《Erkämpfte Freiheit [German/Deutsch]》 Fern meiner Heimat ?Willkommen Veteranen! Willkommen, willkommen! Ein herzliches Hallo an all unsere Helden, und danke, dass ihr Jungs f¨¹r unsere Freiheit gek?mpft habt!¡°, schmetterte das Thekenm?dchen in einer Tour, sehr zum Gefallen der anderen Soldaten. Ich hielt nicht viel von dem Get?se, nahm blo? dankbar den gratis Whiskey an, den man uns ausschenkte. Ich wollte mich am Liebsten nur betrinken. ?Auf die Vereinigten Staaten! Auf unsere Heimat!¡°, rief jemand, und es echote durch den vollen Pub. Sch?ne Heimat. Sch?ne Freiheit, in einem Land zu leben, was sich einen Schei? f¨¹r dich interessierte, wenn du nicht mehr n¨¹tzlich warst! Ich musste die Tr?nen zur¨¹ck dr?ngen und warf den Kopf in den Nacken, um das Glas zu leeren. Vergessen. Einfach nur vergessen. Nicht daran denken, was vielleicht sein k?nnte. Ein Mann setzte sich zu mir und musterte mich l?nger. Er war keiner von der Truppe, also ignorierte ich ihn zun?chst. Ich hatte keinen Bock mit irgendwelchen ''dankbaren'' Zivilisten zu quatschen, die spannende Kriegsgeschichten h?ren wollten. ?Nochmal dasselbe!¡°, forderte ich stattdessen, als eine Kellnerin an uns vorbei kam, und ich mein Glas auf ihr Tablett stellte. ?Da sucht wohl jemand Trost!¡°, bemerkte der Mann trocken. ?Was geht Sie das an?¡°, schnappte ich zur¨¹ck und schaute weiter demonstrativ an ihm vorbei. ?Och, naja, ich denke blo?, ich k?nnte Ihnen was Besseres anbieten als diesen Fusel?¡°, entgegnete er kryptisch. ?Und was soll das sein?¡°, fragte ich halb interessiert. Ich war so fertig, dass ich dem Gedanken was H?rteres zu versuchen nicht mal mehr abgeneigt war. Und wenn es mich umbrachte, auch egal. Vielleicht s?hen wir uns dann wieder... Ich wollte nicht daran denken, also schaute ich den Kerl jetzt doch an. ?Naja, wo l?sst sich der Terror der Welt besser vergessen, als in den Armen einer sch?nen Frau?¡°, raunte mir mein Gegen¨¹ber verstohlen zu. Ach, die Art Verk?ufer war er also. Ich wandte mich wieder ab und schnaubte: ?Pah. Gehen Sie mir blo? weg mit den dreckigen Weibern!¡° Freudenm?dchen hatte man uns tats?chlich zur Gen¨¹ge zukommen lassen, selbst in ¨¹bersee. Nur um uns ebenfalls jeden Monat einen Vortrag ¨¹ber Geschlechtskrankheiten zu halten. Langsam hatte ich die Schnauze voll. Es tat zwar manchmal ganz gut, so einer Dame Zeit zu schenken, damit sie einem daf¨¹r ein bisschen Liebe gab. Aber es war ganz anders als mit meinen Freundinnen damals, die das freiwillig gemacht haben, und nicht, weil sie das Geld brauchten. Au?erdem w¨¹rde es mich jetzt nur runter ziehen. Der Mann lie? sich davon aber nicht abwimmeln. Er schien zu ¨¹berlegen. Dann lehnte er sich etwas vor, um mir noch geheimnisvoller zu zu fl¨¹stern: ?Nun, und wie w¨¹rde Ihnen ein s¨¹?er kleiner Junge gefallen?¡° Ich wurde hellh?rig. Ganz langsam drehte ich mich ihm mit funkelnden Augen zu und zischte drohend: ?Wie meinen Sie das? Was f¨¹r ein Junge?¡° Wollte der Kerl mir etwa Sex mit Kindern verkaufen? Wie konnte er sowas Widerliches ¨¹berhaupt wagen, einfach so am helllichten Tag in einem ?ffentlichen Pub? Er grinste aber selbstbewusst und begann zu erkl?ren: ?Oh, keine Sorge, er ist eigentlich schon ein gro?er Junge! Er war noch ein bisschen zu jung, um eingezogen zu werden, also hat er sich nicht zu so einem gro?en, harten Kerl wie Sie entwickeln k?nnen. Er ist eher zart und sch¨¹chtern, ein kleiner blonder Engel von schm?chtiger Statur. Aber er ist inzwischen alt genug, um zu wissen, was er tut. Und er macht es sehr gut! Verstehen Sie? Ich glaube, er w?re genau ihr Typ!¡° Ich musste schlucken. Dass der Kerl mir tats?chlich einen jungen Mann anbieten wollte, war mir sehr unangenehm, und ich war misstrauisch. Schlie?lich k?nnte das ein Trick sein. Aber sein verschmitztes Grinsen wirkte einfach so echt f¨¹r einen Zuh?lter. Und auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte, so falsch lag er mit seiner Einsch?tzung nicht. Die Beschreibung erinnerte mich sehr an meinen kleinen Freund. Mein armer Stevie. Ich hatte den halben Tag damit zu gebracht ihn zu suchen. Schon seit ein paar Monaten machte ich mir schreckliche Sorgen um ihn. Im letzten Winter brach pl?tzlich der Kontakt ab. Meine Briefe wurden nicht mehr beantwortet, und die letzten beiden wurden mit dem Vermerk ''Empf?nger unbekannt verzogen'' zur¨¹ck geschickt. Also war mein erster Stopp nachdem ich heute fr¨¹h von Bord ging unser altes Viertel gewesen. Aber das Apartment in dem Steve gewohnt hatte, war schon lange an jemand anderes vermietet worden, der ihm nie begegnet war. Ich fragte in der ganzen Nachbarschaft herum, aber kaum einer wusste ¨¹berhaupt wen ich meinte. Der alte Kr?mer bei dem wir fr¨¹her eingekauft hatten konnte sich auch nur erinnern, ihn seit Monaten nicht mehr gesehen zu haben. Er erz?hlte mir jedoch, dass Steve zuletzt immer mehr hatte anschreiben lassen, und wenn man es genau nahm, hatte er wohl auch noch was offen bei ihm. Das ¨¹berraschte mich. Ich bot ihm zwar an, Steves Schuld zu begleichen, doch der Kr?mer winkte ab. Er meinte schon, er habe selbst mal hier und da weniger berechnet, weil es Steve finanziell wohl sehr schlecht zu gehen schien. Davon hatte er mir nichts geschrieben. Stur und stolz wie er war, hatte er es f¨¹r sich behalten und alleine versucht durch zu kommen, verdammt. Meine Angst wuchs immer mehr, ich klapperte die Kirchen und Sammelunterk¨¹nfte ab, aber keiner kannte meinen Stevie. Nach der langen erfolglosen Suche, war ich einer anderen Gruppe Soldaten ¨¹bern Weg gelaufen und hatte mich ihnen ersch?pft angeschlossen. Ich hatte zu viel Angst, dort weiter zu suchen, wo ich nicht f¨¹ndig werden wollte: im Sterberegister der Stadt. Stattdessen wollte ich mich ins Vergessen st¨¹rzen. Und jetzt das. Ich hatte nachdenklich die Augen gesenkt, und wusste nicht recht, wie ich antworten sollte. Da nahm mir der Kerl die Entscheidung ab, indem er auf stand und sagte: ?Nun, sollte ich mich irren, bitte ich vielmals um Entschuldigung. Aber wenn Sie Interesse haben, k?nnen Sie mir ja folgen.¡° Und damit machte er sich auf den Weg zum Notausgang des Pubs. Perplex blieb ich einen Moment sitzen. Hinter mir stellte die Kellnerin einem anderen Gast meinen Whiskey hin, der ihr jedoch den Arm um die H¨¹fte legte, statt sie zu korrigieren, w?hrend ein Teil der Truppe am Tresen ein Lied anstimmte, in dem ein Soldat seine Verflossene besingt. Ich musste hier raus, und ganz leicht bes?uselt raffte ich also mein Zeug zusammen und folgte dem zwielichtigen Typ in den Hinterhof. ?? Ich blieb zwar auf der Hut, jederzeit bereit mich gegen den Angriff einer Gang von Taschendieben zu verteidigen, aber au?er dem Mann schien keiner durch die Gassen zu schleichen. Ab und zu wandte er sich nach mir um, ein unversch?mtes L?cheln auf den Lippen. Keine zwei Stra?en weiter blieb er dann am Lieferanteneingang eines alten Fabrikgeb?udes stehen, und klopfte drei mal lang und einmal kurz. Eine kleine Klappe wurde zur¨¹ck gezogen, schnappte wieder zu, und dann h?rte man, wie die T¨¹r von innen entriegelt wurde. Der Mann winkte mir zu folgen, und vorsichtig trat ich n?her. Ein gro?er Kerl stand in einem schummrigen Flur und warf mir drohende Blicke zu, doch der Mann aus dem Pub erkl?rte ihm: ?Ein Kunde, Sammy. Er m?chte zu unserem Engel!¡° Ich zuckte ungewollt zusammen, doch der Schrank nickte uns blo? zu und lie? uns vorbei. Ich griff noch fester nach meinem Rucksack, und hielt die andere Hand ¨¹ber der Hosentasche mit dem Feldmesser in Bereitschaft. The author''s content has been appropriated; report any instances of this story on Amazon. Der Flur stank nach Rauch und Alkohol, und man h?rte leise Musik. Links und rechts gingen verschiedene T¨¹ren ab, alle mit bunten Motiven bemalt. Etwa in der Mitte des Gangs war ein Durchgang mit fransigen Stoffbahnen verhangen. Als wir daran vorbei gingen, konnte ich eine kleine B¨¹hne sehen, auf der gerade ein M?del Striptease tanzte. Es war so dunkel, dass ich kaum ausmachen konnte, ob ¨¹berhaupt jemand im Publikum sa?. ?Es ist gleich hier hinten, Sir! Nur keine Scheu!¡°, zog mein Fremdenf¨¹hrer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Wir waren an den letzten T¨¹ren angekommen. Zur Linken zierte das Holz das Bild einer Putte, die auf einen J¨¹ngling am Teich nieder blickte, geradeaus war unter der Aufschrift WC eine comichafte Person zu sehen, die auf dem Klo Zeitung las, und die T¨¹r nach rechts zeigte eine Wendeltreppe, die von einer Dame in langer purpur Robe bestiegen wurde. Alles doch recht aufw?ndige und heitere Abbildungen, die so gar nicht zu einem Puff passten, wie ich fand. Der Mann klopfte einen neuen Takt an die T¨¹r mit dem gaffenden Babyengel, dr¨¹ckte dann leicht die Klinke runter und rief durch den Spalt: ?Benjamin, hier ist Besuch f¨¹r dich! Hast du Zeit f¨¹r einen ersch?pften Soldaten?¡° Pl?tzlich schlug mein Herz wie verr¨¹ckt und mir brach der Schwei? aus. Mir wurde mit einem Mal bewusst, was ich da machte. Wozu es f¨¹hren k?nnte. Durfte ich das? Wollte ich es ¨¹berhaupt? Und wenn es doch eine Falle war? Aber eine helle, wenn auch kratzige Stimme entgegnete sofort ged?mpft: ?Oh, immer gerne, unsere wackeren Helden sind mir die liebsten Kunden, nur herein mit ihm! Ich muss mich noch etwas zurecht machen, aber das st?rt ihn doch sicher nicht, oder?¡° Statt noch was zu sagen, schob der Mann also die T¨¹r weiter auf, und deutete mir ein zu treten, w?hrend er sich zum Gehen wandte. Ich wollte noch unsicher den Mund ?ffnen, doch er raunte mir blo? zu: ?Den Preis machen Sie schon mit ihm aus. Sie werden nicht entt?uscht sein!¡° Dann ging er den Gang zur¨¹ck, um hinter den Fransen nach rechts ab zu biegen. Der Typ von der T¨¹r warf mir noch einen pr¨¹fenden Blick zu, um dann ebenfalls in den Saal zu verschwinden. Ich h?rte wie in dem Zimmer vor mir eine Zigarette angez¨¹ndet wurde und jemand gierig die Luft ein sog. Dann ein etwas unterdr¨¹cktes Husten, und die genuschelten Worte: ?Na komm schon rein, ich bei? nicht! Au?er du bittest darum!¡° Nerv?s zog ich an den Riemen meines Rucksacks, doch dann atmete ich tief durch und ging ins Zimmer. Auch hier sah es anders aus, als ich erwartet h?tte. Es war zwar schummrig von dem verhangenen Fenster und gedimmten Lampen, und die Luft war schwer mit dem Rauch von Mentholzigeratten und dem Duft von Alkohol und billigem Parfum. Aber das Bett war ordentlich gemacht, die W?sche sah sauber aus. Und an den W?nden hingen lauter Bilder angepinnt. Zumeist blo?e Bleistiftzeichnungen, aber auch ein paar Kohleschraffuren und Aquarelle. ¨¹berwiegend waren es Akte, und die meisten in so eindeutigen Posen, dass sie wohl unter Pornografie fielen. Aber trotzdem wohnte ihnen eine besondere Sch?nheit inne, meist getragen von kleinen Details, wie einem surrealen Element in Umgebung oder Bekleidung, und den ausdrucksstarken Gesichtern der abgebildeten Frauen. Und M?nnern. Meine Augen sprangen staunend von einem Kunstwerk zum N?chsten, und unwillk¨¹rlich drehte ich mich einmal um mich selbst. An jeder Wand hingen ein paar Bilder. An der schr?g gegen¨¹ber dem Bett, wo jemand vom Kissen aus hin sehen w¨¹rde, waren auch einige Landschaften und Zeichnungen von Tieren zu sehen. Fliehende Pferde, wilde V?gel im Flug. Eines erinnerte mich an die endlosen Lavendelfelder in der Bretange. Ein Gef¨¹hl von Freiheit und Weite schien in diesen Bildern zu wohnen. ?? Ich war von all dem so eingenommen, dass ich gar nicht weiter auf die Seite rechts der T¨¹r geachtet habe, wo sich jemand hinter einem Wandschirm umzog. Also zuckte ich zusammen, als mir von dort ein kurzes: ?Schicke Uniform, Sergeant!¡°, zu gehaucht wurde. Ich setzte verstohlen meinen Rucksack auf dem Boden ab, und murmelte: ?Dankesch?n.¡°, ehe ich mich der Person zu wandte. Doch ich sah schnell wieder weg. Der junge Mann hatte sich wohl nur kurz nach mir umgesehen, denn alles was hinter dem Wandschirm raus guckte, war seine Kehrseite. Seine blanke Kehrseite. Er beugte sich leicht vor, wohl um sich ein paar Str¨¹mpfe aus zu ziehen, die er halb ¨¹ber den Wandschirm hing. Ein s¨¹?es rosa Kleidchen war ebenfalls ¨¹ber die d¨¹nne Holzwand drapiert worden. Ich schaute doch wieder hin. Er hatte einen niedlichen kleinen Hintern. Es machte mich nerv?s, dass mir das sofort auffiel. Dann verschwand der aber wieder hinterm Wandschirm, und alles was ich stattdessen wahrnehmen konnte, war das Ger?usch einer Haarb¨¹rste, und die leicht unterbrochene Melodie des alten Schlagers ''April Showers'', den der Typ in hellem Bariton mit Kippe im Mund vor sich hin summte. Es lie? mich erneut inne halten. Immer wenn es uns damals nicht so gut ging, hatte Steve dieses Lied gesungen, so wie seine Mom fr¨¹her schon. Die Tonlage war auch ?hnlich. Stevie... Verdammt, alles was ich wollte, was ich mir so sehr gew¨¹nscht hatte, war ihn in den Arm zu nehmen. Einfach blo? in den Arm zu nehmen und fest zu halten. Wenn man sich jahrelang nicht gesehen hat, ist das doch verst?ndlich, oder? Immerhin waren wir die besten Freunde! Wir konnten uns immer aufeinander verlassen, es gab keine Geheimnisse zwischen uns! Zumindest dachte ich das. Aber wenn ich ehrlich war, stimmte das auch schon fr¨¹her nicht. Schlie?lich hatte ich ihm mein gr??tes Geheimnis immer verschwiegen. Im Grunde durfte ich mich also nicht beschweren, dass er nichts gesagt hatte, als es ihm auf einmal finanziell schlechter ging. Verdammt auch! Ich kam ein wenig n?her und schloss die T¨¹r zum Gang. Zwischen den Schnitzereien und Scharnieren des Wandschirms konnte ich hin und wieder kleine Blicke auf diesen Benjamin erhaschen. Er k?mmte sich die langen, welligen Haare, die ihm ¨¹ber die schm?chtigen Schultern fielen. Fast wie bei einem M?dchen. Aschblond. So wie bei ihm, nur viel l?nger. Und die Haut ebenso blass. An der linken Schulter hatte er ein Tattoo von einem fliegenden Vogel. Vielleicht einer Friedenstaube. Es sah allerdings so aus, als w?re sie dort gelandet, um eine Narbe zu verbergen. Es kam mir so komisch vor. Der Typ hatte wirklich was von Steve. Zwar noch etwas magerer, vielleicht auch kleiner, das konnte ich nicht so gut sehen, so gebeugt wie er stand. Ganz in Ruhe zog er sich eine Boxershorts und ein Unterhemd ¨¹ber, wobei er die Zigarette in einem Aschenbecher aus dr¨¹ckte und verstohlen kicherte: ?Was ist, bist du sch¨¹chtern?¡° Es klang so hell und fr?hlich. Ich versuchte den Klo? im Hals runter zu schlucken, und machte wieder einen Schritt zur¨¹ck, wobei ich mich verlegen r?usperte: ?Ich m?chte blo? h?flich sein.¡° Ein wenig sch?mte ich mich deswegen. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie ich mich benehmen sollte. Der Typ kicherte erneut. Wahrscheinlich hielt er mich f¨¹r ne verklemmte Jungfrau, nur weil ich ihm nicht schon auf die Pelle ger¨¹ckt war. Jedenfalls hatte mir das mal eine in Paris so an den Kopf geworfen, blo? weil ich sie mit Respekt behandeln wollte. Aber bei ihm stimmte es ja. Ich hatte sowas noch nie mit einem Mann gemacht. Und ich war mir nicht mal sicher, ob ich das wollte. Immerhin war es mehr Heimweh als alles andere, was mich her trieb. Ein kleiner blonder Engel, den ich in den Arm nehmen k?nnte. Und vielleicht ein wenig halten. Und vielleicht ein wenig... k¨¹ssen? Keine Ahnung, vielleicht gefiel mir sein Gesicht auch nicht. Oder er sah so niedlich aus, dass ich anfing zu heulen. Ob ich das bei ihm durfte? In seinen Armen liegen und weinen? Einfach den Schmerz der Welt vergessen, mich streicheln lassen, gehalten, geborgen, wenigstens ein paar Minuten? ''Sie machen den Preis mit ihm aus.'', hatte der Zuh?lter gesagt. Dann w¨¹rden wir uns bestimmt einig werden. Wer wei?, was andere M?nner wohl von ihm verlangten, da war ich hoffentlich nicht der schr?gste Kerl, wenn ich nur kuscheln wollte. Erst mal. Verdammt. Ich nahm meine Schirmm¨¹tze ab und wuschelte mir ein wenig durch die Haare. Aufgeregt sah ich auf meine Schuhe und legte mir im Kopf meine Worte zurecht: ''Hey, ich bin James Barnes.'' ''Hey Kleiner, ich bin James.'' ''Hi Benjamin, ich bin James, aber du kannst Bucky sagen.'' Ich sch¨¹ttelte unwirsch den Kopf. Kam das nicht viel zu ¨¹berheblich r¨¹ber? Und sollte ich ihm wirklich sagen, wie ich hei?e? Wollte ich ¨¹berhaupt, dass er dabei mit mir sprach? Und Bucky sagte? Ich legte frustriert die Hand ¨¹ber die Augen, und verfluchte mich innerlich daf¨¹r, her gekommen zu sein. Vielleicht sollte ich einfach warten, bis er was sagte? Wie k?nnte das laufen? ''Hi, ich bin Benjamin, willst du bumsen? 40$ mit Gummi, 60$ ohne!'' Oh Herr, hatte er ¨¹berhaupt Gummis da? Ich hatte keine! Und wenn er welche da hatte, zog ER die dann ¨¹ber? Und dann? Ich bekam langsam doch Panik, besonders als ich h?rte, wie der junge Mann hinter dem Wandschirm hervor und auf mich zu getapst kam. Doch dann lief es mir kalt den R¨¹cken runter, und ich riss die Augen auf, als er mich nun klar und deutlich ansprach: ?Okay Schnucky, m?chtest du mir verraten, wer du bist und worauf du so... BUCKY???¡° Fluch der Vergangenheit Das durfte nicht wahr sein! Bitte, von allen Menschen, warum war ausgerechnet er es? Ich wich schnell einen Schritt zur¨¹ck, riss mein Kleid von der Trennwand, in der Hoffnung mich damit etwas mehr zu bedecken, und keuchte erschrocken: ?Woher... wie hast du mich gefunden?!?¡° Ich machte, dass ich wieder hinter den Wandschirm kam, und nahm die bl?de Brille runter, die ich extra aufgezogen hatte, um so noch etwas sch¨¹chterner und hilfloser zu wirken. Es gefiel den meisten Veteranen, wenn sie das Gef¨¹hl hatte, jemand Wehrloses zum Besch¨¹tzen und Ben¨¹tzen zu kriegen, und au?erdem half sie mir dabei, mir ihre Gesichter ein zu pr?gen. Aber dieses Gesicht kannte ich nur zu gut. Und der Schock, der darin geschrieben stand, besch?mte mich zutiefst. Was er jetzt von mir denken mochte? Hasste er mich nun? Widerte es ihn an? Wahrscheinlich hat er es nicht wahr haben wollen und sich selbst ¨¹berzeugen m¨¹ssen. Aber wer hatte es ihm gesteckt? Verdammt, wer? ?Steve? Bist du es wirklich, bist das wirklich du??¡°, rief Bucks ungl?ubig aus, und schritt mir nach. Dabei musterte er mich von Kopf bis Fu?, worauf ich mich noch etwas mehr zur¨¹ck zog, und so auf dem Hocker an meinem Frisiertisch zusammen kauerte. Mir wurde schlagartig klar, dass er meine Schminke und die anderen Kleider sehen konnte, und ich bereute hierhin gefl¨¹chtet zu sein. Ich vermied weiter Blickkontakt, zu ¨¹berrumpelt um zu wissen was ich sagen sollte. Ich hatte noch den Lidstrich und das Rouge im Gesicht, weil es die meisten Kerle nicht st?rte und meine Z¨¹ge weicher machte. Jetzt besch?mte und widerte mich meine Entscheidung an, und ich wollte am Liebsten vor lauter Peinlichkeit im Boden versinken. Doch da legte mir mein alter Freund sanft die Hand auf die Schulter, sodass ich zu ihm hoch gucken musste. In seinen Augen schimmerten Tr?nen, und sein Mund verzog sich zu einem gequ?lten Grinsen, dass ich nicht deuten konnte, w?hrend er ¨¹berw?ltigt nach Luft schnappte: ?Aber... Stevie... Stevie, du lebst? Du bist okay? Aber... wie? Wieso? Was, was tust du hier?!¡° Ich zuckte darauf hilflos mit den Schultern, und dachte zerknirscht: ''Glaub mir, das willst du nicht wissen! Du w¨¹rdest es nicht verstehen. Und erst recht nicht gut hei?en.'' Ich war blo? dankbar, dass er mich nach meinem Auftritt gefunden hatte, und nicht direkt nach einem Kunden. Die Schande h?tten wohl weder er noch ich ertragen k?nnen. Aber da riss mein Gedankengang j?h ab, weil Bucks mich pl?tzlich fest in den Arm nahm. Er dr¨¹ckte mich so wie ich war an sich, und wimmerte: ?Oh Steve, es tut mir so leid! Es tut mir alles so leid! Bitte verzeih mir!¡° Verwirrt versuchte ich mich frei zu winden und ihn an zu sehen, um zu fragen: ?Was? Wieso, du hast doch nichts damit zu tun! Ich hab das... ich war...¡°, aber dann musste ich wieder herab sehen. Ja, es war allein meine Schuld, dass ich hier war. Nicht seine! Meine. Und ich sch?mte mich so sehr daf¨¹r. Hasste mich daf¨¹r. Auch weil ich ihm nichts sagen konnte, nicht schreiben konnte. Er muss sich solche Sorgen gemacht haben. Wegen mir. ?? Ich wollte wieder auf schauen, mich entschuldigen, irgend etwas sagen. Aber dann h?rte ich auf einmal ein bekanntes Lachen aus dem Gang und zuckte zusammen. Schei?e, nein! Nicht auch noch... Aber da klopfte es schon an meiner T¨¹r, und unser Sheriff t?nte wie ¨¹blich: ?Hey Benny mein Engel, bist du da? Machst du freiwillig auf, oder muss ich st¨¹rmen?¡° ?Schei?e!¡°, zischte ich gehetzt und erntete von Bucky, der ebenfalls zusammen gezuckt war, ein erstauntes Stirnrunzeln, aber ich beeilte mich ihn in einer schnellen Drehbewegung hinter mich auf den Hocker zu verfrachten und eindringlich zu flehen: ?Bitte sei still! Bitte!¡°, um dann die Trennwand etwas um zu klappen, sodass sie die Ecke noch besser abschirmte, und mich so ungezwungen wie m?glich an die T¨¹r zu stellen, um sie einen Spalt zu ?ffnen. ?Hey, Harold!¡°, hauchte ich unserem Sittenw?chter entgegen, ?Du, mir geht es heute nicht gut. Kannst du bitte ein anderes Mal wieder kommen? Heute geht es nicht!¡° Aber nat¨¹rlich lie? Hank sich nicht so leicht absch¨¹tteln. Er dr?ngte mich m¨¹helos zur¨¹ck und zog mich eng an sich, w?hrend er flugs die T¨¹r zu warf und ab schloss. Dann setzte er mir seinen Mund an den Hals und schob ungeduldig eine Hand unter den Stoff meiner Boxershorts, um ¨¹ber meinen Hintern zu streicheln. ?Mou-hum-mha!¡°, st?hnte er, w?hrend er mir einen Bluterguss verpasste, ?Ouh, ich liebe es, mhm, wenn du noch so unverbraucht riechst!¡° Mit M¨¹he wand ich mich aus der Umklammerung und von ihm ab, wobei ich mir die Schl?fen rieb und versuchte, einen ¨¹berzeugenden Jammerton an zu stimmen, als ich wiederholte: ?Ich kann nicht, mir geht es nicht gut! Ich hab Schmerzen, Hank! Bitte geh wieder... Geh zu Marcie, oder Dahlia!¡° Aber er stand sofort hinter mir, rieb sich mit seinem ausgebeulten Schritt an meinem Po und packte mich fest an Brust und Schulter, wobei er deutlich knurrte: ?Was denn, will mein kleines Flittchen etwa bockig sein? Das geh?rt sich aber nicht!¡° ?Bitte Harold, du tust mir weh! Komm morgen wieder, bitte!¡°, flehte ich, und betete, dass Bucky sich nicht einmischen w¨¹rde. ?Komm schon, genau so magst du es doch! L¨¹g mich nicht an, ich wei? doch, wie du ab gehst, wenn ich dich hart ran nehme!¡°, grollte Hank nun schon gereizt und drehte mich unsanft wieder zu sich. Ich sch?mte mich so sehr vor Bucks und hatte solche Angst, dass er mit Harold aneinander geraten k?nnte, dass ich noch verzweifelter bettelte: ?Ist ja gut, aber nicht heute! Bitte lass mich los, ich will nicht!¡° ?DU willst nicht?¡°, wetterte Hank jedoch emp?rt, ?Seit wann hat denn eine Hure was zu wollen? Entweder liegst du bei drei im Bett und machst die Beine breit, oder ich nehm dich fest und schmei? dich in die Arrestzelle zu den andern Perversen! Dann kannst du ja mal sehen, wie weit du mit ''Ich will nicht'' kommst!¡° Jetzt bekam ich richtig Schiss. Ich wusste ja, dass Hank am l?ngeren Hebel sa?, aber dass er mich so offen erpresste war schon selten. Er war anscheinend sehr gereizt und in dem Zustand duldete er keinen Widerspruch. Auch wenn er Gefallen daran hatte, ein wenig seine Macht zu demonstrieren, war es bisher bei etwas groben Kniffen und leichten Drohungen geblieben. Aber jetzt hatte ich wirklich Angst, dass er mir Gewalt antun w¨¹rde. Oder mich tats?chlich mit zur Wache nehmen k?nnte. Vielleicht sogar beides. Und ich wollte auf keinen Fall, dass Bucky das sah! Also rief ich verzweifelt aus: ?Hank, bitte... ich hab schon einen Kunden, bitte geh zu einem der M?dch...¡°, aber eine Backpfeife von ihm hinderte mich daran, weiter zu reden. ?Mir doch egal, muss der Kerl halt warten!¡°, schimpfte Harold und ich duckte mich in Erwartung des n?chsten Schlags. Aber der kam nicht, weil Bucks ihm den erhobenen Arm auf den R¨¹cken drehte und fauchte: ?Er sagte er will nicht! Also lassen Sie ihn in Ruhe!¡°, um ihn dann hart gegen die T¨¹r zu schubsen. Der Sheriff sah verschreckt zu ihm auf, aber er fasste sich schnell wieder, als ich versuchte meinen Freund zu b?ndigen: ?Danke Bucks, aber is gut jetzt, bitte halt dich zur¨¹ck!¡° Hank schaute von mir zu Bucky und feixte dann: ?Oh, einer von unseren ehrenwerten K?mpfern! Glauben Sie, Sie sind sein neuer Freund?¡°, er reckte den Hals vor und giftete: ?Falls Sie glauben, er w¨¹rde sich was f¨¹r Sie aufsparen, k?nnen Sie''s vergessen! Der Kleine ist sicher die mit Abstand dreckigste Nutte von ganz New York, und die billigste dazu!¡°, er leckte sich ¨¹ber die Lippen, ?Ich garantiere Ihnen, dass er sich blo? mal eben f¨¹r mich heraus geputzt hat! Er wei? n?mlich, wann ich vorbei komme. Und ich hab es satt, dass er mir den ganzen Schleim vor die F¨¹?e kotzt, wenn er mich bl?st, blo? weil er vorher so gierig war, alles zu schlucken! Er ist nur ein B¨¹ckst¨¹ck, mehr nicht!¡° Doch Bucks widersprach ihm bedrohlich ruhig: ?Er ist ein Mensch, genau wie Sie! Und wenn er nein sagt, haben Sie das zu respektieren!¡° If you spot this narrative on Amazon, know that it has been stolen. Report the violation. Harold lachte jedoch geh?ssig: ?Wenn er nein sagt! So einer wie der kann gar nicht wirklich nein sagen! Der will doch, dass er von anderen M?nnern durchgeritten wird, das ist seine Perversion! Seine Rosette ist schon ganz eitrig, und trotzdem bettelt er noch darum, von nem harten Kerl wie mir wund gefickt zu werden! Jetzt vor Ihnen spielt er auf Unschuld, aber Sie glauben ja nicht, wie der sonst ist!¡° Es machte mich so w¨¹tend, wie er vor meinem Freund ¨¹ber mich sprach. Es war gelogen, vollkommen gelogen, aber woher sollte Bucky das wissen? Selbst wenn er es f¨¹r ¨¹bertreibung hielt, ein K?rnchen Wahrheit w¨¹rde er mit Sicherheit daraus lesen. Und mich bestimmt schmutzig und absto?end finden. Doch noch schlug er sich auf meine Seite, als er wiederholte: ?Er hat nein gesagt. Wenn Sie das nicht respektieren, hat das nur was mit Ihnen zu tun! Es kann Ihnen egal sein, was er mit anderen macht, das geht Sie nichts an! Verschwinden Sie jetzt!¡° Ich sah best¨¹rzt von meinem Freund zum Sheriff und zur¨¹ck. In Hank brodelte es, das sp¨¹rte ich, doch auch Buckys Innenleben war mehr in Aufruhr, als seine K?rperhaltung vermuten lassen w¨¹rde. Und dann stellte sich Harold entspannt aufrecht und l?chelte verschlagen. Ich hielt den Atem an und betete, dass jetzt nicht kam was ich dachte. Doch Hank zog einfach l?ssig seinen Revolver und die Handschellen hervor und schnalzte mit der Zunge, als er s¨¹ffisant erkl?rte: ?Ach, wozu die Aufregung mein Herr? Und muss ich Sie ¨¹brigens erinnern, dass Sie sich gerade strafbar gemacht haben? Nicht nur, dass Sie ein paar Sittengesetze mit F¨¹?en treten, durch Unterst¨¹tzung illegaler Prostitution, Verabredung zu homosexuellen Handlungen, und so weiter...¡°, er grinste und sch¨¹ttelte tadelnd den Kopf, ?Nein, Sie haben auch noch einen ehrbaren Polizisten in Aus¨¹bung seiner T?tigkeit behindert und angegriffen! Wie soll man denn f¨¹r Sitte und Anstand sorgen, wenn sich irgendwelche Kriegshelden ¨¹ber die Gesetze stellen und meinen, sie k?nnten sich gegen den Staat wenden, dem sie doch dienen sollen?¡° Ich machte einen letzten, verzweifelten Versuch: ?Hank, bitte, du kannst doch morgen...¡°, aber er sprach einfach dar¨¹ber hinweg: ?Wenn Sie also so freundlich w?ren, sich und ''Ihrem Liebchen'' einen Ring an zu stecken...¡°, er klapperte mit den Handschellen und streckte sie Bucks hin, ?k?nnen wir den Rest auf der Wache kl?ren!¡° Bucks blieb stumm und r¨¹hrte sich nicht. Der Sittenw?chter hob herausfordernd eine Augenbraue und mahnte: ?Na kommen Sie, Sergeant! Eine Nacht in Arrest und ein kleines Verwarngeld, mehr wird es nicht f¨¹r Sie! Aber dann k?nnen Sie sich zumindest davon ¨¹berzeugen, dass ich Recht habe, was den kleinen ''Engel'' angeht! Ich wette, er wird sich mit Begeisterung und Ausdauer den anderen H?ftlingen widmen. Und Sie k?nnen in aller Ruhe zuschauen. Also, nachdem ich mit ihm fertig bin, nat¨¹rlich!¡° Sein selbstgerechtes Grinsen drehte mir den Magen um. Und ich sp¨¹rte, wie mein K?rper zu zittern begann, wie mir die Luft eng wurde, und sich ein stechender Schmerz in meinem Kopf ausbreitete. Aber da forderte Bucky blo? gefasst: ?Steve, mach die Augen zu!¡° ?Was?¡°, gab ich alarmiert zur¨¹ck und Hank schaute ihn verdutzt an: ?Steve? Oh, so nennt sich der Kleine als...¡° Mehr konnte er nicht raus bringen, denn wie der Blitz war Bucky pl?tzlich ¨¹ber ihm, hatte ihn zu Boden gerissen, den Revolver aus seinen Fingern gerungen, und presste ihn mit seinem K?rper herunter, ohne dass das Ganze mehr als ein kleines Poltern ausgel?st h?tte. ?Bucky! Um Gottes Willen, bitte, mach ihn nicht noch w¨¹tender! Er wirft dich f¨¹r immer in den Knast, h?r auf Bucks!¡°, rief ich panisch aus und wollte ihn schon weg zerren. Doch mein Freund r¨¹hrte sich nicht von der Stelle, sondern obwohl Hank unter ihm nickend bellte: ?Und ob! Du verdammte Schwuchtel h?ltst dich wohl f¨¹r was Bessererrrg...¡°, begann er unserem Sittenw?chter die Kehle zu zu dr¨¹cken. ?Augen zu, Steve! Ich sag es nicht noch einmal!¡°, wiederholte er fast fl¨¹sternd, ohne sich daran zu st?ren, dass der Mann unter ihm strampelte und nach ihm schlug, zun?chst noch zornig, dann jedoch immer verzweifelter. Ich starrte runter auf die beiden, gel?hmt vor Schreck. Ich hatte nicht erwartet, dass die Situation so eskalieren w¨¹rde. Und die Ruhe mit der mein Kindheitsfreund diesen Polizisten erw¨¹rgte, machte mir Angst. Doch als das Gurgeln und Schlagen lauter und hektischer wurde, sah Bucky mich pl?tzlich an, und es schien als wolle er sich entschuldigen. Das r¨¹ttelte mich aus meiner Starre, und verst?rt wich ich zur¨¹ck, fiel halb r¨¹ckw?rts aufs Bett, und kauerte mich dort zusammen, um mich schlie?lich auch noch zur Wand zu drehen, die Augen fest zu schlie?en und mir die Ohren zu zu halten. Ich wollte es nicht mehr mitkriegen. Ich begann laut zu wimmern, zitterte und machte mich noch kleiner. ''Bitte mach, dass es aufh?rt!'', betete ich, ''Mach, dass es vorbei ist, bitte!'' ?? ?Stevie.¡°, h?rte ich schlie?lich dumpf. Ich nahm die H?nde von den Ohren. ?Steve, es wird alles gut.¡°, versicherte mir Buckys Stimme. Ich wandte mich scheu um und sah ihn an. Er schaute ein bisschen besorgt, aber weiterhin gefasst und versicherte: ?Er lebt noch. Er hat noch Puls. Du kannst ihn f¨¹hlen, wenn du willst.¡° ?Er wird dich umbringen!¡°, quietschte ich ?ngstlich, und mein Herz raste erneut, ?Er wird sich r?chen, sobald er wach wird.¡° ?Ich k¨¹mmere mich darum. Du musst keine Angst haben. Es wird alles gut, das verspreche ich dir!¡°, gab Bucks jedoch unger¨¹hrt zur¨¹ck. Ich starrte ihn geschockt an, begann leicht den Kopf zu sch¨¹tteln. Er versicherte jedoch: ?Ich regle das. Er wird dir nie mehr weh tun.¡° ?Nein Bucky!¡°, bat ich ver?ngstigt, ?Tu das nicht, nicht wegen mir!¡° Mein Freund setzte sich jedoch zu mir aufs Bett und nahm meine H?nde, um mir eindringlich in die Augen zu sehen und zu bestimmen: ?Du musst dir keine Sorgen machen! H?r zu, du hast den Kerl heute nie gesehen! Du gehst einfach nach Hause und legst dich hin, und machst niemandem auf. Wenn man dich fragt, hast du den ganzen Tag geschlafen...¡° ?Bucky, das geht nicht!¡°, wollte ich einwerfen, aber er beharrte: ?Er lebt noch, h?rst du!? Man kann es nicht mit dir in Verbindung bringen. Es wird alles gut, du gehst nach Hause und legst dich schlafen, und wenn du aufwachst, ist alles vorbei und blo? noch ein b?ser Traum. Ich komm dann zu dir und k¨¹mmere mich um dich! Okay?¡° Ich sch¨¹ttelte jedoch bestimmt den Kopf und entgegnete: ?Das wird nicht funktionieren, Bucks! Ich kann hier nicht weg.¡° ?Warum nicht?¡°, wollte mein Freund verwundert wissen. Und so musste ich zugeben: ?Weil ich schon zuhause bin!¡° Bucks starrte mich v?llig perplex an und ich offenbarte ihm: ?Das hier... das ist mein Zuhause. Ich wohne hier. Ich schlafe hier. Ich esse hier. Ich... arbeite... hier. Das hier ist alles, was ich habe. Ich kann nirgendwo hin.¡° Bucky sah ¨¹berrumpelt und ergriffen aus. Er schien angestrengt nach zu denken, dann blickte er mir wieder in die Augen und dr¨¹ckte meine H?nde, als er sagte: ?Okay. Dann bleib hier. Nur bitte. Bitte versprich mir, dass du heute keinen... keinen... Kunden, mehr annimmst! Versprichst du es?¡° Er flehte mich regelrecht an und ich musste besch?mt die Augen nieder schlagen. Er missverstand das und legte mir die Hand an die Wange, damit ich ihn an sah. Das f¨¹hlte sich so seltsam an, und doch so vertraut. Er versprach: ?Ich kann dir Geld da lassen! Wenn du Schulden hast, kann ich einen Scheck schreiben, ich werd dir helfen, bitte, aber versprich mir, dass du heute keinen mehr annimmst, bitte!¡° ?Ja, ist ja gut! Ist gut, ich versprech es dir!¡°, gab ich ihm also mein Wort. Er dr¨¹ckte noch einmal meine Hand. Dann stand er auf und beugte sich wieder zu Harold runter, um ihn auf zu heben, und wie einen Betrunkenen zu st¨¹tzen. ?Ich komm zur¨¹ck, so schnell ich kann!¡°, versprach er noch, als er die T¨¹r auf schloss und kurz in den Flur sah. Dann zerrte er den schlaffen K?rper mit sich raus, wobei dessen Kopf gegen den T¨¹rrahmen schlug, doch er ignorierte es. Stattdessen blickte er noch einmal zur¨¹ck und schwor: ?Es wird alles gut werden! Ich lass dich nicht im Stich Stevie! Diesmal nicht!¡° Dann war mein alter Freund verschwunden. ?? Heimat der Tapferen, Land der Befreiten Es wurde schon dunkel, als ich in die enge Gasse zur¨¹ck kehrte, die mich wieder zu Steve bringen sollte. Ich hatte versucht, nicht daran zu denken, und mich blo? auf meine Aufgabe konzentriert, den widerlichen Mistkerl zu entsorgen. Zum Gl¨¹ck fand ich ein paar Autoschl¨¹ssel bei ihm, und so konnte ich uns schnell weg vom Ort des Geschehens und runter zu den Docks bringen. Die halbe Stadt war noch auf den Beinen um weitere Heimkehrer zu begr¨¹?en, und so konnte ich sicher sein, durch meine Uniform kein Aufsehen zu erregen. Im Gegenteil, als ich zur¨¹ck lief, verschwand ich so m¨¹helos in der Menge, dass sich mein Herzschlag schon wieder beruhigte, ehe ich den Hafen ganz hinter mir gelassen hatte. Ich machte mir keine zu gro?en Sorgen, was passieren k?nnte, wenn man den Typ oder seinen Wagen fand. Selbst wenn sich sichtbare W¨¹rgemale an seinem Hals halten sollten, w¨¹rden es seine Kollegen auf die vielen Schuldscheine beim Wettb¨¹ro schieben, die in seiner Brieftasche waren. Wenn er nicht gerade offen damit geprahlt hatte, regelm??ig im Puff handgreiflich zu werden. Aber er wird es wohl nicht riskiert haben, dass seine Frau es erf?hrt. Eigentlich h?tte ich mich schuldig f¨¹hlen sollen. Er war trotz allem ein Mensch, er hatte Familie, Freunde, Kollegen. Und keiner von ihnen w¨¹rde je wieder mit ihm sprechen k?nnen. Aber es perlte an mir ab. Ich hatte schon so vielen M?nnern in die Augen sehen m¨¹ssen, w?hrend sie starben. Freunden und Feinden, Kameraden oder Zivilisten. Von den Meisten hatte ich nicht mal den Namen, wusste nichts dar¨¹ber, wer oder wie sie waren. Der Krieg macht einen dem gegen¨¹ber wohl taub mit der Zeit. Stattdessen dachte ich blo? an Stevie. Wie der Kerl ihn angefasst hatte. Wie herablassend er mit ihm gesprochen hatte. Ihm gedroht hatte, so selbstsicher, so ¨¹berheblich. Das hielt die Wut in mir aufrecht, und so konnten meine Gedanken kaum dar¨¹ber hinaus wandern. Dazu, wie und warum Steve ¨¹berhaupt an diesen Ort gekommen war. Oder was er dort getan hatte. Wozu er gezwungen wurde. Oder ob er sogar freiwillig... Doch ich sch¨¹ttelte heftig den Kopf. Nein, die Logik dieses Perversen w¨¹rde ich nicht zulassen! ''Es gef?llt ihm!'', hatte er behauptet. Aber nat¨¹rlich, so kann man es sich ja sch?n reden! ''Er will das ja so, warum soll ich es dann nicht ausnutzen?'' Und dann traf es mich pl?tzlich wie ein Schlag, gerade als ich das geheime Zeichen gegen die Metallt¨¹r klopfen wollte: Wenn es nicht Steve gewesen w?re, h?tte ich mir das wohl selbst gesagt! ''Wenn er es anbietet, warum soll ich das nicht genie?en? Ich kann ja sanft sein. Es muss ja gar nicht zum ?u?ersten kommen!'' Wie viele M?nner hatten wohl schon mit genau diesen Gedanken vor dieser T¨¹r gestanden? Nur um drinnen dann ihre Frau oder Verlobte mit einem der M?dchen zu betr¨¹gen? Oder mit Steve... ?? Ich wollte es nicht glauben, gar nicht daran denken, also dr?ngte ich die Tr?nen zur¨¹ck und klopfte energisch dreimal lang und einmal kurz. Ich stellte mich entschlossen hin und als die Klappe zur¨¹ck geschoben wurde, raunte ich blo?: ?Ich m?chte zum Engel!¡°, w?hrend ich diesem Simon fest in die Augen sah. Die Klappe schloss sich wieder, und f¨¹r eine Sekunde bekam ich Angst, was ich tun sollte, wenn er mich nicht rein lie?. Aber dann ?ffnete sich die T¨¹r und der T¨¹rsteher trat beiseite, um mich ein zu lassen. Ich ging zielstrebig an ihm vorbei, den Gang runter, wobei ich mir versicherte, dass schon alles gut w¨¹rde. Ich w¨¹rde Steve retten, ihn hier raus bringen, zu mir, irgendwo in Sicherheit, und ihn f¨¹r immer besch¨¹tzen. Doch als ich an dem Fransenvorhang vorbei trabte, h?rte ich seine Stimme, wie sie sang: ?Bleibe bei mir! Lass mich nicht l?nger weinen! Versink in meinen Augen, und ich ertrink in deinen.¡° Ich blieb wie vom Blitz ger¨¹hrt stehen. Strich mit einer Hand die Fetzen zur Seite, und sah zur B¨¹hne hin. Dort stand ein zarter, blondgelockter Engel, in einem rosa Kleid, die Augen fest geschlossen, die Arme um sich geschlungen, und den roten Mund leicht ge?ffnet, um zu einer traurigen Melodie zu singen: ?W¨¹rdest du mich nur erh?ren, w?re ich f¨¹r immer dein! Ich w?re dein Zuhause, und nur dir treu allein!¡° Steves wundersch?ne Stimme, so sinnlich und flehend, schallte durch den Raum. Ich konnte gar nichts denken, merkte nicht wie ich durch den schummrigen, verrauchten Saal n?her ran ging, vorbei an Tischen die teilweise besetzt waren, bis ich vorne an der B¨¹hne stand. Und prompt auf einen Stuhl geschubst wurde, w?hrend einer brummte: ?Setz dich hin Romeo, andere wollen auch was sehen!¡° Doch ich reagierte gar nicht, konzentrierte mich auf Steve, der die Arme nun weit ?ffnete und schmetterte: ?Lass mich dein Kamerad sein, und kehre heim zu mir! Bis ans Ende aller Zeiten, lass uns Seit an Seit streiten, ans Ende aller Wege, da ginge ich mit dir! Kehr heim zu miiiiir!!!¡° Die Musik endete, ein paar M?nner klatschten Applaus, Steve lie? die Arme fallen, und l?chelte selig runter ins Publikum. Und sah mich, wie ich direkt vor ihm auf stand. Er zuckte erschrocken zusammen und starrte mich an. Ich konnte mir nicht helfen, ich streckte eine Hand nach ihm aus und beteuerte: ?Ich bin ja jetzt da! Und ich gehe nie wieder von dir fort!¡° Neben mir der Tisch begann schallend zu lachen, ein Mann zur Linken rief: ?Sie meint dich doch gar nicht, du Trottel!¡°, und zwei Herren weiter weg kommentierten: ?Jetzt hat es noch einen erwischt!¡°, und ?Sie singt aber auch zu herzzerrei?end!¡° Steve fing sich wieder, l?chelte nochmal gezwungen in die Menge und rief: ?Danke Jungs! Das war''s f¨¹r heute von mir! Weiterhin viel Spa? bei der Show!¡° Dann sprang er flugs von der B¨¹hne neben mich, griff meine Hand und zog mich hinter sich her. Ein angetrunkener Mann wollte sich in den Weg stellen und lallte: ?Mein Bengelchen, kann''se mir nochmal b¨¹schen lieb sein?¡°, aber Steve schob ihn sanft zur¨¹ck auf seinen Stuhl, wobei er hauchte: ?Heute nicht mehr, Charly, ein andermal!¡° Er zuckte dann nicht mal zusammen, als der Mann ihm einen Klaps auf den Hintern gab, und schleifte mich um so energischer weg, sodass ich gar keine Zeit hatte, mir f¨¹r den Typ eine Reaktion zu ¨¹berlegen. Im Flur kam dieser Simon auf uns zu und grollte: ?Der Boss will dich sprechen!¡°, aber Steve nickte nur ergeben, und machte, dass wir zur¨¹ck in sein Zimmer kamen. ?? Dort angekommen schloss er sofort ab, lie? meine Hand los und machte sich an einer kleinen Kommode zu schaffen, die unter dem Fenster am Bett stand. Er kramte eine Zigarette raus, die selbst gedreht aussah, und z¨¹ndete sie sich mit zittrigen Fingern an, um sofort einen tiefen Zug zu nehmen. Er atmete schwer, und presste eine Hand gegen die Stirn, wie wenn er Schmerzen hatte. Das Bild kam mir so vertraut vor. Ich wollte ihm gern helfen. Dann roch ich den s¨¹?lichen Geruch, der der Metholzigarette bei gemischt war. Ich war sprachlos. Ich h?tte nie gedacht, dass Steve Drogen nehmen w¨¹rde! Aber ich h?tte auch nie vermutet, dass er in einem Bordell arbeiten k?nnte. Oder dass ihm ein Kleid stehen w¨¹rde. Wie konnte ein Mann in einem Kleid so niedlich aussehen? Und so sexy? Ich sch¨¹ttelte den Kopf, um den Gedanken zu verjagen. Steves Atmung wurde mit jedem Zug ruhiger, und seine Haltung entspannte sich zunehmend. Er stand weiterhin mit dem Gesicht zum blinden Fenster, und hatte den Arm um sich geschlungen, als friere er. Dann hob er die andere Hand mit dem Rest der Kippe und fragte beil?ufig: ?Willst du auch mal?¡° Mir blieb der Mund offen stehen. Aber bei allem, was ich heute schon in Erw?gung gezogen und getan hatte, konnte es mir eigentlich auch egal sein. Also trat ich an seine Seite, und nahm ihm mit einem: ?Danke.¡° den Glimmst?ngel ab, um den Rest zu rauchen. Der Menthol schmeckte mir nicht sonderlich, aber die anderen Stoffe machten ein wenig benommen, und lie?en die Anspannung dahin schmelzen. Steve hielt mir dann einen Aschenbecher hin, in dem ich die Kippe aus dr¨¹ckte. Endlich drehte er mir sein Gesicht zu, und ich sah, dass er weinte. Doch ehe ich ihn tr?sten konnte, fl¨¹sterte er: ?Ging es schnell? Hat er gelitten?¡°, und sah mir in die Augen. Mein armer Stevie. Er war wirklich ein Engel, dass er mit dem Ekel noch Mitleid hatte. Also beruhigte ich ihn: ?Er hat nichts gesp¨¹rt. Und er wird dich nie mehr verletzen k?nnen, keine Sorge!¡° Doch er schlug die Augen nieder und presste die Hand an den Mund. Ich wollte ihn in den Arm nehmen, aber er wich mir aus und murmelte nur: ?Ich muss mich umziehen. Ich will nicht, dass du mich so siehst.¡° Ich versicherte ihm: ?Ich sehe dich doch schon. Du bist wundersch?n!¡°, aber er zuckte wie unter einem Schlag zusammen, und machte, dass er hinter den Wandschirm kam. Ich fragte mich, ob ich ihn wohl damit beleidigt hatte, also stellte ich mich neben die Trennwand und beteuerte: ?Ich meine nicht mal wegen dem Kleid, Stevie! Du siehst immer toll aus!¡°, ich biss mir auf die Lippen, versuchte es nochmal, ?Also, schon fr¨¹her. Aber jetzt halt auch. Du bist ein sch?ner Mann, Steve. Auch mit Schminke.¡° Er machte ein Ger?usch, was ablehnend klang, und ich wollte es wieder gut machen, sodass ich mich verhaspelte: ?Ich will nur sagen, dein K?rper ist sch?n! Daf¨¹r musst du dich nicht sch?men. Und du kannst halt sowas tragen, es steht dir!¡° Dann schlug ich mir mit der Hand gegen die Stirn. ''Es steht dir.'' Verdammt, wie dem¨¹tigend musste das f¨¹r ihn klingen? Als ob er wie eine Frau aussah, wie eine Tunte. Ein Schw?chling und kein Mann. Aber das stimmte doch so nicht, verdammt! Ich st?hnte frustriert ¨¹ber meine eigene Inkompetenz, suchte hilflos nach Worten, die es wieder gerade biegen k?nnten. Aber da streckte er mir die linke Hand ¨¹ber die Trennwand hin und meinte blo?: ?Schon gut Bucky. Ist in Ordnung.¡° Ich ergriff sie mit beiden H?nden und dr¨¹ckte sie einmal fest. Am Liebsten h?tte ich ihm noch einen Kuss darauf gegeben. Stattdessen lie? ich schnell wieder los, und er zog sie zur¨¹ck und sich weiter um. Dann h?rte ich, wie eine Flasche entkorkt wurde, und er fragte: ?Willst du auch nen Schluck?¡° ?Du solltest jetzt besser nichts trinken!¡°, mahnte ich besorgt. Ich hatte das Gef¨¹hl, dass er die Flasche eben zum Mund f¨¹hren wollte, und f¨¹gte hinzu: ?Bitte Steve! F¨¹r mich.¡° Ich hatte keine Ahnung, ob es n¨¹tzen w¨¹rde. Welches Recht hatte ich schon, ihm diesen Trost ab zu sprechen? Drogen, Sex, Alkohol... worin war mein armer Freund da blo? verwickelt worden? Zumindest Mord und Totschlag geh?rten wohl nicht auf die Liste, sonst h?tte ihn der Vorfall nicht so ersch¨¹ttert. Der Korken wurde wieder auf die Flasche gesetzt, und Steve murmelte ersch?pft: ?Dann h?tte ich wenigstens was im Bauch, was w?rmt.¡° Mein Blick fiel auf meinen Rucksack, der immer noch auf dem Boden neben dem Bett stand und ich machte mich eilig daran zu schaffen, w?hrend ich anbot: ?Du kannst meinen Pulli haben! Und ich hab noch Cracker, wenn du jetzt eine Kleinigkeit brauchst!¡° This tale has been unlawfully lifted from Royal Road. If you spot it on Amazon, please report it. ?Du musst mich nicht bemuttern, Bucky! Ich komm allein zurecht!¡°, warf Steve aber ein. Ich konnte mir gerade noch ein sarkastisches: ''Sieht man ja!'' verkneifen. Ich wollte ihm nicht weh tun. Nicht Steve. Also schloss ich blo? den Riemen wieder und wandte mich ihm zu, um auf zu stehen. Er hatte sich die Schminke gr??tenteils ab gewischt, wodurch seine Augen jedoch sehr dunkel und etwas verheult wirkten, sein leicht rot schattierter Mund daf¨¹r um so einladender. Ich sah schnell weiter, bemerkte die immer noch leicht gelockten Haare, die sein Gesicht umspielten, und ihm auf die knochigen Schultern fielen, an denen sein Unterhemd herunter hing. ¨¹ber den Boxern hatte er einen Maler-overall angezogen, sich jedoch die ?rmel um die H¨¹fte gebunden, statt ihn ganz zu schlie?en. Ich deutete darauf hin: ?Ich denke dir ist kalt? Warum also kein Oberteil?¡° Er trat neben mich ans Bett und murmelte: ?Die Decke ist viel kuscheliger.¡° Ich schaute runter. Mir fiel jetzt auf, dass das Bett zerw¨¹hlt aussahen. Ich guckte Steve an, und er blickte zur¨¹ck, w?hrend er nach der Decke griff. Ich wollte glauben, dass er blo? ein Nickerchen gemacht hatte, w?hrend ich weg war. ?Ich war ersch?pft.¡°, sagte er da auch schon wie zur Verteidigung, und ich entgegnete schnell: ?Nat¨¹rlich! Ich sagte ja auch, dass du dich besser hin legst.¡° ?? Also legte Steve die Decke um sich und setze sich aufs Bett. Ich setzte mich neben ihn. Wir wussten wohl beide nicht, wor¨¹ber wir als Erstes reden sollten, wo wir anfangen k?nnten, und so sahen wir uns abwechselnd an und wieder weg. Ich wollte ihn so vieles fragen, und doch am Liebsten nichts davon wissen. Vielleicht ging es ihm genauso. Dann schreckten wir beide hoch, als wir das Klopfzeichen erkannten, mit dem der Mann aus dem Pub mich zu Steve gef¨¹hrt hatte. Der Zuh?lter. Steves Zuh?lter. Es wirkte immer noch so irreal. Ob er sein Geld haben wollte? Steve war sofort auf gestanden und zur T¨¹r gegangen. Ich sprang ebenfalls auf, und hielt mich bereit, falls ich k?mpfen m¨¹sste. Doch Steve ?ffnete blo? langsam die T¨¹r und schaute auf. ?Ist er da?¡°, fragte der Mann. Steve nickte, zog die T¨¹r weiter auf und trat zur Seite. Ich konnte sehen, dass er immensen Respekt vor diesem Kerl hatte. Aber seltsamerweise schien keine Angst mit zu schwingen, was ich eher erwartet h?tte. Womit hatte er Steve in der Hand? Der Mann schloss die T¨¹r wieder, und lehnte sich mit verschr?nkten Armen dagegen. So blockierte er den Ausgang, aber es sah nicht aus, als wolle er uns fest halten, eher so, als habe er keine Geduld mehr, sich irgendwo anders einen Platz zum Ausruhen zu suchen. Er verschwendete nur einen kurzen Blick auf Steve, dann wandte er sich mir zu und grollte: ?H?tte ich gewusst, was Sie mir f¨¹r einen ?rger ins Haus schleppen, h?tte ich Sie nie angesprochen!¡° Ich ballte die F?uste, weil schlie?lich nicht ich es war, der mit brutalen Absichten her gekommen war, und entgegnete trocken: ?Ich bin dankbar, dass Sie''s getan haben. So konnte ich Schlimmeres verhindern.¡° Er schnaubte belustigt: ?Schlimmeres? Verhindern? Mein Gott, was seid ihr Jungs von der Truppe weltfremd, man will es nicht glauben! Denken Sie echt, wir h?tten keine gr??eren Sorgen, als Sheriff Burnham gehabt? Dass das der einzige Widerling ist, der mir ins Gesch?ft pfuscht?¡° ?Joe, bitte, er wollte mich nur besch¨¹tzen!¡°, meldete Steve sich zu Wort. ?Was mischt er sich ¨¹berhaupt ein?¡°, bellte der ihn jedoch vorwurfsvoll an, ?Kannst du dich nicht mehr selbst um sowas k¨¹mmern?¡° ?Was h?tte er denn tun sollen, sich einfach von diesem Bastard sch?nden lassen, w?hrend ich zusehe?¡°, schrie ich aufgebracht, doch er polterte gleichfalls zur¨¹ck: ?Es interessiert mich nicht, was f¨¹r Praktiken Sie hier ausf¨¹hren, ich kann keinen Stress mit der Sittenpolizei gebrauchen, kapiert? Wenn jemand ?rger macht, regeln wir das auf unsere Weise!¡° ?Indem Sie einfach weg gucken, oder was?¡°, schimpfte ich emp?rt, und Steve schloss sich an: ?Er hat doch eigentlich Recht, Joe! Es war nur eine Frage der Zeit, bis Hank mal durch dreht, oder einen von uns mit nimmt! Das h?tten wir gar nicht verhindern k?nnen, und dann h?tte es bestimmt ne Hausdurchsuchung gegeben!¡° ?Das wei?t du nicht, Ben!¡°, wollte der Zuh?lter ihn abw¨¹rgen, aber Steve kam richtig in Fahrt: ?Er hat oft genug dar¨¹ber gescherzt! Verdammt Joe, er hat die M?dchen bel?stigt, er hat die Kunden vergrault, die Bar gepl¨¹ndert, in den Shows rum gep?belt, und fast nie etwas bezahlt! Er hat sich ¨¹ber uns lustig gemacht, ¨¹ber dich! Doro hat er sogar mal ins Gesicht geschlagen, nur zum Spa?! Irgendwer musste ihn doch stoppen!¡° Steves Worte machten mich noch w¨¹tender, doch ich sah den Kampfgeist der in meinem Freund wieder erwacht war, und best?rkte ihn: ?Genau Steve, sag''s ihm, lass dir nichts gefallen!¡° Doch statt weiter zu schimpfen, starrte mein Freund mich alarmiert an, und auch Joe wandte sich mir zu, indem er fragte: ?Steve?¡° ?Sein Name ist...¡°, wollte ich den Typen aufkl?ren, doch er nahm mir den Wind aus den Segeln: ?Ich wei? wie er hei?t! Ich kenne alle meine M?dels mit richtigem Namen. Aber die geben sie nicht an die Kunden raus!¡°, er trat drohend einen Schritt auf mich zu, ?Wer sind Sie?¡°, dann an Steve gewandt: ?Woher kennt er dich?¡° Ich wollte mich schon melden, doch Steve hatte die Hand erhoben um mich zu bremsen, und antwortete stattdessen: ?Er kennt mich von fr¨¹her. Er ist mein Freund.¡° Anscheinend war das einen Nachricht, die dem Zuh?lter nicht gefiel, denn er lehnte sich wieder zur¨¹ck und vergrub das Gesicht in den H?nden, derweil Steve sich mehr aufrichtete und nerv?s schluckte. ?Dein Freund...¡°, grummelte Joe, nahm die H?nde runter und zischte ihn an: ?Was habe ich dir gesagt, als ich dich aufgenommen habe? Keine Ex-Partner, Aff?ren oder Hochschul-Liebschaften! Ich sag es euch immer wieder, lasst euer altes Leben hinter euch, sowas gibt nur ?rger, verdammt nochmal!¡° ?Er ist nicht mein Ex!¡°, stellte Steve sofort klar, was mich irgendwie r¨¹hrte. ?Nat¨¹rlich...¡°, wollte der Zuh?lter abwinken, doch wurde mein Freund deutlich: ?Ich habe nicht mit ihm geschlafen! Niemals!¡° Ich nickte blo?, denn es war ja die Wahrheit. Aber als Joe meinen Freund nur scharf ansah, f¨¹gte der hinzu: ?Und das wei?t du auch!¡° Ich hob die Brauen, aber Steve fixierte blo? entschlossen sein Gegen¨¹ber, worauf der mit einem Seufzer einknickte: ?Tja. Das wei? ich wohl. Also sch?n, er hat dich gefunden, wollte dich retten, und als Burnham grob zu dir geworden ist, hat er ihn kalt gemacht. Und jetzt? Reitet ihr beide in den Sonnenuntergang und baut euch hinterm Horizont eine gemeinsame Zukunft auf?¡° Damit hat er mich ¨¹berrumpelt. So bescheuert romantisch es klang, ich h?tte nichts dagegen gehabt, genau das zu tun! Alles was ich je wollte, war f¨¹r Steve da zu sein. Und ich hatte geschworen, ihn hier raus zu holen und zu besch¨¹tzen. Also antwortete ich spontan: ?Ja.¡° ?Nein.¡°, gab Steve im gleichen Moment entr¨¹stet zur¨¹ck und sah dann ¨¹berrascht zu mir r¨¹ber. Ich stammelte ein wenig ungeschickt: ?Naja, nicht so. Aber doch.¡°, ich schaute Joe in die Augen und versicherte: ?Sie werden keinen ?rger mehr mit uns haben. Ich nehme Steve mit, und wir verschwinden von hier, Sie werden nie wieder von uns h?ren!¡° Ich sah wie Panik in Steve auf stieg und den entr¨¹steten Blick in Joes Gesicht, sodass ich versprach: ?Wenn er noch Schulden bei Ihnen hat, kriegen Sie das Geld von mir, das ist kein Problem. Und ¨¹ber den Sheriff m¨¹ssen Sie sich keine Gedanken machen. Der hat noch Stunden gelebt, nachdem er hier raus ist. Ich wette wenn man ihn findet wird es nicht mal ne richtige Untersuchung geben, jedenfalls keine die Sie involviert, daf¨¹r habe ich gesorgt.¡° Ich dachte, damit sei alles gesagt. Doch als Joe sich dann an meinen Freund wandte, um sich zu vergewissern: ?Du verl?sst uns?¡°, widersprach der heftig: ?Nein! Nein, das war nicht... Ich...¡°, er sank jedoch etwas in sich zusammen, als ich ihn verwirrt an schaute und nach hakte: ?Wieso nicht, Steve? Gef?llt es dir hier etwa?¡° Es schien zu phantastisch. Doch statt prustend ab zu winken, biss Steve sich nerv?s auf die Unterlippe, und sah ratsuchend zu Joe! Der wischte sich erneut genervt ¨¹ber das Gesicht und grummelte: ?Ich sag doch immer, das gibt nur ?rger!¡°, bestimmte dann jedoch knapp: ?Alles klar Jungs, macht das unter euch aus! Morgen um 10 will ich deine Entscheidung h?ren, Ben! Und denk daran, wenn du gehst, darfst du nie wieder zur¨¹ck kommen, verstanden?¡° ?Verstanden!¡°, beteuerte Steve erleichtert, worauf Joe zufrieden nickte. Ich starrte weiter ungl?ubig zu meinem Freund hin, doch der schloss nur ergeben die T¨¹r hinter seinem Zuh?lter. Kaum jedoch, dass der drau?en war, schimpfte er mit mir: ?Was sollte das, Bucky? Du kannst doch nicht einfach ¨¹ber mich bestimmen und f¨¹r mich entscheiden? Ich bin nicht dein Eigentum, ich hab ein W?rtchen mit zu reden!¡° Ich war davon gekr?nkt und so rutschte mir raus: ?Ich will dich blo? retten und hier raus holen! Warum regt dich das so auf, aber wenn dir ein Typ an die W?sche will, versuchst du Kompromisse aus zu handeln?¡° Steve ballte blo? wieder die F?uste und grollte beleidigt: ?Erstens habe ich nie darum gebeten, gerettet zu werden, nie! Auch damals nicht, auch nicht von dir! Und Zweitens, du willst hier pl?tzlich mein ganzes Leben auf den Kopf stellen! Wenn mich jemand bedr?ngt, geht es nur darum, kommt er jetzt dran, oder sp?ter. Oder mal nicht bei mir. Kleinigkeiten eben.¡° ?Sowas nennst du Kleinigkeiten?¡°, schnappte ich perplex nach Luft, worauf er entgegnete: ?Du musst ja nicht so leben!¡° ?Du auch nicht!¡°, bestimmte ich energisch, und kam n?her, legte meine H?nde auf seine Schultern und wiederholte: ?Du musst nicht mehr so leben, ich hol dich hier raus! Bitte Steve, ich kann f¨¹r dich sorgen, du musst das nicht mehr tun!¡° Er guckte verwirrt zu mir hoch und hakte nach: ?Du willst mich versorgen? Wir, wir sind doch nicht verheiratet, warum solltest du... Ich will doch keine Almosen von dir!¡° ?Es sind keine Almosen, wir sind doch Freunde! Freunde passen aufeinander auf, das haben wir uns doch versprochen!¡°, beharrte ich, ?Wir wollten f¨¹reinander da sein, bis zum Schluss! Also bitte Steve! Ich will doch nur f¨¹r dich da sein!¡° Ich sah wie sich ein L?cheln in sein Gesicht dr?ngte, und versuchte ihn zu ermutigen, indem ich ebenfalls l?chelte. Doch er entwand sich pl?tzlich meines Griffs, um sich wieder auf dem Bett in die Decke zu h¨¹llen, das Gesicht von mir abgewandt, wobei er murmelte: ?Als wir uns das geschworen haben, da sah es auch noch so aus, also ob ich dir ebenfalls mal helfen k?nnte. Und jetzt? Was w?re dabei f¨¹r dich drin?¡° Unsicher setzte ich mich neben ihn. ?Kann man nicht einfach so nett zu jemandem sein?¡°, fragte ich. Er sch¨¹ttelte leicht den Kopf und zog die Decke enger. Ich h?rte wie sein Magen knurrte. Ich wollte, dass er mich an sah, also legte ich ihm eine Hand aufs Bein, und beharrte: ?Und wenn man den anderen sehr mag? Wenn man nur bei ihm sein will? Einfach so?¡° Er drehte sich langsam zu mir, guckte aber runter auf meine Hand, die etwas ¨¹ber seinem Knie lag. Dann ?ffnete er die Decke ein wenig, vielleicht unabsichtlich, aber er schaute mich mit gro?en Augen an und fragte skeptisch: ?''Einfach so'' gibt es nicht. Also was willst du von mir?¡° Ich runzelte die Stirn, aber dann zog ich schnell die Hand weg und betonte: ?Auf jeden Fall nicht das!¡° Es verwirrte mich, dass er gekr?nkt aus sah. Doch dann senkte er besch?mt den Kopf und zog die Decke wieder enger. Ich konnte nicht verstehen warum Steve sich so sehr dagegen str?ubte meine Hilfe an zu nehmen. War er trotz allem zu stolz? ?Warum willst du nicht mit mir gehen?¡°, fragte ich spontan. Er zuckte, als l?ge ihm eine Antwort auf den Lippen, aber er blieb stumm. Daf¨¹r grummelte sein Bauch erneut. ''Vielleicht l?sst er sich eher auf was Kleines ein, und ich kann ihn dar¨¹ber erreichen!'',kam mir die Idee, und so schlug ich vor: ?Okay, w¨¹rdest du denn mit mir was Essen gehen, Stevie?¡° Er l?chelte, aber gab lapidar zur¨¹ck: ?Ich hab kein Geld.¡° ?Aber Hunger!¡°, versuchte ich zu scherzen, ?Komm schon, ich geb dir nen Hotdog aus! Dann kann ich dir zeigen, dass ich inzwischen gelernt habe, nicht zu kleckern!¡° Es schien zu funktionieren, Steves Haltung entspannte sich etwas, und mit einem Grinsen wandte er sich zu mir: ?Ach wirklich? Naja, wundert mich nicht, wenn du keinen hattest, der f¨¹r dich die Flecken aus den Hemden w?scht.¡° Ich schenkte ihm mein charmantestes L?cheln und gab ihm Recht: ?Eben! Was das angeht bin ich ohne dich echt aufgeschmissen.¡° Das wischte zwar sein Grinsen beiseite, aber als ich nachsetzte: ?Komm schon. Um der alten Zeiten willen!¡°, gab er endlich nach: ?Also sch?n. Um der alten Zeiten willen. Mal sehen, ob wir ¨¹berhaupt was kriegen.¡° ?? Verh?re und Beichten Also sah ich zu, dass ich mich nun doch ordentlich ab schminkte, und mich so gut es ging ausgehfertig machte. Ich war schon l?nger nicht mehr drau?en gewesen. Es gab f¨¹r mich inzwischen kaum noch Gr¨¹nde, ¨¹berhaupt das Rote Haus zu verlassen, und ich verzog mich lieber in mein eigenes Reich. Insofern war es mir dann etwas peinlich, dass die einzige Hose, die ich tats?chlich an ziehen konnte, im Grunde die meines Overalls war. Aber unter meinem schwarzen Mantel w¨¹rde der nicht so auffallen. Die sch?bigen Hausschuhe, die mir als einzige Fu?bekleidung noch geblieben waren, w?ren da schon schwieriger zu verstecken. Ich hoffte einfach, dass man im Dunkeln nicht so darauf achten w¨¹rde. Zuletzt setzte ich die Brille auf und meinen Hut, unter dem ich die langen Haare versteckte. So einigerma?en pr?sentabel f¨¹hrte ich meinen alten Freund raus in das Nachtleben, ¨¹ber den Vordereingang des Clubs. Ich war etwas ¨¹berrascht, wie viel doch tats?chlich noch los war. Ich hatte zwar durchaus bemerkt, dass die Stadt ihre Heimkehrer noch bis in die Nacht feierte, aber das schlug sich eher in mehr Kunden bei uns nieder. Also noch ein Grund weniger, abends unterwegs zu sein. Es besch?mte mich. Ich hatte mich so an mein neues Leben gew?hnt, mich so gut darin eingerichtet, dass es nun schwer war, diese Logik ab zu sch¨¹tteln. Dass Bucky mich gefunden hatte, brachte einfach alles durcheinander. Nat¨¹rlich war ich froh, ihn wohlbehalten wieder zu sehen. Aber ich h?tte nie gewollt, dass er von meinem lasterhaften Lebensstil erf?hrt! Und dann wegen mir auch noch ein Schwerverbrechen ver¨¹bt! Ich machte mir deswegen Vorw¨¹rfe. Auch wenn die Sache nur wegen Hank so eskaliert war, dachte ich doch, vielleicht h?tte ich ihm fr¨¹her ?fter Grenzen setzen sollen, damit er dieses eine Mal einfach ging, statt so brutal zu werden. Aber das alles w?re ohnehin nie passiert, wenn ich nicht das tun w¨¹rde, was ich nunmal tat. Bucks lie? mich dankbarerweise mit Fragen in Ruhe, und erz?hlte stattdessen von der ¨¹berfahrt, w?hrend wir zum Central Park spazierten. Dort trieb sich tats?chlich noch ein Imbissverk?ufer rum, bei dem mein alter Kumpel dann seine Bestellung auf gab: ?Zweimal Hotdogs mit allem, aber einer nur Ketchup und einer nur Senf, okay?¡° Ich l?chelte. Es erinnerte mich wirklich an fr¨¹her. W?hrend der Uni hatten wir uns in der Mittagszeit oft Hotdogs geholt, weil sie so praktisch waren und schnell satt machten. Leider hat sich Bucks oft im Gehen damit bekleckert, wobei die Senfflecken meist leichter raus zu bekommen waren als der Ketchup. Also hatte er sich irgendwann angew?hnt, immer ohne Ketchup zu bestellen, w?hrend ich ohne Senf bekam, weil ich Sch?rfe nicht gut vertrug. Es tat gut, sowas Vertrautes zu tun. Ein Hauch von Geborgenheit. Leider hielt es nicht lang, weil ich dann beim Anblick meines Hotdogs direkt daran dachte, dass ich inzwischen keine Probleme mehr hatte, sowas zu schlucken, und fast das ganze W¨¹rstchen in einem in den Mund nehmen konnte. Ein doch erstaunliches Talent, welches ich meinem Freund durchaus gern demonstriert h?tte, wenn es nicht so offensichtlich w?re, woher ich das konnte. Aber das Essen tat mir gut, es f¨¹llte meinen grollenden Magen und befriedigte den Appetit, den die Zigarette ausgel?st hatte. Und dass Bucks daf¨¹r bezahlte, konnte ich immerhin annehmen. Schlie?lich war der Grund daf¨¹r, dass ich heute kein Bargeld bei mir hatte, das Versprechen was ich ihm geben musste. ?? Nachdem wir gegessen hatten und ich seine eher trivialen Fragen zu den Ver?nderungen in der Stadt erfolgreich beantwortet oder verdr?ngt hatte, kamen wir an einer irischen Kirche vorbei. Bucky war daf¨¹r, dass wir eben rein gingen und eine Kerze stiften sollten, was f¨¹r ihn un¨¹blich war. Ich hingegen w?re lieber weiter gegangen, anstatt Fu? in das Gotteshaus zu setzen. Was wiederum un¨¹blich f¨¹r mich war. ?Na komm schon Steve! Ich kann auch das Geld f¨¹r dich auslegen, damit wir beide eine anz¨¹nden. Vorgestern war doch Sarahs Todestag, oder? Sie freut sich bestimmt, wenn du ihr noch eine schenkst!¡°, meinte mein Kindheitsfreund. Er wusste tats?chlich noch, wann meine Mom gestorben war. Und nahm an, dass ich ihrer gedacht hatte. Das tat weh, und ich nickte schuldbewusst, um an seiner Seite durch die schweren Eichentore zu treten. Da es sp?t war, war die Kirche leer, und au?er den Gedenkkerzen gab es kaum Licht, doch die strahlten daf¨¹r umso zahlreicher vor den verschiedenen Heiligenfiguren. Bucks tauchte seine Finger ins Weihwasser, und schlug ein Kreuz vor seinem Gesicht, was ich ihm nach tat. Ich f¨¹hlte mich dabei wie ein Betr¨¹ger, und war ein kleines Bisschen ¨¹berrascht, dass ich mir nicht die Hand verbrannte. Still traten wir vor die Marienstatue, unter der ebenfalls eine gro?e Anzahl Kerzen brannte, sodass kaum noch Platz ¨¹ber war. Bucks warf zwei Vierteldollar in den Opferstock und reichte mir eine der frischen Kerzen, die f¨¹r die Gl?ubigen bereit lagen. Stumm z¨¹ndete er seine an einer bereits brennenden Kerze an, stellte sie zu dem glimmenden Lichtermeer, und setzte seine M¨¹tze ab. Dann ging er auf die Knie, schloss die Augen, und begann zu beten. Leise, fl¨¹sternd. Doch da es totenstill war und er auf meiner rechten Seite stand, konnte ich dennoch Fetzen davon h?ren. Es klang wie: ?... und f¨¹r die ¨¹berfahrt... kein Unfall... daf¨¹r dass... und danke, dass ich Stevie wieder gefunden habe und er lebt...¡° Vielleicht hat er es lauter gesagt als gew?hnlich, damit ich es h?re. Aber normalerweise h?tte ich auch l?ngst neben ihm gekniet und ebenfalls konzentriert gebetet. Doch ich konnte nicht. Ich konnte nicht mal die Kerze anz¨¹nden. Ich stand blo? stumm da, zitternd vor K?lte und vor Scham, und schaute zu der Marienstatue auf. Mom hatte oft mit mir zu Maria gebetet. Sie sagte immer: ?Steven, wenn du irgendwelche Sorgen hast, dann komm zu mir. Aber wenn du jemals nicht mit mir reden kannst, dann geh zu ihr! Sie war auch eine Mutter. Also kannst du ihr auch alles sagen. Sie wird dich immer besch¨¹tzen. Und sie wird dir alles verzeihen.¡° Und nach ihrem Tod hatte ich auch stets so gehandelt. Aber ich konnte es nicht mehr. Ich sah blo? hoch in dieses g¨¹tige Gesicht unter dem Heiligenschein und blieb wie erstarrt stehen, w?hrend mir die Tr?nen in die Augen traten. Ich musste mich sehr zusammen rei?en, keinen Ton zu machen. Ich wollte Bucky nicht st?ren. Und nicht riskieren, dass er h?rte, wie ich weine. Also legte ich den Kopf noch mehr in den Nacken, und schloss die Augen, damit die Tr?nen an der Seite runter liefen, und ich nicht die Nase hoch ziehen musste. Meine Hand ballte sich um die Kerze, so fest, dass ich Angst hatte sie zu zerbrechen, w?hrend ich verzweifelt versuchte mich zu beruhigen. Bucks w¨¹rde nicht ewig mit beten besch?ftigt sein. Ich musste mich irgendwie zusammen rei?en. ?Du kannst ihr alles sagen.¡°, h?rte ich jedoch wieder die Stimme meiner Mom, und ein Schluchzen entfuhr meiner Kehle. Nur kurz und leise, aber in der leeren Kirche echote es dennoch wie ein verr?terischer Fluch. Ich wollte mich abwenden, da stand Bucks aber schon auf und fragte besorgt: ?Steve, was hast du denn? Geht es dir nicht gut?¡° Ich wollte mich verstecken, doch weil er die Hand auf meine Schulter legte, gab ich bitter zur¨¹ck: ?Wie soll es mir denn schon gehen?¡° Er sah unsicher zwischen meinem Gesicht und der Kerze hin und her und versuchte aus zu weichen: ?Hast du noch nicht gebetet? Danach geht es dir sicher besser!¡° Aber ich ballte immer noch die Faust, und nun brach der Wachs doch durch, worauf ich die Kerze einfach eilig zwischen die anderen stellte, um mich mit einem m?glichst abweisenden: ?Was bringt das schon?!¡°, rum zu drehen und Richtung Ausgang zu gehen. Mein Bauch tat weh, und ich wollte einfach nur raus. Bucky lief mir jedoch gleich nach und wollte wissen: ?Aber Stevie, was ist denn los? F¨¹r dich war Maria doch sonst...¡° ?Sie ist nur eine Statue, Bucks! Es ist nichts dahinter! Da ist niemand, der einen h?rt!¡°, schnitt ich ihm blasphemisch das Wort ab. Statt schockiert zu sein, hakte er verwirrt nach: ?Fr¨¹her hast du gerne zu ihr gebetet!¡° ?Da f¨¹hrte ich auch nicht so ein s¨¹ndiges Leben!¡°, gab ich schnippisch zur¨¹ck, denn Buckys h?fliche Ignoranz ging mir langsam auf die Nerven. Er konnte sich doch denken, wie unwohl ich mich hier f¨¹hlen musste. Wollte er mich so bestrafen, oder umstimmen? Doch da behauptete er: ?Sicher nicht so s¨¹ndig wie meines!¡° Ich blieb verwirrt stehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Bucks wirklich was Schlimmeres getan haben konnte, als ich. Aber dann sah ich wieder vor mir, mit wie wenig Emotionen er Hank die Luft ab gedr¨¹ckt hatte, und mir fr?stelte erneut. Aber dann schnaubte ich abwehrend. Er hatte wenigstens eine Ausrede. Er war Soldat, hatte in diesem Krieg gek?mpft. Er musste t?ten. Er hatte keine Wahl gehabt. Und ich... ?Wollen wir wetten?¡°, holte Bucks mich aus meinen Gedanken. Ich schaute skeptisch zu ihm hoch, und er deutete mit einem Nicken auf den Beichtstuhl, vor dem wir zum Stehen gekommen waren. Mir wurde direkt wieder eng in der Brust und mein Herz schlug schneller. Mein Kumpel schlug jedoch vor: ?So sp?t ist es noch nicht. Ich bin sicher, ich kann den Pater aus dem Bett holen, damit wir beichten k?nnen! Dann wirst du ja sehen, wer von uns l?nger drin sitzt.¡° Ich wusste was er vor hatte. Er wollte, dass ich mich von meinen S¨¹nden rein wusch. Fr¨¹her bin ich durchaus regelm??ig beichten gegangen. Es tat gut, sich einfach die Sorgen von der Seele zu reden. Doch nun wogen meine Verfehlungen so schwer, dass ich mich nicht traute, sie noch jemandem an zu vertrauen. Und ich wollte sie eigentlich auch lieber verdr?ngen. ?? Mein alter Freund sah mich herausfordernd an. Da f?llte ich eine Entscheidung. Ich raunte: ?Ich wei? was Besseres!¡°, und ging zur T¨¹r des Beichtstuhls, die f¨¹r den Priester vorgesehen war. Ich ?ffnete sie und deutet Bucks ein zu treten. Er kam verwundert n?her und vergewisserte sich: ?Was denn? Du willst BEI MIR beichten?¡° Es schien ihm unangenehm, doch ich sagte schlicht: ?Du willst es doch eh wissen! Also bitte!¡°, und winkte erneut. Bucks runzelte weiter die Brauen, doch dann ging er hinter den Vorhang, um sich auf den Platz des Beichtvaters zu setzen, w?hrend ich die T¨¹r schloss. Dann trat ich selbst in die Kabine f¨¹r den reuigen S¨¹nder, auch wenn ich mir immer noch wie ein Verr?ter vorkam. Bucks r?usperte sich z?gerlich: ?Okay, dann also... ?hm...¡° ?Vergieb mir Vater, denn ich habe ges¨¹ndigt!¡°, begann ich dann aber, ?Meine letzte Beichte liegt f¨¹nf Monate zur¨¹ck.¡° ?F¨¹nf Monate?¡°, wiederholte Bucks ungl?ubig, doch als ich nur stumm nickte, murmelte er unsicher: ?Nun, dann ?hhh, dann ist wohl nicht so viel Schlimmes passiert, oder?¡° ?Psch, hast du eine Ahnung!¡°, schnaubte ich bitter, doch als ich sein besorgtes Gesicht durch das Gitter sehen konnte, schaute ich wieder schuldbewusst auf meine Schuhe. Bucks fl¨¹sterte eindringlich: ?Also, willst du mir erz?hlen, was passiert ist?¡° Ich ?ffnete ein paar Mal den Mund, doch der Klo? in meinem Hals hinderte mich daran, etwas aus zu sprechen. So versuchte er es ¨¹ber die Rolle, die ich ihm zugewiesen hatte: ?Nun denn... Hast du flasche G?tter angebetet?¡° Ich sch¨¹ttelte leicht belustigt den Kopf. ?Den Namen des Herrn beschmutzt?¡°, hakte er nach. Ich sch¨¹ttelte weiter den Kopf. Auch als er fragte: ?Vater oder Mutter beleidigt? Oder einen anderen Menschen umgebracht?¡° Wieder mal wunderte ich mich ¨¹ber den harten Sprung in den 10 Geboten, mehr jedoch, dass mein Freund weiterhin so wertfrei ¨¹ber den Tod reden konnte, ohne jedes Schuldbewusstsein in der Stimme. Zugleich fragte ich mich, ob Bucks das mit der Sonntagsruhe vielleicht absichtlich ausgelassen hatte. If you stumble upon this narrative on Amazon, be aware that it has been stolen from Royal Road. Please report it. Denn hier h?tte ich schon was zugeben m¨¹ssen. Erstaunlich viele Kunden kamen nach der Messe quasi direkt zu uns. Ich zuckte zusammen. Vielleicht hatte er es auch vergessen. Bucks war nie so bibelfest wie ich gewesen. Doch als er weiter machte: ?Hast du andere ¨¹berfallen oder ausgeraubt?¡°, musste ich genervt einwerfen: ?H?r auf mich zu schonen Bucky! Du manipulierst die Fragen so, dass ich verneinen muss! Und fleischliche Begierden hast du ganz ausgelassen, obwohl du wei?t, dass das vor Raub und falschem Zeugnis kommt. Ich habe aber gestohlen, ich habe gelogen, und ich habe rum gehurt!¡° Ich sah wie er zusammen zuckte, wie er vermied mich an zu sehen. Er wollte es schon beiseite wischen: ?Nun, wenn es dich reut, dann s¨¹n...¡° ?Und ich werde es wieder tun!¡°, unterbrach ich trotzig. Jetzt starrte er mich schockiert an und rief aus: ?Was? Aber wieso?¡° Ich musste mich abwenden und er bohrte nach: ?Steve, wieso solltest du es wieder tun? Ich hol dich da raus, ich sorg f¨¹r dich, ich kann dich besch¨¹tzen, warum solltest du dahin zur¨¹ck gehen?¡° Ich blickte runter auf meine abgewetzten Hausschuhe, atmete tief ein und sagte blo?: ?Es ist mein Zuhause.¡° ?Aber das muss es nicht sein! Du kannst zu mir kommen, ich gebe dir ein neues Zuhause! Dann bist du frei und musst sowas nie mehr machen!¡°, ereiferte sich mein Kumpel, sodass ich resignierte: ?Du kapierst es nicht! Es ist nicht so einfach...¡° ?Doch, ist es!¡°, beharrte Bucks, und ich schoss zur¨¹ck: ?Ach ja, hast du pl?tzlich reich geerbt und kannst in Saus und Braus leben, dass du dir leisten kannst, mich mit durch zu f¨¹ttern? Hast du ¨¹berhaupt eine Ahnung, was das hei?t? Die Mieten sind gestiegen, die Preise f¨¹r Lebensmittel und Medikamente auch...¡° Er unterbrach mich: ?Das schaffen wir schon! Mensch Steve, wei?t du nicht mehr, ich wollte damals schon mit dir zusammen wohnen, dann h?tten wir uns die Kosten geteilt, doch du warst zu stolz daf¨¹r! Aber es ist okay, Hilfe an zu nehmen, also warum willst du meine nicht?¡° ?Weil ich dir nichts daf¨¹r geben kann!¡°, erkl?rte ich frustriert, ?Es w?re keine Gemeinschaft, das hier ist der einzige Job, den ich kriegen kann!¡° ?Das stimmt doch nicht, Stevie!?¡°, behauptete mein alter Freund, und ich stand verzweifelt auf, wollte schon gehen und murrte noch: ?Du verstehst es einfach nicht.¡° Da hielt er mich zur¨¹ck: ?Halt, warte bitte!¡° Ich blieb stehen, schaute ihn jedoch nicht an. Er versprach hastig: ?Bitte Steve, dann erkl?r es mir! Ich werde dich nicht verurteilen, okay? Aber hilf mir, es zu verstehen!¡° Also setzte ich mich wieder. Mir schwirrte leicht der Kopf und mein Puls stieg erneut, bei dem Gedanken tats?chlich vor Bucks aus zu packen. Ich wollte nicht, dass er mich hasst. Dass er mich absto?end findet. Und vielleicht so w¨¹tend wird, dass er mich an schreit. Oder schlimmeres. Ich kannte ihn doch nicht mehr. Er hatte sich so stark ver?ndert. Und ich mich noch mehr. K?nnten wir ¨¹berhaupt noch Freunde sein, jetzt? Und wenn er die Wahrheit kannte? Haltsuchend griff ich mit meiner Rechten in das Trenngitter und schluckte schwer. Dann zuckte ich zusammen, weil Bucks seine Linke ebenfalls so ins Gitter steckte, dass seine Hand quasi auf meiner lag, und sie fest hielt. Sie war so warm. ?Bitte Stevie! Ich will es nur verstehen!¡°, fl¨¹sterte er eindringlich. ?? Also atmete ich noch ein paar Mal tief ein und aus, um dann stockend zu berichten: ?Dann muss ich wohl ganz von Vorne anfangen. Damals, als ich dir noch geschrieben habe. Ich hab dir doch mal erz?hlt, dass ich mich mit meinen Zeichnungen bewerben wollte, oder?¡° Mein Kumpel nickte stumm. Also sprach ich weiter: ?Es war ¨¹berall das Selbe. Sie fanden meine Bilder gut, wollten gerne welche zur Ansicht behalten, sagten sie w¨¹rden sich melden. Aber ich bekam nie eine Zusage. Nicht in der Werbebranche, nicht bei den Illustrierten, auch nicht bei einzelnen Firmen, wenn diese einen Zeichner suchten. Keiner wollte mich.¡° ?Aber hattest du nicht einen Job bei dieser Baufirma?¡°, warf Bucks ein. ?Ja, bei Loyson und Sinch, als Anstreicher. Und ich kam damit einigerma?en ¨¹ber die Runden.¡°, gab ich ihm Recht, ?Tja, und dann passierte der Unfall.¡° Ich musste unwillk¨¹rlich meine linke Schulter bewegen. Wenn es kalt war, tat sie immer noch etwas weh. Buckys Finger streichelte ¨¹ber meine Hand, und von dem Kitzeln musste ich grinsen. Also sprach ich schnell weiter: ?Im Grunde war es die Schuld vom Vorarbeiter, weil der das Ger¨¹st nicht richtig gesichert hatte. Jedenfalls, einer der Kollegen ist gestolpert und hat seine Bretter fallen gelassen. Eins hat mich in die Seite getroffen, ich brach r¨¹ckw?rts durch die Absperrung und fiel zwei Stockwerke tief auf den R¨¹cken, direkt auf einen Haufen Baumaterial und eine Werkzeugkiste. Und dann steckte mir ein Schraubenzieher in der Schulter.¡° Mein Kumpel zog scharf die Luft ein, lie? mich aber aus reden: ?Die anderen sind zwar zu mir hin, um mir auf zu helfen. Aber statt mich ins Krankenhaus zu bringen, haben sie mich nur rein ins Haus gebracht, damit man mich nicht mehr so schreien h?rt. Und sie haben den Schraubenzieher einfach raus gezogen und mich verbunden. Immerhin die Beine waren ja nicht gebrochen, also konnte ich doch weiter arbeiten.¡° Ich verzog das Gesicht vor Wut. Und erkl?rte knapp: ?Die Firma wollte keine Verantwortung ¨¹bernehmen, und als ich doch zum Arzt bin und krank geschrieben wurde, haben sie mich gefeuert. Ich hab ihnen noch mit einem Anwalt gedroht, doch der Vorarbeiter hat mich ausgelacht und gesagt, dann w¨¹rden alle sagen, dass ich betrunken war, und den Unfall selbst verschuldet habe.¡° Bucks schnappte emp?rt nach Luft: ?Gott, Steve, das ist ja furchtbar! Diese Mistkerle! Warum hast du mir nichts davon geschrieben?¡° ?Was h?ttest du denn machen sollen?¡°, gab ich zur¨¹ck, ?Du warst doch am K?mpfen, hast mir geschrieben, wie grausam es ist, wie kalt und einsam dir oft war, dass ihr manchmal nicht genug zu Essen hattet. Warum sollte ich dich da noch mit Sorgen um mich belasten?¡° Er widersprach: ?Moment mal, so habe ich das aber nie geschrieben!¡°, doch ich schaute ihn pr¨¹fend an: ?War es etwa nicht so? Bucks, ich kann zwischen den Zeilen lesen, ich wei? wie du klingst, wenn du mir was verheimlichst! Und au?erdem hatte einer der Kollegen einen Bruder der ebenfalls an eurer Front gek?mpft und ihm davon geschrieben hat.¡° Buckys Schultern sanken ertappt zusammen, doch dann forderte er: ?Okay, also wolltest du mich schonen. Aber was ist dann passiert? Das ist doch nicht die einzige Firma in New York, bei der du h?ttest arbeiten k?nnen?¡° Ich verzog den Mund zu einem gezwungenen L?cheln, um auf zu z?hlen: ?Nein. Aber mein Vorgesetzter verbreitete nicht gerade das beste Image von mir. Er schimpfte ich sei ein Querulant, ein St?renfried, der die Kollegen aufwiegeln w¨¹rde, und ein Schw?chling der nichts taugt noch dazu.¡°, ich sp¨¹rte wie sich in Bucky Widerspruch formierte und redete schnell weiter, ?Naja, und da meine Schulter lange zum Heilen brauchte und ich so den Arm kaum bewegen konnte, war ich f¨¹r die meisten Handwerksberufe auch nicht mehr zu gebrauchen. Ich hab es dann noch in anderen Brachen versucht. Als Sekret?r bei einer Versicherung, als Aushilfe in einer B?ckerei, und in einem Modegesch?ft als Verk?ufer. Aber ich bin ¨¹berall raus geflogen.¡° ?Was denn, du? Welcher Idiot wirft dich denn raus?¡°, wollte Bucks ungl?ubig wissen. Also erkl?rte ich: ?Die Selben Idioten, die auch Frauen bel?stigen, die Armen verachten, und keine Schwarzen bedienen wollen.¡° Mein Kumpel runzelte ¨¹berrumpelt die Stirn, also holte ich aus: ?In der Versicherung arbeitete ein Typ, der immer die Sekret?rinnen begrapscht hat, und dem ich dazu mal die Meinung gesagt habe. Leider war das der Sohn vom Chef. Offiziell haben sie mich gefeuert, weil ich zu lange brauchte, um die Aktenstapel von A nach B zu bringen, wegen meines Arms. Bei der B?ckerei bekam ich ?rger, weil ich abends die Brote die ich in den M¨¹ll werfen sollte einfach an ein paar Kinder verschenkt habe, die sie sonst aus den M¨¹lltonnen gefischt h?tten. Aber ich kam durch mein Asthma ohnehin nicht mit dem ganzen Mehlstaub zurecht. Tja, und in dem Modegesch?ft hab ich einem schwarzen Herrn einen Anzug anpassen und verkaufen wollen, aber der Besitzer war dagegen.¡° Bucks seufzte resigniert. Immerhin das war typisch f¨¹r mich. Dass ich mich mit den Chefs anlegte, und dabei auf die Schnauze fiel. Ich schloss meinen Bericht: ?Naja, und so hatte ich bei den Unternehmen und der Arbeitsvermittlung bald einen Ruf weg: zu klein, zu schwach, zu langsam, aber vor allem: zu vorlaut. Und so hagelte es immer mehr absagen.¡° Ich blieb eine Weile still und hing meinen Erinnerungen nach. So im Nachhinein konnte ich regelrecht zusehen, wie die Abw?rtsspirale begann und sich immer mehr und mehr zusammen zog. Ich sp¨¹rte, dass Bucky ein Kommentar auf den Lippen lag. Warum ich denn nicht l?nger durchgehalten hatte, mir Geld geliehen habe f¨¹r was Eigenes, oder ihm nicht wenigstens Bescheid sagen konnte. Aber er hielt sich daran, mich nicht zu verurteilen und wartet darauf, dass ich weiter sprach. Also erz?hlte ich: ?Das Ganze hat mich wohl doch sehr unter Stress gesetzt, denn ich bekam immer ?fter schlimme Bauchschmerzen, mit ¨¹belkeit und Erbrechen. Einmal war es so schlimm, dass ich Blut gespuckt habe, und da konnte ich es dann nicht mehr ignorieren. Im Krankenhaus haben sie mich dann direkt da behalten und operiert.¡°, mein Kumpel blickte mich besorgt an und ich stellte klar, ?Zwei Magengeschw¨¹re waren durch gebrochen. Ich hatte die Schmerzen vorher einfach ignoriert, weil ich auch in der Schulter immer noch welche hatte. Dazu noch die regul?re Migr?ne, und die Arthritis... du kennst das ja.¡°, er nickte, ?Es gab Wochen, da musste ich zweimal in die Apotheke, nur um Schmerzmittel nach zu kaufen. Und dann war doch alles umsonst, weil ich ohne Job eh nur zuhause war.¡° Das war einer der Gr¨¹nde, warum ich nicht unbedingt gehen wollte. Die verdammten Tabletten hatten irgendwann einfach nicht mehr gewirkt. Und dann hat mir im ''Roten Haus'' mal jemand was anderes Angeboten. Damit lie?en sich die Schmerzen aushalten, es ging mir damit einfach besser. Und meinem K?rper konnte es doch egal sein, ob die Drogen, die ihn kaputt machten, nun legal oder illegal waren. Aber bei dem Kapitel waren wir noch nicht. Bucks guckte mich inzwischen immer mitleidiger an. Das war mir peinlich, ich wollte nicht, dass er in mir jemand wehr- und hilfloses sah. Ich wollte nicht so sein. Auch wenn ich mich damals immer ?fter so f¨¹hlte. ?? Ich fuhr also fort: ?Durch die ganzen Arztrechnungen wurde es dann immer knapper mit dem Geld. Irgendwann war ich mit der Miete im R¨¹ckstand. Dann wurde mir der Strom ab gedreht. Ich hab versucht, mich ¨¹ber Wasser zu halten, hab versucht irgendwas als Tagel?hner zu bekommen, aber auch da wurde ich wenn dann als Letzter ausgew?hlt. Ich begann alles zu verkaufen was ich nicht unbedingt brauchte: Meinen Schreibtisch und den Stuhl, die Winterkleidung, Sch¨¹sseln, Gl?ser, meine Zeichensachen...¡° Buckys Hand schloss sich etwas um meine. Er wusste, wie viel mir das Malen bedeutete. Wie sehr ich auf mein Werkzeug gespart hatte. Ich wischte mir verstohlen eine Tr?ne aus dem Augenwinkel. Es zog mich sehr runter damals. Aber ich war ohnehin schon tief gesunken, wie ich ihm beichtete: ?Es wurde immer schlimmer. Aus Rechnungen wurden Mahnungen, der Vermieter drehte die Heizung ab und drohte mir mit Rausschmiss. Ich hatte zum Schluss fast nichts mehr ¨¹brig, nur noch meine Matratze auf dem Boden, eine Decke, ein Handtuch, zwei T?pfe, ein Messer, einen Schraubenzieher und einen L?ffel, und das, was ich am Leib trug. Und meine Zeichenmappe, mit dem Foto meiner Mutter drin.¡° Ich musste die Nase hoch ziehen, und wischte mir mit dem ?rmel die Tr?nen weg. Da schob Bucks ein Taschentuch durch eine der Maschen im Gitter, das ich mit einem Leisen: ?Danke.¡° annahm. ?Bitte. Lass dir Zeit.¡°, fl¨¹sterte mein Freund, und es schn¨¹rte mir fast die Kehle zu. Noch f¨¹hlte er mit mir, machte sich Vorw¨¹rfe, blo? weil ich versagt hatte. Wie w¨¹rde er aber den Rest der Geschichte aufnehmen? Ich redete schnell weiter: ?Ich hatte sogar die Lampen und die K¨¹chenm?bel verkauft, die eigentlich zur Wohnung geh?rten. Ich wusste, dass ich meine Kaution nicht zur¨¹ck bekommen w¨¹rde, und ich musste irgendwie meine Medizin bezahlen.¡° Ich schaute Bucks nicht mehr an. ''Du sollst nicht stehlen'' hei?t es in der Bibel. Doch ich hatte es getan. Gequ?lt berichtete ich weiter: ?Ich hatte solche Angst, auf der Stra?e zu landen. Ich hab wirklich mein Bestes getan, bin morgens ganz fr¨¹h zu den M?rkten hin und habe gefragt, ob ich wo aushelfen kann. Und wieder am Nachmittag, wenn ab gebaut wurde. Manchmal klappte das und ich bekam ein paar Dollar. Danach hab ich immer alles an losem Obst und Gem¨¹se eingesammelt, was noch so rum lag, zusammen mit der Holzwolle, und den halb leeren Steichholzheftchen, die die Leute einfach auf den Boden warfen. Und damit habe ich dann zuhause gekocht.¡°, ich war ein bisschen stolz auf mich, dass ich so noch eine Weile ausgehalten habe, ?Holzreste und Papier in den gro?en Topf f¨¹r das Feuer, und Gem¨¹se und Wasser in den kleinen, zum Kochen. Oft hab ich so dann auf der Matratze gesessen, den Kessel zwischen den Beinen, und die Decke um mich geschlungen.¡° Mein Kumpel mahnte besorgt: ?Aber das war doch gef?hrlich!¡° Ich zuckte mit den Schultern und meinte: ?Ich musste nur aufpassen, dass das Feuer nicht aus ging, und ich mich nicht verbrannte. Aber zumindest hatte ich es dann etwas warm. Ersticken konnte ich nicht, daf¨¹r pfiff der Wind zu sehr durch die Fensterritzen. Und immerhin das Wasser war nicht abgestellt worden.¡° Ich musste erneut Pause machen und tief durch atmen. Soweit war alles noch einfach und nachvollziehbar gewesen. Erst jetzt kam der richtig schwierige Teil. Das, wo es anfing. Und wo dann kein Weg mehr zur¨¹ck ging. Bucky dr¨¹ckte nochmal meine Hand und fragte sanft: ?Was ist dann passiert?¡° Ich hatte das Gef¨¹hl, dass es immer k?lter wurde, aber seine Hand strahlte weiter eine wohlige W?rme aus. Ich fragte mich, wann er sie wohl angeekelt weg ziehen w¨¹rde. In mir kamen wieder Tr?nen hoch, als ich neu ansetzte und ihm zuerst stockend, dann immer fl¨¹ssiger, von den Ereignissen erz?hlte, die mich zu dem gemacht hatten, was ich nun war. ?? R眉ckblende ?Ich wei? nicht mehr, welcher Tag es war. Aber ich bekam nochmal Post von dir. Ich hatte mich so gefreut, hatte gehofft du k?mst bald zur¨¹ck. Doch du schriebst, dass ihr euch auf eine Invasion vorbereitet, und du nicht mehr dazu sagen darfst. Nur dass es sicher gef?hrlich wird. Und dass ich f¨¹r dich eine Kerze mit anz¨¹nden soll. Dabei hatte ich nicht mal mehr das Geld, um dir zur¨¹ck zu schreiben. Ich musste den Brief f¨¹r mein Feuer verwenden, und hab dabei nur geweint. Ich wusste zwar, dass ich Feldpost zur Not auch im Postamt umsonst h?tte aufgeben k?nnen. Aber was h?tte ich dir denn schreiben sollen? Und ich war, inzwischen, nicht mehr so, pr?sentabel. Verstehst du? Ich hab es vermieden, mich l?nger als n?tig drau?en zu zeigen. Mir war es peinlich, wie ungepflegt ich inzwischen war. Und ausgerechnet da musste der Vermieter vorbei kommen. Es hatte wohl Beschwerden gegeben, wegen dem Rauch. Ich wollte ihn nicht rein lassen, aber er hat schon durch den T¨¹rspalt gesehen, dass seine Lampe fehlte und ist w¨¹tend rein gepoltert. Er hat so gebr¨¹llt. Ich hab versucht mich zu verteidigen, aber er forderte, dass ich sofort ausziehen sollte. Ich bat ihn um einen Tag Aufschub, um ihm sein Geld zu besorgen, aber er schimpfte: ?Sie k?nnen froh sein, wenn ich Sie nicht gleich eigenh?ndig zum Fenster raus werfe. Wenn Sie nicht in einer Stunde verschwunden sind, rufe ich die Polizei!¡° Ich musste also gehen. Viel hatte ich ja nicht mehr, so packte ich alles in meine Decke, band sie zu und trug sie wie ein B¨¹ndel ¨¹ber der Schulter, und meine Mappe unterm Arm. Die Matratze war zu sperrig, um sie mit zu nehmen, und ich machte mir gro?e Sorgen, wo ich die Nacht schlafen sollte. Es war in letzter Zeit immer k?lter geworden und die Vorstellung, auf dem blanken Boden in irgendeiner Gasse pennen zu m¨¹ssen, jagte mir Angst ein. Ich habe versucht irgendwo unter zu kommen. Aber in dem M?nnerwohnheim war kein Platz, oder vielleicht wollten sie mich auch nicht haben, weil ich keinen Job hatte und schon wie ein Landstreicher aussah. Immerhin meinen Overall hatte ich noch ¨¹brig, den ich ¨¹ber meinen restlichen Sachen trug. In der Obdachlosenunterkunft wollte ich lieber nicht bleiben, dort trieb sich zu viel aggressives Gesindel rum. Also klapperte ich die Hotels und Herbergen ab. Du kannst dir denken, wie gut das lief. Am Bahnhof gibt es ein Motel, bei dem die Zimmer 12$ pro Nacht kosten, mit Fr¨¹hst¨¹ck. Ich hatte noch 10$ und 45 Cent in der Tasche, als ich an die Rezeption kam. Ich versuchte zu handeln: ?Ich brauche das Fr¨¹hst¨¹ck nicht! K?nnen Sie das nicht abziehen?¡° Der Typ am Empfang winkte ab. Ich sagte: ?Aber ich kann mich n¨¹tzlich machen. Ich kann doch irgendwie die Schuld ab arbeiten.¡° Er meinte: ?So funktioniert das nicht. Sorry Kumpel.¡° Ich bat verzweifelt: ?Bitte, k?nnen Sie keine Ausnahme machen? Ich kann den Rest bestimmt noch zusammen bekommen!¡° Er zuckte die Schultern: ?Dann mach das, und komm danach wieder!¡° Ich sank frustriert zusammen, dann bat ich kleinlaut: ?Darf ich dann wenigstens kurz die Toilette benutzen?¡°, und er lachte: ?Wenn du die repariert kriegst! Wir warten seit zwei Tagen auf den Handwerker!¡° Das war dann mein Gl¨¹ck, denn tats?chlich war es nur ein kleiner Defekt, und ich bekam das Wasser wieder zum Laufen. Er lie? sich dann breit schlagen, und hat mir nur 10$ abgenommen und ein kleines Zimmer ¨¹berlassen. Aber es hatte ein Bett und eine Heizung. Und ich konnte das Gemeinschaftsbad auf dem Flur mit benutzen! Ich hab dann fast die halbe Seife aufgebraucht, um meine W?sche und mich selbst zu waschen. Alles au?er dem Overall, denn irgendwas musste ich ja noch an behalten. Die anderen Sachen hab ich im Zimmer verteilt breit gehangen und die Heizung auf gedreht. Es war dann wie in einer Waschk¨¹che da drin, aber f¨¹r mich war es der Himmel. ¡° ?? Ich wippte nerv?s mit dem Fu?, auch um mich ein bisschen warm zu halten, denn langsam zitterte ich vor K?lte. Aber nicht nur deshalb. Ich machte mich f¨¹r den Wendepunkt in der Geschichte bereit. Da unterbrach mich Bucks in meinen Gedanken: ?Das muss hart f¨¹r dich gewesen sein. Es tut mir leid, dass ich nicht f¨¹r dich da war.¡° Ich erwiderte: ?Du hast nichts damit zu tun. Ich hab... es war nur...¡°, ich ballte wieder die Hand an dem Gitter, und seine lockerte sich darauf, aber nicht um sie fort zu ziehen. Er streichelte blo? sanft ¨¹ber meine Haut. Das gab so ein sch?nes Kribbeln, dass es mich ganz aus dem Konzept brachte. Als ich aber hin sah, h?rte er auf und lie? die Hand wieder locker ruhen. Ich nickte, als w¨¹rde ich ihm darin Recht geben, um endlich weiter zu sprechen: ?? ?Das... Der n?chste Tag, da, es fing gut an, immerhin bekam ich Kaffee und ein belegtes Br?tchen. Aber ich hatte keinen Job, keine Ahnung, ob ich wieder die 12$ zusammen bekommen w¨¹rde. Ich bin also direkt nach dem Fr¨¹hst¨¹ck raus, nur im Overall, obwohl es mir etwas peinlich war. Alles andere war noch feucht, und es war k¨¹hl. Ich bin ¨¹berall hin gerannt, damit mir ein wenig warm w¨¹rde, hab rum gefragt, wo Hilfe gesucht wurde, aber ich hatte kein Gl¨¹ck. Ich verkniff mir das Mittagessen und ¨¹berlegte schon, ob ich mich vielleicht an die Stra?e stellen und betteln sollte. Und an die Stra?e gestellt hab ich mich dann auch. An einer Ecke im Industriegebiet. Ich hatte schonmal mit anderen Tagel?hnern an so einer Ecke gewartet. Vielleicht war es die falsche Ecke, das wei? ich nicht mehr. Ich wusste einfach nicht weiter, hab dort gestanden und gezappelt, um mich warm zu halten, und gewartet. Und irgendwann kam dann ein Herr in weitem Mantel vorbei, der bei mir stehen blieb. Vielleicht hat er sehen k?nnen, dass ich keine Unterw?sche trug, und hat daraus seine Schl¨¹sse gezogen. Jedenfalls musterte er mich, und fragte: ?Na Junge, willst du dir was dazu verdienen?¡° Ich strahlte ihn so freundlich an wie ich konnte und versicherte: ?Immer Sir, bin zu allem bereit!¡° Er grinste zufrieden, sah sich kurz um und schlug dann vor: ?Wie w¨¹rden 20$ f¨¹r etwas Handarbeit klingen?¡° Ich dachte, das muss mein Gl¨¹ckstag sein, und stimmte sofort zu: ?Gerne Sir, wenn Sie wollen sofort!¡° Er l?chelte noch breiter und meinte: ?Bist ja ganz versessen drauf, das gef?llt mir! Dann komm mal mit!¡° Also ging ich mit. Mir war so kalt und ich brauchte das Geld so dringend, dass ich mir erst gar keine Gedanken machte, was der Kerl eigentlich vor hatte. Er legte halb den Arm um meine Schulter, um mich in eine Seitestra?e zu f¨¹hren, und allein diese Geste wirkte so freundlich auf mich, und sein K?rper so warm, dass ich zuerst gar nicht misstrauisch sein konnte. Erst als wir in einer Sackgasse stehen blieben, fing ich an mich zu wundern und ich fragte ihn: ??h, sind wir hier richtig?¡° Er raunte mir verschw?rerisch zu: ?Keine Sorge, wir sind hier ganz allein, uns wird keiner st?ren.¡°, und er ?ffnete seinen Mantel, um mich etwas mit drunter zu nehmen. Ich war zwar dankbar f¨¹r die W?rme, aber ich verstand nicht, was er vor hatte. Doch er stellte sich mit mir vor eine der Mauern, und fing an, an seinem Hosenstall zu fummeln. Ich dachte schon, er will pinkeln und fand das doch sehr dreist, dass er das vor mir machen wollte. Aber er holte nur sein Ding raus und sah mich dann erwartungsvoll an. Und dann fiel der Groschen bei mir. Ich zitterte heftig, und starrte den Typen an. Er schaute blo? zur¨¹ck und meinte: ?Na los, verdien dir dein Geld!¡°, wobei er mir ein wenig ¨¹ber den Arm streichelte und mich noch enger an sich zog. Ich war kurz davor, ihn entr¨¹stet von mir zu schubsen, aber etwas hielt mich zur¨¹ck. Es war schon sp?ter Nachmittag, bald musste ich mein Zimmer r?umen, ich hatte nicht einen Cent verdient bisher, mir war kalt, ich war hungrig, m¨¹de, und mir taten die Glieder weh. 20$. Das war eine Nacht in einem warmen Bett, und schon mehr als die H?lfte f¨¹r noch eine weitere. Ich schlang die Arme um mich, und der Mann hob eine Braue: ?Was denn, kalte F¨¹?e?¡° Ich versuchte mich warm zu rubbeln und zu scherzen: ?N-nee, kalte H?nde, Sir.¡° Mir wurde flau, und ich glaubte nicht, dass es daran lag, dass ich nichts gegessen hatte. Aber der Mann l?chelte blo? erneut, und ohne sich wieder ein zu packen, bestimmte er: ?Na gut, dann w?rm dich erst ein bisschen bei mir auf!¡° Und damit nahm er mich in den Arm, presste mich eng an sich, und wickelte seinen Mantel um uns beide. Ich hatte Angst. Ich sch?mte mich. Ich zitterte. Aber es war warm bei ihm, und obwohl ich wusste, dass sein Ding raus hing, konnte ich mich nach und nach ein wenig entspannen. Zumindest bis er anfing, mit einer Hand ¨¹ber meinen Po zu streicheln. ?Mm. Sch?n fest und rund.¡°, raunte er, dann schnupperte er an meinen Haaren und fand: ?Und du riechst gut. So gepflegt.¡° Dann f¨¹hlte ich, wie mir etwas in den Bauch dr¨¹ckte, und ich versuchte von ihm ab zu r¨¹cken. Er lie? mich los und fragte: ?Okay, k?nnen wir? Ich hab heut noch was vor!¡° Ich nickte, musste dann aber den Kopf weg drehen, weil ich runter gesehen hatte. Er meinte darauf: ?Du wirst ja ganz rot! Bist du so sch¨¹chtern? Wie s¨¹?!¡°, und als ich unbewegt stehen blieb, nahm er meine Hand, um sie zu f¨¹hren, ?Na komm Kleiner, das schaffst du doch, oder?¡° Ich wollte nicht. Aber ich musste. Es geschah ganz langsam, die Bewegung, meine Wahrnehmung, alles war wie in Zeitlupe. Ich wollte weg laufen, den Typen an schreien, ihn schlagen. Innerlich br¨¹llte ich mich an, dass ich gehen sollte, dass ich das nicht darf, dass es schmutzig ist, S¨¹nde, verboten. 20$. ''So billig verkaufst du deine Seele?'', schimpfte ich mich selbst. Dann hatte ich ihn in der Hand. Er war ganz hei? und hart. Ich konnte erst nicht glauben, dass das wirklich sein Penis war. Also schaute ich hin. Aber es war echt. Ich hielt das pulsierende Fleisch dieses Mannes in der Hand, dessen rote Eichel feucht gl?nzte. ?Also?¡°, schnaufte der Typ mir ins Ohr. Da fing ich an. Ich versuchte es vor mir zu rechtfertigen: ''Ich habe ihn schon ber¨¹hrt. Viel Schlimmer wird es nun nicht mehr.'' Ich musste weg sehen, und schlie?lich die Augen schlie?en, weil der Kerl mir die ganze Zeit ins Gesicht starrte, als ob es ihm gefiel zu sehen, wie unangenehm mir das war. Zwischendurch st?hnte er, oder gab mir Anweisungen: ?Fester... mehr Druck... schneller... nicht so wild...¡° Es kam mir vor wie eine Ewigkeit und mir wurde zunehmend schlecht davon. Aber dann japste er angestrengt, und ich h?rte etwas plitschen, als er endlich ab spritzte. Ich lie? ihn sofort los und hielt die Hand steif von mir runter gestreckt. Er schnaufte noch: ?Ouh, oah, das tat gut!¡°, als er wieder ein packte, und ich forderte so cool wie m?glich: ?20$, Sir!¡° If you discover this narrative on Amazon, be aware that it has been stolen. Please report the violation. ?Ja ja, kriegst du, Junge!¡°, grinste er, und holte seine Brieftasche raus. F¨¹r einen Augenblick zog ich in Betracht, ihn zu beklauen. Aber ich wollte nicht so tief sinken, und wartete stattdessen darauf, dass er mir mein Geld gab. Kaum dass er mir die Scheine hin hielt, rannte ich wie der Blitz davon. Ich h?rte noch, wie er mir nach rief: ?Bis zum n?chsten Mal, S¨¹?er!¡°, doch ich sch¨¹ttelte mich. Ich wollte nicht, dass es ein n?chstes Mal gab, ich wollte ja schon nicht, dass es ein dieses Mal gab. In jeder Pf¨¹tze und an jeder Regenrinne wusch ich mir die Hand ab. Und trotzdem f¨¹hlte ich mich schmutzig. Ich rannte und rannte, und war fast wieder am Motel, als ich eine Kirche sah. Ohne nach zu denken, rannte ich darauf zu, und hielt erst an, als ich drinnen vor dem Weihwasser stand. Ich wollte nicht meine schmutzige Hand rein stecken, also versuchte ich mit der anderen das Wasser zu sch?pfen, und musste fest stellen, dass ich noch das Geld fest hielt. Ich stopfte die Scheine also in die Tasche des Overalls und sch?pfte dann mit der guten Hand Wasser, um es ¨¹ber die beschmutzte Hand zu gie?en. Nach dem Laufen so pl?tzlich still in der K¨¹hle zu stehen, brachte meinen Kreislauf durcheinander und ich brach zusammen. Der Pfarrer fand mich und half mir auf. Er tat freundlich, wollte wissen was geschehen war, ob er mir helfen k?nne. Ich hatte Angst, dass mich mein schlechtes Gewissen dazu bringen w¨¹rde, das schmutzige Geld in den Opferstock zu werfen, und so lehnte ich h?flich ab, und machte, dass ich raus kam, zur¨¹ck ins Motel. Ich zahlte f¨¹r das Zimmer, und blockierte danach so lange das Bad, dass die anderen G?ste sich beschwerten. Und dar¨¹ber, dass ich das ganze hei?e Wasser aufgebraucht hatte. Aber ich f¨¹hlte mich immer noch schmutzig. Ich schwor mir, dass das das letzte und einzige Mal war, dass ich so etwas zu lie?. Aber ich konnte trotz meiner Ersch?pfung kaum schlafen. Wie sollte es weiter gehen? Woher sollte ich das Geld bekommen, um weiter hier zu bleiben? Wie einen festen Job, eine neue Wohnung kriegen? Ich weinte mich in den Schlaf und hielt die ganze Nacht die schmutzige Hand aus dem Bett gestreckt. Die n?chsten Tage waren hart. Ich hatte mal mehr, mal weniger Gl¨¹ck an Geld zu kommen. Meist war das karge Fr¨¹hst¨¹ck die einzige Mahlzeit, die ich zusammen kriegte, und auch meine Medikamente fielen hinten ¨¹ber, sodass es mir zunehmend schlechter ging. Dann lief ich dem Mantelmann wieder ¨¹bern Weg. Es war eher Zufall, dass ich wieder in der Gegend unterwegs war. Als ich ihn erkannte, blieb ich stehen und versuchte mich unauff?llig weg zu drehen. Doch er hatte mich ebenfalls erkannt, kam zielstrebig auf mich zu, und sprach mich an: ?Na Kleiner? Wieder bereit f¨¹r ein bisschen Handarbeit?¡° Ich wollte nein sagen. Aber mir war schon l?nger schwindelig, weil ich zu wenig a? und meine Pillen nicht mehr nahm. Also stimmte ich zu: ?Ja, Sir.¡° Er f¨¹hrte mich wieder in die Gasse, legte den Mantel um mich. Packte aus, und f¨¹hrte erneut meine Hand, weil ich wie gel?hmt war. St?hnte mir ins Ohr: ?Oh ja, gut Kleiner, och du bist, so s¨¹?, so sch?n, ahh.¡° Streichelte mir ¨¹ber den Kopf und ¨¹ber den Po. Und ¨¹berreichte mir grinsend die 20$, als er fertig war. Diesmal rannte ich schon nicht mehr ganz so schnell, und er rief mir nach: ?Bis bald, Blondie!¡° Ich ging zwar wieder in die Kirche, aber auch dieses Mal wich ich dem Pastor aus, und nahm nur ein wenig Weihwasser an mich. Ich war schon so lange nicht mehr zum Gottesdienst gegangen. Und eine Beichte h?tte sich inzwischen mehr als gelohnt. Aber ich hatte einfach zu viele andere Sorgen. ?? An einem Tag, wo es wieder mal besonders schlecht aussah, war ich so verzweifelt, dass ich mich an eine Ecke stellte und von mir aus die M?nner ansprach, die vorbei kamen. ?Handarbeit? Handarbeit der Herr?¡°, fl¨¹sterte ich ihnen zu, wenn sie nah genug waren. Viele ignorierten mich, manche schauten mich misstrauisch an. Einer blieb stehen, aber um zu fragen: ?Was f¨¹r Handarbeit? Verkaufen Sie etwas?¡°, sodass ich besch?mt das Feld r?umte. Ich ging diesmal tats?chlich in die Kirche. Und wollte mich dem Pfarrer an vertrauen. Er lud mich erfreut in den Beichtstuhl und ich begann, mir die Last von der Seele zu reden. Oder so dachte ich. Denn er spendete mir kaum Trost zu meiner misslichen Lage. Daf¨¹r interessierte er sich um so dr?ngender f¨¹r meine s¨¹ndigen Verfehlungen. Er verlangte, dass ich ihm die Taten in allen Einzelheiten schilderte, hakte immer wieder nach, und bohrte auch in meinem Gef¨¹hlsleben. Wollte wissen, was ich dabei empfunden habe. Ob ich Lust versp¨¹rte, und als ich heftig verneinte, wollte er wissen, wie ich sicher sein k?nne. Er lie? mich alle Momente noch und n?cher wieder erleben, sodass ich mir am Ende vor kam, als sei ich schon eine stadtbekannte Hure, die f¨¹r Geld alles tat und es nicht einmal bereute. Und das unterstellte er mir von da an, wann immer ich hin ging, um mich erneut von diesen S¨¹nden rein zu waschen. Denn es blieb nicht beim Letzten und Einzigen Mal. Und nicht beim zweiten, zuf?lligen Mal. Auch ein drittes Mal verkaufte ich dem Mantelmann meine Handarbeit. Und andere Herren, die ich ansprach, schienen zumindest zu ¨¹berlegen, und hielten mich wohl im Auge. Wenn ich das Gl¨¹ck h?tte, an einem Tag drei solche Kunden zu haben, konnte ich davon f¨¹nf Tage im Motel bleiben, dachte ich. Ich habe es zwar weiter auf ehrliche Art versucht. Und manchmal dachte ich schon, es geht bergauf, wenn ein Betrieb mich zwei mal hintereinander zur Aushilfe annahm. Aber es wurde nie was draus. Und so entschied ich f¨¹r mich: ''Es ist zwar schmutzig, aber lange nicht so, wie das, was die Bordsteinschwalben tun.'' Und bald hatte ich auch den zweiten Kunden. Ich hatte ihn ebenfalls verstohlen angesprochen: ?Handarbeit, Sir?¡° Er blieb stehen, musterte mich kurz, sah sich hastig um und raunte: ?Wie viel?¡° ?20$!¡°, erkl?rte ich knapp. Er hatte keinen weiten Mantel, den er mit mir teilte. Daf¨¹r fragte er dann, als wir in der Gasse waren: ?Nur Handarbeit? Oder verkaufst du auch was anderes?¡°, wobei er sich nerv?s ¨¹ber die Nase rieb. Ich sch¨¹ttelte schnell den Kopf, und dachte noch, er sei entt?uscht, dass ich keine Drogen f¨¹r ihn hatte. Aber dann wollte er z¨¹gig bedient werden. Er war dann wesentlich fordernder als der Mantelmann, und drohte einmal: ?Na komm schon, streng dich an, sonst geb ich meine 20$ f¨¹r was anderes aus!¡°, und nahm meine Hand hoch, um rein zu spucken. Es ekelte mich, aber daf¨¹r kam er danach schnell. Er hatte dann keine gro?en Scheine, und gab mir versehentlich einen Vierteldollar zu viel. Ich rannte wieder sofort davon. Und gab den Vierteldollar in der Kirche f¨¹r eine Kerze aus. Ich betete im Stillen um Vergebung, doch es f¨¹hlte sich nicht an wie eine angemessene Strafe. Ich sch?mte mich daf¨¹r, aber ich f¨¹rchtete mich vor dem Verh?r des Pastors. ?? Ich habe mich weiterhin bem¨¹ht, normale Arbeit zu bekommen. Aber egal wie sehr ich mich anstrengte, ich bekam immer nur knapp den Preis f¨¹r mein Zimmer zusammen, und selten etwas f¨¹r Essen oder Tabletten. Irgendwann musste ich sogar beim Portier anschreiben lassen, was der nur zu lie?, weil ich weiter im Haus half, und bisher immer das Geld zahlte, was er verlangte. Ich hatte zwei Tage nicht gegessen, weil er das Fr¨¹hst¨¹ck nun doch ein behielt f¨¹r mich. Aber ich schuldete ihm schon eine Tagesmiete. Es war wieder Sp?tnachmittag, als ich mich erneut an die Ecke stellte, wo viele Arbeiter nach ihrer Schicht in den Fabriken vorbei nach Hause gingen. Teilweise mit ihrem Tageslohn in der Tasche. Es nieselte, und obwohl ich alles trug, was ich noch besa?, fror ich schrecklich. So war ich doppelt dankbar, als der Mantelmann wieder erschien. Er hielt mich warm, w?hrend wir nach einem kurzen Gru? still in die Gasse verschwanden. Die ganze Zeit ¨¹ber knurrte mein Magen und mir war etwas schwummrig. Als wir an der Mauer standen, z?gerte er, und ich wollte ihm schon entgegen kommen, und seine Hose f¨¹r ihn ?ffnen. Ich brauchte das Geld so dringend, dass ich mich nicht mal davor ekelte. Er l?chelte darauf verschlagen: ?Na, schon nicht mehr ganz so sch¨¹chtern, wie? Sag mal, hast du Hunger?¡° Ich nickte zitternd und er wickelte mich noch mehr in seinen Mantel. Mein Bauch rummorte wieder laut, und verzweifelt streckte ich die H?nde nach seinem Schritt aus, um den Rei?verschluss runter zu ziehen. ?Mrrr. Das ist ja ein Service.¡°, lobte er mich, ?Sowas sollte gew¨¹rdigt werden.¡° Ich sah hoffnungsvoll zu ihm auf. Er wiederholte: ?Also, hast du Hunger?¡° ?Ja Sir.¡°, gab ich zu. Da trat er von mir zur¨¹ck. Ich wollte nicht, dass er geht, hatte Angst, dass er es sich anders ¨¹berlegt hat. Er meinte aber: ?Wie w?re es dann, mit einem hei?en W¨¹rstchen?¡° Ich verstand nicht. Nenn mich naiv, aber ich wusste wirklich nicht, was er von mir wollte. Ich glaubte schon, er will mich vielleicht ein laden. ?Knie dich hin.¡°, befahl er. Ich gehorchte. Ich dachte nur: ''Was immer du willst, aber bitte, ich brauche das Geld!'' Ich kniete also mit dem R¨¹cken zur Wand, und er stand direkt vor mir, und schirmte mich mit dem Mantel ab. Ich schaute zu ihm hoch und er l?chelte auf mich runter: ?Du bist so ein braver Junge. Mit so einem s¨¹?en Mund.¡° Er fummelte an seinem Schritt, und holte seinen Penis raus. Mir wurde etwas ¨¹bel, denn jetzt konnte ich ihn riechen. Ich schaute krampfhaft hoch zu ihm, wollte nicht hin sehen, aber wo er nun drau?en war, hab ich ganz automatisch zu gepackt. Ich hatte immer noch nicht verstanden, was er vor hatte. ?So ist es gut. Und jetzt mach sch?n den Mund auf!¡°, forderte er, wobei er mir ein paar Haare aus der Stirn strich. Ich hab es immer noch nicht begriffen, ich war so naiv, so bl?d, ich hab einfach den Mund ein wenig ge?ffnet und fragend hoch geblickt. Erst als er sich ¨¹ber die Lippen leckte, und noch einen Schritt n?her ging, sodass er mir fast an die Wange stie?, bekam ich eine Ahnung, und da sagte er: ?Stell dir vor, es ist ein saftiger Hotdog! Aber nicht bei?en, klar?¡° Ich h?tte nein sagen sollen. Er h?tte mich bestimmt gehen lassen. Er war nicht wie Harold, verstehst du? Er wollte es, aber er h?tte mich nicht fest gehalten, obwohl er bestimmt stark genug gewesen w?re. Und ich wollte es nicht. Mir kamen Tr?nen und ich sch¨¹ttelte leicht den Kopf. Aber mir war schummrig, mein Bauch tat weh vor Hunger, und ich musste das Geld beschaffen, irgendwie! Trotzdem brachte ich noch raus: ?Nein. Nicht f¨¹r... nicht f¨¹r 20$!¡° Ich h?tte sagen sollen: ''Nicht f¨¹r alles Geld der Welt.'' Ich wollte mich nicht erpressen lassen, dass ich sowas f¨¹r ihn tat, weil ich keine Wahl hatte. Aber er grinste blo?: ?Aber nat¨¹rlich nicht! F¨¹r Lippenbekenntnisse gibt¡¯s doch das Doppelte!¡° Er streichelte mir wieder ¨¹ber den Kopf, legte die Hand unter mein Kinn, und versuchte, mich so aus zu richten, dass er genau vor meinem Mund war. Er roch muffig, und nach Fisch. Aber Lebersaft zu trinken war schlimmer. Und ich m¨¹sste ja nicht runter schlucken, oder? Jedenfalls dachte ich das. Und 40$ w¨¹rden die Schulden abzahlen, und mir noch einen Tag geben, mit Geld ¨¹ber f¨¹r Essen oder Medizin. Also hab ich die Augen geschlossen. Es war eklig. Wahrscheinlich ist das noch untertrieben. Aber ich musste viel Schlimmeres machen, danach. Also sehe ich es vielleicht jetzt zu harmlos. Ich wei? nur, mir ist sehr schlecht geworden, und mir ist auch was hoch gekommen. Aber mein Magen war so leer, dass es blo? etwas Schleim und S?ure war. Also hab ich doch geschluckt. Immer weiter. Ich hab ihn trotzdem mit der Hand stimuliert. Aber halt auch immer wieder mit dem Mund. Er hat mir die ganze Zeit den Kopf gestreichelt, und mich dirigiert. Dabei hat er gest?hnt: ?Ooh, hoa, jaa, oh du S¨¹?er, mhmm, sch?n saugen, ah, das machst du gut...¡° Und als ich brechen musste, und es zur¨¹ck gedr?ngt hab, hat er ihn ein wenig zur¨¹ck gezogen und meinte stolz: ?Och, ist er zu gro? f¨¹r dich? Armer Spatz, nicht so gierig!¡° Das Schmatzen klang widerlich, und es schmeckte widerlich. Aber ich hab es trotzdem gemacht. Ich h?tte es vielleicht sogar verdr?ngen k?nnen. Ich f¨¹hlte mich schon halb, als sei das alles nicht echt. Er hat mir auch nicht an den Haare gezogen, wei?t du? Manche machen das, und ich kann dann nicht weg ziehen. Doch er hat mir nur locker durch die Str?hnen gekrault und mich so gelenkt. Also h?tte ich auch weg ziehen k?nnen, als er immer schneller schaufte und dann japste: ?Wenn du schluckst, gebe ich dir 5$ extra, Kleiner!¡° Als er dann in meinen Mund gespritzt hat, hat es mich doch ¨¹berrumpelt, ich h?tte mich fast verschluckt, und ich wollte ihm nicht auf die Schuhe kotzen. Also hab ich''s geschluckt. Aber ich war doch eh schon schmutzig. Das machte jetzt auch keinen Unterschied mehr. Es war auch nicht so schlimm wie rohe Leber. Mehr wie Salzlake von eingelegten Heringen.¡° ?? Verdammnis und H?lle Ich hatte die ganze Zeit schweigend zu geh?rt, w?hrend die Ereignisse so aus Stevie raus sprudelten. Ich versuchte ihm Halt zu geben, indem ich seine Hand hielt. Ich litt mit ihm. Sp¨¹rte seine Angst, seine Verzweiflung, seinen Ekel. Und wie sehr er sich sch?mte. Dabei h?tten sich diejenigen sch?men sollen, die ihm das angetan hatten. Und ich meinte nicht nur die Freier die ihn benutzten, sondern schon diese verdammten Bastarde, die ihn um seinen Job, seine Gesundheit und dann um sein Zuhause gebracht hatten. Ich sp¨¹rte so viel Wut in mir auf steigen. Wenn ich jetzt vor diesen Menschen gestanden h?tte, h?tte ich wohl daf¨¹r gesorgt, dass dieser Hank nicht alleine blieb. Dann ¨¹berraschte mich Steve mit einer Frage, die er so provokant aus sprach, dass ich gar nicht wusste, wie ich reagieren sollte: ?Aber wei?t du, was das Schlimmste an allem war? Warum ich mich so gut daran erinnern kann? Ich glaub n?mlich doch inzwischen, ich h?tte so tun k?nnen, als w?re alles ein b?ser Traum gewesen. Ich hatte Kopfweh, hab schon verschwommen gesehen, und musste zwei mal nach z?hlen, als er mir das Geld gab. Ich war so fertig. Aber ich Idiot bin dann zur Beichte gegangen. Ich wollte es weg waschen. Und wei?t du, was dieser Pfarrer dann gemacht hat?¡° Ich strich ihm sanft ¨¹ber die Hand. Sie war so kalt. Ich ¨¹berlegte. Ich wusste noch von fr¨¹her, wie peinlich die Gewissenspr¨¹fung sein konnte. Wie genau es die Priester manchmal haben wollte, damit man auch ja ein sah, was man falsch gemacht hatte. Aber Steve konnte doch nichts daf¨¹r! Also riet ich: ?Hat er dir die Schuld gegeben?¡° Zu meiner ¨¹berraschung sah Steve mich endlich wieder an. Er war ganz blass, nur seine Augen waren rot verheult, und es zerriss mir das Herz. W?re die Trennwand nicht gewesen, h?tte ich ihn sofort in den Arm genommen. Aber er schnappte verbittert: ?Nat¨¹rlich war ich Schuld! Ich war eine billige Stra?ennutte, die f¨¹r Geld alles macht, hatte er doch schon fest gestellt!¡° ?Der Idiot wusste nicht wovon er redet!¡°, wollte ich einwerfen, da erz?hlte er den Rest: ?Und er hat sich darauf Einen runter geholt!¡° Ich starrte meinen Freund entgeistert an. Der bekr?ftigte: ?Er hat es wie immer ganz genau haben m¨¹ssen, hat nicht locker gelassen, bis ich jedes Detail erz?hlte, sodass ich alles noch einmal durch machen musste. Und hat immer wieder behauptet, es m¨¹sse mir gefallen haben, sonst w?re ich weg gerannt. Und irgendwann hab ich gemerkt, dass er dabei an sich rum spielt.¡° ?Dieser Wichser!¡°, schrie ich aufgebracht, viel zu laut f¨¹r diese Zeit, noch dazu in einer Kirche. Doch obwohl Steve zusammen gezuckt war, entgegnete er lapidar: ?Wortw?rtlich. Da bin ich dann zumindest vor ihm weg gerannt. Und seitdem nicht mehr in einer Kirche gewesen. Es kommt einfach alles wieder hoch.¡°, dann schlug er die Augen nieder. Und ich Vollidiot hatte ihn her gebracht! Ich hatte gehofft, er k?nne sein Gewissen erleichtern, seine Seele reinigen von der Scham und den Schuldgef¨¹hlen. Stattdessen machte ich es noch schlimmer f¨¹r ihn. ?Gott, Steve, es tut mir so verdammt leid! Das wollte ich nicht.¡°, versicherte ich. Mein Freund zuckte mit den Schultern, und meinte scherzhaft: ?Tja. Wann immer ich richtig am Boden bin, wollen mich andere Kerle ficken. Anscheinend hab ich diesen Effekt bei M?nnern.¡° Dann sah er mir in die Augen und gab mir ein gequ?ltes L?cheln. Ich zuckte ertappt zusammen, aber ich beteuerte: ?Nein Steve, das ist... das liegt nicht an dir, du hast da keine Schuld dran! Ich... ich w¨¹rde mir eigenh?ndig das Ding ab schneiden, ehe ich dich damit verletze!¡° Er runzelte etwas die Stirn, erkl?rte jedoch: ?Du bist ja auch anst?ndig. Aber irgendwas muss es ja sein, was ich an mir hab. Sonst w¨¹rde mich doch keiner daf¨¹r nehmen.¡° Ich sch¨¹ttelte langsam den Kopf, da setzte er hinzu: ?Immerhin daf¨¹r bin ich gut genug. Und gewollt.¡° ?Ich will dich!¡°, rief ich aus, und als er verdutzt guckte, f¨¹hrte ich mit hei?em Gesicht aus: ?Und ich will nichts daf¨¹r haben! Ich will einfach, dass du bei mir bist, und es dir gut geht! Einfach weil du Steve bist, mein bester Freund! Weil du ein tolle Mensch bist, freundlich und clever und lustig, und einfach liebenswert! Weil du es verdient hast, nur deshalb!¡° Reading on Amazon or a pirate site? This novel is from Royal Road. Support the author by reading it there. Steve sah mich perplex an. Dann l?chelte er ger¨¹hrt und hauchte: ?Wow. Mann Bucky, das klingt ja fast, als w?rst du in mich verliebt!¡° Ich musste erschrocken schlucken, aber er sah schon wieder auf seine Schuhe, und merkte nicht, wie ertappt ich ihn ansah, als er hinzu f¨¹gte: ?Du bist wirklich ein guter Mann. Du hast ein gutes Herz.¡°, dann verzog er das Gesicht, ?Und genau deshalb kannst du es auch nicht verstehen.¡° Ich riss mich zusammen und versicherte: ?Doch Stevie, ich verstehe es! Du konntest nichts daf¨¹r, es war der einzige Ausweg f¨¹r dich, das ist nicht deine Schuld! Du brauchtest das Geld, aber ich kann dich versorgen, wirklich! Bitte Steve, uns f?llt schon was ein, was du machen kannst, wir k?nnen doch weg ziehen, in eine andere Stadt, wo man dich nicht kennt, wir k?nnen von vorne anfangen, und solange k¨¹mmere ich mich eben um dich!¡° ?Bucks, ich will nicht...¡°, wollte er einwerfen, doch ich beteuerte: ?Ich meine es ernst! Ich w¨¹rde eher hungern, als dass ich dich da weiter arbeiten lasse!¡° Aber zu meinem Erstaunen sah er mich da pl?tzlich b?se an und wiederholte erneut: ?Du kannst doch nicht einfach ¨¹ber mich bestimmen! Es ist mein Zuhause! Ich arbeite dort, ich verdiene da mein Geld, immerhin das kann ich, warum willst du mir das letzte bisschen W¨¹rde weg nehmen, was ich noch habe?!¡° Er war immer lauter geworden, doch dann wandte er sich pl?tzlich ab, riss die Hand weg und bedeckte sein Gesicht, um laut los zu heulen. Jetzt konnte ich doch nicht mehr an mich halten, ich warf die T¨¹r auf und st¨¹rmte in die Kabine nebenan, wo Steve sich immer mehr zusammen kauerte, zitternd und weinend. Ich nahm ihn in den Arm und dr¨¹ckte ihn fest an mich, ich wollte ich w?rmen, sch¨¹tzen, tr?sten, einfach f¨¹r ihn da sein. Und es tat so weh zu denken, dass er das eigentlich gar nicht wollte. Er wimmerte denn auch: ?Nein... nicht... nein...¡°, worauf ich etwas locker lie?, aber versicherte: ?Bitte Steve, ich will nichts von dir, ich werde dir nichts tun! Es tut mir so leid, dass ich nicht da war, es tut mir leid, dass du das alles durch machen musstest, bitte lass es mich wieder gut machen! Bitte Steve, ich hab versprochen ich pass auf dich auf, ich hab es dir versprochen, ich hab es mir versprochen, ich hab es deiner Mutter versprochen, und ich hab versagt!¡°, ich weinte, ?Aber bitte lass mich dir helfen! Du hast deine W¨¹rde noch, du bist nicht schmutzig, du konntest nichts daf¨¹r! Du musst nicht weiter da bleiben, du bist kein Abschaum der nichts Besseres verdient hat, das ist nicht wahr!¡° Er murmelte heiser: ?Du verstehst es nicht, du verstehst es einfach nicht...¡°, und rutschte etwas von der Bank. Also sank ich mit ihm auf den Boden, doch ich zog ihn eng an mich, um ihn vor der K?lte zu sch¨¹tzen. Er zitterte so sehr. Mein armer kleiner Stevie. ?Bitte Steve, ich will doch nur f¨¹r dich da sein, ich will doch blo?, dass du gl¨¹cklich bist und frei und sicher, du w¨¹rdest doch das Selbe f¨¹r mich tun!¡°, beteuerte ich verzweifelt, ?Ich will dich nur besch¨¹tzen, das hei?t doch nicht, dass du schwach bist, und selbst wenn, du hast doch auch immer Schw?cheren geholfen, jeder ist mal schwach, das ist keine Schande! Du musst mir nichts beweisen, Stevie, ich wei? du willst es allein schaffen, aber bitte, nimm das an! Bitte Steve, ich will dich nur besch¨¹tzen. Ich liebe dich!¡° Da. In meinem Eifer hatte ich es ausgesprochen. Ich hielt ihn fest und versuchte schnell weiter zu reden, damit es nicht auf fiel. Au?erdem, wir waren doch beste Freunde, da sagt man sowas schon mal, oder? Nur mir fiel nichts mehr ein. Er reagierte aber nicht. Und da merkte ich, dass er vor Ersch?pfung eingeschlafen sein musste. Das passierte ihm schon damals manchmal, wenn er krank war und wenig a?. Und es war ja auch sehr sp?t. Fr¨¹her, wenn ihm das bei mir passiert ist, hab ich ihn manchmal einfach bis zu sich ins Bett getragen und zu gedeckt. Wenn es sehr kalt war, hab ich ihn blo? in mein Bett gebracht, um ihn zu w?rmen, und morgens einfach gesagt, ich w?re zu m¨¹de gewesen, um ihn r¨¹ber zu bringen. Und jetzt? Bis ins Veteranenwohnheim tragen konnte ich ihn so nicht, er w?re bestimmt aufgewacht, vielleicht h?tten sie mich auch gar nicht erst mit ihm rein gelassen. Und zur¨¹ck ins Bordell bringen wollte ich ihn auf keinen Fall. Also hab ich mich vorsichtig etwas bequemer hin gesetzt, und Steve ebenfalls so ausgerichtet, dass er m?glichst entspannt an meine Brust gelehnt lag. Dann schloss ich die T¨¹r vom Beichtstuhl gegen Zug, und riss entschlossen die schweren Vorh?nge runter, die die Kabine verkleideten, wobei ich schnell ein Kreuz zur Entschuldigung schlug. Damit deckte ich uns beide dann zu, sodass es fast schon gem¨¹tlich war. Ich schlang die Arme um Steve, der wie immer ein wenig schwer und ein wenig zu schnell atmete, und fl¨¹sterte nochmal: ?Ich will dich nur besch¨¹tzen. Ich lass nicht zu, dass dir nochmal jemand weh tut! Das versprech ich dir. Ich bin f¨¹r dich da, Stevie!¡° Bald darauf fiel ich ebenfalls in einen traumlosen Schlaf. ??