《Interdimensional 2 - Der Prozess [German]》
Kapitel Hermes
Kapitel Hermes
7. Maimakterion Ol. 701,2, Sizilien
?Hallo? Irgendwer zuhause?¡° Ich trat in die dunkle, verrauchte Werkstatt ein. Ach ja, typisch Hephaistos, ¨¹berall standen seine Projekte rum, seine Werkzeuge waren auf seinen Tischen verteilt, von ¨¹berall blinkten mir irgendwelche Signalleuchten von Ger?ten entgegen, die selten Still standen und deren Aufgabe ich wohl f¨¹r immer nur bruchst¨¹ckhaft verstehen w¨¹rde, und der restliche Platz war mit Kisten vollgestellt. ?Hermes!¡° Aus einer Ecke stapfte Hepheistos auf mich zu, mit einem gro?en Paket in den H?nden. ?Hier, das ist die Lieferung f¨¹r Dr. Arkanov.¡° ?Verdammt, ist das schwer¡®, dachte ich mir, als ich die Kiste an mich nahm. ?Danke, ich soll dir ¨¹brigens von Zeus ausrichten, dass ihm seine Blitze wieder ausgehen.¡° Hephaistos rollte mit den dunklen Augen, (zumindest glaubte ich, dass sie dunkel waren, man sah in ja so selten bei Tageslicht), w?hrend er wieder in einer seiner Schubladen w¨¹hlte. ?Ich sage ihm jedes Mal er soll vorsichtiger damit sein, dann gehen sie nicht so schnell kaputt, aber er h?rt ja nie auf mich¡°, grummelte er in seinen Bart hinein. Dann zog er eine Kette aus seiner Schublade und sein Ausdruck wurde schlagartig weicher, als er sie in eine Schachtel legte und auf das Paket f¨¹r seinen irdischen Kumpel legte. ?W¨¹rdest du das noch f¨¹r Agilaia mitnehmen?¡° ?Mach ich¡°, erwiderte ich mit einem L?cheln. Ich freute mich, dass er jetzt mit ihr zusammen war, nicht zuletzt weil ich und die anderen dann endg¨¹ltig mit Aphrodite freie Bahn hatten. ?Ich mach mich dann auf den Weg.¡° Mit diesen Worten verlie? ich seine Arbeitsst?tte unter dem ?tna und startete den Reisedimensionsshifter in meinem linken Schuh, den er mir k¨¹rzlich noch geupgradet hatte. Jetzt hatte er nicht nur eine h?here Maximalgeschwindigkeit, ich konnte auch meine Dekofl¨¹gel in RGB leuchten lassen. Sofort war ich schon mit einem Bein im Subraum und lie? mich wie ¨¹blich einfach vollst?ndig einsinken. Hier kannte ich mich aus, also fand ich mich trotz des atomaren Flackerns, wegen dem ich kaum etwas sah und mir meinen weg ertasten musste, gut zurecht. Ich sp¨¹rte die ziemlich undefinierbare Konsistenz des Subraums auf meiner Haut, irgendwie luftig aber auch seltsam fl¨¹ssig. Aber es war nunmal die beste M?glichkeit, in einer Welt voranzukommen, da er eine fabelhafte Abk¨¹rzung bot, und viel angenehmer als dieses st?ndige Ger¨¹ttel, dass man erlebt, wenn man zwischen den Welten reist und wieder irgendwelche komplizierteren Konzepte der Quantenphysik umgehen musste. Ich tastete mich an den W?nden des Subraums entlang, um die richtige Stelle f¨¹r den Duchbruch an die Oberfl?che zu finden. ?Hey!¡°, h?rte ich auf einmal eine mir vertraute Stimme. ?Na, Loki, du alter Verbrecher¡°, erwiderte ich, ?Wie gehts dir?¡° Ich begr¨¹?te ihn mit unserem ¨¹blichen Handschlag. ?Ach, bis auf die Zwerge, die mich immer noch tot sehen wollen, l?ufts eigentlich.¡° Loki hatte wohl mal wieder mit seinen Sp??en ¨¹bertrieben. Auch wenn wir ab und an mal zusammen irgendeinen Mist anstellten und uns teilweise totlachten, wie zum Beispiel die Sache mit Apollons Rindern, ging er meiner Meinung nach manchmal zu weit. ?Nice, hat sich Frigg denn wieder abgeregt?¡° ?Naja, so halb. Was ich eigentlich fragen wollte, ihr Olympier hattet ja diesen Fall mit dem Professor mit der Zeitmaschine, der jetzt bei uns in Asgard vor Gericht soll, oder?¡° Da wurde ich hellh?rig. Durch das Flimmern des Subraumes sah ich Lokis Grinsen, das ich erwiderte. ?Ja, was ist mit ihm?¡° ?Sollen wir den mal so richtig reinlegen? Er soll sich selbst vor Gericht so richtig sch?n selbst exposen.¡° ich kicherte. ?Du meinst, wir lassen ihn glauben, er m¨¹sste Tyr nur von seiner Technik ¨¹berzeugen, dann kommt er straffrei aus der Sache raus?¡° ?Ganz genau, du kleiner Gedankenleser.¡° Ich fand die Idee faszinierend, also sponn ich etwas weiter: ?Wir tun so, als ob wir seine Arbeit wirklich sch?tzen, und bet?tigen ihn darin, Tyr w?re leichtgl?ubig und er k?nne seine Erfindung ganz harmlos verkaufen, sagen ihm, er soll alles ehrlich beantworten, und am Ende fl¨¹stern wir Tyr, welche Fragen er stellen muss, um Kinger so richtig blo?zustellen.¡° Loki lachte. ?Du bist zwar manchmal ein Streber, Hermes, aber hin und wieder doch ganz lustig. So machen wir es. Ich w¨¹rde sagen, auf gehts.¡° ?Ich muss erst noch meine Lieferung zustellen.¡° ?Dein Ernst?¡° ?Pflichtbewusst nenn ich das, Loki. Im Gegensatz zu dir hab ich tats?chlich einen Job¡°, konterte ich scherzhaft. Ich lie? mich noch ein bisschen weiter treiben und schon war ich an der Stelle, an der ich wieder aus dem Subraum auftauchen konnte. Loki packte mich noch einen Moment am Arm. ?Was?¡° Ich hob eine Augenbraue. ?Sein Vertrauen gewinnen wir am Besten auf meine Art¡°, fl¨¹sterte er. Schemenhaft erkannte ich, dass er sich f¨¹r einen Augenblick in Eric verwandelte. ?Du bist du und ich bin er.¡° Er sah mich mit diesem speziellen Blick an, der mir mittlerweile ganz genau verriet, dass noch etwas anderes in ihm vorging. ?Ich ¨¹berleg mir, wie wir in seine Zelle kommen. Wir sehen uns.¡° Und dann war er weg. Auch wenn ich sicher darauf freute, dem Professor mal seine eigene Hybris vor Augen zu f¨¹hren, musste ich Loki im Auge behalten. Was er letztentlich noch plant, wei? nur er. Vielleicht konnte ich ja zwei Tricks auf einmal durchziehen, einmal mit Kinger, und dann mit Loki¡ Mein Gef¨¹hl sagte mir, dass ich Letzteres nicht nur f¨¹r die Challenge tun w¨¹rde. Aber erstmal w¨¹rde ich meinen Job erledigen. Da sp¨¹rte ich an der Wand des Subraums schon diesen einen Hubbel an meinen Fingerspitzen, der die Stelle markierte, an der ich meinen Reisedimensionsshifter ansetzen musste, um zu Dr. Arkanov zu gelangen.
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Kapitel Kinger
Kapitel Kinger
19.11.2026, 15:30 in einer kleinen Kammer in Asgard
Welch eine trostlose Decke es doch war, die ich da anstarrte. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich schon hier verbracht hatte. Zu gerne w¨¹rde ich in mein Labor zur¨¹ckkehren und weiter an meiner Zeitmaschine basteln, diese Nebenwirkungen w¨¹rde ich bestimmt noch eliminieren k?nnen. Im Grunde war es ja schade, dass Eric sich von dem Projekt und nun gegen mich aussagen wollte. Er h?tte so viel erreichen k?nnen, er war schlie?lich ein schlauer Junge. Aber es hatte sich herausgestellt, dass er war wie alle anderen. Er wusste meine Erfindung gar nicht zu sch?tzen. Das echte antike Athen hatte ich ihm gezeigt, und das war nun mein Dank. Ich konnte es immer noch nicht richtig glauben. Ich h?rte schwere Schritte und R?cheln auf dem Gang. Das war bestimmt wieder einer dieser hirnlosen Untoten, die hier als Gef?ngniswerter angestellt waren und die mir hier in der Untersuchungshaft den letzten Nerv raubten. Das Schloss drehte sich und die T¨¹r ging auf. Dieser Geruch war jedes mal eine Zumutung. Der Untote stellte mir meine Malzeit auf den Boden. ?H¨¦r. Matr. Vatn¡°, nuschelte er. Wirklich unterhalten konnte man sich ja mit solchen Leuten nie. Generell war diese Welt ziemlich ungebildet. Aber gut, selbst das r?misch-griechische Patheon wusste meine Expertise nicht zu sch?tzen. Der Untote richtete sich wieder auf, wobei sein R¨¹cken mehr knarrte als die T¨¹r. Als ich den Holzkrug und den Teller mit dem doch relativ gut riechendem Brot und Fisch gerade hochgehoben hatte und mich wieder auf mein Bett setzte, ging wieder jemand den Gang entlang, dieses Mal war da aber nicht nur das Stapfen von vorhin, sondern auch andere, sanftere Schritte¡ und es waren zwei Fu?paare. W¨¹rde nun mein Prozess beginnen? Die T¨¹r sprang wieder auf. Der Untote raunte: ?Gestir. Veitnir. ¨®eins heimildir.¡° Direkt gefolgt von: ?Lars! Es ist so sch?n, dich wiederzusehen.¡° Eric fiel mir um den Hals. Eine ¨¹berraschende Geste. Es fiel mir zugegemenerma?en schwer, sie nicht zu erwidern. Auch wenn ich leicht am¨¹siert an die Zeit in Athen zur¨¹ckdachte, wo er noch ganz andere Gesten der Zuneigung gezeigt hatte, musste ich Haltung bewahren. Hinter ihm sah ich Hermes die T¨¹r zuziehen. ?Was soll das?¡°, richtete ich das Wort an ihn, ?Warum haben Sie ihn mitgebracht?¡° ?Nun¡°, begann Hermes, w?hrend sich ein L?cheln sich ¨¹ber sein Gesicht zog, ?er hat mich angefleht, Sie im Bezug auf Ihre Verhandlung ein wenig zu coachen, und ich dachte mir, warum nicht, Ihre Erfindung ist f¨¹r mich als Gott der Reisenden doch recht spannend.¡° ?Ach?¡° Ich war skeptisch. ?Ich meins ernst¡°, kommentierte Hermes, ?Mit der Zeitmaschine k?nnte ich an mehreren Orten gleichzeitig sein. Wissen Sie eigentlich, wie viel Zeit das spart? Sehr viel Zeit.¡° Er griff in seine Tasche. ?Ich hab Ihnen Ihr Notizbusch mitgebracht. Fangen Sie!¡° Er warf es zu mir hin¨¹ber und es landete perfekt in meiner Hand. ?Danke.¡° Ich wandte mich an Eric. ?Und es war deine Idee, dass er mir hilft? Warum?¡° ?Nun, du wei?t ja, dass ich Zweifel hatte, gerade nach den ganzen Halluzinazionen und so, aber wei?t du¡ ich hab nachgedacht. Das Ganze hier tut mir echt leid und ich will es wieder in Ordnung bringen. Wenn du nur das Potential deiner Arbeit gut genug pr?sentieren kannst, wird Tyr das sehen und du wirst freigesprochen und darfst weiterforschen.¡° ?Aber wie kann ich mir sicher sein, dass du mich nicht wieder im Stich l?sst?¡° Hermes antwortete f¨¹r ihn: ?Als Gott des Handels erkenne ich, wenn mich jemand f¨¹r dumm verkaufen will.¡° ?Und warum sollte ich Ihnen trauen? Die Olympier sind schlie?lich auch nicht gerade begeistert von meinem Meisterwerk.¡° Hermes lachte. ?Nun. Die anderen sind halt etwas altmodisch. Aber das darf man nicht so ernst nehmen, man braucht nur ein bisschen ¨¹berzeugungskraft.¡° Ich war mir zwar immer noch nicht zu einhundert Prozent sicher, ob ich den beiden vertrauen konnte, aber ein bisschen Kommunikationstraining vom Gott der Diplomatie w¨¹rde sicher nicht schaden, und wenn er meine Zeitmaschine wirklich so sch?tzen w¨¹rde, wie er sagte, dann w?re das meine M?glichkeit, der Welt doch noch zu beweisen, dass ich etwas Beeindruckendes geschaffen hatte. ?In Ordnung. Wann beginnen wir?¡°, fragte ich deswegen. ?K?nnen wir bitte schon jetzt anfangen? Bitte!¡° Eric sah zu Hermes. ?Nat¨¹rlich, wenn das Ihnen auch passt, Herr Professor.¡° Ich nickte. ?Also, dann erz?hlen Sie beide ersteinmal. Tyr hat nch weniger Ahnung von Technik als ich. Wie funktioniert denn Ihre Zeitmaschine? Dann ¨¹berlegen wir uns, wie wir ihm das erkl?ren.¡° Sofort begann ich mit meinen Erl?uterungen, vom subatomaren Tunnelsystem im Zeitbereich, von den Elementarteilchen, die mithilfe des Welle-Teilchen-Dualismus durch das System transportiert wurden, von der Routensuche und von noch so viel mehr. Ab und zu fragte ich Eric ab, was er noch von damals behalten hatte. Ich war so vertieft, dass ich zusammenschreckte, als die T¨¹r abrupt aufgerissen wurde und der Untote wieder dort stand. ?T¨ªmi lieinn.¡° ?Naja, die Besuchszeit scheint vorbei zu sein¡°, kommentierte Hermes, ?Das Personal hier ist immer so unfreundlich. Kommen Sie, Herr Aschmer, Wir gehen.¡° ?Wir sehen uns, Lars.¡° ?Genau, kleines H¨¹ndchen. Bis bald.¡° ?Den Spitznahmen werd ich wohl nie los.¡° Dieses Augenrollen war immernoch ziemlich s¨¹?, dachte ich mir, als ich meinen unerwarteten Besuch beim Verlassen meiner Zelle beobachtete.
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Kapitel Sanders
20.11.2026, 12:00Uhr, auf einem Autobahnrastplatz
Na? Wie gehts dir? Du denkst immer noch ¨¹ber das Gespr?ch mit Hestia nach, oder? Ja, sie ist tats?chlich die gute Seele des Olymps¡ Ihre Stimme hat dich echt erwischt. Das ist durchaus verst?ndlich, du w?rst nicht der Erste, der mir erz?hlt, ihm w¨¹rde bei ihrem Klang so warm ums Herz, als ob er an ihrem Herdfeuer sitzen w¨¹rde. Sie erinnert dich an jemanden, das merk ich doch, eine Frau, die du geliebt hast? Das ist schon ziemlich lange her, nicht wahr? Willst du dr¨¹ber reden? Nein? Nun gut. Ich will ja auch keine alten Wunden aufrei?en. Ich hab gleich noch nen Call mit Tyr. Es geht um ein paar terminliche Dinge, ich muss die ¨¹berf¨¹hrung von Fatima und Eric nach Asgard betreuen. Fraglich ist nur, wer bei meinem Transfer die Ger?te bedient. Es kann ja nicht jeder so einen Dimensionsschifter haben wie Hermes oder Anubis ¨C Die Frequenz der starken Kernkraft, die man erzeugen m¨¹sste, w?re f¨¹r den Aufbau des Menschen ungeeignet. Pl?tzlich ert?nt ein uraltes serbisches Volkslied. Hat Arkanov wieder den Klingelton umgestellt? Muss ich demn?chst mal wieder auf irgendetwas Angenehmeres f¨¹r meine Ohren ?ndern. Klar, ich kanns ihm auch vorher zur¨¹ckwechseln, wenn ich ihm das Ding wiedergebe, erinner mich dran. Aber erstmal abheben. ?Sanders hier¡°, melde ich mich. ?Guten Tag Herr Sanders. Hier spricht Tyr.¡° Wei?t du, seine Stimme ist ?hnlich tief und kr?ftig wie die von Hephaistos. Nur donnert die nicht ganz so sehr, man merkt stattdessen eine gewisse Abgetragenheit und ein bisschen mehr Strenge. ? Odin hat seine R¨¹ckmeldung bez¨¹glich des genauen Termins gegeben.¡° ?Und was sagt er?¡° ?Der 12. bis 19. Tag des Monats Torri als Prozesszeitraum sind genehmigt. Er selbst kann und wird nur an den ersten drei Verhandlungstagen anwesend sein.¡° ?Ist notiert.¡° Schei?e, wann liegt das? Du hast doch Geschichte studiert, wei?t du das? 2.-9. Februar? Danke. ?Und wann genau denn sind die Aussagen von den beiden und mein Gutachten dran?¡° ?Frau Kecmaz und Herr Aschmer sind haupts?chlich f¨¹r den zweiten Prozessteil eingeplant. Ihr Gutachten werden Sie am 13. Torri vorstellen, daf¨¹r interessiert Odin sich sehr.¡° ?Er wei? aber schon, dass es nicht positiv ausfallen wird und ich eine Illegalisierung der vom Angeklagten entwickelten Zeitreisetechnologie bef¨¹rworte?¡° ?Ja, das ist ihm bewusst. Trotzdem ist er, sagen wir mal, interessiert.¡° Ich schmunzle. ?Tja, man kennt ihn und seinen uners?ttlichen Wissensdurst. Erstaunlich, dass seine Experimente so selten schief gehen.¡° ?Mich wundert das nicht. Er hat seine Quellen.¡° Tyr lacht. Ein Ger?usch, dass man nur sehr selten und kurz zu h?ren bekommt. ?Eine Bitte h?tte ich da noch¡°, f?hr er fort. ?Ja?¡° ?W¨¹rden Sie bitte Hermes ausrichten, er soll sich in Zukunft keine Papiere mehr f?lschen, um den Angeklagten allein sehen zu k?nnen, und erst recht keine menschlichen Zeugen mitnehmen?¡° ?Ach? Hat er das?¡° ?Die Draugar haben mir gestern ihr monatliches Protokoll zukommen lassen. Hermes war gestern mit Herrn Aschmer in unserer JVA, angeblich mit Odins Erlaubnis f¨¹r ein Gespr?ch ohne Wachen. Ein verdammt gutes Falsifikat, wenn auch f¨¹r das geschulte Auge offensichtlich.¡° ?Tja, ich glaube, so ein Genie in der Dokumentenpr¨¹fung gibt¡¯s nur einmal in Asgard. Aber was Hermes angeht, ich kann ja mal versuchen, ihm das zu verklickern, aber im Grunde l?sst er sich nicht viel sagen.¡° Er h?lt halt nicht viel von B¨¹rokratie und tut, was er f¨¹r richtig h?lt. ?Es ist aber wichtig, dass Herr Aschmer nicht durch Herrn Dr. Kinger in seiner Aussage beeinflusst wird, ich kenne ja die Vorgeschichte der beiden.¡° Es ist erstaunlich, dass sich Tyr manchmal noch ernster anh?ren kann als sonst. ?Okay, ich probiers mal, und mit Herrn Aschmer werde ich auch mal ein W?rtchen reden, der sagt mir bestimmt ehr, was die drei da besprochen haben.¡° ?Gute Idee. Heute Nachmittag habe ich noch eine Verhandlung zu f¨¹hren. Man h?rt voneinander.¡° Aufgelegt. Man kann bei dem Typen nie vern¨¹nftig tsch¨¹? sagen. Naja, das war¡¯s wohl mit dem freien Nachmittag, ich werde mich dann mal auf den Weg zu Herrn Aschmer machen.
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Kapitel Eric
20.11.2026 15:45Uhr, FH Muenster
Herr D?rsen beendete seine Vorlesung f¨¹r technisches Englisch, und ich hatte mal wieder kaum aufgepasst. Es war schwierig geworden, sich auf das Studium zu konzentrieren. Absolut ALLES and dieser Hochschule erinnerte mich noch an Kinger, auch wenn ich ihn zum Gl¨¹ck nicht mehr sehen musste. Ich musste nur noch diesen Prozess ¨¹berstehen, und dann konnte ich endlich zur¨¹ck in mein normales Leben, ohne Zeitreisen, ohne G?tter und ohne irgendeinen Kerl beeindrucken zu wollen, dem ich eh am Arsch vorbei geh. Aber mit Fatima. Sie hatte sich schlie?lich als als meine beste Freundin herausgestellt. Schweigend stand ich auf und machte mich daran, den H?rsaal zu verlassen. Mein n?chstes Ziel war der Supermarkt und dann Fatimas Wohnung, also . Da Ich wusste, dass sie immer so viel zu tun hatte ¨C sie hatte ja neben dem Studium noch zwei Nebenjobs ¨C und sich die ganze Zeitreisesache und die Gerichtsverhandlung auch nicht positiv auf ihr Stresslevel ausgewirkt hatte, half ich ihr ?fter mal im Haushalt. Heute w¨¹rde ich sie mit ihrem absoluten Lieblingsessen, H¨¹nkar Be?endi, ¨¹berraschen, ¨¹berlegte ich mir, als ich das Geb?ude verlie?. Direkt klatschte mir der Regen ins Gesicht. So ein Schei?wetter. Z¨¹gig machte ich mich auf den weg vom Campus runter, am Besucherparkplatz vorbei in Richtung Bahnhofsaldi. Der Parkplatz, fast w?re mir dort im Vorbeigehen nichts ungew?hnliches aufgefallen, bis die T¨¹r eines schwarzen Sprinters aufging, der mir doch sehr bekannt vorkam. Sanders. Was wollte der denn ausgerechnet jetzt? Die Tatsache, dass er pers?nlich auftauchte, anstatt wie ¨¹blich einfach anzurufen, konnte ja nichts gutes hei?en. Er stieg aus, knallte die Fahrert¨¹r zu und holte schnell auf. ?Hey, Herr Aschmer¡°, gr¨¹?te er mich. ?Was?¡° Ich hob eine Augenbraue. ?Es wurde endlich ein konkreter Prozesstermin, 2.-9. Februar, und ne Unterkunft hab ich Ihnen auch schon besorgt.¡° ?Dankesch?n¡°, erwiderte ich trocken. ?Bitte.¡° Kurze Pause, w?hrend er weiter neben mir her lief. ?Wissen Sie, Herr Aschmer, ich m¨¹sste mit Ihnen noch etwas besprechen.¡° Hab ich es mir doch gedacht. ?Okay, was ist los?¡° ?Es geht um die Sache mit Ihnen und Hermes gestern.¡° Was sollte das denn jetzt? Ich kannte Hermes ¨¹berhaupt nicht, also antwortete ich: ?Ich wei? nicht, wovon Sie reden.¡° ?Ach, wissen Sie nicht? Ich hab da von Tyr aber was ganz anders geh?rt. Sie beide waren bei Dr. Kinger, nicht wahr?¡° Wie kam der Kerl darauf? ?Was? Nein! Wie kommt der Kerl darauf? Sowas m¨¹sste doch in seinem ach so tollen System auftauchen?¡° ?Ist es. Die Draugar haben euren Besuch dort eingetragen. Mit einer von Hermes gef?lschten Genehmigung Odins.¡° ?Dann hat der, der das da reingeschrieben hat eben einen Bug. Ich war definitiv nicht da, was sollte ich ¨¹berhaupt von dem Kinger wollen, nach allem, was passiert ist?¡° ?Fatima hat mir erz?hlt, wie sehr du damals auf ihn fixiert warst. Vermisst du...¡° ?Sie haben echt keine Ahnung¡°, unterrach ich ihn. Jetzt kochte endg¨¹ltig die Wut in mir hoch. Trotz des str?menden Regens blieb ich stehen und wandte mich zu ihm. ?H?ren Sie mal! Ja, ich habe ihn bewundert, ihn angehimmelt und was wei? ich nicht alles. Aber jetzt hab ich sein wahres Ich erkannt. Ich sehe nun, wie er mich benutzt hat und ich will einfach nur, dass er aus meinem Leben verschwindet. Und falls sie mir jetzt irgendwelche Pl?ne f¨¹r eine Straftat unterstellen wollen, den ?rger ist der nicht wert.¡° Sanders l?chelte. Pff. ?Das will ich nicht. Tyr hat seine Zeugen nur gerne unmanipuliert.¡° Ich ging weiter Richtung Aldi. ?Der wird beim Prozess schon sehen, dass ich bei meiner Aussage bleibe und ihm die Wahrheit ins Gesicht sage.¡° Sanders blieb stehen. ?Ich werde ihre Version pr¨¹fen. Sie machen einen glaubw¨¹rdigen Eindruck¡°, rief er mir noch hinterher und machte sich wieder auf in Richtung FH-Parkplatz. Ich hingegen ging auf den Supermarkt zu, unter den Gleisen hindurch und dann ¨¹ber den Parkplatz. Noch im Laden dachte ich ¨¹ber das Gespr?ch nach, w?hrend ich meine Zutaten zusammensuchte. Wie konnte es so einen Fehler in Arsgard geben? Also, wenn das alles nur ein dummer Prank von Hermes war, dann ging er mir ¨¹belst auf den Keks. Trotzdem war mir das lieber, als wenn das irgendetwas anderes war, weil das n?mlich bedeuten w¨¹rde, dass dieser ganze Mist noch abgefuckter werden w¨¹rde, als gedacht, und ob das meine Nerven mitmachen w¨¹rden? Und f¨¹r Fatima w?re das genauso schwierig. Definitiv w¨¹rde ich mein Bestes geben, sie in gleichem Ma?e zu unterst¨¹tzen, wie sie mich die letzte Zeit unterst¨¹tzt hatte. Wo zur H?lle war nochmal dieses Oliven?l? Ach ja, da hinten. Und neues Sp¨¹lmittel und ein paar Packungen Binden nahm ich vorsichtshalber auch noch mit und ging zur Kasse.
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