Zeuge sie in Tatinnes K¨¹che geworden war, kreisten in ihrem Kopf. Erleichtert hatte sie festgestellt, dass Halil nicht mehr da war und Warlen ihren Unterricht f¨¹hrte. Die Nervosit?t war der ?lteren Frau anzusehen, doch sie kommentierte es nicht, dass der kleine Djinn nicht mehr da war. Nach einem z?gerlichen Momente hatte sie Etienne strahlend begr¨¹?t und w?hrend die anderen ihre Arbeit fortgef¨¹hrt hatten, hatte sie sich zu ihr gesetzt und war mit ihr gemeinsam die Themen durchgegangen. Etienne hatte betr¨¹bt feststellen m¨¹ssen, deutlich mehr abverlangt wurde, als sie es sich je h?tte vorstellen k?nnen. Es war ein Zusatzfach. Nichts, was wirklich wichtig war. Aber dennoch musste sie auch hier gute Leistungen erbringen und ihr entschloss sich nicht, wie sie diese alte Sprache in wenigen Wochen lernen sollte. Somit ¨¹berdachte Etienne noch einmal ganz genau, ob sie sich ihr Verhalten bei O¡¯Donnel weiter leisten sollte. Nicht, dass sie es doch irgendwie zu Stande bringen w¨¹rde, sie vorher zu verbannen. ?Um Himmels willen, da liegt einiges an Arbeit vor uns¡°, hatte Warlen gesagt. Etienne hatte ihr entgegengel?chelt. Trotzt dessen, dass sie kein Wissen in den alten Sprachen hatte, hatte sie erstaunlich viel Spa? daran, ¨¹ber sie zu lernen. Zu ihrem Gl¨¹ck, konnte sie eine besonders gut lesen, wenn auch nicht fehlerfrei sprechen. Diese hatte einen wichtigen Stellenwert in der Welt der Fl¨¹che und Zauber gehabt, sodass Etienne nie etwas anderes ¨¹brig geblieben war, als sie zu erlernen. Immerhin konnte sie hier Punkten. Jedoch nur, solange es im Zusammenhang mit den entsprechenden Themen war. Warlen hatte schnell ihr Interesse in diesem Bereich bemerkt und die anderen Themen vom Tisch gefegt. Warlen hatte sie anschlie?end alle fr¨¹her entlassen. Scarlett hatte die Chance ergriffen und war sofort zu ihr gekommen. Etienne hatte noch einen Protest von Keyen geh?rt und dann war die Welt auf einen Schlag bunt, dann hell und dann verschwamm die Sicht. ¨¹belkeit stieg in ihr auf. Sie rieb sich die Augen, w?hrend die Sicht langsam zur¨¹ckkehrte. Etienne l?chelte Scarlett unzufrieden an, ?Eine Vorwarnung w?re ganz nett gewesen.¡° Scarlett zuckte entschuldigend mit den Schultern, ?Nur ein kleiner Nebeneffekt.¡° ?Wo sind wir?¡°, fragte Etienne. ?Im zweiten Geb?ude der Schule.¡° ?Und wieso hast du mich hergeholt?¡°, fragte Etienne, w?hrend sie sich nun neugierig umblickte. Sie war nur daran vorbeigelaufen und Miss Arvon hatte ihr nicht viel dazu erz?hlt. Sie wusste nur, dass es hinter der Schule lag und ziemlich leer stand. Es sollten Renovierungen vorgenommen werden, diese wurden jedoch angehalten. Als Etiennes Blick sich langsam kl?rte, konnte sie die gro?e Halle erkennen, welche von Plastikplanken und Ger¨¹sten gef¨¹llt war. Der Geruch von Putz erf¨¹llte den Raum. ?Damit Halil nicht noch einmal hineinschneit und dich bel?stigt, nachdem du so erfolgreich seine Aufmerksamkeit von Anaki auf dich gelenkt hast. Und nach deiner seltsamen Aktion vorhin wird er zu tausend Prozent auf dich zur¨¹ckkommen. Eher fr¨¹her als sp?ter.¡° Sie bedachte Etienne mit einem langen Blick. Die ¨¹belkeit verschwand nach einigen Momenten und als Etienne ihren Blick erwiderte, sank sie nach einem Moment den ihren auf ihre Fingern?gel. ?Was ist?¡°, fragte Etienne. Scarlett sah wieder zu ihr und meinte dann l?chelnd, ?Ich mache mir langsam etwas Sorgen um dich. Erst Gilgian, nun Halil. Mir scheint, du bist ein Magnet f¨¹r Menschen mit nervigen Eigenschaften.¡° ?Hat mit deinem Cousin angefangen¡°, erwiderte Etienne trocken. Zu ihrer ¨¹berraschung lachte Scarlett, ?Das kann ich nicht leugnen. Muss f¨¹rchterlich gewesen sein, auf einmal drei Gestalten vor dir zu haben, welche etwas von dir wollen und die du noch nie zuvor gesehen hast.¡° ?Und noch dazu habt ihr mich bestohlen, das machte es deutlich schlimmer¡°, f¨¹gte Etienne hinzu. Scarlett zuckte mit den Schultern und grinste dasselbe Grinsen, dass Etienne schon von Raffael kannte, ?Zeig uns an.¡° Ihr Handy klingelte und Scarlett versteifte sich f¨¹r einen Moment und holte es dann seufzend hervor. Sie schaute aufs Display und schien nicht so recht zu wissen, was sie tun sollte. ?Ruft Raffael an, damit du ihm alles erz?hlen kannst?¡°, fragte Etienne l?chelnd und sp¨¹rte, wie etwas, was Angst ?hnelte, in ihr hochstieg. Sie hatte erst am Vortag mit ihm dar¨¹ber gesprochen und ihm versichert, keinen ?rger zu machen. Es wunderte sie nicht, dass sie das nicht einhalten hat k?nnen. Es war nur viel fr¨¹her passiert, als sie gedacht hatte. Scarlett blickte z?gerlich zu ihr und dr¨¹ckte dann den Anruf weg, ?Keyen hat ihn wahrscheinlich direkt angerufen, nachdem ich mit dir weg bin. Er wird immer so panisch. Ein Grund mehr f¨¹r meinen kleinen ¨¹berfall. Er h?tte uns sonst nicht gehen lassen.¡° ?Ist er so was wie dein Bodyguard?¡° ?Oh nein. Ich komme ganz gut alleine klar. Er ist eigentlich ein langj?hriger Freund von uns. Wir wohnten fr¨¹her Nebeneinander¡°, erz?hlte sie Etienne, ?Ich will ihn nicht unn?tig in das Ganze reinziehen. Er tendiert dazu, sich Hals ¨¹ber Kopf hineinzust¨¹rzen und keine R¨¹cksicht auf sich zu nehmen.¡° ?Hat er euch dabei geholfen, den alten Herrscher zu st¨¹rzen?¡°, fragte Etienne. Tatinne hatte ihr erz?hlt, dass Raffael dies in wenigen Wochen geschafft hatte. Hatte aber nicht alle Einzelheiten herausgefunden, nur, dass Raffael einige Wochen zuvor die Ehefrau von Nexim aufgesucht hatte. Scarletts Ausdruck versteinerte sich und Etienne merkte, wie die selbstsichere, ruhige Fassade br?ckelte. Sie l?chelte schief und ihr Augen wanderten von einer Ecke des Raumes in die andere. Etienne wunderte sich, ob Raffael mit seiner Macht¨¹bernahme zu konfrontieren zu derselben Reaktion bei ihm f¨¹hren w¨¹rde. Vielleicht sollte sie ihn damit bombardieren, bevor er die M?glichkeit bekam, sie in die Mangel zu nehmen. Scarlett seufzte und rieb sich dann mit der Hand den Nacken, ?Nein. Aber das ist eine lange Geschichte. Frag Raffael.¡° Etienne l?chelte und lie? ihre Augen im Zimmer wandern, damit sie sich nicht zu sehr von ihr eingesch¨¹chtert f¨¹hlte. Ihre Stiefmutter hatte ihr das mal geraten, da sie der Meinung war, dass Etiennes Augen die Menschen zu sehr einsch¨¹chterten. Scarletts Augen waren im Vergleich zu ihren in einem dunklen, warmen braun. Sicherlich hatte sie nicht diese Wirkung auf andere. ?Was machen wir jetzt, nachdem wir hier gelandet sind?¡° ?Die Pause aussitzen. Wir k?nnten nach ganz oben aufs Dach gehen. Fr¨¹her sind wir oft dorthin gegangen¡°, sagte Scarlett. ?Bekomme ich eine F¨¹hrung?¡°, fragte Etienne l?chelnd. Scarlett l?chelte und schien ihre Selbstsicherheit wieder zur¨¹ckbekommen zu haben. ?Die Treppe hoch, dann den Gang links halten, dann nach rechts die Treppe nach ganz oben nehmen¡°, sagte Scarlett ihr aufgeregt. ?Ah ja?¡°, fragte Etienne verwirrt zur¨¹ck. Scarlett trat nerv?s von einem Fu? auf den anderen. ?Ich bin noch etwas¡­ desorientiert.¡° ?Ah¡°, sagte Etienne verst?ndnisvoll. Der Nachteil des Raumspringens. Das erkl?rte auch, wieso Scarlett sich nicht von der Stelle ger¨¹hrt hatte oder das sanfte Wackeln ihres K?rpers von einer Seite zur anderen. Sie w¨¹rde wahrscheinlich links und rechts nicht auseinanderhalten k?nnen. Oder oben und unten. Etienne konnte sich nicht vorstellen wie furchtbar sich das anf¨¹hlen musste, sich auf seine Orientierungssinne schlagartig nicht mehr verlassen zu k?nnen. Aber jede Magie, angeboren oder nicht, hatte einen Preis und dieser hier war Scarlett zugeschrieben. Und Scarlett schien die Nachteile gut aushalten zu k?nnen. Kontrahenten: Sich verewigen ?Es f¨¹hlt sich an, wie eine Ewigkeit, seit ich das letzte Mal hier war. Als Raffael und ich auf die Schule gekommen sind, haben wir uns mit den Anderen immer hierhin geschlichen. Wir w?ren beinahe rausgeschmissen worden. Das Geb?ude steht schon seit einer Ewigkeit geschlossen. Seit dem gibt es einen Wachmann¡°, erz?hlte sie und Etienne meinte, Stolz aus ihrer Stimme herauszuh?ren. Irgendwann hatte Scarlett die F¨¹hrung wieder ¨¹bernommen. Schon bald entdeckten sie den gelangweilten gro?gewachsenen breiten Mann, welcher singend den Gang mit schleifenden Schritten entlang schlenderte. Scarlett f¨¹hrte Etienne zu einer unverschlossenen T¨¹r in einem anderen Flur und sie versteckten sich dort, bis er an ihnen vorbeigegangen war. Dann schlugen sie den Weg weiter zum Dach an. Als sie oben ankamen, traf Etienne der kalte Wind. Am Horizont erstreckte sich eine dunkle Wolkenfront. Es sah nach einem Gewitter aus, welches vom Meer zu ihnen her¨¹bergetragen wurde. W?hrend Scarlett direkt einige Abdeckplanen ansteuerte, sah Etienne sich um. Eine dunkelbraune und kahle B?umefront erstreckte sich vor ihr. Hinter sich konnte sie das Hauptgeb?ude der Schule ausmachen. Es war deutlich h?her. Der Turm, welcher mit dem Geb?ude vor Jahrzehnten noch eine andere Funktion hatte, erstreckte sich hoch ¨¹ber ihr. Von dort w¨¹rde sie nicht nur ganz Calisteo sehen, sondern auch weit hinter die Stadt blicken k?nnen. Die H?he ¨¹bte eine Faszination auf sie aus und das n?chste Mal wollte sie dorthin. Etienne lief an der halbhohen Wand entlang, welche sie an ein Mosaik erinnerte, gef¨¹llt mit der Geschichte der vergangenen Jahre. Nur dass es nicht vergleichbar war mit dem Gebilde in Vheruna, welches sich ¨¹ber die ganze Front des Parlamentsgeb?udes erstreckte und die Geschichte von der dunklen Stunde bis hin zum ersten Licht erz?hlte. Hier, bei dieser selbstgemachten Miniaturausgabe, entdeckte Etienne verschiedene selbstgemalte Bilder. Mache waren f¨¹rchterlich schlampig, andere mit viel M¨¹he und Detail. Aber sie alle waren bunt und hoben sich besonders von der grauen Wand und des grauen Gef¨¹hls des st¨¹rmischen Tages ab. In den W?nden war flache Beleuchtung eingebaut. Auch diese war mit Spr¨¹chen und Namen bekritzelt. Etienne entdeckte auch den ein oder anderen Wunsch. Jemand hatte geschrieben, dass er K¨¹nstler werden wollte, ein anderer, dass er nach Vheruna und dort eine Schneiderei aufmachen wollte. Jemand anderes hatte Familie aufgeschrieben. Ein weiterer wollte reich werden. Etienne entdeckte weitere S?tze, ¨¹berflog sie alle. Von besonderen Begehren zu kleinen W¨¹nschen, alles war dabei. Ein gefundenes Fressen f¨¹r einen Djinn, dachte sie l?chelnd. Zwischen den S?tzen konnte sie auch Namen ausmachen. Sie entdeckte sehr schnell Scarletts Namen, sowie den von Raffael. Sie sah auch Keyens Namen. Zu ihrer ¨¹berraschung sah sie jedoch auch welche, den sie nicht erwartet hatte. Einer davon war der von Elias. Auch Valtin war dabei. Etienne sah zu Scarlett, welche unter der dreckigen, gr¨¹nen Planen eine Kiste herauszog und ?ffnete. Neugierig ging sie zu ihr und sah ihr ¨¹ber die Schulter. Es waren diverse Gegenst?nde in der Kiste zu finden. Etienne entdeckte einige Notizhefte, welche sehr alt aussahen. Sie sah ein Pl¨¹schtier und Nagellack, einige Filzstifte. ?Was ist das?¡°, fragte sie und Scarlett zuckte zusammen. Etienne sah sie entschuldigend an. ?Habe ich mir ¨¹ber die Jahre hinweg zusammengesammelt.¡° Sie hielt Etienne grinsend einen Filzstift hin und sprach weiter, ?Willst du dich auch verewigen?¡° Etienne sch¨¹ttelte den Kopf, ?Ich passe.¡° Scarlett lachte, ?Ah komm. Bisher haben sich fast alle ¨¹berreden lassen. Du brichst eine richtig unwichtige Tradition. Au?erdem k?nnte ich damit angeben, dass ein k¨¹nftiger Herrscher mit mir hier oben war. Ganz allein. Die werden denken, ich w?re ganz wichtig.¡° Etienne hob abwehrend die Hand, ?Nein.¡° Scarlett warf den Stift wieder in die Kiste, welcher klackernd von der Ecke zur¨¹cksprang und zwischen den Heften landete. ?Vielleicht ?nderst du ja irgendwann deine Meinung.¡° ?Hast du vor mich ?fters hierhin zu bringen?¡°, fragte sie und kalter Wind wehte beinahe ihre Worte davon. Scarlett setzte sich anders hin und zog die Kiste auf ihren Scho?, ?So wie es aussieht, ja. Ich werde mal die Tage ¨¹ber schauen, inwiefern Halil vorhat, sich dich herauszupicken. Wenn er es auf dich abgesehen hat, dann werden wir uns ?fters hier wiederfinden.¡° Etienne unterdr¨¹ckte es, das Gesicht zu verziehen. Sie konnte ihre Zeit nicht damit verschwenden, sich hier oben zu verstecken. Sie musste herausfinden, wie sie mit Meng oder Elias in Kontakt treten konnte. ?Habt ihr eure Namen auf die Lichter geschrieben.¡° Scarlett nickte, w?hrend sie ein kleines, buntes Fl?schchen herausholte und neben sich stellte, ?Nachts haben hier fr¨¹her die Lampen geleuchtet. Manchmal macht die Stadt das noch. Zum Neujahrsfest lassen wir sie aufleuchten. Dann heben sich die Namen vor dem Licht richtig sch?n ab. Vor allem, wenn es schneit, sieht es traumhaft aus. Warst du schon mal beim Fest?¡°You could be reading stolen content. Head to Royal Road for the genuine story. Etienne sch¨¹ttelte den Kopf, ?Nein. So lange werde ich aber auch nicht bleiben.¡° Scarletts Augen wanderten zu ihr und sie grinste, ?Wir werden sehen. Falls aber doch, dann schreibst du deinen Namen auf.¡° Etienne l?chelte und antwortete ihr nicht. Scarlett wartete auch keine Antwort ab, sondern wandte sich wieder ihrer Kiste zu. Die Notizb¨¹cher lagen achtlos neben ihr. Etienne war neugierig, was sie drin lesen w¨¹rde. Scarletts Handy klingelte erneut. Sie schnalzte mit der Zunge und sah wieder auf das Display, ?Er will aber auch nicht aufgeben.¡° Sie dr¨¹ckte ihn erneut weg und schrieb einen Text. ?Also, Etienne¡°, fing Scarlett zu sprechen an und warf ihr einen neugierigen Blick zu, ?Wie findest du es hier in Calisteo bisher?¡° ?Ganz nett f¨¹r ein paar Tage, aber ich pers?nlich w¨¹rde mich hier nicht niederlassen.¡° ?Wie schade¡°, sagte Scarlett, ?dabei ist es eigentlich eine solch ruhige kleine Stadt. Zumindest im Vergleich zu den anderen. Hab ich geh?rt.¡° Sie kramte ein weiteres, diesmal gr¨¹nes, Fl?schchen aus der Kiste und legte es zur Seite neben das braune. ?Warst du schon mal in einer anderen Stadt?¡°, fragte Etienne. Sie zweifelte es an. ?Nein¡°, sagte Scarlett kopfsch¨¹ttelnd, ?Aber ich will irgendwann nach Vheruna. Es war schon immer mein Traum, dort zu leben.¡° Etienne l?chelte. Wenn Scarlett vorh?tte, in Vheruna in die Politik einzusteigen, dann konnte sie sich auf was gefasst machen. Vheruna war politisch gesehen der Inbegriff eines Schlachtfelds. Es war eine gro?e, wohlhabende Stadt und wie Calisteo, war sie neutral. Damals, als die alte Welt zusammengebrochen war, war sie der Zufluchtsort f¨¹r all die Menschen, die versucht haben die Monster zu ¨¹berleben. Blue Moon hat ¨¹ber sie geherrscht, bevor sie im Angesicht der Spaltung zur vollst?ndigen Neutralit?t ¨¹bergegangen und Blue Moon zur¨¹ckgetreten war. Aber die historische und politische Relevanz von Vheruna war noch immer so immens, dass die anderen Familien versuchten, Einfluss auszu¨¹ben. Vor allem da der Rat, welcher dem Herrscher unterstand, in regelm??igen Abst?nden neu gew?hlt wurde. Es ab viele offene und verborgene K?mpfe. Den ¨¹berblick ¨¹ber all das Geschehen zu behalten, schien beinahe unm?glich. Dennoch, schien es dem aktuell amtierenden Herrscher zu gelingen. ?Wird schwer nach Vheruna zu kommen, wenn du eine Provinz zu regieren hast¡°, sagte Etienne. Scarlett zuckte mit den Schultern, ?Wird schon klappen. Vor allem, wenn wir sowieso bald abgel?st werden.¡° ?Was willst du dort machen?¡°, fragte Etienne weiter nach, ?Schneiderin werden?¡° Scarlett blickte ¨¹berrascht zu ihr hoch, ?Woher wei?t du das?¡° Etienne l?chelte, ?Habe nur geraten.¡° Scarlett sah sie aus zusammengekniffenen Augen an und Etienne merkte, wie sie nachdachte. Nach einem Moment sah sie zu der Wand hinter Etienne und dann l?chelte sie, ?Geraten? H?tte nicht gedacht, dass du dieses alte Gekritzel siehst. Das steht da schon seit Jahren. Aber du hast recht. Ich habe tats?chlich vor, eine Schneiderei zu er?ffnen. Ich lerne bei Alberto das Handwerk, schon seit Jahren. Und ich hoffe, dass ich es f¨¹r den Rest meines Lebens machen kann.¡° Scarletts Augen schienen zu leuchten und Etienne trat unangenehm von einem Fu? auf den anderen. Sie verstand nicht, wieso Menschen eine Obsession ¨¹ber einfaches Handwerk ausbildeten. ?Dieser m¨¹rrische Mann hat einen Sch¨¹ler?¡°, fragte sie dann, mehr gezwungen, irgendetwas zu erwidern, als wirklich eine Antwort zu wollen. Scarlett lachte, ?Du hast ja gar keine Ahnung, was ich alles durchmachen musste, um ihn zu ¨¹berzeugen, mich zu unterrichten. Ich hab zun?chst nur bei ihm gearbeitet und das Atelier sauber gehalten. Und dann bin ich ihm jahrelang bettelnd hinterhergelaufen. Er konnte mich nicht rausschmei?en, weil hinter diesem grummeligen alten Mann ein weiches Herz steckt und er es niemals ¨¹ber sich gebracht h?tte, eine Weise vor die T¨¹r zu setzen, dessen Adoptivfamilie noch dazu nicht sonderlich wohlhabend war. Also hat er sich das angeh?rt, bis er aufgegeben hat.¡° Etienne h?tte ¨¹ber die freche Art und Weise gelacht, wenn Scarlett sie nicht pl?tzlich erwartungsvoll angeschaut h?tte. Kontrahenten: Emotionsgewalt ?Welche Farbe willst du haben?¡° Etienne blinzelte verwirrt, ¨¹berrascht von der Frage. Es gab ein helles Gr¨¹n und ein mattes Braun. ?Ich glaube nicht, dass wir die Zeit daf¨¹r haben¡°, warf sie ein. ?F¨¹r eine Hand wird¡¯s reichen¡°, erwiderte Scarlett grinsend. F¨¹r einen Moment herrschte Leere in ihrem Kopf. Sie starrte die zwei Farben an und war sich nicht sicher, was sie Scarlett antworten sollte. Sie wusste, wof¨¹r das war. Ihre Tante nutze einige davon. Ebenso wie ihre Stiefmutter und ein Teil der anderen Frauen in ihrer Familie. Sie nutzten diesen jedoch nicht, um sch?ne N?gel zu haben. Zumindest nicht nur. ?Hast du das schon mal gemacht?¡°, fragte Scarlett sie. Etienne sch¨¹ttelte z?gerlich den Kopf. Sie geh?rte nicht zum Teil der Familie, der das machte. ?Na dann wirds Zeit f¨¹r ein erstes Mal. Welche Farbe magst du?¡°, sie sch¨¹ttelte die Fl?schchen, ?Das Gr¨¹ne passt zu deinen Augen, das Braun ist eher etwas dezenter.¡° Ihr Mund sprach schneller, als sie denken konnte, ?Braun.¡° Sie trat zur Scarlett und setzte sich vor sie, wunderte sich, was sie da eigentlich tat. Scarlett legte das eine Fl?schchen weg und sch¨¹ttelte das andere ausgiebig. Sie schraubte den Deckel auf und betrachtete die Farbe, ?Es ist ganz sch?n alt.¡° ?Wie wurde das hergestellt?¡°, fragte sie z?gerlich, ?Aus ?l?¡° Die Basis f¨¹r fast alles. Scarlett schnaubte, ?Aus ein paar Kartoffeln, Mais und einigen Eisenerzen, dessen kleine Mengen ich mir damals von meinem Nachbarn hab mitbringen lassen. Keyens Vater arbeitet in einer Mine, dort hat er mir einige Kr¨¹mmel mitgebracht. Niemals k?nnten wir es uns leisten, das Erd?l daf¨¹r zu verwenden. Die wenigen Mengen, die wir haben, nutzen wir haupts?chlich f¨¹r die Maschinen. In Vheruna machen sie es anders, oder? Ich habe geh?rt, sie haben eine Fabrik aufgebaut, welche es verarbeitet und sie bekommen daraus ganz viele verschiedene Sachen aus denen sie ganz viele verschiedene andere Sachen machen. Leider muss ich dich entt?uschen, bei mir gibt es Nagellack nur aus Kartoffeln.¡° ?Also¡°, meinte Etienne langsam und versuchte das Gespr?ch zur¨¹ck zum f¨¹r sie Wichtigem zu lenken, ?du hast vor nach Vheruna zu gehen. Das bedeutet, du und Raffael habt vor, den Job an mir abzuschmieren und die Stadt zu verlassen.¡° Scarlett schaut kurz zu ihr hoch, nahm dann ihre Hand in ihre etwas kalten Finger und fing an, ihre Fingern?gel mit der braunen Farbe zu bemalen. ?Es ist nicht ganz so einfach. Ich werde fr¨¹her oder sp?ter auf jeden Fall von hier verschwinden. Eigentlich war mein Plan, nach dem Abschluss loszuziehen. Aber da Raffael nun Herrscher ist, will ich ihn damit nicht alleine lassen. Ich muss zugeben, ich war sehr aufgeregt zu h?ren, dass er abgel?st werden sollte. Sollen sich doch die Erwachsenen darum k¨¹mmern, welche es in den letzten Jahren nicht gebacken bekommen haben, uns vor dem Monster zu sch¨¹tzen.¡° Etienne konnte die Ern¨¹chterung in ihrem Gesicht ausmachen, w?hrend Scarlett sich auf ihre T?tigkeit konzentrierte. Sie war sicherlich entt?uscht gewesen, Etienne im Chateau vorzufinden. Vor allem Raffael musste sich die Haare raufen. Etienne war sich sicher, dass er die Herrschaft nicht einfach so abgeben w¨¹rde, zumindest nicht ohne Vorkehrungen getroffen zu haben. Und sie konnte sich sehr gut vorstellen, dass er den Stein gegen sie verwendete, um sich Zeit zu verschaffen, die n?tigen Vorkehrungen zu treffen. Stellte sich die Frage, welche genau es waren. ?Und was hat er vor, wenn er nicht mit dir nach Vheruna gehen wird? Ihr zwei scheint einander sehr nahe zu sein.¡° Scarlett zuckte mit den Schultern, ?Ah, er wird diese Stadt nicht verlassen. Das ist mir genauso klar, wie es ihm klar ist, dass ich nicht hier bleiben werde. Aber das macht nichts. Wir k?nnen uns auch aus der Ferne unterst¨¹tzen. Und was ist schon eine kleine Reise von Vheruna nach Calisteo, wenn ein geliebter Mensch mal Hilfe braucht?¡°Help support creative writers by finding and reading their stories on the original site. Etienne l?chelte. Mit dem Zug w¨¹rde es eineinhalb Tage dauern. Und es w¨¹rde teuer werden. Die Gleise f¨¹r diese lange Reise mussten instand gehalten werden, was in der gef?hrlichen W¨¹ste, welche zwischen Calisteo und dem Rest der Welt lag, eine gro?e Herausforderung war. Daf¨¹r mussten die Reisenden zahlen. Einer der Gr¨¹nde, weshalb Calisteo es wirtschaftlich nicht einfach hatte. ?Wieso habt ihr die Herrschaft ¨¹bernommen, wenn ihr sie nicht wolltet?¡°, fragte Etienne. Sie wusste von Tatinne, dass die beiden eher reingeschlittert waren, als das sie es wirklich gewollt hatten. Scarlett machte ruhig weiter und widmete sich dem n?chsten Fingernagel. Etienne bemerkte jedoch, wie ihre Schultern sich anspannten und ihr L?cheln aus dem Gesicht verschwand. Die Glocke l?utete, doch Scarlett merkte es nicht. Sie atmete tief durch, blickte noch immer starr auf Etiennes Hand, als w?re sie nicht in der Lage zu ihr hochzuschauen. Etienne konnte in ihrem Gesicht Scham ausmachen, gemischt mit Angst. ?Es war einfach eine komische Zeit¡°, sagte sie schlie?lich, noch immer in einer ruhigen Stimme, welche nicht zu dem Ausdruck in ihrem Gesicht passte. Etienne merkte sich diesen. Vielleicht w¨¹rde sie ihn bei Raffael auch sehen. Und wenn er es zu verstecken versuchen w¨¹rde, dann wusste sie, worauf sie achten konnte. Es war erstaunlich. Die beiden waren sich ?hnlich. Es war offensichtlich, dass sie verwandt waren. Aber Scarlett war viel leichter zu lesen, als Raffael. ?Hattet ihr keine Wahl?¡°, fragte Etienne weiter nach. Sie wollte Scarlett fragen, ob Halils Kommentar etwas damit zu tun hatte. Aber sie konnte sich nicht ¨¹berwinden. Sie erinnerte sich an den verletzten Blick von ihr und entschied, dass es noch nicht notwendig war. Scarlett seufzte, als sie den letzten Finger vornahm, und sagte, ?Nexim und seine Frau Alva waren furchtbar gewesen. So sehr ich diesen Job hier hasse, ich w¨¹rde ihn nochmal machen, solange diese beiden weg sind. Sie und ihre kleinen Speichellecker, welche unsere Provinz terrorisiert haben. Einige von ihnen versuchen es noch immer, aber es sind weniger geworden. Es gab so einige gute Menschen, die nur allzu bereit waren sich f¨¹r das Gute einzusetzen. F¨¹r unsere Freiheit. Und als wir die Chance dazu hatten, haben sie die Chance auch ergriffen. Nun sind wir mehr gute Menschen, als schlechte.¡° ?Haben die schlechten gestern Nacht zuf?llig etwas in die Luft gesprengt?¡°, fragte Etienne nach. Das entlockte Scarlett ein tiefes Seufzen und nun konnte Etienne Wut in ihren Augen sehen. Ein Funken, den sie am Vorabend bei Raffael ?hnlich beobachtet hatte. Doch w?hrend Raffael die Wut hinter einem L?cheln versteckt hatte, schien Scarlett sie in all ihrem Sein nach Au?en zu tragen. Ihre Wangen f?rbten sich rot vor Aufregung, die Augen sahen aus, als w¨¹rden sie Funken spr¨¹hen. Sie sah nun zu Etienne hoch, w?hrend sie das Fl?schchen wieder verschloss, ?Es gibt noch immer einige betr¨¹bte Loser, welche sich in Banden zusammengeschlossen haben. Nun terrorisieren sie weiter und denken, dass sie damit Geh?r bekommen. Es ist leider nicht ganz unwirksam¡°, f¨¹gte sie dann s?uerlich hinzu, ?Das Hauptproblem sind die anderen Provinzen. Auch nach Gilgians Macht¨¹bernahme, haben sich viele Pers?nlichkeiten, welche bei der Leitung der Provinz beteiligt waren, gegen ihn gewandt. Wir vermuten, dass sie zusammenarbeiten, daf¨¹r gibt es ein paar Indizien. Es ist dann nie ganz klar, wer aus welcher Provinz welche andere Provinz angegriffen hat. Vor zwei Jahren h?tte das noch f¨¹r einen gro?en Kampf gesorgt. Raffael und Gilgian haben sich aber verst?ndigen k?nnen, wahrscheinlich diskutieren sie noch mit den Anderen um die Folgen des Angriffs und wie k¨¹nftig damit umzugehen ist.¡° ?Was ist mit eurem Stadtw?chter?¡°, fragte Etienne und Scarlett sah sie verst?ndnislos an. Pl?tzlich richtete sie sich stocksteif auf und sah Etienne schweigend an. Ihre Augen wurden gro? vor Sorge und sie fragte, ?Hat es schon geklingelt?¡° Etienne zuckte l?chelnd mit den Schultern, ?Ich bin mir nicht sicher.¡° Es war schon beinahe witzig. Scarlett trug jede Emotion in ihrem Gesicht. Von Scham zu Wut zu Panik, alles war deutlich zu sehen und so ausdrucksvoll, dass an der Emotion nicht gezweifelt werden konnte. Scarlett war sicher f¨¹rchterlich bei Kartenspielen. Scarlett sprang auf, ?Verflucht. Das tut mir leid, mir ist das gar nicht aufgefallen.¡° Etienne beobachtete sie dabei, wie die Sachen wieder in die Kiste packte. W?hrend sie die Kiste dann erneut unter der Plane verstaute, blickte Etienne zu ihrer Hand. Der Lack war sauber an ihren kurzen N?geln aufgetragen, die Farbe war dezent. Es sah h¨¹bsch aus, als das Tageslicht reflektiert wurde ?Gef?llt es dir?¡°, fragte Scarlett auf einmal und Etienne blickte zu ihr hoch. Auf Scarletts stolzen Blick hin strahlte Etienne sie breit an. ?Nat¨¹rlich. Du bist sehr gut darin¡°, sagte sie, ohne zu wissen, was sie sonst sagen sollte. Scarlett hob eine Braue und betrachtete sie forschend. Etienne grinste sie weiterhin breit an, wartete, bis Scarletts Interesse ¨¹ber Etiennes Reaktion zu ihrer Hand nachlie?. ?Na komm¡°, sagte Scarlett, ?beeilen wir uns. Ich werde die Schuld auf mich nehmen. Du hast heute schon genug ?rger abbekommen. Und lass uns bitte bei der vorderen T¨¹r reingehen, dann finde ich nach dem Sprung den Platz leichter.¡° Etienne stand auf und diesmal warnte Scarlett sie, bevor sie mit ihr von dem Dach zu dem Klassenzimmer verschwand. Kontrahenten: Ein offenes Fenster Meta wachte auf und dachte, ihr K?rper w?re verschwunden. Als w?re sie untergegangen in Staub und M¨¹nzen, welche sie verschlungen und nach und nach zerbr?selt haben, bis sie selbst zu Staub und M¨¹nzen wurde. Als sie sich aus dem Bett sch?lte, sp¨¹rte sie den Muskelkater des vergangenen Tages und Erleichterung durchstr?mte sie. Keine kalten M¨¹nzen, kein mehliger Staub. Nur sie und ihr K?rper. Sie legte den Kopf in die Knie und atmete tief durch. Ihre H?nde zitterten. Und dann war diese eine kleine Stimme in ihrem Kopf, welche ihr zufl¨¹sterte und ihr sagte, dass etwas gewaltig schiefgelaufen war. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wie sie in die Position gekommen war, in der sie nun war. Stetig hatte sie brav alles erf¨¹llt, was andere Menschen ihr vorgesagt haben. Sie war gehorsam ihrem Vater gegen¨¹ber und der Nanny, welche sich immer um sie gek¨¹mmert hatte. Sie hat Gilgian mit offenen Armen im Haus willkommen empfangen, nachdem seine Eltern tragisch verschwunden waren. Und sie war f¨¹r ihn da gewesen, als er klein und hilflos schien. Ein Lachen erreichte ihre Kehle, drang aber nicht aus, als sie sich den acht j?hrigen Gilgian vorstellte, welcher damals noch kleiner war, als sie selbst. Er hatte eine gro?e Brille getragen und anstelle eines Teddyb?ren, welchen sie immer bei sich hatte, hatte er ein Buch in der Hand gehabt. Er hatte so viel gelesen. Jetzt, wo sie zur¨¹ckblickte, merkte sie auch, wie sonderbar seine Ver?nderung war. Seine angeborene F?higkeit war das Versteinern, aber nicht zu einem Riesen heranzuwachsen, welcher mit Leichtigkeit Steine zerschmettern konnte. Nichts hatte ein Indiz daf¨¹r gegeben, dass seine Ver?nderung aus seinem Inneren heraus kam. Und sie konnte sich noch so so gut daran erinnern, unter welchen Schmerzen er gelitten hatte. Der Arzt h?tte gemeint, dass er so schnell w?chst, dass seine Knochen nicht immer mitgekommen waren. Er hatte nicht selten Br¨¹che zu behandeln. Meta lie? sich wieder ins Bett fallen. Ihr Zimmer war klein. Sie liebte es. Alles, was sie brauchte, war hier drin. Ein B¨¹cherregal, ein Schreibtisch, ein Bett. Sie hatte mehr als die meisten Menschen in ihrer Provinz. Aber sie f¨¹hlte sich, als h?tte sie nichts. Wollte ihr Vater wirklich Gilgians K?rper ¨¹bernehmen? War das sein Ziel gewesen, sich so ein ewiges Leben zu sichern, nur mal kurz die menschliche H¨¹lle wechseln und dann weiter machen wie bisher. Sie hatte immer Angst gehabt, dass er ohne ihre Mutter nicht leben wollen w¨¹rde. So viele Klageschreie waren durch ihr damaliges Haus gerufen worden, Nacht f¨¹r Nacht, Tag f¨¹r Tag. Wollte er sein Dasein ohne sie weiterf¨¹hren? Wollte er nach einer M?glichkeit suchen, sie zur¨¹ckzuholen? In die Welt der Lebenden? Meta konnte sich noch so gut an den warmen Schein erinnern, den ihre Mutter immer ¨¹ber sie gelegt hatte. Ihre Liebe war zu sp¨¹ren, wie die Hitze eines Feuers, welches leidenschaftlich brannte. Meta richtete sich wieder auf und ging ans Waschbecken. Wusch ihr Gesicht, rieb sich m¨¹de die Augen. Sie wollte nicht aufstehen, ihre Beine weigerten sich. Dennoch konnte sie nicht den ganzen Tag im Bett verbringen. Als sie sauber angekleidet und m¨¹de aus dem Zimmer trat, sah Gilgians T¨¹r an der Wand ihr gegen¨¹ber. Sie starrte diese eine Weile an, wollte anklopfen und hineingehen und sich vergewissern, dass es ihm gut ging. Aber wenn er schlief, dann wollte sie ihn nicht wecken. Und wenn er wach war, dann wollte er bestimmt durchatmen und seine Gedanken sortieren. Was sollte sie ¨¹berhaupt sagen? Sich schon wieder entschuldigen? Sie seufzte leise und ging weiter. Folgte dem Geruch von frischem Brot am fr¨¹hen Morgen. Auch Kaffee konnte sie riechen, der einzige Luxus, den Gilgian sich gew?hrte. Sie selbst mochte Fr¨¹chtetee viel lieber. Erdbeerst¨¹cke, Hibiskus, Rooibos und einige Orangenschalen. Nichts beruhigte sie mehr als der s¨¹?e Geruch, welcher sich langsam durch das ganze Zimmer ausbreitete. Was waren die Pl?ne ihres Vaters f¨¹r sie gewesen? Wollte er sie als Tochter weiter in seiner N?he haben? Oder hatte er sie komplett vergessen, wie damals auch, als Gilgian in ihr Haus kam. Existierte sie ¨¹berhaupt f¨¹r ihn? Sehr gut gemacht, kleiner Sternenschein, h?rte sie seine Stimme in ihrem Kopf geistern. Ihre Mutter war immer der Sonnenschein, Meta war der kleine Stern, welcher auch zum Sonnenschein heranwachsen sollte. Sie ist es nur nicht. Er hatte sie so oft gelobt, bevor ihre Mutter verstorben war. Ab und zu hat er es auch noch nach ihrem Tod und sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie nach jedem F¨¹nkchen Aufmerksamkeit lechzte und sich noch Monate lang daran erinnert hatte, wenn es denn mal vorkam. Sie konnte sich noch heute an all die Momente erinnern, es waren vielleicht zwei Handvoll. Sie trat zu dem bedeckten Tisch, wurde liebevoll aber neutral von den Bediensteten gegr¨¹?t. Sie hassten Meta nicht, waren aber auch nicht sonderlich entgegenkommend und kommunikativ ihr gegen¨¹ber.This content has been unlawfully taken from Royal Road; report any instances of this story if found elsewhere. Meta setzte sich hin. Es war alles wie immer, aber nichts f¨¹hlte sich wie immer an. Sie war anders. Ihre Angst war neu. Ihr Hass gegen sich selbst war neu entflammt. Sorge, Trauer, Orientierungslosigkeit. Zu viele Gef¨¹hle und zu wenig Verst?ndnis sich selbst gegen¨¹ber. Meta schielte hoch zu der ?lteren Dame. Ihre Nanny war irgendwann verstorben und Meta vermisste sie f¨¹rchterlich. Immer wieder dachte sie an sie und jedes Mal endeten ihre Gedanken darin, ob sie denn nicht von ihrem Vater umgebracht worden war. Aber vielleicht war es ja gar nicht ihr Vater. Was, wenn das ganze Geschehen eingef?delt wurde, von den Menschen, die er getroffen hat. W¨¹rde diese Theorie aber zeitlich ¨¹berhaupt aufgehen? Als sie an ihrem Tee nippte, verbrannte sie beinahe ihre Zunge. Schwere Schritte und schmerzerf¨¹lltes ?chzen lie? sie aufblicken. Gilgian, voll angekleidet und mit grauem Gesicht, trat gerade hinunter. ?Was machst du denn so fr¨¹h hier?¡°, fragte sie. Sie selbst hatte genug Albtr?ume hinter sich, dass sie nicht noch l?nger im Bett liegen bleiben wollte. Aber er musste sich ausruhen. ?Irgendein Arsch hat gestern Nacht in unserer Provinz einen Wassertank hochgejagt. Rate mal, mit wem ich mich jetzt abgeben muss¡°, sagte er schlecht gelaunt. Sie wollte protestieren, presste aber schweigend die Lippen zusammen. Es f¨¹hrte nichts daran vorbei, er musste sich mit den anderen treffen. Besser, als wenn der fragile Frieden auf einen Schlag zusammenbrechen w¨¹rde. Seine Augen trafen die ihren und er sah sofort weg. Das versetzte ihr einen schmerzenden Stich. Sie senkte den eigenen Blick auf die dampfende Tasse. Der s¨¹?e Geruch beruhigte sie diesmal nicht. ?Lass uns reden, wenn ich sp?ter wieder komme¡°, sagte Gilgian auf einmal. Sein Gesicht dr¨¹ckte Aufrichtigkeit und Entschlossenheit aus. Aber zeitgleich sah sie eine Unsicherheit, die ihr bei ihm noch nie aufgefallen war. ?Willst du das wirklich?¡°, fragte Meta nach, ?Du sollst nicht meinetwegen schmerzliche Erinnerungen wieder hervorholen.¡° Er schnaubte l?chelnd, ?Du bist die Letzte, die sich darum sorgen sollte. Und es ist mal an der Zeit, dass wir uns einige Dinge vom Herzen sprechen. Du und ich. Wir haben das schon sehr lange nicht mehr gemacht.¡° Eine Welle frischer Luft wehte durch das Zimmer. Meta merkte aus dem Augenwinkel, dass ein Fenster offen stand. ?Sehr gerne¡°, sagte sie an ihn gewandt, ?Ich w¨¹rde mich freuen.¡° Giglian l?chelte schwach und zog dann seine Jacke an. Elfried, der Fahrer, welcher seit Generationen f¨¹r die Familie arbeitete, stand abwartend an der T¨¹r und begleitete Gilgian hinaus. Und sie war schon wieder allein. Aber sie f¨¹hlte sich nicht mehr ganz so allein wie am Morgen. Kontrahenten: Ein unerwarteter Besuch ?Was zur H?lle machst du da?¡°, fragte er. ?Ich wollte euch besuchen¡°, sagte Etienne l?chelnd. ?So?¡°, fragte Gilgian knurrend nach. Dann schickte er seine Leute zur¨¹ck auf ihren Posten. Kurz ¨¹berlegte er sich, dieses Balg wegzuschicken, doch dann dachte er an das Gespr?ch mit Meta und dachte, dass sie sich vielleicht freuen w¨¹rde, sie zu sehen. Er ging zur¨¹ck in sein Zimmer und sp¨¹rte, wie Etienne ihm folgte. Meta sa? auf einem Stuhl und sah verwirrt zu ihnen hinauf, ?Etienne?¡° ?Hallo Meta! Wie geht es dir?¡° ?G-gut¡°, antwortete sie ¨¹berrascht. Nachdem Gilgian sich am Morgen zu einem Treffen mit den Anderen geschleppt hatte, um ¨¹ber die Ereignisse der gestrigen Nacht in der Stadt zu sprechen, hatte er den ganzen Abend damit verbracht, sich mit Meta zu unterhalten. Gilgian war aufgefallen, dass es das erste Mal seit langem war. Eine ausnahmsweise gute Auswirkung von der gestrigen Wahnsinnstat der verr¨¹ckten Neuen. ?Was willst du?¡°, fragte er dann. ?Nur meine Klassenkameraden besuchen¡°, sagte Etienne strahlend, ?Ist daran etwas verkehrt?¡° ?Das wundert mich irgendwie nicht¡°, sagte Etienne und riss ihn aus seinen Gedanken, ?ihr seid alle nicht sonderlich hilfsbereit einander gegen¨¹ber.¡° Soll sie nur schauen ?Offensichtlich sind wir alle keine Freunde¡°, erwiderte er.Unauthorized use: this story is on Amazon without permission from the author. Report any sightings. Sie schnaubte l?chelnd, ?Das habe ich gemerkt. Heute ist ein Halil in der Klasse aufgetaucht.¡° Gilgian sp¨¹rte, wie ein w¨¹tendes Gef¨¹hl sich in seiner Brust ausbreitete. Er war so sehr mit den anderen Problemen besch?ftigt, dass er vergessen hatte, dass es auch noch diesen ?rger gab, welcher immer unterschwellig in der Schule lauerte. ?Oh nein¡°, h?re er Meta besorgt sagen, ?Wurde Anaki verletzt?¡° Das fragte er sich auch. Er mochte Anaki nicht unbedingt, aber er wertsch?tzte ihn. Er war ein ruhiges Gleichgewicht in dieser nervenaufreibenden Klasse. Und er gab ihm nie das Gef¨¹hl, dass er ihn hinterr¨¹cks angreifen w¨¹rde. Gilgian knurrte, ?Halil ist ein hinterh?ltiger Spinner. Er hat wahrscheinlich mitbekommen, dass keiner von uns da war. Wie ist Anaki so glimpflich davon gekommen?¡° Sie hob die Hand und zog einen schwarzen Umschlag unter den Papieren hervor. Kurz sprang Gilgian der Gedanke durch den Kopf, wie dreist sie war. Bevor er das sagen konnte, ergriff sie jedoch das Wort, ?Ich hab ihn mit Catjill erschreckt. Und dann sind Anaki und ich zur Krankenstation.¡° Gilgian sagte f¨¹r einen Moment nichts. Er blickte kurz zu Meta, welche mit einem schockierten Gesichtsausdruck zu Etienne sah. Sie war blass geworden und er konnte es verstehen. Dennoch, er selbst fing zu l?cheln an. ?Du hast dich mit Halil angelegt?¡°, fragte Gilgian und Genugtuung breitete sich in ihm aus, ?Ich glaube, ich kann dir nun den gestrigen Tag verzeihen.¡° Etienne sah zu ihm und strahlte ihn dann an, ?Darf ich das haben? Ich mag die Muster und sammle neuerdings besondere Umschl?ge.¡° Sie hob den Umschlag und er konnte sich nicht weniger um ihn k¨¹mmern. ?Nur zu¡°, sagte er grinsend. Sie steckte ihn schnell in ihren Rucksack und antwortete, ?Wie kommt es, dass du dir bei Anaki Sorgen machst, w?hrend du dir bei mir regelrecht zu freuen scheinst?¡° Gilgian widmete sich wieder dem Essen zu, ?Du wei?t wieso.¡° ?Etienne, du hast so viele Wunden von gestern mitgenommen. Selbst dein Bein scheint es abbekommen zu haben. Es ist eine furchtbare Idee, mit Halil zu k?mpfen¡°, sagte Meta und ihre besorgte Stimme tr¨¹bte Gilgians Freude. S?uerlich blickte er zu ihr und entdeckte die Sorge auf ihrem Gesicht. Er sah wieder zu Etienne, welche zum Fenster ging. Es stimmte, sie hatte tats?chlich eine Bandage mehr gehabt, als am Vorabend. Ihr Bein war unten verbunden und er fragte sich, wieso ihm das nicht aufgefallen war. ?Oh, bitte sprich mich nicht auf meine Wunden an¡°, sagte sie seufzend, ?Ich w¨¹rde Tatinnes Behandlung gerne wieder vergessen.¡° Sofort wanderten seine Gedanken wieder zu dieser alten Schachtel zur¨¹ck. Es schauderte ihm. Etienne ?ffnete die Vorh?nge und sah hinaus. Nach einem kurzen Moment rief sie aus, ?Wie cool! Von deinem Zimmer aus kann man zum Eingang des Hauses sehen. Und direkt nebenan ist der kleine Turm. Ich hab ihn von drau?en gesehen. Die Aussicht muss fantastisch sein.¡° ?Nicht n?tig¡°, sagte Etienne, ?Das w?re aktuell f¨¹r mich nicht tragbar.¡° Gilgian sah Metas entt?uschtes Gesicht. Die Sorge war ihr noch immer anzusehen. Sie drehte sich mit einem entschuldigendem L?cheln zu ihnen um, ?Ich habe gestern Abend noch mal einen kurzen Abstecher zu dem Haus gemacht.¡° Kontrahenten: 眉ber Durcheinander, Magie und Religion Er hatte sich schon lange nicht mehr wie ein kleines Kind gef¨¹hlt, als wie gestern, als Tatinne ihn wegen dem Crawling auseinander genommen hatte. ?Es ist alles sehr durcheinander. Ich habe meine Vermutungen, wie es dazu gekommen ist, kann aber nichts davon konkret bejahen oder verneinen. Es sieht aber so aus, als w¨¹rden Fl¨¹che und Magie miteinander konkurrieren.¡° ?Das bedeutet?¡°, schnitt er ihr leise ins Wort, noch immer w¨¹tend. ?Was genau bedeutet das f¨¹r uns?¡°, fragte Meta. Gilgian legte sich die Finger an den Nasenr¨¹cken. Er wusste nicht viel ¨¹ber Magie, aber das h?rte sich nach einem f¨¹rchterlichen Durcheinander an. Und es gab andere Dinge, um die er sich k¨¹mmern wollte. ?Nicht viel¡°, sagte Etienne unbek¨¹mmert, ?Der Ort k?nnte f¨¹r Menschen gef?hrlich werden. Wenn ihr also etwas aus dem Haus retten wollt, dann solltet ihr Catjill und mich um Hilfe bitten. Ich kann mit Catjill gesch¨¹tzt rein.¡° Magor¨ª Magor¨ªIf you come across this story on Amazon, be aware that it has been stolen from Royal Road. Please report it. Sein Blick fiel auf Etienne, ?Wieso soll ich die Aufmerksamkeit von nervigen Individuen auf mich ziehen, wenn du diese Aufgabe genauso gut erledigen kannst?¡°, fragte er. Sie zuckte mit den Schultern, ?Wenn sich Zeit finden l?sst.¡° Ihm fiel auf, dass das keine eindeutige Antwort war. Er w¨¹rde im Verlauf der Wochen jedoch daf¨¹r sorgen, dass sie eine eindeutige gab. Kurz fragte er sich, ob sie, als Exorzistin, nicht ebenfalls den Priestern dieser nervigen neuen Religion Frage und Antwort stehen m¨¹sste. Dieser Job unterstand deren Aufsicht. Und dann fiel ihm ein, dass allein ihre Suche nach den Steinen daf¨¹r sorgen w¨¹rde, dass sie die Geschehnisse im Haus weitergeben m¨¹sste. Seine Sorge stieg, als er sie dabei beobachtete, wie sie sich unbek¨¹mmert auf den Fenstersims setzte. EkkleaEkla ?Was wirst du ihnen berichten?¡°, fragte Meta. Er mochte es nicht, seine Fragen zu wiederholen und war ihr dankbar, dass sie es f¨¹r ihn ¨¹bernommen hatte. Etienne schweig f¨¹r einen Moment, dann zuckte sie mit den Schultern, ?Ich muss ihnen gar nichts berichten.¡° ?Nein¡°, sagte Gilgian. Es st?rte ihn etwas. Er musste sich auf die Pr¨¹fungen vorbereiten. Sein Ziel war es immer noch, aus dieser Stadt zu verschwinden. Daf¨¹r brauchte er einen Titel, der ihm M?glichkeiten er?ffnen w¨¹rde. Er hatte bereits gute R¨¹ckmeldungen zu diversen Kampfsportarten bekommen. Aber er w¨¹rde mehr brauchen. ?Zu schade¡°, sagte Etienne, ?Ich habe geh?rt, dass du und Halil zu ?hnlichen Zeiten die Turnhalle belegt. Ich h?tte gehofft, du k?nntest mir etwas ¨¹ber seine Routine erz?hlen.¡° Sein Grinsen kehrte zur¨¹ck, ?Du wirst schon sicherlich mit ihm klarkommen.¡° Etienne l?chelte zur¨¹ck, ?Vergiss dabei bitte nicht, dass wenn du willst, dass ich in ein paar Wochen dein Haus reinige, ich daf¨¹r unter Umst?nden unverletzt sein sollte.¡° Er widmete sich wieder seinem Essen zu. Sie hatte recht. Aber das w¨¹rde er nicht einfach so akzeptieren. ?Gilgian¡°, sagte Meta tadelnd. ?Wieso nimmst du die ganze Zeit ihre Seite ein?¡°, fragte er genervt. Sie sah ihn verst?ndnislos an, ?Ich nehme nicht ihre Seite ein, aber es gibt auch kein Grund, dass du dich so benimmst. Sie hat gestern f¨¹rchterliches durchgemacht.¡° Kontrahenten: Aussp?hen Etienne sa? leise im Schatten der hintersten Ecke der obersten Reihe der Halle. Ihre dunkle Kleidung erlaubte es ihr, unentdeckt zu bleiben und die wei?en Streifen der Uniform hatte sie mit der dunklen, schicken Jacke bedeckt, welche Tatinne ihr ausgeliehen hatte. Gilgian hatte ihr am Vorabend den Tipp gegeben, nachdem sie und Meta ihn so lange genervt hatten, bis er sich zu etwas mehr hat hinrei?en lassen, als ihr nur leere Ermutigungen zu geben¡­ oder eine falsche Uhrzeit, denn sie wartet nun schon seit ¨¹ber einer Stunde. Es war noch dunkel drau?en und es fiel nur sp?rlich Licht in den Raum. Die Tage waren k¨¹rzer und grauer geworden. Und so gab ihr vor allem diese Ecke, welche in der N?he einer T¨¹r war, eine gute Deckung, um nicht von Halil entdeckt zu werden. Sie war durch die hinteren G?nge hineingekommen und hatte ihre warme Jacke vermisst. Die von Tatinne war h¨¹bsch, aber nicht sehr warm. Etienne hatte sich seltsam gef¨¹hlt, sie anzuziehen. Sie hatte noch nie eine sch?ne Jacke gehabt und manchmal war sie neidisch auf Tatinnes Kleiderschrank. Etienne hatte Catjill bei Tatinne gelassen. Das w¨¹rde sie f¨¹r ein paar Tage so handhaben, einfach nur, damit er durch seine passive Magie etwas in Vergessenheit geriet. Sie h?tte ihn gebrauchen k?nnen, um in die Halle zu kommen. Stattdessen hatte sie sich den Schl¨¹ssel des Hausmeisters besorgt. Nachdem sie die T¨¹r ge?ffnet hatte, hat sie ihn anschlie?end unbemerkt zur¨¹ckgegeben. Der Mann hatte geschlafen, war wohl die ganze Nacht an der Schule gewesen. Auch diese Information hatte sie indirekt von Gilgian bekommen. Und nachdem sie sich ihren Platz herausgesucht hatte, hat sie gewartet. Ab und zu hatte sie Schritte an der Treppe hinter der T¨¹r vernommen, welche jedoch nicht in die Halle gegangen sind. Das hatte sie dazu ermuntert, sich etwas weiter von der T¨¹r wegzusetzen, damit sie nicht direkt entdeckt werden w¨¹rde, wenn jemand sich doch dazu entschloss hineinzugehen. Nach ¨¹ber einer Stunde, gegen sechs, war Halil in die Halle getreten. Er hatte f¨¹rchterlich w¨¹tend ausgesehen. Sie hat ihn dabei beobachtet, wie er einige Matten ausgelegt hatte. Dann hatte sie ihm dabei zugeschaut, wie er sich aufgew?rmt hatte. Seine Wut schien nach und nach verschwunden worden zu sein und nach dem Aufw?rmen war er dazu ¨¹bergegangen die ¨¹bungen durchzuf¨¹hren, die er laut Gilgian scheinbar jeden Morgen ¨¹bte. Sie hatte am Abend des Vortages festgestellt, dass er versucht hatte, sie abzufangen. Wie Scarlett vorhergesehen hatte, schien er es nicht gutzuhei?en, dass sie sich zwischen ihn und Anaki gestellt hatte. Also hatte sie sich schnell dazu entschieden, dem Ganzen nach M?glichkeit ein schnelles Ende zu bereiten. Und daf¨¹r hatte sie sich zun?chst vorgenommen herauszufinden, was er alles konnte und vor allem, was er nicht konnte. Er war, wie sie bereits wusste, sehr schnell. Etienne konnte auch die Kraft hinter seinen Tritten und Schl?gen vermuten. Sie hatte aber auch schnell festgestellt, dass er sehr streng den Bewegungen folgte, die ihm beigebracht worden sind. Sobald er einen Fehler machte, wiederholte er die Bewegung mehrmals und fing dann mit seiner Routine von vorne an. Sie stellte die Vermutung auf, dass er nicht sehr kreativ war. Er w¨¹rde vielleicht nicht flexibel auf Figuren au?erhalb seines K?nnens reagieren. Etienne fragte sich, ob er welche au?erhalb seines Gebietes ¨¹berhaupt kannte. Doch so verbissen er an einigen von denen zu arbeiten schien, die sie bereits auch schon kennengelernt hatte, glaubte sie das nicht. Etienne war bei weitem kein Experte in diesem Gebiet. Aber sie kannte sich gut genug darin aus, um herauszufinden, wie sie jemanden besiegen konnte, der st?rker war als sie. Und nach und nach beschlich sie das Gef¨¹hl, dass sie bei ihm keine Probleme haben w¨¹rde. Und desto mehr sie ihn dabei beobachtete, wie er schnell und gezielt, aber stumpf die gleichen Bewegungen immer und immer wieder durchf¨¹hrte, desto leichter fiel es ihr, weitere Schw?chen auszumachen. Er war etwas schw?cher auf seinem linken Bein. Sein Gleichgewicht war bei manchen Bewegungen nicht sicher. Er schlug besonders gerne mit der rechten Faust zu. Irgendwann hatte sie das Gef¨¹hl, sie w¨¹rde seine ersten Schritte sehr gut kennen. Blieb abzuwarten wie er sich in einem Zweierkampf schlagen w¨¹rde. Und nachdem eine Stunde vergangen war, sah sie weitere Mitglieder des Karateclubs die Halle betreten. Sie unterhielt sich mit ihm und nun konnte Etienne eine andere Seite an ihm beobachten. Ihnen gegen¨¹ber war er nett. H?rte aufmerksam zu, wenn sie ihm etwas sagten. Als sie miteinander trainierten, nahm er sich die Zeit ihnen zu helfen, ihre Stellungen zu korrigieren. Er benahm sich ihnen gegen¨¹ber professionell, sie witzelten sogar gemeinsam. Als er dann anschlie?end an einem Zweierkampf teilnahm, konnte Etienne zufrieden feststellen, dass auch hier seine Bewegungen vorhersehbar waren. Er war etwas dynamischer als bei seiner Routine. Doch auch hier verwendete er nur eine Handvoll von verschiedenen Angriffen, die sie alle bereits kannte. If you discover this narrative on Amazon, be aware that it has been stolen. Please report the violation. Sie h?rte weitere Schritte durch die G?nge hinter ihr. Menschen trudelten in die Schule ein. Einmal trat jemand durch die T¨¹r und Etienne entdeckte ein paar M?dchen, welche sich nach ganz vorne setzten und das Training beobachteten. Perfekt f¨¹r sie, denn sie w¨¹rden die Aufmerksamkeit auf sich lenken und somit weg von Etienne. Etienne vernahm, wie Halil sie gr¨¹?te und sie kicherten. Eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn, verschwanden sie alle durch die T¨¹r, welche aus der Halle f¨¹hrte und Etienne r¨¹hrte sich nicht, als die M?dchen durch dieselbe T¨¹r verschwanden, durch die Etienne gekommen war. Sie sprachen ganz aufgeregt ¨¹ber ein Ereignis an der Schule und verschwanden, ohne ihr auch nur einen Blick zu schenken. Etienne blieb noch etwas sitzen. Nahm sich Zeit, bevor sie in ihre Klassen gehen w¨¹rde. Bis dahin ¨¹berlegte sie sich, wie sie ihm f¨¹r heute am besten aus dem Weg gehen sollte. Am Abend w¨¹rde er noch mal trainieren. Sie w¨¹rde erneut die Schatten dieser Ecke nutzen, um ihm dabei zuzuschauen. Und morgen fr¨¹h, wenn keiner da w?re, w¨¹rde sie ihn konfrontieren und ihm eine Wette vorschlagen. So arrogant wie er schien, w¨¹rde er sie sicherlich annehmen. Das w?re die beste M?glichkeit daf¨¹r zu sorgen, dass er ihr vom Hals blieb, damit sie in Ruhe den Kontakt zu Meng und Elias suchen konnte. Sie schloss die Augen und sortierte in ihrem Kopf das Wissen, dass sie ¨¹ber Halils F?higkeiten erlangt hatte. Noch mehr Schritte drangen aus dem Treppenhaus zu ihr durch. Sie h?rte Ger?usche von der Halle zu ihr empor dringen und ?ffnete leicht die Augen. Ein Mann putzte den Boden. Sie schloss sie wieder und dachte weiter nach. Was w?re der beste Wetteinsatz? Sie k?nnte sich w¨¹nschen, dass er sie f¨¹r die Dauer ihres Aufenthalts in Ruhe lie?. Aber sie w¨¹rde etwas h?her setzen. Niemals w¨¹rde er erwarten, dass sie ihn besiegen w¨¹rde. Sie hatte ihren Djinn genutzt, um sich zu sch¨¹tzen und dieser hatte Eindruck hinterlassen. Hinter ihm sah sie aus, wie ein schm?hliches kleines M?dchen. Also sollte sie sich etwas mehr herausnehmen. Sie k?nnte sich ¨¹berlegen, ob es Informationen gab, die sie von ihm bekommen k?nnte. Aber so, wie die Beziehung zwischen ihm und den anderen Mitsch¨¹lern schien, glaubte sie nicht, dass er ihr etwas N¨¹tzliches geben konnte. Die Schritte, die sie vernahm, endeten vor der T¨¹r und Etienne dr¨¹ckte sich wieder tiefer in den Sitz, als die T¨¹r ge?ffnet wurde und wieder ins Schloss fiel. Ihre Gedanken wanderten zu Anaki. Sie unterdr¨¹ckte ein Seufzen. Es war offensichtlich, wonach sie fragen sollte. ?Na wenn du nicht aussieht, als w¨¹rdest du eine Lebenskrise durchmachen. Bist du nicht zu alt f¨¹r einsame Momente in der Dunkelheit?¡° Ihr Kopf fuhr herum und sie sah Raffael, welcher auf sie zuging. F¨¹r einen Moment war es still in ihrem Kopf, als der Schock sie ¨¹bernahm. Dann rasten die Gedanken. Sie konnte es nicht fassen, dass er hier war, denn es gab nichts, was auch nur ansatzweise darauf deuten lie?, dass sie sich hier befand. Kontrahenten: Ungewohnte Defensive Raffael hob eine Braue, w?hrend er sich eine Reihe unter ihr setzte und seinen Rucksack auf den Boden warf. Ein Schwall von frischer Luft begleitete ihn und brachte ein Gef¨¹hl von nassem Wetter in die Halle. ?Das ist ein neuer Gesichtsausdruck. Was ¨¹berrascht dich so?¡° Sie sah ihn einen Moment sprachlos an und ihr Kopf fing vor Schrecken an, sehr schnell zu arbeiten. Normalerweise war dies besonders hilfreich, wenn sie in gef?hrlichen Situationen steckte. Sie war sich nicht sicher, ob das eine war, denn w?hrend sie sich in ihrer ruhigen Dunkelheit sicher gef¨¹hlt hatte, war er auf einmal aufgetaucht. Etienne stellte fest, dass er dunkle Ringe unter den Augen hatte. Er sah sehr m¨¹de aus und sie konnte sich gut vorstellen, dass er seit ihrem Abenteuer in der Villa nicht viel Ruhe bekommen hatte. Seine Jacke war etwas nass. Wahrscheinlich nieselte es drau?en. ?Was machst du hier?¡°, fragte sie ihn und ihre Stimme h?rte sich zum Gl¨¹ck ruhiger an, als sie sich f¨¹hlte. Sollte er reden, w?hrend sie sich von der ¨¹berraschung erholte und sich ¨¹berlegte, wie sie sich am besten diesem Gespr?ch stellen sollte. Er sah sie pr¨¹fend an und dann breitete sich ein verstehendes L?cheln in seinem m¨¹den Gesicht aus. ?Ich hab vermutet, dass ich dich hier finde¡°, sagte er. Sie wartete ab, dass er weiter redete, doch er sagte nichts. Er erkl?rte ihr nicht, wie er auf diese Schlussfolgerung gekommen war. Oder was genau er davon hielt, dass das Erste, was sie am n?chsten Tag nach ihrem Gespr?ch getan hatte, es war, sich mit jemandem anzulegen. Sie starrten sich an, bis sie schlie?lich nachgab und das Wort ergriff, ?Muss ich noch mehr Fragen stellen, um eine verst?ndliche Antwort zu bekommen?¡° ?Versuchs. Vielleicht beantworte ich ein paar. Oder auch nicht. Mir ist gerade nicht wirklich danach, Fragen zu beantworten.¡° Sie h?rte einen w¨¹tenden Unterton in seiner Stimme. Etienne unterdr¨¹ckte das Bed¨¹rfnis, sich unter seinem Blick nerv?s zu winden. Bei O¡¯Donnel hatte sie sich nicht so gef¨¹hlt. Ihre Gedanken huschten zum Stein und dem Grund des Meeres. Er hatte gesagt, er w¨¹rde das nicht machen. ?Dann sollten wir besser in die Klasse¡°, sagte sie und versuchte zu ¨¹berdecken, dass sie sich eingesch¨¹chtert f¨¹hlte. Die beste Art, dieser Situation zu entkommen, war es, nicht mehr allein mit ihm zu sein. ?Cruz hat die ersten Stunden heute. Und er ist morgens nie da. Au?er er muss¡°, sagte er, ?Von unserer ganzen Klasse bist du aktuell allein da. Leichte Beute f¨¹r Halil.¡° Sie behielt ihr L?cheln aufrecht, als er mit solch einer Betonung den letzten Satz aussprach, dass sie allein deswegen glaube, sie w?re Halil nicht gewachsen. ?Dann werde ich mich wohl auch verabschieden. Etwas Ruhe w¨¹rde mir bei den furchtbaren Wunden guttun, die ich nach der Villa erhalten habe.¡° Er verschr?nkte die Arme ¨¹ber die Lehne, ?Das kann ich mir vorstellen. Muss furchtbar wehtun, oder?¡° Sie nickte, ?F¨¹rchterlich.¡° ?Dann sollten wir wohl zur Krankenstation. Sie k?nnten sich noch mal alles anschauen und sichergehen, dass nichts ¨¹bersehen wurde.¡° Sie starrte ihn an und er erwiderte abwartend ihren Blick. Dann l?chelte er, ?Nur zu. Was hast du noch zu bieten? Ich habe den ganzen Tag Zeit.¡° Sie l?chelte ihm entgegen und sagte nichts. Verflucht sei er und sie auch, weil sie sich wirklich von ihm in die Ecke dr?ngen lie?. Sie k?nnte einfach aufstehen und gehen, aber sie hatte nicht das Gef¨¹hl, dass sie damit durchkommen w¨¹rde. ?Was willst du von mir?¡°, fragte sie dann s?uerlich und verschr?nkte die Arme vor der Brust. Er hob belustigt eine Braue, ?Was, sind wir schon fertig? Keine Fluchtversuche mehr?¡° Sie hob trotzig ihr Kinn und weigerte sich, ihm darauf eine Antwort zu geben. Wenn er sie den ganzen Morgen ¨¹ber schweigend anstarren wollte, nur zu. Sie w¨¹rde sich schon zu besch?ftigen wissen. Warlens Buch wartete nur darauf, dass Etienne es sich ansah. Er nahm sich noch einen Moment und es schien ihr, als wollte er sie l?nger in ihrer Unruhe winden lassen. Dann sprach er und sie h?rte wieder die Wut in seiner Stimme, ?Ich wei? ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen soll.¡° Sie probierte es noch mal, ?Dann lass es uns einfach vergessen und es f¨¹r heute sein lassen.¡° Diesmal erwiderte er ihr L?cheln nicht. Er sah sie einen Moment genervt an und sagte dann w¨¹tend, ?Ich habe dir genau zwei Ratschl?ge gegeben. Und es hat nicht mal einen Morgen gebraucht, bis du gegen beide gehandelt hast. Obwohl du mir dein Wort gegeben hast.¡° Es nervte sie, wie vorwurfsvoll und verraten er sich anh?rte. Sie lehnte sich zur¨¹ck in ihren Sitz und wandte den Blick ab. ?Ich habe gesagt, ich gebe mein Bestes, nicht mein Wort¡°, dann z?gerte sie und sah wieder zu ihm, ?Was meinst du mit zwei?¡° Sie bereute es direkt, als sie sein grimmiges Gesicht sah. Die M¨¹digkeit lie? ihn noch d¨¹sterer aussehen. ?Wieso musstest du dich mit der einzigen Lehrerin anlegen, welche es sich zur leidenschaftlichen Aufgabe machen wird, dich aus der Klasse zu werfen?¡°You might be reading a pirated copy. Look for the official release to support the author. F¨¹r einen Moment verstand sie nicht, was er meinte. Dann erinnerte sie sich an das andere Gespr?ch mit ihm und all die Informationen, die er ihr ¨¹ber O¡¯Donnel gegeben hatte. ?Wieso geht es jetzt darum?¡°, fragte sie verst?ndnislos, ?Wolltest du dich nicht ¨¹ber Halil beschweren? Was nebenbei nicht meine Schuld ist.¡° ?Keine Sorge, dar¨¹ber reden wir gleich noch¡°, sagte er, ?Aber dir sollte doch eigentlich bewusst sein, wie dumm das war. Und das aus mehreren Gr¨¹nden. Wieso musstest du sie so unn?tig provozieren?¡° Etienne weigerte sich, bei dieser Frau auch nur einen Moment nachzugeben, ?Dann soll sie nicht so mit mir sprechen.¡° Er gab ein lachendes Schnauben von sich, ?Und? Ist das der einzige Grund? Eine einzige gute Leistung h?tte gereicht, damit sie nachsichtiger mit dir w?re. Aber du sprengst das komplett. Was hast du jetzt damit gewonnen?¡° ?Lass mich dich daran erinnern, dass der einzige Grund, weshalb ich ¨¹berhaupt hier bin, der ist, dass du mich bestohlen hast¡°, verteidigte sie sich, ?Mir ist es herzlichst egal, ob ich heruntergestuft werde oder nicht. Denn ich habe nicht vor, hier zu bleiben.¡° Sie merkte, wie sein Kiefer sich anspannte, ?Gut. Sagen wir, es ist egal, ob du dir O¡¯Donnel zum Feind machst oder nicht. Aber ist dir klar, dass wenn sie dich herunterstufen l?sst, du niemanden in der Klasse haben wirst, der Halil davon abh?lt, dir einen Besuch abzustatten? Der einzige Grund weshalb er gestern aufgetaucht ist, war der, dass jeder von den Provinzherrschern nicht anwesend war. Und nun hast du ihn dir nicht nur zum Feind gemacht, sondern auch daf¨¹r gesorgt, dass er sich bald leichter mit dir anlegen kann. Hast du so weit nachgedacht?¡° ?Zu dem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass ein Halil zum Problem werden w¨¹rde¡°, verteidigte sie sich. Aber selbst nach dem Konflikt hatte sie diese M?glichkeit nicht betrachtet. Sie hatte nur daran gedacht, wie sie weiterhin den leichtesten Kontakt zu Elias und Meng schaffen konnte. Nichtsdestotrotz. Nur weil ihr diese Option entfallen war, hie? es nicht, dass es dazu kommen w¨¹rde. Das Problem mit Halil w¨¹rde bald gel?st werden. Er seufzte schwer und rieb sich mit der Hand die Augen, ?Ganz ehrlich. Du suchst dir den ?rger doch freiwillig aus. Was ist es? Ein tief verankertes Bed¨¹rfnis nach Lebensgefahr?¡° ?Das stimmt nicht¡°, sagte sie emp?rt, ?Au?erdem habe ich bisher alles wunderbar l?sen k?nnen.¡° Er hob eine Braue und sah sie herausfordernd an, ?Ah ja? Als ich dich im Chateau de la Fortune getroffen habe, hattest du nicht mal einen Fluchtplan. Und in der Villa der McClains wusstest du nicht mal, was auf dich dort wartet. Und nun das.¡° ?Ich bin in beiden F?llen perfekt klargekommen¡°, sagte sie stur und versuchte ihre Unruhe zu ¨¹berdecken, versuchte, ihr Gesicht wieder in den Griff zu bekommen. Wieso f¨¹hlte sie sich so in der Defensive? So schlimm wie er es darstellte, war es nun auch nicht. ?Und das soll ich dir glauben?¡° Sie grinste, ?Du musst nicht. Aber du kannst. Immerhin bin ich noch am Leben. Und das mit Halil wird auch kein Problem darstellen.¡° Sie sah ihm im Gesicht an, dass er wenig von ihren Worten hielt. Ihre Ausfl¨¹ge waren vielleicht nicht perfekt organisiert, aber sie hatte bekommen, was sie wollte, und es gab keine Toten. Das war nach ihrer Definition eindeutig erfolgreich. ?Ausgerechnet mit Halil¡°, sagte er leise und fuhr dann in einer ruhigen Tonlage fort, ?Du hast gesagt, es ist nicht deine Schuld. Erz?hle mir, was passiert ist. Vielleicht kann ich etwas finden, um ihn dir vom Hals zu halten.¡° Sie z?gerte. Das h?tte sie nicht sagen sollen. Er blickte wieder misstrauisch zu ihr und sie sp¨¹rte, wie sie die Unruhe erneut packte, ?War es deine Schuld oder nicht?¡° ?Er ist in Catjill gelaufen, der nur seine Aufgabe mir gegen¨¹ber erf¨¹llt und mich besch¨¹tzt hat¡°, sagte sie und hoffte, dass er das Thema fallen lassen w¨¹rde. ?Wie ist er gegen ihn gelaufen?¡° ?Ich stand zuf?llig zur falschen Zeit am falschen Ort.¡° ?Ah, war es zuf?llig zwischen Halil und Anaki?¡° ?Unter Umst?nden¡°, best?tigte sie s?uerlich, wandte den Blick ab. Er w¨¹rde wieder w¨¹tend werden. Sie wollte das nicht, machte sich jedoch innerlich darauf bereit. ?Und wie bist du dahin gekommen?¡°, fragte er und sie h?rte seiner Stimme an, dass diese Frage ¨¹berfl¨¹ssig war. Er wusste es und wollte nur noch best?tigt haben. Seine Augenringe stachen heraus und seine Mundwinkel waren heruntergezogen. Er sah nicht aus, als w?re er w¨¹tend, eher resigniert. ?Hast du nicht deine zwei kleine Untergebene, die dir sowieso schon alles berichtet haben.¡° ?Ich lasse dich nicht ¨¹berwachen¡°, sagte er emp?rt, ?Und das sind auch nicht meine Untergebenen, das sind meine Freunde.¡° Sie zuckte mit den Schultern, ?Du bist Herrscher, da hat man keine Freunde.¡° Als er ihr nicht direkt etwas daraufhin erwiderte, bereute sie ihre Worte. Sie beobachtete, wie sein Gesichtsausdruck sich wandelte. Von ¨¹berraschung, zur Nachdenklichkeit, bis hin zu einem Verstehen, von dem sie sich sicher war, dass es auf Grundlage falscher Schl¨¹sse zustande kam. ?Ist es das, was du ¨¹bers Herrschen denkst? Denn ich kann dir versichern, dass es sicherlich nicht der Fall ist.¡° Sie verdrehte die Augen, ?Oh bitte. Interpretiere nicht zu viel in diese Aussage hinein. Mal abgesehen davon, woher sonst wei?t du das alles, wenn dir nicht alles direkt erz?hlt wird?¡° ?Das mit Halil ging mittlerweile durch die ganze Schule. Daf¨¹r muss mir niemand was erz?hlen. Keyen hat mich aber vorgewarnt. Und Scarlett hat es sich nicht nehmen lassen, sich ¨¹ber O¡¯Donnel auszulassen. Sie fand die Situation zu komisch.¡° ?H?rt sich nach ¨¹berwachen an¡°, meinte Etienne trocken. Angriff war die beste Verteidigung. Vielleicht w¨¹rde er ja ablassen. Doch Raffael verdrehte nur die Augen, ?Wenn du Sachen machst, die jeder mitbekommt, dann brauchst du dich nicht zu wundern, wenn das auch wirklich jeder mitbekommt.¡° ?Ich wei? ja nicht¡­¡°, meinte sie und stand auf, versuchte das Gespr?ch schnell zu beenden. Kontrahenten: Ger眉chte Raffael packte ihre Hand und sah sie eindringlich an. Seine Haut f¨¹hlte sich hei? auf ihrer an, dass sie beinahe zusammenzuckte. Sie gab sich M¨¹he, nicht eingesch¨¹chtert zu sein. Es funktionierte nicht wirklich und sie wusste nicht, woran das lag. Vielleicht an dieser dunklen Ecke. ?Lass uns fertig reden, bitte¡°, sagte er ruhig und lie? sie los, als sie sich nach kurzem Z?gern wieder setzte. Etienne vermied es, sich nerv?s die H?nde zu reiben. Seine W?rme war noch immer zu sp¨¹ren. Sie verschr?nkte die Arme wieder vor der Brust, sah ihn diesmal aber auffordernd an. Was auch immer noch kommen sollte, sie w¨¹rde das einfach anh?ren und sich vorerst f¨¹gen. So hatte sie das fr¨¹her immer gemacht und die Situation ging am schnellsten vorbei, wenn sie sich nicht wehrte. Nach einem Moment des Schweigens wandte er den Blick ab und seufzte wieder. Sie h?rte das Klingeln der schweren Glocke. Er machte keine Anstalt aufzustehen und sie vermutete, dass das mit Cruz stimmen musste. Was bedeutete, dass wenn sie ihn nicht bald loswerden w¨¹rde, sie ihn f¨¹r die n?chsten Stunden am Hals h?tte. Als er wieder zu ihr sah, war keine Wut mehr in seinem Gesicht zu sehen. Er rieb sich erneut ¨¹ber das Gesicht, es scheint, als versuchte er, die M¨¹digkeit loszuwerden. Dann sah er ihr direkt in die Augen, ?Unabh?ngig von dem, was wir untereinander ausgemacht haben. Danke, dass du Anaki geholfen hast. Ich h?tte wissen m¨¹ssen, dass das passiert und mir vorher etwas ¨¹berlegen sollen. Die Situation ist teilweise meine Schuld. Und daf¨¹r entschuldige ich mich.¡° Ungl?ubigkeit bereitete sich in ihr aus und dann folgte dieser der ?rger, ?Was genau willst du eigentlich? Du bist sauer, weil ich mich eingemischt habe und bedankst dich dann daf¨¹r. Was soll ich damit anfangen?¡° Ein m¨¹des L?cheln breitete sich in seinem Gesicht aus und er legte dann seinen Kopf in die Arme, ?Aktuell will ich nur etwas schlafen. Was bis heute Abend wohl nicht passieren wird. Was dich angeht: Wie hast du vor, mit Halil umzugehen?¡° Sie blickte seine braunen Haare an. Erst vor einigen Minuten hatte er herausgefunden, wo sie war und sich beinahe an sie angeschlichen. Und im n?chsten Moment zeigte er eine solch wehrlose Seite und es war, als w?re der ?rger vergessen. Sie wusste nicht, was sie mit dieser Dynamik umgehen sollte. Wichtiger w?re jedoch herauszufinden, ob er ihr die ganze Situation sp?ter noch vorhalten w¨¹rde. ?Ich bekomme das schon hin¡°, sagte sie. ?Hoffentlich nicht wieder ¨¹berst¨¹rzt.¡° ?Was meinst du, wieso ich hier im Dunkeln sitze.¡° Er sah hoch und grinste sie an, ?Lebenskrise.¡° ?Definitiv nicht davon¡°, sagte sie schnaubend und wechselte dann das Thema, ?Du redest wirres Zeug. Vielleicht solltest du nach Hause gehen.¡° ?Nein¡°, sagte er sofort und legte den Kopf wieder in die Arme, ?Zuerst finden wir eine L?sung auf das Problem. Und bis dahin schauen wir, dass Halil dir fernbleibt.¡° Sie lachte zum ersten Mal an diesem Morgen, ?Hast du dich mal angesehen? Was willst du heute leisten k?nnen?¡° ?Meine Anwesenheit wird schon reichen¡°, sagte er, ?Auch wenn Halil das vielleicht anfechten wird. Bleib einfach den Tag ¨¹ber in meiner N?he und er wird ruhig verlaufen. Du hast sowieso Aufgaben f¨¹r den Unterricht zu erledigen. Ich werde dich nicht st?ren.¡° Sie seufzte und legte den Kopf in den Nacken, ?Nur so lange kein Unterricht stattfindet. In der Klasse l?sst du mich in Ruhe.¡° Er lachte, ?Einverstanden. Und bis wir in der Klasse sind, bleibst du an meiner Seite.¡° Sie stimmte seufzend zu. Noch immer drang das Ger?usch von Schritten aus dem Treppenhaus zu ihr her¨¹ber. Mittlerweile sollten aber alle in den Klassen sein, somit schloss Etienne, dass es Mitarbeiter der Schule sein mussten. Oder weitere Sch¨¹ler, die den Unterricht nicht besuchten. Sie blickte zu der Halle und sah wieder den Mann, welcher dabei war, seine Sachen zu packen. Vielleicht hatte er mitbekommen, dass sie hier waren. Das Gespr?ch war sicherlich nicht zu ¨¹berh?ren gewesen. Sie sah wieder zu Raffael, der sich kaum r¨¹hrte. Etienne beobachtete ihn einen Moment, merkte, wie sich seine Schultern leicht hoben und sanken. Dann stand sie leise auf und nahm ihre Tasche. Sicherlich w¨¹rde er es ihr verzeihen, wenn sie sich jetzt wieder um ihr kleines Problem k¨¹mmern w¨¹rde. Und er war so m¨¹de. Bestimmt war es besser, wenn sie ihn in Ruhe lie?. Dann z?gerte sie. Er w¨¹rde w¨¹tend werden, wenn sie sich schon wieder nicht an ihr Wort hielt. Doch dann zwang sie sich dazu, sich wieder zusammenzurei?en. Sie vertraute ihm nicht. Und sie war ihm nichts schuldig. Erst recht keine Aufrichtigkeit, immerhin hatte er sie bestohlen. Also w¨¹rde sie jetzt gehen und sich sp?ter ¨¹berlegen, wie sie sich bei ihm entschuldigen w¨¹rde. Und wenn sie das Problem l?sen w¨¹rde, bevor sie wieder auf Raffael traf, dann w¨¹rde er sicherlich nicht so sauer werden. Vielleicht w¨¹rde sie stattdessen etwas Anerkennung bekommen? Sie drehte sich herum und war bereit zu gehen und musste dann schon wieder innehalten. Seine Worte ¨¹ber die Angriffe auf Provinzherrscher geisterten in ihrem Kopf. Wenn sie ihn hier schlafend allein lassen w¨¹rde, dann gab es keine Garantie daf¨¹r, dass er aufwacht, sollte er schlafend und allein entdeckt werden. Sie f¨¹hlte sich zwiegespalten und w?hrend sie versuchte herauszufinden, was sie tun sollte, passierten mehrere Sachen auf einmal. Zun?chst h?rte sie einen lauten Knall von Holz aus der Halle heraus, gefolgt von einem Fluch, der durch den ganzen Raum hallte. Zu gleichem Moment, als sie zusammenzuckte, merkte sie auch, wie Raffael den Kopf ruckartig hochhob und erschrocken zu ihr blickte. Sofort packte er sie erneut an der Hand und blinzelte sie verschlafen an. Etienne warf dem Mann, welcher seinen Besen fluchend aufhob, einen b?sen Blick zu. Dann schielte sie zu Raffael, welcher immer noch nicht die Situation erfasst hatte. ?Ich musste mir nur kurz die Beine vertreten.¡° Er blinzelte ein paar Mal, sah sie weiterhin verst?ndnislos an.Unauthorized duplication: this narrative has been taken without consent. Report sightings. Die T¨¹r wurde aufgerissen und sie blickten beide zu den zwei Menschen, welche hineintreten wollten. Auch diese entdeckten sie direkt und eine von ihnen schnappte nach Luft und zog den anderen wieder hinaus. Die T¨¹r fiel wieder zu und Etienne vernahm von der anderen Seite die aufgeregte Stimme, welche sich geschwind wieder entfernte. Sie hatte jedoch noch mith?ren k?nnen, wie das junge M?dchen etwas von Raffael und seinem neuen Skandal erz?hlte. Langsam sah sie wieder zu ihm. So viel zum Thema, in seiner N?he zu bleiben. Raffael starrte noch immer zur T¨¹r. Er schien etwas langsam das Geschehene zu verarbeiten und Etienne konnte beobachten, wie ihm von dem einen Moment auf den anderen klar wurde. Er sprang auf und machte Anstalt, ihnen zu folgen, was Etienne nicht guthei?en konnte. ?Stopp¡°, rief sie aus und diesmal packte sie ihre Hand fester, bevor er sie loslassen konnte, ?Was hast du vor?¡° Er sah zu ihr und versuchte sich loszumachen, ?Ich kann sie noch einholen, bevor sie zu Bianca oder Dia geht und sie anfangen, Ger¨¹chte zu streuen und uns zu bel?stigen. Ich brauche nur einen Moment.¡° ?Auf gar keinen Fall¡°, sagte Etienne, ?Wenn du sie jetzt versuchst aufzuhalten, wird es sie nur in dem best?tigen, was sie sich ausmalt. Und dann wird das nur schlimmer.¡° Etienne hatte es schon mal mitbekommen, wie Ger¨¹chte dazu genutzt wurden, um gezielt einzelne Personen unter Druck zu setzen. Je ungeschickter sie sich wehrten, desto schlimmer wurden sie gegen sie genutzt. Und bei solch einem Fall w?re es einfacher zu zeigen, dass sie falsch lagen und sich der Tratsch von allein als unwahr herausstellte. Sie w¨¹rden sowieso schnell gelangweilt werden, wenn es keine Reaktion g?be. Ansonsten k?nnte sie Raffael in der ?ffentlichkeit auch schlagen, das w¨¹rde auch die Ger¨¹chte zum Schweigen bringen. Und obwohl sie diese Idee normalerweise guthei?en w¨¹rde, mochte sie es diesmal jedoch nicht. Raffael sah sie pr¨¹fend an. Dann ging sein Blick wieder zu der T¨¹r und sie konnte sehen, wie unentschlossen er war. ?Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist. Bist du sicher, dass du das so willst?¡°, fragte er dann nach und etwas an seiner Stimme schien sie anzuflehen, ihn loszulassen, ?Denn sie sind nicht sehr zimperlich, wenn sie erst loslegen.¡° Sein Griff wurde so fest, dass es wehtat, und die Sorge war ihm ins Gesicht geschrieben. Sie setzte sich wieder hin und zog ihre Hand zur¨¹ck, ?Ja. Alles andere w¨¹rde es nur zu dramatisch machen.¡° Er seufzte schwer, schwerer als sonst und legte sich nach einem letzten kurzen Z?gern in die Sitze, ?Das wird anstrengend.¡° Etienne konnte sich nicht vorstellen, dass es so schlimm werden w¨¹rde. Aber er hingegen schien ¨¹berhaupt nicht gl¨¹cklich zu sein. ?F¨¹r dich oder f¨¹r mich?¡°, fragte sie. Er schwieg einen Moment und dann h?rte sie noch ein Seufzen, ?Das h?ngt davon ab, wie du mit Ger¨¹chten klarkommst.¡° ?Sie werden keinen Einfluss auf mein Leben haben. St?ren sie dich?¡° ?Meistens nicht¡°, sagte er s?uerlich. Etwas an der Art, wie er ihr die Fragen beantwortete, lie? sie aufhorchen. Es war, als l?ge dort keine richtige Antwort drin. Aber sie h?rte keine L¨¹ge heraus. Irgendwas schien ihm zu schaffen zu machen, aber die Ger¨¹chte waren es nicht. ?Wer war das?¡°, fragte sie. ?Das war Mallory. Sie ist erst in der Neunten, du solltest sie also eigentlich kaum sehen, au?er sie ist mit Bianca unterwegs. Was sehr h?ufig passiert. Sie verehrt sie regelrecht.¡° Seine Stimme h?rte sich ern¨¹chternd an. Und auf einmal kam ihr der Gedanke, dass die Situation vielleicht f¨¹r ihn belastender war, weil es sich um Menschen handelte, die er kannte? Sie wusste nichts ¨¹ber seine Dynamik mit den anderen Sch¨¹lern au?erhalb ihrer Klasse. Aber er war sehr zug?nglich und ging auch auf andere zu. Wahrscheinlich kannte er viele. Tatinne hatte ihr erz?hlt, dass er sehr beliebt in seiner Provinz war. Sie hatte ihr auch erz?hlt, dass viele Geschichten ¨¹ber ihn mit anderen Frauen herumgingen und er sie teilweise mit Absicht zu befl¨¹geln schien, bis das vor einigen Monaten schlagartig etwas ruhiger wurde. Doch seine Reaktion machte es ihr schwer, das zu glauben. F¨¹r jemanden, der sich in dem Image des geliebten Provinzherrschers zu sonnen schien, war das nicht das, was sie erwartet h?tte. Eher, dass er einen schlechten Witz rei?en und die Annahme der jungen Frau umso eher best?tigen w¨¹rde, nur um Etienne zu ?rgern. Sie lehnte sich ¨¹ber die R¨¹ckenlehne in die untere Reihe und sah zu ihm. Er starrte die Decke an und schien in Gedanken zu sein. ?Hey¡°, sagte sie und seine Augen wanderten zu ihr. Sie wollte ihn fragen, was genau ihm zu schaffen machte. Dann huschte ihr der Gedanke durch den Kopf, dass es sie eigentlich nichts anging, ?Egal.¡° ?Was ist?¡°, fragte er nach. ?Geht weiter schlafen¡°, sagte sie und lehnte sich zur¨¹ck in ihren Sitz. ?Jetzt, wo du das ansprichst¡°, sagte er langsam, ?Du hast vorhin versucht, mich hier sitzen zu lassen, nicht?¡° ?Ich wei? nicht, was du meinst und ich muss jetzt wichtige Sachen machen¡°, sagte sie und holte das Buch heraus, das Warlen ihr empfohlen hatte. Ihr w?re es lieber, er w¨¹rde das glauben, als dass er herausfinden w¨¹rde, dass sie kurz davor war, doch zu bleiben und aufzupassen. Normalerweise w¨¹rde sie sich nur f¨¹r Schw?chere einsetzen und ein Provinzherrscher war es nicht. Aber die Art, wie harmlos er beim Schlafen schien, zerbrach das Bild. Er lachte und richtete sich wieder auf, bedachte, was sie tat und fragte, ?Soll ich dir dabei helfen?¡° Warlen hatte Etienne am Vortag aufgefunden, bevor die Schule geendet hatte und ihr eine Projektaufgabe und zwei B¨¹cher gegeben. Dies w¨¹rde ihr die besten Chancen geben, eine gute Note zu bekommen und auch wenn Etienne diese nicht brauchte, ihr Ehrgeiz war geweckt und sie wollte die bestm?gliche Leistung erbringen. Und es gab ihr eine gute Ablenkung, sich nicht weiter mit ihren Gedanken zu besch?ftigen. ?Nein¡°, sagte sie setzte sich gem¨¹tlicher hin, ?Ich bekomme das schon hin.¡° Kontrahenten: Vers?hnliche Worte Er hatte sie in Ruhe ihre Aufgaben machen lassen, wie er es ihr gesagt hatte. Aber er war nicht wieder eingeschlafen. Stattdessen hatte er eigene B¨¹cher gelesen. Bevor es zur n?chsten Pause klingelte, hatte er ihr vorgeschlagen, in die Bibliothek zu gehen. Als sie ihn nach dem Grund fragte, hatte er ihr gesagt, dass h?chstwahrscheinlich bald einige Leute wussten, dass sie hier waren und er vermeiden wollte, dass die Nervigen es ausnutzen. Damit hatte er explizit Halil gemeint, dennoch drangen sich weitere Namen in seinen Kopf, mit welchen er sich in seinem jetzigen Zustand nicht befassen wollte. Er wusste aber, dass er es unweigerlich tun musste. Zu seiner ¨¹berraschung war Etienne ihm ohne Widerstand durch die Flure gefolgt. Er hatte ihr einen Sitzplatz in den oberen Reihen der Bibliothek gezeigt, von wo der ganze innere Bereich gesehen werden konnte. Und auch dieser Ort war im Schatten der Regale versteckt. Er hatte ihr erz?hlt, dass er hier immer hinging, wenn er seine Ruhe haben wollte, und auch wenn es ihm widerstrebte, ihr sein Versteck zu zeigen, so hatte er das Gef¨¹hl, dass sie das nicht herumerz?hlen w¨¹rde. Und es war ein ausgezeichnetes Versteck. Es gab mehrere Wege dorthin und alle waren klar zu sehen. Weiterhin hatte man einen Blick auf die zwei Eingangsbereiche. Sie w¨¹rden niemanden ¨¹bersehen, der versuchen w¨¹rde, zu ihnen zu kommen. Keiner w¨¹rde sich an sie anschleichen k?nnen und wenn sie jemanden entdecken sollten, dann gab es genug Fluchtwege, die sie nutzen konnten. Er f¨¹hlte sich fast schon wieder so, wie vor ein paar Jahren, wo er sich Leichtsinnigkeit erlauben konnte. Es hatte geklingelt, als sie die Bibliothek betreten hatten und er konnte davon ausgehen, dass sie wahrscheinlich weiterhin die letzten Besucher f¨¹r die Pause w?ren. ?Ich bin ehrlich, es scheint mir zu gut, um wahr zu sein, als dass es einfach so zuf?llig konstruiert wurde¡°, sagte sie. ?Den hat Dustin heimlich gemacht. Adelle wei? auch davon¡°, antwortete er ihr. Dustin hatte sich seiner angenommen, als er an die Schule gekommen war. Sie hatten nur ein Jahr gemeinsam hier verbracht, aber er hatte ihm alles gezeigt, was wichtig war. Das war noch lange, bevor er zum Provinzherrscher wurde. ?Ich wei? nicht, wer Dustin ist¡°, sagte sie trocken und er musste l?cheln. Es lag nicht in seinem Interesse, sie zu ¨¹berfordern, zeitgleich w¨¹nschte er sich aber, dass sie sich schnell an alles gew?hnen w¨¹rde. Es w¨¹rde ihn noch einige ¨¹berzeugungsarbeit kosten, sie in der Stadt zu behalten, aber er hatte schon eine Idee, wie er es am morgigen Abend anfangen w¨¹rde. ?Er ist ein Alumnus dieser Schule. Ich habe ihn gestern erst wiedergesehen. Seine Leistungen waren extrem gut, er h?tte ¨¹berall hin gekonnt. Aber er ist in Calisteo geblieben und leitet eine Sicherheitsabteilung in meiner Provinz.¡° ?Ermittelt er wegen der Explosion?¡°, fragte Etienne und es ¨¹berraschte ihn nicht, dass sie es mitbekommen hatte. Am Vortag hatte er sich gesorgt, ob sie mit ihrem Djinn in der N?he war. War aber erleichtert gewesen von Scarlett zu h?ren, dass dem wohl nicht so war. Es gab einige Verletzte, zum Gl¨¹ck aber keine Tote. ?Ja¡°, sagte Raffael, ?Er ist die beste Person daf¨¹r. Mal abgesehen davon, dass er seine Arbeit sehr gut macht, ist er charismatisch genug, um sich Freunde in anderen Provinzen zu machen. Mit ihm wei? man, dass alles getan wird, um die Schuldigen zu finden und das in Zusammenarbeit mit Gilgians und vielleicht sogar Elias¡¯ Sicherheitsrevieren.¡° Elias¡¯ Namen auszusprechen, versetzte ihm noch immer einen verletzenden Stich. Er fragte sich, ob er je ¨¹ber den Verrat von ihm hinwegkommen w¨¹rde. Er beobachtete Etienne dabei, wie sie sich umsah. Ihr Blick wanderte von einer Ecke zu der anderen und langsam best?tigte sich sein Verdacht, dass sie durchaus aufmerksamer und systematischer war, als er sie zun?chst eingesch?tzt hatte. Der Verdacht war ihm gekommen, als er die Wunden des Crawlings zu seinen F¨¹?en gesehen hatte, welche, mit Ausnahme von einer, alle gezielt gesetzt worden schienen. Damit konfrontiert zu sein war, als h?tte man ihm einen Schleier vom Gesicht gerissen, welcher ihn davon abgehalten hat, klar zu sehen. Und er ¨¹berlegte sich nun, wie genau er seine Vermutung weiter best?tigen konnte. Denn wenn sie stimmte, stand vor ihm wahrscheinlich kein so gro?er Chaot, wie er vermutet hatte, und Tatinnes d¨¹stere Worte w¨¹rden sich vielleicht als falsch herausstellen. ?Sollen wir die Pause hier ausharren?¡°, fragte sie ihn. Er spannte sich etwas an. Am Morgen hatte er vorgehabt, sie bei Tatinne abzufangen und daf¨¹r zu sorgen, dass sie sicher in der Schule ankam. Nachdem diese ihm erz?hlt hatte, dass sie schon l?nger weg war, hatte er auf dem Hinweg sich Gedanken dar¨¹ber gemacht, wo sie hingegangen sein konnte, und der Gedanke an den Crawling hatte ihn nicht losgelassen. Also war er, nachdem er einen Abstecher bei Warlen gemacht hatte, seinem Instinkt gefolgt. Als sie sich langsam zu ihm umwandte und ihn wachsam betrachtete, fiel ihm auf, dass er zu lange geschwiegen hatte. Das lag daran, dass er so m¨¹de war. Selbst das Denken fiel ihm schwerer. Sein Kopf pochte immer wieder und er w¨¹nschte sich nichts sehnlicher, als in sein Bett zu kriechen und dieses f¨¹r eine lange Zeit nicht zu verlassen. Er wusste, dass es ihm bei diesem Wetter zum Verh?ngnis werden w¨¹rde, wenn er seinen K?rper so strapazierte. Er tendierte dazu, schnell krank zu werden, vor allem in diesem Monat. ?Ich habe Warlen darum gebeten, die Klasse f¨¹r heute zur selbstst?ndigen Arbeit anzuleiten¡°, sagte er und merkte, wie ihr Gesicht sich verd¨¹sterte. Er unterdr¨¹ckte noch einen Seufzer. Es lag nicht in seiner Absicht, sie hinters Licht zu f¨¹hren, aktuell wusste er jedoch nicht, wie er anders handeln sollte, vor allem weil sie scheinbar nicht vorhatte, sich an das zu halten, was sie ihm kommunizierte. Solch ein Biest. Ein L?cheln erschien auf ihrem Gesicht, und er grinste zur¨¹ck. Er konnte sehr gut die Wut in ihren Augen sehen. Wenn sie dachte, sie k?nnte ihn damit hinters Licht f¨¹hren, dann w¨¹nschte er ihr viel Erfolg. Er selbst hatte es im letzten Jahr perfektioniert, seine Emotionen zu verbergen. Dennoch hatte es etwas Tr?stliches zu wissen, dass sie sich in diesem Punkt sehr ?hnlich waren. ?Und du hattest nicht vor, es mir fr¨¹her zu sagen?¡°, fragte sie. Er zuckte mit den Schultern und fing an seine Sachen auszupacken, ?Wenn du nicht so unkooperativ w?rst, h?tte ich es dir viel fr¨¹her gesagt.¡° ?Du bist unertr?glich¡°, sagte sie, drehte sich wieder zu der Bibliothek um. This book was originally published on Royal Road. Check it out there for the real experience. ?Gleichfalls¡°, erwiderte er. Raffael selbst war immer noch w¨¹tend auf sie. Sie hatte ihm zwar nicht direkt ihr Wort gegeben, aber sie nutzte es nur zu gerne aus, ihn in dem Glauben zu lassen und dann, sobald er nicht hinschaute, direkt etwas anders zu tun. Und es war teilweise seine Schuld. Er hatte die Situation zu Anfang falsch eingesch?tzt und nun musste er zusehen, wie er die Wogen wieder gl?tten konnte. Denn wenn sie die Herrschaft ¨¹bernehmen sollte, konnte er es sich nicht leisten, ein schlechtes Verh?ltnis zu ihr zu haben. Also musste irgendeine Vertrauensbasis her, was momentan unm?glich schien. ?Du k?nntest weiter an deinem Projekt arbeiten¡°, sagte er und hoffte, dass sie sich hinsetzen w¨¹rde. Die letzten zwei Stunden waren ruhig gewesen. Es war ihm schwergefallen, nicht einzuschlafen. Aber sie vor sich arbeiten zu sehen, w¨¹rde ihn davon ablenken. Er war neugierig, welche Aufgaben Warlen ihr gegeben hatte. Aber selbst in diesem Thema schien sie keine Informationen teilen zu wollen. Er h?tte wissen m¨¹ssen, dass sie schwer zug?nglich w?re. Immerhin wollte sie lieber aus dem Fenster springen, als drei Fremden zu vertrauen. Und auch wenn er ihr Misstrauen in dieser Situation verstehen konnte, war das doch etwas ¨¹bertrieben gewesen. Etienne antwortete ihm nicht und machte auch keine Anstalt, sich hinzusetzen. Er sah frustriert zu ihr. Ihm war klar, dass sie w¨¹tend werden w¨¹rde, dennoch kam der Gedanke, ihr nichts dazu zu sagen, schneller. Sie beide schafften es einfach nicht, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, der f¨¹r sie funktionierte. Dabei fand er, dass sie in der Villa der McClains gut zusammengearbeitet hatten und das trotz des ganzen Misstrauens. Er stand auf und trat zu ihr, ?Es tut mir leid. Ich habe es mehr aus Impuls nicht gesagt, als das ich es geplant habe. Und wenn ich ehrlich bin, sind meine Planungsf?higkeiten aktuell nicht sehr gut.¡° Sie blickte weiter in die Bibliothek, ?Ist in Ordnung. Ich h?tte damit rechnen sollen.¡° Er spannte sich an und dass sorgte daf¨¹r, dass erneut ein unangenehmes Pochen durch seine Schl?fen ging. Das war keine Antwort, die er haben wollte. Aber er konnte es ihr auch nicht ver¨¹beln. ?Eigentlich w¨¹nsche ich mir, dass wir solch einen Umgang nicht miteinander f¨¹hren m¨¹ssten. Vielleicht k?nnten wir beide anfangen, etwas nachgiebiger miteinander umzugehen?¡°, fragte er und folgte ihrem Blick. Er entdeckte Meta in der Halle, mit Adelle zu sprechen. Sie hatte ihre Uniform nicht an, also ging er davon aus, dass sie nur kurz vorbeigekommen war. Sowohl sie, als auch Gilgian, hatten sich f¨¹r ein paar Tage von ihrer Anwesenheit freigesprochen. W¨¹rden zur Theaterprobe aber wieder anwesend sein. Immerhin das. Bald w¨¹rde das St¨¹ck stattfinden und er konnte es kaum erwarten, diesen Batzen Arbeit hinter sich zu bringen und Anjelika eine sichere Zukunft zu sichern. ?Du kannst ja anfangen¡°, sagte sie und er musste unweigerlich l?cheln. ?Und mich von dir herumschubsen lassen?¡° Sie zuckte grinsend mit den Schultern, ?Ich finde, das h?ttest du f¨¹r eine Weile verdient. Du kannst mir nat¨¹rlich auch den Stein einfach wiedergeben. Dann k?nnten wir das mit dem Umgang auch gleich lassen.¡° Sie lie? aber auch nicht locker, ?Das kann ich nicht und das werde ich nicht. Vorerst.¡° ?Wei?t du, wenn ich wirklich Herrscher werden w¨¹rde, dann w¨¹rde ich es dir heimzahlen, dass du mich beklaut hast.¡° ?Deswegen hoffe ich auch, dass wir besser miteinander umgehen. Es w?re wirklich tragisch, wenn jemand so Talentiertes wie ich in den Abgr¨¹nden von Nexims Gef?ngniskeller verschwinden w¨¹rde. Stell dir vor: Ich, hinter Gittern, in diesen dreckigen Zellen.¡° Sie kicherte und er war sehr zufrieden mit sich, das geschafft zu haben. ?Gibst du dir deswegen so viel M¨¹he, Halil von mir fernzuhalten? Ich kann mir vorstellen, du h?ttest jetzt Besseres zu tun, als mit mir hier herumzulungern.¡° Er presste unzufrieden die Lippen zusammen und sobald er es merkte, versuchte er sich wieder zu entspannen. Eigentlich wollte er diese Frage nicht beantworten, denn er hatte das dumpfe Gef¨¹hl, dass sie die Antwort fr¨¹her oder sp?ter gegen ihn nutzen w¨¹rde. Aber wenn er ihr nicht antworten w¨¹rde, dann w¨¹rden sie nur wieder in diesem elenden Kreislauf enden, wo sie einander alles verschweigen und an Ort und Stelle traten. Sie war erstaunlich stur. Er war es auch, war aber bereit, dynamischer in der Ausf¨¹hrung seiner Sturheit zu sein. ?Ich finde, dass ich Teil der Schuld trage, dass du an ihn geraten bist. Mal abgesehen davon, dass ich gestern Vorkehrungen h?tte treffen k?nnen und daran gescheitert bin, bist du an dieser Schule, weil du von mir dazu gedr?ngt wurdest. Das Problem mit Halil w?re ohne mein Zutun gar nicht erst entstanden. Das tut mir leid.¡° Sie gab ein nachdenkliches Ger?usch von sich und er sah in ihrem Gesicht, wie sie etwas ausheckte. ?Wenn ich so genau dar¨¹ber nachdenke¡°, sagte sie langsam, ?Dann w?re die beste Art und Weise, mich zu sch¨¹tzen, mir einfach den Stein zu ¨¹bergeben und mich von dem Besuch dieser gef?hrlichen Bildungsst?tte zu befreien. Nicht?¡° Er musste l?cheln. Er hatte gewusst, dass irgendwas in dieser Form als Antwort kommen w¨¹rde. Freches Biest. ?Oh, du kannst gerne den Mist ausbaden, den du verzapft hast. Wenn du so gro?e Angst vor Halil hast, dann wechsel die Provinz. Das w?re die einfachste Art. Aber ich will wetten, das wirst du nicht tun.¡° Sie grinste weiterhin, w?hrend sie nach unten sah, ?Ich hab mich schon gewundert, wieso dieser Vorschlag nicht fr¨¹her von dir kam.¡° ?Es ist kein Vorschlag¡°, sagte er, ?Aber wenn das als Option stehen w¨¹rde, dann h?tte ich dich schon l?ngst dazu ¨¹berredet, in meine Provinz zu kommen.¡° Sie schnaubte l?chelnd und ausnahmsweise f¨¹hlte es sich gut an, solch ein Gespr?ch mit ihr zu f¨¹hren, ohne dass einer von ihnen beiden aus irgendeinem Grund w¨¹tend oder ver?rgert mit dem Anderen war. Er wollte mehr davon. Sich normal mit ihr unterhalten, ohne Streit und den stetigen Versuchen, einander hereinzulegen. Das hatte er gedacht, bis ihr Blick sich auf einmal verd¨¹sterte. Zun?chst dachte er, es w¨¹rde an ihm liegen. Doch dann hatte er gemerkt, dass sie fest in eine Ecke des Raumes sah. Er folgte ihrem Blick und entdeckte ein Gesicht, dass er eher selten an der Schule, aber schon h?ufiger im letzten Jahr bei Veranstaltungen der wohlhabenden Familien in Calisteo gesehen hatte. Er versteckte sich hinter den Regalen und es war auf den ersten Blick zu erkennen, dass er Meta beobachtete, w?hrend diese mit der Bibliothekarin sprach. Er hatte sein Handy in der Hand und hatte es auf sie gerichtet. Raffael brauchte einen Moment, bis er verstanden hatte, was vor sich ging und runzelte irritiert die Stirn. Kontrahenten: Neues Ziel ?Er ist da schon eine Weile¡°, sagte Etienne und er bemerkte, dass sie ihn ansah, ?Wer ist das?¡° Er versuchte seinen Gesichtsausdruck zu bewahren und sah wieder zu ihm, ?Das ist Braad. Er ist nicht h?ufig an der Schule. Und er ist nicht gerade gesellig.¡° ?Wei?t du, wieso er das macht?¡°, fragte sie. ?Keine Ahnung. Ich habe nicht so viel mit ihm zu tun, um ihn gut einsch?tzen zu k?nnen. Vielleicht ist er in sie verknallt und malt sich Chancen aus. Meta ist genauso sehr ein Au?enseiter wie er.¡° ?Wusste gar nicht, dass man so seine Liebe gesteht¡°, sagte sie und er h?rte die Missbilligung heraus. ?Hast du vor, dich einzumischen?¡°, fragte er. Das war die Frage, die ihn wirklich interessierte. Braad war nicht kompliziert, aber er war es auch nicht wert, sich mit seiner Familie anzulegen. Diese waren auch nicht kompliziert, aber k?nnten nervig werden. ?Sollte ich?¡°, fragte sie zur¨¹ck, ?Sag du es mir, da du scheinbar sowieso alles besser wei?t.¡° Er warf ihr einen s?uerlichen Blick zu, doch sie grinste einfach nur vor sich hin. ?Wenn wir es Gilgian sagen, wird er ihn zusammenschlagen¡°, sagte Raffael, ?Er ist in Elias¡¯ Provinz. Das wird Konsequenzen haben. Und wahrscheinlich einen Toten. Ehrlich gesagt m?chte ich es Gilgian gar nicht wissen lassen.¡° ?Was tun wir dann?¡°, fragte sie und es f¨¹hlte sich wie ein Test an. Er legte seinen Kopf auf seine Arme und sah von unten zu ihr herauf. Ihre gr¨¹nen Augen stachen in dem dumpfen Licht besonders unter den schwarzen Haaren hervor. Sein Blick fiel auf ihre blasse Narbe und er wunderte sich, woher sie diese hatte, doch dann verschwand die Frage aus seinem Kopf, als er ihren herausfordernden Blick sah. Und er weigerte sich bei ihr einen R¨¹ckzieher zu machen. ?Sollen wir etwas tun?¡°, fragte er. ?Du hast gesagt, ich soll zu dir rennen, wenn etwas passiert. Zeig was du kannst.¡° Ihre Augen blitzten auf, als sie den Blick wieder von ihm abwandte und sich dem Geschehen unter ihnen wandte. ?Lass uns sein Handy klauen¡°, schlug er vor. Sie lachte, ?Schon wieder Diebstahl? Wieso wundert mich das nicht.¡° ?Es ist nicht so, als w¨¹rden aktuell viele produziert werden¡°, erkl?rte er, ohne darauf einzugehen, ?Er wird m?chtig ?rger bekommen, wenn er es verliert. So viel kann sich seine Familie auch nicht leisten. Und wenn er ein Zweites bekommt, tun wir dasselbe. Und dann wird er f¨¹rs Erste keines mehr haben. Und es wird keine Toten geben.¡° Sie l?chelte zufrieden, ?Und wie willst du das anstellen?¡° ?Einer von uns lenkt ihn ab, der andere holt es sich. Er wird uns gleich sowieso zeigen, wo er es verstaut. Mich hasst er leidenschaftlich und zeigt das auch sehr gerne. Also werde ich ihn damit gut ablenken k?nnen, wenn ich mich einfach vor ihn stelle. Dich kennt er noch nicht, aber ich will wetten, wenn die h¨¹bsche Neue ihn anspricht, wird er ganz hin und weg sein.¡° Sie blinzelte ¨¹berraschte und er versp¨¹rte Genugtuung, an ihrem nichtssagenden L?cheln ger¨¹ttelt zu haben. Beobachtete sie dann weiter dabei, wie sie es ¨¹berdeckte und es ihr schnell gelang, aber nicht schnell genug, dass sie es verbergen konnte.If you stumble upon this narrative on Amazon, it''s taken without the author''s consent. Report it. ?Ich will nicht, dass er mich sieht.¡° Und wenn er bedachte, wie Braad gerade mit Meta umging, wollte er es auch nicht. ?Dann werde ich ihn ansprechen. Und du erledigst den Rest¡°, sagte er und beobachtete ihn dabei, wie er das Handy in eine hintere kleine Tasche seines Rucksacks steckte, ?Und nachdem wir unseren Plan erfolgreich hinter uns gebracht haben, was h?ltst du davon, wenn wir danach ¨¹ber einen zu Halil sprechen?¡° Auf einmal drehte sie sich zu ihm um und sah ihn direkt an, ?Ich mache dir ein Angebot.¡° ?Ah ja?¡°, fragte er ¨¹berrascht. ?Gib mir Zeit bis morgen Abend und ich werde dir einen guten Plan zu Halil pr?sentieren. Du wirst sehr ¨¹berrascht sein.¡° ?Werde ich das?¡°, fragte er und richtete sich auf, ?Und wenn nicht?¡° Sie grinste, ?Ich versichere dir, du wirst sprachlos sein, wie einfach ich dir eine L?sung pr?sentieren werde. Und nachdem du mir deine zu diesem Problem gezeigt hast, ist es nicht fair, mir dieses hier zu lassen?¡° Sie hatte bereits etwas ausgeheckt. Sein Instinkt sagte es ihm. Und er vertraute ihr keinen Moment, dass sie ihm morgen Abend etwas pr?sentieren w¨¹rde. Blieb nur f¨¹r ihn zu kl?ren, ob er bereit war, ihr das in die Hand zu geben oder nicht. Das Bild des Crawlings schoss ihm durch den Kopf und er wurde nur zu neugierig, wie sie das Problem angehen w¨¹rde. Und seine Neugierde war gro? genug, dass er sich darauf einlassen wollte. ?Gut¡°, sagte er, ?Aber dann will ich morgen Abend alles dazu h?ren.¡° Sie strahlte ihn an und er kaufte es ihr nicht ab, ?Einverstanden.¡° ?Und wir werden ¨¹ber Verbesserungsm?glichkeiten sprechen. Uns austauschen und das Beste daraus machen.¡° Sie nickte feierlich,. ?Nat¨¹rlich.¡° Er schnaubte und sah dann wieder hinunter. Meta machte sich auf den R¨¹ckweg mit einem Haufen B¨¹cher, welche sie sich ausgeliehen hatte. Sie war immer so ernst, was das Lernen anging, und sie war nicht schlecht darin. Wenn sie nicht mit Gilgian verwandt w?re, w¨¹rde er versuchen, sie ihm abzuwerben. Braad duckte sich hinter den Regalen und Raffael seufzte, als er das sah. Unm?glich, das Meta ihn nicht merkte. Aber sie tat es wirklich nicht. ?Sollen wir bis nach der Pause warten?¡°, fragt er Etienne nickte grinsend. Er merkte, dass sie es zu genie?en schien, aktiv zu sein. Kein Wunder, dass sie sich mit Halil angelegt hatte. Mittlerweile glaubte er, dass sie sich selten wirklich zur¨¹ckhalten konnte oder es ¨¹berhaupt wollte. Nicht das, was er in diesem Ma? von einem Herrscher wollen w¨¹rde. Sie warteten, bis es geklingelt hatte, und er hatte sich in der Zeit ein Buch als Alibi herausgesucht. Meta schien auch die Pause abzuwarten, denn sie ging erst durch die T¨¹r nach drau?en, nachdem einige Minuten vergangen waren. Mitleid flammte in seiner Brust auf. Er wusste, dass sie es nicht einfach an der Schule hatte, aber ihm war nicht bewusst, wie sehr sie die anderen Menschen zu meiden schien. Er hatte es auch nie wirklich mitbekommen, nur Geschichten geh?rt. Nachdem Gilgian Herrscher wurde, wurde es etwas leiser um sie und er hatte es dann nach all den Ereignissen, welche in seinem Leben stattgefunden haben, vergessen. Sie beobachteten kurz, ob Braad Meta folgen w¨¹rde, doch er tat dies nicht. Stattdessen setzte er sich an einen hinteren Tisch in der Bibliothek. Raffael sah sie auffordernd an und Etienne nickte ihm zu. Sie hatten sich kaum dar¨¹ber ausgetauscht, was sie jeweils vorhatten zu tun. Es f¨¹hlt sich sonderbar f¨¹r ihn an, denn normalerweise plante er mit seinen Leuten jeden Schritt akribisch und ging dann in Aktion, wenn er wusste, wer wo stehen und was derjenige tun w¨¹rde. Er sah zu ihr, wie sie zwischen den Regalen ging und musste grinsen. Das erinnerte ihn so sehr an ihr Abenteuer von vorgestern. Und irgendwie zweifelte er nicht daran, dass es funktionieren w¨¹rde. Kontrahenten: Alte Wunden Raffael wandte sich an Braad, welcher auf sein Handy starrte und unterdr¨¹ckte es, ein missbilligendes Ger?usch von sich zu geben, welches auf ihn aufmerksam machen w¨¹rde. Raffael atmete noch einmal tief durch. Und dann trat er vor Braad. Ohne ihn zu fragen, zog er den Stuhl zur¨¹ck und setzte sich vor ihm hin. ?Guten Morgen! Bin ich froh, noch ein bekanntes Gesicht hier zu sehen.¡° Braad zuckte zusammen und lie? sein Handy auf den Tisch fallen. Seine Augen sprangen gehetzt und panisch zu ihm und seine Wangen f?rbten sich rot. Schnell schnappte er sich das Handy wieder und schaltete den Bildschirm aus. Um Misstrauen zu vermeiden, blickte Raffael weg davon und ?ffnete sein Buch, ?Ich hoffe, es st?rt dich nicht, wenn ich mich dazu setze. Es ist den ganzen Morgen einfach viel zu ruhig hier. Es ist so langweilig, ich k?nnte einschlafen.¡° ?Heute kein Schwarm von Menschen um dich herum?¡°, fragte er und Raffael fiel schon wieder dieser geh?ssige Ton in seiner Stimme auf, welchen er immer aufsetzte, sobald er mit ihm sprach. Raffael wusste nicht, wieso er ihn so sehr hasste, aber es war seit der ersten Begegnung so gewesen und es hatte nie aufgeh?rt. Aber er machte sich nichts draus. So war es manchmal. ?Alle sind mit ihren Aufgaben besch?ftigt. Warlen hat besonders viel ausgeteilt. Wie l?uft¡¯s bei dir? Ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen. Ist deine Familie noch beim ?Traum der Meere¡® zu Besuch? Wie geht¡¯s deiner Mutter? Ich hab geh?rt, sie hat einen neuen Vertrag in Goldvail geschlossen. Scarlett hat sie erst vor kurzem wieder gesehen und mir davon erz?hlt. Sie kann es kaum erwarten mit den ganzen Stoffen zu arbeiten, welche mit der n?chsten Lieferung ankommen.¡° ?Ihr geht es gut, glaube ich¡°, sagte Braad unsicher und schien Schwierigkeiten dabei zu haben, den ganzen Fragen zu folgen, ?Wieso willst du ¨¹ber den neuen Handelsvertrag sprechen?¡° Er blinzelte verwirrt und schien von einem Moment auf den anderen entschlossen zu haben, dass Raffael ihn scheinbar aushorchen wollte. Er schien jedoch dabei den Fehlschluss getroffen zu haben, dass er etwas haben w¨¹rde, was es sich zum Aushorchen lohnen w¨¹rde. Raffael bezweifelte es sehr stark, dass seine Familie mit ihm wichtige Inhalte ihrer Gesch?fte teilen w¨¹rde. Es war eher seine ?ltere Schwester, welche sich leidenschaftlich an der Arbeit der Familie beteiligte, und es w¨¹rde sehr wahrscheinlich der Fall sein, dass sie das Familiengesch?ft ¨¹bernehmen w¨¹rde. ?Oh, ich muss nichts dazu wissen. Ich habe aber geh?rt, dass sie echt eine sch?ne Zeit in Goldvail hatte.¡° Ein weiter Weg, den er dieser Familie, trotz der Zugeh?rigkeit zu Elias Provinz, wirklich hoch anrechnete. Die Handelsrouten waren mittlerweile etwas sicherer als noch vor einigen Jahren. Es wurden zwei neue Schienen gebaut, welche direkt in die erste Provinz von Calisteo f¨¹hrten. Die Vorherrschaft der ersten Provinz bei Handelsbeziehungen war Raffael ein Dorn im Auge. Sie waren abh?ngig davon, dass die Provinz ihnen die G¨¹ter ¨¹berlie?, welche sie brauchten. D¨¹nger, Saat, ?l, mechanische Teile f¨¹r die Maschinen und vieles andere ging immer zun?chst durch die erste Provinz durch, bevor es in den anderen zwei Provinzen ankam. Zeitgleich konnte die erste Provinz es sich aber auch nicht leisten, die anderen zwei Provinzen zu verstimmen. Immerhin waren sie von den Nahrungsmitteln, Wasserversorgung und anderen Ressourcen abh?ngig, welche in diesen Provinzen produziert wurden. Es war diese gegenseitige Abh?ngigkeit, welche f¨¹r einen fragilen Frieden sorgte. Zeitgleich war es genau das, was immer wieder neue Reibungen verursache. So war es beispielsweise nicht zu ¨¹bersehen, dass es den Mitgliedern der ersten Provinz insgesamt besser ging. Sie waren wohlhabender, manchmal beinahe schon verschwenderisch. Es war offensichtlich, dass in der Hinterhand andere Gesch?fte liefen, als die, welche vereinbart waren. Er merkte, wie Etienne ihn hinter Braad abwartend ansah und stellte fest, dass Braad noch immer sein Handy fest in der Hand hatte. Er wusste aber schon, wie er darauf das Thema wechseln konnte. ?Nebenbei, Tatinne hat mir davon erz?hlt, dass sie in der N?he von Vheruna einige Minen zur¨¹ckerlangt haben. Auch eine mit Kupfervorkommen soll dabei gewesen sein. Sie hat sich direkt einen Vertrag f¨¹r kleine Mengen gesichert. Ich frage mich, woher sie die ganzen Leute kennt. Aber unabh?ngig dessen, sicherlich k?nnen wir bald mehr Elektronisches produzieren.¡° Er deutet auf sein Handy, dass er noch immer in der Hand hielt, ?Du wei?t schon, falls es dir abgenommen werden sollte, weil du es in der Schule hast.¡° Braad sah ihn erschrocken an und blickte dann panisch zu Adelle, ?Willst du es ihr erz?hlen?¡° Raffael lachte, ?Nein, ich will dich nur vorwarnen. Du wei?t, wie Merlian ist. Tats?chlich ist er in den letzten Wochen noch strenger geworden. Du hast sicherlich davon geh?rt, was passiert ist. Er hat ganz sch?n darauf herumgeritten. Habe ihn schon lange nicht mehr so br¨¹llen geh?rt. Dabei sollte man meinen, er h?tte seinen Zenit jeden Montag nach unseren Briefen erreicht.¡° Braad blinzelte verwirrt und nickte verunsichert. Raffael unterdr¨¹ckte ein Schnauben, denn es war gar nichts passiert. Aber Braad w¨¹rde das nicht wissen, denn er war sowieso selten da und hatte beinahe nie eine Ahnung davon, was in der Schule vor sich ging. ?Er l?sst sie neuerdings auch durchsuchen. Pass also auf, dass du es k¨¹nftig nicht mitnimmst.¡° Raffael beobachtete ihn dabei, wie er es eher ungeschickt in seine Tasche stopfte und sah kurz zu Etienne, welche noch immer an der Wand einige Schritte hinter Braad stand. Ihre gr¨¹nen Augen beobachteten jede seiner Bewegungen und Raffael hatte nicht das Gef¨¹hl, dass ihr etwas entging. Ob sie auch andere auf diese Art beobachtete? Ihn? Welche Schl¨¹sse zog sie? Er sah schnell wieder l?chelnd zu Braad, bevor dieser seinen Kopf hob und ihn ansah. ?Was machst du heute eigentlich hier?¡°, fragte Raffael und beobachtete, wie Braads Blick noch abweisender wurde, als zuvor. Raffael sp¨¹rte, dass es da wohl etwas gab, was Braad nicht gerne teilen w¨¹rde und fragte sich, ob es mit Meta zusammenhing. Aber das bezweifelte er, denn Meta h?tte heute theoretisch gar nicht hier sein sollte.Unauthorized duplication: this narrative has been taken without consent. Report sightings. ?Wieso willst du das wissen?¡°, fragte er zur¨¹ck. Raffael merkte, wie Etienne sich hinter ihm hinhockte und sich an seiner Tasche zu schaffen machte. Beinahe erschreckte ihn diese Handlung. Braad war gro? und sie war klein. Sie wurde komplett von ihm verdeckt und wenn Raffael nicht gewusst h?tte, dass sie da war, h?tte er sie vielleicht nicht bemerkt. ?Ich habe dich schon lange nicht mehr hier gesehen. Wie kommt¡¯s? Familienangelegenheiten?¡° Seine Wangen wurden erneut rot, doch diesmal war sein Gesicht vor Wut verzogen. Und Raffael war sich nicht ganz sicher, wieso. ?Das geht dich gar nichts an¡°, er spuckte ihm die Worte regelrecht ins Gesicht, ?Ich werde ja wohl ab und zu noch hier hinkommen d¨¹rfen?¡° Raffael blinzelte verwirrt, ¨¹berrascht von der Wut, die ihm entgegenschlug. Aber es war nichts, was er nicht schon kannte. Die meisten Gespr?che mit ihm waren so abgelaufen. ?Ich wollte nur mal nachfragen. Immerhin waren wir eine Weile in derselben Klasse und deine Schwester hat uns mit Dustin Anweisungen zum Umgang mit O¡¯Donnel gegeben.¡° Braad schlug mit der Faust auf den Tisch, ?Du meinst, sie haben dir alles hinterhergeworfen und mich dir Arbeit machen lassen?¡° Raffael sah absch?tzend zu seiner Faust. Es war das erste Mal, dass er in seiner Anwesenheit Gewalt aus¨¹bte, selbst wenn das nur gegen einen Gegenstand war. Raffael blickte pr¨¹fend in sein Gesicht, ?Ist etwas vorgefallen?¡° ?Kannst du einfach verschwinden?¡°, spukte Braad ihm entgegen, ?In erster Linie w?re ich dir dankbar, wenn du nicht deine Nase in alle m?glichen Angelegenheiten anderer Leute stecken w¨¹rdest.¡° Raffael entschloss sich, sich zur¨¹ckzuziehen. Etienne entfernte sich bereits zwischen den Regalen und er vermutete, dass sie das Handy hatte. Und Braad war offensichtlich f¨¹rchterlich auf ihn zu sprechen. Was auch immer ihm zu schaffen machte, er lie? es an ihm aus und Raffael sah keinen Grund, in den Streit einzusteigen. Er war sowieso nicht in der Position, sich das leisten zu d¨¹rfen. Es w¨¹rden nur schlechte Ger¨¹chte entstehen, dass er, ein Provinzherrscher, sich auf Schulstreitereien einlie?. ?Ok¡°, sagte Raffael und hob l?chelnd die H?nde, ?Lass mich dich nicht weiter st?ren. Du hast sicherlich ganz wichtige Dinge zu erledigen.¡° ?Wichtiger, als hier herumzulungern und so zu tun, als w¨¹rde ich etwas in der Schule lernen¡°, erwiderte er, als Raffael das Buch schloss. Er verschr?nkte grinsend die Arme vor der Brust und sah zu ihm, als h?tte er einen Kampf gewonnen. Raffael w¨¹rde ihn in dem Glauben lassen. Er blinzelte ihm grinsend zu, eine f¨¹rchterliche Angewohnheit, die er von seiner Mutter ¨¹bernommen hatte und er w¨¹rde sie nie hergeben, weil sie von ihr war. ?Dann lass dich bei diesen ganz wichtigen Angelegenheiten nicht st?ren.¡° Er schob den Stuhl zur¨¹ck und war bereit zur¨¹ckzugehen, als er erneut Braads Stimme vernahm, ?Lass mich dir mal einen Tipp gehen. So vom ?lteren zu J¨¹ngeren. Du solltest dich nicht so herumschubsen lassen.¡° Raffael verdrehte die Augen. Er wollte weiter gehen. Es w?re es nicht wert, sich diesen Schwachsinn anzuh?ren. Er wusste, dass Braad sich das nur herausnahm, weil Raffael zur¨¹cktrat. Doch es gab eine Grenze von dem, was er anderen durchgehen lassen konnte. Fr¨¹her w?re er lachend weggegangen. Und eigentlich war niemand hier, der ihm dieses Gespr?ch zum Nachteil auslegen konnte, au?er vielleicht Etienne, die er aus den Augen verloren hatte. Auf der anderen Seite jedoch, w¨¹rde Braad vielleicht herumposaunen, dass Raffael, der Provinzherrscher, vor ihm davonlief. Und so leid es ihm tat, er hielt ihn tats?chlich f¨¹r so bl?d, dass er das tun w¨¹rde. Also drehte er sich zu ihm und st¨¹tzte sich leicht l?chelnd am Tisch ab, ?Und wer, denkst du, schubst mich herum? Du? Weil ich so nett war, zur¨¹ckzutreten?¡° Er bemerkte zufrieden, wie Braad die Augen auf seine Finger senkte. Unter seinen Fingern?geln war Dreck, welchen er zu entfernen versuchte. Doch es hielt ihn nicht davon ab, weiterzusprechen, ?Ich meine ja nur. Du bist viel zu weichherzig. Wenn du etwas weniger nachgiebiger w?rst, dann w¨¹rden sich die Leute nicht so viel bei dir erlauben. Das kann wirklich ein Problem werden. So wie damals mit Josef-¡° ?Nimm einen tiefen Atemzug und denk nach¡°, fuhr Raffael dazwischen, kaum in der Lage, die Wut zu b?ndigen, die in seiner Brust aufloderte. Gefolgt von dem Schmerz, welcher bis vor wenigen Monaten noch daf¨¹r gesorgt hatte, dass er als ein trauriges H?ufchen Elend zusammengekauert in der Ecke des Zimmers gelegen hatte, welches zu dem verfluchtem Haus geh?rte, in dem er leben musste. Aber er w¨¹rde sich dazu zwingen, diese Gef¨¹hle zu unterdr¨¹cken, denn er konnte nicht eine Pr¨¹gelei anfangen, wie er es vor einem Jahr noch getan h?tte. Und das, worauf Braad anspielte, war es wert ihn windelweich zu schlagen, ?Denk jetzt genau dar¨¹ber nach, was du sagen willst, bevor das Gespr?ch wirklich zu einem Problem f¨¹r uns beide wird.¡° Er beobachtete, wie Braad bleich im Gesicht wurde und sein Blick kurz zu ihm wanderte, nur um dann auf den Tisch zu fallen. Raffael merkte, wie es in seinem Kopf ratterte und er nach und nach zu verstehen schien, was er da von sich gab. ?Es tut mir leid¡°, sagte er mit zittriger Stimme. Raffael schwieg. Nicht, weil er ihn zappeln lassen wollte, sondern weil er wirklich Sorge hatte, dass er ihn am Kragen packen und schlagen w¨¹rde. Er atmete durch. Und dann dachte er an Etienne und daran, dass er ihr ein Vorbild sein musste. Wenn sie die Herrschaft ¨¹bernehmen w¨¹rde, musste sie besonnen sein. Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nicht so, wie er gerade. Aber es war nicht mal ein Jahr her, seit seine Mutter gestorben war und dieser Mistkerl wagte es, ihm die Schuld daf¨¹r zu geben. Er merkte, wie seine H?nde zu zittern anfingen und griff st?rker nach dem Tisch, ?Jetzt, wo du dar¨¹ber nachgedacht hast. Solltest du schnell verschwinden. Und am besten f¨¹r eine Weile au?erhalb meines Blickfeldes bleiben.¡° Er beobachtete Braad dabei, wie er hastig seine Tasche packte und mit hochrotem Kopf aus der Bibliothek rannte. Die T¨¹r fiel ins Schloss und Raffael senkte den Kopf, versuchte an etwas anderes zu denken, nur um ihm nicht hinterherzulaufen und doch in sein Gesicht zu schlagen. Er versuchte, die Vernunft einsetzen zu lassen. Was w¨¹rde passieren, wenn er das tat? Er w¨¹rde f¨¹r einen Moment sehr zufrieden sein. Und dann w¨¹rde er sich mit Braads Familie auseinandersetzen m¨¹ssen und damit zwangsl?ufig mit Elias, den er unter diesen Umst?nden wirklich nicht sehen wollte. Weiterhin w¨¹rde das Einfluss auf Scarlett und Alberto haben, welche erst k¨¹rzlich einen Vertrag mit seiner Familie geschlossen haben. Das w¨¹rde auch Einfluss auf seine Provinzmitglieder haben, denn die Spannungen zwischen den Provinzen k?nnten st?rker werden. Die Zeitungen w¨¹rden ihn auseinander nehmen, vor allem in Elias¡¯ Provinz. Raffael atmete tief durch und f¨¹hlte sich nicht besser. Er vermisste seine Mutter. Sie w¨¹rde mit einem einfachen Spruch daf¨¹r sorgen, dass er sich besser f¨¹hlen w¨¹rde. Oder ihm erz?hlen, wie er Braad einen fiesen Streich spielen konnte und ihm dann verschw?rerisch zuzublinzeln. Eigentlich hatte er gedachte, dass er mit seinem Schmerz gelernt hatte umzugehen. Doch es schien, als w¨¹rde nur ein Funken reichen, um ihn wieder an einen dunklen Ort zu bef?rdern. Kontrahenten: Der Einfluss des menschlichen Geistes Raffael richtete sich auf, versuchte tief durchzuatmen und bewegte sich langsam Richtung Treppe. Die Wut war dem Schmerz gewichen, welcher seine Knie schwach werden lie?. Das strahlende L?cheln seiner Mutter leuchtete vor seinen Augen auf. Er zwang den Gedanken an das alles jedoch beiseite. Er verdr?ngte es, wie er es in den vergangenen Monaten getan hatte, um funktionieren zu k?nnen. Denn aktuell dr?ngten ihn andere Probleme. Er w¨¹rde sich jetzt mit Etienne besch?ftigen m¨¹ssen, dem wahrscheinlich k¨¹nftigen Herrscher seiner geliebten Stadt. Dann mit Halil, welcher jegliche Br¨¹cken zu allen verbrannt hat und immer wieder f¨¹r neuen ?rger sorgte, von dem Raffael nicht nachvollziehen konnte, wieso. Dann am Abend mit Dustin, der ihm hoffentlich gute Nachrichten ¨¹berbringen w¨¹rde, bez¨¹glich der Suche nach den Menschen, welche Gilgians Provinz angegriffen haben. Dann w¨¹rde er sich um eine weitere Provinzangelegenheit k¨¹mmern, die Eldan nicht alleine erledigen konnte. Und anschlie?end w¨¹rde er Eldan besch?mt fragen, ob sie auf ihre abendliche Lehrstunde heute verzichten k?nnten. Raffael brauchte wirklich dringend den Schlaf. Aber wie seine Familie immer sch?n zu sagen pflegt: eines nach dem anderen. Er hoffte nur, dass Etienne dieses bl?de Handy sich geschnappt hatte, denn sonst w?re das Ganze umsonst gewesen. Als er oben ankam, sah er Etienne im Schatten der Regale am Tisch sitzen. Erleichterung durchstr?mte ihn, denn er h?tte beinahe damit gerechnet, einen leeren Tisch ohne ihre Tasche vorzufinden. Er spielte wirklich nicht gerne ihren Babysitter, aber er musste sie ¨¹berzeugen in Calisteo zu bleiben und herausfinden, wie sie an die Macht kommen w¨¹rde. Schleichend oder schnell, das war ihm alles egal, was Tatinne da von sich gegeben hat. Wichtig war nur geordnet, sicher, ohne unn?tige Opfer, wie es bei ihm passiert war oder bei Gilgian. Und ohne sinnlose K?mpfe zwischen den Provinzen auszul?sen. Hierf¨¹r w?re es nicht produktiv, wenn sie von Provinzmitgliedern zusammengeschlagen wird. Sei es ein Gilgian oder ein Halil. Er setzte sich zur¨¹ck an den Tisch und schloss die Augen, bevor er ihrem Blick begegnen konnte. Eigentlich hatte er vorgehabt, dass nachdem er sie ?ffnen w¨¹rde, er wieder sein L?cheln aufsetzen konnte, doch er schaffte es nicht sie zu ?ffnen. Ihr war das Ganze sicher aufgefallen. W¨¹rde sie es ausnutzen? Er hoffte so sehr, dass sie das mit Josef nicht geh?rt hatte. Diese Wunde seines naiven Vertrauens, welcher den Tod seiner Mutter zur Folge hatte, war er nicht in der Lage zu teilen. ?Erz?hle mir was¡°, forderte er auf, stellte selbst fest, dass seine Stimme viel zu rau war. Er durfte jetzt nur nicht losheulen. Er brauchte eine Ablenkung und sie war im Moment die Einzige, die hier war. ?Was willst du h?ren?¡°, fragte sie zur¨¹ck. ?Ist mir egal¡°, sagte er. ?Wie viel wei?t du ¨¹ber Magie?¡° ?Nicht viel¡°, erwiderte er und verschwieg, dass es ein Gebiet gab, in welchem er sich ganz gut auskannte ¡­ so gut es den Umst?nden entsprechend m?glich war. Denn es war einfach nicht Calisteos Schwerpunkt. Die Stadt bildete keine Magori aus oder Priester, welche Segen zaubern konnten. Es gab in den letzten f¨¹nfzehn Jahren genau f¨¹nf Magori in der Stadt, zwei waren im letzten Jahr gestorben, nicht zuletzt wegen der Machtk?mpfe. Hierzu geh?rt der Einzige, welcher Raffaels Provinz angeh?rig war und der einzige aus Gilgians. Derjenige, der noch am Leben war, geh?rte der neutralen Provinz an und besch?ftigte sich mit der Grundausbildung. Und die letzten beiden geh?rten Elias¡¯ Provinz an. Einer davon war Elias¡¯ Mutter. Ob und wie die Menschen ihre F?higkeiten weiter ausbildeten, lag nach der Grundausbildung in ihrer eigenen Verantwortung. Seine Gedanken wanderten wieder zu seiner Mutter. Sie hatte ihnen beiden oft lachend erz?hlt, wie verzweifelt Scarletts Eltern durch die Stadt gelaufen waren, als das kleine Kind von einem Moment auf den anderen pl?tzlich bei Raffaels altem Zuhause gelandet war, dessen Ort sie vom Sehen her kannte. Damals ein Grund f¨¹r Schrecken, heute eine hei? begehrte F?higkeit, welche ihr schon vor Jahren eine Aufmerksamkeit beschert hat, welche sie nie h?tte erlangen d¨¹rfen. Und die Aufmerksamkeit war geblieben, weil Scarlett fr¨¹h gelernt hat, ihre F?higkeiten zu kontrollieren. ?Das habe ich mir schon gedacht¡°, sagte Etienne, riss ihn aus seinen Gedanken wieder heraus, ?Als ich den Stundenplan gesehen habe, ist mir direkt aufgefallen, dass hier ziemlich viel an alten Wissenschaften gelehrt wird. Nicht, dass daran etwas verkehrt w?re, aber wenn alte Gesetze nicht mehr ganz so funktionieren, wie sie sollten, dann ist es teilweise etwas zweitrangig.¡° Er schnaubte, ?Willst du sagen, wir verschwenden hier unsere Zeit? Lustig, bedenkt man, wie begehrt unsere Menschen in anderen St?dten sind.¡° Er h?rte ein bisher seltenes Lachen, ?Keineswegs. Genau genommen ist es so, dass um Magie zu praktizieren genau die alten Wissenschaften einen perfekten Ankerpunkt liefern. Wenn man versteht, wie etwas funktioniert, dann kann man es umso besser nach seinem Willen b?ndigen. So zumindest ist es bei Magie zweiter Art der Fall. Beispielsweise kommt mir das hier zugute. Ich hab vollen Zugriff auf sein Handy, ohne den Code eingeben zu m¨¹ssen. Er hat interessante Inhalte drauf.¡° Er ?ffnete ¨¹berrascht die Augen und sah auf den Tisch. Das Handy lag auf einem wei?en Blatt Papier. Er blickte zu ihr hoch und sie grinste ihn schelmisch an, ?Ich will wetten, dass du das nicht kannst.¡° Er lachte, ¨¹berrascht und volle Neugierde. ?Wie hast du das gemacht?¡° Sie schob das Handy beiseite, dessen Bildschirm direkt ausging, und deutete auf das Papier, auf welchem ein kleines Dreieck abgebildet war, in welchem weitere Symbole verarbeitet waren, ?Das ist Magie, welche eher im Handwerklichen angelegt ist, also Magie zweiter Art. Das wei?t du oder? Die Sorte von Magie, welche auf den Naturgesetzen aufbaut.¡° Er nickte. So viel zu den Grundlagen.A case of content theft: this narrative is not rightfully on Amazon; if you spot it, report the violation. ?Und das ist ein echt altes Modell von einem Handy. Wenn du wei?t, wie diese funktionieren und eine Vermutung hast, welche Materialien drin verbaut sind, dann kannst du den entsprechenden Zauber schreiben, welcher bestimmte Sicherheitsl¨¹cken ausnutzt, um hineinzukommen. Ich kenne jetzt zwar sein Passwort nicht, aber so lange es auf dem Symbol liegt, brauche ich dieses nur aktiviert zu halten und wird es das Passwort nicht abfragen. Es g?be auch andere M?glichkeiten, aber diese scheint mir unter diesen Umst?nden die einfachste zu sein.¡° Er bedachte das Symbol, welches sie gezeichnet hatte, ?Funktioniert das bei jedem Ger?t so?¡° ?Bei vielen Ger?ten auf die gleiche Art und Weise. Manche Metalle haben auch Einfluss. Aber das ist keine hochkomplexe Magie. Das Symbol ist meistens dasselbe. Nur bestimmte Einzelheiten m¨¹ssen ge?ndert werden. Und ab da an, ist es einfach nur ausprobieren, bis es funktioniert.¡° Sie schob die Hand beiseite und zeigte ihm zwei andere Symbole, von denen er ausging, dass sie mit diesen zuvor probiert hatte, den Code zu umgehen. Neugierig sah er sie an, verglich sie miteinander und entdeckte die Unterschiede, die sie angesprochen hatte. ?Dreieckssymbole halten immer nur f¨¹r eine kurze Zeit. Oder? Brauchen sie nicht stetig Energie?¡°, fragte er nach. Ein Zeichen der Stabilit?t, aber eher selten nat¨¹rlich vorkommende Form. Im Rahmen der Magienutzung muss sie durch den menschlichen K?rper hergestellt werden und mit dem Geist des Menschen, mit einem Sinn ausgestattet werden. ?Sie halten, bis das Symbol zerst?rt wird. Was die Energie angeht, nun, daf¨¹r gibt es viele M?glichkeiten. Sein Handy ist fast voll aufgeladen und das ist auch eine Art von Energie. Ich hab den Zauber darauf angepasst, hier.¡° Sie zeigte auf ein kleines Viereck in der unteren Ecke einer Spitze. ?Das wird so lange daran ziehen, bis der Akku leer ist.¡° ?Beeindruckend¡°, sagte er. Er wusste, dass Magie mit Vierecken als Grundbaustein haupts?chlich f¨¹r Fl¨¹che genutzt wurde, da diese stetig aus der Umgebung Energie zogen. Zu sehen, wie das ineinander kombiniert wurde, beeindruckte ihn, ?Wei?t du, was mich immer gewundert hat? Cruz meinte, dass es Indizien in alten Schriften der alten Welt gibt, welche Quadrate und Vierecke als Symbole der Stabilit?t darstellen. Ist da was dran?¡° Etienne zuckte mit den Schultern, ?Kann sein, dass es mal so war. Es gibt Salze, welche von ihrer Struktur her auch quadratisch sind. Mit ihnen k?nnen Fl¨¹che neutralisiert werden und von dieser Betrachtungsweise her ist das gar nicht so abwegig.¡° ?Wieso wird diese Grundstruktur dann f¨¹r Fl¨¹che genutzt? Ist das nicht mehr Instabilit?t?¡° ?Es ist das, was die Menschen nach dem Zusammenbruch der alten Welt daraus gemacht haben. Magie erster Art folgt nicht den Naturgesetzen, sondern dem menschlichen Geist. Einer hat damit angefangen, dann ein anderer und viele weitere haben angefangen, daran zu glauben und den Glauben zu verbreiten. Und nun sind wir hier, wo es unanfechtbares Allgemeinwissen geworden ist, dass diese Symbole wohl niemals eine andere Bedeutung bekommen w¨¹rden¡­ nicht ohne viel Arbeit zumindest.¡° ?Beeindruckend¡°, sagte Raffael erneut, versp¨¹rte ein Drang, sich noch mehr damit auseinanderzusetzen, ?Beinahe bereue ich es schon, nicht mehr dazu gelernt zu haben.¡° ?Ehrlich gesagt, kann ich das nicht so ganz nachvollziehen. Diese Magie ist nicht kompliziert. Und mittlerweile ist sie so vielf?ltig, dass es keinen Beruf gibt, wo sie nicht aushelfen k?nnte. Verstehe mich nicht falsch. Alberto hat beeindruckendes Talent, mit welchem er fantastische Arbeit leistet. Aber damit w¨¹rde er deutlich weiter kommen. Und Magie zweiter Art ist echt nicht kompliziert zu erlernen.¡° Raffael lachte, ?Er ist sehr stur. Wahrscheinlich wei? er davon, aber wird nur so arbeiten, wie er es als richtig betrachtet. Bis vor einer Weile wollte er nicht mal einen Sch¨¹ler.¡° Sie legte das Handy wieder auf das Symbol und tippte es mit dem Finger an. Das Handy leuchtete auf und Etienne betrachtete erneut die Bilder drauf. ?Ist es in Ordnung f¨¹r dich, wenn ich es an mich nehme?¡°, fragte sie ihn. Er zuckte mit den Schultern, ?Du warst diejenige, die es haben wollte.¡° Das Handy interessierte ihn nicht. Am liebsten w¨¹rde er die ganze Konfrontation mit Braad vergessen. Bis ihm erneut aufgefallen war, dass sie beide durchaus in der Lage waren, etwas gemeinsam zustande zu bringen. Diese Erkenntnis war vielleicht etwas Positives, was er aus der Situation ziehen konnte. Er beobachtete sie dabei, wie sie ein Bild nach dem anderen betrachtete. Ihr Gesicht sagte nicht viel aus, bis er ganz kurz eine Regung entdeckte, die ihn neugierig machte. ?Was ist?¡°, fragte er nach. Sie sagte ihm nichts und die Regung war verschwunden. Ihre Finger wischten schnell ¨¹ber den Bildschirm. Sein Blick fiel auf das Handy. Er legte die Hand auf das Papier und zog es zu sich. Sie hielt es fest und sah ihn warnend an. Er ignorierte es jedoch und versuchte auszumachen, was auf dem Bildschirm zu sehen war. Nach einem Moment entdeckte er auf diesem lange braune Haare, die zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Kontrahenten: Um das Richtige streiten Er versteifte sich und zog noch mal am Papier. Etienne seufzte und lie? los. Raffael drehte das Handy zu sich, achtete darauf, dass es weiterhin auf dem Symbol lag, welches Etienne gezeichnet hatte. Dann sah er sich die Reihe von Bildern an, welche alle von Scarlett waren. Sie alle zeigten sie von weiter weg, aber es war unmissverst?ndlich sie. Danach gab es wieder Bilder von Meta und ab und zu von einigen anderen Frauen ihrer Schule. Katelin aus dem neutralen Stadtteil, Anjelika aus seiner Provinz, eine weitere aus Gilgians. ?Bleib ruhig¡°, sagte Etienne und er hob den Blick und begegnete diesen gr¨¹nen Augen, welche ihn wachsam ansahen. ?Ich bin es¡°, erwiderte und merkte dann, wie angespannt sich seine Stimme anh?rte. Nun bereute er es, dass er ihm nicht hinterhergelaufen war. Aber das k?nnte er noch ?ndern. Die Schule war gro?. Raffael war fit, erst recht nach dem, was Dustin ihn hat ackern lassen. Braad nicht. Er k?nnte ihn noch einholen. ?Du hast das vorhin sehr gut gemacht¡°, sagte Etienne und er sah sie an, beobachtete sie, wie sie ihre H?nde mit der Handfl?che nach unten auf den Tisch legte. Er musste grinsen, als ihm klar wurde, dass sie bereit war, aufzuspringen. Sie war kleiner als er, was w¨¹rde sie schon anrichten k?nnen, um ihn aufzuhalten? Aber er wollte sie auch nicht verletzen, also atmete er tief durch. ?Was meinst du?¡°, fragte er nach und versuchte sich erneut von der Wut abzulenken. ?Als du die Fassung bewahrt hast. Ich mag vielleicht nicht wissen, was genau an seinen Worten dich so w¨¹tend gemacht hat. Aber du bist ruhig geblieben. Das ist gut. Bleib es jetzt auch.¡° ?Das musst du mir nicht sagen¡°, presste er hervor und warf sich in den Stuhl zur¨¹ck. Er legte die Hand ¨¹ber seine Augen. Eigentlich sollte es andersherum sein. Er sollte ihr zeigen, wie man ein guter Herrscher war. Doch diese Situation zeigte ihm sehr deutlich, dass er bei Weitem noch nicht so weit war. Das frustrierte ihn noch mehr. ?Raffael¡°, sagte Etienne und er sp¨¹rte ihre Hand auf seiner, ?Es sind nur Bilder. Und sie sind alle aus weiterer Entfernung. Und sie werden es wahrscheinlich auch sein, denn in diesen wenigen Minuten, in denen ich ihn kennengelernt habe, hat er sich als ein Feigling geoutet. Dein Plan war gut. Lass es uns ein paar Tage beobachten. Sollte er ein Neues bekommen, dann nehmen wir es ihm weg, bevor er neue Bilder machen kann.¡° ?Nein¡°, sagte er, ?Wir sollten das dem Direktor ¨¹bergeben.¡° ?Ich widerspreche¡°, sagte sie entscheidend und er sah erneut zu ihr. ?Warum?¡°, fragte er. ?Es gibt viele Gr¨¹nde. Ich kenne eure Regeln nicht, aber wenn das zum Thema wird, k?nnten andere darauf aufmerksam werden und sich wundern, was da alles drauf ist. Es k?nnten Ger¨¹chte herumgehen. Was, wenn Gilgian davon erf?hrt? Wolltest du das nicht vermeiden?¡° ?Ehrlichgesagt w?re ich doch bereit, ihm zu helfen, wenn er ihn¡­ zur Rechenschaft ziehen wird.¡° ?Und was ist mit den Ger¨¹chten?¡°, fragte sie. ?Es wird schon keiner herausfinden, wer auf den Bildern darauf war.¡° Sie sah ihn einen Moment schweigen an, dann seufzte sie, ?Du hast gesagt, es geh?rt mir.¡° Er lehnte sich w¨¹tend zu ihr vor, ?Sag mir, wo das wahre Problem liegt, es dem Direktor zu ¨¹bergeben?¡°Ensure your favorite authors get the support they deserve. Read this novel on Royal Road. Sie erwiderte ruhig seinen Blick. Er konnte nicht erahnen, woran sie dachte. Dann lie? sie die Schultern h?ngen, ?Weil da auch Bilder von mir drauf sind. Ich werde das vernichten. Nicht an jemand anderen abgeben.¡° ?Ein Grund mehr, es dem Direktor zu geben¡°, sagte er aufgebracht. Sie drehte das Papier zu sich, dass zwischen ihnen lag und redete weiter, ?Ich muss zugeben, ich bin erschrocken und beeindruckend. Er hatte sie zwar aus einem guten Abstand aufgenommen, aber dennoch h?tte ich es merken m¨¹ssen. Und so ungeschickt wie er sich vorhin angestellt hat, wundert es mich wirklich, wieso ich ihn ¨¹bersehen habe.¡° Nachdenklich sah sie zu ihm auf, ?Vielleicht hat er eine angeborene F?higkeit? Oder er nutzt Magie. Aber ich habe keine bei ihm ausmachen k?nnen. Was glaubst du, woran liegt das?¡° Er seufzte frustriert und wandte sich ab. Er h?tte es ihr nicht ¨¹bergeben sollen. Aber wenn er es ihr jetzt wegnehmen w¨¹rde, w¨¹rde es sie beide wieder auf null setzen. Und unabh?ngig von dem, was er hier als richtig empfand, wollte er sich nicht leisten, sie noch mehr gegen sich aufzubringen. ?Mach, was du f¨¹r richtig h?ltst¡°, sagte er und konnte nicht umhin, besch?mt festzustellen, dass er sich wie ein beleidigtes Kind anh?rte. Sie erwiderte nichts und nach einem weiteren Moment merkte er aus dem Augenwinkel, dass sie ihn anstarrte. Er blickte wieder zu ihr und merkte, wie irritiert sie aussah. Ihre Augen wanderten ¨¹ber sein Gesicht, als w¨¹rde sie ihn analysieren, wie ein fremdes Gesch?pf aus den Abralistischen Gebirgen, einer Gebirgskette im S¨¹den, unweit entfernt von Calisteo. Auch diese bildete eine nat¨¹rliche Grenze des Gebietes, welches Calisteo beanspruchte, und seine Provinz grenzte an den Feldern und Gebieten an, welche zu den Bergen f¨¹hrten. Nicht selten haben sich seine Menschen ¨¹ber sonderbare Kreaturen beschwert, welche schnell wieder verschwunden waren. Sie vermuteten aktuell, dass diese aus den alten Minen kamen, welche dort zu finden waren. ?Was?¡°, fragte er und nahm sich vor, die n?chsten Worte nicht so schroff auszusprechen. Sie z?gerte und er atmete durch und sagte sanfter, ?Es tut mir leid. Ich will es nicht an dir auslassen. Sag mir bitte, was dich besch?ftigt.¡° ?Ich verstehe nicht, wieso du so w¨¹tend bist. Es sind nur Bilder. Und das nicht mal wirklich skandal?se.¡° ?Wie geht es dir eigentlich damit, dass da auch welche von dir drauf sind? Macht dich das nicht w¨¹tend?¡° Sie zuckte mit den Schultern, ?Es war kein Anschlag auf mein Leben. Und das Einzige, was es in mir ausl?st, ist Neugierde. Ich will wissen, wie er das ohne mein Wissen angestellt hat. Das herauszufinden k?nnte auch den Vorteil beinhalten, dass ich ihn davon abhalten kann, das k¨¹nftig noch mal zu machen.¡° Er grinste, ?Da gibt es einen einfacheren Weg zu und der f¨¹hrt zum Direktor.¡° ?Als du gemerkt hast, dass er Bilder von Meta macht, warst du nicht bereit zum Direktor zu rennen.¡° Er schwieg dazu. Scham setzte ein, als ihm klar wurde, dass es stimmte. Er war so sehr versessen darauf, Etienne zu zeigen, dass sie sich auf ihn verlassen konnte und so sehr darauf fokussiert, einen Kampf zu vermeiden, dass er bereit war, Meta als Opfer hinzunehmen. Etienne verdrehte die Augen, ?Oh bitte. Das war kein Vorwurf. Es gibt nur so viele Menschen, um die man sich k¨¹mmern kann. Aber da du vorhin erst eine andere Einstellung zu dem Ganzen hattest, kannst du doch sicherlich nachvollziehen, wieso ich lieber diesen Weg w?hle.¡° ?Es war aber nicht richtig von mir¡°, wandte er ein und sch?mte sich umso mehr. Sie zuckte mit den Schultern, ?In meinen Augen ist es das.¡° ?Was machst du damit?¡°, fragt er und deutete aufs Handy. ?Ich werde es zu Hause vernichten. Nachdem ich mir ganz genau angeschaut habe, was seine k¨¹rzeste Entfernung zu jemanden war.¡° Er l?chelte. Ein Indiz mehr zu seiner Vermutung zu ihrer Systematik. Aber er war nicht zufrieden mit der Situation. Er hatte sich nun zum zweiten Mal als unreif und unf?hig erwiesen. So konnte es nicht weitergehen. Er w¨¹rde sp?ter Dustin um Rat fragen. Aber erst in den n?chsten Tagen. Er musste seine Liste abarbeiten. ?Wirst du Scarlett davon erz?hlen?¡°, fragte sie ihn. ?Wahrscheinlich¡°, erwiderte er und wusste auf Anhieb, wie ihre Reaktion ausfallen w¨¹rde, ?Sie w¨¹rde ihn in der Luft zerfetzen.¡° Etienne l?chelte, ?W¨¹rdest du dich da anschlie?en, wie bei Gilgian?¡° ?Ich w¨¹rde gerne, aber so wie ich sie kenne, wird sie mir nicht viel ¨¹brig lassen.¡° Sie l?chelte ihm entgegen und er erwiderte es. Er f¨¹hlte sich nicht wirklich besser, aber er konnte die Situation akzeptieren f¨¹r das, was sie war. Vielleicht w¨¹rde er aber Warlen davon erz?hlen und sie bitten, einen zus?tzlichen Blick auf Braad und Meta zu werfen. Er w¨¹rde Etienne aber nicht davon erz?hlen. Dar¨¹ber lohnte es sich nicht zu streiten. Heimliche Gefechte: Grenzen Der Tag ging ruhig und ereignislos voran. Als sie die Bibliothek verlassen hatten, machten sie sich auf den Weg in die Klasse. Betr¨¹bt hatte sie festgestellt, dass noch immer einige Sch¨¹ler fehlten. Neben Gilgian und Meta waren Anaki, Elias und Meng nicht anwesend. Vor allem im Hinblick auf die letzten beiden st?rte es Etienne, denn auch wenn sie aktuell keine Zeit hatte, den Kontakt richtig aufzunehmen, wollte sie doch wenigstens die Chance dazu haben k?nnen. Wenn sie jedoch nicht da waren, war ihr selbst das verwehrt. Doch obwohl der Tag ziemlich ereignislos war, hatte sie dennoch eine Ver?nderung gesp¨¹rt. Als sie mit Raffael in ihre Klasse gegangen war, hatte sie Halil gemerkt, welcher sie misstrauisch aus der Entfernung betrachtet hatte. Seinen Blick hatte sie sofort gesp¨¹rt, denn er war gef¨¹llt mit Misstrauen und Verachtung, anders als scheinbar bei Braad, welchen sie nicht entdecken konnte. Sie hatte eine Gruppe von wundersch?nen Frauen in einem der G?nge ausmachen k?nnen, welche in ihre Richtung getuschelt haben. Mallory war ebenfalls dort anwesend und schien im Gegensatz zu ihnen wie ein junges unreifes M?dchen. Die anderen Sch¨¹ler schienen Etienne jedoch dieselbe Beachtung zu schenken, wie die Tage zuvor. Ab und zu neugierige Blicke auf die Neue, aber nichts, was besorgniserregend war. Scarlett war mit Crom auf sie zugegangen und Raffael einen mitleidigen, aber dennoch belustigten Blick geschenkt. Etienne hatte O¡¯Donnel ausgehalten und wie Raffael es vorhergesagt hatte, war sie darauf aus, Etienne ihren Aufenthalt in der Klasse so schlimm wie nur m?glich zu gestalten. Sie hatte es aber ausgehalten und noch besser, sie hatte ihr kooperative einige Aufgaben richtig beantwortet. Es schien jedoch nicht der Fall zu sein, dass es sie bes?nftigen w¨¹rde. Etienne hatte sie letzten zwei Stunden damit verbracht, dem langweiligen Lehrer zuzuh?ren. Sie hatte ihn in den letzten Tagen schon schnell zu ignorieren gelernt. So schien es auch der Rest der Klasse zu machen und es schien ihn nicht im Geringsten zu st?ren, so f¨¹hrte er unbeirrt weiter seinen Monolog. Etienne blickte aus dem Fenster und sp¨¹rte erneut ein dringliches Gef¨¹hl nach Handlung. Beinahe alles an diesem Tag hatte sich wie eine Zeitverschwendung angef¨¹hlt. Aber sie konnte die Zeit nutzen, um ihre Gedanken zu sortieren und einen Plan zu entwickeln, wie sie morgen in der Fr¨¹he mit Halil umgehen w¨¹rde. Ziel war es nur noch, dass sie f¨¹r heute Abend und f¨¹r morgen fr¨¹h keinen Raffael oder Scarlett oder sonst jemanden um sich herum hatte, der ihr zu viele Fragen stellen w¨¹rde. Und als die letzten Stunden vergingen, wusste sie, wie sie vorgehen w¨¹rde. W?hrend alle verschwanden, schlenderte Scarlett zu ihr. Raffael blieb noch etwas sitzen und schrieb etwas in sein Handy. ?Du hast den Lack bereits entfernt¡°, stellte Scarlett belustigt fest. Etienne l?chelte zu ihr hinauf, ?Tatinne hat es nicht guthei?en k?nnen, dass es nur eine Hand war.¡° Es war nicht ganz die Wahrheit, aber auch nicht gelogen. Scarlett lachte und Raffael trat seufzend zu ihnen, ?Lasst uns gehen. Ich kanns kaum erwarten nach Hause zu kommen.¡° ?Wenn wir noch eine Stunde warten, k?nnte Crom dazu kommen¡°, sagte Scarlett strahlend. Sie legte ihre Materialien zusammen und blickte zu den beiden. Scarlett strahlte, w?hrend sie das sagte, und betrachtete ihre N?gel, welche heute eine andere Farbe hatten, als am Vortag. Ganz anders, als Raffael, welcher komplett ausgelaugt schien. Doch sie bemerkte, wie ein sonderbarer Blick von ihm in ihre Richtung fiel und wusste nicht so recht, wie sie diesen deuten sollte. ?Sicherlich wirst du einen Abend auf ihn verzichten k?nnen¡°, sagte er und Etienne h?rte, dass er etwas genervt war. ?Du bist nur neidisch auf mich¡°, erwiderte Scarlett. Er schnaubte grinsend und sah dann zu Etienne, ?Ich hoffe, du hast nicht auch vor, weiter hier herumzulungern.¡° Etienne blickte wieder auf ihre Unterlagen und hoffte, dass ihre neue Taktik funktionieren w¨¹rde. Sie wusste nun, dass sie ihn mit Halbwahrheiten und Ablenkungen nicht loswerden w¨¹rde. Und eigentlich wollte sie ihm nicht ihre ernste Seite zeigen, denn das w¨¹rde bedeutet, dass er es sie k¨¹nftig etwas besser kennen w¨¹rde. Dennoch schien es nicht der Fall zu sein, dass sie hier eine andere Wahl haben w¨¹rde. ?Ich habe gleich etwas vor. Wir werden hier wohl auseinander gehen.¡° Sowohl Scarlett als auch Raffael schnaubten und Etienne musste beinahe l?cheln. Diese beinahe gleiche Reaktion von den beiden belustigte sie mehr, als dass es sie beleidige. Und das st?rte sie wiederum, denn es zeigte ihr, dass sie diese beiden Plagen zu m?gen anfing. ?Was f¨¹r einen ?rger hast du diesmal vor?¡°, fragte Scarlett. ?Ich habe nie vor, ?rger zu machen.¡° ?Das glaube ich dir, aber vielleicht solltest du, um zu vermeiden, in noch mehr hineinzuschlittern, einfach nach Hause gehen¡°, sagte Raffael.This tale has been pilfered from Royal Road. If found on Amazon, kindly file a report. Etienne behielt ihr L?cheln aufrecht und vermied es, zu Raffael zu blicken, von dem sie ganz genau wusste, dass er sie vorsichtig beobachten w¨¹rde, um seine eigenen Schl¨¹sse von der Situation ziehen zu k?nnen. Damit w¨¹rde sie nun jedoch eher umgehen k?nnen. Sie brauchte nur noch einen Moment, um sich zu wappnen. Also legte sie ihre Unterlagen in die Tasche und verschloss diese. Dann legte sie ihre H?nde ¨¹bereinander auf den Tisch und blickte l?chelnd in ihre Gesichter, ?Ist das ein Befehl?¡° ?Was?¡°, fragte Scarlett verwirrt. Raffael verdrehte die Augen, ?Fang jetzt nicht so an.¡° Etienne ignorierte seine Worte, ?Wenn das ein Befehl ist, dann m¨¹sst ihr mit Tatinne vorher besprechen, inwiefern das auf mich zutrifft. Soweit ich aber wei?, k?nnt ihr niemanden aus der neutralen Provinz befehligen, also schulde ich euch keine Antwort.¡° ?Oh um Himmels Willen¡°, rief Scarlett aus, und setzte sich an einen Tisch weiter hinten, ?Macht das unter euch aus.¡° Etienne sah zu Raffael, ?Also?¡° Sein Blick war zun?chst m¨¹de und schien kurz genauso resigniert zu sein, wie am Morgen, als sie ihm von ihrer Konfrontation mit Halil erz?hlt hatte. Doch dann bekam es etwas Herausforderndes und sie war kurz wirklich in Versuchung darauf einzugehen. ?Keine Befehle. Aber ich k?nnte zuf?llig dasselbe vorhaben.¡° Sie zwang sich, nicht darauf einzugehen. Diesmal durfte sie das nicht, auch wenn die Versuchung noch so gro? war. ?Nein¡°, sagte sie. Bis hierhin und nicht weiter, f¨¹r ihn und f¨¹r sich. Sie hatte jedoch nicht das Gef¨¹hl, dass sie das aussprechen musste. Sie merkte, wie sich sein Ausdruck ?nderte, als er registrierte, dass sie seine Herausforderung nicht annahm und stattdessen klar eine Grenze zog. Er erwiderte stur ihren Blick und schien nachzudenken. Oder sich mit der Situation abzufinden. Oder vielleicht ¨¹berlegte er sich auch, wie er damit durchkommen k?nnte, diese Grenze zu ¨¹bertreten? Sie w¨¹nschte sich beinahe, dass es letzteres w?re, denn dann w¨¹rde es ihr jede Berechtigung geben, r¨¹cksichtsloser mit ihm umzugehen. Vielleicht w¨¹rde sie auch kein Mitleid mehr f¨¹r ihn empfinden, obwohl sie gar nichts ¨¹ber die Situation wusste, die ihm zu schaffen gemacht hatte. ?Also wenn Mallory euch so gesehen hat, wundert es mich nicht, dass sie flennend zu Bianca gerannt ist¡°, meldete sich Scarlett zu Wort. Etienne blickte verwirrt zu ihr, ¨¹berrascht von der St?rung, die sie nicht erwartet hatte. Sie hatte Scarlett bereits ausgeblendet, ?Was meinst du damit?¡° Raffael ignorierte Scarlett und seufzte, ?Gut. Erledige, was du erledigen musst. Ich brauche dich aber noch f¨¹r einen Moment.¡° Sie sah wider zu ihm, ?Was brauchst du?¡° Er nickte in Scarletts Richtung, welche daraufhin misstrauisch wieder aufstand, ?Was?¡° Etienne war ungl¨¹cklich mit seiner Bitte. Sie wollte Scarlett nicht die Bilder zeigen. Am liebsten w?re es ihr, wenn diese nichts ¨¹ber die Existenz des Handys wusste. Aber sie hatte bereits vermutet, dass es darauf hinauslaufen w¨¹rde. ?Na gut¡°, sagte sie seufzend und holte ein Blatt Papier und einen Stift hervor, ?Aber nur, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass es nicht weitererz?hlt wird.¡° Sie sah zu Scarlett, welche trotzig das Kinn hob. ?Ich k¨¹mmere mich darum¡°, sagte Raffael und sah dann ebenfalls zu ihr, ?Ich werde dir sp?ter alles genau erkl?ren.¡° Scarlett z?gerte, nickte dann und Etienne machte sich an die Arbeit. Raffael erz?hlte Scarlett w?hrenddessen, was in der Bibliothek vorgefallen war, und Etienne hatte ihren Unglauben gesp¨¹rt, der sich dann in Wut gewandelt hatte. Als Etienne das Handy auf das Blatt Papier legte, st¨¹rmte Scarlett regelrecht auf sie zu und sah sich den Inhalt an. ?Ich kann¡¯s nicht fassen¡°, sagte sie, ?was f¨¹r eine schmierige kleine Ratte.¡° Etienne sah sie absch?tzend an und wunderte sich, ob sie eingreifen musste, wie sie es bei Raffael bereit war zu tun, als er die Bilder von Scarlett entdeckt hatte. Etienne hatte sie selbst zun?chst gar nicht richtig registriert . Sie hatte nur versucht, die Bilder von sich schnell loszuwerden, und auf einmal war Scarlett auf dem Bildschirm abgebildet und Raffaels Blick war fest darauf gerichtet gewesen. Doch Scarlett schien ruhiger zu sein als er. Bis sie ihnen zu erz?hlen anfing, wie sie vorhatte, ihn auseinanderzunehmen. Besorgt sah Etienne zu Raffael, welcher einfach nur schulterzuckend ihren Blick erwidert hatte. ?Wir w¨¹rden das f¨¹rs Erste unter uns behalten¡°, sagte er zu ihr, ?Wenn es dich st?rt, streite dich mit Etienne darum, ich w¨¹rde damit anders umgehen.¡° Scarlett richtete sich wieder auf und verschr?nkte die Arme vor der Brust. Dann atmete sie einmal tief durch und sah wachsam von einem zum anderen. Misstrauisch betrachtete sie dann Etienne, ?Mir egal, was du vorhast, aber wenn das noch ein Mal vorkommt, werde ich mich nicht zur¨¹ckhalten.¡° Etienne nickte l?chelnd. Es w¨¹rde kein zweites Mal vorkommen, zumindest nicht so lange sie noch in der Stadt war. Heimliche Gefechte: Zur Schaustellung ?Ich gehe kurz auf die Toilette¡°, sagte Scarlett, ihre Stimme leicht am zittern, und verschwand. ?Ob das wirklich eine gute Idee war?¡°, fragte Etienne. Es prasselte leichter Regen gegen die Fenster, die Tropfen bildeten Muster auf der Scheibe. Es w¨¹rde heute wieder ein kalter Abend werden und sie zog Tatinnes Jacke schon mal an. Dann st¨¹tzte sie ihren Kopf an der Hand ab und schloss ihre vor M¨¹digkeit brennenden Augen. ?Ich werde das nicht vor ihr geheim halten¡°, sagte Raffael, ?Mal abgesehen davon kommt sie dir entgegen, nicht?¡° Das ¨¹berzeugte sie nicht. Immerhin war Raffael selbst auf und dran gewesen, diesem kleinen Feigling hinterherzurennen. Und was gab Etienne die Sicherheit, dass Scarlett das nicht auch tun w¨¹rde? ?Pass heute auf dich auf¡°, sagte Raffael nach einem Moment. Grinsend sagte sie trocken, ?Ich werde schon eine Nacht ohne dich ¨¹berleben.¡° ?Wei? du noch, wo ich gesagt habe, wo ich wohne?¡° Schnaubend ?ffnete sie wieder die Augen. ?Soll ich weinend zu dir rennen. Die paar Stunden, die es von hier zu dir dauern sollte?¡° Er z?gerte, als sie die Entfernung ansprach. Tatinnes Zuhause war deutlich n?her und er war gerade l?cherlich. ?Das¡­ ich hab das nicht durchdacht.¡° Zum ersten Mal musste sie wirklich lachen. ?F¨¹r jemanden, der scheinbar als so intelligent gilt, kommst du manchmal mit wirklich unsinnigen Ideen daher.¡° Raffaels Wangen r?teten sich leicht und er setzte an, zu antworten. ?Und welche genau sollen das sein?¡°, fragte eine liebevolle Stimme und sie sah zur T¨¹r. Die sanften Schritte waren schon vor einigen Momenten zu vernehmen gewesen und Etienne hatte vermutet, dass es sich um Scarlett handeln w¨¹rde. Stattdessen war eine h¨¹bsche junge Frau vor ihnen, welche freundlich l?chelnd durch die T¨¹r trat. Ihr Instinkt regte sich und Etienne f¨¹hlte sich auf einen Schlag wie im Haus der McClaines. Als w¨¹rde sich eine Bedrohung langsam in ihre Richtung schleichen, wie eine Schlange, versteckt im Laub, ihre Beute klar im Visier. Sie bedachte Etienne kurz und Etienne sp¨¹rte ihren K?rper in alte Muster verfallen. Ihre Schultern bleiben weiterhin angespannt, als die sonderbar ausdruckslosen Augen weiter zu Raffael wanderten. ?Um Himmels Willen, du siehst ja furchtbar aus! War es gestern so schlimm?¡° Obwohl ihre Stimme lauter wurde und im leeren Zimmer nachhallte, f¨¹hlte es sich sonderbar unecht an. Ihre gerunzelte Stirn schien eher Wut auszudr¨¹cken, keine Sorge. Es irritierte Etienne mehr als alles, was sie in den letzten Tagen erlebt hatte. Mimik und Gestik, Tonlage und Ausdruck, alles schien wild zusammengew¨¹rfelt zu sein und doch irgendwie zu passen. Auf Raffaels Gesicht lag ein L?cheln, welches Etienne gef¨¹hlt eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte. War es, als sie ihn am Morgen ihres ersten Tages in Tatinnes K¨¹che angetroffen hatte? Und dann in der Schule am Tag danach? Aber nicht mehr in der Villa der McClaines. Und danach auch nicht mehr. Ihr war das gar nicht aufgefallen, wie die undurchdringliche Mimik und das immerw?hrende L?cheln ausgewechselt wurden durch etwas, was ihr ehrliche Emotionen gezeigt hatte. ?Bianca Liebes. Was machst du so sp?t noch hier?¡°, fragte er in der typisch fr?hlichen Stimme. Nur noch die Augenringe zeigten seine M¨¹digkeit, alles andere schien unbeschwert, entspannt und locker. Etienne blieb still sitzen und versuchte keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sie r¨¹hrte sich nicht, aber ihre Muskeln waren angespannt, bereit aufzuspringen, wenn es sein m¨¹sste. Das irritierte sie noch mehr, denn diese Frau war kleiner als sie, viel zierlicher. ?Das k?nnte ich dich auch fragen. Musst du nicht dringend in deine geliebte Provinz zur¨¹ck?¡° ?Mach dir keine Sorgen darum. Die kommen auch sehr gut klar, wenn ich mal nicht da bin.¡° ?Dann k?nntest du ja zur¨¹cktreten und endlich ein freies Leben wieder genie?en¡°, sagte sie strahlend. Das war ein Ausdruck, den Etienne ihr eher glaubte. ?Ich denke, f¨¹r eine Weile bin ich dort noch ganz gut aufgehoben¡°, erwiderte er. Bianca seufzte schwerm¨¹tig, ?Das ist so verschwenderisch. Wir hatten so viel Spa?, bevor du zum Provinzherrscher wurdest. Du meldest dich auch nicht mehr so oft, obwohl du dir nun sogar ein Handy leisten kannst. Vielleicht h?tte ich dir damals eines besorgen sollen.¡° Etienne versteifte sich und schielte zu dem Handy auf dem Tisch, welches noch immer mit einem hellen Bildschirm das Bild zeigte, bei welchem Scarlett aufgeh?rt hatte zu schauen. Sie musste es einpacken, bevor Bianca darauf aufmerksam wurde. Und als h?tte Bianca dies gesp¨¹rt, drehte sie sich zu Etienne. ?Wieso hast du es ¨¹berhaupt herausgeholt? Du wei?t doch, dass es selbst dir weggenommen wird, wenn du es offen herumliegen l?sst¡°, dann wanderten ihre Augen zu dem Bildschirm, ?Habt ihr Bilder miteinander gemacht?¡° Etienne schlug ihre Hand schneller darauf, als sie es beabsichtigt hatte. Sie war aber nicht bereit, es an sich zu nehmen, weil sie nicht wollte, dass Bianca das Blatt mit dem Symbol sehen w¨¹rde. Es war unwahrscheinlich, dass sie etwas N?heres ¨¹ber das Symbol wissen w¨¹rde. Aber Etienne konnte die Chance nicht ausschlie?en, dass sie es vielleicht doch kannte und dann w¨¹rde sie Verdacht sch?pfen.You might be reading a stolen copy. Visit Royal Road for the authentic version. ?Das ist meins¡°, sagte sie ihr und war selbst ¨¹berrascht davon, wie fest und sicher sich ihre Stimme anh?rte. Irritiert ¨¹ber sie und sich selbst, verdeckte sie ihre eigene Verwirrung mit einem L?cheln. Wenn Bianca davon ausging, dass es seins war, dann w¨¹rde es ihn in ein furchtbares Licht r¨¹cken. Etienne wusste nicht, ob er sich dagegen wehren w¨¹rde oder nicht. Aber wenn er es w¨¹rde, dann w¨¹rde der Druck steigen, es abzugeben. Und wenn nicht, dann m¨¹sste er unter Umst?nden f¨¹r die Tat eines Anderen geradestehen. Die dunkelgr¨¹nen Augen von Bianca wanderten absch?tzend zu ihr. Das L?cheln verschwand nicht, als sie den Kopf zur Seite neigte. ?Das geh?rt dir? Wie kannst du dir eins leisten?¡° Sie sah sie von oben bis unten an, sah zu der Jacke und zu der Tasche, welche sie alle von Tatinne bekommen hatte. Sie waren in gutem Zustand, sahen gut aus, waren aber alt. ?Das ist eine unh?fliche Frage, Liebes¡°, sagte Raffael, noch immer mit einem Lachen in der Stimme. Etienne wandte den Blick nicht von Bianca ab, sah ihn aber in ihrem Blickfeld eintreten, als er hinter sie trat und eine Hand auf ihre Schulter legte. Sie konnte aus seiner Mimik nicht herauslesen, was er f¨¹hlte oder dachte, und das gab ihr genug, um ihre eigenen Schl¨¹sse zu ziehen. Sie hatte nicht das Gef¨¹hl, dass diese beiden Freunde waren. Aber es schien auch nicht der Fall zu sein, als w?re Bianca ihm gegen¨¹ber feindselig. ?Raffael, sei bitte kurz still¡°, forderte Bianca, sah sich nicht mal nach ihm um. ?Es war ein Geschenk¡°, antwortete Etienne ihr schnell und entschloss sich, Tatinne als ihr kleines Schutzschild zu nutzen, ?Meine Tante ist sehr wohlhabend und sie unterst¨¹tzt sehr gerne ihre einzige Nichte.¡° Bianca sah sie weiterhin ruhig an, w?hrend sie langsam ihre Hand auf die von Raffael legte. Ihre Finger umfingen einen von seinen und sie dr¨¹ckte so fest zu, dass die Kn?chel wei? hervortraten. Etienne war sich sicher, dass sie einen ihrer N?gel in seine Haut dr¨¹ckte, aber er r¨¹hrte sich nicht. ?Von deiner Tante?¡° Sie schwieg einen Moment, schien jedoch keine Antwort auf die Frage zu wollen. Dann sprach sie weiter, ?Du bist neu in der Stadt, nicht? Wie war dein Name noch gleich? Ich glaube, Elias hat mir etwas ¨¹ber sich erz?hlt.¡° Etienne entschloss sich, es Raffael gleichzumachen und setzte ihr bestes L?cheln auf, ?Ich bin Etienne. Gerade erst ein paar Tage hier. Nett, dich kennenzulernen.¡° Normalerweise w¨¹rde sie nach Freundschaft fragen. Dies hatte sich bisher immer als ganz gut erwiesen, um sich als offen und zug?nglich zu zeigen. Diesmal jedoch wollte Etienne nicht, dass es angenommen werden w¨¹rde. Es f¨¹hlte sich an, als w¨¹rde sie ihr eine Schwachstelle zum Ausnutzen geben. ?Warlen hat uns gebeten, etwas Acht auf sie zu geben¡°, h?rte sie Raffael sagen, ?Sie hat sich den einen oder anderen Fauxpas erlaubt.¡° Etienne vermied es, das Gesicht zu verziehen. War das wirklich der Fall? Ihr fiel ein, dass Halil etwas davon gesagt hatte, dass Warlen in Raffaels Provinz war. War das nicht praktisch? ?So schlimm bin ich nicht¡°, sagte Etienne lachend, ?Nun meint jedoch die halbe Klasse mich unter Bewachung zu stellen.¡° ?Unter Bewachung?¡°, fragte sie irritiert nach, ?Das ist eine exzessive Reaktion bei jemandem so kleinem, der erst nur wenige Tage hier ist.¡° Etienne bemerkte, wie Raffael L?cheln verschwand, und dann schien er mehr Druck auf ihre Schulter auszu¨¹ben, sodass sie den Kopf zu ihm wandte und sagte: ?Wieso gibst du dich immer mit solch seltsamen Menschen um? Ich habe dir schon mal gesagt, dass du besser aufpassen solltest, wen du deine Freunde nennst. Aber du machst immer das Gegenteil von dem, was ich dir sage.¡° ?Mach dir nicht so viele Gedanken, Bianca. Das ist nur ein kleines Klassendrama.¡° ?In Ordnung. Dann lass uns dar¨¹ber sprechen, wie wir daf¨¹r sorgen, dass du endlich abgel?st wirst. W?re Eldan nicht bereit dazu, die Provinz zu ¨¹bernehmen? Er ist zwar alt, aber ein paar Jahre bekommt er schon noch hin.¡° Raffael lachte ihr entgegen, ?Wenn du so drum bittest, werde ich sehen, was sich machen l?sst. Wie immer ist das nicht so einfach.¡° Bianca umarmte ihn. Etienne beobachtete, wie sein Gesicht versteinerte. Dann suchten seine Augen ihre, als er die Umarmung erwiderte und ihr mit der einen Hand beruhigend ¨¹ber den R¨¹cken strich. Er deutete auf das Handy am Tisch. Etienne packte es leise weg und versuchte das Papier leise wegzustecken, w?hrend er sprach: ?Na komm. Es ist Zeit, nach Hause zu gehen. Vor allem f¨¹r dich ist es nicht ganz ungef?hrlich zu dieser Zeit. Wirst du abgeholt?¡° Sie kicherte in sein Hals hinein, dann richtete sie sich auf ihre Zehenspitzen auf, zog ihn zu sich und k¨¹sste ihn. Etienne f¨¹hlte sich unwohl bei der Darstellung und sie merkte auch, dass seine Augen nicht den Ausdruck hatten, den sie von jemandem erwarten w¨¹rde, der den Ruf von einem Frauenliebling hatte. Der Ausdruck verschwand jedoch, als sie sich zur¨¹ckzog, und er l?chelte ihr entgegen, w?hrend sie ihm die Wange t?tschelte. ?Es ist s¨¹?, dass du dir Sorgen machst, aber ich kann besser auf mich aufpassen, als du auf dich. Ein Grund mehr, dass du dich schnell darum k¨¹mmerst, deine Provinz von jemand anderem ¨¹bernehmen zu lassen. Komm einfach zu mir und ich verspreche dir, dass keiner an dich herankommen wird¡°, sagte sie in einer liebevollen Stimme und ging dann zur T¨¹r. Etienne atmete beinahe erleichtert auf, denn sie beachtete sie nicht beim Hinausgehen und das beruhigte sie. ?Und keine alten Frauen, w?hrend ich nicht hinschaue¡°, rief sie ¨¹ber die Schulter zu ihm her¨¹ber. ?Was soll diese Aussage?¡°, h?rte Etienne dann Scarlett im Gang zu ihr sagen. Sie tauchte vor der ge?ffneten T¨¹r und sah missbilligend Bianca hinterherblicken, dessen Stimme sich langsam entfernte. ?Versuch bitte nicht so ein schlechter Einfluss auf ihn zu sein, Scarlett. Du hattest schon immer die Tendenz dazu, ihn in furchtbare Situationen zu bringen.¡° Scarletts Gesicht wurde rot vor Wut, doch entgegen Etiennes Vermutung griff Scarlett nach dem T¨¹rgriff und sah ihr w¨¹tend hinterher, anstatt in einem Streit auf sie loszugehen. Dann wandte ihr Blick sich langsam zu Raffael und Etienne, ?Was wollte diese Verr¨¹ckte hier?¡° Raffael zuckte mit den Schultern und sagte in einer unbeschwerten Stimme: ?Wahrscheinlich nur schauen, ob, was auch immer Mallory ihr erz?hlt hat, stimmt.¡° Scarlett bedachte ihn mit einem pr¨¹fenden Blick. Dann ging ihr Blick zu Etienne, ?Er wird¡¯s mir nicht erz?hlen, also leg los. Was hat sie gemacht? Soll ich ihr morgen am Hof vor der ganzen Schule die Augen auskratzen?¡° ?Da gibt es nichts zu erz?hlen und erst rechts nichts auszukratzen¡°, sagte er emp?rt und sie h?rte den warnenden Unterton in seiner Stimme. Es war derselbe, der mitgeschwungen hatte, als er sie davor gewarnt hatte, sich unn?tig in Schwierigkeiten mit anderen Sch¨¹lern zu bringen. Etienne hatte aber auch nicht vor, sich in diese Angelegenheit einzumischen. Sie hatte sich schon lange nicht mehr so unwohl gef¨¹hlt und sie konnte nicht benennen, was an dieser Situation so verst?rend schien, dass es sie angeekelt und mit einem unangenehmen Schauer zur¨¹cklie?. Was auch immer hier zwischen den Beteiligten lief, das war nicht ihre Angelegenheit und sie hatte kein Interesse, da hineingezogen zu werden. ?Ich muss jetzt leider wirklich gehen.¡° ?Mach das¡°, sagte er und Scarlett schnaubte. ?Morgen werde ich noch mal nachfragen¡°, sprach sie w¨¹tend, ?Ich habe mich schon bei Braad zur¨¹ckgehalten, glaube ja nicht, dass ich bei dieser Verr¨¹ckten schweigen werde.¡° Als Etienne bemerkte, dass diese Aussage mehr an Raffael ging, als an sie, packte sie ihre Sachen und trat schnell hinaus. ?Komm gut nach Hause¡°, h?rte sie Scarletts w¨¹tende Stimme in ihrem R¨¹cken und Etienne stellte beeindruckt fest, dass sie ihre Wirkung bei ihr erreichte. Heimliche Gefechte: Stille Vorbereitungen Etienne schaute in den Spiegel und zog vorsichtig an dem Pflaster, welches sich an ihrem Gesicht fest verklebt hatte. Das unangenehme Ziehen und die schlie?lich ger?tete, leicht gereizte Haut waren nur ein kleiner Preis f¨¹r die nun beinahe vollst?ndig verheilte Wunde. Tatinne¡¯ Salbe hatte ihre Arbeit gut gemacht. Frische Luft und ein Gef¨¹hl von Erleichterung erfassten die gereizte Stelle. Die neue Haut sah fein und fragil aus, aber zumindest die anderen Kratzer drumherum waren verschwunden. Es sah so aus, als w?re die Heilung sehr gut fortgeschritten und es sollte keine Narbe zur¨¹ckbleiben. Anders sah es jedoch bei ihrer Schulter aus. Diese war noch immer blau und wenn sie zu abrupte Bewegungen tat, dann stach ein unangenehmer Schmerz durch ihren K?rper, als w?ren die Gelenke unangenehm ineinander verkantet. Es war unangenehm, die Schulter zu bewegen. Also blieb ihr zu entscheiden, ob sie ein Schmerzmittel nehmen sollte oder nicht. Sie konnte nat¨¹rlich auch die Z?hne zusammenbei?en, aber nach zu vielen Bewegungen brannte es unangenehm. Das w¨¹rde sie ablenken. ?Und?¡°, fragte Tatinne, welche hinter ihr stand und ihre nackte Schulter betrachtete. Die warme Luft im Badezimmer hinterlie? ein wohliges Gef¨¹hl auf ihrer Haut. Etienne liebte die W?rme. Es erf¨¹llte sie mit Sicherheit, auch wenn diese nicht wahrhaftiger Sicherheit glich. ?Ist noch nicht wirklich so weit¡°, sagte sie, mit den Gedanken an einer Einsch?tzung, wie sehr ihr das zum Problem werden w¨¹rde. ?Und der Rest? Was ist mit deinem Bein?¡° Etienne sprang einige Male hoch und streckte ihr Bein. Mit Ausnahme eines leichten, unangenehmen Ziehens an der Haut, war sie hier wieder fit. Die Wunden des Crawlings waren nur oberfl?chlich geblieben und um die ganzen Bakterien hatte sich Tatinne gek¨¹mmert, sodass Etienne keine Infektion zu f¨¹rchten hatte. Ihre Tante war ein Geschenk in dieser Situation. So hatte sie erst vor wenigen Minuten ein streng riechendes ?l in ihre Schulter gerieben, von dem Etienne nicht ausmachen konnte, was drin war. Es roch nach Rosmarin und nach etwas Scharfen, aber sie bezweifelte es, dass ihre Einsch?tzung richtig war. ?Ist gut soweit. Noch ein, zwei Tage, dann sollte das Meiste durch sein. Bei der Schulter wird es l?nger dauern.¡° Tatinne trat zu ihr und betastete ihre Schulter erneut. Sie war nicht wirklich sanft und Etienne unterdr¨¹ckte eine Beschwerde. ?Ich kann dir etwas gegen den Schmerz geben. Nimm es einfach vor dem Kampf und die Nebenwirkungen werden dir erst sp?ter zu schaffen machen.¡° Etienne nickte und zog ihre Schuluniform an. Sie w¨¹rde weitere Kleidung mitnehmen und sich in der Turnhalle schnell umziehen. So wie sie das plante, sollte niemand au?er ihr und Halil in der Halle sein und das f¨¹r mindestens eine Stunde. So lange w¨¹rde sie dort aber auch nicht bleiben. Ihrer Rechnung nach sollte der Kampf nach wenigen Minuten vorbei sein. ?Hier¡°, sagte Tatinne und legte ihr eine kleine T¨¹te hin. Etienne blickte hinein und zog eine Flasche Parf¨¹m und ein Fl?schchen mit einer farblosen Fl¨¹ssigkeit heraus. ?Das ist das Gegenmittel¡°, sagte Tatinne und deutet auf die farblose Fl¨¹ssigkeit, ?Siehe zu, dass du es nimmst, bevor du das Parf¨¹m auftr?gst. Und gib ihm nach dem Kampf auch was, ich will kein gel?hmtes Kind nach dieser Auseinandersetzung zu bejammern haben. Und sorge daf¨¹r, dass du das alles abwischst, bevor du in die Klasse gehst. Ich hab dir feuchte T¨¹cher hierf¨¹r vorbereitet. Werfe sie aber nicht weg und bring sie mir wieder zur¨¹ck.¡° Der raue Stoff der Tasche wurde vorsichtig von Etienne zusammengelegt und sicher eingepackt. ?Wo ist eigentlich dein kleiner Kater?¡°, fragte Tatinne sie. The tale has been illicitly lifted; should you spot it on Amazon, report the violation. ?Er schl?ft noch oben. Du m¨¹sstest heute noch einmal auf ihn aufpassen.¡° Tatinne verdrehte die Augen, packte einige Handt¨¹cher zusammen und ging hinaus, ?Ich hab es nicht anders erwartet.¡° Etienne folgte Tatinne in die K¨¹che. Es roch bereits nach Kaffee, aber ihre Tante hatte die Tasse kaum anger¨¹hrt. Genauso wenig wie das Essen, welches sie sich gemacht hatte. Etienne nahm sich etwas Leichtes, was ihr f¨¹r die n?chsten Stunden den Hunger nehmen w¨¹rde, und eine Flasche Wasser mit. Dann machte sie sich auf den Weg. Drau?en war es dunkel, dunkler als sonst. Die Luft f¨¹hlte sich kalt beim Einatmen an. Ihre Nase schmerzte leicht, w?hrend sie sich langsam an die K?lte gew?hnte. Eilig lief Etienne die leeren Stra?en entlang. Heute sollte das Wetter nicht so bedr¨¹ckend sein, wie die letzten Tage. Kein Regen, welcher den Streit und die Bedrohung begleiten w¨¹rde. Stattdessen sollte die Sonne scheinen, doch daf¨¹r war es noch viel zu fr¨¹h. Es w¨¹rde wahrscheinlich nicht mal ein Sonnenstrahl fallen, wenn Etienne mit Halil fertig werden w¨¹rde. Und bis dahin ging sie ein Risiko ein, nur um die Situation friedlicher zu l?sen, als sie es eigentlich musste. Selbst Tatinne hatte die Augen bei ihrem Plan verdreht und Etienne hatte sich unwohl gef¨¹hlt und hinterfragt, ob es nicht einen anderen Weg gab, den sie ¨¹bersah. Doch damit w¨¹rde sie sich nun nicht weiter besch?ftigen. Sie hatte sich f¨¹r einen Weg entschieden. Den w¨¹rde sie bis zum Schluss gehen. Also schlich sie erneut in die Halle, diesmal schneller als am Vortag. Sie hatte sich am Abend noch einmal hineinbegeben und Halil dabei zugeschaut, wie er seine Abendroutine beendet hatte. Nachdem er weg war, hatte sie sich angeschaut, wie die Umkleiden aufgebaut waren, welche Versteckm?glichkeiten es gab und wo Halils Schlie?fach war. Sie hatte auch daf¨¹r gesorgt, dass die T¨¹r sich nicht richtig verschlie?en lie?, sodass sie diesmal einfach hineinging, ihre kleine Sabotage korrigierte und die T¨¹r hinter sich zufallen lie?. Sie war jedoch nicht g?nzlich eingesperrt in der Halle, denn sie hatte die T¨¹ren an den oberen Sitzpl?tzen ebenfalls behandelt, sodass sie notfalls dort hinauslaufen konnte. Als sie in die dunkle Umkleide hineinging, nutzte sie ihr Talisman f¨¹r mattes Licht, um sich etwas besser orientieren zu k?nnen. Sie ging in die Ecke bei den Duschen, welche sie sich am Vortag herausgesucht hatte. Halil war am Vortag mit einer Wasserflasche aus dem Geb?ude gegangen, aber diese war nicht in der Halle auszumachen gewesen. Also w¨¹rde er sie wahrscheinlich in der Umkleide lassen. Sie zog sich schnell in ihre gewohnte Kleidung um. Sie w?re nicht so bequem wie sein Karateanzug oder wie die einfachen Sportsachen, aber sie hatte nichts anderes, was sie nutzen konnte. Also stopfte sie die Uniform in ihre Tasche und bewegte noch einmal etwas ihre Schulter, im Versuch sie etwas zu lockern, und nahm nach einem kurzen Blick auf die Uhr die Schmerztablette, die Tatinne ihr gegeben hatte. Der Geruch nach Rosmarin war schon lange verschwunden. Sobald sie h?rte, wie die schwere T¨¹r im Gang zufiel und energische Schritte in die Umkleide f¨¹hrten, zog sie sich zur¨¹ck und blieb so still, wie man es ihr beigebracht hatte. Etienne h?rte, wie die T¨¹r aufgerissen wurde und anschlie?end ein Schlie?fach. Weitere Ger?usche folgten, wie sich jemand Umzog und wie die T¨¹r des Schlie?faches mit einem lauten Scheppern zufiel. Als die Person den Raum verlie?, vermutete Etienne, dass sie in die Halle gegangen war. Sie wartete noch einige Momente ab und als sie vernahm, wie in der Halle Matten ausgelegt wurden, trat sie aus den Duschen und ging zu dem halb ge?ffneten Schlie?fach. Als sie an dieses trat, ?ffnete sie langsam die T¨¹r und suchte nach dem Ausweis der Person. Es handelte sich, wie sie vermutet hatte, tats?chlich um Halil. Sie legte sein Portemonnaie wieder in seinen Rucksack und nahm die Wasserflasche, welche er in seiner Sporttasche liegen hatte. Etienne f¨¹llte einige Tropfen der farblosen Fl¨¹ssigkeit in sein Wasser. Tatinne hatte gemeint, dass es keine ¨¹berdosis bei diesem Gegengift geben k?nnte. Es war eine einfache Substanz, die leicht vom K?rper abgebaut werden konnte. Anders war es bei dem Parf¨¹m. Tatinne nannte jede Frau, die es trug, eine Schlange. Und das lag daran, dass es sich langsam um seine Opfer schlang, ihm die Luft ausdr¨¹ckte und in die Bewusstlosigkeit trieb. Die Frauen machten dann den Rest. Etienne hatte heute jedoch nicht vor, so weit zu gehen. Der herbe Geschmack der Fl¨¹ssigkeit f¨¹hlte sich s¨¹? im Nachgang an und das Parf¨¹m roch nach Lavendel, als sie sich einige Spritzer an den Hals, an den linken Oberarm und in die Armbeuge spritze. Wenn sie das so plante, wie sie es vorhatte, waren das die richtigen Stellen. Sie war zwar mit dem anderen Arm st?rker, aber der Schmerz in ihren Schultern w¨¹rde gegen sie arbeiten. Mit dem Gewicht der Tasche an der heilen Schulter und einem ruhigen Herzschlag, trat Etienne leise durch die Umkleidet¨¹r in die Halle. Halil stand still auf einer Matte, die H?nde zu F?usten geballt. Seine Augen waren geschlossen und er hatte den Kopf in den Nacken gelegt. Sie merkte, wie er kontrolliert atmete. Kurz wunderte sie sich dar¨¹ber, ob sie sich ank¨¹ndigen sollte oder nicht. Dann entschloss sie sich, dies nicht zu tun. Er w¨¹rde sich erschrecken, wenn er sie still sitzend an den B?nken ausmachen w¨¹rde. Das w¨¹rde jeden normalen Menschen aus der Bahn werfen und verunsichern. Zus?tzlich zu seiner Wut, welche ihn immer impulsiv machte, war es genau das, was sie brauchte, um einen Vorteil zu erhalten. Und falls nicht, dann war es nicht allzu schlimm. Nur ein Bonus zu ihrem ohnehin sicheren Plan. Also setzte sie sich auf die Bank und legte den Kopf in die H?nde. Sie blickte zu der Uhr und nahm sich ein Zeitfenster, in welchem sie ihn sp?testens auf sich aufmerksam machen w¨¹rde. Sie wollte das Ganze erledigen, bevor die Clubmitglieder hinzukommen w¨¹rden. Halil fing an, sich zu bewegen. Diesmal w?rmte er sich nicht auf, indem er Runden lief, sondern vollf¨¹hrte einige lockere ¨¹bungen. Etiennes Gedanken wanderten zum Vortag zur¨¹ck. Erneut zwang sie sich, nicht an das Bild im Klassenzimmer zu denken und die Ambivalenz von Raffaels strahlend-bedr¨¹cktem Gesicht. Die Situation hatte sie genug verwundert, dass sie Tatinne danach fragen wollte, doch sie hatte sich dagegen entschieden und das mit genau demselben Eifer, mit dem sie sich zwang, sich von diesen Gedanken abzuwenden. Sie konnte es sich nicht leisten, innerlich unausgeglichen zu sein. Diese Rolle hatte sie bereits Halil zugesprochen. Also sprach sie ihr Mantra im Kopf, sch?pfte die innere Ruhe und Sicherheit aus diesem, welches sie brauchte und beobachtete dann erneut Halil. ¨¹berpr¨¹fte noch einmal seine Bewegungen, nur um sicherzugehen, dass sie am Vortag nichts ¨¹bersehen hatte. Er f¨¹hrte weiterhin die stumpfen Bewegungen aus. Weiterhin schnell und zielstrebig, mit so viel Energie, dass sie sich wirklich Sorgen machte, dass ihre Schulter einen Schlag von ihm nicht ¨¹berleben w¨¹rde. Geistig machte sie sich schon mal darauf gefasst, dass es wirklich weh tun w¨¹rde. Er bewegte sich weiter, immer wieder, bis er erneut an einer Figur h?ngen bleib, welche er nicht schaffte, richtig auszuf¨¹hren. Es waren nur Kleinigkeiten, aber das zeigte ihr, was f¨¹r ein Perfektionist er war. Dann sah sie ihm dabei zu, wie er beinahe ausrutschte, als die Wut, es nicht zu schaffen, ihn ¨¹bermannte. Kurz blieb er stehen, starrte w¨¹tend und schwer atmend in die Leere und seufzte dann resigniert. Heute war seine Stimmung etwas anders als am Vortag. Heimliche Gefechte: Fundamente Seine Hand fuhr durch die ungew?hnlich blonden Haare und Halil drehte sich dann schwer seufzend zur Seite. Es dauerte einen Moment, aber dann sah er sie. Blinzelte verwirrt, schien nicht so recht zu wissen, was er mit der Beobachtung anfangen sollte, als h?tte er ein Kleinkind am h?chsten Punkt eines hart zu erklimmenden Berges vorgefunden. ?Das sah sehr misslungen aus¡°, kommentierte sie seine Leistung nach einem kurzen Moment der Stille, in welchem sie ihre Anwesenheit auf ihn wirken lassen wollte. Dann betrachtete sie zufrieden, wie die Wut in seinen Augen erneut aufleuchtete. Genau das, was sie bewirken wollte. Wie wollte er ein guter K?mpfer werden, wenn er innerlich so unausgeglichen war? ?Mir wurde gesagt, dass du lebensm¨¹de bist. Ich habe gestern angezweifelt, ob das stimmt. Aber ich sch?tze, die Einsch?tzung war gar nicht so falsch.¡° Ihre Mundwinkel hoben sich nur gezwungen und sie erwiderte lachend: ?Das kann nicht sein. Ich kann ¨¹berhaupt nicht nachvollziehen, womit ich diese Beschreibung meiner Person verdienen sollte.¡° ?Dir ist bewusst, dass nun, wo du hier bist, ich dich definitiv nicht einfach heraus spazieren lassen werde¡°, sagte er und Etienne beobachtete verschiedene Emotionen in seinem Gesicht, ?Kein Durchg?nger namens Scarlett, kein ¨¹berforderter M?chtergernbesch¨¹tzer namens Raffael, niemand hier, um sich einzumischen.¡° Eine besonders abhebende Emotion war Vorfreude. Sie konnte sich gut vorstellen, wie diese zustande kam. Sicherlich konnte er es kaum erwarten, etwas Dampf abzulassen. Mittlerweile hatte Etienne auch mehr und mehr das Gef¨¹hl, dass es ihm weniger darum ging, sich mit ihr anzulegen, sondern sich einfach nur mit irgendwem anzulegen. Was ihr nicht das Gef¨¹hl gab, eine noch friedlichere L?sung zu finden, als die, welche sie bereits parat hatte, ?Wei?t du, eigentlich habe ich meinem Bruder so etwas ?hnliches versprochen, wie keine brutalen K?mpfe zu f¨¹hren. Gibt es irgendeinen Weg, das hier friedlicher zu l?sen?¡° ?Nein.¡° ?In Ordnung.¡° Mit einem tiefen Durchatmen und der mentalen Versicherung ihres unersch¨¹tterlichen Fundaments klopfte Etienne sich auf die Schenkel und stand unbeschwerlich auf. ?Dann lass mich direkt mein Anliegen formulieren, wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, wie das hier in Calisteo abl?uft. Ich will dich herausfordern, mit Einsatz.¡° Tatinne hatte ihr die Regeln erkl?rt und Etienne hatte sich ¨¹berlegt, wie sie vorgehen w¨¹rde. Schritt f¨¹r Schritt. Das Erste war, dass sie die Herausforderung aussprechen musste. Somit konnte sie den Preis festlegen, den er annehmen oder ablehnen konnte, vorausgesetzt, er w¨¹rde sich darauf einlassen. Wenn er ihren Einsatz aber ablehnte, musste er einen Gegenpreis vorschlagen. Bis sie sich geeinigt h?tten, d¨¹rfte kein Kampf stattfinden. Etienne war sehr in Versuchung gewesen, es auf ein ewiges Hin und Her ankommen zu lassen. Aber sie w¨¹rde ihn lieber schnell loswerden wollen, anstatt ihn f¨¹r die Dauer ihres Aufenthalts in Calisteo um sich herumschwirren zu lassen. Auch wenn seine uneingeschr?nkte Direktheit im Gegensatz zu den anderen Menschen sich wie eine frische Brise anf¨¹hlte. ?H?tte nicht gedacht, dass das von dir kommen w¨¹rde, nicht, nachdem du dich wie ein kleiner Angsthase hinter Raffael versteckt hast¡°, sagte Halil mit einem breiten Grinsen im Gesicht, das ihn regelrecht strahlen lie?, ?Hast du ihm vorgeheult, wie b?se und gemein ich bin?¡°Reading on this site? This novel is published elsewhere. Support the author by seeking out the original. Etienne zuckte mit den Schultern und sp¨¹rte den Schmerz durchzucken. Vorsichtig hob sie die Hand und massierte leicht die Stelle, damit sich die Muskeln lockern w¨¹rden. ?Nein, ich weine eigentlich nicht. Es gibt so manche Einsch?tzungen zu mir, die komplett falsch sind. Eigentlich bin ich ein Opfer von Missverst?ndnissen.¡° ?Oh, da bekomme ich beinahe schon Mitleid mit unserem kleinen neuen Zuwachs hier¡°, sagte er langgezogen, vom Mitleid konnte sie aber nichts erkennen, ?Sorgt beinahe daf¨¹r, dass ich bereit w?re, dir dein Einmischen zu verzeihen. Zu schade, dass ich der f¨¹rchterlichste Mensch bin, dem du hier h?ttest begegnen k?nnen.¡° ?Das ist in Ordnung¡°, sagte Etienne, ?Ich kann dir gerne den ersten Schritt zur Besserung weisen.¡° Halil lachte unbeschwert, legte kurz den Kopf schief und dachte nach und sprach schlie?lich in einer feierlichen Stimme weiter: ?Etienne. Etienne¡­¡°, er runzelte kurz verwirrt die Stirn und sagte dann, ?Aus der Klasse A-3. Nervigste Neue, die ich je gesehen habe. Was k?mpfen wir, wie sind die Siegesbedingungen und was willst du haben?¡° Ihr Herz pochte etwas bei seiner Ansprache. Zu ihrer ¨¹berraschung hatte er ihr aber alle Dinge genannt, die Tatinne ihr ebenfalls genannt hatte. Das ¨¹berraschte sie, denn es schien nicht, als w¨¹rde er ihr Halbwissen ausnutzen wollen, um ihr im Kampf gegen¨¹ber einen Vorteil zu gewinnen. Dies konnte nat¨¹rlich daran liegen, dass er sie als eine sehr geringe Gefahr einsch?tzte. Das verwunderte sie nicht, denn es gab keine M?glichkeit f¨¹r ihn zu wissen, dass sie gegen einen Crawling im Haus der McClains gek?mpft hatte oder gegen W?chter im Chateau de la Fortune. Auf der anderen Seite musste sie aber auch daran denken, wie er Anaki mit Vorwarnung geradeaus von vorne angegriffen hatte. Vielleicht war er ja sehr direkt? Vielleicht war er sogar etwas ehrenhaft und fair, wenn es um einen Wettkampf ging? Sie hatte aber in der kurzen Zeit keine M?glichkeit gehabt, das zu ¨¹berpr¨¹fen. ?Ich kann kein Karate. Also w?re ich dankbar, wenn von mir nicht abverlangt werden w¨¹rde, nach dieser Kampfkunst zu k?mpfen.¡° Er nickte grinsend, ?Gut. Nutze, was auch immer du nutzen kannst. Ich versuche nicht zu hart mit dir umzugehen.¡° Sie l?chelte zufrieden, ?Die Siegesbedingungen werden sein, dass wer zuerst aufgibt, der verliert.¡° ?Nein¡°, sagte er direkt, ?Ich will einen Kampf und nicht ein direktes Aufgeben in den ersten Sekunden.¡° ?Oh¡°, meinte sie in gespielter Verwunderung, ?Mir war nicht bewusst, dass ihr in Calisteo das so macht. Oder ist es deine Art, mit Herausforderungen umzugehen?¡° Sein Grinsen wurde etwas kleiner, verschwand aber nicht g?nzlich, w?hrend er seine Aussage etwas pr?zisierte, ?Ich will nicht, dass du direkt aufgibst.¡° ?Ah¡°, sagte sie strahlend, ?Dann lass es mich folgenderma?en umformulieren. Der Kampf hat eine Mindestdauer von f¨¹nf Minuten. Danach kann aufgegeben werden, wenn eindeutig ist, dass er f¨¹r eine Person nicht zu gewinnen ist.¡° Nachdenklich kaute Halil auf seiner Unterlippe. Seine Augen huschten nach oben, hin und her, als w¨¹rde er einem Bild folgen, welches sie nicht sah. Aber es gab keinen Grund f¨¹r ihn, es nicht anzunehmen. Er k?nnte diese Bedingung gro?z¨¹gig auslegen und ihr das Aufgeben verweigern und ihre Siegeschancen immer wieder durch bestimmte Handlungen neu auslegen. Es gab keinen Grund anzunehmen, dass f¨¹r sie der Kampf aussichtslos w?re, wenn er ab und zu etwas nachgiebiger w?re. ?Einverstanden. Kneife nicht zu schnell, nach den f¨¹nf Minuten. Weiter¡°, sprach er dann pl?tzlich. Das war etwas, was ihr schon mal aufgefallen war und was sie noch nicht g?nzlich einordnen konnte. Dieses pl?tzliche Handeln, scheinbar aus dem Nichts. ?Der Preis. Eigentlich gibt es nicht wirklich viel, was ich will, au?er, dass mein Aufenthalt hier nicht mit zu viel ?rger verbunden ist. Da scheinbar Anaki derjenige ist, der den ?rger mit dir anzieht, gibt es folgende Sachen, die ich will: Du wirst weder mit ihm noch mit mir einen weiteren Kampf anfangen. Du wirst auch niemanden zu uns schicken, um einen Kampf mit uns anzufangen, und du wirst keine Geschichten erfinden, sodass du indirekt der Grund bist, weshalb jemand einen Kampf mit uns anf?ngt. Du wirst dich mit ihm vertragen. Oh und du und ich werden den Morgen heute unter uns behalten. Du wirst das an niemanden weitererz?hlen.¡° Er schnaubte mehrmals bei ihrer Aufz?hlung und verzog dann das Gesicht zu einer genervten Grimasse. Doch bei ihren letzten Worten, brach er in Gel?chter aus. ?Hast du Angst, einen schlechten Ruf in der Schule zu bekommen? Keine Sorge, die Meisten werden dich bemitleiden.¡° ?Nimmst du an?¡° Das L?cheln verschwand wieder, das Gesicht nahm einen unheimlich ausdruckslosen Ausdruck an. Es war ungewohnt, denn bisher hatte Halil keinen Versuch unternommen, seine Gef¨¹hle nicht ganz transparent nach Au?en zu tragen. Er war in dieser Hinsicht wie Scarlett. Direkt und unkompliziert. W?hrend er nun ¨¹ber ihre Worte nachdachte, schien er jedoch auf einen Schlag wie ausgewechselt. Das verunsicherte etwas, denn zus?tzlich dazu h?tte sie gedacht, dass er sie sowieso nicht ernst genug nehmen w¨¹rde, um den Einsatz ¨¹berhaupt zu hinterfragen. Kurz hatte sie Sorge, dass sie mit ihm dar¨¹ber diskutieren m¨¹sste und die wertvolle Zeit voranschreiten w¨¹rde. Doch zu ihrer Erleichterung nickte er. ?Sehr sch?n. Ja¡°, er bedachte sie mit einem absch?tzenden Blick, l?chelte dann und ¨¹berraschte sie erneut, ?Los geht¡¯s.¡° Heimliche Gefechte: Ausk?mpfen Geistig war sie noch darauf eingestellt, ihm zuzuh?ren und seine Seite der Wette anzuh?ren. Ihr K?rper reagierte jedoch auf den schnellen Angriff, welchen sie noch nicht g?nzlich registriert hatte. Ohne die Chance zu haben, etwas zu sagen, sprang Etienne zur Seite, ruhig, verwirrt und ¨¹berrascht von seiner unglaublichen Geschwindigkeit. Sie hatte jedoch nicht vergessen, wie schnell er sich im Klassenzimmer bewegt hatte. Also h?rte sie auf ihren K?rper, welcher sich schneller an die Situation anpasste, als ihr Geist, sprang weiter zur¨¹ck, sp¨¹rte irgendwann die weichen Matten unter ihren Schuhen und wartete auf den Moment, an welchem er den Schlag ausf¨¹hren w¨¹rde, mit dem er nicht so sicher war. Es dauerte auch nicht lange und er zielte genau auf ihre Schulter. Sie lie? es darauf ankommen, dass er sie dort traf, schlug aber im selben Moment zur¨¹ck, um ihn noch mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen. Etienne biss die Z?hne zusammen, als die Schulter zu brennen anfing, bewegte sich jedoch weiter, ihr K?rper diesmal streng dem Geist folgend. Als er leicht nach hinten stolperte, nutzte sie den Moment, sich schnell hinter ihn zu stehlen und sein Bein, welches er nutzen wollte, um das Gleichgewicht wiederzufinden, mit ihrem Bein zu verkeilen. Dann sprang sie auf seinen R¨¹cken und nahm ihn in den W¨¹rgegriff, achtete darauf, dass der Oberarm mit den Parf¨¹mspritzern um seinen Hals geschlungen war, und dann warf sie sich nach hinten und unterdr¨¹ckte ein Keuchen, als sie sein schweres Gewicht auf ihr sp¨¹rte und es ihr die Luft wegdr¨¹ckte. Etienne schlag die Beine um ihn und hielt ihn fest. Jetzt musste sie nur noch durchhalten, bis das Parf¨¹m seine Wirkung erzielte. Er bewegte sich nicht und sie vermutete, dass er ¨¹berrascht davon war, sich in dieser Position wiederzufinden. Daran zweifelte sie nicht, da sie noch bis vor kurzem in der Defensive war. Seine nervigen Haare hingen ihr ins Gesicht und kitzelten ihre Nase, aber sie war so sehr darauf konzentriert, ihre K?rperspannung aufrechtzuerhalten, dass sie es nur am Rande merkte. Ihre Schulter tat furchtbar weh. Aber das w¨¹rde vorbeigehen. Sie musste nur ein paar Minuten durchhalten. ?Nicht schlecht¡°, sagte er mit Anerkennung in seiner Stimme und r¨¹hrte sich kaum, ?Was genau hast du nach dieser Darstellung aber vor? Du bist wohl kaum stark genug, mich in die Bewusstlosigkeit zu w¨¹rgen. Und ich werde nicht aufgeben.¡° ?Ich dachte mir¡°, sprach sie unter Anstrengung und lie? ihrer Kreativit?t freien Lauf, ?dass du dich vielleicht von meiner Weiblichkeit ¨¹berzeugen l?sst?¡° Er lachte, ?Ist das der Grund, weshalb du dich in Lavendel eingespr¨¹ht hast?¡° Sie l?chelte zufrieden. Er atmete es ein. Das, was an ihrem Hals und an ihrem Arm war. Selbst wenn sie es nicht schaffen sollte, ihn bis zum Schluss im Griff zu haben, sie musste ihn nur lange genug halten, dass er genug eingeatmet hatte, um Nebenwirkungen zu zeigen. Sp?testens mit diesen w¨¹rde sie ihn problemlos besiegen k?nnen und den Sieg auf das Parf¨¹m schieben. ?Meine Tante hat es mir gegeben. Ist es nicht reizend?¡° Sie merkte, wie er sich etwas bewegte. Langsam testete er, wie sicher ihr Griff um ihn war. ?Du wirst mir schon weh tun m¨¹ssen, wenn du hier rauswillst¡°, sagte sie. ?Bist du sicher, dass du das mit deinen Wunden aush?ltst?¡°, fragte er belustigt. ?Klar doch¡°, meinte sie, ?Und nur damit das klar ist, die Schulter habe ich dir mit Absicht gezeigt.¡° Die ¨¹berlegung, ihren K?der f¨¹r sich zu behalten, hatte sie aufgrund ihres Stolzes verworfen. Nachdem nahezu jeder immer wieder ihre F?higkeiten infrage gestellt hatte, wollte sie sich wenigstens in einigen Bereichen einen kleinen zufriedenstellenden Sieg anerkennen lassen. ?Ist das so? Was denkst du aber, wie lange du es mit dieser aush?ltst?¡°, fragte er und legte seine Hand an ihren Arm, ¨¹bte Druck aus und schien auch hier einzusch?tzen, wie fest sie zuhielt, ?Vielleicht ein paar Minuten? Du magst es mir gezeigt haben, aber deinem Gesichtsausdruck nach muss es furchtbar wehgetan haben.¡° ?Eigentlich brauche ich auch nur ein paar Minuten¡°, sagte sie in sein Ohr und versuchte diese verfluchten Haare aus ihrem Mund zu halten. Ihr Blick huschte wieder zur Uhr und sie entschloss sich, in den Kampf erneut einzusteigen. Desto energischer er wurde, desto mehr w¨¹rde er sich wehren und desto mehr er sich wehren w¨¹rde, desto mehr w¨¹rde er einatmen und das Zeug in seinen Kreislauf bekommen. Au?erdem wurde es Zeit, dass er panisch wurde. Aktuell war er ihr noch viel zu ruhig und das gefiel ihr nicht. ?Wei?t du¡°, sagte sie langsam und nahm sich Zeit, ihre Worte zu sprechen, ?meine Tante ist sehr versiert darin, verschiedenste Sachen zu kochen. Und sie hat ein Parf¨¹m in die H?nde bekommen, an welchem sie seit ein paar Jahren gefeilt hat. Frauen nutzen es meistens, um sich aufdringliche M?nner vom Leib zu halten. Wenn sie zu nahe kommen und das f¨¹r eine Weile einatmen, dann hat es ein paar Nebenwirkungen. Ich werde mir jetzt die Zeit sparen, zu erkl?ren, welche das sind. Das wirst du in¡­ ah, in zwei Minuten herausfinden. Ehrlich gesagt, brauche ich mich gar nicht mehr anzustrengen. In den n?chsten zwei Minuten wirst du wohl kaum Schaden anrichten k?nnen.¡° Auch wenn Etienne es nicht dem Zufall ¨¹berlassen w¨¹rde. Er w¨¹rde in ihrem Griff aufgeben. Halil schwieg f¨¹r einen Moment. Sie w¨¹nschte sich, sie k?nnte seinen Gesichtsausdruck sehen. Dann schoss ich seine gehobene Hand in ihren Blickwinkel. Er schloss sie zur Faust, ?ffnete sie wieder und Etienne war sich sicher, dass er sich darauf vorbereitete, gleich zuzuschlagen. ?Du vergiftest mich?¡°, fragt er fassungslos. ?H?ttest nicht sagen sollen, dass ich nutzen kann, was ich kann¡°, erinnerte sie ihn an seine leichtsinnige Zusage zu ihrer vereinbarten Kampfart. Sie hatte nicht einmal darauf beharren m¨¹ssen. Er hatte es ihr einfach so hergegeben. Seine Hand wanderte blitzschnell ¨¹ber seinen K?rper zu ihrer Schulter und er dr¨¹ckte fest zu. Etienne unterdr¨¹ckte einen Schmerzenslaut und verst?rkte ihren Griff. Das ist es wert, sagte sie sich trotzig. Er schlug mit dem Ellenbogen in ihre Seite, etwas, was sie erwartet hatte und Vorkehrungen getroffen hatte. Es tat dennoch weh. Er hatte eine unglaubliche Kraft und Geschwindigkeit. Nur seine Technik und Konzentration lie?en zu w¨¹nschen ¨¹brig. Der letzte Schlag war nicht so gut gesetzt, wie er es h?tte sein k?nnen. Obwohl sie die ¨¹berhand hatte, f¨¹hlte es sich an, als w?re er derjenige, der sie verpr¨¹gelte. Nach einigen Momenten merkte sie jedoch, wie seine Energie etwas nachlie?. Nicht viel, aber genug, dass sie den Unterschied sp¨¹ren konnte. Sehr sch?n. Das bedeutete, dass er genug davon eingeatmet hatte, um in den n?chsten Minuten den Einfluss zu sp¨¹ren. Nun war es egal, ob sie ihn festhalten konnte oder nicht, die Zeit war auf ihrer Seite. Sie h?rte ihn fluchen und nahm diesen Moment zum Anlass, schnell zu sagen: ?Pass gut auf, denn das wird jetzt wichtig f¨¹r dich. Du merkst sicherlich bereits, wie dein Blick langsam an Sch?rfe verliert. Das wird schlimmer werden.¡°The narrative has been taken without permission. Report any sightings. Halil h?rte kurz auf, sich zu wehren und best?rkt von der Reaktion sprach Etienne hastig weiter, ?Nach einer Weile wirst du das Bewusstsein verlieren. Da endet es jedoch nicht, denn meine Tante hat mir eine etwas st?rkere Version gegeben. Wie dir sicherlich auff?llt, bin ich davon nicht betroffen. Das liegt daran, dass ich ein Gegenmittel bereits zu mir genommen habe. Du solltest deine Portion schnell nehmen, bevor du das Bewusstsein verlierst. Denn zu weiteren Nebenwirkungen geh?ren Nervensch?den. Es k?nnte sein, dass das dein letzter Kampf sein wird.¡° Tatinne hatte hart daran gearbeitet, ihr kleines Wunderwerk, wie sie es immer nannte, zu einem schleichenden T?ter zu gestalten, welcher manchmal innerhalb von Minuten, manchmal innerhalb von Monaten sein Opfer langsam umbrachte. Die Zeit konnte sich das Opfer dabei selbst aussuchen, je nachdem, wie penetrant es war. Etienne war jedoch nicht so kaltherzig, wie ihre Tante, welche sich nicht viel um jemanden scheren w¨¹rde, der sie bel?stigt hat. Somit war die Hoffnung gro?, dass der Sport Halil wichtig genug war, um auf sie zu h?ren und aufzugeben. Doch anstelle eines Einlenkens, h?rte sie ein w¨¹tendes Knurren, welches sie ¨¹berraschenderweise an Gilgian erinnerte. Dann fing Halil an, sie auszuschimpfen. ?Spar dir den Atem, du brauchst ihn¡°, warf sie zwischen seinen Atemz¨¹gen ¨¹berrascht ein und f¨¹gte dann hinzu, ?Wenn du aufgibst, gebe ich dir das Gegenmittel.¡° Er schlug ihr noch einmal gegen die Seite, viel schw?cher diesmal, es brachte sie dennoch dazu, schmerzerf¨¹llt zu grunzen. Danach hielt er still. Sie bemerkte seinen schnellen, unregelm??igen Atem, als w¨¹rde er nach Luft schnappen, aber es drang keine in seine Lungen. Etienne hoffte inst?ndig, dass er aufgeben w¨¹rde. Sie wollte nicht einen bewusstlosen K?rper an der Schule melden und dann erkl?ren, wie es dazu kam. ?Es ist es nicht wert diesen Sport aufzugeben, nur um einen Streit zu gewinnen¡°, sagte sie und hoffte, dass diese Worte ihn noch n?her dazu bewegen w¨¹rden, aufzugeben. Sicherlich war das etwas sehr Wichtiges f¨¹r ihn. ?Ich gebe auf¡°, kr?chzte er dann und schlug mit der Faust auf die Matte unter ihnen. Sie lie? ihn los und er sprang auf. W?hrend er jedoch taumelte und sich wieder hinsetzte, sprang sie selbst auf die Beine und ging auf etwas Abstand. Ihr zuvor angespannter K?rper schrie nun auf, als sie ihre verkrampften Glieder etwas bewegte. Etienne betrachtete ihn wachsam und ging dann in die Umkleide, h?rte dabei seinen schwachen Protest, lie? sich jedoch nicht beirren. Sie holte seine Wasserflasche und ging wieder zur¨¹ck. Eigentlich hatte sie noch vorgehabt, ihn damit etwas zu bedrohen. Ihm zeigen, wie leicht sie an seine Sachen kommen konnte, da sonst noch was reinzumachen, aber sie entschied sich dagegen. Ihn noch mehr zu bedrohen, k?nnte zu noch mehr Problemen f¨¹hren. Sie wollte das Risiko nicht unn?tig eingehen, wenn die Chance bestand, dass er ab jetzt Ruhe geben w¨¹rde. Und wenn nicht, dann w¨¹rde sie ihn das n?chste Mal etwas st?rker unter Druck setzen. Sie f¨¹llte vor seinen Augen das Gegengift in seine Wasserflasche. Dann hielt sie ihm diese hin. Er nahm sie misstrauisch entgegen und roch zun?chst daran. Etienne verdrehte die Augen. ?Schau¡°, sagte sie und trank vor ihm einige Tropfen von dem Gegenmittel. Einige misstrauische Momente sp?ter trank er sein Wasser und f¨¹r einen kleinen Moment durchstr?mte sie die Erleichterung. Dann erinnerte sie der pochende Schmerz ihrer Schulter daran, dass sie heute einen sehr langen Tag vor sich haben w¨¹rde. Aber immerhin. Dieser Teil war geschafft. Vorausgesetzt, er hielt sich an die Abmachung. Unsicher, ob sie nicht direkt verschwinden sollte, bevor er wieder voll und ganz bei seinen Sinnen war, ging sie langsam zu ihrer Tasche. Tatinne hatte sie gebeten, darauf zu achten, dass es nicht zu schlimmeren Zwischenf?llen kommen w¨¹rde, also entschloss sich Etienne so lange abzuwarten, bis er wieder allein gelassen werden konnte. ?Ihr Frauen seid absolut verr¨¹ckt¡°, sagte er, ?Wie kommt deine Tante auf so etwas Verr¨¹cktes? Mal abgesehen davon, dass es so hinterh?ltig ist.¡° Etienne verdrehte erneut die Augen, ?Selbst schuld.¡° Er h?tte ihr nicht sagen sollen, dass sie alles nutzen durfte. Und wenn er es nicht gesagt h?tte, dann h?tte sie ihm nichts davon erz?hlt und ihn in dem Glauben gelassen, sie h?tte ihm die Luft lang genug abgedr¨¹ckt, dass ihm schwindlig wurde. Dann h?tte sie ihm einfach sein Wasser gegeben und bedacht, dass er genug davon getrunken h?tte, dass das Gift nicht mehr wirken w¨¹rde. Entgegen dem, was Raffael ihr vorwarf, war sie nicht vollkommen schlecht darin, so zu planen, dass sie ein bestimmtes Ergebnis erzielen w¨¹rde. Es war nur ungewohnt, solche Umwege zu gehen. Aber sie w¨¹rde es Raffael am Abend stecken und darauf freute sie sich. ?Wei?t du, ich hatte nicht vor, dich komplett auseinander zu nehmen¡°, sagte er und warf ihr einen angewiderten Blick zu, ?Aber du bist direkt losgegangen und hast versucht, mich zu ermorden. Was stimmt nicht mit dir?¡° ?Das h?tte dich nicht get?tet¡°, erwiderte sie emp?rt, ?Mal abgesehen davon, hast du die erstbeste Chance genutzt, meine Schulter noch schlimmer zu verunstalten, als sie das sowieso schon war. Tue nicht so, als wolltest du gn?dig mit mir sein.¡° Er stand auf und schien etwas unsicher auf den Beinen. Dennoch deutlich besser als zuvor, ?Dann h?ttest du dich mir nicht in den Weg stellen sollen. Das tun sowieso nur die, die es sich leisten k?nnen, also h?r mal auf mit dem scheinheiligen Unschuldsgetue.¡° ?Was h?ttest du nur getan, wenn ich mich wirklich nicht wehren k?nnte, hm?¡° ?Dann w?rst du einfach nur dumm und eine kleine Pr¨¹gel h?tte dich schon zurechtgewiesen.¡° Etienne unterdr¨¹ckte es zu schmollen, genervt von seinen Worten und den Schmerzen in der Schulter. ?Ich kann hoffentlich davon ausgehen, dass ich mich dir nicht mehr in den Weg stellen muss?¡° Seine Miene wechselte erneut zu diesem genervten Ausdruck, welchen er beinahe die ganze Zeit aufhatte, au?er, wenn er mit seinen Clubmitgliedern zusammenarbeitete. ?Willst du mir vorwerfen, ich w¨¹rde mich nicht an die Abmachung halten?¡° Etienne blinzelte verwirrt, ¨¹berrascht von dieser Aussage. Sie hatte erwartet, dass er widersprechen w¨¹rde. ?Nein, ich will nur deine Best?tigung, dass ich mich darauf verlassen kann. Und fang jetzt nicht an, daraus noch einen Streit zu provozieren. Eine Best?tigung, dass wir hier durch sind, steht mir zu.¡° ?Na gut¡°, sagte er langsam, ?Du hast gewonnen, nach den Bedingungen, die ich akzeptiert habe. Also werde ich keinen Kampf mehr mit dir anfangen. Und keinen mit Anaki, mit dem ich mich wieder vertragen werde. Und ich werde niemanden auf irgendeine Art und Weise dazu anstiften. Und ich werde auch niemandem von unserem kleinen Treffen hier erz?hlen. Aber ich werde dir das Leben an dieser Schule so schwer wie m?glich machen.¡° Etienne h?rte ihm still zu und lie? sich etwas Zeit, auf die letzten Worte zu reagieren. Dann fragte sie l?chelnd, ?K?nnen wir den Streit nicht einfach begraben und Freunde sein?¡° Er grinste, b?swillig und selbstzufrieden, und trank noch mal aus der Flasche. Dann sagte er, ?Dann h?ttest du deinen Preis anders w?hlen sollen.¡° Sie wusste, er sagte es nur, weil sie es zuvor zu ihm gesagt hatte. Heimliche Gefechte: Thymian und Orange ?Guten Morgen ¡­ Etienne?¡°, fragte Bianca nach und Etienne vermied es, bei dieser Stimme zu erstarren. Erneut h?rte sie sich so unfassbar neutral an, dass es sich unnat¨¹rlich anf¨¹hlte, als w¨¹rde sie vor einer Pf¨¹tze stehen, welche scheinbar flach war, von der sie aber wusste, sollte sie reintreten, w¨¹rde sie mit Haut und Haar versinken. Hinzu kam, dass da noch immer etwas so unglaublich Seltsames in ihren Augen war, etwas an der Art und Weise, wie sie Etienne ansah, ihre Umgebung betrachtete. Es irritierte sie und sie konnte nicht anders, als hellwach zu werden und ihre Schmerzen zu vergessen. Ihr Instinkt setzte ein. Das war kein gutes Zeichen. Auf dem Weg ins Klassenzimmer war sie noch alleine gewesen und lieber w?re sie unter diesen Umst?nden Halil begegnet, als ihr. Der Kampf mit Halil hat nicht so lange gedauert, wie sie vermutet hatte, und es war mehr als genug Zeit geblieben, sich das Parf¨¹m abzuwischen und wieder umzuziehen. Doch nun bereute sie es, dass sie das Parf¨¹m nicht anbehalten hatte. Eine gezielte Umarmung und Bianca w¨¹rde sich um andere Sachen k¨¹mmern m¨¹ssen, als ihr hier im noch leeren Gang aufzulauern. Es lag keine Feindseligkeit in ihrem Blick. Und das war einer der Gr¨¹nde, wieso es Etienne so irritierte. ?Das ist richtig¡­ Bianca?¡°, fragte sie mit dem freundlichsten L?cheln, das sie zustande bringen konnte. Bianca betrachtete sie von oben bis unten. Eine weitere Frau stand hinter ihr und tat es ihr gleich. Im Gegensatz zu Bianca jedoch konnte Etienne ihren Blick sehr gut einsch?tzen. Es war klare Feindseligkeit. Damit konnte sie besser umgehen als mit dieser neugierigen Gleichg¨¹ltigkeit, welche f¨¹r sie keinen Sinn ergab. ?Du bist ganz sch?n fr¨¹h hier¡°, kommentierte Bianca, ?Bist du flei?ig am Lernen?¡° Ob fr¨¹h oder nicht, Etienne hatte immerhin einen Grund, hier zu sein. Bianca nicht. Dieser Korridor war nur Etiennes Klasse vorbehalten, so hatte Tatinne es ihr erz?hlt. Grund daf¨¹r lag an den Provinzherrschern. Sie wurden von den anderen Sch¨¹lern getrennt, sodass sie mehrere R?ume haben konnten, ohne von zu vielen Sch¨¹lern umgeben zu sein. Eine Schutzma?nahme f¨¹r die Herrscher sowie die ¨¹brigen Sch¨¹ler. Demnach hatten diese beiden hier nichts zu suchen, eigentlich genauso wenig wie Etienne selbst, wenn sie nicht als weiterer neutraler Sch¨¹ler zum Versuch eines Gleichgewichts missbraucht werden w¨¹rde. ?Ich bin heute ausnahmsweise etwas fr¨¹her raus¡°, sagte Etienne l?chelnd und wahrheitsgem??. Sie w¨¹rde sich k¨¹nftig in diesem Bereich jedoch ?ndern und immer fr¨¹h hierherkommen. Nur um sicherzugehen, dass sie am Morgen in der Fr¨¹h Bianca k¨¹nftig dabei zusehen konnte, wenn sie etwas in diesem Korridor ausheckte. Etienne wurde von ihr ¨¹berrascht, als sie in den Gang zu ihrem Klassenzimmer getreten war. Und so schien es auch bei diesen beiden der Fall gewesen zu sein. Keiner hat den anderen erwartet. ?Du solltest besser auf deinen Schlaf achten. Manche Menschen brauchen mehr davon, als andere¡°, sagte sie und h?rte sich nicht b?swillig an. Die Frau hinter ihr kicherte jedoch und auch Etienne verstand die versteckte Beleidigung. Verstand Bianca diese denn? Oder meinte sie das wirklich genau so, wie sie es sagte? Etienne entschied sich, so zu tun, als h?tte sie diese nicht wahrgenommen. Bianca w¨¹rde ihr Interesse an ihr verlieren, wenn sie feststellte, dass es an Etienne nichts Besonderes gab, was es wert w?re, ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. ?Ist notiert¡°, sagte sie. ?Aber der Unterricht hier muss so schwer sein¡°, sagte die andere, scheinbar nicht bereit, das Thema fallen zu lassen. ?Sie muss sich reinh?ngen, wenn sie mithalten will.¡° ?Aber sie ist in die Klasse reingekommen¡°, wandte Bianca ein und betrachtete Etienne noch einmal, ?Immerhin schlau.¡° Etienne seufzte schwerm¨¹tig und legte eine Hand auf ihr Herz, ?Ich glaube ehrlich gesagt, dass ich mich ¨¹bernommen habe. Diese Klasse ist so chaotisch und ich verliere immer den Faden. Vielleicht wird O¡¯Donnel mich schon bald herunterstufen.¡°This story has been taken without authorization. Report any sightings. Sobald das passieren w¨¹rde, w¨¹rde Etienne weit weg sein. Neutrale Zugeh?rigkeit hin oder her. Bei der Rolle, welche Autorit?t an dieser Schule bisher eingenommen hatte, wollte sie nicht herausfinden, welche Autorit?t Bianca oder Halil oder Raffael oder sonst wer ¨¹ber sie bekommen w¨¹rde. Bianca und die andere Frau sahen sich kurz an und kicherten dann erneut. Bianca blickte zu ihr, legte ihr die H?nde auf die Schultern, ein Geruch von Orange drang zu ihr durch, gemischt mit Kr?utern...Thymian? Etienne zwang sich, sich nicht anzuspannen. Zum ersten Mal hatte Etienne das Gef¨¹hl, dass ihre Emotion echt war. ?Mach dir nichts draus. Du kannst mich jederzeit um Hilfe fragen, wenn du nicht weiterwei?t. Wei?t du was, weil du so niedlich bist, gebe ich dir einen kostenlosen Ratschlag. Es ist sehr leicht in dieser Klasse, sich in einem Machtkampf zu verlieren. Wenn du schon Schwierigkeiten hast, dem Unterricht zu folgen, solltest du dir ¨¹berlegen, ob du dich nicht eher von diesen Menschen fernhalten solltest.¡° Ihre dunkelgr¨¹nen Augen sahen sie unverwandt an. Sie blinzelte sanft mit ihren langen Wimpern und Etienne musste auf einmal an die Puppe denken, welche sie im Haus von Meta gesehen hatte. Sie hatte so friedlich und unschuldig ausgesehen und war dann zum Angriff ¨¹bergegangen. ?Dabei scheinen alle so furchtbar nett zu sein¡°, meinte Etienne l?chelnd. Die unbekannte Frau hinter Bianca unterdr¨¹ckte ihr Lachen. Hatte Raffael am Vortag nicht noch andere Namen genannt? Etienne erinnerte sich nicht mehr. Biancas Griff auf Etiennes Schultern verst?rkte sich. ?Sie alle k?nnen in dein Gesicht l?cheln, w?hrend sie im Hintergrund deinen Fall planen. Die Konkurrenz hier ist sehr gro?, nicht nur zwischen den Provinzen, sondern auch um die Noten innerhalb der Schule. Immerhin gibt es einem die M?glichkeit, seinen Wert zu steigern. Du kannst ihn nat¨¹rlich auch steigern, wenn du an Macht kommst, wie Raffael es getan hat. Aber das musst du alleine machen. Keiner wird sich um dich k¨¹mmern, wenn du f?llst. Und sie m?gen zwar so tun, als w¨¹rden sie sich sorgen, aber in Wahrheit freuen sie sich. Das haben wir bereits vor einigen Monaten beobachtet. Frag Elias, wie es war, als Raffael ihm in den R¨¹cken gefallen ist.¡° ?Oh nein¡°, sagte Etienne lachend, ?Das w?re zu anma?end von mir.¡° Bianca kicherte erneut und trat zur¨¹ck. Sie t?tschelte Etienne sanft die Wange. ?Immerhin kennst du deinen Platz. Belasse es dabei. Aber falls es dir mal wirklich schlecht gehen sollte, ich werde mir ein Ohr f¨¹r dich offen halten. Du kannst nat¨¹rlich auch zu Raffael gehen. Aber so, wie er mit dem Stein vor deinem Auge wedelt, w¨¹rde ich dir davon abraten. Nimm es ihm aber nicht ¨¹bel. Er verrennt sich manchmal. Das kann man ihm aber verzeihen, immerhin verzeiht er auch unsere kleinen Patzer. Bis bald, Etienne, viel Spa? heute Abend.¡° Mit einem Hauch von Thymian, diesmal eindeutig Thymian, und Orange, gingen sie an ihr vorbei und verschwanden an der Treppe nach unten. Etienne bewegte sich selbst langsam zur Klassent¨¹r und ging erst in ihre Klasse hinein, nachdem sie sich sicher war, dass die beiden weg waren. Sie schloss die T¨¹r hinter sich, atmete tief durch und lie? ihren Schrecken von den Z¨¹geln. Woher wusste Bianca von dem Stein? Wusste sie auch von der Jacke? Andere Frage: Wer hatte ihr davon erz?hlt? Die Liste an Menschen konnte nicht sehr gro? sein und die meisten geh?rten Raffaels Provinz an. Sprachen sie miteinander dar¨¹ber? War ihre Beziehung zueinander, vielleicht mehr durch einen Streit gekennzeichnet, als durch eine offene Feindseligkeit? Erneut schoss ihr Biancas ausdrucksloses L?cheln ins Gesicht, wie ein Warnschild, als w¨¹rde ihr Gehirn sie auf etwas aufmerksam machen wollen, eine Gefahr, welche Etienne bereits kannte, aber noch nicht klar benennen konnte, als w¨¹rde sie durch einen dichten Schleier blicken und die Schemen nur grob erkennen k?nnen. Etienne versuchte, die Anspannung in ihren Schultern zu l?sen und versuchte nachzuvollziehen, weshalb sie sich so bedroht f¨¹hlte. Sie hat sich nicht mal Gilgian gegen¨¹ber so gef¨¹hlt. Dann kam ihr ein weiterer Gedanke. Wenn Bianca von dem Stein wusste, dann wusste sie wahrscheinlich auch von der Vorhersehung. Ein schwerer Seufzer entschl¨¹pfte ihr. Eine Person mehr vom Gegenteil zu ¨¹berzeugen. Heimliche Gefechte: Von Fl眉chen gejagt Etienne sah sich um und war sich nicht sicher, wo sie hinschauen sollte. Das Zimmer war schon immer gro? gewesen, die hellen, braunen und beigen Farben der W?nde und des Bodens zeichneten mit den breiten Fenstern ein helles, offenes Empfinden. Dieses Gef¨¹hl hatte sich jedoch nie zu ihr durchgesetzt. Etienne hatte sich schon vom ersten Moment an unwohl gef¨¹hlt und das lag sicherlich nicht an den ganzen fremden Menschen oder der Tatsache, dass sie sich zu dem Zeitpunkt von Tatinne und Raffael dazu gedr?ngt gef¨¹hlt hatte, hier anzutreten. Als w?re sie im b?sen Willen dazu angestachelt worden, sich freiwillig in eine Schlangengrube zu begeben, in welcher sie den Einfl¨¹ssen anderer ausgesetzt w?re. Oder deren Gefahren und Intrigen, welche in ihre Richtung gesponnen w?ren. Wenn sie w¨¹sste, dass es der Fall w?re, w?re sie dennoch hier aufgetaucht. Etienne dr¨¹ckte sich von der Zimmert¨¹r ab und ging zu ihrem Platz. Mit einem Ruck hielt ihr K?rper inne, noch bevor sie Chance hatte zu verstehen, warum. Sie stand einen Moment vor ihrem Sitzplatz. Neben ihrem Tisch stand der von Anaki. Keinen der Tische sah sie l?nger an, als einen Moment. Das Problem war zu ihren F¨¹?en, der Stuhl, dem sie nie mehr Beachtung geschenkt hatte, als am ersten Tag ihres Auftretens. Die dunkelbraun geschwungenen Linien, welche aus dem dunklen Ebenholz geschnitzt sein mussten, waren einzigartig. Sie schlangen sich um die Stuhlbeine, verzierten die Lehne und sie Seiten des Sitzes. Etienne war bereits am ersten Tag aufgefallen, dass die Linien und Muster ¨¹berall etwas anders waren. Aber es war nicht das, was so ein flaues Gef¨¹hl in ihrem Nacken ausl?ste. Als w?re eine Kralle kurz davor, sie zu umschlie?en. Wie ein Fluchweber, welcher sie aussp?hte und einsch?tzte, am Abw?gen war, wie gut sie f¨¹r die Fl¨¹che geeignet war, welche es zu weben vorhatte. Wie damals, als sie auf der Suche nach einem Djinn gewesen war. Es war jedoch kein Fluchweber hier und der Stuhl sah normal aus, wie die Tage davor auch. Also hockte sie sich hin und legte ihn seitlich auf den Boden. Ihr H?nde kribbelten, als sie das dunkle Holz ber¨¹hrte. An der Unterseite entdeckte sie in schwarzer Farbe ein Viereck abgebildet, welcher so gro? war, wie ihre Handfl?che. In seinem Inneren waren Halbkreise miteinander Verbunden und W?rter der alten Sprache den vier Seiten nach abgebildet. Das Kribbeln wandelte sich in eine G?nsehaut und Etienne zog die Hand zur¨¹ck, als w¨¹rde sie eine Hitze sp¨¹ren, welche ihre Haut versengte, obwohl diese nicht da war. Ein alt bekannter Phantomschmerz. Nicht wissend, wohin mit dieser Hand, legte sie sich diese an den Mund. Das sah auf den ersten Blick nach einem gut verarbeiteter Fluch aus. Und so klein wie die Stadt war und so wenig Ahnung die Leute zu haben schienen, wie Magie funktionierte, empfand sie diese Entdeckung als besonders besorgniserregend. Der Fluch war bei Weitem nicht der komplizierteste, dem sie begegnet war, aber auch nicht unbedingt der bekannteste. Altbekannte Worte und deren Verkn¨¹pfung bildeten eindeutige Absichten des Webers, welche verschleiert wurden durch ablenkende Symbole, Zeichen und Buchstaben. Um sich dessen wirklich sicher zu sein, dass der Fluch das tun wollte, was er wollte, musste sie ihn eindeutiger studieren. Etienne blickte schnell zur Uhr. Es war noch Zeit, bevor andere auftauchen w¨¹rden. Also packte sie schnell etwas Papier aus und zeichnete den Fluch ab. Sie nutzte dies oft als Taktik, um nachzuvollziehen, in welchen Schritten ein Zauber Ebene f¨¹r Ebene gezeichnet werden musste, um zu funktionieren. Besonders bei Fl¨¹chen und Schutzzaubern war es hilfreich, da diese nicht selten irref¨¹hrend gewoben worden sind. Bei diesem hier war das jedoch nicht allzu kompliziert. Es gab eine Kombination an Symbolen, welche im Gesamtmuster keine Wirkung haben konnte. Nachdem sie diese identifiziert hatte, dauerte es nicht lange, bis sie sich ¨¹ber die Symbole, welche den Fluch am Leben hielten, sicher war. Auch ¨¹ber die Absichten des Fluches war sie sich sicherer geworden. Etwas zu f¨¹hlen, was nicht ihr Gef¨¹hl war. Eine tief sitzende Verunsicherung, sollte in ihr ausgel?st werden, ein Gef¨¹hl von Paranoia und Angst. Jemand hatte vor, sie innerlich aus dem Gleichgewicht zu bringen. ¨¹ber die Zeit, in welcher sie an diesem Stuhl sitzen w¨¹rde, w¨¹rde der Fluch immer mehr und mehr Energie von ihr ziehen und sie ihr zur¨¹ckgeben in Form von negativen Gef¨¹hlen. Es war eine Kombination, die ?fters zusammen genutzt wurde. Meistens diente die Ausl?sung von negativen Gef¨¹hlen dazu, dass der Fluch schneller an noch mehr Energie kommen konnte, da der Mensch durch das erschaffene Ungleichgewicht leichter seiner Energie zu berauben war. Vor allem M¨¹digkeit und somit die Kn¨¹pfung an schlechte Tr?ume erm?glichte es, den Menschen leicht zug?nglich f¨¹r den Raub zu machen. Jemand wollte Etienne ihrer Energie berauben und sie in einem Zustand von Verwirrung und Misstrauen und dem abgekoppelten Verst?ndnis von Realit?t zur¨¹cklassen. Direkt leuchteten Biancas dunkelgr¨¹nen Augen aus. Ihr kalter und absch?tzender Blick, welcher hinter dem liebevollen L?cheln lag, hatte in ihr Instinkte geweckt sich zu sch¨¹tzen. Dann wurde Etienne auf einmal eine Sache klar, welche sie so sehr irritiert hatte. Bianca hatte sie angesehen, wie einen Gegenstand. Genauso war es auch bei Raffael gewesen. Eine M?glichkeit, ihren Blick zu interpretieren, jedoch gab es noch viel mehr, was Etienne irritierte. Sie erinnerte Etienne an einem Fluchweber, wenn auch nicht g?nzlich zu einem herangewachsen. Sollte sie doch kein Fluchweber sein, kein normaler Mensch w¨¹rde einfach so einen Fluch an jemanden richten. Erst recht nicht wegen eines Ger¨¹cht, welches jemand anderes in die Welt gesetzt hatte, au?er er war von Anfang an mit einem geringen Ma? an Empathie und Emotionen geboren worden. War das der Grund, weshalb er am Vortag so missmutig schien? Mochte er Biancas Wegs der Fl¨¹che nicht? Sie konnte es sich nicht vorstellen, er schien nicht wie jemand, der zu Fl¨¹chen greifen w¨¹rde. Aber wenn doch, dann h?tte er sie davor warnen m¨¹ssen. Erneut schlich das Misstrauen in ihr hoch. War das vielleicht seine Art, sie unter seine Kontrolle zu bringen? Sie w¨¹rde angegriffen werden und er w¨¹rde ihr helfen, ihre Dankbarkeit ausnutzen?If you come across this story on Amazon, it''s taken without permission from the author. Report it. Ein tiefes Seufzen staute sich in ihrer Brust auf. Um wirklich konkret zu verstehen, was passiert war, wer versucht hatte, sie zu verfluchen und ihre Vermutung, dass es Bianca war, zu best?tigen, musste sie mehr Nachforschungen anstellen. Etienne hatte noch nicht so viele Menschen ver?rgert, dass sie direkt mit Fl¨¹chen in ihre Richtung werfen sollten. Und schon gar nicht so sehr, dass sie am Morgen danach direkt vor der Klassenzimmert¨¹r stehen sollten. Etienne war sich sicher, dass am gestrigen Tag kein Fluch unter ihrem Stuhl war. Aber es gab noch weitere Dinge, die f¨¹r Bianca sprechen konnten. Beispielsweise, dass sie wohlhabend schien. Nicht alle konnten sich die Farbe leisten, welche f¨¹rs Fluchweben notwendig war. Die Farbe f¨¹r Fl¨¹che war teuer. Diese sollte die Eigenschaft haben, so wenig Licht zu reflektieren, wie nur m?glich. Es gab einige sehr gute Farben daf¨¹r, diese waren jedoch ziemlich teuer und musste synthetisch hergestellt werden. Ein einfacher B¨¹rger w¨¹rde sich das nicht einfach so mal leisten k?nnen. Es war unwahrscheinlich, aber wenn, dann w¨¹rde es sicherlich irgendwo eine Aufzeichnung dar¨¹ber geben, wer in Calisteo es sich in welchen Mengen leisten konnte. Ein Grund mehr, wieso wohlhabende Familien immer die eine oder andere Verbindung zu Magie hatten. Also war Bianca ihre beste Vermutung. Oder Bianca und ein weiteres Individuum. Ihre Worte ¨¹ber die Machtk?mpfe klangen erneut in ihrem Kopf auf. Raffael wusste, wer Etienne laut diese dummen Vorhersehung sein sollte, von welcher Etienne mittlerweile glaubte, Tatinne h?tte sie gesprochen, um Etienne zu testen. Das w¨¹rde auch auf andere zutreffen. Jeder, der irgendeine Art an Macht in der Stadt hatte und dies als solche behalten wollte, w¨¹rde Etienne als eine Gefahr betrachten. W¨¹rde Tatinnes Name ausreichen, um sich zu sch¨¹tzen? Zum ersten Mal f¨¹hlte Etienne ihr Herz vor Sorge pochen. Bevor sie sich jedoch weiter ¨¹berlegen w¨¹rde, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte, nahm sie sich ihr Messer, welches sie in die Innenseite ihrer Tasche hinter ein zus?tzlich eingen?htes St¨¹ck Stoff versteckte, und kratzte vorsichtig an einem der Symbole. Dabei blickte sie in die zweite Ebene und die schwarze Farbe der Muster wurde matt, als Etienne eine Verbindung brach. Sie bemerkte, wie die Luft etwas k?lter in der N?he des Symbols wurde und war zufrieden mit ihrer Arbeit. Die K?lte bedeutete, dass der Energiemangel nicht mehr k¨¹nstlich durch die Symbole aufrechterhalten wurde. Stattdessen wurde er schnell durch die Umgebung ausgeglichen, welche ihrer Energie in Form von W?rme beraubt wurde. Der Fluch selber war somit inaktiv, da es nun nichts mehr gab, was einen stetigen Ausgleich brauchte. Etienne bedachte ihre Arbeit. Sie hatte sich M¨¹he gegeben, den Kratzer durch die Farbe so d¨¹nn wie nur m?glich zu halten. Wenn jemand ¨¹berpr¨¹fen w¨¹rde, ob der Fluch noch aktiv war, dann w¨¹rde er ganz genau hinschauen m¨¹ssen. Vielleicht konnte sie das ausnutzen, um die Person anzulocken? Oder sollte sie eher so tun, als w¨¹rde der Zauber Einfluss auf sie aus¨¹ben und zu Bianca gehen, nachdem diese ihr dieses Angebot unterbreitete, sich bei ihr zu melden, sollte es ihr schlecht gehen? Als sie Schritte im Gang vernahm, stellte sie den Stuhl wieder hin und setzte sich vorsichtig darauf. Diesmal gab es keinen Schauder, welcher sie vor der Magie warnte. Sie packte schnell ihr Messer ein, verstaute das Papier in einem Buch und holte die B¨¹cher hervor, welche sie in den n?chsten Stunden brauchen w¨¹rde. Heimliche Gefechte: Verletztes Ego Als die T¨¹r sich ?ffnete, erblickte sie Anaki. Er sah nicht aus, als w¨¹rde es ihm gut gehen, aber besser, als sie ihn das letzte Mal beim Arzt gesehen hatte. ?Guten Morgen¡°, sagte sie l?chelnd zu ihm. Er erwiderte ihr L?cheln und im Vergleich zu Bianca war seines wirklich aufrichtig. Es waren wahrscheinlich die kleinen F?ltchen um die Augen herum und die Art, wie alles aufzuleuchten schien. Der Kontrast zu Bianca fiel ihr umso deutlicher auf und zu wissen, wie unecht ihr Ausdruck gewesen war, versetzte ihr G?nsehaut. ?Guten Morgen, du Schelm.¡° Sie blinzelte und fragte lachend, ?Was? Warum?¡° Auch hinter ihm erklang Gel?chter und Raffael trat hinter ihm in den Raum. Er hatte Anakis Tasche in der Hand. Sie sah abgetragen aus, an den R?ndern war der Stoff ausgefranst. Nach Raffael folgte Keyen, welcher angestrengt g?hnte. Scarlett war nirgendwo zu sehen, was ungew?hnlich schien. ?Wir haben uns gerade dar¨¹ber unterhalten, wie gut du mit O¡¯Donnel zurechtgekommen bist.¡° Sie war sich sicher, sie h?rte Sarkasmus heraus. Raffael sah deutlich besser au, als am Vortag. Es war, als h?tte er seine ganze Energie wieder zur¨¹ckgewonnen und anders als sie schien er wirklich ausgelassen, was sie beunruhigte. Sie w¨¹rde keine Schmerztablette nehmen, diese sorgten daf¨¹r, dass ihr schwummrig wurde und sie wollte sich bei ihm keine Nachl?ssigkeiten erlauben. ?Bekomme ich meine Tasche wieder?¡°, fragte Anaki an Raffael gewandt, welcher ihm diese an den Tisch legte. Anaki setzte sich schwerf?llig auf seinen Tisch. Es war offensichtlich, dass er Schmerzen hatte. Sie waren beide Mitglieder der neutralen Provinz. Wie kam es also, dass ausgerechnet sie beide so angeschlagen waren? Diesmal war es nicht ihre Schuld, das w¨¹rde sie sich nicht ankreiden lassen. ?Ist etwas gebrochen?¡°, fragte Etienne ihn. ?Nein, nur geprellt¡°, erwiderte er, hielt dann inne und sah sie tadelnd an, ?Ich kann es immer noch nicht fassen, dass du das gemacht hast.¡° Etienne l?chelte, als er langsam seine Sachen herausholte und ihr dabei deutlich zu verstehen gab, dass er ihr Handeln nicht guthie?. Es f¨¹hlte sich sonderbar vertraut an. Raffael ging an seinen Platz und warf seine Tasche beinahe schon achtlos auf den Tisch. Keyen folgte ihm, machte es der Tasche gleich und warf sich auf seinen Sitzplatz, legte den Kopf in seine Arme und g?hnte laut. Etienne fragte sich, ob bei ihnen auch Fl¨¹che unter den St¨¹hlen waren. Ob sie auch lauernd vor sich hin pulsierten und nur darauf warteten, ihre Opfer einzuspinnen und zu vergiften, sie langsam zu zersetzen, bis nichts mehr ¨¹brig war, als eine willenlose Substanz, an dessen Energie sie sich laben konnten. Von da, wo sie sa?, konnte sie nichts erkennen, au?er diesen Mustern, welche sich entlang der St¨¹hle nach oben schl?ngelten und dem weichen Polster in Schwarz, auf welchem auch sie sa? und welches bei weitem nicht so bequem war, wie es vom Aussehen her versprach. Instinktiv hob sie den Blick. Raffael bedachte Etienne fragend, hob seine Augenbrauen wie zu einer Aufforderung, ihm zu verraten, was ihre Aufmerksamkeit verlangte. Etienne wandte sich an Anaki. ?K?nnen wir das Thema langsam vergessen. Ich durfte mir das schon ausgiebig anh?ren.¡° Langsam nervte sie die Belehrung. Normalerweise musste sie sich nicht f¨¹r ihre Entscheidungen rechtfertigen.You might be reading a pirated copy. Look for the official release to support the author. Anaki l?chelte schwach und als h?tte er es gesp¨¹rt, wurde sein Ausdruck weicher und der ?rger verschwand. ?Davon habe ich auch schon geh?rt. Was ist der Plan? Wie willst du die Situation l?sen?¡° Etienne warf ihm einen m¨¹rrischen Blick zu und sah dann kurz zu Raffael, ?Wirst du jetzt von ihm ausgenutzt, um mich auszuhorchen?¡° Raffael lachte und drehte sich wieder zu ihnen um, ?Diese Frage interessiert viele Leute. Keine Sorge, ich hetze schon niemanden auf dich.¡° ?Ich werde sp?ter noch mal versuchen, mit ihm zu reden¡°, sagte Anaki und sie h?rte eine Unruhe in seiner Tonlage, welche etwas Schuldbewusstes hatte. Er war die erste Person in dieser Stadt, die wirklich nett zu ihr war und das ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Wenn es nach Etienne ginge, dann waren sie jetzt quitt. Es f¨¹hlte sich dennoch furchtbar an, dass er ihr gegen¨¹ber ein schlechtes Gewissen hatte und sie wollte nicht, dass er noch mehr Stresssituationen ausgesetzt w?re. ?Nicht n?tig¡°, sagte Etienne, bevor er weiter sprechen konnte und sie noch mehr von dieser Unruhe h?ren musste, ?Ich hab mich schon darum gek¨¹mmert.¡° Etienne bereute die Worte, eher sie diese fertig ausgesprochen hatte. Sie merkte aus dem Augenwinkel, wie Raffael sich erneut zu ihnen umdrehte, aber sie weigerte sich, zu ihm zu schauen. Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt, das so schnell zu beichten. Lieber h?tte sie es ihm am Abend gesagt, an welchem sie abgemacht hatte, das Vorgehen zu Halil zu besprechen. ?Was hast du gemacht?¡°, fragte Anaki st?hnend. ?Du tust so, als h?tte ich die Schule in die Luft gejagt¡°, erwiderte sie und konnte nicht verhindern, dass sie sich beleidigt anh?rte. Anaki sah zu Raffael und deutete auf sie, ?Kannst du ihr erkl?ren, dass es eine furchtbare Idee ist, solche Sachen im Alleingang zu machen?¡° Raffael grinste breit und machte sich nicht einmal die M¨¹he, seinen Triumph zu verbergen. ?Sieht du. Den Eindruck eines leichtsinnigen Chaoten machst du nicht nur auf mich.¡° ?Was hast du gemacht?¡°, fragte Anaki noch einmal. Etienne verzog das Gesicht. Die beiden waren f¨¹rchterlich frech. ?Ich hab ihn herausgefordert¡°, sagte sie zu ihm und entschloss sich, dieses Ereignis doch zu teilen. Der Fluch unter ihrem Stuhl hatte ihr gezeigt, dass es vielleicht doch keine allzu gute Sache war, nur als schw?chlich angesehen zu werden. Sie w¨¹rde ihnen nicht erz?hlen, wie dieser Kampf stattgefunden hatte oder ob sie ¨¹berhaupt gek?mpft hatten. Halil w¨¹rde das auch nicht erz?hlen. Sollten die Leute sich selbst was ausdenken. ?Nicht schlecht. Das h?tte ich auch gemacht, wenn ich d¨¹rfte¡°, sagte Keyen. Raffael warf ihm einen kritischen Blick zu, ?Das ist der Grund, weshalb ich immer Scarlett bei dir lasse.¡° ?Ich dachte, ich passe auf sie auf¡°, meinte Keyen verwirrt. Raffael l?chelte warmherzig und schlug ihm auf die Schulter, ?Bitte fordere niemanden heraus. Es reicht schon, dass diese hier das macht.¡° Anaki starrte Etienne unverwandt an, seine Augen wurden gro? vor Sorge. ?Oh Gott. Wann findet es statt?¡°, fragte er und sie sah die Panik in seinem Gesicht. Dann machte er Anstalt aufzustehen, ?Ich rede einfach jetzt mit ihm.¡° Sie packte seinen Arm und zog ihn wieder hinunter, ?Beruhige dich. Ich habe bereits gewonnen. Das Thema ist erledigt.¡° Anaki sah sie ungl?ubig einen Moment still an. ?Niemals¡°, sagte er dann, ?Auf keinen Fall wurde er von dir besiegt.¡° ?Wie lief das ab?¡°, fragte Keyen neugierig und bedachte sie von oben bis unten, ?Du siehst daf¨¹r aber ganz sch?n fit aus.¡° Es f¨¹hlte sich an, als w¨¹rden die Worte in ihre W¨¹rde stechen. Etienne konnte nicht anders, als eine Beleidigung zu h?ren, wo keine war. Vielleicht waren das die Nachwirkungen des Zusammentreffens mit Bianca und ihrer Begleitung. Oder es war ihr angeschlagener Zustand, welcher sie reizbarer machte. Normalerweise w¨¹rde es sie nicht interessieren, aber heute ging es ihr unter die Haut. ?Eigentlich wollte ich dir erz?hlen, was ich gewonnen habe und ich bin mir sicher, du h?ttest dich dar¨¹ber gefreut. Aber nach dieser Aussage werde ich dir gar nichts mehr erz?hlen.¡° Etienne stand auf und ging hinaus. ?Sei nicht sauer¡°, h?rte sie noch Raffael ihr belustigt hinterherrufen und das lie? den ?rger in ihrer Brust noch st?rker auflodern. Wieso f¨¹hlte sich so ihrem Stolz verletzt? Unwissend, wohin sie zun?chst gehen sollte, steuerte sie die Toiletten an, um sich etwas kaltes Wasser ¨¹ber die Handfl?chen laufen zu lassen. Als sie an der Treppe vorbeilief, entdeckte sie Scarlett diese gerade hinauflaufen. Ein Moment herrschte Schweigen zwischen ihnen, bis Scarlett langsam zu l?cheln anfing und es Etienne nicht geheuer war. ?Guten Morgen, Etienne. Wo gehst du hin?¡° Etienne drehte sich auf dem Absatz um. ?In die Klasse.¡° Raffael w¨¹rde Scarlett ihr vom Leib halten. Doch eher sie weit kam, sp¨¹rte sie Scarletts festen Griff an ihrem Handgelenk und unterdr¨¹ckte ein St?hnen, als sie das Ziehen von Scarletts Hand bis in ihre Schulter sp¨¹rte. ?Es ist so sch?n, dich hier zu treffen. Begleite mich doch auf die Toilette. Ich gehe nicht gerne alleine hin. Nicht, dass dort ein schmieriger kleiner Mistkerl mit seiner Kamera auf mich wartet.¡° Sie zog an ihrem Arm und Etienne folgte ihr. Scarletts Wut war so deutlich, dass das l?chelnde Gesicht Etienne einen Schauer ¨¹ber den R¨¹cken laufen lie?. Sie f¨¹hlte sich anders bedrohlich an, nicht so wie Bianca, eher wie Raffael. ?Erz?hle mir doch, was gestern passiert ist¡°, sagte Scarlett, als sie die T¨¹r zufallen lie?. Calisteos Stadtmauer: Ein alter Feind Etienne sa? am Wohnzimmertisch und beobachtete vorsichtig Tatinne, welche immer wieder auf die h¨¹bsch verzierte Uhr an ihrem Arm blickte. Sie war sich sicher, dass Tatinne nicht ebenfalls auf Raffael wartete. Aber sie schien selten so unruhig zu sein. Sie so zu sehen, erf¨¹llte Etienne ebenfalls mit Unruhe. ?Wartest du auf etwas?¡°, fragte Etienne. Catjill lag auf ihrem Scho?. Er war die Abende ¨¹ber sehr anh?nglich gewesen, w?hrend er ihr zeitgleich zu zeigen versuchte, wie froh er war, Etienne f¨¹r den Tag ¨¹ber los zu sein. Sie streichelte seinen Kopf und er blieb ruhig liegen. Als sie ihm gesagt hatte, dass er auch den Abend ¨¹ber allein bleiben w¨¹rde, schien er nicht sehr gl¨¹cklich gewesen zu sein. Aber erstaunlicherweise verstand er sich sehr gut mit Tatinne und hatte dies leichter akzeptiert, als die Tage zuvor. ?Ja¡°, sagte Tatinne und bl?tterte weiter in der Zeitschrift. Es schien ihr nichts auszumachen, dass sie ihre Nervosit?t vor Etienne zeigte. ?Ein Besucher?¡°, fragte Etienne weiter nach. ?So etwas in der Art.¡° Sie gab ihr noch immer nichts, was ihr Einsicht geben w¨¹rde. Etienne lehnte sich zur¨¹ck. Die Titelseite der Zeitung, in welcher Tatinne bl?tterte, hatte eine Stellungnahme von verschiedenen Menschen aus den Provinzen. Etienne kannte sie nicht, aber der Name ?Eldan¡® kam ihr von den Vortagen bekannt vor. Bianca hatte ihn genannt. Eine weitere Person hatte ?Levine¡® als Nachnamen, also ging sie davon aus, dass es ein Verwandter von Elias war. Ihre Gedanken kreisten schon eine Weile um ihn. Er und Meng waren den Tag ¨¹ber absolut nicht zug?nglich gewesen, als w?re eine un¨¹berwindbare Mauer um sie herum aufgebaut. Sie waren in den Pausen, begleitet von ihren Verb¨¹ndeten, verschwunden und genauso war es am Abend gewesen, als sie erneut schnell gegangen waren. Etienne hatte daraufhin beschlossen, Catjill in der n?chsten Woche wieder einzuschalten. Die vergangenen paar Tage ohne seine Pr?senz sollten genug sein, dass seine Magie wieder in den Vordergrund r¨¹cken und die Zeugen seiner Macht sich an die Darbietung kaum erinnern w¨¹rden. So verpflichtet er war, ihr bei der Suche nach den Steinen zu helfen, w¨¹rde sie ihn dazu nutzen, ihr eine Chance zu geben, mit den entsprechenden Menschen in Kontakt zu treten. Wie bei Meta w¨¹rde er ihr die M?glichkeiten erm?glichen und es lag an ihr, sie zu nutzen. Aber unabh?ngig von dem Ganzen, freute Etienne sich auf das Wochenende. Sie w¨¹rde die Zeit nutzen, um sich auszuruhen, die Wunden verheilen zu lassen und sich neu zu sortieren. Sie konnte es kaum erwarten, etwas durchzuatmen. Nun, wo die Pause in Sicht war, sp¨¹rte sie die M¨¹digkeit sich in ihr ausbreiten. Am liebsten w?re sie ins Bett, h?tte den Rest des Tages genutzt, um zu schlafen, sich auszuruhen und ihre Wunden verheilen zu lassen. Stattdessen sa? sie hier, war nervlich und k?rperlich angeschlagen, war m¨¹de und ersch?pft und in ihrem Kopf geisterte es nur um die Fragen, wer sie zu verfluchen versucht hat. Ob sie und Raffael zusammenarbeiteten oder ob jemand anderes Bianca informierte und ob es nur dummes Gerede ihrerseits war oder ob sie wirklich so weit ging, sie zu verfluchen. Als eine tiefe Glocke die Ankunft eines Besuchers ank¨¹ndigte, sprang Tatinne auf und ging hinunter. Etienne blieb sitzen und sah ihr hinterher. Es konnte sich nicht um Raffael handeln, denn dieser w¨¹rde einfach eintreten. Sie war neugierig, was es war, auf das Tatinne wartete. Oder wer. Sie konnte sich aber nicht vorstellen, dass eine Person Tatinne so nerv?s machen w¨¹rde. Etienne blieb jedoch sitzen. Sie wollte noch etwas Kraft sch?pfen, bevor sie in den n?chsten Kampf gehen w¨¹rde. Auch Biancas Worte ¨¹ber Raffael und Elias hingen ihr noch im Kopf und sie war fest entschlossen herauszufinden, was da vorgefallen war und ob sie irgendwas davon als Starthilfe f¨¹r die Suche nach dem n?chsten Stein nutzen konnte. Besonders galt es herauszufinden, ob Raffael oder einer seiner Verb¨¹ndeten Bianca von dem Stein erz?hlt hat. Und wenn ja, dann musste sie herausfinden, ob er auch mit dem Fluch etwas zu tun hat. Dieser war das deutlich gr??ere Problem. Die Hemmschwelle, einen zu nutzen, der deutlich schlimmer war, war nie sonderlich gro?. Etienne musste f¨¹r ihre Sicherheit herausfinden, wer alles an ihm beteiligt war. Schon wieder kreisten ihre Gedanken darum. Stunde f¨¹r Stunde, Frage f¨¹r Frage. Es zeigte ihr, wie m¨¹de sie eigentlich war. Die Pause am n?chsten Tag w¨¹rde ihr helfen. Als sie Schritte vernahm, welche die Treppe nach oben gingen, war sie ¨¹berrascht, Raffael zu sehen. Er sah neugierig zu ihr, ?Was geht hier vor sich?¡° Sie unterdr¨¹ckte den Impuls, mit den Schultern zu zucken. Die Schmerzmittel hatten schon lange nachgelassen. Er hatte etwas Unschuldiges an seinem Auftreten, wie er in der K¨¹che stand und neugierig zur¨¹ck zu der Treppe blickte. Doch schlagartig dachte sie wieder an den ersten Tag in Calisteo und Wut auf sich selbst stieg in ihr auf. Sie durfte ihn nicht untersch?tzen, nur weil er sich in den Tagen danach als hilfsbereit und entgegenkommend gezeigt hat. Erst recht jetzt nicht, wo er wom?glich mitunter daf¨¹r verantwortlich war, ihr einen Fluch an den Kopf zu werfen. Fluchweber¡­ oh Etienne kannte sie nur zu gut. Verlogen und hinterh?ltig, immer dabei, die Wahrheit und die L¨¹ge zu einer neuen Realit?t zu verdrehen. Raffael in der K¨¹che zu sehen, an dem Ort, wo er sie reingelegt hatte, lie? sie daran zweifeln, ob sie ihn gut genug einsch?tzen k?nnte. Was, wenn sie erneut auf ihn hereinfiel, sich in Sicherheit wog und er lenkte sie nur ab, damit jemand anderes ihren Geist angreifen konnte? Er schien nicht jemand zu sein, der das tun w¨¹rde, aber genau hier lag das Problem. Fluchweber oder ihre Anh?nger, die Compagnons, schienen nie so zu sein. ?Ich habe keine Ahnung¡°, antwortete sie ihm wahrheitsgem?? und betrachtete seine Erscheinung. Sie wollte schauen, ob sie an ihm Waffen ausmachen k?nnte, oder irgendetwas anderes, irgendwas, was ihr Aufschluss geben k?nnte. Doch sobald ihr Blick auf seinen Pullover fiel, welcher durch seine offene Jacke zu sehen war, wurde sie abgelenkt. Sie konnte nicht g?nzlich lesen, was da stand. Aber eine Beleidigung war auf alle F?lle eingestrickt, so viel wusste sie. Etienne hatte keine Ahnung von Kleidung, auch wenn es sie manchmal interessierte, wie Menschen dazu kamen, bestimmte Muster und Motive zu kreieren, welche andere so sehr liebten, dass sie bereit waren, ihren ganzen Kleiderschrank damit zu f¨¹llen. Sie wusste, dass Tatinne mit ihrer Kleidung Schlachten austragen konnte und in jeder sozialen Interaktion ihr Aussehen zu nutzen wusste, um das zu bekommen, was sie wollte. Etienne wusste, dass Kleidung in sozialen Kreisen immer eine taktische ¨¹berlegung war. Sie wurde jedoch nicht in diesem Bereich ausgebildet, also blieb ihr nur ihre Neugierde, f¨¹r die sie nie Zeit hatte, sie zu befriedigen.You could be reading stolen content. Head to Royal Road for the genuine story. Doch diese Beleidigung, die sie an Raffaels Pullover ausmachen konnte, irritierte sie. Sie starrte es einen Moment an, versuchte nachzuvollziehen, ob es an sie gerichtet war oder ob das Ende des ersten Wortes, dessen Gro?teil durch seine Jacke verdeckt wurde, eher darauf deutete, dass sie gegen ihn gerichtet war. Dann wanderte ihr Blick hoch und sie sah sein ger?tetes Gesicht. Es war ihm sichtlich unangenehm, doch er wandte den Blick nicht ab, was sie noch mehr irritierte. Es musste doch irgendetwas geben, was ihn dazu verleiten w¨¹rde, wegzuschauen. Scham schien es nicht zu sein. Vielleicht sollte sie es mit Einsch¨¹chterung versuchen? ?Scarlett hat das besorgt¡°, sagte er, seine Stimme rau vor Scham. ?Ich urteile nicht¡°, erwiderte sie schnell und meinte es auch so. Es war also gegen ihn gerichtet. Es war nur verwirrend, weil es nicht zu ihrem Bild von ihm passte. ?Sie meinte, es sieht gut an mir aus. Dann ist sie losgegangen und hat sich genau dasselbe Ding besorgt¡°, erz?hlte er weiter, ?Aber sie tr?gt es nicht. Ich glaube, sie wartet nur darauf, es mir zu geben, sollte ich das hier loswerden und behaupten, es w?re besch?digt oder so. Das macht sie immer, wenn sie sauer auf mich ist. Was sie heute im besonderen Ma?e war, nachdem du ihr alles gepetzt hast. Wei?t du, wie unm?glich es ist, sich nicht von ihr einkleiden zu lassen, wenn sie es fest vorhat?¡° Hinter ihm kam Tatinne wieder zum Vorschein. Etienne h?rte in der unteren Etage Gerumpel und ?chzende Stimmen. ?Guten Abend, Raffael¡°, sagte Tatinne desinteressiert, ?ich habe gar keinen Brief von dir bekommen.¡° Raffael gab ein entt?uschtes Ger?usch von sich, von dem Etienne sich sicher war, dass es gespielt war. ?Das tut mir so leid. Ich bin sicher, du konntest es kaum erwarten, von mir zu h?ren, aber irgendwie hatte ich da so eine Ahnung, dass ich meine Zeit verschwenden w¨¹rde.¡° Etienne bedachte Tatinne vorsichtig, w?hrend die Frau die Augen verdrehte. Sie sah dann zu Etienne, ?Ich hab dir etwas besorgt, was dir sicherlich gefallen wird. Es wird gerade unten hineingetragen.¡° Misstrauen schlich in Etienne hoch und sie fragte sich, was ihre Tante nun f¨¹r sie ausgebr¨¹tet hatte. Raffael blickte neugierig zwischen ihr und Tatinne. ?Und was genau ist es?¡°, fragte Etienne. ?Schau auf dem Weg nach drau?en.¡° Dann wandte Tatinne sich ab und ging in ihr Zimmer. Catjill flog ihr still hinterher. Das verunsicherte Etienne. Es war, als w¨¹rde Tatinne auf Abstand gehen und Etienne wurde klar, was auch immer da unten auf sie wartete, sie w¨¹rde es nicht m?gen. ?Sollen wir?¡°, fragte Raffael und sah sie erwartungsvoll an. Sie wappnete sich innerlich und hoffte, dass, selbst wenn sie an diesem Abend keine n¨¹tzlichen Informationen von ihm bekommen sollte, die Jacke es wenigstens Wert war. Sie musste auch daf¨¹r sorgen, dass er ihr die alte wiedergab. Etienne war einfach noch nicht bereit, sie zu verlieren. Etienne stand auf und unterdr¨¹ckte es, das Gesicht zu verziehen. Sie hatte so lange gesessen, dass ihre Schulter sich wieder versteift hatte. Aber etwas Bewegung w¨¹rde guttun. Etienne deutet ihm, vorzugehen und zog etwas m¨¹hevoll Tatinnes Jacke an, als sie ihm nach unten folgte. Dann h?rte sie sein Pfeifen, als er anerkennend in die Ecke blickte. Etienne folgte seinem Blick und entdeckte ein Klavier, welches von den M?nnern in der hinteren Ecke des gro?en Raumes aufgestellt wurde. Ihr schien das Blut zu gefrieren, als sie es sah. ?Tatinne!¡°, rief sie beschwerend nach oben und biss sich dann auf die Lippe. Sie war kein Kleinkind mehr, nicht, dass sie sich in dem Alter je nach jemandem zu schreien erlaubt hatte. Die Stimme ihrer Tante drang zu ihr nach unten, ?Stell dich nicht so an! Du warst fabelhaft vor ¡­ zw?lf Jahren? Das wird lustig!¡° Etienne wandte sich w¨¹tend ab und sah wieder zu diesem verfluchten Ger?t. Sie w¨¹rde es nicht mal mit Handschuhen anfassen. Oder sich an den Hocker setzen. Oder¡­ sp?ter. Raffael war hier. Darum musste sie sich sp?ter k¨¹mmern. Auch wenn das Bild dieses Klaviers sich nun ihrem Kopf eingespeichert hat, wie eine unangenehme Erinnerung, welche ihr h?hnisch entgegenl?chelte. Ihr Blick fiel auf Raffael, welcher belustigt schien. Er machte Anstalt etwas zu sagen, doch bevor es dazu kam, ¨¹berwand sie den Abstand zwischen ihnen und sah bedrohlich zu ihm herauf, ?Wenn du es wagst, das in irgendeiner Art und Weise zum Thema zu machen, werde ich daf¨¹r sorgen, dass das der schlimmste Abend ist, den du je erlebt hast.¡° Er hob beschwichtigend die Arme, grinste jedoch noch mehr. ?Ich schweige hierzu.¡° Sie bedachte ihn noch einmal warnendend und ging dann hinaus. Verflucht sei ihre Tante. Etienne wusste nicht, was sie vorhatte, aber nichts w¨¹rde sie dazu bewegen, freiwillig dieses Ding anzufassen. Tatinne musste das wissen, ansonsten h?tte sie sich nicht in ihrem Zimmer versteckt, als Etienne es gesehen hatte. Aber das erkl?rte nun auch, wieso sie so nerv?s gewesen war. Tatinne liebte das Klavier, sie fasste es nur aus anderen Gr¨¹nden nicht mehr an. Calisteos Stadtmauer: Geschichten Als sie am Eingangstor zu Tatinnes Haus ankam, drehte sie sich nach Raffael um. Sie wusste nicht, wo es hingehen sollte. Er kam ihr hinterher und zog die Kapuze seiner Jacke ¨¹ber den Kopf. Dann bedachte er den Ring an seinem Finger. Dieser schien ?hnlich dem Anderen zu sein, die sie bisher bei ihm gesehen hatte, doch die Magie, die sie von ihm versp¨¹rte, f¨¹hlte sich etwas anders an. ?Wohin gehen wir?¡°, fragte sie ihn misstrauisch. Etienne konnte ihren Kopf nicht abschalten. Zu sehr war sie noch davon verst?rt, wie der Fluch im Klassenzimmer auf sie gewartet hat und inwieweit die zu vermutende Person, die den Fluch gezeichnet hat, mit Raffael zusammenarbeitete. Vielleicht war es nur Zufall, dass Bianca Dinge wusste und dass Raffael die naheliegendste Person war, welche ihr von diesen Dingen erz?hlen konnte. Aber unter diesen Umst?nden durfte sie so etwas nicht als Zufall abtun. Raffael sah zu ihr auf. ?In die Stadt.¡° ?Und wof¨¹r brauchst du das?¡°, fragte sie und deutete auf den Ring. Er sah kurz zu diesem und dann wieder zu ihr, ?Der ist nur f¨¹r etwas Privatsph?re da. Was glaubst du denn, wof¨¹r ich ihn brauche?¡° Sie gab ein gleichg¨¹ltiges Ger?usch von sich und trat auf die Hauptstra?e, weg von der Abbiegung, welche zur Schule f¨¹hren sollte. Raffael war in letzter Zeit dazu ¨¹bergegangen, ihr Fragen zu stellen und dabei so zu tun, als w¨¹rde sie ganz genau wissen, worum es ging. Sie wusste, dass er damit eine Antwort aus ihr herauslocken wollte und ihr somit die M?glichkeit nicht gab, so zu tun, als w¨¹rde sie keine Ahnung haben. Etienne hatte nur noch nicht entschieden, ob sie dennoch so tun sollte oder ob sie ihm einfach keine Antwort geben sollte. Die Magie des Ringes, zumindest den Mustern nach, welche sie durch ihren kurzen Blick in den zweiten Raum erhascht hatte, w¨¹rde der Ring ?hnlich funktionieren wie die Magie ihres Djinns. Wie eine Tarnung, welche ihn davor sch¨¹tzen sollte, erkannt zu werden. So ihre Vermutung. Was sie aber sicher wusste, war, dass auch dieses Artefakt sehr teuer sein musste. Er musste jemanden haben, der sie ihm herstellte. Und es w¨¹rde sich lohnen herauszufinden, wer das war und von dort aus weiter zu schauen, ob diese Person sich nur den Artefakten widmete oder ob sie noch andere Webk¨¹nste der Magie beherrschte. Vielleicht Fl¨¹che? Ein Schauer ging ihr durch den K?rper. Die kalte Luft des Tages gab ihr ebenfalls kein Gef¨¹hl von Sicherheit und Geborgenheit, genauso grau wie ihre Gedanken. ?Woher hast du sie?¡°, fragte sie Raffael in einem schwachen Versuch, Antworten zu bekommen. Sein Lachen erklang hinter ihr und mischte sich mit dem pfeifenden Wind, welcher entlang der Hauptstra?e ihnen entgegenwehte. ?Sicherlich glaubst du nicht, dass ich das beantworte?¡° ?Nein, das tue ich nicht.¡° Vielleicht sollte sie Tatinne fragen? Sie wollte ihre Tante aber nicht zu unn?tig in das Ganze hineinziehen. Er zog an der Jacke, die Tatinne ihr gegeben hatte. ?Hier lang.¡° ?Wann bekomme ich meine Jacke wieder?¡°, fragte sie. ?Frierst du?¡°, fragte er zur¨¹ck. ?Noch nicht.¡° Ein pr¨¹fender Blick seinerseits und Etienne unterdr¨¹ckte es, sich unwohl zu winden. Er hatte bisher noch nicht darauf geachtet, doch nun hatte sie ihn darauf aufmerksam gemacht. ?Die sieht nicht aus, als w?re sie f¨¹r diese Jahreszeit.¡° ?Tatinne ist der Meinung, dass sie gut ist.¡° ?In welchem Sinne?¡°, fragte er zur¨¹ck. Sie verzog das Gesicht, weil er ihre ausweichende Antwort nicht akzeptierte und ignorierte seine Frage. Immerhin dr?ngte er sie nicht zu einer Antwort. Als sie durch die Stra?en gingen, stellte Etienne fest, dass hier viel gebaut wurde. H?lzerne St?nde wurden entlang der Seite des Flusses aufgebaut. Sie wurden mit Planen bedeckt. Wahrscheinlich endete der Tag auch f¨¹r diese Menschen und sie bereiteten sich auf den Heimweg vor. Es gab keine Blumen mehr entlang der steinernen Z?une, welche den Weg vom Kanal trennten. In wenigen Tagen haben der Herbst und der anbrechende Winter die letzten Reste des Sommers weggefegt. Gold, Gr¨¹n und Orange waren gewichen dem Silber und dem Braun. An manchen Stellen konnte sie ansetzenden Frost erkennen, welcher in seiner eigenen nat¨¹rlichen Form von Magie Muster zeichnete. Aber das Wasser strahlte noch immer so blau, wie sie es das letzte Mal gesehen hatte, als sie mit Tatinne die vollen Stra?en entlang spaziert war. Es strahlte unter den letzten Sonnenstrahlen, brachte etwas Farbe in die Stadt, wie eine Verhei?ung auf etwas Sch?nes und Warmes. ?Wenn wir uns jetzt beeilen, kommen wir vielleicht noch p¨¹nktlich an¡°, sagte Raffael und beschleunigte seinen Schritt. Die Sonne war schon dabei, am Horizont zu versinken. Es w¨¹rde noch vielleicht eine halbe Stunde hell bleiben und Etienne war sich nicht sicher, ob sie wirklich mit ihm irgendwohin gehen wollte, w?hrend er einen Ring anhatte, welcher seine Person verbarg und es bald dunkel auf den Stra?en Calisteos wurde. Auch wenn ihr die Dunkelheit deutlich lieber war als die Helligkeit. Es wurde durch das Radio durchgesagt, dass erneut Regen in der Nacht die Stadt treffen sollte, was wohl gar nicht so ungew?hnlich f¨¹r diese Gegend war. Vor allem ¨¹ber das Meer wurden viele Wolken ¨¹ber Calisteo geweht. Etienne hoffte nur, bis dahin besser ausger¨¹stet zu sein, egal, was kommen sollte. ?Hoffentlich zu meiner Jacke, weil es bald regnet und du sicherlich nicht willst, dass ich im Regen stehe¡°, meinte sie, hoffte, dass er ihr etwas mehr erz?hlen w¨¹rde. Raffael grinste unter seiner Kapuze zu ihr zur¨¹ck und machte keine Anstalt, viel von sich zu geben. ?Keine Sorge, ich habe das gut verplant.¡° Auf einmal fuhr seine Hand nach oben und er zeigte auf ein altes Geb?ude inmitten eines Platzes, an welchem sie vorbeiliefen. ?Das war einst das Hauptgeb?ude der Stadtgr¨¹nder.¡° ?Ah wirklich?¡°, fragte sie ¨¹berrumpelt. Er fing an, weiterzuerz?hlen, beinahe schon zu ¨¹berschw?nglich. Die Geschichte handelte davon, wie es neben dem heutigen Schulgeb?ude das Erste war, was nicht aus den ¨¹berresten der alten Welt gebaut wurde. Die Stadtgr¨¹nder haben die Umgebung gesichert. Es waren m?chtige Menschen gewesen, welche Stabilit?t in die Region gebracht haben. Stabilit?t hat zur Folge gehabt, dass Ressourcen in weitreichenden Gebieten abgebaut werden konnten. So haben die Menschen angefangen, Prozesse f¨¹r den Abbau von Kalkstein zu entwickeln und Zement hergestellt, welcher f¨¹r einige Geb?ude genutzt wurde, zu denen auch das Geb?ude geh?rte, auf welches er gedeutet hatte. Da auch wei?er Ton gefunden wurde, wurden die Geb?ude haupts?chlich aus Ziegelsteinen gebaut, viele Stra?en in der Hauptstadt aus Zement und weiterer Kalkstein wurde f¨¹r Fenster verwendet. Das, was den Menschen aber immer gefehlt hat, war ein Zugang zu weiteren Metallen, wie Eisen, Kupfer und Zinn, oder auch zu Ressourcen wie Kohle. Viele Mineralien wurden in etwas weiter entfernten Gebieten vermutet. Zugeh?rige Minen der Alten Welt waren hierzu auch schon bekannt. Etiennes Gedanken waren hier zu der Karte zur¨¹ckgewandert, welche sie in Metas altem Haus gesehen hatte. Raffael erz?hlte ihr w?hrenddessen weiter, dass diese Gebiete nicht befreit werden konnten, da teilweise eine Entfernung von ¨¹ber zwei Tagen zur¨¹ckgelegt werden musste und an eine Stadt der Alten Welt angrenzte. Somit wurde dieses Vorhaben immer weiter und weiter nach hinten verschoben, bis die internen Konflikte der Stadt es g?nzlich in Vergessenheit geraten lie?en. Heute holte sich Calisteo die notwendigen Ressourcen gr??tenteils ¨¹ber Handel, was teilweise auf viele Probleme aufgrund der Entfernung zu den n?chstgelegenen St?dten stie?. Nicht zuletzt, weil die W¨¹ste Rhina, welche es zu ¨¹berqueren galt, um Calisteo zu erreichen, viele Gefahren barg. Aber Eisenoxide wurden fr¨¹her in gro?en Mengen gegen Glas getauscht. Diese Verbindungen wurden anschlie?end als Farbpigmente genutzt, weswegen die Geb?ude nicht wei? waren, wie der Ton, den sie aus der Gegend gewonnen haben, sondern haupts?chlich rot-orange, manchmal sogar in ganz anderen Farben. Die Produktion von Eisen hatte sich bei ihnen jedoch nie eingestellt. Alles an Metallen, was sie in Calisteo hatten, mussten sie einkaufen. Der Aufbau von manchen Maschinen, wie denen, die sie zum Farmen in seiner Provinz nutzten, wurde erst ¨¹ber Jahre hinweg aufgebaut.If you spot this narrative on Amazon, know that it has been stolen. Report the violation. Er h?rte nicht auf zu sprechen, w?hrend sie ihm durch die Stra?en folgte und still zuh?rte. Sie wollte Fragen stellen, denn das Vorgehen seiner Welt h?rte sich teilweise so anders von dem an, als was sie kennengelernt hatte. Beinahe schon, als h?tten die Menschen hier alles mit Hand gebaut und nicht mit Magie, wie es ¨¹blich der Fall war. Sicherlich mussten sie doch wenigstens die Stadtmauer und die darin eingelassenen drei Geb?ude mithilfe von Magie gestaltet haben? Am Rand merkte Etienne, dass die zun?chst vollen Stra?en leerer und leerer wurden, desto weiter sie sich von dem inneren Bereich der Stadt entfernten. Bis ihr auf einen Schlag auffiel, dass sie nicht mehr im neutralen Bezirk sein konnten. Sie schreckte aus dem Zuh?ren auf. ?Wohin gehen wir?¡°, fragte sie ihn misstrauisch, w?hrend sie ¨¹ber die gro?e, breite Br¨¹cke gingen. Die hohen W?nde der inneren Stadtmauer erhoben sich langsam ¨¹ber ihnen und lie?en sie im kalten Schatten laufen. Hier f¨¹hlte sich der Wind besonders unangenehm an, das schon eine Weile, doch sie hatte es nicht gemerkt, zu sehr war sie konzentriert darauf gewesen, seine Stimme durch den Wind zu h?ren. ?Da hoch¡°, sagte er und zeigte auf einen kleinen Turm, einen von vielen, die in einem regelm??igen Abstand an der Wehrmauer entlanggingen. Kaum hatte er ihre Aufmerksamkeit auf die Mauer gelenkt, erz?hlte er weiter, wie auch alle H?user der Provinzherrscher ein Teil dieser Mauer waren. Der zweite Schutz, der anfiel, sollte Calisteo angegriffen werden. So haben es die Stadtgr¨¹nder geplant und auch wenn es von den Herrschern nach ihnen nicht immer gew¨¹rdigt wurde, blieben die m?chtigen H?user immer ein kaum zu ¨¹berwindbarer Teil der Mauer. Sie waren verbunden ¨¹ber den Wehrgang und deckten jeden Weg ab, der von au?erhalb zu Calisteo f¨¹hrte. Mittlerweile wurden die Wehrg?nge streng kontrolliert, um m?gliche ¨¹berf?lle auf Provinzherrscher zu unterbinden. Diese innere Mauer war zum Schutz der dicht besiedelten Wohngegend gedacht. Sie war deutlich h?her als die ?u?ere, welche kaum genutzt wurde, geschweige denn gewartet. Heutzutage diente sie mehr dazu, den bewohnten Teil von Calisteo zu markieren. ?Was sollen wir da oben?¡°, fragte sie und konnte nicht anders, als sich jammernd anzuh?ren. Er lachte laut und deutete dann auf ein Haus am Ende der Stra?e, ?Vorher gehen wir dort vorbei.¡° Das Haus sah nach nichts Besonderem aus. Die Wandfarbe war teilweise abgebl?ttert. Die Fassade sah an manchen Stellen etwas schwarz aus. Etienne sah sich misstrauisch um. Sie waren wahrscheinlich eine halbe Stunde gelaufen. Der neutrale Bezirk war nicht sehr gro?. Nun waren sie in der N?he der zweiten Mauer und im Raffaels Bezirk. Es war nicht ungew?hnlich, dass sie hier gelandet waren. Aber sie rechnete dennoch damit, dass seine Untergebenen sie zu ¨¹berw?ltigen versuchen w¨¹rden. Deswegen hatte ihren Djinn zu Hause gelassen. Wenn das passieren w¨¹rde, dann w¨¹rde sie sich darum k¨¹mmern und der kleine Kater w¨¹rde au?erhalb eines m?glichen Einflusses von ihm bleiben. Sie konnte es nicht riskieren, den Djinn an Raffael zu verlieren und bevor sie ihm diesen Gedanken geben w¨¹rde, w¨¹rde sie den Djinn m?glichst aus seinem Blickfeld halten. Sie traten zu dem Haus. Die Lichter schienen ausgeschaltet zu sein und Etienne stellte sich auf einmal die Frage, ob auch dieses Haus von Elektrizit?t bedient wurde oder von Lichtkugeln, welche nur etwas Energie ben?tigten, um stundenlang zu leuchten. Sie waren nicht leicht herzustellen, aber Elektrizit?t doch auch nicht? Tatinnes Haus war mit letzterem bedient, genauso wie die Schule und die steinernen Laternen, welche entlang der Stra?en aufgestellt waren. Raffaels abruptes, lautes Klopfen an der T¨¹r erschreckte sie. Es gab Menschen, die an ihnen vorbeiliefen. Niemand schien besorgniserregend zu sein. ?Warte hier¡°, sagte er zu ihr. Dann klopfte er erneut sehr stark und nach einem kurzen Moment h?rte Etienne Ger¨¹mpel und lautes Fluchen aus dem kleinen Haus. Die T¨¹r wurde aufgerissen und ein ?lterer Mann trat ihm entgegen. ?Aus welchem Grund nervst du mich schon wieder?¡°, fragte er in einer barschen Stimme. Raffaels Stimme war fest und eindringlich, wenn auch noch immer mit dem belustigten Unterton, der ihn stetig begleitete, ?Guten Abend. Ich hab dich auch vermisst. Lass uns nicht allzu lange hier aufhalten.¡° Er trat hinein und die T¨¹r fiel zu. Etienne blieb drau?en stehen und sah sich um, w?hrend sie im Haus die Stimmen vernahm. Der Mann war nicht gl¨¹cklich ¨¹ber den Besuch und seine barsche Art, mit Raffael umzugehen, ¨¹berraschte sie. Sie lehnte sich in den Schatten der Wand. Die Steine f¨¹hlten sich kalt durch Tatinnes Jacke an und es war beinahe schon erleichternd gegen den Schmerz in der Schulter. Bis die K?lte unangenehm wurde und ihre Muskeln sich wieder anspannten. Die Wand war bewachsen mit Flechten und die R?te des Ziegels, gemischt mit den dunklen Stellen, gaben mit dem Gr¨¹n der Pflanzen einen fast schon verwunschenen Eindruck. Es roch nach nassem Stein, was wahrscheinlich auf das leichte Nieseln am Mittag zur¨¹ckzuf¨¹hren war. Der Geruch vermischte sich mit dem von feuchtem Staub unter ihren F¨¹?en. F¨¹r einen kurzen Moment war es friedlich und Etienne w¨¹nschte sich, sie k?nnte wieder durch die Berge reisen, das nasse Gras riechen, die Stille des Waldes h?ren und den Ausblick genie?en. Die T¨¹r wurde wieder ge?ffnet und Raffael trat hinaus. Er sah etwas genervt aus und verzog kurz das Gesicht, als die T¨¹r fest hinter ihm ins Schloss fiel. Der laute Knall hallte durch die Stra?e. ?Und das ist der Grund, weshalb dich keiner besucht!¡°, rief er zu ihm durch. ?Ha!¡°, h?rte sie von der anderen Seite und dann Schritte, welche sich entfernten. Unsicher, was sie aus dieser Beobachtung machen sollte, wartete sie ab, bis er sich wieder an sie wandte. ?Auf gehts, Beeilung!¡°, sagte er und sie beeilte sich, ihm hinterherzukommen, als er schnellen Schrittes losging. Eine gro?e Tasche lag in seiner Hand und Etienne wollte ihn fragen, wie Calisteo es mit den Stoffen machte, hielt ihre Neugierde jedoch zur¨¹ck. Es waren nicht die Fragen, mit denen sie sich jetzt besch?ftigen sollte. ?Ich dachte, du h?ttest gesagt, es g?be Wachen an der Mauer¡°, meinte sie, als sie ihn aufholte. ?Die gibt es, aber wir sind an dieser schon vorbei¡°, sagte er. ?Wirklich?¡°, fragte sie ¨¹berrascht und rief sich die letzten Momente in den Kopf, ?Der Mann im Haus?¡° Er grinste sie an und holte dann einen Schl¨¹ssel aus seiner Jackentasche hervor, ?Nat¨¹rlich kann ich dir das nicht beantworten. Ich muss meine Menschen sch¨¹tzen. So ?tzend manche von denen auch sind.¡° ?Was wollen wir dort oben?¡°, fragte sie weiter. Diese Frage konnte er ihr beantworten. ?Du hattest noch nicht die Chance, viel von der Stadt zu sehen¡°, sagte er, w?hrend er den Schl¨¹ssel in das Schloss einer T¨¹r neben einem Gittertor steckte und ihn drehte, ?Also werde ich dir eine kleine Einf¨¹hrung geben.¡° ?Es gibt nicht wirklich etwas, was mich interessiert¡°, sagte sie und folgte ihm durch die T¨¹r. War das sein Plan? Ihr etwas zu erz?hlen und davon auszugehen, dass sie die Stadt schlagartig gut genug m?gen w¨¹rde, um in ihr zu leben? Nicht, dass es nicht interessant war, aber doch war es auch nicht Grund genug, sesshaft zu werden. Dennoch gab es eine Sache, die sie hierbei wirklich reizte. Das war die H?he der Mauer und der Ausblick, welcher sich ihr dabei bieten w¨¹rde. Etienne wusste nicht, wann sie das letzte Mal so weit oben war, um die Weite der Welt sehen zu k?nnen. Im Chateau der la Fortune hatte sie nicht die Zeit dazu gehabt. Raffael verschwand beinahe in der allumfassenden Dunkelheit, als er durch die T¨¹r trat und z?gernd folgte sie ihm.